Posts by cpa95

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    Original von pitt
    CPA, Kriegsrecht bzw.Völkerrechtgesetze waren schon immer leicht zu umgehen. Moralische und juristische Prinzipien werden sehr schnell von den Ereignissen überholt und die Texte erweisen sich meistens im Praktischen (auf dem Feld) als unanwendbar.
    Gruss


    Hallo pitt,


    dem ersten Satz würde ich - wenn ich ihn richtig interpretiere und "umgehen" durch "leicht zu verletzen" ersetze - zustimmen.


    Der zweite Satz ist falsch. Die Bestätigung essentieller Bestandteile des Völkerrecht vor 1939 findet sich in den Konventionen 1949 bzw. der UN-Charta, etc.


    Deine These von der "Unanwendbarkeit" wird durch Strafrechtsurteile der deutschen höchstrichterlichen Rechtsprechung bis heute widerlegt.


    Wenn Du das anders sehen solltest, bewegst Du Dich nicht auf dem juristischen Boden dieser Republik, zB
    http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/5/03/5-115-03.php3


    - womit sich jede weitere Diskussion erübrigt.


    Grüße
    cpa95


    Hallo Kai,


    da hast Du mich mißverstanden. Die drei von Dir zitierten Beispiele habe ich lediglich nebenbei und spaßeshalber herausgesucht, weil sie namentlich oben genannt wurden. Nichts anderes war der Hintergrund. Das sollte eigentlich schon an Maussens "Zahnanomalien bei Idioten" deutlich werden.


    Es gibt - wie angeführt - andere Dissertationen, die das wissenschaftliche Arbeiten belegen (auf meinetwegen 30 oder auch auf >100 Seiten, wobei der Umfang im zeitlichen Kontext eben kein Ausdruck der Qualität sein sollte). Nur zwecks Verdeutlichung zwei Beispiele aus Geschichte und Ökonomie:
    Metz, Ilse: Die deutsche Flotte in der englischen Presse - der Navy Scare vom Winter 1904/05, Dissertation 1936, 125 Seiten (jedenfalls in meiner Ausgabe ;) )
    Rietz, Arnold: Englands Staatsanleihen nach dem Kriege, 98 Seiten, 1932


    Wir sollten den damaligen Erkenntnisstand berücksichtigen. Mir schwebten eher naturwissenschaftliche und ökonomische Arbeiten vor, die gemessen am Erkenntnisstand beachtliche Fortschritte brachten. Der "Fortschritt" ist nach meiner Kenntnis diverser Promotionsordnungen Maß aller Dinge, nicht der Umfang.


    Umgekehrt zu damals ist die Lage heute: zahlreiche Dissertationen mit 300 oder 500 Seiten könnte man als eine reine Reproduktion positivem Wissens bezeichnen, etwas despektierlich als "Wiederholung" oder auch unnötige Vertiefung.


    Viele Grüße
    cpa95

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    Original von rebelau
    Allen zeitgeschichtlich Interessierten (und ich denke in diesem Forum gibt es wohl niemand anderen) möchte ich an dieser Stelle ein hochinteressantes Buch empfehlen: Rudolf von Ribbentrop. Mein Vater Joachim von Ribbentrop- Erlebnisse und Erinnerungen. Graz (Ares Verlag) 2008. Preis etwa 33 €.
    Das Buch des Ritterkreuzträgers Rudolf von Ribbentrop kann ich nur als Meisterwerk bezeichnen. Es geht hier vor allem um die politischen Ereignisse von 1932 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, wobei der Schwerpunkt in den Jahren 1936 bis 1941 liegt. Es geht hier vor allem um die politischen Gegebenheiten, die zum Zweiten Weltkrieg führten, natürlich vorrangig auch um die Frage der Kriegsschuld. Die Erkenntnisse, die aus sorgfältigster Analyse vielfältiger Quellen gezogen werden, sind bahnbrechend.


    Hallo Rebelau,


    hast Du Dich einmal über den "Ares-Verlag" informiert?
    Wenn Du zu Ribbentrop einiges suchst, hier seriöse Empfehlungen:


    Stefan Kley, Hitler, Ribbentrop und die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges, 1996


    sowie das Standardwerk


    Wolfgang Michalka, Ribbentrop und die deutsche Weltpolitik 1933-1940, 1980


    Ansonsten sind die Tagebuchaufzeichnungen seines Mitarbeiters v. Weizsäcker recht informativ.


    Grüße
    cpa95

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    Original von Rainer
    Hallo,
    hier ist noch ein Promovierter:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…rsonenregister/MaussK.htm
    Gruss
    Rainer


    Der übrigens in Zahnmedizin (Dr. med. dent.) promoviert hat. [EDIT sehr wahrscheinlich diese: Zahnanomalien bei Idioten und Imbezillen, Mauss, Karl. - Berlin, Dissertation 1928]


    Bei den Promotionen sollte man übrigens nach Fachrichtungen differenzieren, da gab es schon damals beachtliche Unterschiede. Das hier:

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    Original von Kai G.
    Die Anforderungen einen solchen Studienganges sind mit der heutigen Promotion nur beschränkt zu vergleichen. Vor allem waren die damaligen Dissertationen keine Produkte jahrelanger Forschung, sondern vom Umfang und Anspruch weit darunter.


    würde ich auch für die Jahre vor 1945 nicht generalisieren.
    (bei Bedarf: einige Beispiele)


    Grüße cpa95


    EDIT 2:


    zu den beiden zuletzt Genannten würde übrigens Folgendes passen:
    Dr. iur. Friedrich Günther: Der Verzicht des Bürgerlichen Gesetzbuches auf eine Klage aus nützlicher Verwendung und seine Folgen, Diss. Göttingen 1926
    Dr. Heinz Dührkop: Anisotropie der Lichtabsorption gelöster Moleküle im elektrischen Feld, Diss. Kiel 1940
    (aus der Deutschen Nationalbibliothek)

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    Original von MiWiUnd falls der Beitrag von cpa95 gemeint gewesen sein sollte, so wüßte ich nicht, weshalb ich für meine Antwort gerügt werden sollte, jedoch der Beitragsschreiber nicht für seine vorhergehende Unterstellung.


    Da ich direkt angesprochen bin:


    Der Hinweis auf angebliche "Unterstellung" zeigt, dass die Grundlagen der Repressalie unklar sind. Auf nichts anderes habe ich oben hingewiesen. Bedauerlicherweise wird gern mit völkerrechtlichen Grundlagen wie "Repressalie" um sich geschmissen.



    Ich zitiere:

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    Sage mir Du bitte die Stellen in meinem Beitrag, wo ich das behauptet hätte.MfG


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    Original von MiWiZu einigen hier aufgeworfenen Fragen:
    Zu den Vorgängen in Tulle gibt es umfangreiche Untersuchungen, die zu referieren ich mir hier spare, nur so viel: Man sollte sich schon mal fragen, was gewissen Ereignissen (die obendrein als Repressalie damals kriegsvölkerrechtlich zulässig waren) vorausgegangen ist und dies nicht völlig aus der Betrachtung ausblenden.


    Zugegeben wachsweich wird der Leserschaft hier ein wie auch immer gearteter Zusammenhang zur "Repressalie" suggeriert.


    Richtig ist daran lediglich, dass die Erschießungs-Maßnahmen der deutschen Besatzungsmacht damals geradezu inflatorisch mit "Repressalie" begründet wurden. Das ist allerdings von der völkerrechtlichen Beurteilung zu trennen. Einige Hinweise:
    1. Bereits das Überschreiten numerischer Grenzen bringt Zweifel, bzw. legt Subsumtion unter § 47 MStGB nahe ("Verbrechen"). Das wäre im Übrigen unabhängig von der Befehlen und Anordnungen höherer Stellen zu sehen.


    2. Die Anordnung von höherer Stelle ("Befehl") beseitigt nicht persönliche Schuld.


    3. Bereits von indizieller Bedeutung ist das Greuel des Tatgeschehens an sich ("gesamte männliche Bevölkerung wurde erschossen").


    4. Sühnemaßnahmen müssen nachweislich (-> Beweislast aufgrund 3. bei den Angeklagten) im engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang stehen


    5. es wäre eine zeitnahe Täterermittlung durchzuführen gewesen - übrigens auch ein zeitnaher Ermittlungsversuch zum Ereignis, auf das sich die "Repressalie" beziehen soll.


    6. die Getöteten müßten sämtlich der Partisanentätigkeit verdächtig gewesen sein.


    7. Welches Auswahlverfahren wurde bzgl. der Opfer angewandt?


    8. die Repressalie ist öffentlich vorher bekannt zu geben; dabei sind Fristen einzuhalten. Welche Humanitätsschranke soll hier beachtet woirden sein?



    Vorsorglich ein Hinweis, da vermutlich nun die bekannten Hinweise auftauchen werden: "die anderen haben aber auch", bzw. "wie soll das denn in der Praxis ablaufen"


    Zum Ersten: ist für den Einzelfall belanglos, allenfalls für das Strafmass wichtig ("Verrohung"). Zum Zweiten: das ist das Problem desjenigen, der sich bei massenweisen Erschießungen von Zivilbevölkerung auf "Repressalie" beruft.


    zu Taege:
    http://books.google.de/books?i…rt%20Taege%20kain&f=false

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    Original von MiWi
    Man sollte sich schon mal fragen, was gewissen Ereignissen (die obendrein als Repressalie damals kriegsvölkerrechtlich zulässig waren) vorausgegangen ist und dies nicht völlig aus der Betrachtung ausblenden.


    Hallo,


    dieser Satz, bezogen auf die Ereignisse um den Marsch der SS-Reich, basiert offensichtlich auf einer intentionalen Fehlinterpretation der Repressalie im Kriegsrecht.


    Grüße
    cpa95

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    Original von Papa
    Hallo Uwe,
    Ich konnte diese Dissertation in keinem Online-Katalog finden, nicht mal in der Uni-BW-München selbst.üße
    Steffen


    Hallo Steffen,


    es ist angabegemäß eine Diplomarbeit. Vermutlich wird da eine Anfrage bei dem Themensteller weiterhelfen.


    Grüße
    cpa95

    Hallo,


    ein Hinweis:


    die beiden Bücher von Glantz (Stumbling Colossos, Colossos Reborn) behandeln auch die Versorgung der Soldaten der Roten Armee.


    Aus der Erinnerung kann ich zu den von Karl angesprochenen Phasen nichts sagen, betrifft im wesentlichen auch nur 1941/42.


    Als Nachhall sind mir noch die Mengen an Alkohol am Beispiel der nördlichen Fronten erinnerlich. Soweit hier Offensiven liefen, muss die Versorgung ordentlich geklappt haben. Aber wie gesagt, alles aus der Hand.


    Ich schlage das mal nach.


    Grüße
    cpa95

    Nachtrag:


    Die Angaben zu den diversen Fundstellen der Reden vom 4.10. (Posen, SS-Führer) und 6.10.43 (Posen, Gauleiter) finden sich bei Smith/Peterson, S. 273.


    Von der Rede 4.10. ist ein vollständiges Tape in mehreren Einzelbändern erhalten. T175 Roll 91 Frames 3356-3363 enthalten die unvollstä. Abschrift. Dazu auch IMT PS-1919, Band 29, S. 110.


    Von der Rede 6.10. ist eine Abschrift als Kopie auf T580 Roll 37/238 B. Masch.Manuskript in Korrekturfassung auf T175 Roll 85 Frames 201-227, endgültige Fassung auf Frames 152-200. Weiterhin erhalten ist ein unvollständiges Tonband/Tape der Rede.




    Die hier behauptete "aktuelle Quellenlage" ist damit Unsinn. Fundstellen siehe oben, ebenso Abdruck Literatur. Die Rede Himmlers als letztem Hauptredner begann 17.00 und endete gegen 18.30.


    Korrektur zum Zitat: "schwere" statt "schwerste"

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    Original von 121.I.D.
    Hast du die Tondatei gehört oder einen kompletten Text dazu? ...würde mich brennend interessieren.


    Vielleicht solltest Du mal - statt die die unvollständigen Passagen in der wikipedia zu zitieren - die Fußnoten studieren.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Posener_Reden


    Etwas runterscrollen.



    Sodann: Smiths und Longerichs Himmler Biographien mit Nachweisen, Dokument 1919-PS der Nürnberger Prozesse etc.


    Ansonsten weist der link auch einen Querverweis zu Tondokumenten aus, zB http://www.holocaust-history.org/himmler-poznan/index.shtml

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    Original von Rheinmetall
    Mit einer dieser Maschinen wollte man zunächst das Kriegstagebuch des Schiffes noch ausfliegen, aber dieser Plan wurde später auch verworfen.
    Rheinmetall


    Hallo Rheinmetall,


    soweit ich weiss, war das Katapult nicht mehr startfähig.


    Siehe auch hier zu den 4 Arado 196:
    http://www.kbismarck.com/avioni.html


    Grüße
    cpa95

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    Original von David123
    Vielen Dank für die Hinweise cpa95. Hast Du auch ne Ahnung, in welchen Archiven man die Regimentschroniken finden könnte?


    Viele Bibliotheken bieten doch die Fernleihe an. Dort gibt es auch Suchprogramme/online, mit denen man bundesweit den Bestand durchforsten kann.


    Ich habe das noch nicht selber ausprobiert, hier im Forum ist das aber häufiger erwähnt worden.


    Das würde ich zunächst versuchen.



    Wenn die 4 Bücher feststehen, und vermutlich kann man sich erstmal auf die 10. PD beschränken, wird es hier im Forum - mit etwas Geduld - sicher einige weitere Beiträge geben, die den Inhalt für diese Tage kurz wiedergeben.

    Zunächst eine Korrektur:


    Statt 30. ID (mot.) muss es beim XIX.AK im September 1939 heißen: 20. ID (mot).


    Für die 20. ID gibt es eine Truppengeschichte (Teil 1), die diesen Zeitraum einschließt. gleiches gilt für die 3. Panzerdivision.


    Für die 2. ID gibt es eine Regimentschronik vom Infanterieregiment 5, die weitere Angaben enthält.


    Aus diesen drei Büchern sollten weitere Angaben zum Ablauf für die deutsche Seite erschließbar sein.


    Grüße
    cpa95

    Bei Kaltenegger wird noch auf folgendes verwiesen:


    1. Memoiren Kesselring mit Andeutungen des Ausbaus einer rückwärtigen Stellungslinie in Oberitalien bis Istrien - dürfte sich mit den Angaben oben überschneiden.


    2. Ausbau der "Voralpenstellung" gemäß Führer-Weisung Nr. 60. Darin ist auch die "Karststellung" erwähnt


    (S. 53ff.)

    Wedekind erwähnt auf S. 292 ("das deutsche Stellungsbauprogramm in Norditalien") mehrere Linien:


    1. die Errichtung eines rückwärtigen Stellungssystems in Norditalien als Erweiterung der Reichsschutzstellung.


    2. der vorgesehene Ausbau der sog. "Voralpenstellung" (Blaue Linie) zwischen Schweizer Grenze und TRiest


    3. Ausbau der Karststellung am Tschitschenboden zwischen Triest und Fiume


    4. Ausbau verschiedener Riegelstellungen entlang der oberitalienischen Flussläufe gegen ein mögliches Vordringen in die friulanische Ebene und zum Schutz der dortigen Luftwaffenstützpunkt.


    5. Grenzstellung "Südost": Vom Gebiet des Adriatischen Küstenlandes bei Tolmein/Tolmin/Tolmino am Isonzo beginnend, auf einer Linie nördlich Laibach, von dort an der Save entlang bis nw Gurkfeld/Krsko und schließlich nach no verlaufend bis Varazdin.


    Die norditalienischen Stellungssysteme waren Vorerwägungen der ab Nov.1944 auftauchenden "Alpenfestung".



    In dem Stellungsbau wurde Personal der OT von ca. 100.-120.000 Mann eingesetzt.


    2.6.1944: Himmler-Befehl zur Errichtung einer SS-Fortifikationsstelle beim HSSPF Italien, Sitz Tarvis, und Aufbau einer Karst- und Höhlenforschungsstätte des Ahnenerbes im Karst von Krain und Adriatisches Küstenland. - Auftrag der Fortifikationsforschungstelle bestand in Bereitstellung von Befestigungsunterlagen aus dem gesamten norditalienischen Grenzraum und Auswertung unter dem Aspekt der Nutzung für den deutschen Verteidigungsbau.



    Nach der mir übersandten Karte könnte es sich im Schwerpunkt um 2. und 3. sowie 5. handeln.



    Grüße cpa95