Posts by Nemere

    Hallo,
    das sieht mir in Verbindung mit dem Geburtsdatum stark nach einer Erkennungsmarke aus dem Ersten Weltkrieg aus. "M.W.K 7" dürfte für Minenwerferkompanie 7 stehen, Nr. 211 ist die laufende Nummer der Marke.
    Minenwerfer waren die Vorläufer der Granatwerfer (aber auch in gewisser Hinsicht der Infanteriegeschütze und der PAK) im ersten Weltkrieg. Zunächst waren diese Waffen bei den Pionieren angesiedelt, später hatte jedes Infanterieregiment eine Minenwerferkompanie.
    Neustadt an der Orla (als Geburtsort des Großvaters) war Teil des Großherzogtums Sachsen (das hat nichts mit dem Königreich Sachsen zu tun). Dieses Großherzogtum hatte 1867 eine Militärkonvention mit Preußen abgeschlossen und stellte daher Truppen zur preußischen Armee. So gab es das5. thüringische Infanterieregiment (Großherzog von Sachsen) Nr. 94 als Teil des XI. preußischen Armeekorps in Kassel Stationiert war das Regiment mit je einem Bataillon in Weimar, Eisenach und Jena.
    Grüße
    Jörg

    Guten Morgen,

    die RAD-Abt. 4/292 lag nach meiner Kenntnis in WUTZLHOFEN, seit 1924 ein Stadtteil von Regensburg, im Nordosten der Stadt. Dort wurden ab 1933 auf dem Geländes des ehemaligen Gutshofes Harthof Siedlungen errichtet (heutige Konradsiedlung). Der RAD war anscheinend in Gebäuden des Gutshofes untergebracht, ich nehme an, dass der RAD im Rahmen des Baus dieser Siedlung (Straßenbau etc.) eingesetzt war.

    Zu Wutzlhofen
    https://www.regensburg.de/rege…konradsiedlung-wutzlhofen

    https://de.wikipedia.org/wiki/Konradsiedlung-Wutzlhofen

    Grüße
    Jörg

    Guten Morgen,

    1. Mein Vater stammt aus Breslau und ist 1938 als Freiwilliger (siehe Kopie) nach Passau zum RAD gekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß er ins tiefste Niederbayern wollte.

    ich glaube, der Sachverhalt stellt sich anders dar:
    1. Das ist kein RAD-Freiwilligenschein, sondern eine freiwillige Meldung zur Luftwaffe. Der Reichsarbeitsdienst ist auf dem Schein gestrichen (xxx).
    2. Die Tatsache, dass er in Passau wohnte, hat nichts mit dem RAD zu tun. Eventuell arbeitete er ja in Passau. Da offenbar vom dortigen Wehrbezirkskommando eine Wehrstammkarte für ihn geführt wurde, war er auch offiziell in Passau gemeldet.
    3. Ich kann hier nicht erkennen, dass er erst als Freiwilliger nach Passau kam, sondern er hat bei Ausstellung des Scheines bereits dort gelebt.
    4. Warum sollte jemand nicht von Breslau nach Passau ziehen, wenn er z.B. dort eine gute Arbeitsstelle bekam? Die Apfelkochstraße in Passau gibt es nicht mehr, sie wurde 1947 mit Bismarckstraße, Innstraße, Schlachthofstraße zur Innstraße zusammengefasst. In der Apfelkochstraße lag ein sehr bekanntes Gasthaus, der "Gasthof Apfelkoch", wo ich mir durchaus die Beschäftigung eines Metzgers vorstellen kann.
    https://regiowiki.pnp.de/wiki/Innstra%C3%9Fe_(Passau)

    https://regiowiki.pnp.de/wiki/Gasthof_Apfelkoch


    Grüße
    Jörg


    Guten Morgen,

    vielen Dank an alle. Das Baubataillon 103 hatte ich auch schon ins Auge gefasst, mir war nur die abweichende Schreibweise der führenden Eins im Vergleich mit der "1" an vierter Stelle etwas suspekt.

    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,
    mir ist von einem Bekannten der beigefügte etwas fragmentarische Scan einer Postkarte vorgelegt worden.

    Kann zufälligerweise jemand etwas mit der Feldpostnummer links oben anfangen?

    6917 ist klar, aber das an erster Stelle stehende leicht verwischte Zeichen ist nicht eindeutig, evtl. ein M. Auch beim Datum des Poststempels bin ich mir nicht sicher, da das nicht mein Fachgebiet ist.
    Stegenwaldhaus liegt südlich von Hof an der Saale in Oberfranken, das Lager war ein Lager, das beim Bau der Reichsautobahn errichtet wurde.

    Für Auskünfte wäre ich dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jörg

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    Guten Abend,

    in Einzelaspekten gehen auf die gestellten Fragen auch ein:


    Boog, Horst: Das Offizierkorps der Luftwaffe 1935 – 1945. In: Hoffmann, H.-H. (Hrsg.): Das deutsche Offizierkorps 1860 - 1960. Boppard 1980, S. 269 – 325.

    Corum, James S.: Stärken und Schwächen der Luftwaffe. Führung und Führungsqualitäten im Zweiten Weltkrieg, In: Müller, Rolf-Dieter / Volkmann, Hans-Erich: Die Wehrmacht. Mythos und Realität, München, 1999, S. 283 – 306.

    Kehrt, Christian: Moderne Krieger. Die Technikerfahrungen deutscher Militärpiloten 1910
    - 1945, (Krieg in der Geschichte 58), Paderborn 2010.

    Voigt, Immanuel: Stars des Krieges. Biografische und erinnerungskulturelle Studien zu den deutschen Luftstreitkräften des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1945 (Zeitalter der Weltkriege 20) Paderborn 2018.

    Grüße
    Jörg



    Guten Abend,

    ich zitiere:
    "Abstellraum - Befohlener Raum, in dem nicht zum Kampf benötigte Fahrzeuge abgestellt werden" (Fuchs, Karl Heinz / Kölper, Friedrich Wilhelm: Militärisches Taschenlexikon, Frankfurt 1961, S. 6).
    Dann kenne ich diesen Begriff noch aus den Vorschriften der Jägertruppe der Bundeswehr, z.B. "Transportfahrzeuge können in einem Abstellraum bei den Kompanien, der gleichzeitig der Absitzraum sein kann, verbleiben (HDv 211/100, Das Jägerbataillon (Febr. 1988), Nr. 341).

    Wenn sich z.B. ein Infanterieregiment oder eine Division zur Verteidigung eingerichtet hat und nicht mit einer schnellen Verlegung zu rechnen ist, wird man alle nicht benötigten Fahrzeuge in einem Abstellraum legen, der nach Möglichkeit aus der Reichweite der feindlichen Artillerie ist. Ich entsinne mich, schon ab und zu gelesen zu haben, das vor der Verlegung von Verbänden befohlen wurde, "die Fahrzeuge aus den Abstellräumen vorzuziehen".

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    Bekam dann gesagt das ich als "Militärhistoriker" (sehe mich nicht als solcher, bin ich ein zu kleines Licht für) das Problem hätte, immer nur mit Dokumenten und Fakten um mich zuwerfen und dabei nicht mal die emotionale Seite der viel wichtigeren Oral-Historie zu berücksichtigen.

    Vielen Dank für Deine Rückmeldung.
    Ein wunderbares Beispiel für die Falsch- und Überbewertung von Oral History
    Das bestätigt wieder meine Erfahrung, das man gar nicht sorgfältig prüfen kann, woher Aussagen oder Behauptungen kommen, die einem irgendwie komisch vorkommen. Ich halte es da immer noch mit der Maxime "Ad fontes" des alten Humanisten Erasmus von Rotterdam - "Zurück zu den Quellen". Gerade bei der "Oral History" sollte man immer den Kontext der Angaben des "Zeitzeugen" mit den Fakten in anderen Quellen abprüfen. Alle Quellen, egal wo sie herkommen, sollten zudem noch quellenkritisch bewertet werden.
    Ansonsten ist die Aussage der beiden Herren zur "emotionalen Seite der viel wichtigeren Oral-History" einfach nur dumm und zeugt davon, das sie von sauberer Arbeit mit historischen Fakten keine Ahnung haben. Leider findet man eine solche schludrige Arbeit gerade bei vielen Lokal- und Heimathistorikern.
    Ich schätze z.B. das Forum der Wehrmacht gerade deswegen so, weil hier immer Wert auf sorgältige Quellenangaben gelegt wird.

    Grüße
    Jörg

    Guten Morgen,

    wenn die beiden Herren das publiziert haben, sollten sie doch wissen, woher sie diese Informationen haben. Also die beiden einfach mal gezielt nach ihren Quellen fragen und dann diese Quellen kritisch beurteilen.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,


    Speziell zur Artillerie mir nichts bekannt. Ansonsten käme evtl. noch in Frage:


    Heideking, Jürgen: Vom Versailler Vertrag zur Genfer Abrüstungskonferenz. Das Scheitern der alliierten Militärkontrollpolitik gegenüber Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg, In: Militärgeschichtliche Mitteilungen 28 (1980), S. 45-68.

    Den Aufsatz gibt es hier:

    https://www.degruyter.com/down…mgzs/28/2/article-p45.xml


    Deist, Wilhelm: Die militärischen Bestimmungen der Pariser Vorortverträge, In: Deist, W.(Hrsg.): Militär, Staat und Gesellschaft. Studien zur preußisch-deutschen Militärgeschichte. (Beiträge z. Militärgeschichte, 34) München 1991, S. 235-249.


    Krüger, Peter: Deutschland und die Reparationen 1918/19, (Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 25) München 1973.


    Zur IMKK steht etwas bei:

    Wohlfeil, Rainer: Heer und Republik, In: Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648 - 1939, hrsg. vom Militärg. Forschungsamt, Bd. 3 / Abschn. VI, Herrsching 1983 (das ist die Studienausgabe), S. 188 – 194. Das ist aber eigentlich nur eine Zusammenfassung dessen, was bei Salewski steht.


    Für Bayern findet man eine knappe Übersicht bei Volkert, Wilhelm: Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980, München 1983, S. 372 – 373, 392. Er gibt zu den bayerischen staatlichen Rüstungsbetrieben des 1. Weltkriegs an:


    Ingolstadt - Geschützgießerei und Geschoßfabrik, tritt 1919 als Reichswerk Ingolstadt 1 unter die Hauptverwaltung der Reichsbetriebe des Reichsschatzministeriums. Daraus wird 1920 die Maschinenfabrik DESPAG (Deutsche Spinnereimaschinen AG)


    Ingolstadt – Pulverfabrik Ebenhausen, tritt 1919 als Reichswerk Ebenhausen 1 unter die Hauptverwaltung der Reichsbetriebe des Reichsschatzministeriums. Die Fabrik lag dann bis 1938 weitgehend still, bis 1938 wieder eine neue Pulverfabrik enstand.


    Ingolstadt – Hauptlaboratorium (Munitionsproduktion), tritt 1919 als Reichswerk Ingolstadt 2 unter die Hauptverwaltung der Reichsbetriebe des Reichsschatzministeriums. 1920 übernahmen die „Deutsche Werke AG“ den Betrieb und stellten Spinnereimaschinen sowie Armaturen her.

    Das unter Bezeichnung „Deutschen Werke“ 13 ehemalige Heeres- und Marinewerkstätten zusammengefasst und auf zivile Produktion umgestellt wurden, ist Dir wahrscheinlich bekannt. Dazu gehörten neben den von mir genannten bayerischen Betrieben auch die Kaiserliche Werft Kiel, die Ingolstadt, die Gewehrfabrik Spandau und die Gewehrfabrik Erfurt.

    1938 kam das ehemalige Hauptlab. Ingolstand zur Schubert & Salzer AG aus Chemnitz, die heute noch in Ingolstadt produzieren.


    München – Artillerie-Werkstätten, gehen 1919 als Reichswerk München in die Hauptverwaltung der Reichsbetriebe des Reichsschatzministeriums über und werden später vor allem von der Stadt München (Straßenbahndepot) und in geringen Teilen auch von der Reichswehr genutzt.


    Amberg – Gewehrfabrik, geht 1919 als Reichswerk Amberg in die Hauptverwaltung der Reichsbetriebe des Reichsschatzministeriums über. Die Fabrik stellte dann auf die Fertigung von Werkzeugen und Druckluftgeräten und kam zu den „Deutschen Werken“. 1931 ging daraus die „Deutschen Präzisionswerkzeuge AG (DEPRAG)“ hervor.


    Dachau – Pulver- und Munitionsfabrik, tritt 1919 als Reichswerk Dachau unter die Hauptverwaltung der Reichsbetriebe des Reichsschatzministeriums und kam 1920 ebenfalls zu den „Deutschen Werken“. Kurze Zeit wurden hier Dreschmaschinen produziert, 1933 entstand auf dem Gelände das KZ Dachau.


    Zu einigen der genannten bayerischen Orte findet man auch noch einige wenige Sätze in folgenden Büchern:


    Janssens, Thomas: Die Geschichte der Königlich Bayerischen Gewehrfabrik in Amberg (1871-1918), ein Beitrag zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Bayerns, (Militärhistorische Untersuchungen 4), Frankfurt 2009.


    Baier, Peter: Arbeiter in Ingolstadt während des Ersten Weltkrieges. Dargestellt am Beispiel der Königlich-Bayerischen Geschützgießerei und Geschoßfabrik und des Königlich-Bayerischen Hauptlaboratoriums, (Univ., Magisterarbeit) München 1984.


    Binder, Thomas: Die wirtschaftliche Entwicklung Ingolstadts im Ersten Weltkrieg. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt. 115 (2006), S. 393 – 409., hier S. 408-409.


    Maßl, E.: 110 Jahre Ingolstädter Giessereigeschichte (Ingolstadt 1996), S. 64


    Gruhl, Stefan: Die Geschichte der Pulver- u. Munitionsfabrik Dachau 1915 - 1919. Ein Beitrag zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Bayerns. (Diplomarbeit Universität der Bundeswehr München) 1991.


    Grüße

    Jörg

    Hallo,
    bei der Bundeswehr war die Feldlafette Wahlausstattung in den Zügen, die bei Bedarf eingesetzt wurde. Es gab aber keine MG, die nur für diese Lafetten vorgesehen waren - im Gegensatz zu den "schweren Kompanien" der Wehrmacht.
    Die Lafetten wurden bei den Gruppen oder den Zugtrupps mitgeführt - siehe beigefügten Beladeplan für eine Jägergruppe. Auf die Feldlafette wurden also die MG der Gruppen aufgesetzt. Je nach StAN hatte entweder jede Gruppe eine Feldlafette oder es gab Lafetten bei den Zugtrupps oder den Kompanien, die dann verteilt wurden.
    Zudem waren bei der Wehrmacht wie ich bereits anmerkte, die schweren MG auch für das indirekte Schießen bestimmt. Das kam zwar wenig zur Anwendung und wurde immer als eine Art "schwarze Kunst" betrachtet, zählte aber zu den Aufgaben der MG-Kompanien.
    Die Cal. 50 MG gab es nur in den Anfangsjahren der Bundeswehr, sie wurden dann auch beim M 48 durch MG 1 oder 3 ersetzt. Sie wurden nicht als schwere MG bezeichnet, sondern waren Bordwaffen der Panzer. Auch der erste Fla-"Panzer" der Bundeswehr, die amerikanische Halbkette M 16, hatte 4 x Cal. 50 zur Flugabwehr.
    Cal. 50 MG außerhalb der Fahrzeuge gab es nur einige Jahre bis Anfang der 1960er Jahre bei den Luftlande-Flugabwehr-einheiten. Hier wurde mit allen möglichen Bewaffnungen experimentiert, u.a. auch mit dem Cal. 50 MG auf einer Flugabwehrlafette.
    Das österreichische Bundesheer hatte noch bis in die 1980er Jahre je 1 x das Cal. 50 MG auf Dreibein in den Infanteriezügen, dort allerdings als "überschweres MG" (üsMG) bezeichnet.

    Grüße
    Jörg