Posts by Nemere

    Hallo,

    in Görlitz lag vor Kriegsbeginn des Ergänzungsbataillon des Infanterieregiments 30. Das Bataillon wurde bei Mobilmachung Teil des Infanterieregiments 472.

    https://www.lexikon-der-wehrma…egtAEB/InfRegtAEB30-R.htm


    Als neuer Ausbildungstruppenteil wurde das Infanterie-Ersatz-Bataillon 406 aufgestellt, das im Wehrpass genannt wird.
    https://www.lexikon-der-wehrma…ErsBat/InfErsBat406-R.htm


    Für die Aufstellung dieses Ersatz-Bataillons 406 wurden sowohl Personal wie auch Material des früheren Ergänzungsbataillons Inf.Rgt 30 herangezogen - also wahrscheinlich auch die Gewehre 98. Das war bei Kriegsbeginn bei den meisten Ersatzbataillonen üblich, die an den Standorten der früheren Ergänzungsbataillone aufgestellt wurden.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    die sog. "Ergänzungseinheiten", die ab Ende 1934 die Kurzausbildung der "weißen Jahrgänge" durchführten, bildeten oft noch lange mit dem "Karabiner 98 b" der Reichswehr aus.

    https://www.lexikon-der-wehrma…nfRegtAEB/GliederungE.htm

    Der Karabiner 98 b war nichts anderes als ein Gewehr 98 mit gebogenen Kammerstengel, daher wurde in vielen Fällen Ausbildung mit Gewehr 98 eingetragen.
    Aus dem Wehrpaß müsste sich entnehmen lassen, wann und wo der Wehrpaßinhaber seine Ausbildung durchlaufen hat, dann könnte man evtl. diese Annahme verifizieren.

    Grüße
    Jörg

    Guten Morgen,

    das leider nicht sehr aussagekräftige Inhaltsverzeichnis der Neuauflage gibt es hier:

    https://d-nb.info/1161429131/04

    Die bibliographischen Angaben:

    https://portal.dnb.de/opac/sho…2%26any&currentPosition=0


    Es scheint mir mit 172 Seiten ein eher dürftiges Werk zu sein, dafür ist der Preis von 44,-- Euro schon sehr ambitioniert.

    Zum wiederholten Male der Hinweis: Im Katalog der deutschen Nationalbibliothek gibt es bei vielen Bücher auch ein Inhaltsverzeichnis als PDF.

    https://portal.dnb.de/opac.htm


    Grüße

    Jörg

    Hallo,

    wenn wir schon bei der Nachkriegszeit sind: beim Militär, also bei der Bundeswehr, waren Gefechtsschießen mit der Pistole grundsätzlich verboten (ZDv 3/12). Ausnahmen gab es nur für die Feldjägertruppe, hier wurde etwa ab 1980 beginnend eine spezielle Personenschutzausbildung eingeführt. 1982 erschien die ZDv 3/120 - Schießen mit Pistole und Maschinenpistole - Sonderübungen. Etwa zum gleichen Zeitpunkt erhielten die Feldjäger für Sondereinsätze die Pistole P 7 und die Maschinenpistole MP 5 kurz, die bis dahin für Zivileinsätze geführte PPk wurde endlich ausgesondert.
    Nach 1990 wurde der Geltungsbereich der erwähnten ZDv 3/120 sukzessive auf Fernspäher, Kampfschwimmer, MAD, KSK, und schließlich auch auf Marinesicherungstruppen, den infanteristischen Objektschutz der Luftwaffe und das fliegende Personal mit Krisenreaktionsauftrag ausgedehnt.

    Grüße

    Jörg

    Hallo,
    Nachrichtenkommandanturen waren für die Planung und Organisation vor allem des drahtgebundenen Fernmeldeverkehrs zuständig (einschl. Richtfunk). Dazu gehörte auch die Nutzung des vorhandenen ortsfesten zivilen Netzes und die Vermaschung dieses Netzes mit den militärischen Netzen. Nachrichten-Regimenter usw. waren dagegen für die technische Abwicklung verantwortlich (Bau und Betrieb).
    Feldnachrichtenkommandanturen waren im Bereich des Feldheeres tätig, auch in den besetzten Gebieten.
    Nachrichtenkommandanturen waren dagegen bereits im Frieden im Reichsgebiet tätig.
    Grundsätzlich sollte eine Nachrichtenkommandantur mit einer Oberpostdirektion (oder vergleichbar) zusammenarbeiten.

    Vielleicht als Vergleich zur Verdeutlichung:
    Bei der Bundeswehr gab es ab 1956 "Fernmeldekommandanturen", daraus wurden später die "Bereichsfernmeldeführer" der Wehrbereichskommandos.

    Literatur:
    Fernmeldering (Hrsg.): Telegraphen-, Nachrichten-, Fernmeldetruppen und Führungsdienste. Führungsunterstützung seit 1899, Koblenz 1999.


    Kampe, Hans Georg: Nachrichtentruppe des Heeres und Deutsche Reichspost - Militärisches und staatliches Nachrichtenwesen in Deutschland 1830 – 1945, Waldesruh / Berlin 2000.


    Korella, Gottfried: Über die Zusammenarbeit der deutschen Post mit Heer / Wehrmacht im Fernmeldewesen von 1900 bis 1945. In: Archiv für deutsche Postgeschichte 2/1976, S. 25 – 45.


    o.V.: Die deutschen Nachrichtenverbindungen 1914 – 1945, In: F-Flagge 3/2010, S. 52 ff., F-Flagge 4/2010 S. 45 ff., F-Flagge 1/2011 S. 41 ff.


    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    ich habe mir lange überlegt, ob ich hier etwas schreiben soll, weil anscheinend der Thema-Eröffner nur seine vorgefasste Meinung bestätigt haben will.
    Deshalb mal ein Versuch, ihm ein paar Fakten zum Gesamtbild der Waffen-SS ohne das Studium dicker Bücher nahezubringen. Ich habe vor vielen, vielen Jahren in diesem Forum auf eine entsprechende Fragestellung mal einen längeren Beitrag zum Thema "Kampfwert" der Waffen-SS geschrieben. Den Beitrag füge ich als pdf-Dokument im Anhang nochmals bei. Die Literaturangaben entsprechen natürlich dem damaligen Stand, heute gibt es sehr gute weitere Arbeiten zu dieser Thematik. icjh will deshalb auch keine Diskussion über meinen damaligen Beitrag auslösen, der sicher heute der Überarbeitung bedürfte, aber in den Kernaussagen nach meiner Ansicht nachwievor richtig ist.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    Habe mir einige der Augsburger Kasernen bei Wiki angesehen.

    1x wurde auf ein Buch verwiesen, ansonsten Zeitungsartikel -

    einige ohne weitere Angaben, 2 Links auf amerikanische Seiten

    und eine Menge toter Links.

    Was den Standort Aigsburg angeht, ist die Literaturlage zu Kasernenanlagen des 19. und 20. Jahrhunderts wirklich nicht berauschend.

    Nennenswert sind eigentlich nur:
    Bellaire, Felix : Augsburg 1939-1945: eine Stadt im Kriegszustand (Veröffentlichungen d. Schwäbischen Forschungsgemeinschaft. Reihe 1, Studien zur Geschichte d. Bayerischen
    Schwaben, 47) Friedberg 2020.
    Braun, Rainer: Augsburg als Garnison und Festung in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Müller, R. (Hrsg.): Aufbruch ins Industriezeitalter, Bd. 2: Aufsätze zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Bayerns 1750 - 1850 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur, 4/85), München 1985. S. 65 – 78.
    Fürmetz, Gerhard: Stadt und Militär - ein Forschungsprojekt zur Geschichte des Kasernenstandorts Augsburg im 20. Jahrhundert. In: Geschichte quer. - Aschaffenburg. - 9 (2001), S. 50 - 51.
    Fürmetz, Gerhard: Militärstandort Augsburg : Wehrmacht, Kasernenbau und Stadtentwicklung (1933- 941), In: Michael Cramer-Fürtig u.a. (Hrsg.): "Machtergreifung" in Augsburg (Beiträge zur Geschichte der Stadt Augsburg 4) Augsburg 2008, S. 189 – 204.
    Geschichtswerkstatt Augsburg e.V.: Militärische Konversionsflächen: Bau und Nutzung der Sheridan-, Reese- und Flak-Kaserne und der Militärwohnsiedlungen in Augsburg im 20. Jahrhundert. Augsburg 2001.
    Medizinalabteilung des kgl. Bay. Kriegsministeriums (Hrsg.): Beschreibung der Garnison Augsburg vom Standpunkt der Gesundheitspflege; München, 1900.
    Schulze, Jürgen: Glückliche Erbschaft - nach dem Abzug der Amerikaner kann die Stadt die Weichen für die künftige Entwicklung neu stellen. In: Augsburg-Journal . 8/1998, S. 18 – 20.
    Vogt, Ernst: Zur Geschichte der Prinz-Karl-Kaserne in Augsburg (1882 – 1965) Augsburg 1965. Gekürzt in: Schwäbische Blätter für Heimatpflege und Volksbildung 17, S. 84 – 94.


    Und natürlich einige spärliche Einträge im "Nerdinger".

    Da in Augsburg außer dem VBK im wesentlichen auch keine weiteren Bundeswehreinheiten stationiert waren, gibt es auch keine Standortbroschüren, in denen zumindest ab und etwas zu den Kasernen zu finden war. Auch in den zur Vorbereitung der Konversionen erstellten Untersuchungsberichten der Reihe "Truppenreduzierung in Bayern" ist für Augsburg kein Band erschienen. Die Bände dieser Reihe gehen vielfach auf die Entwicklung des Standortes ein.

    Eure Beurteilung von Wikipedia teile ich vollständig. Es gibt natürlich im Bundesarchiv-Militärarchiv Bestände auch zu den Augsburger Kasernen, z.B.

    BW 1 / 4484, 1 / 83249, aber kaum ein Wikipedia-Autor macht sich die Mühe, solche Quellen heranzuziehen.

    Grüße
    Jörg



    Hallo,

    erstmal der Hinweis: In diesem Forum ist eine Grußformel am Anfang und am Ende des Beitrags üblich.

    Die Ritter-von-Speck-Kaserne wurde 1936 unter dem vorläufigen Namen "Artilleriekaserne" in der Zeißstraße erbaut. Daraus wurde dann nach 1945 die Prinz-Leopold-Kaserne. Macht auch Sinn, da Ritter von Speck Artillerist war.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jörg

    Hallo,

    aber die hierbei erwähnte Erbswurst und deren Verbreitung bis in die Wehrmacht ist interessant.

    eine weitere Tradition der Erbswurst in der Truppenverpflegung wird es wohl nicht mehr geben. Knorr hat die Produktion Ende 2018 wegen "zu geringer Nachfrage" eingestellt.
    https://www.swp.de/wirtschaft/…ner-legende-28717186.html

    Überlagerte Restbestände werden bei ebay-Kleinanzeigen zu Irrsinnspreisen angeboten, teilweise bis zu 25,-- Euro (!) pro Rolle

    https://www.ebay-kleinanzeigen…gruen/1548276069-230-2143


    Grüße
    Jörg

    Hallo,
    dem Soldaten wird einmal das Eiserne Kreuz verliehen. Dafür bekommt er eine Urkunde und ihm wird im Normalfall ein EK ausgehändigt Deswegen kann er sich doch aber weitere Eiserne Kreuze (also den eigentlichen Orden, das Blechstück) besorgen, um mit diesen vier Exemplaren z.B. vier verschiedene Uniformen zu dekorieren, damit er nicht beim Uniformwechsel jedesmal umdekorieren muß.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    der Adel war dem "Führer" sehr zugetan.

    ich denke, da muß man schon Unterschiede machen. Ohne das jetzt näher vertiefen zu wollen, aber von Mitgliedern des ehemaligen bayerischen Königshauses, den Wittelsbachern, wird man keine solche "Ergebenheitsadressen" finden. Vor allem nicht vom damaligen Chef des Hauses, dem Kronprinzen Rupprecht.

    Grüße
    Jörg

    Hallo

    Zu Portrpee Träger

    Das ist eine Dienstgradgruppe zwischen Feldwebel und Stabsfeldwebel.

    Portepee-Träger sind keine Dienstgradgruppe zwischen Feldwebel und Stabsfeldwebel, sondern die gesamte Dienstgradgruppe der Feldwebel sind die Portepeeträger. Feldwebel trugen im Gegensatz zu den "einfachen" Unteroffizieren an ihrer Seitenwaffe (Säbel, Seitengewehr), das sog. "Portepee", einer Art Faustriemen.

    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    Definition:

    Gefechtsstand

    Für eine gewisse Zeit an einem bestimmten Ort eingerichtete Befehlsstelle, von der aus die unterstellten Kräfte geführt werden und Verbindung zur übergeordneten Führung und zu den Nachbarn gehalten wird. Die Bezeichnung eines Gefechtsstandes entspricht der Führungsebene, z.B. Bataillons-, Divisionsgefechtsstand.
    Großverbände können mehrere Gefechtsstände einrichten (Hauptgefechtsstand und Rückwärtiger Gefechtsstand), sie bereiten auch Reservegefechtsstände vor und erkunden sie zumindest.

    http://www.lexikon-der-wehrmac…aktischegrundbegriffe.htm


    Bei den Gefechtständen der Divison konnte durchaus auch ein Landeplatz für Flugzeuge eingerichtet werden, z.B. der Nah-Aufklärungsgruppen die direkt mit dem Heer zusammenarbeiteten.

    Der Landeplatz / Feldflugplatz als solcher ist eine technische Einrichtung für den Flugbetrieb, aber kein Gefechtsstand. Natürlich muß aber auch der fliegende Verband einen Gefechtsstand einrichten, damit der Einsatz der Flugzeuge koordiniert und die Versorgung / Logisitk für die fliegenden Teile organisiert werden kann. Ob man in Frontnähe oder gerade bei häufigen Verlegen der Flugplätze im Zuge von Vormarsch oder Rückzug hier immer die Zeit hatte, großartige Bunker anzulegen, bezweifele ich. Wichtig war ein geeignetes Flugfeld, ansonsten wird man sich mit dem begnügt haben, was vorhanden war.
    Bei der Heimatluftverteidigung sah das zumindest bei den ausgebauten Einsatzhäfen eventuell anders aus.

    Grüße
    Jörg

    Guten Morgen,

    kleiner Tip:
    Wenn Ihr über die Bundeswehr diskutieren wollt, kann ich das Forum

    http://www.cold-war.de/

    empfehlen.
    Dort herrscht nach meinem Eindruck ein ähnlicher guter Umgangston wie hier im "Lexikon", auch das Niveau der Beiträge ist dort auf einem ähnlich hohen Stand wie hier.

    Grüße
    Jörg


    Hallo,


    offizielle Aussage der Bundeswehr zum Thema zurückgelassenes Material:


    Was geschieht mit dem Material, das nicht zurückgeführt wird?

    Nichtmilitärische Verbrauchs- und Gebrauchsmaterialien werden aus Kostengründen nicht zurückgeführt, sondern vor Ort verkauft. Dazu zählen unter anderem Büro- und Sanitärcontainer, Büromaterial, Möbel und Ähnliches.

    Eine entgeltfreie Abgabe ist hierbei nicht vorgesehen. Verbleibendes Material wird gemäß gültiger Auflagen verwertet. Eine genaue Mengenangabe hierzu ist nicht möglich.

    https://www.bundeswehr.de/de/a…876pnydh3kk1mp8znkjlschmo

    Ich erspare mir dazu jeden Kommentar.

    Grüße
    Jörg

    Guten Morgen,

    wenn hier schon so ein latent aggressiver Ton angeschlagen wird, dann schlage ich folgendes vor:
    Du greifst selbst zum "Tessin", schlägst die Bände 10 (Landstreitkräfte 371 - 500) und 16 b (Verzeichnis der Friedensgarnison, Wehrkreise VII - XIII) auf und teilst uns dann Deine Erkenntnisse zum Standort Neuburg an der Donau mit.
    Wahrscheinlich wird aber von Dir dazu nichts kommen, deswegen mache ich es lieber gleich selbst, um wenigstens diese Frage zu klären:

    Tessin Band 10, S. 143/ 144, bzw. Band 16 b, S. 25:
    Infanterie- bzw. Gren.Ers.Bt. 423. 26. 8. 1939 in Moosburg aufgestellt. 10.09.39 nach Neuburg/ Donau, dort 7.11.1942 als Gren.Ers.Btl 423 aufgelöst.
    Das Landesschützen-Btl 423 wird im Tessin für Neuburg nicht erwähnt.
    Genannt wird das Landesschützen-Btl 438 von 1941 - 1942 (Band 16 b S. 25),

    Dein ständiges Meckern und Deine Forderung, bei jeder Einheit im Standortverzeichnis eine genaue Quelle mit Seitenangabe anzugeben, ist einfach eine Unverschämtheit. Du scheinst Dir nicht ganz im Klaren zu sein, welche Arbeit die Erstellung solcher Aufstellung macht. Gerne kannst Du uns aber vom Gegenteil überzeugen und für einen der größeren Standorte uns als Muster eine solche ausgefeilte Ausarbeitung zur Verfügung zu stellen. Wie wäre es z.B. mit München?

    Das musste jetzt mal gesagt werden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Jörg

    Hallo,


    als jemand, der sich bemüht, seine Beiträge mit Quellen- und Literaturangaben zu belegen, muss ich ich „ehren69“ insoweit recht geben, dass es im LdW doch eine Reihe von Beiträgen gibt, die tatsächlich minimalsten Ansprüchen in dieser Richtung nicht genügen – also ohne jede Belegangabe geschrieben sind. Die von ihm genannte Seite zu den Bewährungseinheiten


    http://www.lexikon-der-wehrmac…inheiten/Gliederung-R.htm

    ist ein solches Negativ-Beispiel.


    Zumindest die Angabe der wesentlichen Literatur dürfte bei solchen Seiten nicht das Problem sein, ich habe für die Bewährungseinheiten keine 10 Minuten gebraucht, um ein entsprechendes Verzeichnis zu erstellen.


    Literatur zu den Sonder- und Bewährungseinheiten:


    Absolon, Rudolf: Aufstellung von Sondereinheiten und Bewährungstruppen. In: Absolon, Rudolf: Die Wehrmacht im Dritten Reich. Band V: 1. September 1939 bis 18. Dezember 1941 (Schriften des Bundesarchivs, Bd. 16/V) Boppard 1988, S. 336 – 338.

    Absolon, Rudolf: Bewährungseinheiten der Waffen-SS, in: Absolon, Rudolf: Die Wehrmacht im Dritten Reich. Bd VI (Schriften des Bundesarchivs Bd. 16/VI), Boppard 1995, S. 165-168.

    Absolon, Rudolf : ie Sondereinheiten der früheren deutschen Wehrmacht (Straf-, Bewährungs- und Erziehungseinrichtungen), Kornelimünster 1952.


    Haase, Norbert / Paul, Gerhard Die anderen Soldaten. Wehrkraftzersetzung, Gehorsamsverweigerung und Fahnenflucht im Zweiten Weltkrieg, Frankfurt 1995.


    Klausch, Hans-Peter: Erziehungsmänner" und "Wehrunwürdige". Die Sonder- und Bewährungseinheiten der Wehrmacht. In: Haase / Paul (Hrsg.): Die anderen Soldaten. Wehrkraftzersetzung, Gehorsamsverweigerung und Fahnenflucht im 2. Weltkrieg. Frankfurt 1995, S. 70 ff.

    Klausch, Hans-Peter: Die Bewährungstruppe 500. Stellung und Funktion der Bewährungstruppe 500 im System von NS-Wehrrecht, NS-Militärjustiz und Wehrmachtstrafvollzug, Bremen 1995.

    Klausch, Hans-Peter: Die Geschichte der Bewährungsbataillone 999 unter besonderer Berücksichtigung des antifaschistischen Widerstandes, 2 Bände, Köln 1987.

    Klausch, Hans-Peter: Die 999er. Von der Brigade "Z" zur Afrika-Division 999: Die Bewährungsbataillone und ihr Anteil am antifaschistischen Widerstand, Frankfurt 1986.


    Messerschmidt, Manfred / Wüllner, Fritz: Die Wehrmachtsjustiz 1933 bis 1945, Paderborn 2005.


    o.V.: Bedingt würdig. Bewährungsbataillone 999, In: Spiegel 20/1988, S. 70 – 87.


    Oberkommando des Heeres: H.Dv. 39 / M.Dv. Nr. 821 / L.Dv. 73 - Die Sonderabteilungen der Wehrmacht, Berlin 1938.


    Seidler, Franz W.: Die Militärgerichtsbarkeit der Deutschen Wehrmacht 1939 -1945. Rechtsprechung und Strafvollzug, München 1991.


    Theis, Kerstin: Wehrmachtjustiz an der "Heimatfront" - die Militärgerichte des Ersatzheeres im Zweiten Weltkrieg (Studien zur Zeitgeschichte 91) Berlin 2016


    Wüllner, Fritz: Die NS-Militärjustiz und das Elend der Geschichtsschreibung. Ein grundlegender Forschungsbericht, Baden - Baden 1991.


    So eine Liste der verwendeten Literatur oder ggf. Quellen hat noch nichts mit „wissenschaftlichem“ Arbeiten zu tun, wo ich wirklich jede Stelle mit einem Beleg versehe, erlaubt aber dem geneigten Leser doch, entsprechend weiterzulesen, wenn Interesse vorhanden ist. Ich denke, der Mindeststandard der Angabe von verwendeter Literatur sollte zumindest eingehalten werden. Damit kann der normale Leser auch etwas anfangen, weil er sich diese Literatur in den meisten Fällen über Fernleihe usw. besorgen kann. Die Einsichtnahme in Originalquellen in den Archiven wird dagegen nur wenigen möglich sein.


    Grüße

    Jörg

    Hallo,

    aus langjährigem Einsatz bei der Feldjägertruppe der Bundeswehr kann ich auch einige Erlebnisse zum Thema Alkohol bei der Bundeswehr beisteuern.


    Anfang der 1980er Jahre. Wir waren für einige Wochen als Feldjägerkommando von Veitshöchheim aus mit der 12. Panzerdivision auf dem Truppenübungsplatz Bergen-Hohne eingesetzt.


    Eines Morgen gegen 07:00 Uhr führten wir Geschwindigkeitskontrolle an der Platzrandstraße durch, an einer sehr unfallträchtigen Stelle, bei der die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt war. Dabei wurde ein VW-Bus wegen weit überhöhter Geschwindigkeit angehalten. Beifahrer war ein Kompaniefeldwebel einer Panzereinheit. Als ich ihn aufforderte, mir seinen Truppenausweis zu zeigen, hebt er seinen vor ihm auf den Fahrzeugboden liegenden Feldparka an, um daraus den Ausweis zu entnehmen. Dabei fiel eine darunter verborgene, geöffnete Bierbüchse um, die sich dann mit wilder Schaumentwicklung in das Fahrzeug ergoss. Ich habe den Herrn Hauptfeldwebel dann aus dem Fahrzeug gebeten und habe die weiteren Verhandlungen mit ihm abseits seiner im Fahrzeug sitzenden Untergebenen geführt. Der dann durchgeführte Alco-Test zeigte an, dass er Alkohol in doch erheblichen Umfang getrunken hatte. Aufgrund der dann notwendigen Feldjägermeldungen war er bereits am Mittag nach Entscheidung des Brigadekommandeurs von seiner Verwendung als Kompaniefeldwebel abgelöst.


    Bei der 12. Panzerdivision, die mit Stab und großen Teilen ebenfalls in Bayern lag, war z.B. KEIN Bier während des Dienstes erlaubt. Diese Erlaubnis gab es nur bei der 4. PzGrenDiv (Regensburg) und der 1. Gebirgsdivision (Garmisch), aber sie galt nicht beim im Bayern stationierten Territorialheer oder den in Bayern liegenden Truppenteilen der 10. Panzerdivision oder des II. Korps.


    Am Samstag derselben Woche rief mittags gegen 13:00 Uhr völlig aufgelöst die Polizeistation Bergen an. Bei ihnen auf der Wache wäre ein sinnlos betrunkener Soldat, der randalieren würde und kaum mehr zu bändigen wäre. Wir sollten ihn doch bitte schön abholen.

    Nach Eintreffen bei der Polizei ergab sich folgende Szene: In der Arrestzelle hielten mehrere Polizeibeamte einen wild um sich schlagenden Soldaten auf der Pritsche fest, überall gab es Blutspuren.

    Der Soldat war gegen 12:00 Uhr völlig besoffen auf eine Straßenkreuzung in Bergen getorkelt und hatte dort versucht, den Verkehr zu regeln. Die erste anrückende Polizeistreife hatte er erst einmal mit wuchtigen Faustschlägen empfangen. Darauf hin trafen weitere Streifen ein, er wurde dann mit vereinten Kräften in einen VW-Bus verfrachtet. Dort lag er mit auf den Rücken gefesselten Händen auf der Mittelbank. Als man die Schiebetüre schließen wollte, trat er zu und trat die Türe aus den Lagern, so dass man mit offener Türe und dem weiter tobenden Soldaten zur Polizeiwache fahren musste. Dort schaffte er es, die Handschließen aufzudrücken, wobei sich allerdings die Metallbügel tief in die Handgelenke einschnitten. Daher auch das Blutbad in der Zelle.

    Wir haben ihn dann mit vereinten Kräften mit Klebeband gefesselt, da es keine andere Möglichkeit mehr gab, ihn zu bändigen. Der inzwischen mit einem Sankra angerückte Bundeswehrarzt, ein junger unerfahrener Stabsarzt versuchte ihn durch Einspritzen von Beruhigungsmitteln ruhigzustellen, diese Medikamente bewirkten aber gar nichts. Wir haben ihn schließlich auf der Pritsche im Sanitätsfahrzeug fixiert und sind Richtung Lagerlazarett gefahren. Auf dem Weg dorthin ist er zweimal kollabiert und konnte vom Sanitätspersonal mit Müh und Not wiederbelebt werden. Im Lazarett erfolgte sofortiges Magenauspumpen usw. Aufgewacht ist er wieder am Dienstag der Folgewoche. Er sah aus wie ein Zombie aus einem Horrorfilm – überall blaue Flecke und Blutergüsse, weil natürlich die Polizei auch kräftig Schlagstöcke eingesetzt hatte, dazu massive Verletzungen an den Handgelenken.

    Bei der Vernehmung stellte sich heraus, dass er am Samstag morgen große Mengen Rum mehr oder weniger auf Ex getrunken hatte, weil ihn seine Freundin verlassen hatte.


    Der dritte Fall bei diesem Einsatz in Bergen betraf zivile Angestellte der Bundeswehr. Wir waren eines Tages gegen 09:30 in der Lagerkantine, um nach einem Nachteinsatz kurz einen Kaffee zu trinken. Vor der Kantine standen drei Fahrzeuge der Standortverwaltung, die dazugehörigen Kraftfahrer saßen ebenfalls in der Kantine. Jeder vor sich ein bereits geleertes Gedeck „Lütt und Lütt“, wie es eben im Norden üblich ist, kleines Bier und Korn. Alle drei Fahrer bestellten sich soeben das zweite Mal diese Getränkekombination und setzten eben zum Trinken an. Als wir sie dann auf das Alkoholverbot ansprachen, waren sie sehr erstaunt und meinten, das würde man hier nicht so eng sehen, das wäre ihre normale Frühstückration. Wir haben ihnen dann die Schlüssel der Fahrzeuge und die Bundeswehrführerscheine weggenommen und alles dem Leiter der Standortverwaltung übergeben. Er war not amused, das zumindest für diesen Tag seine Fahrbereitschaft stillgelegt war.

    Grüße

    Jörg