Posts by Nemere

    Hallo Karl,
    Du hast natürlich mit Deinen Ausführungen zu den Auswirkungen von Feuchtigkeit und Temperatur auf Pulversorten grundsätzlich vollkommen recht. Wir sollten aber auf dem Teppich bleiben. Das ist vor allem von Bedeutung für großkalibrige Geschosse mit entsprechenden Treibladungsmengen (Artillerie- und Panzermunition, vor allem auch Raketen). Die Bundeswehr hat z.B. bei großkalibrigen Feststoffraketen wie der Honest John das Treibladungspulver mit Heizdecken auf die richtige Temperatur gebracht.

    Bei der Infanteriemunition ist das eher vernachlässigbar. Es mag sich ausgewirkt haben beim Einsatz des MG als schweres MG auf entsprechend große Kampfentfernungen oder im indirekten Richten. Bei der Pistolenmunition 9 x 19 der Maschinenpistole und den recht kurzen Entfernungen auf die diese Waffe eingesetzt wurde, dürften kaum Auswirkungen zu spüren gewesen sein. Eher sehe ich die Gefahr, das durch eingedrungenen Schnee sich evtl. Vereisungen an den Magazinlippen bilden und es dann zu Störungen kommen könnte.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,


    Ausführlich wird das Feldjägerkorps der SA behandelt in:
    Schütz, Peter: Die Vorläufer der Bundeswehr-Feldjäger: Ein Beitrag zur preußisch-deutschen Wehrrechtsgeschichte (Schriften zur Rechtsgeschichte, 122), Berlin 2005, S. 164 – 170.

    Hier wird mit sauberen Quellenbelegen vor allem der rechtliche Hintergrund dieser Organisation behandelt und es wird klar herausgestellt, dass es diese Formationen nur in Preußen gab. Auch die spätere Überführung in die preußische Schutzpolizei wurde durch Frick in seiner Eigenschaft als preußischer Minister des Innern, nicht in seiner Parallelfunktion als Reichsinnenminister verfügt (Schütz, S. 166).

    Dann gibt es noch ein etwas fragwürdiges Buch zu diesem Thema:
    Zander, Wolfgang von: Das SA-Feldjägerkorps: eine vergessene Einheit der Geschichte, kommentierte und erweiterte Original-Quellensammlung und Dokumentation mit zeitlich nahestehendem Polizeibezug, Wolfenbüttel 2014. Inhaltsverzeichnis hier.

    https://d-nb.info/1050884175/04


    Grüße

    Jörg

    Guten Abend,

    noch zur Ergänzung.
    Die 2. Zeile der Absenderangabe links oben auf der Karte lautet: "Vereinslazarett 4". Das war die offizielle Bezeichnung dieses Lazaretts. Vereinslazarette wurden nicht vom Militär, sondern vom "Verein vom Roten Kreuz" betrieben, oft mit Unterstützung ziviler Sponsoren, wie in diesem Fall der Fürsten Thurn und Taxis.
    Ostheim lag im heutigen Regensburger Stadtteil "Hohes Kreuz", etwa im Bereich der Liebigstraße und der auch offiziell "Ostheim" genannten Straße.

    Grüße
    Jörg

    Guten Morgen,

    das "Ostheim" war eine Arbeiterkolonie einer Regensburger Zuckerfabrik, die im 1. Weltkrieg durch das Fürstenhaus Thurn und Taxis als Reservelazarett betrieben wurde, siehe dazu folgenden Textauszug:


    "1905 erbaut, diente die Siedlung ursprünglich als Wohnanlage für die Arbeiter in der Regensburger Zuckerfabrik. Das Ostheim, so schlicht und treffend hat der Magistrat 1905 die Arbeiterkolonie genannt. Das Ostheim waren einst zwölf Hausnummern, zwei Waschhäuser, der braune Schlackenberg, die VfR-Baracke, die Gärten und Kartoffelfelder der Zuckerfabrikler, das Gleisdreieck und der alles durchdringende süßliche Sirupgeruch bis weit nach Weihnachten aus dem niedrigen Backsteinkamin.

    Das Ostheim verdankt seine Existenz dem deutsch-böhmischen Ritter von Klaude, erster Direktor der 1889 gegründeten Zuckerfabrik, die er für die böhmischen Saisonarbeiter erbauen ließ. Fürst Albert hat 1912 für ledige Fabrikarbeiterinnen den Zwölfer als Ledigenheim nach Plänen seines Oberbaurats Max Schultze errichten lassen. Dieses Gebäude diente nie seinem eigentlichen Zweck und stand infolgedessen meistens leer. Später ging der ganze Gebäudekomplex mit der Bayerischen Zuckerfabrik in Fürstlich Thurn und Taxischen Besitz über.


    Eine der ersten traurigen, aber notwendigen Erscheinungen des 1. Weltkrieges waren die Feldlazarette. Fürst Albert von Thurn und Taxis, der wie seine Gemahlin überall dort war, wo es galt, Not und Elend zu lindern, hat deshalb einen Entschluss gefasst, ein solches Heimatlazarett auf eigene Kosten errichten zu lassen. Vom 23. September 1914 bis Kriegsende legte Fürstin Margarete dort eigenhändig die Wundverbände an. Erbprinz Franz-Joseph assistierte. Bis 1920 waren Zuckerfabrik und Arbeiterkolonie fürstlich. Die Ostheimer, ob Meister oder Wochenlöhner waren so ihrer Fabrik immer nahe. In den 50er und 60er Jahren blätterte zwar gewaltig der Putz von den Fassaden. Doch dahinter lebte man nie schlecht. Keiner musste hungern. Dafür sorgten die 30 Meter Feld und Garten, den jeder Einwohner sein eigen nennen durfte, bis er in Rente ging. Auch Kleintiere gediehen in den Hinterhöfen. Die Zuckerfabrik bescherte Wochenlöhnern fast schon fürstliche Privilegien. Miete, Kohlen, Wasser und Strom waren gratis."

    Quelle:

    https://www.wochenblatt.de/new…-zum-modernen-wohnungsbau



    Grüße
    Jörg

    Guten Morgen,

    für Bayern das Standardwerk dazu:

    Winfried Nerdinger (Hrsg.), Bauen im Nationalsozialismus. Bayern 1933-1945, (Ausstellungskataloge des Architekturmuseums der Technischen Universität München und des Münchner Stadtmuseums, Nr. 9) München 1993

    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    die Gliederung der von Eumex genannten Schützenkompanie wurde bis Kriegsbeginn zumindest bei den Divisionen der 1. Welle erheblich verändert:
    - die schweren MG-Halbzüge fielen weg.
    - die Züge erhielten eine vierte Gruppe
    - die Kompanie erhielten einen Panzerabwehrbüchsentrupp mit 3 Panzerbüchsen

    https://www.wwiidaybyday.com/kstn/kstn131c10okt39.htm

    Das war dann die Gliederung, die weitgehend bis 1943 beibehalten wurde.


    Man muss sich aber darüber im klaren sein, das diese Gliederung oft nur Theorie waren und in der Praxis immer vom verfügbaren Mannschaftsbestand und dem Material bestimmt wurden.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    die Beschreibung des "Pelotons" bei Wikipedia ist ungenau.
    Pelotons hatten eigentlich nur eine Bedeutung, solange noch das Salvenfeuer der Vorderlader entscheidend war.
    Das bei Wikipedia gesagte hatte sich eigentlich schon vor dem ersten Weltkrieg erledigt. Seit ca. 1906 war die Infanteriekompanie in drei Züge eingeteilt.
    In der Wehrmacht gab es keine Pelotons, sondern es galt für das Infanterieregiment die oben im Beitrag 2 verlinkte Einteilung:
    Regiment hat drei Bataillone
    Jedes Bataillon hat vier Kompanien (drei Schützen- und eine MG-Kompanie mit schweren MG und Granatwerfern)
    Die Kompanie hat drei Züge.
    Dazu kommen noch beim Regiment die 13. - Infanteriegeschützkompanie - und die 14. Panzerabwehrkompanie.

    Abweichende Gliederungen galten für Gebirgsjäger, Panzergrenadiere, motorisierte Infanterie.

    Im Laufe des Krieges wurde allerdings von dieser Gliederung abgewichen, so hatten die meisten Infanterieregimenter dann nur noch 2 Bataillone.


    Grüße
    Jörg

    Guten Morgen,

    das Jägerregiment zu Pferde Nr. 5 war ein preußischer Truppenteil. Interessant wäre natürlich die Frage, wie ein königlich bayerischer Soldat zu einem preußischen Truppenteil kam.
    Einige Informationen zu diesem Regiment gibt es hier:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…-Regiment_zu_Pferde_Nr._5

    Die Regimentsgeschichte im Ersten Weltkrieg kann man hier herunterladen:
    http://digital.wlb-stuttgart.d…5179101014/divid/LOG_0000


    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    Hoffmann schreibt in "Luftnachrichtentruppe, Band II 1, S, 435 f.":
    4 -5 Flugmeldekompanien wurden zu einer "Flugmelde-Abteilung" zusammengefasst.
    Drei Flugmeldeabteilungen bildeten ein Flugmelderegiment. Diese Regimenter führten die Bezeichnung "Ln-Regiment 201 - 202 - usw.
    2 -3 "Flugmelde-Regimenter" kamen im Bereich einer "Jagd-Division" zum Einsatz.
    An der Spitze aller Ln-Regimenter in einem Jagddivisionsbereich stand der "Nachrichtenführer" der Jagddivision.
    (Hoffmann, Karl Otto: Die Geschichte der Luftnachrichtentruppe. Band 2: Der Weltkrieg Teil 1: Der Flugmelde- und Jägerleitdienst 1939 – 1945, Neckargemünd 1968)


    Grüße
    Jörg

    Guten Abend,

    Nach Brückner, Kriegsende in Bayern 1945, S. 272 war die Pz.Aufkl.Ers. u. Ausb.Abtl 7 mit Stand 01.04.1945 in Reichenhall. Als Quelle gibt Brückner an: "Verteiler für das Ersatzheer, Wehrkreiskommando VII, Az. 11 Nr. 3200/45 geh. Ia/U vom 08.03.1945.
    (Brückner, Joachim: Kriegsende in Bayern 1945. Der Wehrkreis VII und die Kämpfe zwischen Donau und Alpen (Einzelschriften zur Militärgeschichte, 30), Freiburg 1987).

    Teile lagen anscheinend aber Ende April noch in Freising, weil sie im Zusammenhang mit der "Freiheitsaktion Bayern" genannt werden '(Brückner, S. 187/188).
    Die in Reichenhall liegenden Teile wurden am 28.04.1945 im Straßenmarsch und im Bahntransport nach München verlegt, der Stab der Abteilung traf dort um 19:00 Uhr ein. Die Abteilung wurde dem Kampfkommandanten München, GenLt Hübner, unterstellt.
    Die motorisieren Teile der Abteilung sollten im Raum Pasing - Hadern eingesetzt werden, die vordersten Sicherungen lagen bei Hadern und Gräfelfing (Brückner, S. 195/196).
    Am Morgen des 29. April 1945 wurde die Abteilung in den Raum Neufreimann verlegt, um einen aus Richtung Schleißheim erwarteten Angriff abzuwehren. U,a, wurden Sicherungen an der Isar bei Unter- und Oberföhring bezogen (Brückner, S. 201/202).
    Die mit der Bahn beförderten nicht motorisierten Teile der Abteilung trafen erst am 29.04.1945 gegen Mitternacht in München ein und sollten im Raum Oberföhring eingesetzt Hauptauftrag der Abteilung war der Schutz der Isarbrücken zwischen Unterföhring und Deutschem Museum.
    Am 30.04. wurden die Oberföhring stehenden Teile der Abteilung vo amerikanischen Kräften angegriffen.
    Die auf dem Fuß-Marsch vom Bahnhof Richtung Oberföhring befindlichen Teile der Abt. wurden ohne Absprache mit dem Abteilungs-Kdr durch den Kampfkommandanten München in Richtung Pasing umdirigiert. Während dieses Marsches kam es zu Angriffen der eigenen Bevölkerung auf die Truppe, weil die Bevölkerung Kampfhandlungen in München verhindern wollte. Nach dem Eintreffen in Pasing wurden diese Teile der Abteilung fast aufgerieben.
    Teile der im Norden eingesetzten mot. Teile der Abteilung zogen sich im Laufe des 30. April über die Schleißheimer Straße Richtung Hackerbücke zurück.
    Der Abteilungskommandeur mit den noch am Speichersee nördlich München stehenden Teilen der Abteilung 7 fand dort Anschluß an eine Kampfgruppe der 2. Gebirgsdivision. In Finsing am Ostufer des Speichersees geriet fast eine ganze Kompanie in amerikanische Gefangenschaft - angeblich durch Verrat der eigenen Bevölkerung. Die Reste zogen sich nach Haar zurück und sammelten dort in den späten Abendstunden mit den Resten der in München eingesetzten Kompanien. Vorhanden waren noch etwa 50 Mann und ein Spähwagen (Brückner, S. 204 - 209).

    Grüße
    Jörg

    Hallo,


    die I. Abteilung Flak-Rgt. 20 wurde am 01.11.1943 mit 5 Batterien im Raum Le Havre aufgestellt und am 18.06.1944 als I./Flak-STURM-Rgt. 20 in das Flak-Sturm-Rgt. 2 eingegliedert.

    Insofern gab es doch ein Flaksturm-Rgt. 20.


    Quelle:

    Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. Bd. 4: Die Landstreitkräfte Nrn. 15 – 30, Osnabrück 1976, S. 149.

    Den betreffenden Auszug aus der Seite habe ich beigefügt.

    Tessin - 04 - Die Landstreitkrafte 15-30.pdf

    Siehe auch hier im Lexikon unter

    http://www.lexikon-der-wehrmac…derungen/ArtillerieLW.htm


    letzter Absatz.


    Grüße

    Jörg

    Hallo,

    Danke für den Hinweis, Schreibfehler/Flüchtigkeitsfehler von mir, es muß natürlich "Ergänzungs-Infanterie-GESCHÜTZ-Kompanie" des Infanterieregiments 20" heißen. So ist es auch richtigerweise hier im Lexikon (erster Link in meinem vorherigen Beitrag) angegeben, auch der Standort Regensburg ist dort genannt:
    "Daneben ist Anfang 1938 noch eine 18. Ergänzungs-IG-Kompanie am Standort Regensburg, ebenfalls Wehrkreis XIII, verzeichnet."

    Neben den bekannten Ergänzungsbataillonen gab es u.a. auch:
    - Ergänzungs-Artillerie-Batterien
    - Ergänzungs-Panzerabwehr-Kompanien
    - Ergänzungs-Nachrichten-Kompanien
    - Ergänzungs-Pionier-Kompanien
    Diese Kompanien waren entweder den Ergänzungsbataillonen oder aktiven Truppenteilen zugeordnet.

    Zur Entwicklung der 18. -E.I.G.Kp.Inf.Rgt.20:

    Die Kompanie war 1935 als "Ergänzungs-Minenwerfer-Kompanie 5" in Regensburg aufgestellt worden. Die Bezeichnung Minenwerfer stammt noch aus dem Ersten Weltkrieg. Aus den Minenwerfern, die je nach Ausführung sowohl Steil- wie auch Flachfeuer abgeben konnten, entwickelten sich sowohl die Granatwerfer wie auch die Infanteriegeschütze der Wehrmacht, aus dem leichten Minenwerfer auch die Panzerabwehrgeschütze. Auch hatten die Reichswehr-Infanterieregimenter eine Minenwerferkompanie, aus der später die 13. (Infanteriegeschütz) Kompanie wurde.
    Diese Ergänzungs-Minenwerfer-Kp wurde 1937 zur 18. -E.I.G.Kp.Inf.Rgt 20, 1939 auch als 15. E.IG.Kp Inf.Rgt 20.

    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    die "18. E.I.G.Kp - Inf. Rgt. 20" war garantiert keine "Ersatz"-Infanterie-Geschützkompanie, sondern es war die bis 1939 bestehenden "Ergänzungs-Infanterie-Kompanie" des Infanterieregiments 20. Siehe hier:


    http://www.lexikon-der-wehrmac…egtAEB/InfRegtAEB20-R.htm


    Zu den grundsätzlichen Aufgaben der Ergänzungeinheiten siehe hier:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…nfRegtAEB/GliederungE.htm

    Die Ergänzungseinheiten für Infanteriegeschütze usw. wurden aber auch zur Ausbildung "normaler" Wehrpflichtiger an den Geschützen herangezogen.



    Grüße
    Jörg

    Hallo,

    Tewes ist ein anerkannter Historiker, der sich vor allem mit dem Thema Zweiter Weltkrieg im Ruhrgebiet, aber auch mit dem Sanitätsdienst der Wehrmacht befasst hat. Hier hat er in der hervorragenden Reihe "Krieg in der Geschichte" ein nachgerade Standardwerk über einen Teilbereich des Einsatzes der Rotkreuzschwestern geschrieben. Siehe dazu die Einträge zu Tewes bei der DNB:

    https://portal.dnb.de/opac.htm…%26any&currentPosition=10


    Das Inhaltsverzeichnis des Bandes zur GD findet man hier:
    https://d-nb.info/1174006099/04


    Die negative Rezension bei Amazon beeindruckt mich überhaupt nicht. Das Buch von Tewes genügt wissenschaftlichen Ansprüchen, deshalb auch der ausführlichen Anmerkungapparat. Es soll keine "Divisionsgeschichte" für ehemalige Divisionsangehörige sein und auch kein "Bilderbuch" mit vielen Photos.
    Wer - wie der Rezensent bei amazon - das Bilderbuch von Scheibert ( "PzGrenDiv Grossdeutschland und ihre Schwesterverbände" ) als hervorragend bezeichnet, den kann ich nicht ernstnehmen. Bei Scheibert gibt es keine Quellenangaben, Sachzusammenhänge, die Tewes analysiert, sind bei Scheibert nicht zu finden.

    Wer - auch wie der Rezensent bei amazon - Paul Carell heute noch mit folgenden Worten charakterisiert: "Die heutigen Historiker-cum-Autoren sollten sich da mal ein Beispiel an Paul Carrel und seinem 2-bändigen Epos über den Russlandfeldzug (Unternehmen Barbarossa; Verbrannte Erde) nehmen. DER konnte noch schreiben, so dass der Leser es nachvollziehen konnte.", der hat doch nicht mitbekommen, das die Wehrgeschichtschreibung in den letzten 60 Jahren deutlich fortgeschritten ist und heute andere Maßstäbe an Divisionsgeschichten anzulegen sind. Man schreibt heute nicht mehr im Stile von Landserheftchen, wie dies Carell getan hat.

    Der Rezensent hat anscheinend eine süffige geschriebene Soldatenstory im Stile von Scheibert oder Carell erwartet, er kann offensichtlich mit einem anspruchsvoll geschriebenen, wisenschaftlichen Ansprüchen entsprechenden Werk nicht umgehen.

    Grüße
    Jörg


    Guten Abend,


    die bayer. Pionierkompanie 9 gehörte ab 1916 zur 4 . bayer. Infanteriedivision (Friedensstandort Würzburg).


    Einsatz der Division:

    Ende 1914 – Juli 1916: Flandern / Ypern

    August 1916 – Ende 1916: Somme

    Januar bis Oktober 1917: Flandern / Ypern, Raum Armentieres – Passchendaele

    November 1917 - März 1918: südlich Metz

    April / Mai 1918: während der Frühjahrschlacht (Georgschlacht) Einsatz südlich des Kemmelbergs / bei Armentieres.

    Sommer 1918: Rückzugskämpfe im Raum Bapaume / Champagne / an der Aisne, zuletzt Raum Vouziers.

    Ende Oktober 1918 Verlegung von der Westfront nach Bayern, Raum Rosenheim, um in Südbayern und Tirol im Grenzschutz Süd gegen Italien eingesetzt zu werden. Anfang November Vormarsch bis zum Brenner, nach Sterzing, der Franzensfeste und dem Jaufen-Pass. Nach dem Umsturz in München ab 11.11. Rückzug aus Tirol.


    Literatur:

    Krafft v. Dellmensingen, Konrad/ Feeser, Friedrichfranz (Hrsg.): Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914 – 1918, Band I, Stuttgart 1930.

    Bayerisches Kriegsarchiv (Hrsg.): Die Bayern im Großen Kriege 1914 – 1918, München 1923.


    Grüße

    Jörg