Posts by Joseph O.

    Hallo zusammen,


    ich bin gerade zufällig auf der Website des Bundespräsidenten auf die folgende Info gestoßen:


    https://www.bundespraesident.d…06/210614-Sandbostel.html


    Sandbostel, Gedenkstätte Lager Sandbostel

    Besuch der Gedenkstätte im ehemaligen Kriegsgefangenenlager Stalag X B Sandbostel und Kranzniederlegung zum Gedenken an den 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion

    - Bildpunkte während des Rundgangs

    - ca. 12.30 Uhr Begegnung mit den Medien


    Vielleicht sind ja einige der hier besonders Engagierten am 14. 06. dabei und ggf. gar eingeladen...?



    Gruß,


    Joseph

    Hallo Eumex,


    vielen Dank für die Infos.


    Noch ungeklärt ist jedoch der Widerspruch zwischen dem Flugzeugtyp, den das Pik-As-Geschwader damals gemäß der Tabelle eingesetzt hatte (Bf 109 F)

    und dem Foto, das ein zweimotoriges Modell zeigt - mit scheinbarem Bugfahrwerk(?) oder einem solchen unterhalb der Motoren. Letzteres würde mit dem Typ Bf 110

    korrespondieren - incl. dem aus der Flugzeugnase herausragenden Maschinengewehr.


    Die Klärung dieser Frage ist jedoch nicht "lebenswichtig"...


    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,


    bei einer Online-Auktion (https://www.ebay.de/itm/353499…34d8ae:g:yv0AAOSwMhlgoqN6) kann man zu einem horrenden Preis ein Foto erwerben,

    auf welchem ein beschädigtes Flugzeug (angeblich Me 109) mit aufgemaltem Pik-Symbol zu sehen ist.



    pasted-from-clipboard.jpg


    Ich habe schon mal von einem Pik-As-Geschwader gehört, jedoch nicht von dessen Aufenthalt (Stationierung) auf dem Flughafen im Jahre 1944.


    Gibt es eine Möglichkeit, herauszufinden, ob und wann dieses Geschwader in Wilna war?


    Zudem scheint das abgebildete Flugzeug kein einmotoriges zu sein - der Motor sitzt eher in der Tragfläche.


    Das gleiche Foto taucht in einer anderen Auktion auf: https://www.ebay.de/itm/Foto-P…Wilna-Polen-/353280335172 - und das zu einem noch höheren Preis.

    Dorthin gelangt man mit den Google-Separatoren "Me 110" und "Wilna".


    Wer zahlt für solche Bilder diese Unsummen...?



    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,


    hier der Versuch, das nächste Kapitel zu übersetzen:


    "...Mitte 1940 erreichte die Zahl der deutschen Polizeibataillone

    101, mit vielen jungen Rekruten und Polizeireservisten. Außerdem

    wurden spezielle Polizeibataillone (Nummern 251-256 und 301-325) gebildet, die folgende Aufgaben hatten

    In letzterem Bataillon wurden zur Konzentration Elitekader der Ordnungspolizei 2 eingesetzt

    ..."


    Pardon - ich stelle fest, dass mein Translator wohl teilweise Unsinn übersetzt.


    Daher gebe ich hier die inzwischen ermittelten URL der Quelle an:


    http://www.voruta.lt/wp-conten…ads/voruta_9_epastas1.pdf


    und


    http://www.voruta.lt/wp-conten…ds/voruta_10_epastas2.pdf


    Möglicherweise haben ja Interessenten einen besseren Translator (hier hatte ich es mit DeepL versucht) zur Verfügung.

    "Litauisch" ist jedoch anscheinend nicht nur für dieses System (sondern auch für Humanoide) eine gewisse Prüfung...


    Eventuell sind ja die dort in den Artikeln angegebenen Quellen für unsere Spezialisten für die "Polizei" von Interesse...?


    Wünsche noch einen schönen Muttertag - und für unsere russischen Freunde einen besinnlichen Gedenktag.



    Gruß,


    Joseph






    .

    Hallo Horst,


    diesen Text habe ich heute erhalten - aber ich gebe zu, dass er passt und nachdenklich stimmen kann.


    Ich will daher ein paar weitere Auszüge aus der Ausgabe 9/2014 hier einstellen - grob aus dem Litauischen übersetzt und sprachlich kaum korrigiert:


    "...

    Deutsche SS und Polizei 16. Regiment

    von Dr. Arūnas Bubnys, Vilnius



    Im Kampf gegen Partisanen und ihre Unterstützer während des Zweiten Weltkriegs richteten die Deutschen spezielle

    Polizeieinheiten ein. Manchmal waren diese Einheiten so groß wie eine Division. Diese Polizeieinheiten

    waren meist an der Ostfront aktiv. Im August 1940, 17. August 1940, wurden auf Befehl des SS- und Polizeiführers Himmler

    zwölf SS- und Polizeieinheiten in die vom Dritten Reich besetzten Länder (Polen, Frankreich, ...) geschickt.

    Am 9. Juli 1942 wurden die deutschen Polizeibataillone auf Befehl Himmlers zu motorisierten Polizeiregimenter. Jedes Regiment hatte 3-4 Bataillone und Spezialkompanien

    (Aufklärung, Panzerspur und -Vernichtung). Polizei-Bataillone hatten in der Regel ein Hauptquartier, einen Aufklärungszug, drei Kompanien, einen schweren

    Maschinengewehr- und einen Granatwerfer-Zug. 1942, im Juli 1942, wurden 25 Polizeiregimenter gebildet, mit den Nummern 1, 4-27. Deutsche SS und Polizei

    Regimenter wurden in verschiedenen deutschen Städten und deutsch besetzten Ländern Im Oktober 1942 gebildet (Nr. 2 und 3). Obwohl diese Regimenter den Namen SS trugen,

    blieben sie Teil der Deutschen Ordnungspolizei unter der Autorität und Ordnung der Polizei.


    Die Geschichte des SS- und Polizeiregiments 16 begann mit dem 305. Bataillon der Deutschen Polizei in Hamburg. Die Polizeibataillone begann sich während des

    Deutsch-Polnischen Krieges zu bilden. Zu Beginn des deutsch-polnischen Konflikts wurden sie an die Wehrmacht angeschlossen und damit Einheiten, die in polnisches Gebiet einmarschierten.

    Die Aufgabe der deutschen Polizeibataillone war, versprengte kleine Einheiten der polnischen Armee gefangenzunehmen, die zurückgelassenen polnischen Truppen zu sammeln

    militärisches Eigentum zu schützen und die Bereiche hinter der Frontlinie zu sichern..."


    Im Anhang ist noch ein Bild aus diesem Artikel beigefügt, welches das Denkmal des vom SS Pol. Rgt. 16 ausgelöschten Dorfes Pirčiupiai wiedergibt und die Programmfolge einer Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag

    dieses Verbrechens ("Sühnemaßnahme").


    Fortsetzung folgt...


    Gruß


    Joseph

    Files

    • Pirciupiai.png

      (351.77 kB, downloaded 21 times, last: )

    Hallo zusammen,


    gerade erhielt ich aus Vilnius ein paar Informationen zum SS Pol. Rgt. 16 - veröffentlicht von Dr. Arūnas Bubnys und erschienen in dem dortigen historischen Fachblatt "Voruta" Ausgabe 9 und 10 aus dem Jahre 2014.

    Die Dateien sind auch nach Komprimieren wesentlich zu groß, um sie hier anzuhängen.


    Bei Interesse könnte ich die beiden Artikel Stück für Stück übersetzen und hier einstellen.


    Ein Auszug vorab:


    "...Am 6., 7. und 12. November 1943 brannten Polizisten des 16. Regiments die Dörfer Scharowitowo, Aleksejenki, Bezzubenki und Pezanicho nieder und töteten drei Partisanen. Im Dezember 1943 wurden im Dorf Pezhanov und im Dorf Pezhanovskiy zwei Polizisten getötet. Das 16. SS-Regiment kämpfte gegen sowjetische Partisanen in den Gebieten und Bezirken von Polotsk, Vitebsk, Velikiye Luki und Sebezh. Die Deutschen führten damals die Operation Otto (19.12.1943 - 01.01.1944) durch. Wie bei früheren Operationen zerstörten die Nazis Dörfer, verhafteten und erschossen ihre Bewohner. Die 9. Kompanie des 3. Bataillons, unter dem Kommando des Zugführers Lt. Zimmerman erschoss 5 Zivilisten und 2 Partisanen. Im Dezember 1943 nahmen Soldaten des Regiments ein Dutzend sowjetische Partisanen in einer Siedlung etwa 50 km von Sebezh entfernt fest. Vier der Verhafteten wurden in das Regimentshauptquartier gebracht. Sie wurden von Oberwachmeister Herman Krol abgefangen, der sie zu einem Bach brachte und erschoss..."


    Gruß,


    Joseph


    Hallo "Rusalka",


    Ich habe mich entschlossen, dann auch eine Seite einzurichten, wo ich die Briefe und die Fotos in Hochauflösung einstellen kann

    Nur mal als Anregung:


    Es wäre evtl. sinnvoll und der Sache der Aufklärung dienlich, wenn Du auch hier im FdW einen neuen Thread zu dieser Thematik einrichten könntest -

    aber evtl. war das ja so gemeint...?


    Auch dieser inzwischen stark angewachsene Thread zum Thema "Wilna 1944" begann vor 11 Jahren so:


    Hallo

    bin neu hier.

    Ich suche nach Informationen zum Kesselausbruch in Wilna vom 13.07.1944.

    Mein Onkel ist hier vorauss. ums Leben gekommen - sein Grab ist unbekannt.

    Vielen Dank!

    Joseph

    Hallo zusammen,


    vielen Dank, Diana, für Dein nettes Angebot, welches auch ich schon einige Male in Anspruch nehmen durfte.


    Zum SS. Pol. RGt. 16 erhielt ich gerade eine Mail aus Vilnius:


    1. "... Der wichtigste und alleinige Fachmann bez. SS Pol. Rgt. 16 ist Dr. Arunas Bubnys. Er spricht Deutsch und Englisch.
    Vor kurzem wurde er zum Direktor des Genozid-Museums ( http://www.genocid.lt/centras/en/ ) ernannt.


    2. Dort gibt es im Zentralarchiv einige interessante Dokumente:

    http://www.archyvai.lt/en/archives/centralarchives.html:http://www.archyvai.lt/lt/fond…ikrinimas/lcva_fr672.html

    LCVA. F. R-666, ap. 1, b. 4, l. 74, 93, 94, 281.

    LCVA. F. F. R-672, ap. 1, b. 2, l. 118.


    Ich besitze ein Dokument zum "Festen Platz". Ich sende es Dir später.

    Es ist unklar, ob das Fotos von Vilnius sind (Anm.: Gemeint sind die von Rusalka eingestellten Bilder). Das Pirciupiai-Massaker fand im Juni 1944 statt. Natürlich wäre es nett, wenn "Rusalka" den litauischen Archiven die Bilder und Dokumente präsentieren oder übergeben könnte.


    Zwei Zitate aus Deinem Buch:

    "Lediglich die bereits erwähnte Abteilung "A" (dzielnica A, 11/85 pp. AK) konnte eine gewisse Wirkung gegenüber dem SS-Pol.Rgt. 16 erzielen, welches sich daraufhin als letzte deutsche Truppeneinheit auf die südliche Nerisseite zurückziehen musste. Die dargestellten Verfolgungen quer durch das Stadtzentrum sind hier etwas dramatisch und als quasi entscheidend dargestellt, was jedoch den Beitrag der AK überbewertet. ..."[...] Auf der gegenüberliegenden Flussseite kämpfte das bereits unrühmlich erwähnte SS-Pol.Rgt. 16 (I. Bataillon). Polnische Partisanen der AK-Sektion A (Kommandeur Bolesław Zagórna; Codename "Jan") griffen die SS- Einheit im Rücken an[1], sodass sie gezwungen wurde, sich an das linke, westliche Ufer der Neris zurückziehen..."


    Vieles ist Mythos. Es ist ziemlich eindeutig, dass kpt. Jan nicht auf die SS-Einheit Pol. Rgt. 16 getroffen ist. Nach meiner Meinung kämpfte die AK so gut wie gar nicht in Vilnius. Sie hatten keine Kanonen und zu wenig Männer. Eventuell hat eine AK-Gruppe den Fluss am Abend des 10. 07. oder am Morgen des 11.07. 1944 überquert. Zu dem Zeitpunkt waren die Deutschen schon im Westteil der Stadt. Vor sieben Jahren habe ich dazu eine Arbeit veröffentlicht...."



    So viel von meinem Kontakt aus Vilnius. Man sieht also, dass dort seitens staatlicher Archive Interesse an den Dokumenten von "Rusalka" besteht ...



    Gruß,


    Joseph

    Hallo Rusalka,


    um die Sütterlin Briefe entziffern zu können


    Wir haben hier im Forum auch sehr fähige "Schriftgelehrte" und "Dekodierer"...


    Es wäre eventuell eine Erleichterung für Dich, hier einige Briefe einzustellen - ein Echo wird bestimmt kommen.


    Deine Idee, die Dokumente Deines Großvaters litauischen oder russischen Archiven zur Verfügung zu stellen, finde ich hervorragend.

    Was die litauische Seite betrifft, könnte ich ggf. einen Kontakt über einen litauischen Verleger vermitteln.


    Auch für so manchen hier wäre es interessant, einige weitere dieser Bilder oder Dokumente anschauen und kennenlernen zu können.


    Es gibt in Vilnius auch ein Jüdisches Museum...


    Aber er bestreitet, etwas von Neris gehört zu haben. Sondern nennt immer einen anderen Fluss mit T.... wo er verloren gegangen sei.

    Neris ist der litauische Name -
    Wilija (deu) Wilia (poln) Вилия (rus)

    In Vilnius mündet die Vilnia in die Neris.

    Es ist ein kompliziertes Terrain - daher auch die zahlreichen Konflikte: Im 20. Jahrhundert wechselte in Vilinus 13 mal die Staatszugehörigkeit.


    Zum "Fluss mit T" bei Leningrad fällt mir so spontan nicht viel ein.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…sen_in_Russland#Ladogasee


    Dort ist mit "Tigoda" ein Nebenfluss des Wolchow gelistet, wo damals schwerste Kämpfe stattfanden.



    Einen schönen Maifeiertag Dir und allen Mitforisten


    Joseph

    Hallo Johann-Heinrich, hallo Rudolf,


    die Grablage von Feldwebel Schmidt auf dem Soldatenfriedhof Vilnius-Vingio ist eher symbolisch. Der Autor einer Biographie mit dem Titel "Feldwebel Anton Schmidt - ein Held der Humanität", Wolfgang Wette, bezweifelt eine konkrete und identifizierte Grablage auf dem dortigen Soldatenfriedhof:


    "...Ob Anton Schmid wirklich auf dem Soldatenfriedhof im Wilnaer Stadt-

    teil Antokol förmlich bestattet wurde, wie Kriegspfarrer Kropp der Witwe

    mitteilte, muss bezweifelt werden. Wahrscheinlich wurde die Leiche des

    Feldwebels einfach in eine Grube geworden. Obwohl die Nummer der

    Erkennungsmarke von Anton Schmid bekannt ist - sie lautet 89 812 -,

    konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. seine Grab-

    stätte trotz lebhafter Beziehungen und der Unterstützung durch das

    litauische Kultusministerium und das Staatliche Jüdische Museum in

    Vilnius nicht ermitteln.

    Es ist anzunehmen, dass das Todesurteil des Kriegsgerichts der Feld-

    kommandantur 814 gegen Anton Schmid, das mit den Straftatbeständen

    »Feindbegünstigung und »Kriegsverrat« begründet worden sein durfte,

    zugleich den Passus Verlust der Wehrwürdigkeit« enthielt. Eine Viel-

    zahl von Todesurteilen, die von NS-Militärgerichten wegen dieser oder

    benachbarter Straftatbestände - wie Wehrkraftzersetzung, Kriegsdienst-

    verweigerung, Fahnenflucht - verhängt wurden, enthielten diese zusätz-

    liche Strafe. Das Urteil gegen den Obergefreiten Friedrich Winking

    beispielsweise, der in Ungarn Juden zu retten versucht hatte und, nach-

    dem er entdeckt worden war, fahnenflüchtig wurde, lautete folgender-

    maßen: »Der Angeklagte wird wegen Kriegsverrats und wegen Fahnen-

    flucht zum Tode und zum Verlust der Wehrwürdigkeit sowie zum Verlust

    der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt.

    Diese Formel stellte keineswegs bloß eine verbale Diffamierung des

    zum Tode Verurteilten dar, sondern hatte vielmehr nachhaltige Konse-

    quenzen für die Hinterbliebenen. Sie wurden nämlich in versorgungs-

    rechtlicher Hinsicht gleichsam in Sippenhaft genommen. Das heißt:

    Wurde einem Soldaten die Wehrwürdigkeit aberkannt, so bedeutete dies,

    dass er aus der Wehrmacht ausgestoßen war und seine Angehörigen kei-

    nerlei Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung nach dem Wehrgesetz

    geltend machen konnten. So verhielt es sich auch im Falle des Feld-

    webels Anton Schmid..."



    Gruß


    Joseph

    Hallo zusammen,


    ich möchte als kleine Erinnerung an Hans Lestiboudois (vgl. Kesselausbruch Wilna ( Vilnius ) 1944 )

    hier noch zwei Seiten seines schon mehrfach erwähnten Tagebuchs veröffentlichen. Dieses kleine Heftchen ist noch heute von der Durchfeuchtung während des Durchschwimmens der Neris gezeichnet und gibt mit seinen Einträgen vom Sonnabend, 01.07.1944 (24. Geburtstag von Hans) bis zum Dienstag, 04.07.1944 (chaotische Ankunft in Wilna) Eindrücke seiner damaligen Stimmungslage wieder.


    Gruß,



    Joseph


    HL-KTB-01-4071944k.jpg

    Hallo zusammen,


    ich möchte hier und heute noch einen kurzen Nachruf auf Eugen Hinnen, den zentralen Zeitzeugen für die Wilna-Ereignisse, verfassen, auf welche sich dieser Thread bezieht.


    Einige Gesichtspunkte kann man der folgenden englischspr. Website (vgl. u. a. Link) entnehmen, über welche ich vor ca. 10 Jahren auf Eugen Hinnen aufmerksam gemacht wurde und nach einigen Recherchen auch den persönlichen Kontakt herstellen konnte:


    http://wwiiwartimememories.blo…rmjager-eugen-hinnen.html



    Dort sind die wesentlichen Aspekte seiner Vita angeführt:


    - Eugen Hinnens deutsch-schweizerische Staatsbürgerschaft

    - Seine Begeisterung für den Flugsport

    - Die Bewerbung für den Eintritt in das fliegende Personal der deutschen Luftwaffe - in der Schweiz gab es für ihn keine Möglichkeit.

    - Die Pilotenlaufbahn wurde ihm verwehrt - das alternative Angebot zum Eintritt in die damals neu aufgestellte Fallschirmjägertruppe nahm er mit ebensolcher Begeisterung wahr.

    - Zwei Bataillone des Fallschirmjäger-Regiments 16 wurden zur Verstärkung des "Festen Platzes" Wilna dorthin kommandiert - eines versuchte per Bahntransport noch dorthin zu gelangen, während Eugen Hinnen per Lufttransport unter großen Verlusten eingeflogen wurde. Die Kämpfe am Flugplatz Wilna schilderte Herr Hinnen immer wieder im Detail - mit anderen Überlebenden dieses Infernos traf er sich regelmäßig. Hierbei entstanden dann auch Pläne zur Veröffentlichung ihrer Erlebnisse - man baute gar exakte Modell-Landschaften einiger Kampfplätze des II. Bataillons nach (das Szenario am Flughafen Wilna ist in der Anlage exemplarisch beigefügt). Seine sämtlichen Unterlagen ihrer gemeinsamen Erinnerungen übersandte mir Herr Hinnen vor einigen Jahren in einer losen Zettelsammlung, auf deren - nach so langer Zeit nicht immer leicht entwirrbarer - Grundlage auch ein bedeutender Teil der Wilna-Dokumentation der "IG-Vilnius-1944" aufbaute.

    - Eugen Hinnen wurde bei den Kämpfen im eingeschlossenen Wilna verwundet, konnte nicht am Ausbruchsversuch teilnehmen und geriet dort in sowj. Kriegsgefangenschaft. In einem Lazarett der Stadt liegend erlebte er schreckliche Szenen. Die eigene Erschießung und die weiterer Mitverwundeter konnte nur durch das Eingreifen eines ranghohen Offiziers der Roten Armee gerade noch verhindert werden.

    - Seine Gefangenschaft in der Sowjetunion währte nur kurz: Als Schweizer wurde er nach wenigen Monaten nach Hause entlassen, wo er sich in Altenrhein niederließ.

    - Nach dem Krieg widmete sich Herr Hinnen dann dem Flugsport und betrieb eine Flugschule.

    - Zusammen mit Dr. Scheuerle (vgl. Kesselausbruch Wilna ( Vilnius ) 1944 ) besuchte er nach der Wende mehrfach die Schauplätze der damaligen Kämpfe, konnte die Grablagen etlicher Kriegskameraden ermitteln und erfuhr die Gastfreundschaft litauischer Zeitzeugen, welche diese Gräber über all die Jahre gepflegt hatten. Dr. Scheuerle besuchte eine polnischstämmige Familie, welche ihn während seiner Gefangenschaft und schweren Aufbauarbeit in Wilna heimlich mit Lebensmitteln versorgt hatten.

    Sämtliche Daten wurden damals dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge übermittelt, wodurch ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung weiterer Vermisstenschicksale geleistet wurde.

    In Anerkennung dieser und anderer Aktivitäten wurde ihm durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge das "Europa-Kreuz" verliehen (vgl. Anhang). Für E. Hinnen war die Aufklärung des Schicksals von ehemaligen Kameraden seines Fallschirmjägerregiments und auch von einigen litauischen Lazarett-Schwestern ein besonderes Anliegen. Letztere hatten ihn im Lazarett aufopferungsvoll gepflegt und sein Leben gerettet.



    So hat sich nun ein Lebenskreis geschlossen, welcher nahezu hundert Jahre währte und das gesamte 20. Jahrhundert abdeckte – incl. all der Schrecken dieser revolutionären und sehr kriegerischen historischen Epoche.


    Einen Teil davon konnte Eugen Hinnen in seinen Erinnerungen bewahren – auch als Mahnung an die Gegenwart.



    R. I. P.



    Anmerkungen zum Bildanhang:


    1. Eugen Hinnen 1944 und 2013 (bei Verleihung des Europa-Kreuzes des VDK)

    2. Eine Bildcollage - erstellt von E. Hinnen

    3. Gelände-Modell des Bereichs am Wilnaer Flugplatz und Notizen zu dortigen Kämpfen mit sowj. Panzern

    4. und 5. Schilderungen zu diesen Kämpfen

    Hallo Karl,


    leider haben wir mit Hans nicht über konkrete Einzelheiten seiner Tätigkeit als Funker gesprochen. Mir liegen zwar einige NARA-Dokumente zu damals existierenden Funknetzen bei Wilna und Zuständigkeiten vor, aber zur Enigma kann ich nichts aussagen.


    Erstaunlich für mich auch, dass es immer wieder Veteranen gibt, die trotz der Kriegsstrapazen und Erlebnisse ein hohes Alter erreichten.


    Ich habe gerade - nach Lesen dieses Deines Satzes - mal wieder nach dem Fallschirmjäger Eugen Hinnen recherchiert, zu dem ich leider seit über einem Jahr keinen Kontakt mehr herstellen konnte. Seine Berichte bilden ja quasi eine wichtige Basis der Wilna-1944-Dokumentation.


    Leider musste ich feststellen, dass Herr Hinnen vor einem Jahr verstorben ist... RIP!


    https://www.trauerportal-ostsc…9ae-8435-a474a07577fc.pdf


    Ich werde zu seinem Leben und seinem Wilna-Einsatz später ebenfalls einen Nachruf verfassen und auch auf seine Verdienste bez. der D/LT-Beziehungen eingehen. Auch denke ich daran, einige in der Dokumentation noch nicht berücksichtigte Aufzeichnungen von Eugen Hinnen aufzubereiten und auch im FdW einzustellen.


    So - jetzt reicht´s an traurigen Mitteilungen...


    Lasst uns trotz Corona weiter zuversichtlich nach vorne schauen.



    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,


    ich erhielt heute die traurige Nachricht, dass Hans Lestiboudois, 1944 Funker des Stadtkommandanten von Wilna, am 04.02.2021 im Alter von 100 Jahren verstorben ist.

    Er war für die "IG-Vilnius 1944" ein wichtiger Zeitzeuge und ein nicht nur wegen seiner Lebensleistung bewundernswerter Zeitgenosse.

    Ich habe ihm zu Ehren hier im Folgende einen Auszug aus der Wilna-Dokumentation eingestellt:


    "...Wachtmeister Hans Lestiboudois, Funker in der Nachrichten-Abt. 240, befand sich ebenfalls auf dem Antransport. Er fuhr am 2. Juli wie Wolfgang K. aus Jõhvi Richtung Wilna ab, der eine schon 2 Uhr nachts, der andere etwa 10–12 Stunden später. Nach einem offiziellen schriftlichen Bericht von Hans L. an seine Vorgesetzten gelangte das Füs.Bat.170 von Franz O. wahrscheinlich am 05.07.1944 nach Wilna.Der Zeitzeuge Hans L.1 ist von besonderer Bedeutung für die Nachforschungen, da er als Funker für manche Stäbe und zuletzt im Gefechtsstand des Stadtkommandanten von Wilna, also in dessen unmittelbarer Nähe, arbeitete und somit über interessante Informationen verfügte. Es gelang ihm sogar, ein akribisch geführtes privates Tagebuch über die Zeit zu retten.

    Am Taschenkalender erkennt man deutlich die Spuren (Wasserflecke) des zweimaligen Durchschwimmens der Neris. Dieses und ein weiteres Tagebuch sind die einzigen persönlichen Gegenstände, die Hans L. aus jenen Tagen retten konnte und – wie er betonte – retten wollte. Vielleicht erkennt man auch hieran den hohen Stellenwert des geschriebenen Wortes in der Familie Lestiboudois.

    Der Bruder von Hans L., Herbert Lestiboudois, war ein Poet2 und Schriftsteller, welcher aktiv gegen das NS-System agierte. Unter anderem gelang es ihm im Jahre 1935, mehrere bewusst zweideutig angelegte Veröffentlichungen in NS-Publikationen zu lancieren – unter anderem auch in die SS-Gazette "Das schwarze Korps". Nach seiner Entlarvung und einer erzwungenen Gegendarstellung in jenem Blatt – der einzigen jemals dort abgedruckten Stellungnahme eines Schriftstellers – war seine schriftstellerische Karriere in der NS-Zeit erwartungsgemäß beendet. Herbert L. wurde später mit Beginn des Krieges in die Wehrmacht eingezogen. Es gelang ihm sogar, seine Kriegseindrücke unter Pseudonym zu publizieren. Seine wichtigste Schaffensphase lag jedoch in der unmittelbaren Nachkriegszeit.


    1: Das Foto zeigt Hans L. (links) im Transportzug nach Wilna während der Arbeit in der Funkstation.

    2: Als Beispiel sei hier die Gedichtsammlung "Da schweigen die Trompeten" angeführt, erschienen 1946 im Hans A. Keune Verlag (Hamburg)..."


    Erwähnenswert wäre noch, dass Hans Lestiboudois ein Spielkamerad von Altkanzler Helmut Schmidt war und von diesem zu dessen 90. Geburtstag eingeladen worden war, wo man sich über "die alten Zeiten" unterhielt...


    Leider hatten Wulf ("radio4wk") und ich als "IG-Vilnius 1944"-Aktivisten im vergangenen Jahr keine Gelegenheit mehr, Hans zu seinem 100. Geburtstag zu besuchen. Wegen der Corona-Epidemie wurden die geplanten großen Feierlichkeiten verständlicherweise abgesagt. Noch zu Weihnachten 2020 schrieb er uns in bewundernswert akkurater Schrift einen langen Weihnachtsgruß.


    Zur Ergänzung habe ich im Anhang noch einige Bilder von Hans und das im Text erwähnte Tagebuch aus dem Jahre 1944 beigefügt, welches noch deutliche Spuren vom Durchschwimmen der Neris aufweist...



    Wir werden Hans nicht vergessen.


    IG Vilnius 1944