Posts by Nemere

    Hallo,

    Sie ist mir in starker Erinnerung, weil sie ein Schloß mit 600Gramm Gewicht hatte , welches durch einen starken Stoß der MP auf den Boden eine neue Patrone in den Lauf transportierte, ohne daß der eigentlich dafür vorgesehene Spannerschieber an der Seite betätigt werden mußte!"

    Dieses Problem konnte bei den meisten Maschinenpistolen mit unverriegeltem Masse-Verschluß auftreten. Ähnliche Vorkommnisse gab es auch bei der MPi UZI (MPi 2) der Bundeswehr, wenn die bei dieser Maschinenpistole eigentlich vorhandene Sicherung gegen das unbeabsichtigte Vorschnellen des Verschlusses abgenutzt war. Wir hatten beim Feldjägerdienstkommando München in den 1980er Jahren einen derartigen Vorfall, als während der Begleitung eines Geldtransportes das Streifen-Kfz durch ein Schlagloch rumpelte und sich dabei ein Schuß aus der in der Halterung mitgeführten, fertiggeladenen MPi löste.

    Man tat gut daran, die Uzi nur teilgeladen mitzuführen, was auch kein Problem war, da diese MPi blitzschnell fertiggeladen war.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    Ich erinnere mich nur daran die scharfe Handgranate "A" geworfen zu haben. Aus einem befestigten Schützengraben mit daneben einem Bunker für Notfälle.

    Bei der Bundeswehr gab es neben dem Werfen der Handgranate aus dem vonm Dir geschilderten Graben auch noch die "Handgranatenwurfanlage, Haus". Diese Anlagen wurden nach 1980 eingeführt, als man sich bei der Bundeswehr wieder auf eine "kriegsnahe" Ausbildung besann. Hier sollte der Handgranateneinsatz im Ortskampf, also der Wurf in einem Haus in Zimmer oder durch Fenster, um die Ecke, in das Treppenhaus usw. geübt werden. Eingesetzt werden durften nur Sprenghandgranaten, also ohne Splittermantel. Die Wände des "Hauses" wurden aus alten Autoreifen aufgeschichtet, die Reifen wurden mit Sand gefüllt und waren mit Draht verbunden. Bei dieser Art des Werfens bekam der Soldat zumindest einen Eindruck von der Druckwelle und der Dreckwolke, die nach dem Wurf durch die "Zimmer" fegte.

    Handgranatenwurfanlage Haus.jpg
    Auch nach 1980 wurde das Werfen mit Brandflaschen zur Panzernahbekämpfung wieder erlaubt, siehe beigefügten Vorschriftenauszug.
    Ich habe während meiner Zeit als Zugführer und Kompaniechef beide Übungsmöglichkeiten so oft wie möglich in die Ausbildung mit einbezogen, damit konnte man wenigstens einen Hauch von Gefechtswirklichkeit schaffen. Man konnte damit auch gute Einblicke in die Psyche der unterstellten Soldaten gewinnen, es war - ähnlich die Panzer-Überrollbahn - auch immer eine Art Mutprobe.
    Brandflasche 1.jpg  Brandflasche.jpg


    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    das Foto scheint vom kgl. bayerischen 13. Infanterieregiment Kaiser Franz Josef von Österreich zu stammen. Das III. Bataillon dieses Regiments lag in Eichstätt. was uch zu dem Vermerk "Eichstätt" auf dem Bild passen würde. Im ersten Weltkrieg lag das Rekrutendepot des Ersatz-Btl des 13. Inf.Rgt in Eichstätt.

    Der Stempel auf der Rückseite des Fotos stammt vom kgl. bayerischen 32. Infanterieregiment. Dieses Regiment wurde erst im Januar 1917 aufgestellt und war im Rahmen der 15. (bayerischen) Infanterie-Division in Frankreich eingesetzt.

    Grüße
    Jörg

    Hallo.

    Quote

    ... scheint Elfering von 1963 bis 1967 als Oberst noch Kommandeur der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr gewesen zu sein

    Kleine Ergänzung von mir:
    1963 bis 1967 hieß die Schule in Sonthofen noch "Feldjägerschule". "Schule für Feldjäger und Stabsdienst" wurde daraus erst 1972.
    Von 1962 bis 1963 war Elfering als Oberstleutnant Kommandeur der Lehrgruppe A der Feldjägerschule in Sonthofen.
    Elfering war nach seiner Zeit in Sonthofen von Oktober 1967 bis März 1970 noch Inspizient der Feldjägertruppe, Dienstgrad weiterhin Oberst.

    Quelle:
    - Kameradschaft der Feldjäger (Hrsg.): Festschrift 250 Jahre Feldjägertruppe, Sonthofen 1990
    - Diverse Ausgaben der Zeitschrift "Der Feldjäger" der Kameradschaft der Feldjäger

    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    in Schwangau, genauer gesagt Hohenschwangau, war von 1941 bis 1944 die 2. Marine-Unteroffizier-Vorschule untergebracht, diese wurde ab 1942 als "Seeberufs-Fachschule" bezeichnet. Die Schule lag im damaligen Hotel "Schwansee" (heute im Gelände des Gymnasiums / Internats Hohenschwangau integriert). Das Gebäude war 1941 von der Wehrmacht erworben worden.
    Hohenschwangau.jpg

    Denkbar ist, das nach dem Auszug der Marine dann Ende 1944 hier der Horcherlehrgang untergebracht wurde.

    Literatur: Heye, August W.: Chronik der 2. Marine-Unteroffiziervorschule, Ansbach 1982.

    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    so einen Kradmantel, ich denke aus Wehrmachtsbeständen, habe ich noch bei Starkregen zum Wachdienst getragen.

    recht ähnliche Mäntel, allerdings aus Nachkriegsfertigung, hatten wir bei der Bundeswehr noch bis in die 1980er Jahre.
    Kradmantel Bundeswehr.jpg
    Zum Kradfahren haben wir sie allerdings kaum mehr getragen, weil man mit diesem Mantel auf dem Krad ungefähr so beweglich war, wie ein mittelalterlicher Ritter in voller Rüstung auf seinem Pferd.
    In den 1970er und bis Mitte der 1980er Jahre haben wir den Feldjägern diesen Mantel oft als Regenschutz während Starkregen bei der Verkehrsregelung auf der Kreuzung oder bei der Aufschleußung von Militärkolonnen auf der Autobahn getragen, wenn man in den Gischtfontänen vorbeirauschender LKW stand. Regenschutzkleidung war erst um 1985 allgemein vorhanden.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    ob diese Einrichtungen und das Thema "Sperren" nicht in naher Zukunft sogar wieder notwendig und (vielleicht auch in veränderter/verbesserter Form) wiederkommen werden?

    der Gedanke ist sicher berechtigt. Aber es ist doch nicht damit getan, nur die Sperren wieder zu beleben, es fehlt doch der ganze Unter- und Überbau der dazu gehört. Wir würden in diesem Zusammenhang wieder von einer wirklichen Landesverteidigung sprechen. Und hier fehlt es an allem!
    Es gibt nicht mehr genug Truppen, um diese Sperren zu laden, auszulösen und zu verteidigen. Die Wallmeisterorganisation ist nahezu tot. Genügend Sprengmittel für das Laden der Straßensprengschächte (25 kg Ladungen, im Schnitt 1200 bis 1500 kg pro Straßensprengschacht) sind nicht mehr vorhanden. Die Munitionslagermöglichkeiten, angefangen von den Munitionsdepots bis zum letzten Sperrmittelhaus, sind nicht mehr in ausreichendem Umfang vorhanden. Die gesamte territoriale Organisation, die für diese Landesverteidigung wieder gebraucht würde, ist nicht mehr vorhanden - Stichwort Reservelazarettorganisation. Die Landeskommandos und die regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte reichen nicht mal für eine Alibi-Funktion aus.
    Nur mal als Beispiel: Das für den Südteil der Republik verantwortliche Territorialkommando SÜD mit seinen unterstellten drei Wehrbereichskommandos hatte 1989 im V-Fall eine Stärke von fast 320.000 Soldaten. Um die für eine wirklich Landesverteidigung nötigen Funktionen wieder abzubilden, bräuchte man also allein für die territoriale Organisation an die 900.000 Soldaten. Die Reservisten dafür gibt es nicht mehr, von der nach 1990 vollkommen verschwundenen organisatorischen Vorbereitung ganz zu schweigen.

    Grüße
    Jörg

    Hallo Stephan,

    Eine Fallblocksperre am Alzkanal ist mir durch die Lappen gegangen

    das dürfte die Fallkörpersperre in Trostberg, Pechleraustraße gewesen sein. Fotos anbei - Stand 2015.

    Trostberg31032015 (1).JPG  Trostberg31032015 (3).JPG  Trostberg31032015 (5).JPG  Trostberg31032015 (6).JPG  Trostberg31032015 (7).JPG

    Die zu sperrende Brücke war zwar nur auf eine Tragfähigkeit von 12 t ausgelegt, man hat wahrscheinlich auf eine Sprengung verzichtet, weil Versorgungsleitungen unter der Brücke liefen. Die Sperrung war notwendig, weil diese Brücke eine Umgehungsmöglichkeit für die parallel verlaufende und zur Sprengung vorgesehene Eisenbahnbrücke geboten hätte. Diese Eisenbahnbrücke hatte drei Sprengkammern.

    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    ... eine Stecksperre an einer Kanalbrücke.

    sieht aus wie am Innwerk-Kanal zwischen Jettenbach und Töging. Dort gab es früher an jeder der kleineren Brücken diese Steckschachtsperren, ergänzt durch eine Fallkörpersperre in Mühldorf nach einer Eisenbahnbrücke. Ähnlich mit Sperranlagen gespickt war der Alzkanal zwischen Trostberg und Burghausen. Das war alles für den "Fall Österreich" vorgesehen, wenn der böse Feind durch das an sich neutrale Österreich über die Salzach nach Südostbayern einmarschiert wäre.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    das Problem der langfristigen Gültigkeit der Links habe ich doch überall im Internet.
    Es bleibt eigentlich nur, sich digitalisierte Bücher herunterzuladen und selbst abzuspeichern. Wie ich diese Speicherung organisiere, muß jeder für sich selbst entscheiden (Festplatten, Cloud usw.). Der Platzbedarf ist bei heutigen Festplattengrößen /Speichermöglichkeiten wirklich kein Thema mehr.

    Gedruckte Bücher muss ich schließlich auch irgendwo unterbringen. 200 gedruckte Bücher sind sicherlich schwieriger unterzubringen als 200 digitalisierte Bücher sinnvoll zu speichern.

    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    Im Bundesarchiv-Militärarchiv ist die „Organisationskartei“ der Wehrmacht teilweise als Digitalisat vorhanden (RH 15/1724). Dort erscheinen auch Einträge für „Alarmkompanien“ bzw. „Alarmzüge“ von Industriewerken, die ab Dezember 1942 aufgestellt wurden. Drei Beispiele aus dieser Kartei füge ich bei.

    RH_15_1724_0043.jpg  RH_15_1724_0045.jpg  RH_15_1724_0005.jpg

    Hat jemand Erkenntnisse, wie das in der Praxis ablief? Wurden diese Alarmeinheiten bei Bedarf aus der Belegschaft der Werke aufgestellt? Also so eine Art "Betriebskampfgruppen" wie in der DDR?

    Beispielsweise gab es bei der Anorgana in Gendorf zwar eine Heimat-Flak-Batterie, aber diese Batterie kann ja kaum gleichzeitig das Personal für die Alarmkompanie gestellt haben, da die Gefahr bestand, das sich im Alarmfall die Aufgabenbereiche überschnitten hätten.

    Weitere Wehrmachtseinheiten, die für diese Alarmkompanien in Frage gekommen wären, kann ich zumindest bei den Standorten im WK VII, die ich einigermassen überblicke, nicht erkennen.

    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    Meldung zum Sachstand:
    Das Verfahren funktioniert problemlos und recht schnell.
    Die von mir am 2. Januar 2024 angeforderten Akten aus dem Bereich Bundeswehr wurden gestern digitalisiert in INVENIO eingestellt. Verzögerungen gibt es nur bei "Misch-Akten", die neben den normalen Papierformaten auch sog. "Großformate" enthalten, also z.B. mehrfach gefaltete Lagekarten in Übergrößen.
    Kosten: keine!

    Grüße
    Jörg