Posts by cpa95

    Hallo Margarete,


    als Staatsekretär im Reichsjustizmininsterium dürfte Freisler häufig für seinen Minister Gürtner signiert haben. Die von Dir eingestellte Zeichnung für das Justizministerium und die darin ersichtliche Anweisung an Generalstaatsanwälte bei den OLGs läßt auf den Freisler schließen.


    Der Inhalt ist bemerkenswert, als er in der Kombination von relativer Bedeutung der Ämter und Adressaten mit der Frage "Gemüseanbau" in Vollzugsanstalten ein Schlaglicht auf Abläufe im Dritten Reich liefert. Andererseits scheinen die Engpässe hier merkwürdige Vorgänge produziert zu haben. Unglaublich.


    Danke für das Einstellen!


    Nebenbei: Als solcher nahm er wenige Wochen später auch an der Wannsee-Konferenz teil, war also als Justizvertreter über ausgeführte und noch geplante Verbrechen bestens informiert.


    Grüße
    cpa95

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    Original von Hoth
    für mich ist der Artikel kein Beleg für irgendetwas, sondern einer der für Themen dieser Art typischen Artikel.


    Was Hitler im Herbst 1941 zu Leningrad sagte ist bekannt und das eine.


    Hallo Hoth,


    damit Du nicht weiter an den Fakten herumbasteln musst: der erste Hinweis Hitlers stammt vom Juli 1941, in der "Kuchen-Ansprache" zur Aufteilung der SU, gefallen in der bekannten Gesprächsrunde Hitler, Rosenberg, Göring, Bormann, Lammers, Keitel. Alles weitere findest Du sicher selber heraus. Juli ist bekanntlich nicht Herbst.


    "Lediglich" der Hinweis auf das "Plattmachen" wird dann im KTB der Skl vom 29.9.1941 wiederholt. Der Jodl-Befehl zum Plattmachen von Moskau und Leningrad stammt vom 7.10.1941.



    Grüße
    cpa95

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    Original von Policeman
    Wenn, dann kannst du nur den Epilog: "Die Strafverfolgung der Täter und ihre Rückkehr in die deutsche Zivilgesellschaft" meinen, auf Seite Seite 716. Hier geht der Autor auf ca. drei Seiten auf Ohlendorfs Strategie u. Verhalten vorm IMT ein, ...l


    Hallo Daniel,


    ich habe es gerade nicht vorliegend. Vermutlich ist das aber der Grund der Verwechselung.


    Es ging mehr um die Genese der Einsatzgruppen für die SU und Ohlendorfs Aussagen dazu, inkl. Eskalation der Mordaktionen bzgl. der betroffenen Bevölkerung.


    Dann war es eine andere Literaturstelle. Vielleicht fällt es mir noch ein, möglicherweise war es Gerlach. Kann ich aber auch erst morgen nachschlagen.


    Grüße
    cpa95

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    Original von PolicemanHallo,
    wer mehr über die Einsatzgruppe D erfahren möchte, dem empfehle ich das Standardwerk zur Geschichte der Truppe.
    Grüsse Daniel


    Hallo Daniel,


    danke für den Hinweis.


    Wenn ich mich richtig erinnere, dann problematisiert Angrick doch auch wesentliche Aussagen von Ohlendorf vor dem IMT.


    Oder verwechsele ich das jetzt mit einer anderen Publikation zum Thema Einsatzgruppen?


    Grüße
    cpa95

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    Original von DarkSide
    Hallo Thilo, hallo Bernhard,
    Bild 2 hatte ich auch schon bestimmt ;).


    Hallo DarkSide,


    kann man die Einheit anhand des Ortes Milanowek bestimmen?
    Welche Verbände umfassten Warschau von Osten?
    Grüße
    cpa95

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    Original von 32. Infanterie Division
    Der Beitrag von Nemere ist insgesamt hervorragend und gibt eine Antwort auf die Fragestellung. Fragliche Inhalte kann man diskutieren.
    MfG Andreas


    Hallo Andreas,


    ganz Deiner Meinung, insgesamt hervorragend.


    Und bei den inhaltlichen Diskussionen habe ich bis jetzt nur kleinere Korrekturversuche gesehen.


    Grüße
    cpa95

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    Original von schupo
    Da ich lieber "Original" Dokumente für meine Forschung verwende.


    Hallo Peter, dann sind Dir vielleicht noch zwei Hinweise auf die Hintergründe dienlich:


    http://books.google.com/books?…AEwAA#v=onepage&q&f=false


    http://books.google.com/books?…&resnum=3&ved=0CC8Q6AEwAg


    Beide Literaturhinweise enthalten Darstellungen zur Entstehung der Garantie, politische Hintergründe, inkl. Abdruck der polnischen und britischen Entwürfe.


    Grüße
    cpa95

    Hallo Schupo, aus der Diplomatensprache übersetzt ergibt sich etwa Folgendes:


    "Protokoll:


    Die Polnische Regierung und die Regierung des Vereinigten Königreiches und Nordirland (also: Großbritannien) stimmen in der folgenden authentischen und allein bindenden Interpretation des Abkommens über Gegenseitigen Beistand überein, das am heutigen Tage unterzeichnet wurde:


    1. (a) Unter dem Begriff "eine europäische Macht", die in diesem Abkommen verwendet wird, ist (einzig/allein) Deutschland zu verstehen.


    (b) im Falle der "Handlung"/Aktion/Maßnahme gemäß Artikel 1 und 2 des Abkommens im Fall einer anderen europäischen Macht als Deutschland werden sich die Vertragsparteien über gegebenfalls gemeinsam zu ergreifende Maßnahmen verständigen/konsultieren.


    2. (a) Die beiden Regierungen werden bei nächster Gelegenheit den Geltungsbereich von Artikel 2 des Abkommens bestimmen, soweit es die hypothetischen Fälle von Handlungen/Maßnahmen/Aktionen Deutschlands betrifft.


    (b) Bis zu diesem Zeitpunkt (der näheren Bestimmung unter a) stimmen die die Vertragsparteien in folgenden Erwägungen der Verpflichtungen überein: der Fall vorgesehen im Paragraphen:
    (1) gemäß Artikel 2 des Abkommens ist der betreffend die Freie Stadt Danzig und der gemäß Paragraph (2) des Artikels 2 betrifft Belgien, Holland und Litauen.


    (c) Lettland und Estland werden von den zwei (vertragsschließenden) Regierungen (GB/Polen) verstanden als einbezogen in die Liste der Länder, auf die Paragraph 2 des Artikel 2 anzuwenden ist, von dem Zeitpunkt an, in dem die Zusicherung des Beiderseitigen Beistands Großbritannien und eine dritten Macht in den beiderseitigen Kriegszustand/zur Gewaltanwendung führt.


    (d) Soweit es Rumänien betrifft, bezieht sich die Regierung Großbritanniens auf die Garantie, die es diesem Land bereits abgegeben hat. Die Regierung Polens verweist ihrerseits auf die gegenseitigen Verpflichtungen der rumänisch-polnischen Allianz, die Polen zu keiner Zeit als gegensätzlich/inkompatibel/verletzend zu seiner traditionellen Freundschaft mit Ungarn angesehen hat


    3. Die Zusagen, die in Artikel 6 des Abkommens erwähnt werden, sollten sie eintreten in Bezug auf eine Vertragspartei mit einem Dritten Staat, sind von der Notwendigkeit abhängig, dass ihre Ausführung/Anwendung zu keinem Zeitpunkt die Souveränität oder territoriale Integrität der anderen Vertragsschließenden Partei verletzen darf.


    4. Dieses (Zusatz-)Protokoll konstituiert einen integralen Bestandteil des Abkommens vom heutigen Tage und seinem (inhaltlichen und zeitlichen) Geltungsbereich, über den es nicht hinausgeht.


    Im Vertrauen darauf haben die Unterzeichner, die ordnungsgemäß dazu authorisiert sind, dieses Protokoll unterzeichnet


    Doppelt ausgefertigt in englischer Sprache, London, 25. August 1939. Eine Textfassung in polnischer Sprache wird zwischen den Vertragsschließenden Parteien unverzüglich einvernehmlich abgestimmt, beide Textfassungen gelten danach als authentisch


    Unterzeichnet:
    Edward Raczynski .... Halifax



    Ist zwar etwas spät, aber vielleicht interessiert es Dich noch.
    Grüße
    cpa95

    Hallo Margarete,


    die Gewichtsstatistik spiegelt sich in den amtlichen Kalorienzuteilungen, die gegen Kriegsende 1943/45 rückläufig waren. Der Zusammenbruch und die Monate danach sind Tiefpunkte dieser Entwicklung; zT lagen die unmittelbaren Nachkriegswerte noch unter den Kriegsjahren, was neben der zusammengebrochenen Verteilung auch an der Nachfrage, nämlich den Bevölkerungsbewegungen aus dem Osten, lag.


    Das Statistische Jahrbuch Schleswig-Holstein 1951 listet diese Kalorienwerte in den Zuteilungen detailliert auf [bei Interesse kann ich einige Auszüge posten). Die Nahrungsmittelversorgung besserte sich erst langsam, wobei klimatisch ungünstige Bedingungen der unmittelbaren Nachkriegsjahre -zu nasse oder oder kalte Jahre in Bezug auf die Landwirtschaft- ebenfalls ihren Anteil hatten.


    Von daher ist von der Versorgungsseite diese Statistik nachvollziehbar.
    Ganz instruktiv zum Thema ist auch Arnulf Huegel, Kriegsernährungswirtschaft Deutschlands während des Ersten und Zweiten Weltkriegs im Vergleich, 2003.


    Grüße
    cpa95

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    Original von Jahrgang39
    Die Heeresgruppe Mitte war aller Befehlsmöglichkeiten beraubt ...


    Hallo,


    das sollte man dahingehend ergänzen, dass die sowjetische Offensive damit weniger zu tun hatte als vielmehr die bindenden Haltebefehle Hitlers inkl. der "Festen Plätze" Witebsk, Orscha, Mogilew, Bobruisk und die exponierte 4. Armee nach dem Einsturz der Flanken.


    Grüße
    cpa95

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    Original von Michael-K
    @ cpa95:
    Lasst euch, was die völkerrechtliche Stellung Deutschlands angeht, mal das hier auf der Zunge zergehen. Das ist ein höchstoffizielles Dokument, bzw. das Aktenzeichen und der Inhalt sind es. Am interessantesten wird es auf Seite 9 des PDF-Dokuments.


    Hallo und sorry, etwas spät bemerkt: Ist mir bekannt.


    Mit der Fragestellung hat das Grundsatzurteil des BverfG zum Grundlagenvertrag, Rechtsnachfolge bzw. Rechtsträgeridentität und iwS Besatzungsstatut nichts zu tun.


    Grüße
    cpa95

    [quote]Original von Taiko
    im Auftrag meines Nachbarn suche ich nach R.Stahlke Jahrgang 1921, Richtschüze eines Tigers. Laut postalischer Meldung eines Kameraden um den 10.8.1943 im Raum Orel / Kursk gefallen. Der Tiger soll zerstört worden sein. [quote]


    Hallo,


    die Information mit der Zerstörung sollte man vielleicht hinterfragen.


    Sofern hier Zweifel zulässig sind, käme nach der Publikation von Schneider (Tiger Band I) durchaus die 505 in Betracht. Dort gab es am 10.8. Gefechte bei Unterstützung der 12. PD, PGR 2.


    3 Panzer wurden in der Einheitsstatistik als "Verlust" gebucht und zur Reparatur verschickt.


    Grüße
    cpa95

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    Original von gabriel
    Aber darum geht es nicht.


    Es geht mir um die Frage, wieviele Länder einen Friedensvertrag zum Zweiten Weltkrieg unterzeichnen hätten müssen.
    Gruß Gabriel


    Keines. Es reicht die Kapitulation. Wenn Dich das interessiert, siehe Literaturhinweis.



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    Original von gabriel
    PS: Mit dem Vatikan: der wird militärisch durch Italen "vertreten". CIA Factbook Dies müsste doch bedeuten eine Kriegserklärung an Italien wäre gleichzeitig eine an den Vatikan?


    Welches Italien 1943? Was heißt "militärische Vertretung".


    P.P.S. Wie wäre es mit: Andorra.

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    Original von gabriel
    Wieviele Staaten befanden sich denn nun eigentlich im Krieg?
    Wikipadiea kommt auf 104.
    l


    Du kannst nicht einfach die Anzahl übernehmen, siehe Vatikan ("Nr. 101").


    Der link spricht von betroffenen Staaten "Participants", "directly in or were affected by any of the theaters or events ".



    Außerhalb des 2plus4-Vertrages ist dieses zu empfehlen, wenn du Dich mit der Thematik beschäftigen willst:
    Mosler/Doehring, Die Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg , 1963, Beiträge Ausländisches Öffentliches Recht und Völkerrecht 37.


    Wie das Publikationsjahr zeigt: lange vor dem 2plus4-Vertrag entstanden. Darin sind zahlreiche Nationen abgehandelt, mit denen politische Vereinbarungen nach Beendigung des Kriegszustandes abgeschlossen worden sind.


    Die Beendigung des Kriegszustandes erfolgt durch den Waffenstillstand, im Fall des Deutschen Reiches durch die bedingungslose Kapitulation. Davon ist der (nicht erforderliche, zuweilen abgeschlossene, im 19./20. JH immer seltener werdende) Friedensvertrag als politische Regelung der Kriegsfolgen zu verstehen.


    Grüße
    cpa95

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    Original von 26051963tkIch finde wir sollten uns einfach darauf einigen, dass Gutachter immer Recht haben und Aussagen von Zeitzeugen grundsätzlich wertlos sind.


    Wenn man das mal ganz trocken angeht:


    ME stehen die Historiker hier in ähnlich leidvoller Praxis wie in der Prozeßpraxis (die allerdings schon 200 Jahre länger), was die Verwertung von "Zeugnissen" für Sachverhaltsermittlungen angeht.


    Bei Erwachsenen ist sattsam bekannt, dass sich gravierende Abweichungen (im Vergleich zur unmittelbaren schriftliichen Aufnahme) schon nach kurzer Zeit ergeben, nämlich nach wenigen Monaten oder Wochen; Schockzustände, Beeinflussungen, gegenseitige Erzählungen, unbemerkt aufgefütterte Teilwahrnehmungen oder ähnliches mal ganz außer Acht gelassen.


    Natürlich ist noch der ggf. divergierende Wahrheitsdruck zu beachten.


    Dass selbst auf bewiesen falsche Tatsachenangaben noch Eide abgelegt werden (unterstellt in bestem subjektivem Wissen, es geht hier nicht um Lüge), ist prozessual ebenfalls nicht Neues.



    Grüße
    cpa95