Posts by stefan_reuter

    Hallo Mirko,


    wir haben hier ein X auf weissen Grund.


    Ich denke, wenn jemand hier auf ein Lazarett o. ä. hätte hinweisen wollen, hätte er ein Kreuz aus einem dicken senkrechten und waagerechten Balken auf den weißen Hintergrund gemalt - so wie das Zeichen des Roten Kreuzes allgemein bekannt war und ist.


    Und was die Beschussschäden angeht, ist es müßig, sich darüber Gedanken zu machen, ob der Beschuss vor oder nach Anbringung des Zeichens stattfand, denn Bebelsheim war 1945 durch die Kampfhandlungen um den und im Ort zu 70% zerstört! Ich denke daher nicht, dass das Gebäude absichtlich beschossen wurde.


    Gruß, Stefan

    Hallo Sven,


    auch Dir vielen Dank.


    Mirko hatte ja auch schon in diese Richtung gedacht.


    Was mich an dieser Erklärung jedoch stört, ist der Aufwand, den man mit diesem Zeichen betrieben hat: erst ein weißes Quadrat als Hintergrund aufpinseln und dann die Ecken mit roten Linien verbinden - zur Markierung eines bereits durchsuchten Hauses würde es ein einfaches X, wie im Link von Mirko eigentlich auch tun.


    Es bleibt spannend ...


    Gruß, Stefan

    Moin Thilo,


    besten Dank für Deine Einschätzung - ist natürlich auch möglich. Was mich halt stutzig macht ist, dass von alten Leuten im Dorf keiner was mit dem Zeichen anfangen kann.


    Ich gehe davon aus, dass das Tor nach dem Krieg erneuert wurde, weil das alte Tor sicher auch nicht besser als die Gebäudefront ausgesehen hat.


    Gruß, Stefan

    Hallo Mirko,


    ich vermute stark, dass die Kennzeichnung militärischen Ursprungs ist und das Gebäude für die eigenen Leute schnell erkennbar machen sollte.


    Ob sich in der Scheune vielleicht eine Verpflegungs-, Munitionsausgabe, eine Verwundetensammelstelle oder was auch immer befunden hat, ich weiß es nicht. Auch Nachfragen m. H. eines ehemaligen Kommilitonen, der aus Bebelsheim ist und auch heute noch dort lebt, verliefen bislang ergebnislos.


    Wenn das eine zivile Markierung gewesen wäre, dann wüssten die alten Leute im Ort, was es damit auf sich hat. Ist es eine selbst kreierte Markierung, die von den Truppen vor Ort angebracht worden war, dann kann natürlich weder von der Bevölkerung jemand was damit anfangen (diese war im Winter 1944/45 evakuiert), noch ehemalige Soldaten anderer Einheiten.


    Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass die Markierung amerikanischen Ursprungs ist. Das Elternhaus meines Kommilitonen liegt wenige Hundert Meter nördlich an der gleichen Straße. Im Keller dieses Hauses hatten die Amerikaner anscheinend eine Verwundetensammelstelle eingerichtet zur Erstversorgung ihrer Leute. Laut Aussage der Großmutter meines Kollegen lag der Keller im Sommer 1945 voll mit benutztem amerikanischen Verbandzeug, Kanülen, Infusionsflaschen etc.


    Gruß, Stefan

    Hallo Mirko,


    ich reg' mich über so was schon gar nicht mehr auf. Davon abgesehen wissen ja auch nicht, warum er bisher nicht mehr hier aufgekreuzt ist ... seit seinem obigen Post sind jedenfalls keine Aktivitäten mehr von ihm im Forum verzeichnet ...


    Was mir aber gerade eingefallen ist: ich hatte Anfang 2012 bereits ein Foto einer mit Splitter- und Schussmarken übersäten Scheune aus Bebelsheim -> hier eingestellt, weil mich die Bedeutung des neben das Tor gemalten zeitgenössischen Zeichens (rotes Kreuz in weißem Viereck) interessiert hat. Ich habe allerdings noch immer keine Antwort darauf :(


    Ich füge die Bilder auch hier noch mal an.


    Gruß, Stefan

    Files

    N'Abend Mirko,


    eine Hohlladung beruht auf dem gleichen Prinzip wie eine Schneidladung, d. h. die bei der Umsetzung des Sprengstoffs frei werdende Energie wird in eine bestimmte (gewünschte) Richtung gelenkt.


    Das Prinzip war im Zweiten Weltkrieg bereits bekannt und wurde wegen der Durchschlagsleistung vor allem bei panzerbrechenden Waffen genutzt.


    Gruß, Stefan

    Hallo Claudio,


    eigentlich nix Neues, denn die Frauen standen bereits im Ersten Weltkrieg (und auch davor schon) "ihren Mann" - aber unmittelbar nach diesem Krieg sorgten die Herren der Schöpfung dann schnell wieder für "Ordnung" und stellten die alte, erzkonservative Rollenverteilung wieder her.

    Siehe dazu den -> Deutschlandfunk-Beitrag vom 02.10.2014.


    Gruß, Stefan

    Hallo Eberhard,


    ich möchte Deine Aussage

    ... und ein Ende ist auch nach einem Dreivierteljahrhundert noch lange nicht in Sicht.

    ergänzen um die Aussage des Leiters des hiesigen KMBD von vor etwa 10 Jahren. Der Mann meinte, dass wir mit diesem Erbe noch die nächsten 300 Jahre belastet wären! Bis die Hüllen der Sprengbomben soweit durchgerostet sind, dass der Sprengstoff sich durch Umwelteinflüsse zersetzen kann, das dauert halt ... und was beim Zersetzungsprozess der Sprengstoffe alles in den Boden gelangt, dazu weise ich nur mal auf die chemische Belastung in den -> Zones Rouges in Frankreich hin, wo auch heute - gut 100 Jahre nach den Ereignissen - noch immer kein normales Leben möglich ist. Und auch das Wasser, das sich in den Granattrichtern um Verdun sammelt, lässt heute aufgrund der chemischen Belastung durch Spreng- und Kampfstoffe noch kaum Leben zu.


    Gruß, Stefan

    Hallo Judith,


    mühsam ernährt sich das Eichhörnchen ;)


    Freut mich, dass ich helfen konnte - ich wünsch' Dir weiterhin viel Erfolg und bei Fragen einfach melden.


    Gruß, Stefan

    N'Abend Ulf,


    ist sicher ein Tippfehler: der Code lautet "bpk" und bezeichnet die "Ostmark"-Werke GmbH, Zentrale Wien 75, Arsenal, Tor 12 (Hersteller von Teilen für 2-m-Flak 38 und Lafetten).


    Gruß, Stefan

    Hallo Judith,


    kann natürlich sein, dass außer der Gefangenenkarteikarte aus Großbritannien zu Deinem Großvater sonst nichts überliefert ist ... aber fragen kostet ja nichts, außer einen Anruf ;)


    Inwiefern der Datenschutz hier tatsächlich von Belang ist, kann ich auch nicht sagen, aber in der Vergangenheit wurde auch viel Schindluder mit WASt-Auskünften getrieben, was zu einer sehr restriktiven Herausgabe geführt hat. Da die DD/WASt mittlerweile Teil des BA ist und weil es obendrein auch eine DSGVO gibt, gelten heute wohl ohnehin andere Regelungen.

    Aber: Versuch macht bekanntlich kluch ...


    Viel Erfolg.


    Gruß, Stefan

    Hallo Judith,


    bei den Lazaretten kann ich leider nicht weiter helfen, aber hierfür gibt's sicher Experten im Forum, die das können.


    Eine Nachfrage beim DRK wird vermutlich keine neuen Informationen bringen, da die Original-Akten bereits in den 1960er Jahren von den USA bzw. von Großbritannien an die Bundesrepublik übergeben wurden. Diese hat die Akten dann an die Deutsche Dienststelle (WASt) weitergereicht, die heute Teil des Bundesarchivs (BA) ist. Mit anderen Worten: die britische Akte liegt im Bundesarchiv! Mehr als das, was man Dir von dort zugesandt hat, wirst Du vermutlich nicht finden ...


    Hast Du aus dem BA nur eine Auskunft erhalten oder hat man Dir Kopien aus der Akte zugeschickt? Falls es sich nur um eine zusammenfassende Auskunft handelt, empfehle ich Dir ein Telefonat mit dem Sachbearbeiter bzw. der Sachbearbeiterin verbunden mit der Frage, ob es möglich ist, Kopien aus der Akte zu erhalten. Aus den Originalunterlagen ergeben sich oftmals noch weitere Details durch Stempel oder Vermerke.


    U. U. gibt es im -> Archiv des ICRC in Genf noch Unterlagen, da die Gefangenenmeldungen damals über das ICRC liefen, inwiefern die aber noch zusätzliche Informationen bringen, kann ich nicht sagen. In Bezug auf meinen Onkel war die Auskunft des DRK jedenfalls äußerst fehlerbehaftet und ich war froh über die Auskunft der DD/WASt, da man dort Zugriff auf die Originalakte hatte.


    Gruß, Stefan

    Guten Morgen, Judith.


    Freut mich, wenn ich helfen konnte.


    Bei der 403 dürfte es sich um das Lager Brockley, Bristol, 10 km SW Bristol, Somersetshire (England) handeln.


    Ich befasse mich seit über 25 Jahren mit der Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen vor allem in westalliiertem Gewahrsam - da kommt Einiges zusammen an Informationen ;)
    Ja, es gibt Auflistungen, z. B. in Büchern - allerdings sind die einzelnen Listen in aller Regel unvollständig ...


    Für die britischen Lager findet sich eine Auflistung in dem Buch von Helmut Wolff: "Die deutschen Kriegsgefangenen in britischer Hand – Ein Überblick", München 1974, Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld (Band XI/1 der Reihe "Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges", herausgegeben von Prof. Dr. Erich Maschke, Leiter der Wissenschaftlichen

    Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte).


    Eine Bibliografie zu Büchern über die Kriegsgefangenschaft findest Du übrigens im Forum -> HIER.


    Natürlich darfst Du hier auch Fragen zu den Lazaretten stellen.


    Gruß, Stefan

    N'Abend Dieter,


    da muss ich leider passen.


    Ich erinnere mich daran, vor Jahren mal den Herstellercode auf einem Granatenrohling im Stadtarchiv St. Ingbert für den Archivar aufgedröselt zu haben - der Rohling war während des Krieges in einem Werk in St. Ingbert produziert worden.


    Da St. Ingbert einer der Schwerpunkte der saarländischen Schwerindustrie war, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass hier neben Munition auch Waffenteile produziert wurden.


    Leider kann ich mich an den Hersteller bzw. den Code nicht mehr erinnern. Ich schau' mal nach, ob ich noch was dazu in meinen Unterlagen habe.


    Gruß, Stefan