Posts by stefan_reuter

    Hallo zusammen,


    ich erlaube mir ein P.S. zum OT hier im Thread:


    Passend zur Aussage von Georges verweise ich auch noch auf Mark Twain, der auch seine liebe Not mit der deutschen Sprache hatte und sich in "The Awful German Language" in seiner typischen Art und Weise auseinandersetzte.


    Über die Website des DAAD gibt es -> HIER eine englische Fassung als PDF und über eine private Website -> HIER eine deutsche Übersetzung dazu ... absolut lesenswert ;)


    Quote

    "Wenn sie [die deutsche Sprache, Anm. SR] so bleiben sollte, wie sie ist, müsste man sie sanft und ehrerbietig bei den toten Sprachen absetzen, denn nur die Toten haben Zeit, sie zu lernen."


    Gruß, Stefan

    Hallo zusammen,


    aus eigenen Nachforschungen kann ich nachfolgend geschilderten Fall beisteuern, der ausführlich beschrieben ist in: A. Jost/S. Reuter: Dillingen im Zweiten Weltkrieg, Dillingen 2002, S. 31-55.


    Im Zuge eines Luftangriffs auf den Saarbrücker Güterbahnhof am 11. Mai 1944 waren neun Mann aus einer angeschossenen B-17 der 305th Bomb Group (H) abgesprungen (Pilot und Co-Pilot verließen die Maschine erst später) und landen im Ortsbereich von Dillingen/Saar, wo sie auch festgenommen wurden.


    Während meiner Nachforschungen zu diesem Fall in den 1990ern hatte ich das Glück, noch vier Männer aus dieser Besatzung in den USA zu finden und zu den Ereignissen an diesem Tag zu befragen. Die Behandlung der abgesprungenen Amerikaner durch lokale Zivilbevölkerung und Uniformierte war unterschiedlich.


    So berichtete mir Alfred Hills (Navigator) in einem Brief vom 20. Mai 1998:


    Quote

    »Im Krankenhaus waren alle sehr damit beschäftigt, die Opfer unseres Bombenangriffes zu versorgen und ich war etwas ärgerlich darüber, daß sie sich die Zeit nahmen, sich um mich zu kümmern. Das war wirklich nicht nötig.«


    Der damalige Heckschütze Kenneth Zirkle erinnerte sich in einem Brief vom 24. Februar 1998:


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    »Ich kam auf einem Feld runter und wurde von fünf Männern in Uniform umringt. Ich wurde durch eine wartende Menschenmenge geführt und auf die Ladefläche eines LKW gelegt. Als wir durch die aufgebrachte Menge gingen, sah ich eine Frau einen Stein aufheben und nach mir werfen. Ich duckte mich und er traf einen der Männer, die mich eskortierten. Den Uniformierten gelang es aber schnell, die Meute zu beruhigen.«


    Der Ritterkreuzträger der Luftwaffe Herbert Kunz, zu diesem Zeitpunkt auf Heimaturlaub, wird wie folgt zitiert in R. Thomaser: Die Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Dillingen/Saar 1935-1948, Dillingen, 1997 (S. 55):

    Quote

    »Dort hatte sich eine größere Menschenmenge zusammengefunden und umgaben – ich hatte den Eindruck ›drohend‹ – den abgesprungenen Amerikaner. Zwei Arbeitsdienstführer hatten ihn bereits gefangengenommen. Ich präsentierte diesen meinen Ausweis und erklärte: ›Alles hört auf mein Kommando, Platz machen!‹. Ich stellte mich als Pilot und Oberleutnant der Luftwaffe vor. Der Amerikaner beruhigte sich und bat mich um eine Zigarette. Ich ließ mir von einem Zuschauer eine solche geben.«


    Weniger Glück hatte der Seitenschütze Calvin Ferrari: Er landete am so genannten "Dimmerstein" so unglücklich, dass sich sein Fallschirm in einem Baum verfing. Den 32-jährigen erwartete jedoch keine Feuerwehr und keine Polizei, dafür aber einige Schaulustige sowie der 38-jährige SA-Sanitäter H. Dieser trug einen Karabiner bei sich und schoss auf den hilflos im Baum hängenden Ferrari. Der Schuss traf Ferrari im linken Unterarm.


    Den letztgenannten Fall sowie weitere Fälle, die später in Gerichtsverfahren mündeten, beschreibt anhand der Prozessakten der leider im Dezember verstorbene Kollege Klaus Zimmer auf seiner -> Seite zu den Flugzeugabstürzen während des Zweiten Weltkrieges im Saarland.


    Gruß, Stefan

    Hallo Kordula,


    vielen Dank für den Buchtipp - wird in die Bibliografie aufgenommen!


    Ich hoffe, in diesem Frühjahr wieder die Kurve zu kriegen und die in den vergangenen Jahren neu hinzu gekommenen Bücher (liegen derzeit nur als eine unformatierte Auflistung vor) einzuarbeiten.


    Gruß, Stefan

    Hallo Karin,


    die After-Action-Reports sind Aufzeichnungen der Einheiten über die Ereignisse des Tages, also quasi Kriegstagebücher.


    Erfahrungsgemäß sind diese Reports mehr oder weniger umfangreich - siehst Du leider erst, wenn sie Dir vorliegen :(


    Mir liegen für meinen Interessensbereich sowohl sehr knapp gehaltene A/A Rpts vor als auch recht ausführliche ...


    Hast Du schon mal im Netz konkret nach A/A Rpts vom 101st Cavalry Rgt bzw. der 101st Cavalry Group gesucht? Vielleicht sind die online verfügbar.


    Gruß, Stefan

    N'Abend Karin,


    zunächst mal zur Klarstellung: es handelt sich hierbei nicht um eine Division, sondern um ein Regiment, nämlich das 101st Cavalry Regiment.


    Dieses Regiment bestand aus der 101st Cavalry Reconnaissance Squadron (Mechanized), der 116th Cavalry Reconnaissance Squadron (Mechanized) und der 101st Cavalry Group (Mechanized).

    Vom 08.04. bis zum 04.05.1945 war das Regiment der 12th Armored Division (zum XXI Corps gehörend) unterstellt.


    Für die 101st Cavalry Group (Mechanized) gibt es ein PDF der History "Wingfoot" in zwei Teilen online zum Lesen bzw. als Download:


    -> Teil 1

    -> Teil 2


    Im Teil 2 werden Murnau und das Lager auf Seite 76 erwähnt!


    Für detaillierte Informationen zu den Ereignissen solltest Du einen Blick in die After-Action-Reports der genannten Verbände werfen. Ich hab' jetzt nicht danach gesucht, aber im -> US-Nationalarchiv NARA sollten die Unterlagen vorliegen.


    Viel Erfolg.


    Gruß, Stefan

    N'Abend Kordula,


    aus welchem Grund auch immer Du als Mod. hier aufhört, ich respektiere Deine Entscheidung und sage einfach DANKE für Deine Arbeit im Forum in den vergangenen Jahren — alles Gute und ich hoffe, Du bleibst uns auch weiterhin hier erhalten;)


    Liebe Grüße aus dem Saarland


    Stefan

    Hallo Kordula,


    ich bin zwar nicht Thomas, kann aber auch weiterhelfen ;)


    Munition mit Spitzgeschoss mit Hartkern und Leuchtspur wurde z. B. auf Munitionsverpackungen offiziell tatsächlich mit S.m.K.L'spur (mit Apostroph hinter dem L) abgekürzt. (s. Fotos aus Wiki unten: https://upload.wikimedia.org/w…19/SMKLspur%28gelb%29.JPG).


    Gruß + Frohes Neues


    Stefan

    N'Abend zusammen,


    die Entscheidung "Zünder runter oder Sprengen" fällt bei Bomben mit Langzeitzünder (LZZ) eher zugunsten einer kontrollierten Sprengung, da die Drecksdinger jederzeit ansprechen können ...

    Dass der Schlagbolzen bereits vorgespannt ist, liegt im Konstruktionsprinzip britischer LZZ begründet. Für Interessierte -> hier ein Link zu einem Post von mir zum Thema.


    Viel Glück nach Kiel!


    Gruß, Stefan

    Hallo zusammen,


    der Vollständigkeit halber (weil nicht mehr lieferbar) stelle ich hier noch ein drittes Buch vor, das über die -> Geschichtswerkstatt Dillingen/Saar e. V. bereits 2002 veröffentlicht wurde und das gleichzeitig auch das erste Buch der Geschichtswerkstatt war:


    Dillingen im Zweiten Weltkrieg


    Autoren: Armin Jost/Stefan Reuter

    ISBN: 3-00-010390-2


    Das 372 Seiten starke, broschierte Buch soll die Ereignisse in Dillingen/Saar während des Zweiten Weltkrieges möglichst lückenlos dokumentieren.


    Der erste Teil des Buchs widmet sich den Luftkriegsereignissen: angefangen von ersten (neuerlichen) Luftkriegserfahrungen aufgrund des Navigationsfehlers eines britischen „Pfadfinders“ in der Nacht zum 2. September 1942 über den folgenschweren Angriff amerikanischer P-47-Jagdbomber auf einen im Bahnhof stehenden Munitionszug am 27. August 1944, der als „Dillingens schwärzester Tag“ in die Stadtgeschichte Eingang fand, bis hin zur bis heute erfolglosen Suche nach einem vermissten amerikanischen Jagdbomber-Piloten, dessen P-47 „Thunderbolt“ am Morgen des 20. November 1944 am Ufer der Saar nach Flakbeschuss zerschellte.


    Im zweiten Teil werden zunächst die Kämpfe zwischen der amerikanischen 90. Infanterie-Division und u. a. der 719. Infanterie-Division um die Bunkeranlagen des Westwalls im Dezember 1944 detailliert betrachtet (eine überarbeitete und ergänzte Fassung dieser Betrachtung wurde in der 2. Auflage von „Der Westwall im Raum Dillingen von 1936 bis heute“ von 2018 veröffentlicht). Danach erfolgt eine Betrachtung der Ereignisse nach Aufgabe des Brückenkopfes und des Rückzuges der amerikanischen Truppen auf das Westufer der Saar bis zur späteren (kampflosen) Einnahme Dillingens am 18. März 1945.


    In einem dritten Teil kommen Zeitzeugen zu Wort und Kriegsschicksale Dillinger Bürger werden beleuchtet. Weiterhin wird hier auch das Schicksal von zwei Wehrmachtsangehörigen genauer untersucht, deren bis dato unbekanntes Feldgrab erst 1980 im Wald entdeckt wird.


    Ein umfangreicher Anhang rundet das Buch ab, ebenso wie eine Kartenbeilage im Format DIN A3, in der die Westwall-Anlagen im Raum Dillingen eingetragen sind – eine erweiterte und korrigierte Version dieser Karte liegt im Übrigen der 2. Auflage von -> „Der Westwall im Raum Dillingen von 1936 bis heute“ von 2018 bei.


    Unten noch ein paar „visuelle Eindrücke“ vom Buch für alle Interessierten.


    Danke fürs Lesen.


    Gruß, Stefan

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    Hallo zusammen,


    ich möchte hier noch ein weiteres Buch vorstellen, das über die -> Geschichtswerkstatt Dillingen/Saar e. V. bereits 2014 veröffentlicht wurde:


    Dillingen im Ersten Weltkrieg


    Autor: Stefan Reuter

    ISBN: 978-3-00-046573-4


    Anlässlich des 100. Jahrestages des Beginns des Ersten Weltkrieges habe ich auf 248 Seiten versucht, die Geschichte meiner Heimatstadt zwischen dem Kriegsbeginn am 1. August 1914 und dem Kriegsende am 11. November 1918 zu dokumentieren.


    Obwohl Dillingen im Ersten Weltkrieg – im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg – nicht unmittelbares Kampfgebiet war, hatte der Ort sehr unter französischen und britischen Luftangriffen zu leiden, die sich von vereinzelten Angriffen in den Jahren 1915 und 1916 bis hin zu fast täglichen Angriffen im Jahr 1918 steigerten! Grund hierfür waren die Dillinger Hüttenwerke, die bei den Entente-Mächten Frankreich und Großbritannien ganz oben auf der Liste der kriegswichtigen Schwerindustrieziele an der Saar standen – ebenso wie die Röchling‘schen Eisen und Stahlwerke im nur wenige Kilometer entfernten Völklingen! Auch wenn die damaligen Luftangriffe aufgrund der noch recht provisorisch aufgestellten und ausgerüsteten Luftstreitkräfte zwar noch bei Weitem nicht so verheerend waren wie die Angriffe im darauffolgenden Krieg, so reichten sie aber schon damals mehr als aus, um Häuser zu zerstören, Menschen zu töten und die Bevölkerung Tag und Nacht in Angst und Schrecken zu versetzen!


    Durch die Auswertung von zwei Schulchroniken und einer Lokalzeitung („Dillinger Anzeiger“) ließ sich ein recht anschauliches Bild der damaligen Verhältnisse in einem von Luftangriffen und Versorgungsengpässen geprägten Industrieort im Westen des Deutschen Reichs während des Ersten Weltkriegs erstellen. Die Fotosammlungen der Dillinger Geschichtswerkstatt, des Stadtarchivs Dillingen und des Werksarchivs der Dillinger Hüttenwerke AG leisteten hierzu ebenfalls einen nicht unerheblichen Beitrag.


    Auch bei dieser Veröffentlichung bekam ich fundierte Hilfestellung von Mitgliedern des FdW (insbesondere in Form von Lesehilfe bei handschriftlichen Dokumenten), wofür ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanke.


    Das broschierte Buch kann für 20,- EUR zzgl. Versand bezogen werden über die -> Geschichtswerkstatt Dillingen/Saar e. V. oder m. H. der ISBN über den Buchhandel.


    Auch hier gilt: ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte


    Danke fürs Lesen.


    Gruß, Stefan

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    Hallo Pinwerner,


    zwischen Aspirin (= Acetylsalicylsäue =Schmerzmittel) und Pervitin (= Metamphetamin = Rauschdroge) besteht ein himmelweiter Unterschied! Schau mal mit Hilfe von Google ...


    Gruß, Stefan

    N'Abend Ralf,


    Das wird sicher schwierig werden, da was zu finden ...


    Teuer wird die Sache vor allem, wenn Du die Bilder in irgendeiner Form veröffentlichen willst, da die Schotten hier satte Lizenzgebühren verlangen, ähnlich wie das Bundesarchiv! Leider haben die Amerikaner offenbar alle eigenen Luftaufnahmen an das schottische Archiv abgegeben, so dass man die Lizenzen für die Nutzung von US-Luftaufnahmen auch nur bei NCAP bekommt - eine Nutzung der US-Aufnahmen ohne Zahlung von Lizenzgebühren (nur mit Quellenangabe) gibt es leider nicht mehr :(


    Ich wünsch' Dir viel Erfolg bei Deiner Suche. Solltest Du andere Quellen auftun, wäre es nett, wenn Du diese hier im Forum mitteilen würdest.


    Gruß, Stefan