Posts by Nemere

    Hallo,


    Quote

    " 3/230,Poßnack für3.Baukp 141,Eberbach, Krs Heidelberg
    " " 4/230,Lebenstein für 4.Baukp 141,Hirschhorn, Krs Heppenheim


    Ich bin mir sicher,
    dass Poßnack eigentlich Pößneck (heute Saale-Orla-Kreis) und
    Lebenstein eigentlich Lobenstein (ebenfalls Saale-Orla-Kreis heißen muß.


    Poßnack und Lebenstein gibt es in der fraglichen Gegend nicht. Auch ein "Hirchhaser" existiert nicht, wahrscheinlich Lesefehler. Könnte evtl, Hirschberg an der Saale gemeint sein?


    Grüße
    Jörg

    doch als "Klassiker" Ernst Jüngers Buch "In Stahlgewittern" empfehlen


    Guten Morgen,


    für meinen Geschmack schreibt Jünger in den "Stahlgewittern" ziemlich abgehoben und ist nicht unbedingt einfach zu lesen. Hinzu kommt noch, dass es sieben teilweise stark unterschiedliche Fassung der "Stahlgewitter" gibt (1920, 1922, 1924, 1934, 1935, 1961, 1978)


    Eine etwas leichter zu konsumierende Kost von ihm sind nach meiner unmaßgeblichen Erfahrung:
    - Das Wäldchen 125
    - Feuer und Blut
    oder die Erzählung "Sturm".


    Ich muß allerdings zugeben, das ich zu den Weltkriegsbüchern Jüngers nie den richtigen Zugang gefunden habe. Mir sagen vielmehr die "Marmorklippen" oder seine Tagebücher aus dem Zweiten Weltkrieg (Strahlungen, Gärten und Straßen) und vor allem seine Tagebücher aus der Nachkriegszeit (Siebzig verweht) zu. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.


    Herzliche Grüße
    Jörg

    Guten Abend,
    da hätte ich auch noch ein paar Romanempfehlungen zum Ersten Weltkrieg:


    Ettighoffer, Paul: Gespenster am Toten Mann. Der ansonsten ausgesprochen nationalkonservative Ettighofer geht in diesem Roman sehr kritisch auf die Diskriminierung der in der dt. Armee dienenden Elsaß-Lothringer ein.


    Frey, Alexander, Moritz: Die Pflasterkästen. Beschreibt den Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg.


    Köppen, Edlef: Heeresbericht. Erlebnisse eines Offiziers der Feldartillerie an der Westfront


    Renn, Ludwig: Krieg. Stellt vor allem die Belastungen des Soldaten im Stellungskrieg dar)
    T
    oller, Ernst: Eine Jugend in Deutschland. Der später in der Münchner Räterepublik hervorgetretene Toller beschreibt seine Erlebnisse als Kriegsfreiwilliger.


    Zweig, Arnold: Erziehung vor Verdun. Dieser Roman befasst sich intensiv mit den Kriegserlebnissen eines "Schippers", also eines Soldaten in einem Armierungsbataillon, die zum Stellungsbau und anderen schweren Arbeiten, oft im dichten Artilleriefeuer, eingesetzt wurden.


    Aus Frankreich ist lesenswert:


    Barbusse, Henri: Das Feuer - Le feu. Frankfurt


    Herzliche Grüße
    Jörg

    Hallo,


    das dürfte aber die "entschärfte" Version, also die um die nationalsozialistische Propaganda gekürzte Variante sein.
    Gibt es auch auf youtube
    https://www.youtube.com/watch?v=mYRsM12Mj30


    Als Hintergrund sollte man allerdings wissen, das dieser Film auf den Roman "Der Glaube an Deutschland" von Hans Zöberlein beruht. Über den literarischen Wert dieses voll auf dem Boden der nationalsozialistischen Ideologie stehenden Buches kann man sehr geteilter Meinung sein.


    Das Zöberlein als Führer eines Werwolf-Kommandos verantwortlich für die Ermordung einiger Bürger in Penzberg im April 1945 war, dürfte bekannt sein.


    Ich halte "Unternehmen Michael" für wesentlich gelungener.


    Gibt es auch auf Youtube
    https://www.youtube.com/watch?v=C95qezW_7zM


    Auch hier sind britische Panzer im Einsatz.


    Grüße

    Guten Abend,
    kleiner Versuch der Erklärung der Begriffe „Waffengattung“ und „Truppengattung“ der Wehrmacht von mir – nach bestem Wissen und Gewissen ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


    Waffengattung“ war bei der Wehrmacht der Oberbegriff für verschiedene „Truppengattungen“ mit gleichen Aufgaben.


    Beispiel: Zur „Waffengattung“ INFANTERIE gehörten die Truppengattungen
    - Infanterie
    - Jäger, Gebirgsjäger- und Skijäger
    - Grenzinfanterie, Landwehr und Grenzwacht
    - Feldersatz- und Feldausbildungstruppen
    - Osttruppen
    - MG-Einheiten
    - Granatwerfereinheiten
    - Flugabwehreinheiten (soweit nicht der Heeresflak zugeordnet, die wiederum zur Waffengattung „ARTILLERIE“ gehörte)
    - Ersatztruppen und Schulen dieser Truppengattungen


    Infanterieeinheiten (mot.) gehörten bis 1943 zur Waffengattung Infanterie und traten dann erst zur neu gebildeten Waffengattung „PANZERTRUPPEN“ über.
    Umgekehrt gehörten Reiter- und Radfahrertruppen bis 1943 zur Waffengattung „SCHNELLE TRUPPEN“ und kamen nach deren Auflösung zur Infanterie.


    Waffengattungen waren
    - Infanterie
    - Schnelle Truppen (bis 1943), dann unter Umverteilung der bisher hier geführten Truppen in
    - Panzertruppen umbenannt
    - Artillerie, hier wurde die
    - Heeresflak-Artillerie 1941 als eigene Waffengattung ausgegliedert, allerdings mit Besonderheiten hinsichtlich der Unterstellung
    - Pioniere
    - Nachrichtentruppen, hier wurden 1942 die
    - Propagandatruppen eigene Waffengattung
    - Versorgung
    - Sicherung


    Das nachfolgende ist nur eine grobe Übersicht, es gibt eine Reihe von Abweichungen, es würde zu weit führen jetzt alle Feinheiten darzustellen. Z.B. lässt sich aus der Waffenfarbe nicht ohne weiteres auf die Waffengattung schließen.


    Zu diesen Waffengattungen gehörten jeweils (ohne Ersatztruppen und Schulen)
    INFANTERIE siehe oben


    SCHNELLE TRUPPEN
    - Schützen- / Kradschützen – nicht die Infanterie (mot)!
    - Panzertruppen
    - Panzerjäger
    - Aufklärung
    - Reiterei
    Aus der Waffengattung Schnelle Truppen wurde 1943 gebildet die Waffengattung:


    PANZERTRUPPEN
    - Panzertruppen
    - Panzergrenadiere
    - Grenadier-/Füsilierregimenter (mot)
    - Panzerjäger
    - Schnelle Abteilungen (ohne Radfahrer und Reiter)
    - Panzer-Aufklärung
    - Eisenbahn-Panzerzüge (bisher Eisenbahntruppen – Waffengattung Pioniere)


    ARTILLERIE
    - Artillerietruppenteile
    - Aufklärende Artillerie
    - Panzer- und Sturmartillerie
    - Heeresküsten- und Festungsartillerie
    - Heeresflakartillerie (wurde 1941 eigene Waffengattung)
    - Nebeltruppen und Gasabwehr (1940 eigene Waffengattung)
    - Kriegskarten- und Vermessungswesen (1943 eigene Waffengattung)


    PIONIERE
    - Pioniertruppenteile
    - Bautruppen
    - Eisenbahntrupen (Eb-Pioniere und –Betriebstruppen)
    - Technische Truppen


    NACHRICHTEN
    - Nachrichtentruppen
    - Nachrichten-Aufklärung (Horchtruppen)
    - Propagandatruppen (1942 eigene Waffengattung)


    VERSORGUNG
    - Nachschub
    - Kraffahrparktruppen (1942 eigene Waffengattung)
    - Feldzeugtruppen (1942 eigene Waffengattung)
    - Verwaltungstruppen
    - Sanitätstruppen
    - Feldpost
    - Transportwesen (Waren Wehrmachtstruppen – nicht Heerestruppen)
    - Wehrwirtschaft (Waren Wehrmachtstruppen – nicht Heerestruppen)


    ORDNUNGSTRUPPEN
    - Ordnungstruppen wie Feldkommandanturen, Wacheinheiten, Feldgendarmerie.
    Für Geheime Feldpolizei und Strafvollzug galten hinsichtlich der Zuordnung zur Waffengattung Ordnungstruppen Sonderbestimmungen
    - Landesschützen und Sicherungstruppen
    - Kriegsgefangenenwesen
    - Dienststellen und Einheiten der Abwehr


    Etwas verwirrend ist, dass die Bundeswehr von 1955 bis etwa 1972 die Begriffe Truppengattung und Waffengattung genau anders wie die Wehrmacht verwendete. In diesem Zeitraum war TRUPPENGATTUNG der Oberbegriff und Waffengattung der nachgeordnete Begriff. Beispiel:
    Zur Truppengattung Führungstruppen gehörten 1960 die „Waffengattungen“:
    - Technische Aufklärungstruppe
    - Fernmeldetruppe
    - Heeresfliegertruppe
    - Feldjägertruppe
    Nach 1972 kehrte man wieder zum alten Schema zurück, zu den Führungstruppen gehörten dann die „Truppengattungen“:
    - Fernmeldetruppe
    - Topographietruppe
    - PSV-Truppe
    - Frontnachrichtentruppe
    - Fernspähtruppe


    Literatur:
    - Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. Bd. 1: Die Landstreitkräfte - Waffengattungen - Gesamtübersicht , Osnabrück 1979. – Die Waffengattungen sind jeweils am Beginn der einzelnen Kapitel beschrieben.
    - Fuchs, Karl-Heinz / Kölper, Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Militärisches Taschenlexikon, Frankfurt 1961
    - FüH III 2: HDv 100/100 Führung im Gefecht (TF/G 73)


    Die Einzelheiten zu den Waffengattungen der Wehrmacht sind in den einschlägigen Allgemeinen Heeresmitteilungen (AHA) beschrieben, auf die sich auch Tessin bezieht. Z.B. die Auflösung der Waffengattung „Schnelle Truppen“ in der AHA 309/1943.


    Einiges findet man auch - allerdings recht verstreut – in:
    Absolon, Rudolf : Die Wehrmacht im Dritten Reich:
    Band IV: 5. Februar 1938 bis 31.August 1939 (Schriften d. Bundesarchivs, 16/IV) Boppard 1979
    Band V: 1. September 1939 bis 18. Dezember 1941 (Schriften d. Bundesarchivs, 16/V) Boppard 1988.
    Band VI: 19. Dezember 1941 bis 09. Mai 1945 (Schriften d. Bundesarchivs, 16/VI) Boppard 1995.


    Freundliche Grüße
    Jörg

    Hallo,


    Von 1957 bis 1964 gab es im Moewig-Verlag eine Heftromanreihe "Soldatengeschichten" später "Soldatengeschichten und Fliegergeschichten". Das war eine Konkurrenzreihe zu den "Landser"-Heftchen, nach meinem Geschmack aber besser gemacht.


    Hier erschien als Band 134 ein Heft mit dem Titel "Auf verlorenem Posten in Abessinien - Deutscher Offizier führt italienische Askaris im abessinischen Kleinkrieg", der sich anscheinend ebenfalls mit dem Einsatz deutscher Soldaten in Eritrea/Abessinien befasst. Ich kenne das Heft selbst nicht und kann leider nur ein schlechtes Foto des Titelbildes zur Verfügung stellen. Das Bild stammt von der Seite http://trivialitas.piranho.de/trivialitas.htm
    Grüße
    Nemere

    Hallo,


    Die Deutsche Dienststelle (WASt) ist eine Behörde des Landes Berlin - ich glaube nicht, das man bei einer "Behörde" Mitglied werden kann.


    Zitat: "Nach der Verwaltungsvereinbarung vom 9. Januar 1951 ist die Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt) eine Dienststelle des Landes Berlin und nach § 2 Abs. 2 des Gesetzes über die Errichtung eines Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin und eines Landesamtes für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin vom 12. November 1997 (GVBl. S. 596) dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin zugeordnet." https://www.dd-wast.de/de/wir-ueber-uns/rechtsgrundlage.html

    Grüße
    Jörg

    Hallo,


    Zu den "Nummern-Sprüngen" bei den Infanterie-Divisionen:
    Die 400er Nummern waren vor allem von den "Divisionen z.bV." belegt, in der 500er Gruppe haben wir einige der bei Kriegsanfang aus Grenzabschnittskommandos aufgestellten Divisionen, weiter einige Divisionen z.b.V. zur Führung von Landesschützen, dann die vier 1940 aus Landesschützen aufgestellten Divisionen am Oberrhein (554 - 557) und ab 1944 zahlreiche Volksgrenadier-Divisionen.


    Tessin schreibt zu diesen Lücken: "Die Belassung vo Lücken war offensichtlich zu dem Zweck erfolgt, um den Gegner über den Umfang der Neuaufstellungen zu täuschen." (Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. Bd. 1: Die Landstreitkräfte - Waffengattungen - Gesamtübersicht , Osnabrück 1979, S. 40).


    Grüße
    Jörg

    Hallo Heinrich,
    ein Schießen aus der Bewegung heraus gibt es beim indirekt gerichteten Artilleriefeuer nicht. Auch die Panzerartillerie bezieht immer eine Feuerstellung. Damit ist die Position der Batterie dem VB bekannt. Selbst in der von Dir zitierten waldlosen Wüste wird von der Feuerleitstelle der Batterie aus die Lage der Schüsse kaum sicher zu beobachten sein.


    Der Ablauf des Schießens ist genauso wie bei der gezogenen Artillerie, nur ist die Panzerartillerie in der Lage häufiger Stellungswechsel durchzuführen. Als Schießverfahren dienen auch bei der Panzerartillerie
    1. das Einschießen / Gabelbildung
    2. das Sehstreifenverfahren. Hierbei ist es übrigens nicht einmal notwendig, das der VB die Lage der Feuerstellung kennt, da alle Messungen auf seine Position und seine Beobachtungslinie bezogen werden. Die Feuerstellung muss dagegen die Position des VB kennen.
    3. Das Schießen nach dem Schußrichtungsverfahren. Hier wird die Bezugslinie zum Ziel nicht vom Beobachter, sondern allein von der Feuerstelle nach Kartenwerten bestimmt - der Beobachter übernimmt lediglich die Schußbeobachtung.
    4. Das Einschießen mit Einmessen dürfte dagegen bei der Panzerartillerie im beweglich geführten Gefecht eher selten angewandt worden sein, da hier mindestens zwei Beobachtungsstellen erforderlich sind und ein gewisser Zeitaufwand nötig ist.
    5. Auch das reine Planschießen, also Wirkungsschießen allein nach Kartenwerten ohne Schußbeobachtung dürfte bei der Panzerartillerie aufgrund des hohen Munitionsaufwandes eher selten gewesen sein.


    Schießen aus der Bewegung kommt bei der Panzerartillerie allenfalls im direkten Richten bei der Abwehr von Panzerangriffen, beim Gefecht gegenüber durchgebrochener Infanterie oder beim unmittelbaren Einsatz einzelner Geschütze zur Unterstützung der Kampftruppe, z.B. im Ortskampf vor.


    Grüsse
    Jörg

    Guten Abend,


    Wurden in die NVA ehemalige (aktive) Soldaten und Offiziere übernommen? Wenn ja unter welchen Bedingungen? Wie sahen die Einstellungstests aus?


    Friedrich Paulus, der Oberfehlshaber der 6. Armee in Stalingrad, hatte z.B. eine offizielle Funktion als Leiter des Kriegsgeschichtlichen Forschungsrates an der Hochschule der Kasernierten Volkspolizei. Aus der Kasernierten Volkspolizei ging die NVA hervor.


    Literatur zum Einsatz von Wehrmachtsoffizieren bei der NVA:
    - Lapp, Peter Joachim: General bei Hitler und Ulbricht. Vincenz Müller - Eine deutsche Karriere, Berlin 2003.
    - Lapp, Peter Joachim: Ulbrichts Helfer. Wehrmachtsoffiziere im Dienst der DDR, Bonn 2000.


    Noch zur Bewertung der Militärgeschichtlichen Forschung in der DDR:
    - Beth, Hans-Joachim (Hrsg.): Forschungen zur Militärgeschichte. Probleme und Ergebnisse am Militärgeschichtlichen Institut der DDR (= Gesellschaft - Geschichte - Gegenwart, 11) Berlin 1998.


    - Zur weiter oben aufgeworfenen Frage der Traditionsübernahme in der NVA:
    - MGFA (Hrsg.): Tradition und Reform in den Aufbaujahren der Bundeswehr. (= Entwicklung deutscher militärischer Tradition, Band 2), Herford 1985, S. 144 - 147.
    - MGFA (Hrsg.): Symbole und Zeremoniell in deutschen Streitkräften. (= Entwicklung deutscher militärischer Tradition, Band 3), Herford 1984, S. 160 - 185.


    Grüsse
    Jörg

    Guten Abend,


    die Militärgeschichtsschreibung der Ex-DDR hat teilweise sehr brauchbare militärhistorische Bücher zum Thema Zweiter Weltkrieg hervorgebracht, die sich häufig mit sonst wenig behandelten Themen befassen.
    Diese Bücher sind sicher ideologisch geprägt, was sich häufig auf die Schlussfolgerungen auswirkt - die man als kritischer Leser aber nicht übernehmen muss. Nichts destotrotz sind die Fakten fast immer korrekt dargestellt, die in diesen Büchern verwendeten Quellen befinden sich heute größtenteils im BA-MA und sind einwandfreie Primärquellen. Die Tatsache, das ständig der Begriff "faschistisch" auftaucht, macht diese Bücher nicht wertlos.


    Ein großer Teil der vom Militärgeschichtlichen Institut der DDR im Militärverlag herausgegebenen Bücher sind geradezu international anerkannte Standardwerke, die immer wieder in der seriösen Militärgeschichtsschreibung zitiert werden. Man prüfe allein die Literaturverzeichnisse der vom MGFA herausgegebenen Reihe "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg", wie oft dort Werke aus der Ex-DDR genannt werden. Das kommt hauptsächlich daher, weil im Militärgeschichtlichen Institut Themen behandelt wurden, die sonst kaum erörtert wurden und weil dass diese Werke durchaus historische Substanz haben.


    Beispiele:


    -Höhn, Hans: Feuerkraft des Aggressors. Zur Entwicklung der Artillerie in den Landstreitkräften des deutschen Militarismus von 1935 bis 1960. (= Militärhistorische Studien, 3) Berlin (Ost) 1961.
    -Höhn, Hans: Entwicklung, Einsatzgrundsätze und Organisation der Infanterie des imperialistischen deutschen Heeres (1933 - 1945), Dissertation 2 Bände, Leipzig 1965.
    - Höhn, Hans: Zur Bewertung der Infanterie durch die Führung der deutschen Wehrmacht. In: Zeitschrift für Militärgeschichte 1965, S. 417 – 432.
    - Höhn, Hans: Zur Entstehung der Einsatzgrundsätze der Infanterie der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. In: Zeitschrift für Militärgeschichte 1970, S. 554 – 567.


    -Förster, Gerhard: Totaler Krieg und Blitzkrieg. Die Theorie des Totalen Krieges und des Blitzkrieges in der Militärdoktrin des faschistischen Deutschlands am Vorabend des zweiten Weltkrieges (= Militärhistorische Studien, NF, 10) Berlin (Ost) 1967.


    -Kühnrich, Heinz: Der Partisanenkrieg in Europa 1939 - 1945. Berlin (Ost) 1965.


    -Bartosek, Karel: Der Prager Aufstand 1945. Reihe Kleine Militärgeschichte, Berlin (Ost) 1965.


    - Battaglia, Roberto: Der italienische Widerstandskampf 1943 bis 1945, Reihe Kleine Militärgeschichte, Berlin (Ost) 1970.


    -Menger, Manfred: Deutschland und Finnland im zweiten Weltkrieg. Genesis und Scheitern einer Militärallianz. (=Militärhistorische Studien, 26), Berlin (Ost) 1988


    - Tillmann, Heinz: Deutschlands Araberpolitik im Zweiten Weltkrieg. Berlin (Ost) 1965

    Das beste Beispiel überhaupt ist der "Eichholtz". Obwohl die ersten beiden Bände noch in der DDR erschienen sind, gilt dieses Buch heute international als das Standardwerk zur Rüstung und Kriegswirtschaft überhaupt.


    -Eichholtz, Dietrich: Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft 1939-1945. Bd. 1: 1939-1941 (1969), Bd. 2: 1941-1943 (1985), Bd. 1943-1945 (1996), Berlin (Ost) bzw. Berlin


    Drei weitere Bücher als Beispiel, die nicht nur den Zweiten Weltkrieg behandeln, aber trotzdem so ziemlich allein auf weiter Flur stehen, weil die angerissenen Themen sonst kaum behandelt sind:

    -Militärverlag der DDR (Hrsg.): Wörterbuch zur Deutschen Militärgeschichte, 2 Bände. Berlin 1985. Das ist überhaupt das einzige moderne Lexikon zur deutschen Militärgeschichte, wenn man kurze prägnante Definitionen sucht, kommt man daran nicht vorbei


    Urlanis, Boris Z.: Bilanz der Kriege. Die Menschenverluste Europas vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Berlin (Ost) 1965. Wird als quasi Standardwerk immer noch herangezogen.

    -Rahne, Hermann: Mobilmachung. Militärische Mobilmachungsplanung und - Technik in Preussen und im Deutschen Reich von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg (= Militärhistorischen Studien, NF, 23) Berlin 1983.


    Auch die „Zeitschrift für Militärgeschichte (1962-1990)“ der DDR kann so unbrauchbar nicht gewesen sein, da das Gesamt-Inhaltsverzeichnis vor nicht allzulanger Zeit wieder beim MGFA erschienen ist.


    P.S.
    Ich komme nicht aus der Ex-DDR, durfte aber als Offizier der Bundeswehr in den neuen Bundesländern ab 1991 den Übergang der NVA in die Bundeswehr mit erleben. In dieser Zeit hatte ich reichlich Gelegenheit, mich in den meist sehr gut sortierten Stabsbibliotheken der ehemaligen NVA mit den Arbeiten der DDR-Militärgeschichtsschreibung zu beschäftigen.


    Grüsse
    Jörg

    Hallo Christian,
    den Aufsatz von Schönwetter gibt es digitalisert hier:
    http://periodika.digitale-samm…tt_bsb00007629,00068.html
    Und die Ergänzungen dazu hier in dieser Bibliothek
    https://opacplus.bib-bvb.de/To…tifier=21_FAST_2029582338


    Den Ausstellungskatalog gibt es in einigen bayerischen Bibliotheken, man kann ihn von dort per Fernleihe bekommen:
    http://services.bibliothek.kit…V001086034&showCoverImg=1


    Das Buch von Layer/Schönwetter gibt es hier in der Bibliothek
    https://opacplus.bib-bvb.de/To…tifier=21_FAST_2029582338


    Mit freundlichen Grüssen
    Jörg

    Guten Abend,


    In Dillingen gab es an Kavallerietruppenteilen der Wehrmacht:


    - Wehrkreisremonteschule VII (1935-1945)
    - Wehrkreis-Reit- und Fahrschule VII (1935-1945)
    - Ersatzkompanie für Infanterie-Reiterzüge VII (1940-1944)


    Der Hinweis oben auf das Bayerische Hauptstaatsarchiv - Abt. IV - Militärarchiv wird nicht viel bringen. Dieses Archiv ist zwar sehr vollständig hinsichtlich der Bayerischen Armee bis 1920, aber die Akten zu Wehrmachtstruppenteilen lagen in Potsdam.


    Literatur zur Garnison Dillingen im fraglichen Zeitraum:
    Kunz, Hannelore / Gribl, Albrecht A..: 300 Jahre Garnison Dillingen 1681 – 1981. Katalog zur Ausstellung im Stadt- und Hochstiftsmuseum Dillingen, Dillingen 1981.
    Layer, Adolf / Schönwetter, R.: 300 Jahre Garnisonsgeschichte Dillingen an der Donau 1681 – 1981, Dillingen 1981.
    Schönwetter, Reinhold: Die Garnison Dillingen in Vergangenheit und Gegenwart. In: Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen, 76 (1974) S. 66 - 94.
    Schönwetter, Reinhold: Die Garnison Dillingen in Vergangenheit und Gegenwart: erweiternde und ergänzende Beiträge / Reinhold Schönwetter. Dillingen (Eigenverlag) 1977.


    Grüsse
    Jörg

    Hallo,


    grundsätzlich hatte bei Kriegsbeginn jede (Feld-) Division eine Bäckerei- und eine Schlächtereikompanie. Ausnahmen gab es bei den "Divisionen Nummer", zur Führung von Ersatzeinheiten in der Heimat, bei den Reservedivisionen, bei einigen Divisionen der 15. Welle, bei den Feldausbildungsdivisionen usw.
    Im Zuge der Umstellung auf die Division 44 wurden bei einer Reihe von Divisionen Bäckerei- und Schlächtereikompanien aufgelöst und als "Bäckerei-" bzw. "Schlächtereizüge" in die neu aufgestellten Divisionsverwaltungskompanien eingegliedert.
    Oberhalb der Divisionsebene gab es noch folgende Bäckereieinheiten:
    -Korps: Normalerweise keine direkt unterstellten Bäckereieinheiten. Ausnahmen bei den gegen KRiegsende geplanten Panzerkorps, hier waren im Korpsversorgungsregiment Bäckereieinheiten geplant
    -Armee: Die Armee verfügte über mehrere Bäckereikompnien (bis zu sechs), später teilweise auch Großbäckereikompanien.
    -Weiter gab es noch eine Anzahl von ortsfesten Bäckerei-Einheiten, z.B. 1940 die Bäckerei-Kp Euskirchen für den Kommandeur der Befestigungen Niederrhein.


    Literatur:
    Hinrichsen, Horst: Gulaschkanonen - Feldküchen - Bäckereien 1935 - 1945, Wölfersheim - Berstadt 1996,
    Müller, Hermann: Die Feldbäckereien. Geschichte und Geschichten über das Kommissbrot, Wörthsee 2003 (Stellt umfassend das gesamte Gebiet des Feldbackwesens dar).
    H.Dv. 489/1. Das Verwaltungstruppengerät - Der Backanhänger (Sd. Ah. 106), 1939
    H.Dv. 489/2. Das Verwaltungstruppengerät - Der Backanhänger (Sd. Ah. 105), 1939
    H.Dv. 489/3. Das Verwaltungstruppengerät - A. Der Teigknetanhänger (Sd. Ah. 35), B. Der Teigknetwagen (Vwf 2) , 1939
    H.Dv. 489/5. Das Verwaltungstruppengerät -A. Bäckereigerät, B. Backzelt und Brotzelt mit Zwischenteil, 1940
    H.Dv. 491/1. Ausbildungsvorschrift für Verwaltungstruppen (A.V.Vw.), Heft 1 - Richtlinien für die Ausbildung der Bäckerei- und Schlächterei-Ersatzkompanie . 1942


    Herzliche Grüsse

    Hallo,


    Quote

    Also stimmt das mit dem enormen Rückstoß auch für die Gewehrgranaten der Bundeswehr.


    Da ich bei der Bundeswehr vor einigen Jahrzehnten noch recht häufig mit der Gewehrgranate auf dem G 3 (sowohl Gefechts- wie Übungsgranate) geschossen habe, kann ich dazu einige Erfahrungen beitragen.
    So dramatisch war der Rückstoß auch nicht - er wurde nur von vielen Ausbildern übertrieben, den Soldaten wurde damit Angst gemacht und deswegen kam es dann auch zu Unfällen.
    Wenn man den Riemen straff vor der Brust spannte, war der Rückstoß etwas stärker als bei einer Flinte im Kaliber 12 und damit durchaus auszuhalten.
    Die Kampfentfernung 100 m war doch eher Theorie. Gute Trefferaussichten gab es so bei 50 - 60 m. Optimal war das Schießen im Ortskampf aus höhergelegenen Fenstern, weil damit die Gewehrgranate meistens auf der doch schwächer gepanzerten Motorabdeckung des Panzers zur Wirkung kam.


    Gruß

    Hallo,


    also nochmal zur Klarstellung - obwohl das aus den Angaben oben schon klar hervorgeht:


    Das IR 42 unterstand während der Besetzung des Sudetenlandes noch der 10. Infanteriedivision und nahm im Rahmen dieser Division am Einmarsch teil, ich habe hier nur die genauen Daten des II. Btl aus Hof:
    19.9.1938 Verlegung im Bahntransport von Hof nach Roding, Beziehen eines Verfügungsraum zunächst bei Roding, dann bei Geigant (südlich Waldmünchen)
    4.10.1938 Grenzübertritt bei Schönau-Schwarzach (ostwärts Oberviechtach / Schönsee)
    erste Unterkunft bei Hostau
    Bis 10.10.1938 Vormarsch in den Raum Mies - südlich Pilsen,
    danach Sicherung der Demarkationslinie bei Roth - Aujetz


    Alle Angaben nach:
    Schwab, Oberzahlmeister d. R., Heeresstandortverwaltung Hof: Standortchronik Hof, Hof 1940, S. 41 - 42 (Im Stadtarchiv Hof, Signatur M 90).


    Nach der Besetzung des Sudetenlandes wurde das Regiment der dort im Anschluß in KARLSBAD neu aufgestellten 46. Infanteriedivision unterstellt (am 24.11.1938).


    Grüsse

    Hallo,


    Aussage 2 von Schmidt ist FALSCH! Im Oktober 1935 unterstanden der 10. Infanteriedivision die Inf.Rgt. 20 (Regensburg, Deggendorf), 41 (Amberg,Weiden) UND 62 (Landshut, Passau). (Tessin, a.a.O, S, 320 ff.)
    Das Inf.Rgt 42 gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zur 17. Inf.Div in Nürnberg.


    Am 30.09.1938 unterstand das Inf.Rgt 42 der 10. Infanteriedivision und ab 24.11.1938 der 46. Infanteriedivision in Karlsbad (36. Inf.Div ist ein Schreibfehler).


    Grüsse