Posts by Nemere

    Guten Abend,

    beim Institut für Zeitgeschichte sind als pdf die persönlichen Aufzeichnungen des Generals Blumentritt, vor allem aus seiner Zeit als Chef des Stabes OB West, vorhanden:
    https://www.ifz-muenchen.de/archiv/zs/zs-0208_1.pdf

    Auf S. 9 ff. des Originaldokuments (S. 10 der pdf-Datei) finden sich z.B. recht interessante Beobachtungen zur Person und zum medienwirksamen Verhalten Rommels.
    Am Ende geht Blumentritt auch auf die Entstehung des "Manstein-Plans" für den Westfeldzug 1940 ein.

    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    Nach der Heeresreform IV kam auf jedes aktive FJg Bataillon fünf Mob Bataillone mit jeweils 5 Kompanien.

    Das dürfte wohl etwas übertrieben sein.

    In der Heeresstruktur IV (ab 1980) sah die Planung wie folgt aus:
    FJgBtl 610 (Schleswig-Holstein): KEIN MobBtl, MobBtl 620 wurde erst 1993 aufgestellt.
    FJgBtl 720 (Wehrbereich II): 2 MobBtl (721, 722)
    FJgBtl 730 (Wehrbereich III): 3 MobBtl (731, 732, 733)
    FJgBtl 740 (Wehrbereich IV): 3 MobBtl (741, 742, 743)
    FJgBtl 750 (Wehrbereich V): 1 MobBtl (751)
    FJgBtl 760 (Wehrbereich VI): 2 MobBtl (761, 762)
    FJgBtl 900 (BMVg): KEIN MobBtl
    Dazu kamen noch einige nicht aktive Feldjägerkompanien bei einigen der aktiven Bataillone, z.B. die 7./FJgBtl 720, die 6. - 8. FJgBtl 610, die 7./FjgBtl 740, die 7./FJgBtl 750 sowie 3 bis 5 nicht aktive Kompanien beim FJgBtl 900.

    Nach Ende der Heeresstruktur 4 und den dann folgenden, sich gegenseitig überholenden Umstrukturierungen hatten die Feldjägerbataillone höchstens noch EIN Mob-Btl, soweit diese überhaupt aufgestellt wurden.

    Grüße
    Jörg
    (auch jahrzehntelang Feldjäger)

    Hallo,

    der Zeitungsbericht ist allerdings teilweise unrichtig. Natürlich wurden auch normale PKW oder Kleinbusse "requiriert". genauso wie Motorräder. Sie wurden allerdings im Frieden im Gegensatz zu LKW usw. nicht übungshalber eingezogen.
    Anbei dazu der StAN-Auszug einer Feldjägerkompanie (Geräteeinheit) von 1987. Hier sind neben 5 Lastwagen allein 27 PKW-Kombi, 2 PKW-8-Sitze (z.B. VW-Bus) und auch 9 Krad gl, also Geländemaschinen, vorgesehen.
    StAN VI A FJgKp 1987-1.jpg
    Anbei auch der Vordruck eines Bereitstellungsbescheids (so der korrekte Ausdruck) für ein Kraftfahrzeug.
    bereitstellungsbescheid (2).jpg

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    Rheimatall 20 mm Zwilling

    Die Flugabwehrkanone 20 mm Zwilling hat eine Reichweite gegen Flugziele von 1600 m und eine maximale Zielbekämpfungszeit von 5 Sekunden.

    Flak 20 mm Zwilling-Flugabwehrkanone - ab 1972 bei der Luftwaffe

    (Technische Daten unten auf der Seite)
    Siehe auch beigefügte Seite aus der Taschenkarte Fliegerabwehr Nr. 1 der Bundeswehr

    TK_FlgAbw1-860004.jpg

    Das mag zum Zeitpunkt der Einführung 1972 noch gegen Tieflieger mit der damals üblichen Bewaffnung (Kanonen, Sprengbomben, ungelenkte Raketen) gewisse Erfolgsaussichten gehabt haben. Bei der heute üblichen Bewaffnung von Flugzeugen, die im Regelfall aus größeren Entfernungen ausgelöst werden, wären Abschußerfolge mit dieser Waffe reine Zufälle.
    Allerdings hat die 20 mm sowohl als Zwilling wie auch als einläufige Feldkanone durchaus gute Wirkung gegen ungepanzerte Bodenziele und hat von daher eine gewisse Bedeutung beim Objektschutz.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    Nun gibt es dazu eine Stellungnahme aus den USA:


    Ex-CIA-Chef und früherer Vier-Sterne-General der US-Armee, David Petraeus, geht von einer massiven militärischen Antwort der USA aus, sollte Russland in der Ukraine Atomwaffen einsetzen. Petraeus sagt dem Sender ABC News, die USA und ihre Verbündeten würden die russischen Truppen in der Ukraine ausschalten.

    Dabei darf man aber einen wichtigen Satz etwas weiter unten in dieser Meldung nicht übersehen: "Er betont, dass er nicht mit dem Nationalen Sicherheitsberater im Weißen Haus, Jake Sullivan, über dieses Szenario gesprochen habe."
    Also eine nicht abgestimmte Meinungsäußerung des Herrn Petraeus.

    https://www.n-tv.de/politik/10…hrt--article23143824.html

    Meldung von 07:07 Uhr.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    es gibt eine ganze Reihe von neueren Darstellungen zum Kriegsende in Passau, die sicher in den Passauer Bibliotheken verfügbar sind:

    Kellermann, Heinz: Die Front erreichte im 2. Weltkrieg auch Passau (Der Passauer Wolf, 21), Passau 2009.


    Kellermann, Heinz: Um 13 Uhr zogen die Amerikaner in die Altstadt ein. Kriegsgeschehen und Ende des Zweiten Weltkriegs in Passau , Berlin 2019.


    Kellermann, Heinz: Neue Erkenntnisse zum Ende des 2. Weltkriegs in Passau. (Kurze Beiträge zur Passauer Stadtgeschichte), Passau 2010.


    Kellermann, Heinz: Wie US-Truppen am 2. Mai 1945 Passau besetzten. (Kurze Beiträge zur Passauer Stadtgeschichte 67), Passau 2011.


    Kellermann, Heinz: Drei falsche Darstellungen zum Kriegsende in Passau. (Kurze Beiträge zur Passauer Stadtgeschichte 84), Passau 2013.


    Kellermann, Heinz: Das Schicksal von Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion am Ende des 2. Weltkriegs im Passauer Raum, Passau 2015.


    Kellermann, Heinz: Luftangriffe auf Passau und Ende des 2. Weltkriegs in Passau, Passau 2015.


    Kellermann, Heinz: Das SS-Pionier- Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon Nr. 2 vom Herbst 1944 bis Anfang Mai 1945 in der Passauer Somme-Kaserne, Passau 2018.


    Kellermann, Heinz: Kriegsende 1945 in Passau, Passau 2018.


    Kellermann, Heinz: Das Dokument vom 2. Mai 1945 23.00 Uhr - bedingungslose Kapitulation der Stadt Passau, Passau 2018.


    Wagner, Christoph: Das Ende des zweiten Weltkriegs in der Stadt Passau. In: Ostbairische Grenzmarken. 42 (2000), S. 181-207


    Grüße
    Jörg

    Hallo Rüdiger,

    Das Grenadierbataillon 4 wurde 1956 vor allem aus Angehörigen des Bundesgrenzschutzes Deggendorf aufgestellt. daraus wurde 1959 das Panzergrenadierbataillon 112 in Regen.

    Das Bataillon war kurz in Mittenwald und dann in Regensburg stationiert.

    Wie damals üblich war das Btl direkt der 4. Grenadierdivision unterstellt und wurde der Kampfgruppe A 4 zugeteilt (Stab der Kampfgruppe zunächst in Weiden und ab Oktober 1956 in Amberg).

    Die Feldjägerkompanie 4 wurde im Frühsommer 1956 aufgestellt und lag bis Ende 1956 in Sonthofen, da damals alle neu aufgestellten Feldjägerkompanien für die Durchführung der Ausbildung an der dortigen Feldjägerschule zusammengefasst wurden

    In Regensburg lag von 1956-1972 die Kompanieführung, der Fernmeldezug, die Versorgungsteile und ein Feldjägerzug.
    Weitere Feldjägerzüge lagen in Amberg und seit 1959 in Landshut, 1957 - 1959 in Murnau sowie zeitweise auch in Cham und Weiden. Die Kompanie hatte zeitweise bis zu fünf Feldjägerzüge, die in sog. "Feldjägerwachkommandos", später Feldjägerdienstkommandos (vergleichbar den Polizeistationen) ihren Dienst leisteten.
    1972 wurde die Kompanie gekadert und behielt nur den Standort Regensburg.
    Aus dem Standort Amberg wurde ein Zug der 2./Feldjägerbataillon 760, bei diesem Feldjägerdienstkommado in Amberg habe ich auch 1976 meine Dienstzeit begonnen.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    die III./ Grenzschutzgruppe 1 lag von 1953 bis 1955 in Amberg und wurde dann nach Weiden verlegt.

    Der BGS war wie gesagt von 1955 bis 1956 in Weiden, die Kaserne wurde dann an die Bundeswehr übergeben. Aus den Beamten des Weidener BGS, die sich zu einem Übertritt in die Bundeswehr entschlossen hatten, wurden das Panzerbataillon 4 und Teile der III./ Feldartillerie -Rgt 4 aufgestellt.
    Der BGS in Nord- und Ostbayern stellte 1956 die Kader für die Aufstellung der damaligen 4. Grenadierdivision (später Panzergrenadierdivision, bzw. einige Jahre Jägerdivision).


    In Amberg nutzte der BGS die Kaiser-Wilhelm-Kaserne und die Leopold-Kaserne.
    Beide Kasernen decken sich nicht mit den Fotos.

    Auf den Fotos haben wir einen typischen Kasernenbau der 1930er Jahre, wie er nach Aufstellung der Wehrmacht entstand.


    Die Kaiser-Wilhelm-Kaserne Amberg wurde vor 1870 gebaut im typischen Stil der damaligen Zeit mit großen Bauten, die den Kasernenhof umschließen.

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/af/AK_-_Amberg_-_Kaiser-Wilhelm-Kaserne_-_1900.jpg/800px-AK_-_Amberg_-_Kaiser-Wilhelm-Kaserne_-_1900.jpg

    Die Leopoldkaserne entstand 1914 mit leichten Jugendstilanklängen und Türmen in den Gebäudefronten.

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/86/Artillerie-Kaserne_Amberg_1.jpg


    Auch dem ersten Foto des Bildes BGS_Standort_2 ist auf dem Gebäude am linken Bildrand (hinter dem Fahnenmast) der Uhrenturm auf dem Dach des Stabsgebäudes erkennbar. Dieses Türmchen ist auch auf dem anhängenden Foto der Weidener Kaserne erkennbar (rot markiert).
    Weiden.jpg
    Das "Theatre" dürfte ein Kino der Amerikaner gewesen sein, und das "Joseph-Warner-Gymnasium" war mit Sicherheit die Sporthalle.


    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    in Weiden war der BGS erst ab 1955 und dann nur bis 1956 (Übernahme in die Bundeswehr). Stationiert war dort:

    III./ Grenzschutzgruppe 1

    In Weiden waren nur zahlenmäßig recht kleine Einheiten der US-Army stationiert, ein eigenes Gymnasium / Highschool hatten die dort nicht.
    Gleiches gilt für Amberg.

    Auf dem zweiten Foto (BGS-Standort_") ist auf dem dritten (untersten) Bild verwischt ein startender Hubschrauber erkennbar, außerdem am rechten Bildrand eine (Leucht-) Reklame "THEAT". Leider dieses Bild anscheinend unten abgeschnitten, evtl. könnte das ganze Bild weiterhelfen.

    "Gymnasium" war in den Kasernen der Amerikaner oft die Bezeichnung für Sporthallen. Darauf würde auch der Eingang dieser Halle hindeuten
    Kannst Du dieses Schild "Joseph Warner Gymnasium" nochmal vergrößert einstellen?

    Insgesamt deuten diese Photos sehr auf Weiden hin, siehe auch die Bilder von der Nutzung der Weidener Kaserne durch die US-Army:

    USAREUR Partial Photos - 94th Con Sqdn


    USAREUR Partial Photos - 94th Con Sqdn


    Oder auch die Bilder der Kaserne aus der Wehrmachtszeit:

    USAREUR Partial Photos - Grafenwoehr Wehrmacht Kasernes


    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,
    die "Einzelschriften zur militärischen Geschichte des zweiten Weltkriegs" wurden in Zusammenarbeit mit dem damals noch in Freiburg sitzenden Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr herausgegeben, oft von Autoren, die im MGFA arbeiteten.
    Die Qualität halte ich für hoch, viele der Titel dürften immer noch als Standardwerke gelten, z.B. die Werke von Hoffmann zur Wlassow-Armee und den Ostlegionen

    Hoffmann, Joachim

    Deutsche und Kalmyken 1942 – 1945 (Einzelschriften zur militärischen Geschichte des Zweiten Weltkriegs, Bd. 14), Freiburg 1974.


    Hoffmann, Joachim

    Die Ostlegionen 1941 - 1943. Turkotataren, Kaukasier und Wolgafinnen im deutschen Heer (Einzelschriften zur militärischen Geschichte des Zweiten Weltkriegs, Bd. 19) Freiburg 1981.


    Hoffmann, Joachim

    Die Geschichte der Wlassow-Armee (Einzelschriften zur militärischen Geschichte des Zweiten Weltkriegs, Bd. 27) Freiburg 1986.

    Sehr brauchbar finde ich auch:

    Fricke, Gert: Fester Platz Tarnopol 1944 (Einzelschriften zur militärischen Geschichte des Zweiten Weltkrieges, 4) Freiburg 1986.


    Magenheimer, Heinz: Abwehrschlacht an der Weichsel. Vorbereitung, Ablauf, Erfahrungen, (Einzelschriften zur militärischen Geschichte des Zweiten Weltkriegs 20 ) Freiburg 1976


    Wegmüller, Hans: Die Abwehr der Invasion. Die Konzeption des Oberbefehlshabers West 1940 – 1944 (Einzelschriften zur militärischen Geschichte des zweiten Weltkriegs 22) Freiburg 1979.


    Schindler, Herbert: Mosty und Dirschau 1939. Zwei Handstreiche der Wehrmacht vor Beginn des Polenfeldzuges (Einzelschriften zur militärischen Geschichte des zweiten Weltkriegs 7) Freiburg 1979.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    ca. 1500 m südlich von Leuterhausen verläuft immer noch die Eisenbahnlinie Ansbach - Schnelldorf - Crailsheim, hier gibt es z.B. den Bahnhof Leuterhausen-Wiedersbach.
    1945 existierte auch noch die hier nach Süden abzweigende Stichbahn Herrieden - Bechhofen

    Grüße
    Jörg