Posts by Lockenheld

    Hallo.

    Ich würde bei beiden Personen eine Suche nach den Entnazifizierungsakten empfehlen.

    Da sind zumindest grundlegende Informationen zu Parteimitgliedschaften und Verwendung drin.

    Man braucht dazu das Archiv für den Wohnort Ende der 40er Jahre.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo, Peter,


    da Herbst eine jüdische Mutter hatte, ist es schon erstaunlich, daß er eine solche Polizei-Karriere machen konnte. Oder war man da bei der Polizei nicht so "pingelig", was ich mir nur schwer vorstellen kann?


    Grüße

    Hallo Diana,


    das passt eigentlich überhaupt nicht.

    Mit einer jüdischen Mutter hätte er als Beamter nie den Arier-Nachweis erbringen können und wäre zur Entlassung angestanden,

    abgesehen davon, dass er nach den Nürnberger Rassegesetzen "Halbjude" gewesen wäre.

    Für Juden geht die Religion übrigens nach der Mutter, Jude ist, wer eine jüdische Mutter hat,


    Herzliche Grüße

    Marcus

    Hallo,


    bei Leuten und Einheiten aus Nordrhein-Westfalen ist eine Anfrage beim Bundesarchiv Ludwigsburg nach Strafverfahren

    meist nicht zielführend.

    Für NRW gab es eine Zentralstelle für NSG-Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Dortmund, deren Akten sind im

    Landesarchiv in Münster/Westfalen.

    Also bitte dort nach Unterlagen zu ihm fragen.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo zusammen,


    wie von Daniel erwähnt, liegt mir der Aufstellungsbefehl der z.b.V. Alpenland vor, dieser datiert vom 22.10.1941,

    Eintreffen der Kompanie bei der PV. Graz am 5.11.1941.


    4 Offiziere, 143 Mann laut Befehl.


    Herzliche Grüße aus München

    Marcus

    Hallo Uli,


    zur Not könnte man einmal beim Bundesarchiv Ludwigsburg nachfragen, ob er in deren Unterlagen (sprich denen der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen) vorkommt.

    Vernehmungen in NSG-Verfahren, egal wo in Deutschland gefertigt, wurden in Abschrift nach Ludwigsburg geschickt.


    Das kann man dort schnell feststellen und dann kannst Du entweder hinfahren, um die entsprechende Akte anzuschauen oder Dir die Vernehmung schicken lassen.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo,


    nur ein kleines bisschen weiter oben hatte ich das hier gefragt.

    SS- und Parteimitgliedschaften erfährt man im Bundesarchiv und aus Entnazifizierungsunterlagen.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Peter,


    danke, ich glaube ich brauch' eine Brille.


    THWler: ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil.


    Ich durchsuche meine Unterlagen zum HSSPF Alpenland noch einmal, bisher hatte ich da nichts auf dem Schirm.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Yannik,


    ein Münchner Hauptmann der Schutzpolizei, der bestraft, entlassen und ins Straflager nach Danzig-Matzkau kam (1940) wurde 1943 zur Frontbewährung als

    Rottwachtmeister der Reserve "gegnadigt".

    Das war also relativ früh und Verwendung dann in einer Polizei-Einheit.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Daniel,


    man muss im Gegenteil davon ausgehen, dass SEHR VIELE Leute nach einem solchen Urteil gesucht hätten.


    Allerspätestens die Anwälte der Leute, die es mit den Staatsanwaltschaften und der Zentralstelle Ludwigsburg im Rahmen deren

    Ermittlungen zu den Massenverbrechen zu tun bekommen haben.

    Ein einziges solches Urteil schwarz auf weiß hätte genügt, alle Ermittlungsverfahren wegen einem tatsächlichen Befehlsnotstand

    (und nicht dem trotz allem in der Regel zugesprochenen angenommenen) in die Mülltonne treten zu lassen.


    Wie gesagt, immer noch aktueller Stand, der auch so noch vor ca. 3 Jahren von einem Staatsanwalt der Zentralstelle vertreten wurde

    bei einem Vortrag, den ich gehört habe: es gibt keine nachgewiesenen Todesurteile oder KZ-Einlieferungen aufgrund von einer

    Verweigerung einer Beteiligung an den Massenverbrechen.


    Herzliche Grüße aus München

    Marcus

    Hallo Andreas,


    die Wissenschaft ist sich einig, dass es bislang nicht gelungen ist, ein Urteil zu finden, in dem ein SS- oder

    Polizeiangehöriger wegen Verweigerung der Erschießung von Juden belangt wurde.

    Nach so einem Urteil werden Scharen von Verteidigern gesucht haben, weil damit jede Anklage nach dem

    Krieg für die Mülltonne gewesen wäre.


    Im Gegenteil wurde den Männern anfangs sogar teilweise freigestellt, mitzumachen, ich verweise da auf das Buch

    "Ganz normale Männer" von Browning.


    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo zusammen,


    Sondergerichtbarkeit der Polizei, GANZ schwieriges Thema.


    Ich empfehle hierzu das Buch von Bianca Vieregge: Die Gerichtsbarkeit einer "Elite". Nationalsozialistische Rechtsprechung am Beispiel der SS- und Polizei-Gerichtsbarkeit.

    Ich weise aber darauf hin, dass das ein juristisches Fachbuch ist ?(

    Nicht immer einfach zu lesen.


    Oben sieht man, dass das Verbände in Kroatien waren, von den Münchener Personalakten kann ich sagen, dass es hier keine Strafeinheiten gab, Leute kamen bei Verurteilungen

    ins Straflager Danzig-Matzkau und dann zur Frontbewährung zu SS-Polizei-Regimentern (ein Fall eines Hauptmanns) oder wurden auch hingerichtet (ein Reservist wegen § 175).



    Slowenien kenne ich Strafeinheiten beim BdO Alpenland auch nicht, das war aber reichsdeutsches Personal.



    Gruß aus München

    Marcus

    Hallo Lemon,


    welche Archive wurden denn bisher angefragt?


    Angaben über SS- und Parteimitgliedschaften finden sich normalerweise im Bundesarchiv, Bestand BDC.


    Sollte er den Krieg überlebt haben, lohnt sich die Suche nach den Entnazifizierungsunterlagen, dazu muss man wissen,

    wo der Betreffende Ende der 40er Jahre gelebt hat.


    Gruß aus München

    Marcus