Posts by Lockenheld

    Teil 4



    Ich möchte hier aufgrund der umfangreichen Aktenüberlieferung zu den dem Kommando der Schutzpolizei München unterstellten Einheiten der Bayerischen Landespolizei (ab Ende der 20er Jahre werden die Truppen-Verbände als Bereitschaftspolizei bezeichnet) auf den Übergang ab März 1933 eingehen.


    Die oben angesprochene militärische Ausrichtung der Landespolizei ist in den Akten eindeutig zu erkennen.


    Im Herbst eines jeden Jahres finden in der Weimarer Zeit große Herbstmanöver der Landespolizei statt.


    Für München kann man folgendes sagen:


    • Stärke der Landespolizei in München zu dieser Zeit vier Abteilungen (= Bataillone) mit je vier Hundertschaften (=Kompanien), dazu Berittene Abteilung (ab 1929 ist diese dem Einzeldienst der Polizeidirektion München und nicht mehr der LaPo unterstellt), Sonderwagen (=Straßenpanzer-)Abteilung, eine der Hundertschaften pro Abteilung ist MG-Hundertschaft
    • jedes Jahr geht eine Abteilung für jeweils eine Woche zur Ausbildung auf einen Truppenübungsplatz, zumeist Grafenwöhr. Die entsprechenden Dienste werden durch die drei anderen, noch am Standort befindlichen Abteilungen übernommen, der „Gegner“ wird durch andere LaPo-Einheiten gestellt (meist eine Hundertschaft aus Nürnberg/Fürth
    • durch jede Abteilung zudem noch jedes Jahr eine etwa einwöchige Geländeübung in Südbayern, Vertretung durch die anderen Abteilungen w.o.
    • regelmäßige Geländeübungen und Besichtigungen einzelner Hundertschaften aufs Jahr verteilt.

    Dass diese Übungen, vor allem im Spätsommer und Herbst, den regulären Polizeidienst erheblich behindern, liegt auf der Hand.

    Auch ohne Urlaub, Krankheit, Abordnungen, Wachgestellungen usw. ist teilweise ein Viertel der Stärke nicht am Standort!


    Für Offiziere finden jedes Jahr im Herbst ebenfalls mehrtägige Geländebesprechungen im ostbayerischen Raum statt, zu denen der Kommandeur der Landespolizei mit einer größeren Anzahl von Offizieren mit dem Pferd unterwegs ist. Diese wird für das Jahr 1932 für den Monat Juli befohlen, aber im letzten Moment dann aufgrund der angespannten Einsatzlage aufgrund der Reichstagswahlen in den September verschoben.


    Interessanterweise finden sich eine größere Anzahl von solchen Anordnungen und Befehlen für taktische (sprich militärische) Übungen, für polizeitaktische Übungen habe ich kein einziges Dokument gefunden.


    Auch eine „Geländebesprechung“ in München, die sich auf ein polizeitaktisches Planspiel bezieht, bearbeitet nur einen militärischen Einsatz gegen bewaffnete Aufständische. Zur polizeitaktischen Übungen, wie gegen eine unfriedliche Versammlung o.ä. auch ohne Schusswaffengebrauch vorzugehen ist, habe ich kein Dokument gefunden.


    Interessanterweise findet in den polizeitaktischen Planspielen der in München laut einer einzelnen buch-Veröffentlichung seit etwa Mitte/Ende der 20er Jahre vorhandene Wasserwerfer (auf einem Bild nachweisbar) überhaupt keine Erwähnung. Er wird weder in der Ausgangslage unter den eigenen Kräften erwähnt, noch in den Musterlösungen der Aufgabensteller gefordert. Die Ausarbeitungen der Offiziere zu den Planspielen liegen leider nicht vor. Es ist die Frage zu stellen und noch unbeantwortet, ob man den Wasserwerfer innerlich ablehnte (aus welchen Gründen auch immer) oder ob er in dem Zeitraum, für den die Planspiele vorliegen (ab 1930) eventuell gar nicht mehr vorhanden oder einsatzfähig war. Das bleibt quellenmäßig aktuell immer noch zu erforschen. Es besteht auch die Möglichkeit eines Autoren-Irrtums, da das Fahrzeug mit dem in Berlin vorhandenen Wasserwerfer baugleich zu sein scheint.


    In München erfolgte am 9.3.1933 die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. An diesem Tag erfolgte auch die Ernennung Heinrich Himmlers zum Polizeipräsidenten von München, Reinhard Heydrich wurde Chef der Politischen Abteilung in der Münchner Polizei.

    Als Hitler wenige Tage später zum ersten Mal wieder nach München kam, wird er am Flughafen außer von SA und SS auch von einer Abteilung der Landespolizei in Stärke von vier Hundertschaften empfangen.

    Vom 20.3.1933 bis 11.4.1933 stellte die Landespolizei München die Wachmannschaft für das „Sammellager für politische Gefangene“ in Dachau in Stärke von 2 Offizieren und 40 – 60 Wachtmeistern (SB). Ab dem 12.4.1933 stellte die LaPo noch für mehrere Wochen einiges an Ausbildungspersonal für die „politische Hilfspolizei (SS)“, bis sie endgültig abgezogen wurde. Zur Ehrenrettung der LaPo bleibt festzuhalten, dass der Hundertschaftsführer, Hauptmann Schlemmer, nach den ersten Morden im KZ Dachau die Staatsanwaltschaft einschaltete. Die Ermittlungen wurden durch Himmler aber unterdrückt. Schlemmers Karriere wurde dadurch allerdings nicht behindert, er brachte es im Heer noch zum Generalleutnant, siehe http://www.lexikon-der-wehrmac…ster/S/SchlemmerErnst.htm

    Beim zweiten in Dachau befindlichen Offizier handelt es sich um den späteren Ritterkreuz-Träger der Gebirgstruppe Emil Schuler, der 1951 zum BGS und 1956 wieder zur Bundeswehr ging https://verlagshaus.com/index.…7732dd6b33be21ae26b60052f


    Ab April 1933 findet in der LaPo München keine polizeitaktische Ausbildung mehr statt. Es erfolgt die Umstellung auf militärische Ausbildung, der Einsatz am 30.4. / 1.5.1933 anlässlich der Feierlichkeiten zur „Geisel-Gedächtnisfeier“ am 30.4.1933 im Luitpold-Gymnasium und am 1.5.1933 zum „Tag der nationalen Arbeit“ ist der letzte Großeinsatz, der sich in den Akten der Münchner Landespolizei findet.


    Bis auf wenige Ausnahmen wechseln die Landespolizisten 1935 zur Wehrmacht. Nur ein geringer Teil blieb im Polizeidienst. Über die Gründe der Männer lässt sich im Rückblick nur spekulieren, Hauptgründe aus meiner Sicht sind:

    • die Meisten waren keine Polizisten, sondern Soldaten. Vor allem die älteren Berufsoffiziere, die 1919 nicht von der Reichswehr übernommen wurden, dürften der Polizei und ihrem Beruf kaum hinterhergetrauert haben
    • die Karrierechancen waren bei der ständig wachsenden Reichswehr bzw. Wehrmacht größer als in der Polizei mit ihrem engen Korsett des Etats des Innenministeriums.



    Fragen und Anmerkungen bitte hier Diskussions-thread zu den Polizei-Truppen 1919 - 1935

    Hallo Dieter,


    laut Feldpost-CD war die Belegung von FPN 22665 folgende:


    (28.4.1940-14.9.1940) Ortskommandantur 1019,

    (25.9.1940-15.2.1941) gestrichen,

    (15.2.1942-30.7.1942) Stab u. 1.-3. Kompanie Polizei-Bataillon 310,

    (31.7.1942-9.2.1943) Stab III u. 7.-9. Kompanie Polizei-Regiment 15,

    (10.2.1943-23.8.1943) gestrichen,

    (6.4.1944-9.11.1944) 4.7.1944 Pionier-Kompanie Grenadier-Regiment 20,

    (10.11.1944-Kriegsende) 23.11.1944 gestrichen.


    Liebe Grüße aus München

    Marcus

    Hallo zusammen,


    vielleicht verschiebt das einer der Mods. / Admins. in den Polizei-Bereich...


    Laut "Die guten Glaubens waren" , Band II, S. 286 ff., ist im Bereich Pleskauer See am 6.3.1944 die SS-Polizei-Division im Einsatz gewesen,

    das würde zur Polizei-Uniform genauso passen wie die SS-Behörde.


    Er war also höchstwahrscheinlich bis zum Tod Polizeibeamter.


    Gruß aus München

    Marcus


    verschoben ist nun, Diana

    Hallo zusammen,


    Wutzi1973 - wenn Du etwas über den Großvater Deiner Schwägerin schreiben möchtest, gerne, aber bitte in einem eigenen Thread.

    Das hier ist gut durcheinander gekommen, Edelweiß_Erika hat nie von "Prinz Eugen" geschrieben und der Thread läuft irgendwie schief und

    durcheinander gerade.


    Vielleicht hilft ja ein Mod./Admin. das zu "reparieren" bei Bedarf.

    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Edelweiß Erika,


    noch einmal langsam und deutlich bitte.


    Wie kommst Du auf die 7. Waffen-SS Gebirgsjäger-Division "Prinz Eugen"?


    Wenn er aus Danzig war, war er übrigens kein "Volksdeutscher".

    Das sind Deutsche, die außerhalb des Reichsgebietes lebten, Danzig wurde 1939 wieder eingegliedert und

    war somit Reichsgebiet.


    Versetzungen innerhalb der Waffen-SS von einer Division zur anderen sind grundsätzlich immer möglich gewesen,

    allerdings war die "Prinz Eugen" ausschließlich auf dem Balkan eingesetzt, nie in Norwegen oder Finnland, da war nur die "Nord".


    Gruß aus München

    Marcus


    edit: er muss ja entnazifiziert worden sein, hast Du schon nach diesen Unterlagen gesucht? Da gibt es Lebensläufe, Persil-Scheine usw. und auch

    Angaben zu seinem Wehrdienst

    Da mein Großvater wohl erst im Oktober 1944 zum Hauptwachtmeister befördert wurde, kann dieses Foto nur in Slowenien aufgenommen worden sein, wo er bis zum Kriegsende war. Bislang konnte ich es weder zeitlich noch örtlich einordnen. Danke!


    Viele Grüße


    Ernie

    Hallo Ernie.


    in was für einer Einheit war er denn in Slowenien wenn ich fragen darf.


    Vielleicht kann man dann ja den Ort der Aufnahme weiter eingrenzen.



    Gruß aus München

    Marcus

    SS-Div. "Prinz-Eugen" […] konnte ich nunmehr weiter in Erfahrung bringen, daß er 1943/44 in Veldes (Oberkrain) eingesetzt war.


    Hallo Jürgen,


    die "Prinz Eugen" war 1943/44 nicht dort eingesetzt, der Rückzug der Division ging durch die Untersteiermark.


    Du hast geschrieben, dass er Gendarm war.

    Hast Du bei der WASt einen militärischen Lebenslauf angefordert?


    Ich denke, dass er entweder auf der Unterführerschule der SS in Laibach (Ljubljana) war oder in einer anderen Division der Waffen-SS oder

    gar einer Polizeieinheit.


    Schwierig, das ohne Unterlagen nachzuvollziehen.


    Hast Du einmal nach Personalunterlagen oder den Entnazifizierungsakten gesucht?

    In letzteren findet sich zumindest ein Mindestmaß an Eckdaten.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Ernie,


    Willkommen hier bei der "Polizei" im Forum.


    Die Quellenlage zum Einsatz in Slowenien ist eigentlich verhältnismäßig gut, verglichen zu anderen einsatzorte.


    Der 30.1.1945 war ein "übliches Verleihungsdatum" (= Tag der Machtergreifung) und das KVK eine Massen-Auszeichnung.


    Eine Zusammenfassung zum SS-Polizei-Regiment 28 in Slowenien hat vor allem Roland, der wird sich, denke ich, schon noch melden.

    Gibt es noch eine Personalakte zu ihm? Ich würde da im Landesarchiv Münster oder der Gedenkstätte Villa ten Hompel nachfragen, ebenso

    dürften sich Informationen in der Entnazifizierungsakte finden, die dann auch im Landesarchiv sein sollte.


    Die Verwendung eines Hauptwachtmeisters (entspricht einem Feldwebel) in einer Truppe ist weit gefächert, vom Spieß über Zugführer oder Geschäftsführer

    kann da alles dabei sein.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Jan,


    ich schätze, dass der Verwaltungsweg etwas länger dauerte und man nachträglich etwas "legalisierte".


    Sprich, wenn man am 7.1.45 etwas verfügt, hat man es gehabt, das Schreiben kam erst danach,


    Aufstellungstag MEINER Ansicht nach also im Januar.



    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Wolfgang,


    ich weiß jetzt nicht, wie lange die Beladung gedauert hat.


    Die Verzögerung kann aber auch andere Gründe haben.

    Es dürfte anzunehmen sein, dass die Überfahrt im Geleitzug stattfand und dann gibt es noch andere Faktoren:

    - sind alle Schiffe abfahrbereit

    - steht der Geleitschutz zur Verfügung?


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Benjamin,


    wegen Ludwigsburg würde ich auf jeden Fall eine Anfrage empfehlen.


    Man muss die Arbeitsweise der Staatsanwaltschaft verstehen.

    Leute wurden vernommen, "mit wem haben Sie Dienst gemacht", für die erhaltenen Namen wurden Karteikarten angelegt,

    man überprüfte "lebt der noch" und falls nein, war das beendet.

    Eine Karteikarte hat man aber halt angelegt und da stehen die wichtigen Daten halt drauf.


    Ein "Meister der Schutzpolizei" ist der ranghöchste Dienstgrad unter dem Offizier, bei der Wehrmacht wäre das ein Stabsfeldwebel.


    Schon für den Hauptwachtmeister braucht er 12 Dienstjahre mindestens, er war definitiv Berufspolizist vor dem Krieg, einen Meister der Schutzpolizei der Reserve

    habe ich noch nicht gesehen.


    Gruß aus München

    Marcus



    edit: vielleicht verschiebt man das in den Polizei-Bereich ?

    Hallo Wolpertinger,


    Willkommen hier bei der "Polizei".


    Die Tatsache, dass er vor dem Krieg aktiver Polizei-Beamter gewesen sein soll, lässt viele Möglichkeiten offen.

    Darunter auch die Verwendung als Unterführer in einem Polizei-Bataillon, das dann in Polen eingesetzt war und damit auch beim SS-Polizei-Regiment 22.

    Bei den Reserve-Polizei-Bataillonen bestanden die Mannschaften aus Reservisten und dann im späteren Kriegsverlauf auch immer mehr Unterführer und Offiziere,

    auf aktive Beamte konnte man, vor allem in Funktionsstellen wie dem Kompanie-Hauptwachtmeister z.B. aber nicht verzichten.


    Versetzungen im Reichsgebiet waren ab 1937 nicht unüblich, aus welchem Grund auch immer.


    Ich würde beim Einsatzgebiet Polen auch eine Anfrage beim Bundesarchiv Ludwigsburg empfehlen, wo die Unterlagen zu NS-Gewaltverbrechen liegen.


    Gruß aus München

    Marcus


    P.S.: auf Grußformeln wird hier großen Wert gelegt

    Hallo Matthias,


    erst einmal Danke für das Einstellen des Dokumentes.


    Zu bemerken ist, dass jemand am 19.7.1944 eine vom Stellvertretende Generalkommando eine Übersicht,

    wo welche Einheiten in welcher Stärke liegen, angefordert hat.


    "Walküre" lässt grüßen denke ich, einen Tag später hätte man die Informationen gebraucht.


    Auf die in diesem Zusammenhang erfolgt Aufstellung des Regiments Treeck im Wehrkreis XVIII sind wir hier "Bandenbekämpfung im Bachern" - Pohorje (Untersteiermark) schon einmal eingegangen.



    Grüße

    Marcus