Posts by cpa95

    Nach den Churchill War Papers, 14.8.1941 John Martin Diary, An Bord der POW, S. 1068:


    "Owing to latest U-Boat-Information, course altered to further north."


    Am 15.8.1941 wurde man, wieder auf See, von Begleitzerstörern und Luftsicherung von Island aus begleitet. Dabei passierte man einen Konvoi mit 75 Schiffen und entsprechender Sicherung.


    Grüße,


    cpa95

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    Original von ThomasZürnStimmen diese Angaben überhaupt alle? Die Zahl der deutschen Gefallenen und der im Krieg getöteten deutschen Zivilisten ist sehr strittig. Kann es nicht sein, daß Kershaw diejenigen deutschen Soldaten, die nach der Gefangennahme in alliierten Kriegsgefangenenlager umgekommen sind, bei den 2,7 Millionen mitaufgeführt hat?


    Hallo,


    grob nachgerechnet kann man sich auf die Angaben bei Overmans stützen, dort Tab. 38, S. 239. Die Zahl Juli 1944 bis 1945 stimmt demnach ungefähr, unter Berücksichtigung der Plausibilisierungen und Schätzungen (auch Todeszeitpunkte nach Kriegsende sind aufgeführt).


    Ob die Allierten besser oder schlechter zur Versorgung der Kriegsgefangenen 1944 gegenüber 1945 aufgestellt wären, was im Osten passierte wäre etc., ist rein spekulativ.


    Neben den Verlusten der Wehrmacht sind jedenfalls noch die Verluste unter den Zivilisten durch Kriegseinwirkung (zB die Bombardierungen im letzten Kriegsjahr) zu berücksichtigen.


    Kershaws Betrachtung hat da schon einiges für sich, dass dieses Kriegsjahr (mit deutschen Monatsverlusten, die zT weit höher waren als der Kriegszeitraum September 1939 bis zum Angriff auf die Sowjetunion insgesamt) und die Fortsetzung des aussichtslosen Krieges ab Juli 1944 besonders hohe Opferzahlen gefordert hat.


    Das Buch ist sehr zu empfehlen. Kershaw versucht aus unterschiedlichen Sichtweisen eine Erklärung zu geben, und Ereignisse zu schildern, warum man/u.a. die Wehrmacht der NS-Diktatur bis in den Untergang weitgehend folgte. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1598876/

    Hallo Gerd,


    die Abdrängung sehe ich ebenfalls skeptisch. Welche Quelle beschreibt das?


    Bei dem Verweis liegt ein Fehler vor:


    "USSBS Report 40/750" meint vermutlich zusammengesetzt


    1. Public Record Office, Air 40/750 – Operation 655. Eight Air Force Narrative of Operations, Intops Summary, 30.9.1944


    2. USSBS-Report No. 181 Railway Viaduct at Bielefeld, Germany


    Grüße
    cpa95

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    Original von Karl Grohmann
    Zum Thema Statistik brauche ich Dir ja wohl nichts weiter zu schreiben,


    Hallo Karl,


    da liegt ein Missverständnis vor: die obige Statistik wurde von der Airforce auf Basis deutschen Zahlenmaterials erstellt (siehe die interne Auswertung des Reichsverkehrsministeriums, nur betreffend Eisenbahnverkehr und Bahnhöfe).


    Die Reichsbahn wird schon richtig gezählt haben. Und die Zahlenangaben betreffen nur ihren Bereich, sonst nichts.


    Um das klarzustellen, habe ich die vollständige Tabelle gepostet.


    Grüße
    cpa95


    Hallo Jan,


    ich habe weder Krämpfe noch Zwänge, sondern nur eine Meinung aus dem Lesen der Literatur. Da kann man andere Positionen einnehmen und begründen. Dann wäre es aber hilfreich, sie in der Sache zu begründen (dafür lassen sich auch Ansatzpunkte finden, ohne dass wir im Ergebnis übereinstimmen müssen).


    Die Methodik argumentum ad personam führt nicht weiter.


    Grüße
    cpa95 (Vorname ist Dir bekannt ;) )

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    Original von Rote-Kapelle
    Die von dir angeführte Rückzugsbewegung stand am Ende einer Fehlerkette, dabei sollte gerade deren Anfang im Mittelpunkt stehen. Der erste deutsch-italienische Vorstoß in Nordafrika entpuppte sich nämlich als operativer Fehlschlag. Rommel hatte den eigenen Kräftebedarf falsch eingeschätzt, den Gegner unterschätzt. Gerade der wiederholte Verstoß gegen diese tausende Jahre alte Regel sollte noch einen hohen Blutzoll unter den Soldaten fordern. Tobruk war sinnbildlich dafür.


    Hallo RK,


    volle Zustimmung. Der Vorstoß hat eine Eskalation des Kriegsschauplatzes gebracht, der im Verlauf 1941 und Anfang 1942 erhebliche Ressourcen ohne strategische Chancen (wenn man Barbarossa als Faktum und konkurrierenden Faktor sieht) binden sollte - Panzerverbände, Luftwaffe, Kolonnenraum und weitere Logistik.


    Die Alternative bestand in der Beschränkung auf den reinen Sperrverband, die nicht zuletzt wegen Rommels operativer (Anfangs-)Erfolge obsolet wurde.


    Grüße
    cpa95

    Hallo,


    man könnte ja mal zur Abkühlung der heißen Diskussion die Frage klären, welche strategischen Folgen eigentlich die Initiative Rommels (bzw. sein operativer Erfolg bis zur ägyptischen Grenze) gehabt hat.


    Mit dem Festlaufen könnte man untersuchen:


    - das britische "Problem "Tobruk"


    - die Auswirkungen auf das deutsche Engagement. Hier wird die Ressourcenbindung im Mittelmeer interessant, die Rommel (kausal?) durch seinen Vorstoß befeuert hat; also auch die Nachschubfrage, bis zuletzt zum Abzug von Luftwaffenstreitkräften von der Ostfront ab Oktober 1941.


    Grüße
    cpa95

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    Original von klextWas allerdings auch bedeutet, wenn jemand gegen diese (natürlich völlig friedlichen Bedürfnisse) handeln täte würde er, wie in der Realität, einschreiten. Das nennnt man dann "neudeutsch" Angriffskrieg. Aber natürlich war das nur das allerallerallerletzte Mittel, ansonsten nutzte das 3.Reich eh nur völlig friedliche Mittel (mit keinerlei Druckmittel - stattdessen "bat" das dte Regime die anderen Staaten nur um Rohstoffe in völlig friedlichen Austausch mit völlig friedlichen Gütern)


    Sehr schön ;) :D


    Grüße
    cpa

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    Original von Hamburg44
    ...war eine friedliche Sicherung der Südost-Flanke nicht mehr möglich.


    Hallo Hamburger,


    was ist denn eine friedliche Sicherung in einem europäischen Angriffskrieg für eine Rüstungswirtschaft, die auf die südosteuropäische Hegemonialzone existentiell angewiesen war? Vasallenstaaten?


    Grüße
    cpa95

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    Original von Rote-Kapelle
    Der Zeitverlust entstand zuvorderst durch den ungewöhnlich harten Winter 1940/41, und dem damit in Verzug geratenen "Otto-Programm".


    Weiterführend: Schüler, Klaus: Logistik im Russlandfeldzug.


    Hallo RK,


    das ist ein sehr guter Hinweis, der die diversen anderen Versionen zu dem Zeitverlust aus der Memoiren- undd frühen Nachkriegsliteratur konterkarriert!


    Wenn man die Beiträge hier liest, erstaunt etwas, das niemand die ökonomische Bedeutung des Balkangebiets für die deutsche Kriegswirtschaft (Bauxit, etc.) erwähnt. Immerhin findet sich eine späte Äußerung von Speer 1944 dazu.


    Das erklärt die Sensibilität in Bezug auf Griechenland und Jugoslawien (und die Türkei/Chrom, als indirekte Wirkung der Ereignisse auf dem Balkan). Ein deutscher Angriffskrieg auf dem Balkan war daher reflexartig zu erwarten, wenn die sensiblen Lieferungen auch nur ansatzweise gefährdet schienen, wie nach italienischen Angriff auf Griechenland der Fall war.


    User wie Hoth haben das natürlich nicht auf dem Radar, so wird dann aus einem italienischem Angriff eine deutsche Verteidigungsstrategie gegen die pösen Priten. :D


    Allseitige Grüße
    cpa95

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    Original von Karl GrohmannDarf aber nun meine Fragestellung zur Beteiligung der ital. Marine oder ggf. Luftwaffe erneuern.


    Hallo Karl,


    so aus der Hand würde ich die gewünschte Beteiligung der italienischen Marine von deutscher Seite aus als gering einschätzen. Man forderte (kleinere) Sicherungsstreitkräfte an, allerdings ergaben sich bereits im Vorfeld Schwierigkeiten mit der Abstellung. Die schweren italienischen Streitkräfte hatten sich auch eher nach der Pleite von Matapan (die auch auf deutsches Drängen zurückging) um die Zufuhr Nordafrika und die Straße von Sizilien zu kümmern, und hielten sich zurück.


    Ansonsten galt da wohl eine Aufgabenverteilung - die mit dem deutschen Land-/Luft-Erfolg auf dem Balkan höchstens trennschärfer wurde: deutsches Oberkommando im östlichen Mittelmeer.


    Grüße,
    cpa95

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    Original von Rote-Kapelle
    Wenn ich das richtig sehe, ordnet Vogel diese Schiffe Ereignissen im Osten der Insel zu (Straße von Kasos).


    Hallo RK,


    siehe auch die Karte im link, nach Thomas, Crete 1941. Südlich der Straße von Kasos ist schon richtig, HMS Hereward erwischte es im Osten, jedoch an der Südküste der Insel bei der Evakuierung.


    Beides sind Ereignisse in der Spätphase, Evakuierung, 28./29.5.


    Grüße.
    cpa95.

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    Original von Rote-Kapelle
    An der Südküste der Insel gelang es der RAF - mit einer Handvoll Langstreckenstaffeln - die Luftwaffe erfolgreich abzuwehren. Kein Schiff konnte angegriffen werden, 13.000 Soldaten wurden nach Ägypten evakuiert (vgl. Vogel, a.a.O., S. 508). MfG


    Hallo RK,


    HMS Hereward und Ajax sind da übersehen worden.
    http://www.naval-history.net/x…ono-10DD-27H-Hereward.htm
    http://www.navymuseum.mil.nz/h…aval-battle-for-crete.htm
    Auch der beste Luftschirm hat mal Verspätung.


    Ansonsten d'accord.


    Grüße, cpa95

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    Für jeden wie auch immer gearteten Hinweis wäre ich dankbar.
    Grüße, Kordula


    Hallo Kordula,


    welche Hinweise erwartest Du?


    Pauschale Aufhebungen bedürfen Gesetze; das ist in sachlich abgegrenzten Fällen erfolgt, zB Kriegsverrat, Militär- bzw. Standgerichte, Volksgerichtshof.


    "§ 2 Entscheidungen im Sinne des § 1 sind insbesondere
    1. Entscheidungen des Volksgerichtshofes"
    http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/ns-aufhg/gesamt.pdf


    Ansonsten ist die Rechtslage unübersichtlich, wobei noch diverse Bundes- und Landesgesetze hineinspielen und sich überlagern. Bei sonstigen Gerichten und in Einzelfällen sind Anträge erforderlich, die wiederum in ihrer Zulässigkeit zu prüfen sind.


    Grüße
    cpa95

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    Original von falkeNun wie war es denn 1941in TAGANROG wo KAMERADEN von der 3. komp im GU Gefaengnis umgebracht wurden .


    Hallo Erwin,


    das ist Bestandteil Deiner Erinnerung und das Verbrechen wird auch im Tiemann geschildert. Ich gehe davon aus, dass diese Berichte im Truppenkörper kursierten, auch wenn nur wenige die Opfer tatsächlich gesehen haben können.


    Um die Brutalität des Krieges zu verstehen, und auch in diesem Fall nicht nur eine Seite zu betrachten, solltest Du die sonstigen "Vorfälle" in Taganraog bei Angrick (Einsatzgruppe D) nachlesen, die sich auch auf die Mitwirkung der LSSAH bei den Massenmorden beziehen.


    Das ist ein frühes Beispiel für das Zusammenwirken von Wehrmacht und Einsatzgruppen. Nebenbei: Taganrog stand in einer Kette von Morden seit dem 22.6.1941.


    Nachdenkliche Grüße,
    cpa95.