Posts by jostdieter

    Hallo Stefan, beim uniformierten Soldat sehe ich eine Art Breeches-Hose, wie sie Reiter trugen.

    Auch die hohen Stiefel mit einer Schnalle oben am Schaft könnten Reitstiefel sein.

    Vielleicht war er bei der bespannten Artillerie mit von zwei oder vier Pferden gezogenen Geschützen.

    Mangels Kutscherbock sass der Kutscher - oder der Hufschmied - auf dem Pferd vorne links.

    Habe ich mal als Kind 1940 bei einer Parade gesehen

    Gruss jostdieter

    Hallo, Hauptmann Peter Rettich, Kommandeur II.Bataillon, Grenadier-Regiment Scharnhorst 1, schrieb in seinem leider verschollenen Tagebuch, dass er im April 1945 mit den an der Elbe zerschlagenen Resten seines Bataillons Richtung Berlin "gegen die Russen" zog und die Russen für ein paar Stunden aus einem Dorf in Brandenburg rausdrängte, wo "die Russen gegenüber der Zivilbevölkerung übel gehaust hatten". Seine Truppe wurde aber von der russischen Übermacht zurückgeworfen und rettete sich in amerikanische Gefangenschaft.

    Peter Wittig, Elbe-Operationen, S. 107: ..verursacht durch das Stillhalten der Amerikaner an der Elbe und die Einstellung der Luftangriffe verbreitete sich unter den deutschen Truppen das Gerücht,

    die Amerikaner hätten die diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion abgebrochen.

    Sie richteten sich angeblich auf einen Kampf gegen die Russen ein."

    Das Gerücht verbreitete sich auch in Nordhausen.

    Der Pimpf jostdieter hörte von einem Soldaten, der an sich vom Krieg die Nase gestrichen voll hatte:

    "Gegen die Russen würde ich auch noch mal mitgehen."

    Der Hass auf die Russen war allgegenwärtig...

    Weitere Hoffnung glomm auf, als der amerikanische Präsident starb. Wiederholte sich das Wunder, dass Friedrich der Zweite den Sieg errang, als sein russischer Gegenspieler starb und ein deutschfreundlicher Zar nachfolgte?

    An die Wunderwaffen glaubte 1945 niemand mehr.

    Quote from arnd

    Ich lese hier die ganze Zeit mit, und frage mich hat das Ganze einen militärischen Sinn gehabt?

    Außer irgendwelchem Aktionismus, den der Krieg war sowieso verloren!

    Soweit ich das damals mitgekriegt habe, machten viele Soldaten und Zivilisten einfach aus Pflichtgefühl weiter.

    Resignierend sagte man damals:

    "Geniest den Krieg, der Frieden wird fürchterlich".

    Hallo , vermute 1. eine ca 3 cm dicke und mindestens 60 cm lange knickfeste Holzstange als Griff zum Entleeren in umfangreichen Kessel für Speisegemisch oder Färbe-Bad.

    2.Die Randmarke in halber Höhe stammt von einer leicht fliessenden heissen Flüssigkeit:

    3.Die gleichmässigen ca 2 cm breiten ringförmigen Kratzspuren am Pfannenboden aussen weisen auf den Einsatz eine zylinderförmigen Rührers hin.

    4.Ungleichmässige Kratzspuren innerhalb der Kreis-Rührspuren stammen vom Entfernen von Boden-Anhaftungen.

    Meine Anwendungen: Als Koch einer Feldküche würde ich damit eine Paste mit Körnern, Mehlschwitze oder einen anderen Geschmacksverstärker in den Kessel leeren

    und einrühren.

    Als Chemiker würde ich damit in Sicherheitsabstand eine Prozess-Reaktion starten,. z. B. beim Reinigen oder Färben von Textilien.

    Bin gespannt, was Ihr noch herausfindet.

    Gruss jostdieter

    Hallo Horst,

    Quote from onkel horst

    die völlige nationalsozialistische Verblendung Hitlers und vielen seiner ihm hörigen Generäle machte es unmöglich, Entscheidungen "vom Ende her" zu denken. Es hätte klar sein müssen, dass ein Kriegsgegner USA die "kleine" Wehrmacht schlägt.

    Mein Vater war von 1914 bis !918 dabei, zuletzt als Meldereiter eines schlesischen Infanterie-Regiments.

    Als Hitler den USA den Krieg erklärte, sagte er: "Wie kann Hitler den USA den Krieg erklären, er war doch auch Frontsoldat.

    Als nach der Kriegserklärung der USA an das Kaiserreich am 6. April 1917 die ausgeruhten und gut ausgerüsteten amerikanischen Soldaten an die Front kamen, war für uns der Krieg verloren.

    Die Franzosen waren genauso fertig wie wir."

    Gruss jostdieter

    Hallo Hector, nach der Stellung des Wegweisers zu schliessen, ist die südwestliche Ecke Kudamm/Schlüterstrasse abgebildet .

    Heute ist dort lt. Google Maps im Gebäude Kudamm188/189, Ecke Schlüterstrasse , das Schmuckgeschäft cartier

    Die Hausecke ist auf etwa 3 Meter verbreitert, breiter als das einfache Vordach der Bankfiliale damals im Jahr 1945.

    Aus meiner Sicht ist es nicht das von sten in Beitrag 3 abgebildete "schrecklich sanierte" Gebäude .

    Auch das Gebäude Kudamm 52, Kleiderhaus mientus, gegenüber an der nordwestlichen Ecke mit dreiviertel- Rundecke ist nicht so verhunzt worden.

    Gruss jostdieter

    Hallo Thilo, in den Jahrzehnten 1960 und 1970 hörte ich in einer südwestdeutschen Firma am Freitagabend -Stammtisch,

    dass "ehemalige SS-Leute die HIAG ( Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS, Wikipedia)

    gründeten, um sich bei der Beschaffung von Arbeitsstellen gegenseitig helfen zu können.

    Der Personalchef stellte sich als ehemaliger Gebirgsjäger vor.

    Er erwähnte nur im Kreis der Vertrauten, dass er Gebirgsjäger bei der Waffen-SS war.

    Nach und nach sickerte durch, das noch weitere Kollegen bei der Waffen-SS waren.


    Nicht so geheimnisvoll ging man mit der Zugehörigkeit zu einer Adolf-Hitler -Schule oder Napola um.

    Da hat man sich gern bereits nach kurzer Bekanntschaft , z. B. bei einem Seminar, mit gebrüstet.

    "Aha, Sonthofen oder wo waren Sie ?"

    Wurde als vertrauensbildende Massnahme empfunden.

    Gruss jostdieter


    Lieber Horst, mache ich gern. Die Geschichte ist nie veröffentlicht worden.

    Der Chemiker Dr .Alfred Bossardt war jahrelang mein Chef bei einer Schweizer Firma.

    Er hat sie uns Mitarbeitern beim letzten Treffen in seinem Haus vor seinem frühen Tod mit 61 erzählt.

    Ein anderer Schweizer Kollege hat sie bestätigt. Er war 1945 in Bossardts Grenzwacht- Einheit .

    "Bobby" Bossardt machte noch mal von von sich reden, als er 1973 die grossen Firmen am Hochrhein und die Stadt Basel veranlasste,

    die bis dahin lediglich mechanisch geklärten Abwässer auch biologisch zu klären

    Ab 1975 konnte man wieder ohne Schutzanzug im Rhein schwimmen.

    Gruss jostdieter

    Hallo Bert

    Quote

    die Schweiz wird nicht besonders erfreut gewesen sein, wenn deutsche Deserteure in die Alpenrepublik kamen, aber es dürften nicht all zu viele gewesen sein.

    Es hat ein paar deutsche Piloten gegeben, die mit ihren Maschinen in die Schweiz desertierten. Sie wurden als Kriegs-Gefangene behandelt.

    Ehrenvoll wurde dagegen ein deutsches Pionier-Kommando in den letzten Kriegstagen im schweizerischen Koblenz aufgenommen, das die wunderschöne Eisenbahn-Brücke zwischen Koblenz und Waldshut sprengen sollte. Der Schweizer Leutnant der Grenzwacht Alfred Bossardt schwamm nachts über den Rhein zu seiner deutschen Freundin in einer Ufer-Gaststätte. Sie erzählte ihm von dem Pionierkommando, das die Brücke sprengen sollte. Bossardt stimmte sich mit Vorgesetzten ab und bot dem deutschen Feldwebel und seinen Pionieren ehrenvollen Übertritt in die Schweiz, wenn sie auf die Sprengung verzichteten. So wurde die Brücke vor der Sprengung bewahrt.

    Gruss jostdieter.

    Hallo Jockel, im Londoner Stadtteil Hendon steht im Royal Air Force Museum die deutsche Ju 88 R mit Bild und Text der Fahnenflucht von Schmid, Rosenberger, Kantwill und dem amerikanischen Begleitpiloten mit Schmitts geschenkter Schwimmweste. Von der Aktion "biting" ist da keine Rede. Die fand ja schon im Februar 1942 statt.

    Warum konnte nicht schon im März 1942, sondern erst erst vier Wochen nach Schmitts Fahnenflucht im Mai 1943 das Serrate-Gerät eingesetzt werden?

    Weil die aktuelle Wellenlänge des deutschern Radars entgegen dem biting-Bericht erst von Schmitts Ju 88 R abgenommen wurde.

    In einem anderen Bericht - das Bild war mal im Forum der Wehrmacht zu sehen - hat der Physiker R. V. Jones noch am Abend der Fahnenflucht die Antenne der J 88 R abmontieren lassen und die aktuelle Wellenlänge ermittelt. Erst dann konnte er die britischen Nachtjäger vier Wochen später im Juni 1943 mit Serrate -Ziel-Empfängern losschicken. Sie haben mit langsamen Beaufightern auf Anhieb 23 deutsche Nachtjäger abgeschossen.

    "Das war wie Tontaubenschiessen" erzählte der britische Staffelkapitän.

    Deshalb - und nicht bereits im März 1942 - konnte das britische Bomber Air Command erst im Juni 1943 die Aktion "Gomorrha" mit 30 000 Toten gegen Hamburg starten.

    Sorry Jockel, die im Hendon Museum veröffentlichte Version von der Erbeutung der deutschen Radar-Wellenlänge halte ich für glaubhaft, weil sie logisch ist.

    Gruss jostdieter

    Hallo Jockel, Du möchtest gern etwas mehr wissen über den Nachtjäger Heinrich Schmitt/Schmidt.

    Quote from jostdieter

    Er desertierte im Mai 1943 mit einem Nachtjäger Ju 88 und dem neuesten Lichtenstein- Radar-Zielgerät nach England.

    Nachlesen kann man das im 44. Band der Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Land Nordhausen (BGNDH), ISBN 978-3-939357-37-7,

    Jost-Dieter Rudloff ,Warum wurde Nordhausen eine Woche vor Kriegsende 1945 in Brand gesetzt, Seite 127 ff.

    Falls allgemeines Interesse besteht, kann ich diese zwei Seiten ins Forum kopieren, sonst sende ich sie gern als Private Nachricht PN an Dich.

    Vorweg eine Korrektur der Angabe in http://aircrewremembered.com/schmid-herbert-defection:

    Der Vater Josef Schmitt, Nordhausen, An der Bleiche 10, von Heinrich Schmitt war nicht Sekretär des bürgerlichen Politiker Stresemann, sondern

    des sozialdemokratischen Politikers Philipp Scheidemann.

    Josef Schmitt berichtete seit 1940 aus Nordhausen an den MI6, einen britischen Militärgeheimdienst .


    Warum Frank Micha 18 meinen Beitrag 22 über den Deserteur Heinrich Schmitt vom Donnerstag "tendenziös" nennt, ist mir schleierhaft.

    Hoffentlich verfügt Frank Micha 18 über hieb- und stichfeste sachliche Gegenargumente.

    Wenn nicht, ist sein Vorwurf überflüssig.

    Gruss jostdieter

    Quote from Karl Grohmann

    es wurden aber relativ wenige NVA Offiziere übernommen.

    Hallo Karl, dauerhaft übernommen wurden vor allem Fachoffiziere wie Funktechniker und Piloten.

    Nicht übernommen wurden NVA-Soldaten, die an das Ministerium für Staats-Sicherheit berichteten.

    Verständlich, dass diese Leute den Übernommenen "Verrat und Fahnenflucht" vorwerfen.

    Der stellv. Kommodore des Jagdbombergeschwaders 49 Rolf Berns erzählte von den Umschulungen der NVA-Piloten, dass die neuen Kameraden erstmal

    "den ganzen Quatsch mit der inneren Führung und der Disziplin, die auf Überzeugung basiert" ablehnten.

    Sie glaubten nicht, dass die Luftwaffe eine Mission mit vier Maschinen in 90 Minuten vorbereitet, weil sie für ihre MiG's 8 Stunden Vorbereitung benötigten.

    Sie wurden vom sowjetischen Jägerleitoffizier vom Boden aus geführt und hatten keinerlei taktische Freiheiten.

    Demzufolge fehlte es ihnen an Eigeninitative.

    Sie flogen jährlich ca 60 Stunden bei Bedingungen mit 3,7 km Sicht und 700 Fuss Wolkenuntergrenze.

    Die Lw-Piloten bringen es auf 180 Flugstunden/Jahr unter erschwerten Bedingungen mit minimal 800 m Sicht und niedriger 200 Fuss Wolken-Untergrenze.

    Gegenseitige Ressentiments verhinderten monatelang eine gedeihliche Zusammenarbeit.

    Jahrelang sassen die West-Piloten in Bereitschaft "auf der Bombe" wegen eines Angriffes von "denen da drüben".

    Die LSK-Piloten warteten lange auf den Zusammenbruch des Lügengebildes von "der schnelleren Flugbereitschaft und der höheren Verfügbarkeit der West-Flugzeuge." Irgendwann liessen sie ihre sowjetische Ausbildung einer Befehlstaktik hinter sich, glaubten den Lw-Ausbildern und übernahmen die westliche Auftragstaktik.

    Die NVA-Piloten wurden von den Alliierten wegen des "Sicherheitsrisikos" nie zur Ausbildung in Grossbritannien und USA zugelassen.

    Etwa 1000 Ex-NVA/LSK Offiziere wurden umgeschult und in die Bundeswehr übernommen.

    Es gibt immer wieder Traditionstreffen der MiG-29-Piloten wie es Treffen der Starfighter- Piloten oder der Piloten mehrerer Jagdbomber-Geschwader gibt.

    Gruss jostdieter

    Hallo Ingo

    Quote from Ingo Atlantis

    Das Schicksal von Wehrmachtsdeserteuren ist ein lange verdrängtes Geschichtskapitel.

    Ich ergänze um das Kapitel: Der Einfluss von Fahnenfluchten auf den Gang des Krieges.

    Ein Beispiel in Kurzfassung: Der Nachtjäger Heinrich Schmitt/Schmidt desertierte im Mai 1943 mit einem Nachtjäger Ju 88 und dem neuesten Lichtenstein- Radar-Zielgerät nach England. Innert vier Wochen baute der britische Physiker R. V. Jones Feind-Ortungsgeräte und dimensionierte gemäss der nun bekannten Wellen-Länge des deutschen Radarsystems die irreführenden Alu- Düppel.

    Die deutsche Nachtjagd und die Flugzeug Luftabwehr - Geschütze erblindeten.

    Die Verluste des Britischen Bomber Air Commands bei Nachtangriffen sanken von 40 % auf 10%:

    Die Briten standen wegen der hohen Verluste an Flugzeugen und Fliegern vor der Aufgabe der nächtlichen Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung in deutschen und französischen Städten .

    Jetzt konnte Air Marshal Arthur Harris von der deutschen Luftabwehr ungestört in der Aktion"Gomorrha" Hamburg in Trümmer legen.

    Kein Wunder, dass Air Marshal Arthur Harris am Abend der Fahnenflucht jubilierte : "Ein Wunder ist geschehen."

    Die deutsche Nachtjagd hat sich nie wieder von dieser "Entwaffnung" erholt.

    Der Fahnenflüchtling Heinrich Schmidt kehrte nach Kriegsende zurück und arbeitete in Westdeutschland als Privatpilot.

    Die sowjetisch geleitete DDR-Organisation VVN (Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes) soll ihm in Westdeutschland eine kleine Rente gezahlt haben.

    Weder in Grossbritannien noch in Deutschland hat er Anerkennung gefunden.

    In seiner im April 1945 zerstörten DDR- Heimatstadt Nordhausen mit tausenden toten Zivilisten, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen hat er sich nie wieder blicken lassen.

    Gruss jostdieter

    Hallo Sven Reiseleiter

    Quote

    Mein Verständnis bisher war, dass Fahnenflucht ein Akt des Widerstands gewesen war.

    Der Nachtjäger Heinrich Schmitt, nannte sich nach 1945 "Schmidt" , desertierte im Mai 1943 mit einer JU 88 und dem neuesten Lichtenstein-Radar-Zielgerät nach England.

    Nach dem Krieg erklärte er: "Ich wollte helfen, ein sozialistisches Deutschland aufzubauen."

    Ausserdem gab er als Motiv an, seine jüdische Verlobte sei 1936 verhaftet worden.

    Eine Nachbarin in seiner Heimatstadt Nordhausen am Harz lachte und erzählte uns, dass Schmitts Verlobte keine Jüdin war.

    Nach seiner Fahnenflucht löste sie die Verlobung auf und heiratete einen Dentisten im benachbarten.Städtchen Ilfeld.

    Der ehemalige Jagdflieger Hans-Martin Kromann aus Nordhausen fügte hinzu:

    "Mit einer jüdischen Braut wäre Schmitt nie in die Luftwaffe aufgenommen worden."


    Heinrich Schmitt ist von seinem Vater Josef Schmitt, einem Kommunisten in der Weimarer Republik, sozialisiert worden.

    Heinrich Schmitt/Schmidt hat weder in Grossbritannien noch in Deutschland Anerkennung gefunden.

    Er hat auch keinen Aufnahme-Antrag bei der westdeutschen Jagdflieger-Vereinigung gestellt.

    Die VVN, eine von der Sowjetunion und der DDR gesteuerte "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" soll ihm in Westdeutschland eine kleine Rente gezahlt haben.

    Er soll als Privatpilot für Porzellan - Rosenthal Selb und Büstenhalter-Triumph gearbeitet haben.

    In einem Mai endete sein Leben an einem unbekannten Ort in Bayern.

    In Nordhausen hat er sich nie wieder blicken lassen.

    Gruss jostdieter.

    Hallo Alain, könnte mir vorstellen, dass nach der Einschliessung der Festung die Versorgung mit Lebensmitteln schwierig war.

    Da futtert man alles, was man kriegen kann.

    Vielleicht ist "Meerschaum" ein Codewort für Strandgut.

    Das musste natürlich der Intendantur zur Prüfung vorgelegt werden.

    Vielleicht handelt sich ja auch um Miesmuscheln oder sonstige Meeresfrüchte.

    Ein Menufoto eines Restaurants in La Rochelle zeigt mir nicht identifizierbare Früchte in einer schaumigen Sosse.

    Alain wohnt an der Küste. Viielleicht kennt er diese schaumige Spezialität.

    Das ist natürlich von mir ein Schuss ins Blaue...

    Gruss jostdieter.

    Hallo Odenwälder Bub , Onkel Horst schrieb

    Quote

    Dieses Forum befasst sich mit der Geschichte der Wehrmacht und ihre Mitwirkung an dem Geschehen ist historisch gesichert. Wie ein Erinnern daran zu einer "Politisierung und Emotionalisieren" beitragen kann, das verstehst wohl nur Du

    Der britische Autor Murray R. Barber (Quelle, Die V2, S.276) nennt die Bombardierung Nordhausens und der Boelcke-Kaserne im April 1945 ".ein nicht weniger erschütterndes Verbrechen gegen die Menschlichkeit als die Ermordung von 1000 bis 1100 KZ-Häftlingen in einer Feldscheune bei Gardelegen durch die SS- Bewacher auf Anordnung des NSDAP-Kreisleiters Thiele"

    In der Boelcke-Kaserne Nordhausen waren im April 1945 weder deutsche Soldaten noch "hochrangige Nazi-Funktionäre", sondern 6000 Kriegsgefangene und Hunderte KZ-Häftlinge. Es ist nachgewiesen, dass der Britische Nachrichtendienst durch Deutsche mit Anti-Nazi-Hintergrund über alle Fakten des Rüstungs-Zentrums Nordhausen informiert war. Trotz gesetzlichen Verbots, Kriegsgefangene zu bombardieren, ordnete Air Marshal Sir Arthur Harris die Bombardierung der Boelckekaserne an. Etwa 1800 Tote, meistens Kriegsgefangene aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich und deutsche KZ-Häftlinge wurden eine Woche später von amerikanischen Truppen zu ihrem Entsetzen in der Boelcke-Kaserne gefunden. Nach der Genfer Konvention von 1929.zum Schutz der Zivilbevölkerung und der UNO- Resolution von 1948 gegen Völkermord wäre Sir Arthur Harris nach dem Krieg wegen Kriegsverbrechen angeklagt worden.

    Ich habe diese Fakten zusammengetragen und in dem heimatgeschichtlichen digitalen Lexikon "nordhausen wiki" veröffentlicht.

    Ich hätte für eine Emotionalisierung allen Grund, weil ich als Zehnjähriger in Nordhausen nur knapp dem Tod durch einstürzende Gebäude entkam. Mehrere Schulkameraden kamen um. Der Gedanke an den Schulkameraden ohne Kopf verfolgt mich bis heute.

    Ich habe mich jedoch beim Verfassen des Artikels jeder Politisierung und Emotion enthalten.

    Einige Thüringer Geschichtsredner werden ihre Reden überdenken müssen..

    Gruss jostdieter

    Hallo Onkel Horst, ein ehemaliger Feldwebel (geb. 1921) bei einer badischen Freiburger Infanterie- Einheit erzählte einmal, dass seine Einheit in Polen ein SS-Erschiessungskommando umstellen musste, um flüchtende Juden zurück zu treiben.

    Quote

    Neben SS-Einsatzgruppen, der Polizei und anderen Hilfswilligen unterstützte auch die Wehrmacht den Massenmord.

    Unvergesslich ist ihm die schreiende Frau, die aus einem brennenden Haus flüchtete und von SS-Leuten ins Feuer zurück getrieben wurde.

    Empört sprach er seinen Kommandeur an, warum sie zu Zivilisten-Erschiessungen abkommandiert wurden.

    Der antwortet ihm, dass die SS dem Regiments-Kommandeur 'die Pistole auf die Brust gesetzt habe..

    Dieses Wehrmachts-Regiment wurde gezwungen, beim Massenmord der SS mitzuwirken. Es hat ihn nicht unterstützt.

    Sowas hat Feldwebel Karl Schoch nie wieder erleben müssen.

    Gruss

    Hallo Dirk

    Quote

    Nehmen wir an, ein alliierter Spion operiert irgendwie in Großdeutschland "hinter den Linien". Wenn er Kontakt zu seinen Leuten aufnehmen will, wie macht er das? Gibt es da spezielle Funktechnik, mit der das geht?

    Ortansässige Alliierte Agenten sollen über Funkgeräte verfügt haben. Allerdings wurden sie bei Sendung von der deutschen Funkaufklärung (Forschungsstelle B "Funkverkehr" der Luftwaffe) in Sekundenschnelle lokalisiert und gesucht. Schneller Ortwechsel nach der Sendung war deshalb unerlässlich. Das widerfuhr bereits in den Kriegsjahren Funkern der Flieger-HJ Nordhausen mit einer Spass-Sendung auf eine höchst unangenehme Weise. Sie wurden sehr schnell gefunden und empfindlich bestraft.

    Soweit mir bekannt, versuchten ortsansässige Agenten an die Telefon/Fernschreib -Fernkabel heranzukommen und sie - unbemerkt von automatischen Überwachungen - für das Einkoppeln von Sendungen anzuzapfen. Andere Möglichkeiten sind mir nicht bekannt.

    Gruss jostdieter

    Guten Abend, in Fürstenfeldbruck wurde ab 2013 die Änderung folgender Strassen-Namen in der Nähe des Fliegerhorstes verlangt:

    ,"Hindenburg, Wernher von Braun, Messerschmitt . sowie die nach Offizieren und Piloten der Wehrmachts - Luftwaffe benannten Straßen in der Umgebung des Fliegerhorstes Eschenauer-, Von Gravenreuth-, Priller-, Ederer- und Zenetti ."

    2018 beschloss man nach einer Bürgerabstimmung mit Patt , die Strassennamen nicht zu ändern, sondern eine erklärende Tafel ans Strassenschild zu hängen.

    Zu Hindenburg wurde gesagt: "Er hat zwar Hitler in den Sattel gehoben, aber zu dieser Zeit war er ein Tattergreis."

    Eine salomonische Lösung, fanden viele ehemalige Flieger.


    Andere Länder, andere Sitten:

    Ein deutscher Assistant Professor zeigte an einer konfessionell bestimmten Universität in Washington DC in einer Volkswirtschafts-Vorlesung ein Bild, wie US-Bomber chemische Pflanzengifte auf Vietnam abwerfen.

    Er wurde umgehend entlassen.

    Hat seiner wissenschaftlichen Karriere nicht geschadet.

    Er wurde ordentlicher Professor an einer renommierten deutschen Universität.

    Gruss jostdieter

    Hallo Foristen , beim Wort "Göring- Spende" muss ich an die "Dönitz-Spende" denken..

    Die Marine-Schule Mürwik bei Flensburg, der Offizierschule der Deutschen Marine, musste im März 1945 eine mir unbekannte Zahl von Marinejunkern - darunter mein Bruder Ernst , geboren 1927- an die Armee Wenck überstellen.

    Grossadmiral Dönitz soll auf die Frage eines Kameraden gesagt haben "Ich konnte nicht anders". Daher der Name "Dönitz-Spende".

    Mein Bruder gehörte zum 1. Regiment (Kdr. Major Langmaier) der neu aufgestellten Division Scharnhorst in 2. Bataillon des Hauptmanns. Peter Rettich.

    Die Division bestand in der Mehrzahl aus Fahnenjunkern und Schülern der Reserve-Offiziers-Schulen

    Am 13. April 1945 wurde der Zug meines Bruders (5. Kompanie) beim abendlichen Angriff auf den US-Brückenkopf Barby mit Phosphorgranaten beschossen.

    "Von 31 Mann des Zuges waren noch 11 anwesend" erinnerte sich Werner Weber in Peter Wittig, Elbe-Operationen, S. 58.

    Auf dem Totenschein, der per Post mit dem angesengten Soldbuch im Mai 1945 zu unsern Eltern kam, stand "..burnt to death".

    Der Totengräber von Förderstedt erzählte mir : "Ich lud die Jungs vom US-LKW ab. Die waren alle schwarz."

    Das fällt mir immer wieder ein, wenn ich was von "Soldaten-Spende" lese.

    Verzeiht mir meine Abweichung vom Thema "Göring-Spende".

    Gruss vom immer wieder traurigen kleinen Bruder jostdieter.

    Hallo Karl, hallo Bert, die Bespitzelungstechnik des Ministeriums für Staats-Sicherheit war hochentwickelt.

    Folgende Beispiele:

    1. Im preisgekrönten Film "Das Leben der Anderen" wird gezeigt, wie ein Stasi-Team in Minutenschnelle - kontrolliert mit Stopp-Uhr - die

    Wohnung des Theater-Autors Dreysam (Sebastian Koch) verwanzt.

    Autor und Regisseur Königsmarck hat vier Jahre für sein Drehbuch recherchiert.

    Diese Details sind glaubhaft


    2 . Jetzt eine wahre Geschichte: Zwei Ausländer gingen bei der Leipziger Messe mit zwei "Trottoir-Schwalben" in ihre Hotel-Zimmer.

    Morgens hielt man ihnen vor den Zimmertüren Fotos der Nacht vor die Augen und verhaftete beide wegen Verstosses gegen das DDR- Prostitutions -Verbot.

    Einige Tage darauf ging bei der Botschaft ihres Landes ein Austausch-Angebot gegen mehrere DDR-Agenten ein,

    die kurz davor bei einem konspirativen Treffen verhaftet worden waren und wegen Spionage zu einer Haftstrafe verurteilt worden waren.

    Die Verhandlungen sollte der Offizier führen, der die DDR - Agenten - mit Schuss-Waffen-Gebrauch- verhaftet hatte und sie in der Haft besucht hatte.

    Fazit: 1. Ihre Hotelzimmer in Leipzig waren mit Mikrofonen Kameras verwanzt.

    2. Die langen Ohren der HVA (-Hauptverwaltung Aufklärung) reichten bis in die Hochsicherheits- Haft- Anstalt dieses Landes.

    Der Austausch fand statt.


    3. Bei einem Klassentreffen 2010 in Nordhausen erzählte uns ein DDR-Kfz-Ingenieur, dass er kurz vor der Wende als "Auslands-Reise-Kader" vom

    Politbüro-Mitglied Mittag beauftragt wurde, im Westen einen Viertakt-Motor für das DDR- Modell "Wartburg" zu beschaffen.

    Er favorisierte einen Viertakter aus dem Golf-Programm.

    Auf der Autobahn bei Frankfurt fiel ihm eine Nachfrage bei einem Verhandlungspartner ein.

    Er verliess die Autobahn und telefonierte am Hauptbahnhof Frankfurt.

    Nach der Rückkehr wurde er umgehend von der SED- Bezirks-Leitung in Erfurt vorgeladen:

    "Warum hast Du die Autobahn verlassen und in Frankfurt telefoniert ?"

    Er kam mit einer Eintragung in seine "sapiska" (russisch: "Personalakte") davon.

    Er hat nie raus bekommen, wie die HVA seine Abweichung von der Route herausgefunden hat

    Vielleicht ist ihm jemand unbemerkt gefolgt...

    In den 80er Jahren gab es noch keine Tracker...

    Bekannt ist, dass die Abhörtechnik des MfS dank genialer Techniker und eines unerschöpflichen Devisenfonds weit über West-Niveau lag.

    Gruss jostdieter.