Posts by stefan_reuter

    N'Abend Arnd,


    ich bitte um Entschuldigung - hier bei uns um die Ecke gibt's eine Arndt-Straße ... und dann schlägt einfach ganz hinterhältig die Macht der Gewohnheit zu :(


    Kommt nicht wieder vor, versprochen ;)


    Gruß, Stefan


    P.S.: Ein Besuch der Schlossberghöhlen in Homburg lohnt in jedem Fall - dabei sollte man aber auch gleich noch das -> Römermuseum Schwarzenacker mitnehmen - liegt in umittelbarer Nähe!

    Hallo Arndt,


    besten Dank für den Hinweis auf die sehr interessante Entdeckung.


    Da werden sich Wilfried Maehler und Michael Ide samt Kollegen vom Bochumer Studienkreis für Bunker, Stollen, Deckungsgräben und unterirdische Fabrikationsanlagen e. V. sicher sehr freuen, noch einmal so eine Gelegenheit zur Dokumentation zu bekommen!


    Wäre eine schöne Ergänzung für eine eventuelle Neuauflage von "Luftschutz in Bochum".


    Gruß, Stefan

    N'Abend Petra,


    zur Klarstellung: Private ist eine Dienstgradbezeichnung bei den US-Streitkräften und bezeichnet den niedrigsten Rang (vergleichbar dem deutschen Begriff Soldat, Flieger, Kanonier ...) - hat also nichts mit Privatmann zu tun!


    Warum man Deinen Großvater in den Unterlagen vom Unteroffizier (Sergeant) zum Soldaten (Private) heruntergestuft hat, kann ich nicht sagen ... ich bin mir auch nicht sicher, dass die Änderung auf den Originalunterlagen durch eine deutsche Behörde vorgenommen wurde! Die Entlassungspapiere aus britischer bzw. amerikanischer Gefangenschaft brauchten die ehem. Gefangenen, um bei den Behörden zu Hause Hilfen zum Lebensunterhalt zu beantragen, so dass bei den deutschen Behörden die Originalpapiere vorgelegt wurden. Dass diese in der Regel zweisprachig sind, liegt daran, dass die Gefangenen diese Papiere oftmals selbst ausfüllen mussten und nicht jeder der englischen Sprache mächtig war!


    Die Eintragung "Farmer" bezieht sich m. E. auf seine Tätigkeit in diesem Lager, d. h. Dein Großvater war wohl außerhalb des Lagers in der Landwirtschaft eingesetzt! Vielleicht hatte er ja auch (um einen Job in der Landwirtschaft zu bekommen) angegeben, im Zivilleben als Landwirt gearbeitet zu haben! Das lässt sich nachträglich und ohne die Möglichkeit zu Rückfragen heute kaum noch klären.


    Wie schon gesagt, auch bei mir gibt es nach 25 Jahren Beschäftigung mit dem Thema noch immer mehr Fragen als Antworten ;)


    Dann wünsch' ich Dir weiterhin viel Erfolg und bei weiteren Fragen einfach wieder melden ...


    Gruß, Stefan

    Hallo Andi,


    vielen Dank fürs Einstellen der Belege.


    Die Absenderangaben beziehen sich auf folgende britische Lager, wobei der Zusatzbuchstabe G bei Camp 284 und die II bei Camp 2227 auf Zweiglager hindeuten:


    POW Camp No. 284 Neath, 10 km NO Swansea Glamorganshire

    2227 POW Camp Zedelgem, Belgien


    Die Kriegsgefangenennummer ist auch eindeutig eine britische.


    Beim Auswerten der Briefe werden sicher noch Fragen aufkommen, die Du gerne hier stellen darfst.


    Eine Bitte: Um Petras Thread nicht zu zerfleddern, wär' es besser, für "Deine" Briefe einen eigenen Thread zu eröffnen ;)


    Gruß, Stefan

    Hallo Peter,


    herzlichen Dank für die interessante Liste - ein weiteres Puzzleteil in der schier unendlichen Geschichte ;)

    Auch wieder ein vergleichbarer Lebsnlauf wie bei meinem Onkel: Ende 1944 über Cherbourg nach England und in die USA, 1946 dann zurück, aber im Rahmen des 50:50 Agreement Übergabe an GB und von dort 1947 (mein Onkel aber erst Anfang 1948, da wohl in einer gem. dem Repatriierungsschema später nach Hause zu schickenden Gruppe) über das brit. Entlassungslager Munster-Lager wieder nach Hause.


    Grüße ins "hedgerow country" :)


    Stefan

    Hallo Petra,


    ich bin in der Tat schon länger an dem Thema dran (ca. 25 Jahre), habe aber noch immer mehr Fragen als Antworten, da das Thema äußerst komplex ist und darüber hinaus auch vieles in den Jahrzehnten nach dem Krieg vernichtet wurde - hier wie in den Gewahrsamsländern. Es gibt zwar auch noch sicher interessante Unterlagen, die aber bislang nicht zugänglich sind bzw. noch nicht erschlossen wurden (z. B. britische Unterlagen im Nationalarchiv in Kew).


    In Schottland gab es einige Lager, auch im Raum Edinburgh!


    Eindeutig zuzuordnen ist eigentlich nur das Camp No. 236 Ninewills Camp, Chirnside, Duns, da Dein Vater den Ort Duns nennt:


    Camp No. 236 Ninewills Camp, Chirnside, Duns, 60 km OSO Edinburgh, Berwickshire


    Camp No. 252 Abergwili Carmarthen (MH), 3 km ONO Edinburgh, Carmarthenshire


    Camp No. 243 Amisfield Camp Haddington, 25 km ONO Edinburgh, East Lothian


    Camp No. 77 Aunsmuir Camp Ladybank, 35 km N Edinburgh, Fifeshire


    Camp No. 105 Colinton Camp Edinburgh (GPC), Midlothian


    Camp No. 1013 Dalkeith (PC), 10 km SO Edinburgh, Midlothian


    Camp No. 123 Dalmahoy Camp Kirknewton, 15 km SW Edinburgh, Midlothian


    Camp No. 1024 Deer Park Camp Dalkeith, 10 km SO Edinburgh, Midlothian


    Camp No. 15 Donaldsons School West Coates, Edinburgh, Midlothian


    Camp No. 16 Gosford Camp Aberlady, Longniddry, 20 km ONO Edinburgh, East Lothian


    Die (sicher nicht vollständige) Auflistung habe ich dem folgenden Buch entnommen:


    Wolff, Helmut: „Die deutschen Kriegsgefangenen in britischer Hand – Ein Überblick“, München 1974, Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld

    (Band XI/1 der Reihe „Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges“, herausgegeben von Prof. Dr. Erich Maschke, Leiter der Wissenschaftlichen Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte)


    Hast Du eigentlich auch schon eine WASt-Auskunft zu Deinem Vater beim Bundesarchiv (BA) beantragt (zu Deinem Großvater scheint ja bereits eine Auskunft vorzuliegen)? Daraus sollten sich einige Details ergeben, vorausgesetzt, Du hast auch explizit nach Unterlagen zur Kriegsgefangenschaft nachgefragt! Wenn im BA die Gefangenenakte vorliegt, sollten darin auch die durchlaufenen Lager benannt sein.


    Gruß, Stefan

    Moin Petra,


    freut mich, dass es voran geht mit Deiner Recherche :)


    Ja, die Camps 203 und 210 sollten irgendwo in Nordafrika gelegen haben, aber wo genau, weiss ich leider nicht. Ich hatte mal eine Auskunft des ICRC in der Hand, wo diese beiden Lager genannt wurden für den Aufenthalt eines Gefangenen, aber mit dem Vermerk "country of detention not stated" (Land der Internierung nicht angegeben) - aus dem Zusammenhang ergab sich aber, dass es in Nordafrika gewesen sein muss. Insofern ist der Eintrag im Tagebuch Deines Großvaters ein wertvoller Teil in diesem Puzzle ...


    Offenbar waren die häufigen Lagerwechsel an der Tagesordnung, zumindest für viele der im Mittelmeerraum internierten Gefangenen, die dann in die USA verbracht wurden. Mein Onkel wurde erst im Herbst 1944 in Belgien gefangen genommen und hat den Unterlagen zufolge in den USA nur ein einziges Lager gesehen, dafür dann später aber in England einige. Auch auf dem Hinweg in die USA durchlief er innerhalb kürzester Zeit einige britische Lager bis er endlich von Southampton aus Ende Oktober 1944 auf einem Geleitzug in Richtung New York verschifft wurde - und selbst der relativ (auch zeitlich) kurze Weg vom Ort der Gefangennahme in Belgien bis in das große Lager in Cherbourg, von wo aus er nach England kam, führte über mehrere kleine, namenlose Lager.


    Die Aufenthalte in diesen vielen Lagern waren meiner Erfahrung nach aber immer nur von kurzer Dauer und kamen vor allem auf dem Weg in ein großes Lager in den USA oder auf dem Weg zurück vor.


    Ich weiss nicht, ob Du schon drauf gestoßen bist, aber es gibt hier im Forum eine -> Bibliografie Kriegsgefangenschaft, die ich erst im März in aktualisierter Fassung hochgeladen hatte. Da ist für Dich sicher auch einiges an Literatur dabei, falls Du so tief in das Thema einsteigen möchtest.


    Gruß, Stefan

    N'Abend Petra,


    kein Problem! Dass jede Antwort mindestens zwei neue Fragen aufwirft, das kenne ich - vor allem bei der Rekonstruktion eines Kriegsgefangenenlebenslaufs ;)


    Ich versuche mal, etwas Licht ins Dunkel zu bringen, kann Dir aber leider nicht alles umfassed beantworten.


    Also, Dein Großvater wurde in den USA, d. h. erst NACH Verschiffung über den großen Teich als Kriegsgefangener registriert, und zwar im Bereich des VII Service Command (die Einteilung der USA in Service Commands ist vergleichbar mit der Einteilung Deutschlands in Wehrkreise). Zum VII Service Command (mit Hauptquartier in Omaha, Nebraska) gehören die US-Bundesstaaten Colorado, Iowa, Kansas, Minnesota, Wyoming, Missouri, Nebraska, North Dakota - passt also zu den Lagern, in denen Dein Großvater interniert war.


    Hier als Beitrag zum Thema "Fußnotenwissen" was zur Aufschlüsselung der ISN 7WG22854:


    7 = VII Service Command

    W = War Department (bedeutet, dass der Gefangene vom War Dept. registriert wurde und nicht von der Einheit, die ihn eingebracht hat)

    G = Germany (steht für das Land, in dessen Diensten der Gefangene steht)

    22854 = fortlaufende Nummer


    Offenbar wurde Dein Großvater wie viele seiner Kameraden im Zuge des 50:50 Agreement nach Schließung der US-Lager im Frühjahr 1946 an die Briten abgegeben am 24.03.1946 ("Taken on British strength on 23.3.1946")


    Insofern erhielt er auch eine neue (britische) Kriegsgefangenennummer: 188774 - üblicherweise steht der Nummer noch ein A oder B voran, ist aber nicht zwingend.


    Nun zu den britischen Lagern, die er offenbar durchlaufen hat:


    203 POW Camp = Nummer bekannt, Standort leider nicht :(

    210 POW Camp = Nummer bekannt, Standort leider nicht :(

    2227 POW Camp = Zedelgem, Belgien

    No. 7 POW Camp = Winter Quarter Camp, Ascot, Windsor (20 km OSO Reading), Berkshire

    No. 295 POW Camp = Cattistock, Dorchester (15 km NW Dorchester), Dorsetshire

    No. 4 P/W Camp = St. Martins, Oswestry (30 km NNW) Shrewsbury, Shropshire - auf Malta, nahe der Hauptstadt Valetta gab es zwar auch ein Camp mit der No. 4, dürfte es aber hier nicht gewesen sein.

    (Einer meiner Onkel war übrigens auch zeitweise in einem Lager in der Nähe von Shrewsbury, nachdem er aus den USA kam)


    Und bevor Du fragst: DNA steht für does not apply = nicht zutreffend! ;)


    Weiterhin viel Erfolg und bei Fragen einfach melden!


    Gruß, Stefan

    Hallo Petra,


    besten Dank für Deine Rückmeldung.


    Italien passt auch - war für die Amerikaner der gleiche Kriegschauplatz (MTO = Mediterranean Theater of Operations). Die hier eingebrachten Gefangenen hatten vergleichbare Lebensläufe als Kriegsgefangenene.


    Seine Kriegsgefangenennummer müsste auf 81GXXXXX lauten, wenn er in Italien schon registriert wurde. Falls er erst in den USA registriert wurde, sieht die ISN (Internee Serial Number) anders aus, z. B. 8WGXXXXX ...


    Weiterhin viel Erfolg ;)


    Gruß, Stefan

    Hallo Wuschel,


    danke für den Link - die Seite ist mir bekannt.


    Die kompletten Verlustlisten der Königlich Preussischen Armee und der Grossherzoglich Badischen Division (fast 2.000 Seiten) können über den -> Bibliotheksserver der Uni D'Dorf als PDF runtergeladen werden, Links zu weiteren Verlustlisten finden sich bei -> GenWiki. Die Listen wurden bereits digital erfasst und können ebenfalls über -> GenWiki abgefragt werden.


    Eine weitere digitale Abfragemöglichkeit besteht über die -> Denkmalprojekt-Seite, ist aber aus meiner Erfahrung heraus sehr fehlerbehaftet, zumindest bei meinen bisherigen Abfragen :(


    Gruß, Stefan

    Salut Fredy,


    sehr interessant!


    IZET und DEBARD sind wohl während der kurzfristigen französischen Besetzung von Saarbrücken am 2. August 1870 gefallen. Bei ARZON vermute ich, dass er wie FOUCARDE während der Kämpfe um die Spicherer Höhen am 6. August 1870 verwundet wurde und anschließend in einem Lazarett oder in privater Pflege in Saarbrücken verstarb.


    Merci beaucoup!


    Amitiés


    Stefan

    Hallo Petra,


    hier mal die Suchbegriffe für "Tante Google", mit denen Du einige Treffer zu jedem der genannten Lager findest:


    1) PWC* Indianola, Nebraska → pow camp indianola nebraska


    2) PWC* Algona, Iowa → pow camp algona iowa


    3) Winter GH**, Topeka, Kansas → winter general hospital topeka kansas (Dein Opa war wohl in Camp Concordia, KS interniert und musste aus irgendeinem Grund im Krankenhaus behandelt werden, deshalb auch mal mit → "pow camp topeka kansas" suchen)


    4) PWC* Phillips, Kansas → pow camp phillips kansas


    5) PWC* Douglas, Wyoming → pow camp douglas wyoming


    6) Br Cp #5*** Worland, Wyoming = vermutlich ein Zweiglager von Camp Douglas in der Stadt Worland im Washakie County, WY → worland wyoming


    7) PW.Co Cp Carson Colo****→ pow camp carson colorado


    * PWC = Prisoner of War Camp

    ** GH = General Hospital

    *** steht vermutlich für Branch Camp #5

    **** steht wohl für Prisoner of War Company Camp Carson, Colorado


    Sieht nach einer ziemlichen Rundreise eines "Afrikaners" (= Gefangener vom Nordafrikanischen Kriegsschauplatz) durch amerikanische Lager aus ...


    Gruß, Stefan


    <edit> Fehlerteufel exorziert 8) <edit>

    Hallo Petra,


    die Abkürzung "Pvt" bezeichnet einen Dienstgrad und steht für Private = Soldat (als niedrigster Mannschaftsdienstgrad).


    Frage: Wie kommst Du auf Gefangenschaft in Kanada? Die auf der Karte verzeichneten Lager lagen alle in den USA! M. H. v. Tante Google findest Du einige Informationen zu den jeweiligen Lagern, vor allem z. B. zu -> Camp Algona, IA.


    Gruß, Stefan

    Hallo zusammen,


    ich weiß, dass ich mit meiner Frage hier im Forum eigentlich ziemlich OT bin, versuche mein Glück aber dennoch und hoffe auf die (französischen) Spezialisten hier an Bord ;)


    Im Zuge von Recherchen zu Kampfhandlungen im Grenzgebiet an der Saar zu Beginn des Deutsch-französischen Krieges im August 1870 würde mich interessieren, ob es auch auf der französischen Seite Verlustlisten gab oder gibt? Die auf deutscher Seite veröffentlichten 248 Verlustlisten sind mittlerweile komplett digital erfasst und durchsuchbar, aber für die französische Seite konnte ich bislang nichts finden ?(


    Hat hier jemand vielleicht einen Ansatz für mich?


    Vorab vielen Dank für erhellende Informationen.


    Gruß, Stefan

    N'Abend Oliver,


    vielen Dank für Deine Rückmeldung.


    Dieter hat es auf den Punkt gebracht, was mich an dem Nick stört - keine Sorge, ich nehm' Dir das nicht übel ... wenn Dir der Nick zusagt, dann soll es für Dich OK sein.

    Darüber hinaus finde ich einen (Vor)Namen zur Ansprache einfach persönlicher =)


    Laut Tante Google gibt es In Schwalbach einen ->Verein für Denkmalpflege und Heimatkunde Schwalbach - ich empfehle einen Anruf dort! Im "worst case" einfach nachfragen, ob man Dir einen anderen Ansprechpartner nennen kann ... im Kreis Saarlouis wimmelt es von Heimat- und Geschichtsvereinen 8)


    Die Seiten schick' ich Dir gleich per E-Mail, da der Anhang zu groß ist, um hier oder via PN hochgeladen zu werden.


    Gruß, Stefan