Posts by Joseph O.

    Hallo Rusalka und ggf. Diana,


    bin gerade auf ein evtl. für Deine Nachforschungen interessantes Buch gestoßen:


    Rolf Michaelis: Der Einsatz der Ordnungspolizei, 1939–1945 (evtl. bei https://www.booklooker.de/B%C3…gimenter/id/A02nnACZ01ZZo

    zu erwerben).


    Bei ebay fand ich ein Foto vom angebl. Vormarsch einer SS-Pol. Div. in Litauen:


    https://www.ebay.de/itm/362654…eb1270:g:yuUAAOSw59Jcr0Kr


    Die Rückseite des Fotos


    pasted-from-clipboard.jpg


    kann ich nicht sicher entschlüsseln. "...???? getroffen"?


    Vielleicht kann das Diana klären?


    Ob es sich hierbei um den gleichen Verband handelt, der 1944 beim Rückmarsch (evtl. war das SS Pol.Rgt. 16 in Wilna permanent stationiert?)

    die Kriegsverbrechen ("Sühnemaßnahmen") beging, kann ich ebenfalls nicht klären. Aber evtl. kann auch hier jemand helfen?



    Gruß,


    Joseph




    Geteilte Verantwortung?
    Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma in der deutschen Erinnerungspolitik und in Ausstellungen zum Holocaust

    Von der Philosophischen Fakultät der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover zur Erlangung des Grades eines Doktors der Philosophie (Dr. phil.) genehmigte Dissertation von Silvio Peritore


    Kurzbeschreibung der Disseration „Geteilte Verantwortung? Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma in der deutschen Erinnerungspolitik und in Ausstellungen zum Holocaust:


    Diese Untersuchung beleuchtet die historische Bewertung dieses Genozids und die daraus resultierenden Kontroversen. Dazu werden, primär in der deutschen und teilweise in der internationalen Erinnerungsarbeit, die politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und psychologischen Auswirkungen dieses Verbrechens untersucht. Schwerpunkte sind die Dokumentation, Bewertung und Analyse der Entwicklungsprozesse in der deutschen Erinnerungsarbeit sowie von 20 Ausstellungen zum Nationalsozialismus und zum Völkermord in Gedenkstätten und Museen unter Einbeziehung der Sinti und Roma. Die Begutachtung der Ausstellungen richtet sich nach erinnerungspolitischen, historiographischen und pädagogischen Kriterien. Ebenso wird der konfliktreiche Weg der Sinti und Roma in diese Ausstellungen beschrieben. Der von Vorurteilen geprägte politische, gesellschaftliche, wissenschaftliche und juristische Umgang mit den deutschen Sinti und Roma bis zum Beginn ihrer Bürgerrechtsarbeit in den 1970er Jahren wirkte sich auch auf das Gedenken an deren Opfer aus, denen lange die Anerkennung versagt blieb. Stattdessen wurden Sinti und Roma in den wenigen Beiträgen zu ihrer Verfolgung klischeehaft dargestellt. Die heutige Rolle der Sinti und Roma als Opfer des NS-Völkermords in der deutschen Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit ist ebenso Gegenstand dieser Arbeit. Dazu gehört auch das Nicht-Erinnern, also die Frage, warum sie von der Politik, der Wissenschaft und den Gedenkstätten aus dem Gedenken ausgeschlossen oder erst nach Auseinandersetzungen einbezogen wurden. Es sollen Gegensätze zwischen den offiziellen Formen des Erinnerns und den Erwartungen der Sinti und Roma sichtbar werden. Die Untersuchung soll für die Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit, für die Wissenschaft, Politik und Ge-
    sellschaft Anregungen und Erkenntnisse bringen, die das Bewusstsein über den Genozid an den Sinti und Roma und dessen vielfältige Auswirkungen stärken, und dazu beitragen, antiziganistische Vorurteile abzubauen. Neben der Darstellung von Defiziten in der Erinnerungsarbeit sollen Lösungswege aufgezeigt und Anregungen für künftige Forschungen und Bildungsmaßnahmen gegeben werden, um den Stellenwert der Sinti und Roma als Opfer des NS-Völkermordes zu stärken.



    Geteilte Verantwortung?

    Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma in der deutschen Erinnerungspolitik und in Ausstellungen zum Holocaust


    INHALTSVERZEICHNIS


    1.1 Gegenstand, Problemstellung und Ziele der Untersuchung

    1.2 Forschungsstand

    1.3 Faktenlage zu den herangezogenen Themenbereichen

    1.4 Theoriebezug und methodische Vorgehensweise

    1.5 Quellenmaterial

    1.6 Wissenschaftliches Erkenntnisinteresse


    2 DER WEG ZUR ERINNERUNG AN DIE SINTI UND ROMA

    2.1 Herkunft und Geschichte der Sinti und Roma in Europa

    2.2 Auswirkungen des Nationalsozialismus auf Sinti und Roma

    2.2.1 Die NS-Rassenpolitik als Grundlage der Vernichtung

    2.2.2 Der Weg in den Genozid

    2.2.3 Mordaktionen

    2.2.4 Bilanz des Völkermords an den Sinti und Roma

    2.2.5 Streitpunkte des erinnerungspolitischen und historischen Diskurses

    2.3 Die Situation in der Nachkriegszeit

    2.3.1 Aufbau einer neuen Existenz und gesellschaftliche Re-Integration

    2.3.2 Kontinuierliche Diskriminierung in der Tätergesellschaft

    2.3.3 Trauer und Trauma der Betroffenen und Bedeutung des Gedenkens

    2.4 Die Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma als Basis für die Erinnerungsarbeit

    2.4.1 Die Protagonisten und ihre Ziele

    2.4.2 Menschen- und Minderheitenrechte

    2.5 Bekämpfung des Rassismus und des Antiziganismus

    2.5.1 Antiziganistische Darstellung in der Literatur und in der Presse

    2.5.2 Antiziganistische Darstellung im Film und in der Fotographie


    3 VERANTWORTUNG, ERINNERN, GEDENKEN

    3.1 Entwicklungen der deutschen Erinnerungsarbeit nach 1945

    3.2 Leugnung, Verdrängung, Marginalisierung des Genozids an den Sinti und Roma

    3.3 Deutungsmächte in der deutschen Erinnerungskultur


    4 AUSSTELLUNGEN ZUM GENOZID AN DEN SINTI UND ROMA

    4.1 Der schwierige Weg in die Ausstellungen

    4.2 Erwartungen und Zielkonflikte

    4.3 Erinnerungspolitische Gremienarbeit in Gedenkstätten und Lagerkomitees

    4.3.1 Stiftung Topographie des Terrors

    4.3.2 Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

    4.3.3 Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

    4.3.4 Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten

    4.3.5 Stiftungen Sächsische Gedenkstätten

    4.3.6 Stiftung Sachsen-Anhaltinische Gedenkstätten

    4.3.7 Stiftung Bayerische Gedenkstätten

    4.3.8 Beraterkreis der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung

    4.3.9 Internationale Lagerkomitees der Überlebenden-Organisationen

    4.4 Prinzipien für die Gedenkstättenarbeit und Ausstellungen

    4.5 Die ständigen Ausstellungen der Sinti und Roma

    4.5.1 Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

    4.5.2 Auschwitz

    4.6 Analyse der Ausstellungen in Gedenkstätten und Museen

    4.6.1 Bergen-Belsen

    4.6.2 Buchenwald

    4.6.3 Dachau

    4.6.4 Flossenbürg

    4.6.5 Mittelbau-Dora

    4.6.6 Neuengamme

    4.6.7 Sachsenhausen

    4.6.8 Gedenkstätte Deutscher Widerstand

    4.6.9 Haus der Wannseekonferenz

    4.6.10 Ort der Information am Denkmal für die ermordeten Juden Europas

    4.6.11 Topographie des Terrors

    4.6.12 Deutsches Historisches Museum

    4.6.13 Badisches Landesmuseum Karlsruhe

    4.6.14 Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg

    4.6.15 Wanderausstellung „Sonderzüge in den Tod“ der Deutschen Bahn AG

    4.6.16 Ausstellung „Erzwungene Wege“ des Bundes der Vertriebenen

    4.6.17 Ausstellung „Unerwünscht–Verfolgt–Ermordet“ im Stadtmuseum Magdeburg

    4.6.18 Ausstellung „Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg“


    5 ERINNERUNGSPOLITISCHE ERFOLGE UND MISSERFOLGE

    5.1 Anerkennung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma

    5.1.1 Rezeption im In- und Ausland

    5.1.2 Akzeptanz und Kritik innerhalb der Minderheit

    5.2 Die Lehren nach Auschwitz

    5.2.1 Pädagogische Arbeit der Sinti und Roma

    5.2.2 Lernen mit Zeitzeugen

    5.3 Der Konflikt um das Denkmal in Berlin

    5.4 Weitere Formen des Gedenkens an die Sinti und Roma


    6 SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK


    ANHANG

    Chronologie des NS-Völkermords an den Sinti und Roma

    Quelle: Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma

    Verfolgung der Sinti und Roma im besetzten Europa

    Ständige Ausstellungen mit Bezug auf Sinti und Roma

    Gedenkorte für Sinti und Roma / Stand April 2011

    Fragen an die Zeitzeugen der Sinti und Roma

    Verzeichnis der verwendeten Literatur und der Quellen


    Abrufbar unter: https://www.repo.uni-hannover.…/689270186.pdf?sequence=1



    Hallo zusammen,


    "Scheinflugplatz" hat mich auf eine Veröffentlichung bei Youtube aufmerksam gemacht, in welcher die Erlebnisse eines Fallschirmjägers "Heinz"

    bei den Kämpfen um Wilna 1944 erzählt werden.


    Bei genauem Zuhören erkennt man, dass hierbei Auszüge aus den Erinnerungen von Heinz Frischmann und Eugen Hinnen vom FJR 16 verlesen werden,

    welche uns für die Erstellung der Dokumentation "Spurensuche Wilna 1944" von E. Hinnen zur Verfügung gestellt wurden.


    Also - wer´s mag, der kann sich hier etwas vorlesen lassen: https://www.youtube.com/watch?v=T0zcmrXhCy4


    Mein Geschmack ist so etwas allerdings nicht...



    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,


    ich bin gerade zufällig auf der Website des Bundespräsidenten auf die folgende Info gestoßen:


    https://www.bundespraesident.d…06/210614-Sandbostel.html


    Sandbostel, Gedenkstätte Lager Sandbostel

    Besuch der Gedenkstätte im ehemaligen Kriegsgefangenenlager Stalag X B Sandbostel und Kranzniederlegung zum Gedenken an den 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion

    - Bildpunkte während des Rundgangs

    - ca. 12.30 Uhr Begegnung mit den Medien


    Vielleicht sind ja einige der hier besonders Engagierten am 14. 06. dabei und ggf. gar eingeladen...?



    Gruß,


    Joseph

    Hallo Eumex,


    vielen Dank für die Infos.


    Noch ungeklärt ist jedoch der Widerspruch zwischen dem Flugzeugtyp, den das Pik-As-Geschwader damals gemäß der Tabelle eingesetzt hatte (Bf 109 F)

    und dem Foto, das ein zweimotoriges Modell zeigt - mit scheinbarem Bugfahrwerk(?) oder einem solchen unterhalb der Motoren. Letzteres würde mit dem Typ Bf 110

    korrespondieren - incl. dem aus der Flugzeugnase herausragenden Maschinengewehr.


    Die Klärung dieser Frage ist jedoch nicht "lebenswichtig"...


    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,


    bei einer Online-Auktion (https://www.ebay.de/itm/353499…34d8ae:g:yv0AAOSwMhlgoqN6) kann man zu einem horrenden Preis ein Foto erwerben,

    auf welchem ein beschädigtes Flugzeug (angeblich Me 109) mit aufgemaltem Pik-Symbol zu sehen ist.



    pasted-from-clipboard.jpg


    Ich habe schon mal von einem Pik-As-Geschwader gehört, jedoch nicht von dessen Aufenthalt (Stationierung) auf dem Flughafen im Jahre 1944.


    Gibt es eine Möglichkeit, herauszufinden, ob und wann dieses Geschwader in Wilna war?


    Zudem scheint das abgebildete Flugzeug kein einmotoriges zu sein - der Motor sitzt eher in der Tragfläche.


    Das gleiche Foto taucht in einer anderen Auktion auf: https://www.ebay.de/itm/Foto-P…Wilna-Polen-/353280335172 - und das zu einem noch höheren Preis.

    Dorthin gelangt man mit den Google-Separatoren "Me 110" und "Wilna".


    Wer zahlt für solche Bilder diese Unsummen...?



    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,


    hier der Versuch, das nächste Kapitel zu übersetzen:


    "...Mitte 1940 erreichte die Zahl der deutschen Polizeibataillone

    101, mit vielen jungen Rekruten und Polizeireservisten. Außerdem

    wurden spezielle Polizeibataillone (Nummern 251-256 und 301-325) gebildet, die folgende Aufgaben hatten

    In letzterem Bataillon wurden zur Konzentration Elitekader der Ordnungspolizei 2 eingesetzt

    ..."


    Pardon - ich stelle fest, dass mein Translator wohl teilweise Unsinn übersetzt.


    Daher gebe ich hier die inzwischen ermittelten URL der Quelle an:


    http://www.voruta.lt/wp-conten…ads/voruta_9_epastas1.pdf


    und


    http://www.voruta.lt/wp-conten…ds/voruta_10_epastas2.pdf


    Möglicherweise haben ja Interessenten einen besseren Translator (hier hatte ich es mit DeepL versucht) zur Verfügung.

    "Litauisch" ist jedoch anscheinend nicht nur für dieses System (sondern auch für Humanoide) eine gewisse Prüfung...


    Eventuell sind ja die dort in den Artikeln angegebenen Quellen für unsere Spezialisten für die "Polizei" von Interesse...?


    Wünsche noch einen schönen Muttertag - und für unsere russischen Freunde einen besinnlichen Gedenktag.



    Gruß,


    Joseph






    .

    Hallo Horst,


    diesen Text habe ich heute erhalten - aber ich gebe zu, dass er passt und nachdenklich stimmen kann.


    Ich will daher ein paar weitere Auszüge aus der Ausgabe 9/2014 hier einstellen - grob aus dem Litauischen übersetzt und sprachlich kaum korrigiert:


    "...

    Deutsche SS und Polizei 16. Regiment

    von Dr. Arūnas Bubnys, Vilnius



    Im Kampf gegen Partisanen und ihre Unterstützer während des Zweiten Weltkriegs richteten die Deutschen spezielle

    Polizeieinheiten ein. Manchmal waren diese Einheiten so groß wie eine Division. Diese Polizeieinheiten

    waren meist an der Ostfront aktiv. Im August 1940, 17. August 1940, wurden auf Befehl des SS- und Polizeiführers Himmler

    zwölf SS- und Polizeieinheiten in die vom Dritten Reich besetzten Länder (Polen, Frankreich, ...) geschickt.

    Am 9. Juli 1942 wurden die deutschen Polizeibataillone auf Befehl Himmlers zu motorisierten Polizeiregimenter. Jedes Regiment hatte 3-4 Bataillone und Spezialkompanien

    (Aufklärung, Panzerspur und -Vernichtung). Polizei-Bataillone hatten in der Regel ein Hauptquartier, einen Aufklärungszug, drei Kompanien, einen schweren

    Maschinengewehr- und einen Granatwerfer-Zug. 1942, im Juli 1942, wurden 25 Polizeiregimenter gebildet, mit den Nummern 1, 4-27. Deutsche SS und Polizei

    Regimenter wurden in verschiedenen deutschen Städten und deutsch besetzten Ländern Im Oktober 1942 gebildet (Nr. 2 und 3). Obwohl diese Regimenter den Namen SS trugen,

    blieben sie Teil der Deutschen Ordnungspolizei unter der Autorität und Ordnung der Polizei.


    Die Geschichte des SS- und Polizeiregiments 16 begann mit dem 305. Bataillon der Deutschen Polizei in Hamburg. Die Polizeibataillone begann sich während des

    Deutsch-Polnischen Krieges zu bilden. Zu Beginn des deutsch-polnischen Konflikts wurden sie an die Wehrmacht angeschlossen und damit Einheiten, die in polnisches Gebiet einmarschierten.

    Die Aufgabe der deutschen Polizeibataillone war, versprengte kleine Einheiten der polnischen Armee gefangenzunehmen, die zurückgelassenen polnischen Truppen zu sammeln

    militärisches Eigentum zu schützen und die Bereiche hinter der Frontlinie zu sichern..."


    Im Anhang ist noch ein Bild aus diesem Artikel beigefügt, welches das Denkmal des vom SS Pol. Rgt. 16 ausgelöschten Dorfes Pirčiupiai wiedergibt und die Programmfolge einer Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag

    dieses Verbrechens ("Sühnemaßnahme").


    Fortsetzung folgt...


    Gruß


    Joseph

    Files

    • Pirciupiai.png

      (351.77 kB, downloaded 24 times, last: )

    Hallo zusammen,


    gerade erhielt ich aus Vilnius ein paar Informationen zum SS Pol. Rgt. 16 - veröffentlicht von Dr. Arūnas Bubnys und erschienen in dem dortigen historischen Fachblatt "Voruta" Ausgabe 9 und 10 aus dem Jahre 2014.

    Die Dateien sind auch nach Komprimieren wesentlich zu groß, um sie hier anzuhängen.


    Bei Interesse könnte ich die beiden Artikel Stück für Stück übersetzen und hier einstellen.


    Ein Auszug vorab:


    "...Am 6., 7. und 12. November 1943 brannten Polizisten des 16. Regiments die Dörfer Scharowitowo, Aleksejenki, Bezzubenki und Pezanicho nieder und töteten drei Partisanen. Im Dezember 1943 wurden im Dorf Pezhanov und im Dorf Pezhanovskiy zwei Polizisten getötet. Das 16. SS-Regiment kämpfte gegen sowjetische Partisanen in den Gebieten und Bezirken von Polotsk, Vitebsk, Velikiye Luki und Sebezh. Die Deutschen führten damals die Operation Otto (19.12.1943 - 01.01.1944) durch. Wie bei früheren Operationen zerstörten die Nazis Dörfer, verhafteten und erschossen ihre Bewohner. Die 9. Kompanie des 3. Bataillons, unter dem Kommando des Zugführers Lt. Zimmerman erschoss 5 Zivilisten und 2 Partisanen. Im Dezember 1943 nahmen Soldaten des Regiments ein Dutzend sowjetische Partisanen in einer Siedlung etwa 50 km von Sebezh entfernt fest. Vier der Verhafteten wurden in das Regimentshauptquartier gebracht. Sie wurden von Oberwachmeister Herman Krol abgefangen, der sie zu einem Bach brachte und erschoss..."


    Gruß,


    Joseph


    Hallo "Rusalka",


    Ich habe mich entschlossen, dann auch eine Seite einzurichten, wo ich die Briefe und die Fotos in Hochauflösung einstellen kann

    Nur mal als Anregung:


    Es wäre evtl. sinnvoll und der Sache der Aufklärung dienlich, wenn Du auch hier im FdW einen neuen Thread zu dieser Thematik einrichten könntest -

    aber evtl. war das ja so gemeint...?


    Auch dieser inzwischen stark angewachsene Thread zum Thema "Wilna 1944" begann vor 11 Jahren so:


    Hallo

    bin neu hier.

    Ich suche nach Informationen zum Kesselausbruch in Wilna vom 13.07.1944.

    Mein Onkel ist hier vorauss. ums Leben gekommen - sein Grab ist unbekannt.

    Vielen Dank!

    Joseph

    Hallo zusammen,


    vielen Dank, Diana, für Dein nettes Angebot, welches auch ich schon einige Male in Anspruch nehmen durfte.


    Zum SS. Pol. RGt. 16 erhielt ich gerade eine Mail aus Vilnius:


    1. "... Der wichtigste und alleinige Fachmann bez. SS Pol. Rgt. 16 ist Dr. Arunas Bubnys. Er spricht Deutsch und Englisch.
    Vor kurzem wurde er zum Direktor des Genozid-Museums ( http://www.genocid.lt/centras/en/ ) ernannt.


    2. Dort gibt es im Zentralarchiv einige interessante Dokumente:

    http://www.archyvai.lt/en/archives/centralarchives.html:http://www.archyvai.lt/lt/fond…ikrinimas/lcva_fr672.html

    LCVA. F. R-666, ap. 1, b. 4, l. 74, 93, 94, 281.

    LCVA. F. F. R-672, ap. 1, b. 2, l. 118.


    Ich besitze ein Dokument zum "Festen Platz". Ich sende es Dir später.

    Es ist unklar, ob das Fotos von Vilnius sind (Anm.: Gemeint sind die von Rusalka eingestellten Bilder). Das Pirciupiai-Massaker fand im Juni 1944 statt. Natürlich wäre es nett, wenn "Rusalka" den litauischen Archiven die Bilder und Dokumente präsentieren oder übergeben könnte.


    Zwei Zitate aus Deinem Buch:

    "Lediglich die bereits erwähnte Abteilung "A" (dzielnica A, 11/85 pp. AK) konnte eine gewisse Wirkung gegenüber dem SS-Pol.Rgt. 16 erzielen, welches sich daraufhin als letzte deutsche Truppeneinheit auf die südliche Nerisseite zurückziehen musste. Die dargestellten Verfolgungen quer durch das Stadtzentrum sind hier etwas dramatisch und als quasi entscheidend dargestellt, was jedoch den Beitrag der AK überbewertet. ..."[...] Auf der gegenüberliegenden Flussseite kämpfte das bereits unrühmlich erwähnte SS-Pol.Rgt. 16 (I. Bataillon). Polnische Partisanen der AK-Sektion A (Kommandeur Bolesław Zagórna; Codename "Jan") griffen die SS- Einheit im Rücken an[1], sodass sie gezwungen wurde, sich an das linke, westliche Ufer der Neris zurückziehen..."


    Vieles ist Mythos. Es ist ziemlich eindeutig, dass kpt. Jan nicht auf die SS-Einheit Pol. Rgt. 16 getroffen ist. Nach meiner Meinung kämpfte die AK so gut wie gar nicht in Vilnius. Sie hatten keine Kanonen und zu wenig Männer. Eventuell hat eine AK-Gruppe den Fluss am Abend des 10. 07. oder am Morgen des 11.07. 1944 überquert. Zu dem Zeitpunkt waren die Deutschen schon im Westteil der Stadt. Vor sieben Jahren habe ich dazu eine Arbeit veröffentlicht...."



    So viel von meinem Kontakt aus Vilnius. Man sieht also, dass dort seitens staatlicher Archive Interesse an den Dokumenten von "Rusalka" besteht ...



    Gruß,


    Joseph

    Hallo Rusalka,


    um die Sütterlin Briefe entziffern zu können


    Wir haben hier im Forum auch sehr fähige "Schriftgelehrte" und "Dekodierer"...


    Es wäre eventuell eine Erleichterung für Dich, hier einige Briefe einzustellen - ein Echo wird bestimmt kommen.


    Deine Idee, die Dokumente Deines Großvaters litauischen oder russischen Archiven zur Verfügung zu stellen, finde ich hervorragend.

    Was die litauische Seite betrifft, könnte ich ggf. einen Kontakt über einen litauischen Verleger vermitteln.


    Auch für so manchen hier wäre es interessant, einige weitere dieser Bilder oder Dokumente anschauen und kennenlernen zu können.


    Es gibt in Vilnius auch ein Jüdisches Museum...


    Aber er bestreitet, etwas von Neris gehört zu haben. Sondern nennt immer einen anderen Fluss mit T.... wo er verloren gegangen sei.

    Neris ist der litauische Name -
    Wilija (deu) Wilia (poln) Вилия (rus)

    In Vilnius mündet die Vilnia in die Neris.

    Es ist ein kompliziertes Terrain - daher auch die zahlreichen Konflikte: Im 20. Jahrhundert wechselte in Vilinus 13 mal die Staatszugehörigkeit.


    Zum "Fluss mit T" bei Leningrad fällt mir so spontan nicht viel ein.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…sen_in_Russland#Ladogasee


    Dort ist mit "Tigoda" ein Nebenfluss des Wolchow gelistet, wo damals schwerste Kämpfe stattfanden.



    Einen schönen Maifeiertag Dir und allen Mitforisten


    Joseph

    Hallo Johann-Heinrich, hallo Rudolf,


    die Grablage von Feldwebel Schmidt auf dem Soldatenfriedhof Vilnius-Vingio ist eher symbolisch. Der Autor einer Biographie mit dem Titel "Feldwebel Anton Schmidt - ein Held der Humanität", Wolfgang Wette, bezweifelt eine konkrete und identifizierte Grablage auf dem dortigen Soldatenfriedhof:


    "...Ob Anton Schmid wirklich auf dem Soldatenfriedhof im Wilnaer Stadt-

    teil Antokol förmlich bestattet wurde, wie Kriegspfarrer Kropp der Witwe

    mitteilte, muss bezweifelt werden. Wahrscheinlich wurde die Leiche des

    Feldwebels einfach in eine Grube geworden. Obwohl die Nummer der

    Erkennungsmarke von Anton Schmid bekannt ist - sie lautet 89 812 -,

    konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. seine Grab-

    stätte trotz lebhafter Beziehungen und der Unterstützung durch das

    litauische Kultusministerium und das Staatliche Jüdische Museum in

    Vilnius nicht ermitteln.

    Es ist anzunehmen, dass das Todesurteil des Kriegsgerichts der Feld-

    kommandantur 814 gegen Anton Schmid, das mit den Straftatbeständen

    »Feindbegünstigung und »Kriegsverrat« begründet worden sein durfte,

    zugleich den Passus Verlust der Wehrwürdigkeit« enthielt. Eine Viel-

    zahl von Todesurteilen, die von NS-Militärgerichten wegen dieser oder

    benachbarter Straftatbestände - wie Wehrkraftzersetzung, Kriegsdienst-

    verweigerung, Fahnenflucht - verhängt wurden, enthielten diese zusätz-

    liche Strafe. Das Urteil gegen den Obergefreiten Friedrich Winking

    beispielsweise, der in Ungarn Juden zu retten versucht hatte und, nach-

    dem er entdeckt worden war, fahnenflüchtig wurde, lautete folgender-

    maßen: »Der Angeklagte wird wegen Kriegsverrats und wegen Fahnen-

    flucht zum Tode und zum Verlust der Wehrwürdigkeit sowie zum Verlust

    der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt.

    Diese Formel stellte keineswegs bloß eine verbale Diffamierung des

    zum Tode Verurteilten dar, sondern hatte vielmehr nachhaltige Konse-

    quenzen für die Hinterbliebenen. Sie wurden nämlich in versorgungs-

    rechtlicher Hinsicht gleichsam in Sippenhaft genommen. Das heißt:

    Wurde einem Soldaten die Wehrwürdigkeit aberkannt, so bedeutete dies,

    dass er aus der Wehrmacht ausgestoßen war und seine Angehörigen kei-

    nerlei Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung nach dem Wehrgesetz

    geltend machen konnten. So verhielt es sich auch im Falle des Feld-

    webels Anton Schmid..."



    Gruß


    Joseph

    Hallo zusammen,


    ich möchte als kleine Erinnerung an Hans Lestiboudois (vgl. Kesselausbruch Wilna ( Vilnius ) 1944 )

    hier noch zwei Seiten seines schon mehrfach erwähnten Tagebuchs veröffentlichen. Dieses kleine Heftchen ist noch heute von der Durchfeuchtung während des Durchschwimmens der Neris gezeichnet und gibt mit seinen Einträgen vom Sonnabend, 01.07.1944 (24. Geburtstag von Hans) bis zum Dienstag, 04.07.1944 (chaotische Ankunft in Wilna) Eindrücke seiner damaligen Stimmungslage wieder.


    Gruß,



    Joseph


    HL-KTB-01-4071944k.jpg