Posts by Isbjoern

    Hallo Chinanski,


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    Original von Chinanski


    Wenn ich es also richtig verstehe, dann war die 4. MG Kompanie also Teil des I. Bataillons. Kann man sicher davon ausgehen oder gab es bei so etwas auch verschiebungen?


    Das kannst du als relativ sicher annehmen. Gelegentlich gab es natürlich Abkommandierungen einzelner Kompanien (ganz ähnlich wie es das wesentlich häufiger auf Regiments-Ebene gegeben hat), doch hielten sich die Kompanien i.d.R. in Verbandsnähe auf.


    Beste Grüße,
    Isbjoern

    Hallo Chinanski,


    Bei deiner Frage zur 212. ID kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Aber:



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    Original von Chinanski
    Ach ja ... eine Frage noch hinterher ... mein Großvater diente in der 4. (Maschinengewehr) Kompanie / I.R. 538.
    Im KTB werden I./I.R. 538 bis III./ 538 genannt. Da ich militärisch nicht vorgebildet bin versteh ich vielleicht die Bezeichnungen nicht richtig ... oder kann es einen anderen Grund geben, warum niemals IV./I.R. 538 zu lesen ist?
    Hoffe ich blamier mich mit der Frage nicht. ;o)



    Kurz gefasst lässt sich sagen: Ein jedes Regiment war in drei Bataillone unterteilt. In deinem Fall sind das I., II. und III. 538. Jedes Bataillon widerum setzte sich aus 4 Kompanien zusammen. Bataillon I. also aus den Kompanien 1., 2., 3. und 4. (MG). Bataillon II. aus der 5., 6., 7. und 8. (MG) Kompanie. Bataillon III. aus ...


    Die letzte Kompanie eines jeden Bataillons war eine MG-Kompanie und stellte hauptsätzlich die Unterstützung durch schwere Infanteriewaffen (Granatwerfer, sMG's).


    Dein Großvater diente also im I./538.


    Ich hoffe meine Erklärung war nicht zu kompliziert.


    Beste Grüße und viel Erfolg auf der weiteren Suche,
    Isbjoern

    Hallo Margarete,


    In diesem Thread eine weitere WASt-Auskunft mit 'detaillierter' Krankheitsauskunft:


    http://www.forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=20654


    Dieses Mal von einem anderen Sachbearbeiter. Langsam frage ich mich auch welche (oder ob überhaupt eine) Direktive da wohl hintersteht. Auf der anderen Seite würde man mit einer weiteren Nachforschung in Berlin vllt. jenen Sachbearbeitern vor den Bug schießen, die uns (den Nachfragenenden) mit ihren genaueren Aussagen eigentlich entgegenkommen.


    Mit besten Grüßen,
    Isbjoern

    Hallo Margarete,


    Ich habe noch einen weiteren Hinweis erhalten. Die WASt-Auskunft in diesem Thread:


    http://www.forum-der-wehrmacht…?postid=197400#post197400


    beinhaltet auch genauere Informationen zu Erkrankungen. Interessanterweise wurden beide Auskünfte (diese und meine eigene) vom selben Bearbeiter erstellt - Das ist also ein weiterer Hinweis darauf, dass die Preisgabe der Informationen eine individuelle Entscheidung seitens des WASt-Bearbeiters ist.


    Beste Grüße,
    Isbjoern

    Hallo liebe Leute,


    ich habe von dandler die WASt-Auskunft bezüglich seines Großvaters zugesandt bekommen. Auf seinen Wunsch (er hatte Probleme die Dateien hier hochzuladen) findet sich die Auskunft nun im Anhang an diesen Post. Vielleicht kann ja der eine oder andere von euch noch etwas aus der Auskunft herauslesen.


    Hier auch noch das Ergebnis der Suche beim VDK:


    Nachname: Schindler
    Vorname: Erich
    Dienstgrad: Obergefreiter
    Geburtsdatum: 28.06.1912
    Geburtsort: Amtitz
    Todes-/Vermisstendatum: 01.01.1942
    Todes-/Vermisstenort: Kamischly


    Erich Schindler wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt oder konnte im Rahmen unserer Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Nach den uns vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort:


    Werchnesadowoje I - Ukraine


    Die Grab-Angaben vom VDK und der WASt unterscheiden sich dabei. Was könnte das bedeuten? (Anbei noch ein Bild des Ehrenfriedhofs der 50. ID im Belbek-Tal (1941/1942) - Mit einiger Sicherheit ist das der in dem WASt-Schreiben angemerkte Friedhof.


    Beste Grüße,
    Isbjoern

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    • WASt1.jpg

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    • WASt2.jpg

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    • Ehrenfriedhof.jpg

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    Hallo Margarete,


    Die Krankheiten meines Großvaters habe ich aus dem Grund nicht verschwiegen/verpixelt, da sie einen wesentlichen Bestandteil seiner militärischen "Laufbahn" darstellen und gewisse Schritte ohne diese diversen Erkrankungen schwer zu begreifen/erklären gewesen wären.


    Zu deiner eigentlichen Frage kann ich nur soviel beisteuern: Mir wurden diese Erkrankungen ohne direkte Nachfrage meinerseits mitgeteilt. Ich habe die Auskunft also 'einfach so bekommen'.


    Allerdings habe ich (wenn ich mich recht entsinne) meiner Antragsstellung eine Formulierung angefügt, die im wesentlichen beinhaltete mir alle verfügbaren Informationen (auch zusätzlicher Art) direkt in Kopie beizufügen und nicht auf eine finanzielle Eingrenzung der WASt-Auskunft zu achten. Es mag daher daran liegen, dass der Bearbeiter ohne weitere Nachfrage die genauen Details zu den Erkrankungen beifügte.


    Andernfalls würde ich aber Michael Jörchel in seiner Einschätzung zustimmen und davon ausgehen das es im individuellen Ermessen des verantwortlichen Bearbeiters liegt. (Dieser Einschätzung würde auch deine Situation zusprechen. D.h., dass du erneut nachfragen musstest)


    Beste Grüße,
    Isbjoern

    Hallo Steffen,


    Danke für die schnelle Antwort. Der Buchtipp ist klasse! Hab den Titel schon in der Universitätsbibliothek gefunden und werde ihn mir gleich mal anschauen.


    Freue mich auf weitere Hinweise!


    Beste Grüße,
    Isbjoern

    Hallo liebe Leute,


    habe nach langer Waretzeit nun endlich eine meiner beiden gestellten WASt-Anfragen beantwortet bekommen.


    (Für alle die evtl. auch noch auf eine Auskunft warten: Auf der Erste wartete ich 15 Monate, die Zweite steht noch aus. Doch gibt es hier im Forum auch Threads die sich damit genauer auseinandersetzen.)


    Auch wenn in dem Schreiben durchgehend behauptet wird, dass der Betroffene mein Urgroßvater sei (siehe Titel des Threads), so kann ich mir trotzdem absolut sicher sein, dass mit die Auskunft über die richtige Person gegeben wurde.
    Mir haben sich nun mit der Auskunft einige Unklarheiten ergeben, bei denen ich mich sehr freuen würde wenn eure Erfahrungen mit den Einblick erleichtern könnten. In den Anhang dieses Threads stelle ich zunächst einmal natürlich Scans dieser WASt-Auskunft.


    Ich werde jetzt aber noch versuchen alles so darzulegen, wie ich dachte es mir erschließen zu können. Da ich mich im Umgang mit WASt-Auskünften und der Materie 2. WK generell noch etwas unbeholfen bewege, würde ich mich über Verbesserungen eurerseits natürlich sehr freuen!


    Also, beginne ich einmal:


    Die -929- der ersten Erkennungsmarke ist ja nur eine Kennzeichnungsnummer ohne weiteren Inhalt, das I.E.B.337 passt wunderbar zu der im Folgenden angegebenen Einheit (1./ Inf.-Ers.-Bat. 337). Auch der zweite Absatz erschließt sich relativ leicht. Doch meine Frage:
    Was bedeutet in diesem Zusammenhang Stamm-Kompanie? Heißt das, mein Großvater gehörte zu der "regulären" Besetzung des Bataillons, die nicht als Ersatz an andere Einheiten abgegeben wurde?


    Dem widerum würde nämlich widersprechen, dass er in der Folge ins Füsilierregiment 230 überging (die Besonderheiten der Füsiliere konnte ich mir in diesem Forum schon sehr gut erschließen).


    Es folgt eine Zeit ausgedehnter Lazarett-Besuche (lässt sich über die einzelnen Lazarette noch mehr herausfinden?). Was beudetet es in diesem Zusammenhang aber, dass er von dem Ersatz-Bataillon zur Marschkompanie des Bataillons übergegangen ist? Wenn ich das richtig verstehe sind Marschkompanien temporäre Erscheinungen um Ersatztruppen den Fronteinheiten zuzuführen. So wie es in seinem Fall aussieht, war die Truppe aber über einen nicht unwesentlichen Raum in Brandenburg stationiert (oder blieb etwa nur er wegen der anhaltenden Erkrankungen zurück)?


    Letztlich "endet" er in einem Bataillon für Magenkranke und gerät auf diesem Wege nach Dänemark und schließlich in westallierte Gefangenschaft. Da ich mir zu allen Einheiten die entsprechenden Seiten des LdW angeschaut habe, erschließt sich mir der letzte Schritt auch ganz gut. Doch was ganz genau bedeutet ein Magenkranken-Bataillon überhaupt? Gab es im Krieg tatsächlich dermaßen viele chronisch erkrankte, dass daraus ganze Einheiten aufgestellt wurden? Wie hat man sich die Besonderheiten dieser Einheiten vorzustellen und wurde die Magenkrankheit als Symptom des Krieges, oder als allgemeinmedizinische Erkrankung verstanden?


    Nun ist mein Text doch etwas länger geworden. Ich bedanke mich für eure Lesemütigkeit und freue mich auf eure Antworten/Hinweise/Tipps - Fragen habe ich ja genug gestellt. Auch über Hinweise auf vertiefende Literatur/Information zu den einzelnen Einheiten würde ich mich sehr freuen. Die entsprechenden LdW-Artikel habe ich wie gesagt schon durchgearbeitet. Noch einmal Vielen Dank!


    Beste Grüße,
    Isbjoern


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    Nachtrag: Wie aus Seite 2 auch hervorgeht, liegt mir auch ein Antrag auf Kriegsgefangenenentschädigung vor. Dazu habe ich auch noch die eine oder andere Frage, doch halte ich diese zunächst einmal zurück.

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    • WASt01.jpg

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    • WASt02.jpg

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    Hallo Peter,


    Danke für die schnelle Antwort. Da war mein Schritt ins Forum mal wieder schneller als der Schritt in die eignen Unterlagen...


    Da die abgelichteten Soldaten im III/G.R. 123 dienten, liegt die Zuweisung der Feldpostnummer auf der Hand. Deswegen kam mir die Nummer auch so bekannt vor. Naja, im Nachhinein ist man immer klüger.


    Danke aber nochmal!


    Aber wo wir schon dabei sind, wie ist das mit den Zahlmeistern? Ich nehme an eine solch feste Bleibe wurde nicht in Phasen des offensiven Vorrückens eingenommen?


    Hier könnte man vielleicht einen Hinweis auf die Datierung des Bildes möglich machen. Auch frage ich mich: handelt es sich wirklich um eine Tropenuniform, mir fehlt hierfür das nötige Fachwissen.


    (Thread bitte verschieben, wenn eine zu abwegige Richtung eingeschlagen wird)


    Beste Grüße,
    Isbjoern



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    Nachtrag: Danke für die Links! Mein Bücherregal überschlägt sich aber bereits mit so ziemlich allem was sich zum IR/GR 123 auftreiben lässt...

    Hallo Liebe Leute,


    Ich habe durch Zufall bei einem hochauflösenderem Scan eines der Bilder meines Urgroßvaters im Hintergrund ein Schild entdeckt. Die Plakette - an einem Gebäude angebracht - trägt den Schriftzug "Zahlmeister 02196".


    Kann es sich dabei u.U. um eine Feldpostnummer handeln? Ein anderer Sinn würde sich mir nicht wirklich erschließen. Die Aufnahme zeitlich einzuordnen fällt schwer, lediglich die leichte Bekleidung der Soldaten könnte auf die zweite Hälfte des Jahres 1943 hindeuten, da in dieser Zeit die Soldaten der 50. ID in Tropenuniformen im Kaukasus (Kurka-Stellung) kämpften. Das ist jedoch nur eine Mutmaßung meinerseits, ich Freue mich auf andere Vorschläge.


    Das Bild stelle ich zwar in in Anhang, ich befürchte aber das aufgrund der reduzierten Auflösung der erwähnte Schriftzug nicht mehr allzu gut zu erkennen sein wird.


    Solltet ihr der Meinung sein, dass es sich bei der 02196 tatsächlich um eine FPNr. handelt, würde ich mich natürlich sehr freuen wenn ihr mir bei der Entschlüsselung derselben helfen könntet.


    Beste Grüße,
    Isbjoern

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    • 21.jpg

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    Hallo Helga,


    Quote

    Original von Benfatto
    Komischerweise sind alle Wehrpässe, Stammrollen u.s.w. meines Vaters verschwunden, laut WASt.


    Leider ist diese Aussage der WASt eher die Regel als die Ausnahme, da in den Wirren der letzten Kriegsjahre viele Dokumente (insb. von Divisionsebene abwärts) verschwunden sind.


    Vielmehr als den ausführlichen Beitrag von Roland wird sich wahrscheinlich nicht mehr festmachen können. Die gelegentliche Suche nach Feldpostnummern in den gängigen Auktionshäusern und Foren ist sicherlich nicht zu verkehrt. Ich kann dir keine Hoffnung machen, aber mir ist auf diesem Wege auch einmal ein "Glücksfund" gelungen.


    Was deine Bildsuche angeht bin ich leider etwas skeptischer. In einer Divisionsgeschichte nach einzelnen Personen zu suchen ist eine reine Glückssache. In der Regel finden sich in diesen Büchern zu wenig Bilder, wenn du bedenkst wie viele tausend Soldaten in einer Division dienten. Erschwert ist das natürlich zusätzlich, wenn man keine eigenen Vergleichbilder hat um die Person zu identifizieren.


    Ich wünsche dir auf deiner weiteren Suche aber alles Gute!


    Beste Grüße,
    Isbjoern

    Hallo Diana,


    Dein Beitrag bestätigt dann in gewisser Weise ja auch das es nicht alltäglich war im Kriegsgeschehen auf der Schreibmaschine zu schreiben.


    Ganz unabhängig davon ist natürlich auch der Brief an sich mit dem Diskurs über das 'richtige' Frauenbild ein - ich sag mal - interessanter Einblick. Vielen Dank dafür!


    Beste Grüße,
    Isbjoern

    Hallo Andre,


    Das klingt höchst interessant! Ich bin immer wieder überrascht wie einprägsam die Kriegserfahrungen für die damalige Generation gewesen sein muss, dass eine so genaue Erinnerung auch Heute noch möglich ist.


    Zu den Abschnitten in Berlin und am Westwall kann ich leider nicht allzu viel beisteuern, was die kurze Episode in der 50. ID angeht zumindest ein kleines bisschen.


    Gerade in dem Buch "Erlebtes. Kameraden der 50. Inf.-Div. berichten" (Selbstverlag der Tradtionsgemeinschaft 50. ID) lassen sich zu der Episode in Frankreich einige interessante 'Anekdoten' nachlesen. Sollte Herbert jedoch tatsächlich 'nur' einem Wachkommando über Flugzeuge zugeteilt gewesen sein, wird er einen Großteil der Geschichten wohl auch nicht kennen.


    Interessant wäre gewesen ob er etwas zu dem 'Nationalspiel' zwischen französischen Soldaten und einer dt. Mannschaft zu erzählen hat, das am 14. April 1940 während des Stellungskrieges an der deutschen Westfront am Oberrhein stattfand. Allerdings handelte es sich dabei um Soldaten des IR 123, und ich bin mir nicht sicher wie nah/fern das IR 121 stationiert war.


    Auch die anderen von dir beschriebenen Erfahrungen sind sehr interessant. Man freut sich auf mehr, solltest du Herbert nochmal treffen.


    Beste Grüße,
    Isbjoern

    Hallo,


    Hier noch eine kleine Ergänzung meinerseits: Habe ein wenig rumrecherchiert - da soll mal einer sagen ein Geschichtsstudium lohnt heutzutage nicht mehr - und bin auf die Dissertation eines gewissen Dirk Richardt von 2002 gestoßen.


    Richardt, Dirk: Auswahl und Ausbildung junger Offiziere 1930-1945. Zur sozialen Genese des deutschen Offizierskorps, Marburg 2002.


    Die Arbeit scheint einen sehr guten Einblick in die Materie zu bieten, auch wenn ich die knapp 400 Seiten bisher nur überflogen habe. Der Aufbau der Dissertation nach chronologischem Ablauf des Geschehens 1930-45 hat es für mich zudem sehr einfach gemacht die infragekommenden Abschnitte herauszusuchen. Wie es scheint war der Bedarf an Offiziersnachwuchs im Heer 1944 so drastisch, dass beinahe alle Zugangshürden zum Offz.Korps abgebaut wurden. Die zwei Doppelstreifen auf den Schultern des in diesem Thread behandelten Soldaten haben also nicht mehr allzu viel zu bedeuten.


    Auch zur Ausbildungsdauer und dem Inhalt derselben werden Aussagen getroffen. Ich glaube das wurde zuvor in diesem Thread erfragt (?)


    Auf jeden Fall bedanke ich mich nochmal für eure rege Beteiligung an der Diskussion und stelle euch auch noch einen Link zur Verfügung, denn angenehmerweise gibt es die Dissertation online zur vollen und freien Verfügung. Hier also der Verweis zur >> .pdf <<


    Beste Grüße,
    Isbjoern

    Hallo Andreas,


    Danke für deinen Beitrag! Das habe ich mir auch schon so gedacht, es freut mich das kompetent bestätigt zu bekommen.


    Der Umstand das der hier Betroffene regelmäßiger mit der Maschine schrieb, auch unter widrigeren Umständen - man bedenke die Lage der 999er Einheiten während der Räumung Griechenlands/des Balkans - könnte also durchaus als Hinweis für den leichten Zugang und geübten Umgang mit der Schreibmaschine sprechen.


    Ich befürchte enger lässt sich eine solche Aussage wohl nicht eingrenzen.. Danke aber für eure andauernde Hilfe!


    Grüße,
    Isbjoern

    Hallo Ferdi,


    Danke für deinen erneuten Beitrag. Langsam ergänzt sich mein Bild. Ich wollte jedoch nochmal darauf hinweisen, dass die entsprechende Person laut Fp.Nr. nicht im Btl.-Stab gedient hat. Der Stab hatte die Nr. 41421 A, seine Briefe waren aber stets mit 41421 C (2. Kompanie) versehen.


    Der Aufbau der Bewährungsbataillone 999 setzt doch aber bestimmt voraus, dass auch auf Kompanie-Ebene Mannschaften des Stammpersonals die 'Übersicht' übernahmen (?) Könnte er soetwas wie der Kompanieschreiber gewesen sein, bzw. gibt es eine solche Position überhaupt? Ich bin in dieser Frage leider etwas unwissend und hoffe auf deine Hilfe Ferdi. Oder ist anzunehmen das alle Schreib- und Logistikaufgaben auf der Ebene des Btl.Stabes durchgeführt wurden?


    Beste Grüße,
    Isbjoern

    Liebe Leute, danke euch für die rege Diskussion!


    Vorweg möchte ich euch von allen Überlegungen bezüglich der sonstigen Ehrungen/Orden des Fotografierten befreien, da mir alle diesbezüglichen Verleihurkunden vorliegen. Tatsächlich handelt es sich um das KVK 2. Klasse mit Schwertern, den Orden 'Winterschlacht im Osten', den Krimschild, das Verwundetenabzeichen in Schwarz und die Medalia comemorativa "Cruciada Impotriva Cumunismului".


    Es scheint euren Kommentaren nach nun so zu sein, als dass die Schulterklappen auf einen Offiziersanwärter hindeuten. Ich frage mich hingen genauso wie Matthias:


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    Original von Matthias Köhler
    [...] aber nach meinen Kenntnisstand war die Vorraussetzung zum Offizieranwärter ein Unteroffiziersdienstgrad ?


    Hier muß einfach noch ein anderer User sein Wissen mit uns teilen.


    Der Fotografierte hatte zum Zeitpunkt der Aufnahme etwas mehr als 4 Jahre in der Wehrmacht gedient, wäre das tatsächlich eine ausreichende Dienstzeit um Offiziersanwärter zu werden? Und wenn ja, sollte in Uffz.-Rang einfach 'übersprungen' werden?


    Meine letzte Frage steht mehr im Zusammenhang mit meinem Unwissen über Militärisches: Was bedeutet eine Anwartschaft genau? Hat ihn ein Vorgesetzter auf eine Offiziersstelle vorgeschlagen? Wann würde diese letztendlich angetreten werden (oder war das überhaupt sicher)? Wie verlief die weitere militärische 'Karriere' für einen Obergefreiten Offz. bzw. Uffz.-Anwärter?


    Meine letzte Frage ist eher genereller Natur und braucht wohl etwas mehr Platz zur Beantwortung. Umso mehr würde ich mich freuen, ggf. schätze ich aber auch einen Hinweis auf nützliche Literatur sehr!


    Beste Grüße,
    Isbjoern


    ___________________



    Nachtrag:


    Ich habe gerade noch einmal in meine Unterlagen geschaut und bin dabei auf ein Briefumschlag einer Feldpost-Nachricht vom 31.12.1944 gestoßen, auf dem der Fotografierte nach wie vor als Obergefreiter tituliert wird. Nimmt man also an das die Offiziersanwartscht zwischen Jan. und Jul. '44 'angetreten' wurde, so scheint eine Beförderung zumindest nicht bis Jahresende stattgefunden zu haben.

    Danke euch allen noch einmal für die rege Diskussion. Ich versuche mal mein Weiteres dazu beizusteuern:


    Zum einen folge ich der Argumentation von Karl


    Quote

    Original von Karl Grohmann
    Du kannst Dir sicher vorstellen, wie vielfältig die Situationen im Kriege sind bzw. waren. Da gab es immer mal die Möglichkeit an eine Schreibmaschine zu " kommen" [...]


    Auf der anderen Seite sind Margaretes Einwände durchaus berechtigt.


    Mein Urgroßvater schrieb inmitten des (schwierigen) Balkanrückzuges der dt. Truppen mit der Maschine - in der Regel fehlerfrei und umfassender. Er schien also mit dem Gerät vertraut (das widerum kann aber auch an seiner vorhergegangenen Arbeit als Bänker liegen).


    Ich nehme an das Mysterium lässt sich wohl nicht vollends lösen. Ich freue mich allerdings sehr über eure Diskussionsbeiträge. Ihr habt mir bisher schon sehr viel weitergeholfen. Danke dafür und mal sehen was da noch so kommen mag.


    Grüße,
    Isbjoern

    Hallo Matthias,


    Danke für die schnelle Antwort. Leider kann ich dir mit deinen Fragen kaum weiterhelfen, auch da das Foto sich nicht genau datieren lässt. Seine Anwartschaft muss nach dem 14.01.1944 begonnen haben, soviel steht fest. Im Juli 1944 wurde er in eine neue Einheit versetzt, da seine alte während seines Genesungsurlaubes in der Heimat in Sewastopol vernichtet wurde.


    In dieser neuer Einheit (XXII. Fest.Inf.Bat. 999) - so könnte zumindest angenommen werden - war der Rang eines Unteroffiziers hilfreich, da er zur 'Überwachung' der 'Wehrunwürdigen' herangezogen wurde (wie alle Mitglieder der Stamm-Mannschaft). Allerdings kann das nicht entgültig belegt werden.


    Wären ca. 6 Monate im Kriegsjahr '44 eine realistische Zeitspanne für eine derartige Beförderung?


    Grüße,
    Isbjoern


    ___________________________



    Nachtrag:

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    ich habe hier allerdings zwei Streifen für Offiziersnachwuchs...nicht Unteroffizier!


    Sollte das möglich sein? Meinen Unterlagen nach war der Betroffene bis zum Jan. 1944 'nur' Obergefreiter und das Bild muss innerhalb der folgenden 6 Monate entstanden sein. Wäre das nicht eine sehr rasche Beförderungsfolge?

    Danke für die raschen Antworten!


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    Original von schlichi
    Die Schlussfolgerung "Schreibmaschine" ist gleich "Verwaltungs- oder Schreibstubentätigkeit" halte ich für falsch.


    Das wird wohl stimmen. Schade nur, da das mein einziges Mittel gewesen wäre die genauere Position des Soldaten bestimmen zu können. Auch der Beitrag von Ferdi ist äußert erhellend,


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    Original von Ferdi
    Die Stamm-Mannschaft (Btl.Stab) hatte natürlich eine Art Schreibstube. Es ist deshalb logisch, dass der Schreiber auch seine Feldpostbriefe ab und an mit der Maschine geschrieben hat.


    Nur kann ich mir leider nicht sicher sein, dass es sich bei dem Soldaten (meinem Urgroßvater) um den Schreiber der Einheit gehandelt hat. Die Fekdpostnummer 41421 C lässt im übrigen auf die 2. Kompanie des XXII. Festungs-Infanterie-Bataillon 999 schließen - also nicht auf den Bataillonsstab. Auf der anderen Seite werden wohl auch die einzelnen Kompanien Schreibstuben gehabt haben (?)


    Beste Grüße,
    Isbjoern