Posts by Lockenheld

    Hallo Daniel,


    man muss im Gegenteil davon ausgehen, dass SEHR VIELE Leute nach einem solchen Urteil gesucht hätten.


    Allerspätestens die Anwälte der Leute, die es mit den Staatsanwaltschaften und der Zentralstelle Ludwigsburg im Rahmen deren

    Ermittlungen zu den Massenverbrechen zu tun bekommen haben.

    Ein einziges solches Urteil schwarz auf weiß hätte genügt, alle Ermittlungsverfahren wegen einem tatsächlichen Befehlsnotstand

    (und nicht dem trotz allem in der Regel zugesprochenen angenommenen) in die Mülltonne treten zu lassen.


    Wie gesagt, immer noch aktueller Stand, der auch so noch vor ca. 3 Jahren von einem Staatsanwalt der Zentralstelle vertreten wurde

    bei einem Vortrag, den ich gehört habe: es gibt keine nachgewiesenen Todesurteile oder KZ-Einlieferungen aufgrund von einer

    Verweigerung einer Beteiligung an den Massenverbrechen.


    Herzliche Grüße aus München

    Marcus

    Hallo Andreas,


    die Wissenschaft ist sich einig, dass es bislang nicht gelungen ist, ein Urteil zu finden, in dem ein SS- oder

    Polizeiangehöriger wegen Verweigerung der Erschießung von Juden belangt wurde.

    Nach so einem Urteil werden Scharen von Verteidigern gesucht haben, weil damit jede Anklage nach dem

    Krieg für die Mülltonne gewesen wäre.


    Im Gegenteil wurde den Männern anfangs sogar teilweise freigestellt, mitzumachen, ich verweise da auf das Buch

    "Ganz normale Männer" von Browning.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo zusammen,


    Sondergerichtbarkeit der Polizei, GANZ schwieriges Thema.


    Ich empfehle hierzu das Buch von Bianca Vieregge: Die Gerichtsbarkeit einer "Elite". Nationalsozialistische Rechtsprechung am Beispiel der SS- und Polizei-Gerichtsbarkeit.

    Ich weise aber darauf hin, dass das ein juristisches Fachbuch ist ?(

    Nicht immer einfach zu lesen.


    Oben sieht man, dass das Verbände in Kroatien waren, von den Münchener Personalakten kann ich sagen, dass es hier keine Strafeinheiten gab, Leute kamen bei Verurteilungen

    ins Straflager Danzig-Matzkau und dann zur Frontbewährung zu SS-Polizei-Regimentern (ein Fall eines Hauptmanns) oder wurden auch hingerichtet (ein Reservist wegen § 175).



    Slowenien kenne ich Strafeinheiten beim BdO Alpenland auch nicht, das war aber reichsdeutsches Personal.



    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Lemon,


    welche Archive wurden denn bisher angefragt?


    Angaben über SS- und Parteimitgliedschaften finden sich normalerweise im Bundesarchiv, Bestand BDC.


    Sollte er den Krieg überlebt haben, lohnt sich die Suche nach den Entnazifizierungsunterlagen, dazu muss man wissen,

    wo der Betreffende Ende der 40er Jahre gelebt hat.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo,


    mit 2monatiger Verzögerung kurz vor Weihnachten erschienen:


    Wolfgang Curilla

    Die deutsche Ordnungspolizei im westlichen Europa 1940 - 1945

    887 Seite, 58 Euro.


    Wie aus seinen Büchern über die Ordnungspolizei in Polen und dem Baltikum und Weißrussland bekannt, sehr detailliert und

    mit Quellen hinterlegt.


    Die einzelnen Abschnitte:

    - Norwegen (91 Seiten)

    - Finnland (7 Seiten)

    - Dänemark (41 Seiten)

    - Belgien (18 Seiten)

    - Luxemburg (14 Seiten)

    - Frankreich (130 Seiten)

    - Italien (178 Seiten)


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Stefan,


    laut den Unterlagen von RolandP


    03.09.1944

    Unterstellung des SS-Pol.Rgt 4 bei der 50.ID, VI.AK, 4.Armee


    Das würde dann mit einem Einsatz bei den Kämpfen an der ostpreußischen Grenze zusammenpassen.

    Das SS-Pol.Rgt. 4 war in den Wochen zuvor im Rahmen der Korpsgruppe Gottberg und Brigade Anhalt in Kampfeinsätzen

    bei der 4. Armee eingesetzt.


    Am 12.7.44 Kampfstärke der 9./SS-Pol. 4 insgesamt 48 Unterführer und Männer.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo,


    die Ordnungstruppen gehören der Wehrmacht, nicht der Polizei.


    Ich verweise einmal auf den Bestand https://www.deutsche-digitale-…UOPSJ3WBO3GUDLVLCKENFVA#0

    und den Eintrag im Lexikon http://www.lexikon-der-wehrmac…erzeichnisGliederungH.htm


    Ein SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei könnte darauf hinweisen, dass der BdO im Wehrkreis X damit zu tun hat.

    Wäre einmal mein Tipp.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Kordula,


    Stillhaltekommissare waren auch bei den Chefs der Zivilverwaltung in der Untersteiermark und der Oberkrai

    (sprich Slowenien) eingesetzt.

    Wenn ich mich recht entsinne, größtenteils in Personalunion der SD des jeweiligen Kommandeurs der Sicherheitspolizei und des SD.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Flo und Willkommen hier bei der "Polizei".


    Mit einem Namen würde man bestimmt weiter kommen ;)

    Wenn Du schreibst "Polizeihauptkommissar" gehe ich davon aus, dass er nach dem Krieg wieder bei der Polizei war?

    Dann wäre der Weg, die Personalakte zu suchen in Baden-Württemberg besonders in Stuttgart nicht soo schwer, da

    wären die Personalakten eigentlich gut überliefert. Ansonsten der übliche Tipp Spruchkammerakten.

    Beide Bestände wären im Landesarchiv in Ludwigsburg.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Stefan,


    woher stammt er bzw. welche Schutzpolizei- oder Gendarmeriedienststelle hat ihn zur Polizei-Reserve eingezogen?

    Da müsste man das Archiv fragen.


    Ansonsten mein Tipp: Entnazifizierungsunterlagen.


    EKM wird nur im "Auswärtigen Einsatz" vergeben, sprich, wenn er nur in der Heimat war, hatte er keine.


    Gruß

    Marcus

    Hallo Thomas,


    das sind zwei vollkommen verschiedene Baustellen.


    Feldpost = Post an Männer, die in Einheiten Dienst verrichten, die im Feld (=auswärtigen Einsatz) stehen, die FPN identifiziert die Einheit.


    Erkennungsmarke = persönliches Identifizierungsmerkmal des Mannes. Wird meist ein Mal an einen Mann (Soldat, Polizist, Waffen-SS usw.) ausgegeben, behält er immer,

    egal bei welcher Einheit in welcher Feldpostnummer er Dienst macht.


    Die Polizei Celle wird nicht in den auswärtigen Einsatz gegangen sein, sondern daheim gewesen sein als Einheit, der Mann mit seiner EKM schon.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Peter,


    eine gute Frage, ein paar Anmerkungen dazu.


    1. Marburg/Drau sind keine "Flachland-Tiroler".

    Die Stadt liegt direkt am Bachern-Gebirge (Pohorje), das bis auf 1.500 Meter hoch geht und Partisanen-Gebiet war.

    Das Gebirge war mehrmals für Monate mit einer Sperre belegt durch den HSSPF Alpenland. Das Kdo.d.Sch. Marburg/Drau

    hatte ab Sommer 1943 immer größere Schwierigkeiten in den Außenbezirken der Stadt , siehe Kommando der Schutzpolizei Marburg/Drau (Maribor)


    2. Ab Frühjahr 1944 werden von Marburg/Drau aus Leute zur Sanitäts-Ausbildung nicht mehr nach Berlin geschickt, sondern nach Wien.


    3. Bemerkenswert ist, dass der Mann dem Wachzug und nicht S.San. angehörte.

    Als "Kampfeinheit" des KdSch Marburg/Drau wäre die Schutzpolizei-Bereitschaft vorhanden gewesen, ein Mann vom Wachzug (der allerdings auch das Überfallkommando stellte)

    ist eigentlich unlogisch, aber na ja.


    Ich halte die Augen offen, vielleicht finde ich etwas.


    Herzliche Grüße aus München (bis November in Münster, oder?)

    Marcus