Posts by Lockenheld

    Hallo,


    wo hat er nach dem Krieg, sprich in den späteren 40er Jahren gelebt?


    Ich würde dann im zuständigen Archiv nach Entnazifizierungs-Unterlagen suchen, darin muss er

    Angaben zu den Einheiten und Dienstgrad machen. Die stimmen meistens recht gut, da das

    Daten waren, die nachprüfbar sind.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo und auch von mir "Willkommen bei der Polizei" im Forum.



    Ein Wachtmeister-Bataillon und ein Wach-Bataillon sind zwei verschiedene Sachen.

    Ersteres besteht aus Wachtmeistern, letzteres ist für Wach-Aufgaben da.


    Wenn klar ist, um was es geht, kommen wir dann schon weiter.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Dorian,


    eines habe ich gefunden.


    Kommando der Schutzpolizei Marburg a/Dr., den 26.Sept. 1941


    Sonderbefehl Nr. 10


    I./Lage

    1. Am 27. und 28.9.1941 veranstaltet die Deutsche Jugend in der Untersteiermark eine Führertagung und einen

    Vergleichswettkampf mit Graz. An diesen Veranstaltungen nimmt der Gauleiter und Reichsstatthalter teil.

    2. Sammelpunkt der Teilnehmer ist der Adolf Hitlerplatz und zwar

    a/ am 27.9.1941 um 13 Uhr, anschliessend Marsch zum Götzsaal,

    b/ am 28.9.1941 um 7.00 Uhr, anschliessend Marsch zum Sofiensaal,

    c/ am 28.9.1941 um 14.00 Uhr, anschliessend Marsch durch die Kärntnerstrasse - Kasernplatz - Draubrücke - Magdalenenplatz

    am Rapidtorplatz.

    3. Programm für Samstag, den 27.9.1941 ind Sonntag, 28.9.1941 - siehe Marburger Zeitung vom 26.9.1941, Seite 8.


    […]

    gez. Buchholz

    Major der Schutzpolizei und Kommandeur



    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo zusammen,


    anbei einmal eine erste Auswertung des Tages- und Sonderbefehle des Kommandos der Schutzpolizei Marburg an der Drau (slowenisch Maribor)

    zum Thema "Bandenbekämpfung in einer mittelgroßen deutschen Stadt".

    Vorangestellte Datumsangaben beziehen sich auf den entsprechenden Tag des Befehls.


    Gruß aus München

    Marcus


    Grundstock des Kommandos der Schutzpolizei Marburg an der Drau (Maribor)


    Sonderbefehl des Befehlshabers der Ordnungspolizei Alpenland vom 10.4.1941


    Polizeidirektor Dr. Wallner


    Kommandeur der Schutzpolizei Major d.Sch. BUCHHOLZ


    Hauptmann d.Sch. Fritz TRÄGER


    1 Oberleutnant d.Sch., 1 Rev.Offizier, 25 Meister und Wachtm. (SB) der PV. Salzburg,

    1 Rev.Offizier, 25 Meister und Wachtm. (SB) der PV. Innsbruck,

    2 Rev.Offiziere, 50 Meister und Wachtm. (SB) der PV. Graz


    2.7.42 Einsatzbereitschaft gestellt aus den Kräften des Rev.Einzeldienstes

    In Ausführung des o.a. Sonderbefehls des BdO Alpenland, wonach durch den Revier-Einzeldienst des Kdo.d.Sch. Marburg/Drau ein Einsatzzug in Stärke 1/30 bereit zu stellen ist, wird folgendes angeordnet: […]

    Bewaffnung: Alle Meister und Wachtm. (SB) Gewehr mit 60 Schuss und Dienstpistole mit 14 Schuss. Gruppen- und Zugführer mit MP mit je 192 Schuss. Weiters sind 20 Handgranaten (österr.) auszugeben.


    3. + 5.7.1942 Abordnung von 43 (ursprünglich angekündigt 50) Meistern und Wachtm. (SB) der PV. Wien nach Marburg a/Drau


    21.9.42 Aufstellung eines Pol.-Wach-Bataillons

    In Durchführung des Bezugserlasses wird im Standorte Marburg/Drau ein Wachzug in der Stärke 1 / 4 / 36 aufgestellt, der die Bezeichnung „Pol.Wach-Bataillon I/4.Komp.3.Zug“ führt.


    12.10.42 – 30.4.43 Abordnung von 43 Hilfspolizisten zum Umschulungslehrgang nach Wien-Kagran (offenbar alles ehem. jugosl. Beamte)


    29.10.42 Die Pol.-Posten müssen auch bei Urlaub und Krankheit eine Mindestdienststärke von 1/3 haben. Besatzung mit der planmässigen Stärke ist anzustreben.


    4.12.42 Die Polizeiposten Rotwein und Kötsch sind ab 8.12.42 auf ihr Sollstärken von 1/6 zu bringen.


    7.12.42 wird eine Diensthundestaffel aufgestellt. Ihr gehören 4 Diensthundeführer an.


    11.12.42 Mit sofortiger Wirkung wird im Standort Marburg ein Überfallkommando beim Hilfspolizei-Lehrgang, Horst-Wesselstrasse 16, in der Stärke 1 / 6 aufgestellt. […]

    Als Überfallkommando kann vorläufig das Feuerwehrbegleitkommando verwendet werden.

    Bei Ausrücken ist sofort ein 2. Überfallkommando bereitzustellen.

    Bewaffnung: Führer: MP und 192 Schuss, Pistole mit 14 Schuss, Männer Geher und 60 Schuss, 10 Handgranaten, Reizstoffpistole.

    Bekleidung und Ausrüstung: Dienstanzug ohne Mantel, Stahlhelm, Gasmaske […]

    Der Bereich des Überfallkommandos ist das ganze Stadtgebiet von Marburg, darüber hinaus nur in besonderen Fällen mit Genehmigung oder Anordnung des Offiziers vom Dienst.


    13.2.43 „Die Dienststellenleiter sind dafür verantwortlich, dass alle mit Bandentätigkeit zusammenhängenden Meldungen in fünffacher Ausfertigung dem Kommando vorgelegt werden. Auf den Sonderbefehl Nr. 57 vom 21.12.42 weise ich besonders hin“


    16.2.43 „Ich weise erneut auf das Vorhandensein eines Überfallkommandos, der Polizeihunde und der Stadtwacht hin. Wachthabende und Postenführer, die sich dieser Einrichtungen nicht entschlossen genug zu bedienen wissen, werde ich ablösen lassen müssen, da die Zeit keine unentschlossene Wachvorgesetzten verträgt. Jeder Unterführer und Mann der Schutzpolizei ist berechtigt und verpflichtet, das Überfallkommando und die Hundeführer selbständig und direkt anzufordern unter sofortiger Meldung an den Wachthabenden, der sofort an den O.v.D. weiterzumelden hat.“


    „Ich weise nochmals auf die Pflicht zur verstärkten Überwachung des Personenverkehrs und scharfen Kontrolle irgendwie verdächtig erscheinender Personen hin. Die diesbezüglichen Erlasse (insbes. Betr. Kriegsfahndung - Fahndungsaktion nach flüchtigen Kriegsgefangenen und ausländischen Arbeitskräften - und verstärkte Personenüberwachung) geben die Möglichkeit zur strengsten Handhabung dieser Pflicht. Ich erwarte, dass dieser nochmalige Hinweis genügt, um in den Morgenmeldungen möglichst diese Massnahmen aufscheinen zu lassen. Der Vorfall am 15.2.43 in Drauweiler zeigt erneut, dass bei genügender Aufmerksamkeit durchaus die Möglichkeit besteht, bewaffnete und sonstige Verdächtige zu fassen. Über die Angehaltenen sind alphabetisch Listen zu führen, die mindestens enthalten: lfd. Nr., Vor- und Zuname, Beruf, Alter, Wohnung, Mitgliedschaft des Steirischen Heimatbundes, Ausweise, getroffene Massnahmen, die Listen sind zu Vergleichszwecken, auch zwischen den Dienststellen, zu verwenden.“


    25.2.43 Übernahme von ehemaligen jugoslawischen Polizeibeamten in die Reichsbesoldungsordnung – 12 als Hauptwachmeister der Schutzpolizei, 4 als Revier-Oberwachtmeister der Schutzpolizei, 1 als Wachtmeister der Schutzpolizei, sowie 7 als Oberwachtmeister der Schutzpolizei und 4 Rottwachtmeister der Schutzpolizei als Hilfspolizisten


    27.2.43 Abordnung von 18 Mann des Revier-Einzeldienstes zum Wachzug (Pol.Wachbatl. I, 4. Komp., 3. Zug)


    15.4.43 Gestellung des Überfallkommandos „...Sofern infolgedessen das Überfallkommando beim Offizier vom Dienst angefordert wird, hat dieser gleichzeitig

    a) das Überfallkommando durch klaren Befehl einzusetzen und

    b) den Überfallwagen zu entsenden“


    Gestellung einer Wache bei den Baracken „Der Hilfspolizei-Lehrgang stellt ab 13.4.43 zur Bewachung der im Bau befindlichen Polizeiunterkunft (Baracken) und zur Bewachung des Materials eine Wache in Stärke 1/2, in der Zeit, in der nicht bei der Baracke unter Aufsicht eines Postens des Hilfspolizei-Lehrgangs gearbeitet wird. Der Wachraum ist in der fertiggestellten Baracke einzurichten“.


    30.6.43 Besetzung der Pol.Posten Kötsch und Rotwein: „Die Polizeiposten Kötsch und Rotwein müssen ständig mit der vollen Dienststärke besetzt sein. Abgeordnete für längere oder unbestimmte Zeit, die nicht im Postenbereich wohnen, haben stets von diesen Pol.Posten zum Revier zurückzutreten.


    12.7.43 Der Hilfspolizei-Lehrgang führt ab sofort die Bezeichnung „Schutzpolizei-Bereitschaft.“ Ich spreche dem Hilspolizei-Lehrgang meine Anerkennung aus für das, was er in der Zeit seines zweijährigen Bestehens für das Kommando der Schutzpolizei, für die Polizeiverwaltung und darüber hinaus für die Deutsche Untersteiermark geleistet hat.


    23.8.43 Sicherheit der Pol.-Posten: „Grundsätzlich müssen alle Angehörigen der Polizei-Posten am Postenort wohnen. Soweit dies nicht möglich ist, müssen Unterführer und Männer ab sofort in ihrer Freizeit im Pol.-Posten schlafen.


    7.9.43 Bandenbekämpfung: „Die Dienststellen melden zum 9.Sept. 1943 Unterführer und Männer, die sich freiwillig zur Bandenbekämpfung im Stadtgebiet von Marburg melden.“


    11.9.43 Benennung der Pol.-Wach-Bataillone: „Gem. Erl.d.BdO Alpenland vom 31.8.1943, Abt. I – 52 00 VIII- Nr. 968/43 führt das „Pol.-Wach-Batl. I Alpenland“ in Zukunft die Bezeichnung „I./Pol.-Wach-Batl. XVIII“. Somit führt der bisherige „3.Zug der 4.Komp./Pol.-Wach-Batl. I“ die Bezeichnung „3.Zug der 4.Pol.-Wach-Batl. XVIII“.


    15.10.43 Bandenbekämpfungsmaßnahmen „Die Bandenbekämpfungsmaßnahmen im 3. Pol.-Revier gehen weiter. Jedoch werden zur Zeit von anderen Dienststellen keine Verstärkungen gestellt. Die Polizeiposten Rotwein und Kötsch haben täglich einen wesentlichen Teil ihrer Diensteinteilung auf die Bandenbekämpfung auszurichten, nach Weisung des Führers für die Bandenbekämpfung.“

    Errichtung des Polizeipostens Thesen: „Der neu zu errichtende Polizeiposten Thesen wird voraussichtlich im Laufe Oktober 1943 seinen Dienst aufnehmen. Stärke: 1/6.


    Ende Oktober 1943 Errichtung eines Barackenlagers für 800 Mann Hilfspolizei in Marburg a/Drau (6 Mannschaftsbaracken, 1 Wirtschaftsbaracke).


    5.1.44 Errichtung einer Pol.-Dienststelle: Am 6. Jänner 1944 wurde der Pol.Posten Thesen errichtet. Der Posten ist im Hause Wilhelm-Buschgasse 8, im Erdgeschoss untergebracht. Fernsprechverbindung besteht derzeit mit dem Posten Thesen keine. Es besteht jedoch die Möglichkeit, in ganz besonders dringenden Fällen den Posten über die Fernsprechnummer 23-16 (Kohlenhandlung Podlipnik, Pettauerstraße 97) zu erreichen. Ein Angehöriger des Postens wird in diesem Falle zum Fernsprecher herangeholt.


    Einsatz der Stadtwacht: die Dienststellenführer können im Rahmen des Erl.des RFSSuChdDtPol. O.Kdo. I O (3) 1 Nr. 287/42 v. 9.11.1942 Ziff. 1-5 Punkt 2 aktive Stadtwachtmänner je nach Eignung einsetzen in der Bandenbekämpfung, im Objektschutz und bei Verdunklungskontrollen. Unberührt hiervon bleiben die Einsätze bei Auslösung der Fahndungsstufen Beta und Grossfahndung, sowie bei Fliegeralarm, im Katastrophenschutz und sonstigen Sondereinsätzen.


    11.1.44 Bandenbekämpfung

    a) Waffenunterbringung auf den Pol.Posten: Diejenigen Unterführer und Männer, welche auf den Pol.-Posten schlafen, haben ihre Waffen bei ihren Betten so unterzubringen, dass sie bei einem Bandenüberfall sofort in der Lage sind, diese zu gebrauchen.

    b) Erhöhte Aufmerksamkeit bei den Objektschutzwachen: Infolge der letzten Bandenüberfälle auf Werkschutzwachen bei den VDM.-Werken ist auch bei den Objektschutzwachen erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Das Verhalten bei Annäherung sowie Anklopfen durch fremde Personen ist bei der Schutzpolizei-Bereitschaft und bei den Revieren wiederholt zu üben.

    c) Entschlossener Gebrauch der Schusswaffe: wie notwendig es ist, dass jeder Schutzpolizist sich vor Überraschungen in jeder Weise sichert, dürfte am besten verstanden werden, wenn sich jeder Schutzpolizist darüber klar ist, dass für ihn auch in der ungünstigen Lage nur der Kampf mit allen Mitteln in Frage kommt. Der energische und rechtzeitige Waffengebrauch ist um so mehr unbedenklich, als er voll gedeckt werden wird, wenn er entsprechend begründet ist.


    Ausbildung mit der MP: Das gesamte Kommando muss mit allen MP-Mustern ausgebildet sein. Die Ausbildung wird bei der Schutzpolizei-Bereitschaft durchgeführt. Über die Einteilung des Einzeldienstes, der Sonderdienste, des Kommandostabes und der Abgeordneten folgt Befehl.



    13.1.44 Stärke des Pol.Postens Thesen: die Stärke des Pol.Postens Thesen wird auf 1/6 festgesetzt.


    Überfallkommando: Ich weise nochmals auf meinen Sonderbefehl Nr. 56 vom 11.12.1942 Ziff. 8 hin. Das Überfallkommando ist unmittelbar bei der Schutzpolizei-Bereitschaft anzufordern. Die Gestellung des Kraftfahrzeuges ist vom U.v.D. bei der K.-Staffel anzusprechen. Dem Offizier vom Dienst ist der Einsatz des Üko. sofort zu melden.


    14.1.1944 Für Führer, Volk und Vaterland starb SS-Hauptscharführer und Meister d. Sch. Franz BRÜSTL, 3. Polizei-Revier, abgeordnet zur Schutzpolizei-Bereitschaft am 14.Jänner 1944 nach Verwundung anlässlich einer Aktion gegen Banditen an der Stadtgrenze Marburg/Drau.


    Bekämpfung von Schlachtenbummlern: Neugierige Personen, die sich nach Luftangriffen bei den Schadensstellen einfinden und dort herumstehen sind wegzuweisen und im Falle einer Nichtfolgeleistung oder in sonst geeigneten Fällen zu den Arbeiten heranzuziehen. Ebenso sind auf den Straßen, die zu Luftangriff-Schadensstellen führen, sämtliche Pkw ausser Polizei und Wehrmacht anzuhalten und kurz festzustellen:

    1. Kennzeichen
    2. Personenzahl
    3. Name des Fahrers

    und eine Meldung vorzulegen.

    Bei Pkw, die von Ärzten oder von Führern der eingesetzten Kräfte geführt werden, sind Beanstandungen nicht durchzuführen, über alle übrigen Fälle sind Meldungen vorzulegen.


    26.1.44 Bandenbekämpfung: Die Revier-Zweigstelle Drauweiler setzt neben den bisherigen Massnahmen zur Nachtzeit starke Streifen der Schutzpolizei-Bereitschaft ein. Anforderung und Weisungen über Aufgabe, Weg, Bewaffnung usw. durch den Führer der Rev.Zweigstelle.


    10.2.1944 für Führer, Volk und Vaterland fiel Anwärter d.Sch.d.Res. Hermann HERGAMAß, Revierzweigstelle Drauweiler, in Ausübung seines Dienstes im Kampfe mit Banditen in Marburg/Drau


    14.2.44 Streifenstärke: Die Streifen im Bereiche der Dienststellen südlich der Drau müssen bei Beginn der Dunkelheit mindestens 3 Mann stark sein. Die Bewaffnung der Posten und Streifen richtet sich nach der jeweiligen Aufgabe, dem Gelände, der Tageszeit, der Lage usw. Sie wird vom Rev.Führer jeweils befohlen und soweit bei plötzlicher Lageänderung erforderlich, vom Wachthabenden.


    Verhalten der Wachthabenden, Posten und Streifen:

    Am 15. und 16.Februar 1944 jedesmal in der Zeit von 8.15 bis 9.15 Uhr, ist mit allen Angehörigen der Dienststellen das Verhalten der Wachthabenden, Streifen und Posten praktisch zu üben.


    25.3.44 PLETERSCHEK Max, Stadtwachtmann, starb am 20.3.1944 um 6.00 Uhr an den Folgen eines Verkehrsunfalles, den er während der Fahrt mit seinem Fahrrade zum Dienst erlitten hatte, im Gaukrankenhaus in Marburg/Drau


    28.3.44 Anhaltungen Uniformierter

    a) Es sollen sich nach sicheren Mitteilungen Banditen in Polizeiuniform in Marburg aufhalten.

    b) Ich weise erneut auf meine verschiedenen Befehle hin, gegen Uniformierte, besonders ausserhalb des Stadtkerns und bei Nacht, grosse Vorsicht anzuwenden. Jeder Uniformierte ist verpflichtet, sich auszuweisen und über seine Person Auskunft zu geben.

    c) Gem. Zuschrift des Wehrmachtsstandortältesten in Marburg vom 20.11.1943 besteht auch für die Wehrmacht die Verpflichtung, sich der Polizei gegenüber auszuweisen, jedoch mit der Einschränkung, dass der Wehrmachtsangehörige seine Papiere (Truppenausweis und Soldbuch) nicht aus den Händen geben darf. Weigert sich eine Person in Wehrmachtsuniform ihre Papiere vorzuzeigen, so ist sie als verdächtig zu behandeln.

    d) Das Vorzeigen von Ausweisen hat natürlich nur dann Zweck, wenn sie wirklich auf ihre Richtigkeit geprüft werden.


    12.4.44 Sicherungsposten bei den Revierdienststellen

    Ausgesprochene „Sicherungsposten“ sind nur einzuteilen, wenn eine besondere Gefahr für die Dienststellen besteht. Ein „Sicherungsposten“ ist nicht einzuteilen lediglich deswegen, weil eine Nachtstreife nicht stark genug gemacht werden kann. In solchen Fällen ist ein „Posten“ in unmittelbarer Nähe der Dienststelle einzuteilen, dessen Hauptaufgabe (wie der Streifen) die Sicherheit und Ordnung im Dienststellenbereich ist. Ein solcher Posten gehört deshalb zum Streifenplan. Er ist, soweit noch nicht geschehen, sofort in den Streifenplan aufzunehmen.


    Stellenbesetzung bei den Polizeirevieren

    Die Sonderfunktionen bei den Polizei-Revieren dürfen bis auf weiteres keinen höheren Stand haben, als

    1 Revierführer

    1 stellv. Revierführer

    1 Innenmeister

    1 Luftschutz-Sachbearbeiter

    1 Aussenmeister

    1 Meldeschreiber.

    Die Zahl darf unterschritten werden.

    Der Meldeschreiber ist nur insoweit als solcher zu verwenden, als es die Aufsicht in dieser Funktion erfordert und vorübergehend besonders starker Arbeitsanfall besteht.


    17.4.44 Ukrainische Schutzmänner für LS-Polizei

    a) In den nächsten Tagen treffen 220 ukrainische Schutzmänner in Marburg ein. Sie werden der LS-Polizei zugeteilt und zunächst der Schutzpolizei-Bereitschaft unterstellt. Sie bilden die 2.Ausbildungsabteilung.

    b) Führer der 2.Ausbildungsabteilung Rev.Ltn.d.Sch. SPIESS. Rev.Ltn.d.Sch. Spiess wird mit 17.4.44 zur Schutzpolizei-Bereitschaft abgeordnet. Er hat die Übernahme der 2.Ausbildungsabteilung vorzubereiten. Er ist durch den Bereitschaftsführer und den Führer der 1.Ausbildungsabteilung einzuweisen.


    21.4.44 Besetzung der Polizei-Posten

    Die Pol.Posten müssen ständig mit der vollen Dienststärke besetzt sein. Für längere oder unbestimmte Zeit Abgeordnete, Urlauber und Kranke sind vom Revier sofort zu ersetzen. Tritt durch kurzfristige Abwesenheit ein Fehlpersonalbestand von mehr als 1 ein, so ist auch in diesen Fällen die Dienststärke auf den vollen Stand zu bringen. Glaubt der Rev.Führer die Ersatzgestellung nicht leisten zu können, so ist sofort fernmündlich meine Entscheidung einzuholen.


    3.5.44 Wache „Polizeibaracken“

    Mit Wirkung vom 4.5.1944 stellt die Schutzpolizei-Bereitschaft für die Barackenwache 1 Wachthabenden und 1 Vertreter sowie 3 Männer der 2.Ausbildungsabteilung ab. Bewaffnung: 1 MP mit 100 Schuss und 6 Handgranaten für Wachthabenden, Vertreter und Männer je einen Stutzen, Muster 95 mit zusammen 240 Schuss. Die Handgranaten sind vorschriftsmässig zu verwahren. Von der 2.Ausbildungsabteilung sind nur jene Männer für die Wache einzuteilen, die etwas Deutsch verstehen und in der Lage sind, die Aufgaben als Posten nach Belehrung richtig zu verstehen und auszuführen. (sic!)


    6.5.44 Begleitschutz

    Kraftwagenfahrten während der Dunkelheit sind stets mit mindestens einem Begleiter durchzuführen. Bewaffnung MP oder Gewehr. Kann die Kraftfahrstaffel keinen geeigneten Begleiter stellen, so ist er bei der Schutzpolizei-Bereitschaft anzufordern. Eine Verzögerung der Abfahrt darf dadurch nicht eintreten.


    Kopfbedeckung im Streifendienst

    Sämtliche Posten und Streifen mit Ausnahme der mit Sonderregelung versehenen Objektschutzwachen tragen bei Tage Tschako, bei Nacht Stahlhelm.


    Waffen für die LS-Polizei, Sicherungsmassnahmen

    Die restlichen beim Kommando der Schutzpolizei verbliebenen Stutzen Muster 95 und die dazugehörende Munition sind an die 1. F.u.E.Bereitschaft auszugeben. Der Bereitschaftsführer meldet bei der Übernahme, welche Sicherungsmassnahmen er für die 1.F.u.E.Bereitschaft und die Waffen getroffen hat. Die Sicherungsmassnahmen sind denen der Polizei-Posten anzupassen.


    12.5.44

    Einsatzreserve

    a) Bei der Schutzpolizei-Bereitschaft ist eine Einsatzreserve aus den ukrainischen Schutzpolizisten (sic!) der 2.Ausbildungsabteilung in Stärke eines Zuges zu drei Gruppen zu bilden.

    b) Ausser den ukrainischen Zug- und Gruppenführern ist ein geeigneter Unterführer der Schutzpolizei-Bereitschaft zum Zugführer sowie ein Gehilfe desselben einzuteilen und zu melden.

    c) Bewaffnung bei Einsatz wie Schutzpolizei-Einheit

    d) Unterbringung – Horst-Wesselstrasse Nr. 16

    e) Mit der Durchführung beauftrage ich den Führer der 2.ausbildungsabteilung

    f) Die Übernahme des Zuges ist mir durch die Schutzpolizei-Bereitschaft spätestens bis zum 13.5.1944 zu melden.

    g) Fachkräfte für die LS-Polizei sind nicht miteinzuteilen.


    2.Ausbildungs-Abteilung

    Von der 2.Ausbildungs-Abteilung haben sich ab 12.5.1944 ständig ein Offizier und mindestens die Hälfte der Unterführer in der Baracke einsatzbereit zu befinden.


    20.5.44 Steifen- und Sicherheitsdienst in der Stadt

    Während des Streifendienstes sind alle Personen, die verdächtig oder nicht sofort als einwandfrei erscheinen oder bekannt sind, anzuhalten.

    Je nach Persönlichkeit und Lage ist durchzuführen:

    Verhör an Ort und Stelle,

    Ausweisprüfung,

    Prüfung des Gepäcks,

    Personsdurchsuchung,

    Festnehmung.


    Stadtwacht

    a) Der St.H.B. stellt für den überlagernden Streifendienst zum Teil mit der Handhabung der Stadtwachtgewehre nicht vertraute Männer ab. Sie sind vor Antritt einer jeden Streife durch geeignete Unterführer auf den Revieren in der Handhabung der Waffen zu unterweisen. Insbesondere ist das Laden und Sichern unter Anwendung der gebotenen Vorsicht (Ladeecke) zu erklären.

    b) Stadtwachtmänner mit eigenen geeigneten Waffen können mit diesen Dienst machen. (Jagdwaffen, Pistolen, Revolver)


    3.6.44 Überfallkommando

    Das Überfallkommando hat bis auf weiteres, nötigenfalls durch Hinzuziehung der Einsatzreserve, 1 Gruppe stark zu sein.


    29.6.44 Einsatzbereitschaft

    Sämtliche zur Schutzpolizei abgeordneten Ukrainer bilden die Einsatzbereitschaft bei der Schutzpolizei-Bereitschaft. Sie ist in Züge zu je 3 Gruppen einzuteilen. Die Züge sind durchzunummerieren. Zu melden ist zum 4.7.1944 die Stärke der Einsatzbereitschaft, die Gliederung, Unterbringung, Besetzung mit Führern und dzt. dienstliche Verwendung.


    1.7.44 Verstärkung der Objektschutzwache „Tunnel Leitersberg“

    a) Ab 30.6.61944 sind die Posten der Objektschutzwache „Tunnel Leitersberg“ bei Nacht – von 19.00 bis 7.00 Uhr – an Tunneleingängen doppelt zu besetzen.

    b) Bei Tage – von 7.00 bis 19.00 Uhr – sind mindestens 8 Streifengänge gemäss Wachvorschrift über die Luftschächte durchzuführen, wobei mit den diensthabenden Bahnangestellten Fühlung zu nehmen ist.

    c) Die Schutzpolizei-Bereitschaft stellt bis auf weiteres täglich ab 30.6.1944 von 19.00 bis 7.00 Uhr 4 Männer zur Objektschutzwache „Tunnel Leitersberg“ als Verstärkung ab.

    d) Das 2.Pol.-Revier verstärkt ab 30.6.1944 die Objektschutzwache „Tunnel Leitersberg“ auf 1/9.

    f) Auf meine Verfügung S 1 vom 27.6.1944 betreffend Personenkontrolle weise ich besonders hin.

    g) Infolge der Abstellung von Kräften für die Objektschutzwache „Tunnel Leitersberg“ stellt die Schutzpolizei-Bereitschaft entsprechend weniger Kräfte für die Bandenbekämpfung ab, und zwar:

    zum 3.Pol.-Revier statt 13, 10 Männer

    zum 4. Pol.-Revier statt 8, 7 Männer.


    15.7.44 Belobigung

    Am 7. und 8.Juli 1944 wurden bei der Bandenbekämpfung im Stadtgebiet Marburg/Drau zwei Banditen angehalten und im Verlaufe der weiteren Amtshandlung erschossen.

    Mstr.d.Sch. MAULER Albert,

    Mstr.d.Sch. PEUSSNER August,

    Obw.d.Sch.d.R. KÖLLEMANN Serafin und

    Unterw.d.Sch.d.R. SCHABEDER Franz

    haben sich durch besondere Aufmerksamkeit, gewissenhafte Dienstausübung, Dienstinteresse und durch rasches und entschlossenes Einschreiten bei der Bandenbekämpfung besonders bewährt. Ich spreche den Genannten meine Anerkennung aus.


    18.7.44 Sicherheitsmassnahmen in den Postenbereichen

    Aus Gründen der persönlichen Sicherheit verbiete ich in den Postenbereichen das Antreten zum Dienst und das Verlassen der Dienststelle nach dem Dienst zur Nachtzeit.

    Dasselbe gilt sinngemäss für die Stadtwachtmänner, einschliesslich Stadtwacht „S“. Es kann ihnen jedoch nach Lage ihrer Wohnung und sonstige Umstände (Begleitung usw.) das Nachhausegehen zur Nachtzeit erlaubt werden.

    Der Wachthabende hat die nötige Vorsorge zu treffen, dass jeder der Vorgenannten auf der Dienststelle ausserhalb seines eingeteilten Dienstes im Bett oder auf der Matratze schlafen kann.


    22.7.44 Überfallkommando und Unterkunftswache bei Einsatz des Wachzuges

    Im Falle der das Überfallkommando stellende Wachzug zum Einsatz befohlen wird, stellt der Reviereinzeldienst auf Anordnung des O.v.d. zum Reserve-Überfallkommando bei der Schutzpolizei-Bereitschaft ab:

    1.Pol.Revier den Führer des Reserve-Überfallkommandos,

    2.u.3. Pol.Revier je 1 Unterführer oder Mann,

    Schutzpolizei-Bereitschaft den Rest (ggf. ukrainische Schutzmänner).

    Soweit Einsatzbefehl nicht vom O.v.D. kommt, hat die Schutzpolizei-Bereitschaft das Reserve-Überfallkommando beim O.v.D. anzufordern.

    Die Unterkunftswache mit den dazugehörigen Posten ist in vorstehendem Fall vom I.Dienst zu besetzen. Der neue Wachthabende meldet die Übernahme der Wache an den O.v.D.


    26.7.44 Objektschutzwachen „Tunnel Leitersberg“ und „Eisenbahnbrücke“, Übergabe an die Wehrmacht

    a) Die Objektschutzwachen „Tunnel Leitersberg“ und „Eisenbahnbrücke“ werden am 25.7.1944, 14.00 Uhr, von der Wehrmacht übernommen.

    b) Die Rev.Führer übergeben die Wachen dem Führer der 17. Grenzwachtkomp., Unterabschnitt XVIII/E, Oberleutnant Kramer oder seinem Vertreter, Feldwebel Lesar, desgleichen die Wachvorschriften.

    c) Der Kompanieführer oder sein Vertreter und der neue Wachthabende sind von den Revierführern in die Aufgaben der Wachen eingehend einzuweisen.

    d) bis e) …

    f) Dienstverwendung.

    Nach Übergabe der Objektschutzwachen an die Wehrmacht treten die Unterführer und Männer zu nachaufgeführten Dienststellen:

    von der Objektschutzwache „Tunnel Leitersberg“ (9 Mann)

    von der Objektschutzwache „Eisenbahnbrücke“ (4 Mann)


    Objektschutz

    Die Objektschutzwache „Umspannwerk“ ist mit 26.7.1944 in Stärke 1/3 zu besetzen.


    29.7.44 Selbstschutzkommando Marburg

    Auf Grund einer Anordnung des Bundesführers führen die Einheiten, die bisher als Einsatzkompanie des Kreisführers bezeichnet wurden, ab nun die Bezeichnung „Selbstschutzkommando Marburg“. (Stadtwacht S)


    1.8.44 Verstärkung der Pol.Posten

    Die Schutzpolizei-Bereitschaft stellt ab 31.7.1944 bis auf weiteres täglich von 20.00 – 07.00 Uhr zur Verstärkung der Pol.Posten Thesen, Rotwein, Gams und Leitersberg, insbesondere zur Verwendung bei Lauerstellungen, je 3 ukr. Schutzmänner.


    Objektschutzwache Umspannwerk

    Die Objektschutzwache Umspannwerk ist ab 31.7.1944 ganztägig mit Stärke 1/3 zu besetzen. Zur Verstärkung ist täglich in den Sommermonaten von 19.00 – 07.00 Uhr, in der übrigen Zeit mit Anbruch der Dunkelheit bis zum Hellwerden das Selbstschutzkommando Marburg (Stadtwacht S) und Stadtwacht in Stärke von 5 Mann heranzuziehen.


    4.8.44 Bandenbekämpfungsmassnahmen

    Mit Montag, den 7.8.1944 werden zunächst die regelmässigen überlagernden Einsätze der Schutzpolizei-Bereitschaft zur Bandenbekämpfung eingestellt, dafür werden die Polizeiposten täglich durch die Schutzpolizei-Bereitschaft verstärkt.

    Polizeiposten Kötsch, so wie bisher, die übrigen Polizeiposten mit je 5 Mann von 20.00 bis 06.00 Uhr. Soweit hernach Männer der Schutzpolizei-Bereitschaft und der übrigen in den Baracken untergebrachten Kräfte nicht voll ausgelastet sind, sind sie zur schnellen Fertigstellung der Bauarbeiten am Barackenplatz einzusetzen.


    12.8.44 Personenkontrolle

    Nach einer Verfügung des HSSPF im Wehrkreis XVIII vom 11.6.1943 dürfen in der Untersteiermark Kraftfahrzeugkontrollen zur Vermeidung der Gefahr von Bandenüberfällen auf Kraftfahrzeuge nur an Ortsausgängen oder innerhalb von Ortschaften, auf keinen Fall auf freien Landstrassen, durchgeführt werden...“


    Befehl des HSSPF im Wehrkreis XVIII, Führungsstab für Bandenbekämpfung

    “Obwohl in der letzten Zeit ein Zunehmen der Banden einwandfrei festgestellt werden konnte, habe ich in den letzten drei Wochen von den Einheiten kaum Erfolgsmeldungen erhalten. Die augenblickliche Gesamtlage der Front und in der Heimat verlangt, dass jeder Offfizier und jeder Mann seine Pflicht bis zum Letzten versieht. Ich erwarte, dass alle mir unterstellten Einheiten mit grösster Schärfe den Kampf gegen das Banditentum aufnehmen und die Banditen vernichten. Ich erwarte von den Offizieren, dass sie ihren Unterführern und Männern in diesem Kampf als Führer vorangehen und ohne Rücksicht auf Person sich einsetzten. Ich kenne keinen Dienstschluss und kein sogenanntes dienstfrei. Wir befinden uns Tag und Nacht im Kampf und haben zum Ausruhen keine Zeit. Ich erwarte, dass die Einheiten nunmehr rücksichtslos den Kampf weiterführen“.

    Gez. Rösener, SS-Obergruppenführer u. General d.Polizei


    Bandenbekämpfung

    Ich wiederhole meine verschiedenen Hinweise, dass der ganze Schwerpunkt der Tätigkeit der Pol.Posten bei der Bandenbekämpfung zu liegen hat. Es sind daher täglich besondere Bandenbekämpfungsmassnahmen, d.h. Lauerstellugnen, Spähtrupps oder Kontrollposten durchzuführen. Völlig unverständlich ist es, wenn einem Pol.Posten mehrere ukrainische Schutzmänner noch zusätzlich zugewiesen werden und bei der Meldung über geplante Bandenbekämpfungsmaßnahmen trotzdem Fehlanzeige gemeldet wird.


    18.8.44 Probeanrufe

    Ab sofort tätigen die Polizeiposten zur Nachtzeit (Dunkelheit) stündlich mit dem zuständigen Revier Probeanrufe, die in die Wachbücher der Reviere und Pol.Posten unter Anführung der Uhrzeit einzutragen sind. Kommt der Anruf nicht, so ist vom Wachthabenden des Revier der Probeanruf zu machen. Ist die Verbindung gestört oder meldet sich bei Anruf niemand, so ist sofort das Überfallkommando zu dem betreffenden Posten zu entsenden. Gestörter Fernsprecher ist für jede betreffende Dienststelle Anlass zu erhöhter Aufmerksamkeit, Bereitschaft und Sicherung. Die Polizeiposten haben die Pflicht, wenn ausnahmsweise bei besonderen Vorkommnissen kein Mann auf der Wache zurückbleibt, das zuständige Revier vom Verlassen des Postens und von der Rückkunft zu benachrichtigen.


    25.8.44 Errichtung besonderer Wachen

    Ab 18.8.1944 sind bis auf weiteres besondere Wachen in Lembach, Bezirksdienststelle und Rosswein, Schule, eingerichtet worden. Diese Wachen sind nur während der Dunkelheit besetzt.


    3.10.44 Dienstverwendung der Stadtwacht

    Da die Stadtwachtmänner des 3.Reviers im Verhältnis zu den anderen Revieren, insbesondere 2.u.4.Revier, bedeutend mehr in Anspruch genommen werden, stellen die Reviere 2 und 4 als Härteausgleich Stadtwachtmänner ihres Bereiches dem 3.Revier zur Dienstleistung ab, und zwar:

    das 2.Revier je 5 Stadtwachtmänner an geraden Tagen,

    das 4.Revier je 5 Stadtwachtmänner an ungeraden Tagen,

    beginnend am 4.Oktober 1944.

    Die in Betracht kommenden Stadtwachtmänner melden sich jeweils um 19.30 Uhr im 3.Revier. Die Reviere 2 und 4 haben die Stadtwachtmänner rechtzeitig zu verständigen und die Namen täglich dem 3.Revier fernmündlich bekanntzugeben.


    Bereitstellung zum Einsatz

    a) Wird befohlen, dass sich eine Einheit zum Abmarsch zu einem Kampfeinsatz bereitzustellen soll, so ist bis zum Eingang des Einsatz- oder Marschbefehles der Abmarsch, einschliesslich Einteilung auf die Fahrzeuge, so vorzubereiten, dass innerhalb 2 Minuten abgerückt werden kann. Ehrgeiz eines jeden Führers muss es sein, die kürzeste Zeit bei Bereitstellung, Abmarsch und Eintreffen am Einsatzort zu erzielen.

    b) Bei jedem Einsatz von Kräften im Stadtgebiet oder ausserhalb ist, wenn die Lage oder der Auftrag schnellstes Eingreifen bedingt, dafür Sorge zu tragen, dass durch die Gestellung von Kraftfahrzeugen oder Eisenbahnzügen der Einsatz nicht verzögert wird. Verantwortlich hierfür ist der Führer der K.-Staffel.

    c) Der Führer der zum Einsatz kommenden Einheit hat sich beim Eingang eines Einsatz- oder Bereitstellungsbefehles ständig über den Stand der Transportmittel auf dem Laufenden zu halten. Ist mit dem Bereitstellungsbefehl oder Einsatzbefehl die Transportmittelfrage nicht geregelt, so hat der Führer der Einheit die Beistellung der Transportmittel selbständig bei der K.-Staffel zu veranlassen, wenn solche benötigt werden.


    7.10.44 Kasernierung

    a) Zur Erhöhung der Schlagkraft der Schutzpolizei beabsichtige ich eine geschlossenere quartiermässige Unterbringung bzw. Kasernierung sämtlicher Angehöriger der Schutzpolizei und Luftschutzpolizei.

    b) Für die Kasernierung kommen die Räume der zuständigen Dienststellen oder Räume in unmittelbarer Nähe dieser Dienststellen unter Berücksichtigung der Sicherung der Unterkünfte in Frage.

    c) Die Durchführung vorstehender Massnahmen ist vorzubereiten. Zum 14.10.1944 ist der Stand zu melden.

    d) die Durchführung der Kasernierung ist stufenweise vorgesehen:

    1.Stufe: umfasst all jene, die im Gebiet südlich der Drau, westlich der Linie Reichsbahnausbesserungswerk – Kadettenschule, südlich der Linie Kadettenschule – Polizeibaracken und ostwärts der Linie Polizeibaracken – 4. Pol.Revier wohnen,

    2.Stufe: umfasst alle übrigen im 3.und 4.Pol.Revier Wohnenden,

    3.Stufe: umfasst alle, die nördlich der Drau wohnen.


    Strassensperre in Gams

    Auf der Kärntnerstrasse vor der Unterkunft des San.Zuges in Gams ist ein Warnposten errichtet, mit der Aufgabe, während der Dunkelheit Lenker von Fahrzeuge, insbesondere von Kraftfahrzeugen anzuhalten, zu perlustrieren und auf die im Drautal bestehende Bandengefahr aufmerksam zu machen. Fahrten können nur auf eigene Gefahr gemacht werden. Auskunftsuchende sind entsprechend zu bescheiden.


    21.10.44 Ausbildungszug

    Die Schutzpolizei-Bereitschaft stellt mit 24.10.1944 einen Ausbildungszug auf, dessen Dienst in Ausbildung und Bandeneinsatz zu bestehen hat. Unterbringung Horst-Wesselstrasse Nr. 16, Erdgeschoß. Ständiger Zugführer ist zu bestimmen und mir zu melden. Die Abordnung von Kräften zu diesem Zug erfolgt jeweils durch Tagesbefehl oder Befehlsblatt der LS.Pol.


    Sicherheitsmaßnahmen

    Offiziere, Unterführer und Männer der Schutzpolizei, die in eigenen Wohnungen oder möbiliert wohnen und zur Stufe 1 gehören, einschließlich jener der Postenbereiche Gams und Leitersberg, schlafen ab Montag, den 23.10.1944 auf ihren Dienststellen. Die Namen sind mit Dienstgrad und Wohnung zum 24.10.1944 zu melden.


    Verkehrskontrolle

    Die Schutzpolizei-Bereitschaft ordnet zur Verstärkung der Kontrollen an den Ausfallstraßen durch die K-Staffel ab sofort 3 geeignete Unterführer oder Männer bis einschließlich 10.11.1944 zur K-Staffel ab.


    5.11.1944 Ausbau der Stützpunkte – Fertigstellung

    Die Führer der Dienststellen und Einheiten der Schutzpolizei und Luftschutzpolizei (Stützpunktführer) melden zum 20.11.1944, dass der Befestigungsausbau, sowohl innen als auch aussen an ihren Stützpunkten durchgeführt ist. Eine Ausrede wegen Mangel an Material kann ich nicht mehr gelten lassen, nachdem ich seit Wochen alle diesbezüglichen Befehle wiederholt und alle Handhaben und Möglichkeiten gegeben und nachgewiesen habe. Der Stützpunkt Kellingerstrasse 74 ist vom Veterinärdienst, der Stützpunkt Unterrotwein 16 (Gasthaus Pschunder) von der 1.F.u.E.Bereitschaft mit eigenen Kräften selbständig auszubauen.


    29.11.44 Verstärkung der Wache Wasserwerk

    Das 3.Pol.Revier verstärkt mit 2.12.1944 mit eigenen Kräften die Wache Wasserwerk auf 1/13.


    5.12.44 Verlassen der Dienststellen

    Ein Fall bestätigt erneut die Gefahr eines sorglosen ausserdienstlichen Verhaltens in den Stadtrandgebieten. Unter Hinweis auf meine bisherigen Warnugnen mache ich jeden Angehörigen der Schutzpolizei und Luftschutzpolizei persönlich dafür verantwortlich, wenn er sich ausser Dienst in die Aussenbezirke der Stadt begibt, sich so zu sichern, dass er auf keinen Fall einem Überfall durch Banditen machtlos ausgeliefert ist.

    Dies gilt insbesondere für das ausserdienstliche Verlassen oder Passieren folgender Dienststellen in Richtung der Stadtgrenze:

    Pol.Posten Gams, Pol.Posten Leitersberg, Pol.Posten Rotwein, Pol.Posten Kötsch, Pol.Posten Thesen, 1.F.u.E.-Bereitschaft, 2.F.u.E.-Bereitschaft, 1.San.-Zug in Gams, Verterinärdienst Mellingberg.


    17.3.45 Für Führer, Volk und Vaterland fielen am 13.3.1945 in Marburg/Drau-Gams im Kampf mit Banditen Ludwig PANSER, Rev.-Oberwachtmeister d.Sch.P., 1.Polizeirevier, Josef PUCHAS, Rev.-Oberwachtmeister d.SchP., 1.Polizeirevier und serafin KÖLLEMANN, Oberwachtmeister d.Sch.d.Res., 1. Polizeirevier.


    Benützung von Kraftfahrzeugen

    Die augenblicklich angespannte Kraftstofflage hat den Höheren SS- und Polizeiführer – Führungsstab Laibach – zu scharfen Einschränkungsmaßnahmen in der Kraftfahrzeugbenutzung veranlasst. Auf Grund des Sonderbefehls v. 18.2.1945 verbiete ich daher mit sofortiger Wirkung jede Benutzung von Kraftwagen und Krafträdern innerhalb der Stadt Marburg und in einem Umkreis von 15 km. Sämtliche Versorgungsfahrten sind in Zukunft nur noch mit Pferdegespannen durchzuführen. Für die Pol.Verwaltung genehmigt weiterhin der Polizeidirektor, für das Kommando d.Sch. ich in besonderen Ausnahmefällen die Fahrten. Der K.-Offizier ist für die Einhaltung u. Überwachung dieses Befehls persönlich verantwortlich.


    6.4.45 Übersiedlung des Kommandos

    Mit 2.4.45 siedelte das Kommando der Schutzpolizei vom Domplatz 1 in das Gebäude des Realgymnasiums Tegetthoffplatz nr. 1, I. Stock über.

    Der O.v.D. Versieht bis auf weiteres seinen Dienst in der Befehlsstelle der örtl. Luftschutzleitung, Domplatz 18.


    G.Akte bei den Dienststellen und Einheiten

    Die bei den Dienststellen befindlichen V.S.Sachen sind zur Vernichtung vorzubereiten. Die Vernichtung selbst ist auf besonderen Befehl durchzuführen.



    Letztes von mir eingesehenes Schriftstück des Kommandos der Schutzpolizei datiert vom 2.5.1945 (Bekanntgabe des Todes Hitlers)

    Servus Kameraden!



    Hat von euch jemand vielleicht Informationen, wo die Hitlerjugend in Marburg a.D. Ihr Lager/Heim hatte?

    Hallo Dorian,



    also, fangen wir einmal an.


    "Kameraden" - ich weiß nicht, wen Du damit meinst - ich bin AUF GAR KEINEN FALL einer davon.


    Da Du Geschichte studierst, wirst Du wissen, dass es in der Untersteiermark keine NSDAP gab, sondern den Steirischen Heimatbund, und deshalb auch keine HJ, sondern die Deutsche Jugend.


    Die Meinung Deines Dozenten ist interessant, ich nehme einmal an, dass er auch Rechtswissenschaften lehrt oder sich darin auskennt und sich vor Abgabe einer Meinung davon überzeugt hat,

    wie die Rechtslage in Slowenien bezüglich von Bodenfunden ist. Was ein "positiver Anlass" sein mag, lassen wir mal im Raum stehen. Wenn es heute schon solche Dozenten gibt . . . .

    In Deutschland braucht man beispielsweise für Sondengänge eine Genehmigung und Bodenfunde gehören zumeist automatisch dem Staat.


    Dann ist der Thread hier zur Schutzpolizei Marburg/Drau, ich würde deshalb einen Admin./Mod. freundlich bitten, etwas "aufzuräumen".


    Dorian, bei Interesse bitte einen eigenen Thread zur Deutschen Jugend aufmachen.


    Zur Bandenbekämpfung kommt heute noch etwas - Ortsangaben zu Gefechten habe ich dazu aber nicht.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo,


    ich muss da dem Peter voll und ganz Recht geben.


    Ein paar praktische Beispiele:


    Ein Hauptwachtmeister der Gendarmerie ist auf einem 3 - 4 Mann - Posten der Postenchef, ein Vergleich mit einem Feldwebel der Wehrmacht, der da

    schon Zugführer ist, hinkt.


    Ein Meister oder Obermeister der Schutzpolizei war schon stellvertretender Revierführer in einer Stadt und hatte dann meistens so um die 30 Beamte,

    der Vergleich mit einem Hauptfeldwebel hinkt genauso.


    Für den Truppendienst und vor allem für die Reservisten im Krieg schaut es anders aus.


    Einen Meister der Schutzpolizei der Reserve kenne ich nicht, auch Hauptwachtmeister der Reserve kommt in meinen Unterlagen kaum vor.

    In den Funktionsstellen finden sich in der Kriegszeit durchgehend eigentlich noch Berufsbeamte.


    Eine andere Zahl:

    ich habe in München für das Polizeipräsidium ein Verhältnis von ca. 25 gefallenen (Reserve)Offizieren zu etwa 350 gefallenen Mannschaften und Unterführern.


    Hat jemand der sicherlich mitlesenden Forumianern da Vergleichszahlen bzw. kann Aussagen zum Verhältnis diesbezüglich machen?

    Nur interessehalber....


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Stephan,


    auch von mir Willkommen hier im Forum,


    Zum Heeres-Gerätelager habe ich auch keine weiteren Infos.


    Die Ausrüstung der Polizei ist leider nicht einfach, ich muss mich da Werner anschließen, obwohl

    ich einiges an Aufstellungsbefehlen habe im Polizei-Bereich.

    Da wurde nur die Anzahl genannt und dann wohl individuell zugeteilt, je nachdem was gerade am Standort

    vorhanden war. Die Waffen waren ja praktisch baugleich, sprich Lizenz-Produktionen des 98ers.


    Andere Waffen mit anderen Kalibern tauchten bei Fronteinheiten wohl erst zum Schluss auf, da hat man doch

    auf Arten- und Kalibereinheit geachtet, für den slowenischen Bereich ändert sich das erst mit der italienischen

    Kapitulation und dem dann immer unüberschaubareren Mischmasch an Einheiten, für die es keine deutschen

    Waffen mehr gab.


    Reine Wachverbände werden da schon vorher zur Ausnahme, dazu zählen dann vor allem Stadt-, Landwacht,

    Wachbataillone und später natürlich Volkssturm.


    Gruß aus München

    Marcus

    Teil 4



    Ich möchte hier aufgrund der umfangreichen Aktenüberlieferung zu den dem Kommando der Schutzpolizei München unterstellten Einheiten der Bayerischen Landespolizei (ab Ende der 20er Jahre werden die Truppen-Verbände als Bereitschaftspolizei bezeichnet) auf den Übergang ab März 1933 eingehen.


    Die oben angesprochene militärische Ausrichtung der Landespolizei ist in den Akten eindeutig zu erkennen.


    Im Herbst eines jeden Jahres finden in der Weimarer Zeit große Herbstmanöver der Landespolizei statt.


    Für München kann man folgendes sagen:


    • Stärke der Landespolizei in München zu dieser Zeit vier Abteilungen (= Bataillone) mit je vier Hundertschaften (=Kompanien), dazu Berittene Abteilung (ab 1929 ist diese dem Einzeldienst der Polizeidirektion München und nicht mehr der LaPo unterstellt), Sonderwagen (=Straßenpanzer-)Abteilung, eine der Hundertschaften pro Abteilung ist MG-Hundertschaft
    • jedes Jahr geht eine Abteilung für jeweils eine Woche zur Ausbildung auf einen Truppenübungsplatz, zumeist Grafenwöhr. Die entsprechenden Dienste werden durch die drei anderen, noch am Standort befindlichen Abteilungen übernommen, der „Gegner“ wird durch andere LaPo-Einheiten gestellt (meist eine Hundertschaft aus Nürnberg/Fürth
    • durch jede Abteilung zudem noch jedes Jahr eine etwa einwöchige Geländeübung in Südbayern, Vertretung durch die anderen Abteilungen w.o.
    • regelmäßige Geländeübungen und Besichtigungen einzelner Hundertschaften aufs Jahr verteilt.

    Dass diese Übungen, vor allem im Spätsommer und Herbst, den regulären Polizeidienst erheblich behindern, liegt auf der Hand.

    Auch ohne Urlaub, Krankheit, Abordnungen, Wachgestellungen usw. ist teilweise ein Viertel der Stärke nicht am Standort!


    Für Offiziere finden jedes Jahr im Herbst ebenfalls mehrtägige Geländebesprechungen im ostbayerischen Raum statt, zu denen der Kommandeur der Landespolizei mit einer größeren Anzahl von Offizieren mit dem Pferd unterwegs ist. Diese wird für das Jahr 1932 für den Monat Juli befohlen, aber im letzten Moment dann aufgrund der angespannten Einsatzlage aufgrund der Reichstagswahlen in den September verschoben.


    Interessanterweise finden sich eine größere Anzahl von solchen Anordnungen und Befehlen für taktische (sprich militärische) Übungen, für polizeitaktische Übungen habe ich kein einziges Dokument gefunden.


    Auch eine „Geländebesprechung“ in München, die sich auf ein polizeitaktisches Planspiel bezieht, bearbeitet nur einen militärischen Einsatz gegen bewaffnete Aufständische. Zur polizeitaktischen Übungen, wie gegen eine unfriedliche Versammlung o.ä. auch ohne Schusswaffengebrauch vorzugehen ist, habe ich kein Dokument gefunden.


    Interessanterweise findet in den polizeitaktischen Planspielen der in München laut einer einzelnen buch-Veröffentlichung seit etwa Mitte/Ende der 20er Jahre vorhandene Wasserwerfer (auf einem Bild nachweisbar) überhaupt keine Erwähnung. Er wird weder in der Ausgangslage unter den eigenen Kräften erwähnt, noch in den Musterlösungen der Aufgabensteller gefordert. Die Ausarbeitungen der Offiziere zu den Planspielen liegen leider nicht vor. Es ist die Frage zu stellen und noch unbeantwortet, ob man den Wasserwerfer innerlich ablehnte (aus welchen Gründen auch immer) oder ob er in dem Zeitraum, für den die Planspiele vorliegen (ab 1930) eventuell gar nicht mehr vorhanden oder einsatzfähig war. Das bleibt quellenmäßig aktuell immer noch zu erforschen. Es besteht auch die Möglichkeit eines Autoren-Irrtums, da das Fahrzeug mit dem in Berlin vorhandenen Wasserwerfer baugleich zu sein scheint.


    In München erfolgte am 9.3.1933 die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. An diesem Tag erfolgte auch die Ernennung Heinrich Himmlers zum Polizeipräsidenten von München, Reinhard Heydrich wurde Chef der Politischen Abteilung in der Münchner Polizei.

    Als Hitler wenige Tage später zum ersten Mal wieder nach München kam, wird er am Flughafen außer von SA und SS auch von einer Abteilung der Landespolizei in Stärke von vier Hundertschaften empfangen.

    Vom 20.3.1933 bis 11.4.1933 stellte die Landespolizei München die Wachmannschaft für das „Sammellager für politische Gefangene“ in Dachau in Stärke von 2 Offizieren und 40 – 60 Wachtmeistern (SB). Ab dem 12.4.1933 stellte die LaPo noch für mehrere Wochen einiges an Ausbildungspersonal für die „politische Hilfspolizei (SS)“, bis sie endgültig abgezogen wurde. Zur Ehrenrettung der LaPo bleibt festzuhalten, dass der Hundertschaftsführer, Hauptmann Schlemmer, nach den ersten Morden im KZ Dachau die Staatsanwaltschaft einschaltete. Die Ermittlungen wurden durch Himmler aber unterdrückt. Schlemmers Karriere wurde dadurch allerdings nicht behindert, er brachte es im Heer noch zum Generalleutnant, siehe http://www.lexikon-der-wehrmac…ster/S/SchlemmerErnst.htm

    Beim zweiten in Dachau befindlichen Offizier handelt es sich um den späteren Ritterkreuz-Träger der Gebirgstruppe Emil Schuler, der 1951 zum BGS und 1956 wieder zur Bundeswehr ging https://verlagshaus.com/index.…7732dd6b33be21ae26b60052f


    Ab April 1933 findet in der LaPo München keine polizeitaktische Ausbildung mehr statt. Es erfolgt die Umstellung auf militärische Ausbildung, der Einsatz am 30.4. / 1.5.1933 anlässlich der Feierlichkeiten zur „Geisel-Gedächtnisfeier“ am 30.4.1933 im Luitpold-Gymnasium und am 1.5.1933 zum „Tag der nationalen Arbeit“ ist der letzte Großeinsatz, der sich in den Akten der Münchner Landespolizei findet.


    Bis auf wenige Ausnahmen wechseln die Landespolizisten 1935 zur Wehrmacht. Nur ein geringer Teil blieb im Polizeidienst. Über die Gründe der Männer lässt sich im Rückblick nur spekulieren, Hauptgründe aus meiner Sicht sind:

    • die Meisten waren keine Polizisten, sondern Soldaten. Vor allem die älteren Berufsoffiziere, die 1919 nicht von der Reichswehr übernommen wurden, dürften der Polizei und ihrem Beruf kaum hinterhergetrauert haben
    • die Karrierechancen waren bei der ständig wachsenden Reichswehr bzw. Wehrmacht größer als in der Polizei mit ihrem engen Korsett des Etats des Innenministeriums.



    Fragen und Anmerkungen bitte hier Diskussions-thread zu den Polizei-Truppen 1919 - 1935

    Hallo Dieter,


    laut Feldpost-CD war die Belegung von FPN 22665 folgende:


    (28.4.1940-14.9.1940) Ortskommandantur 1019,

    (25.9.1940-15.2.1941) gestrichen,

    (15.2.1942-30.7.1942) Stab u. 1.-3. Kompanie Polizei-Bataillon 310,

    (31.7.1942-9.2.1943) Stab III u. 7.-9. Kompanie Polizei-Regiment 15,

    (10.2.1943-23.8.1943) gestrichen,

    (6.4.1944-9.11.1944) 4.7.1944 Pionier-Kompanie Grenadier-Regiment 20,

    (10.11.1944-Kriegsende) 23.11.1944 gestrichen.


    Liebe Grüße aus München

    Marcus

    Hallo zusammen,


    vielleicht verschiebt das einer der Mods. / Admins. in den Polizei-Bereich...


    Laut "Die guten Glaubens waren" , Band II, S. 286 ff., ist im Bereich Pleskauer See am 6.3.1944 die SS-Polizei-Division im Einsatz gewesen,

    das würde zur Polizei-Uniform genauso passen wie die SS-Behörde.


    Er war also höchstwahrscheinlich bis zum Tod Polizeibeamter.


    Gruß aus München

    Marcus


    verschoben ist nun, Diana

    Hallo zusammen,


    Wutzi1973 - wenn Du etwas über den Großvater Deiner Schwägerin schreiben möchtest, gerne, aber bitte in einem eigenen Thread.

    Das hier ist gut durcheinander gekommen, Edelweiß_Erika hat nie von "Prinz Eugen" geschrieben und der Thread läuft irgendwie schief und

    durcheinander gerade.


    Vielleicht hilft ja ein Mod./Admin. das zu "reparieren" bei Bedarf.

    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Edelweiß Erika,


    noch einmal langsam und deutlich bitte.


    Wie kommst Du auf die 7. Waffen-SS Gebirgsjäger-Division "Prinz Eugen"?


    Wenn er aus Danzig war, war er übrigens kein "Volksdeutscher".

    Das sind Deutsche, die außerhalb des Reichsgebietes lebten, Danzig wurde 1939 wieder eingegliedert und

    war somit Reichsgebiet.


    Versetzungen innerhalb der Waffen-SS von einer Division zur anderen sind grundsätzlich immer möglich gewesen,

    allerdings war die "Prinz Eugen" ausschließlich auf dem Balkan eingesetzt, nie in Norwegen oder Finnland, da war nur die "Nord".


    Gruß aus München

    Marcus


    edit: er muss ja entnazifiziert worden sein, hast Du schon nach diesen Unterlagen gesucht? Da gibt es Lebensläufe, Persil-Scheine usw. und auch

    Angaben zu seinem Wehrdienst

    Da mein Großvater wohl erst im Oktober 1944 zum Hauptwachtmeister befördert wurde, kann dieses Foto nur in Slowenien aufgenommen worden sein, wo er bis zum Kriegsende war. Bislang konnte ich es weder zeitlich noch örtlich einordnen. Danke!


    Viele Grüße


    Ernie

    Hallo Ernie.


    in was für einer Einheit war er denn in Slowenien wenn ich fragen darf.


    Vielleicht kann man dann ja den Ort der Aufnahme weiter eingrenzen.



    Gruß aus München

    Marcus