Posts by Joseph O.

    Hallo zusammen,


    ich möchte noch ein paar weitere Dokumente aus der Sammlung bez. der AK-Partisanen bei Wilna einstellen, welche die Kooperation dieser Einheiten mit WH und SS belegen.


    Hinrich Boy Christiansen (+) und Antoni aus Stettin haben sich vor Jahren hier im Forum bereits zu dieser Thematik geäußert - der Vater von Hinrich-Boy war Abwehrchef in Wilna und Vertrauensmann der AK bei diesen Verhandlungen - und auch bei den Kapitulationsgesprächen mit der AK während des Warschauer Aufstands - vgl.: Antonis Erinnerungen



    Hier nun die Ergebnisprotokolle zu diesen Verhandlungen - mit der Unterschrift von Major Julius Christiansen, dem Vater von Hinrich-Boy...:



    IMGP3762.pdfIMGP3763.pdfIMGP3764.pdf



    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,



    vielleicht interessiert es den einen oder die andere:


    http://www.voruta.lt/antanas-v…etimi-didvyriai-iv-dalis/


    Es ist die Fortsetzung der Berichte des lit. Historikers A. Verkelis zu den Partisanenaktivitäten im Vorfeld von Wilna - auch des Jahres 1944.


    Auch hier wird wieder gezeigt, dass es eine organistorische, logistische Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht, SS und den polnischen Partisanen der AK in diesem Bereich gegeben hat - ein Umstand, der im momentan "patriotisch" durch die PiS-Politik künstlich erregten Klima in Polen gerne verdrängt wird. In einem Papier wird gar beschrieben, dass eine Gruppe der AK mit den bekannten schwarzen SS-Uniformen eingekleidet gewesen sei...


    Der umstrittene AK-Partisan Romuald Rajs der 3. Wilnaer Brigade, dem hundertfacher Mord an orthodoxen Dorfbewohnern im Bereich Bialystok nachgewiesen wurde, wurde aktuell durch das "IPN" (poln. "Institut für nationales Gedenken") rehabilitiert. A. Verkelis weist ihm in dem Artikel jedoch auch Morde an Bewohnern eines litauischen Dorfes nach...


    Berichtet wird in ca. 90 Dokumenten, welche mir aus Vilnius zugestellt wurden, dass es einen det. Vertrag zwischen den Partisanen und der NS-deutschen Seite gegeben hat (vgl. Anlage!), den auch B. Chiari in seinem Werk über die Polnische Heimatarmee erwähnt hat. In einem Abwehr-Protokoll ist dieser Vertag detailliert erfasst. Bei Interesse kann ich diese Dokumente hier schrittweise einstellen - sie können auch über mich bezogen werden.


    Bei der Untersuchung der zahlreichen mir vorliegenden Totenzettel und auch der hier im Forum dankenswerterweise zusammengeführten Sammlungen fiel mir gelegentlich die eine oder andere Bezeichnung von Todesorten im Umfeld von Wilna auf, welche jetzt durch diese Dokumente mit Partisanenaktivitäten in Zusammenheng gebracht werden können - und zwar recht genau bez. der topographischen Zuordnung.


    Vielleicht kann man noch das eine oder andere Schicksal aufklären...



    Gruß


    Joseph

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    • IMGP3800.pdf

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    • IMGP3801.pdf

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    • IMGP3802.pdf

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    • IMGP3803.pdf

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    • IMGP3804.pdf

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    Hallo Marc, hallo zusammen,


    in unserer Wilna-1944-Dokumentation habe ich versucht, dieses Konglomerat all jener Partisanenorganisationen im Bereich Polen und insbes. bei Wilna zu beleuchten.


    Ich stimme der Beurteilung von Marc zu, wenn er sagt, dass man Antisemitismus der AK nicht pauschal zuordnen darf - so, wie es der "UMUV"-Film des ZDF ein wenig oberflächlich gemacht zu haben scheint. Die Tatsache, dass die AK für ein Polen in den Grenzen von 1939 und die polit. Orientierung des letzten Stadiums der II. Republik (Pilsudski und seine durchaus als faschistisch zu bezeichnenden Nachfolger) stritt, legt einen zumindest durchgängig latenten Antisemitismus in der AK nahe.

    Die Vorkriegsphase der II. Poln. Republik war gekennzeichnet durch deutlich chauvinistische und auch antisemitische Aktivitäten: So unterdrückte man insbes. in Wolhynien die ukrainische Mehrheit, auch im ländlichen Litauen des Wilna-Gebiets war man wenig zimperlich mit der ansässigen Bevölkerung. Zum Antisemitismus in Polen in der Vorkreigszeit, aber auch insgesamt in Europa, kann man bei Götz Aly interessante Aspekte lesen:


    https://www.zukunft-braucht-er…egen-die-juden-goetz-aly/


    Die Unterdrückung der Ukrainer, welche bis zu ethnischen Säuberungen im Sinne von erzwungenen Umsiedlungen von Ukrainern und Neuansiedlung von poln. Bauern ging - abgesehen davon, dass man Hunderte orthodoxe Kirchen niederbrannte, führte dann 1943 unter dem deutschen Schutzschirm zu den schrecklichen Massakern der ukrainischen Bandera-Partisanen an polnische Nachbarn in Wolhynien mit mehr als Hunderttausend Opfern. Die Racheakte der AK in jener Gegend kosteten dann wiederum mehreren Zehntausend Ukrainern das Leben...


    Noch heute registriert man starke Spannungen zwischen dem jetzigen nationalistisch regierten Polen und nahezu all seinen Nachbarn. Ein Grund dafür ist die pauschale Verherrlichung aller Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und dann in der Folge gegen das neu installierte kommunist. Regime der Nachkriegszeit.


    Manche der früheren Partisanen der AK kamen nicht mehr aus ihrer Rolle heraus und fanden nicht die Rückkehr in das gewohnte zivile Leben. So auch der aktuell sehr umstrittene "Held" der "Verfemten Soldaten" ("Żołnierze wyklęci") Romuald Rajs, dem man 80-fachen Mord an weißrussischer Dorfbevölkerung nachgewiesen hat:


    https://www.jstor.org/stable/j…etadata_info_tab_contents


    (ab etwa S. 121 unten)


    Vgl. auch:


    https://www.deutschlandfunk.de…ml?dram:article_id=411675


    Rajs war südlich Wilna in den Wäldern aktiv (vgl. frühere Beiträge) - es gab dort Gegenden, welche völlig in der Hand der Partisanen und nur die Straßen durch Patrouillen (Sicherungseinheiten) mehr oder weniger sicher waren (vgl. o. a. Kartenskizze).

    Das polnische IPN (eine Art "Gauck-Behörde") hatte Rajs vor Jahren schuldig gesprochen - vor einigen Tagen wurde er jedoch - in diesen "patriotischen Zeiten" der PiS-Regierung wieder durch die gleiche Behörde (nun durch PiS okkupiert) freigesprochen - und der ungehemmten Verehrung überantwortet.

    Und so rennen wie in jedem Jahr auch vor zwei Wochen uniformierte und bewaffnete (Attrappen?) Ultranationalisten (vgl. o. a. Video aus der ARD-Mediathek) gröhlend durch jene Dörfer, in denen Rajs vor Jahren gewütet hat.


    Aktuell wurde der polnische Botschafter in Weißrussland bez. dieser Angelegenheit ins Außenministerium einbestellt...


    http://wyborcza.pl/7,75398,24541859,bialoruski-msz.html


    (Vielleicht kann man mit einem Translator ein wenig verständlich machen...)


    Auch die Ukraine griff schon bei früheren Aktionen zu solchen Maßnahmen.


    Rajs wurde wegen dieser Anschläge und Morde vom kommunist. Nachkriegspolen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Viele andere dieser "verfemten Soldaten" - auch von Eugen Hinnen in der "Wilna-1944"-Doku als "Waldmenschen" bzw. "Waldbrüder" bezeichnet und beschrieben, wurden von den Sicherheitsbehörden des kommunist. Regimes gefasst und nicht selten hingerichtet. Mir liegt noch ein Foto mit fünf durch die Sowjets erschossenen "Waldbrüdern" vor - darunter auch ein früherer deutscher Soldat, der sich diesen Partisanen angeschlossen hatte, um der sowjet. Gefangenschaft zu entgehen. Der Name ist dort angegeben, obwohl falsch geschrieben. Meine Recherchen ergaben, dass es in der Düsseldorfer Gegend solche Namensverwandtschaft gab. Ich werde demnächst mal bei Suchdiensten anfragen...

    Eugen Hinnen hat bei seinem ersten Besuch in Wilna 50 Jahre nach dem Ende des WW2 die (von den Litauern gepflegten) Gräber einiger seiner FJR-16-Kameraden besucht, welche sich auch diesen "Waldbrüdern" angeschlossen hatten - und - nach Jahren in den Wäldern - verraten und gefasst wurden...


    Was kann dieses aktuelle "Patriotische Theater" in manchen östlichen Nachbarländern (und auch bei uns?) lehren? Der Nationalismus wächst - "die Jugend" weiß nicht, was Krieg bedeutet (außer in PC-Ballerspielen?)... Hoffentlich gerät dieses alles nicht außer Kontrolle - zumal in der EU!



    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,


    ich möchte evtl. Interessenten auf ein neues Buch des Schriftstellers Arno Surminski aufmerksam machen, in welchem der den Russlandfeldzug der "Großen Armee" Napoleons thematisiert und hierbei auch Wilna als Zwischenstation dieses Unternehmens einen beträchtlichen Raum widmet. Man passierte 1812 Wilna unter noch sehr angenehmen Umständen (wie auch 1941 fast am gleichen Tag, dem 24.Juni) und hoftte auf dem chaotischen Winter-Rückzug aus Moskau wieder auf angenehmen Aufenthalt in Wilna. Dieses entwickelte sich allerdings zu einem Danteschen Inferno mit Zehntausenden Hunger- und Frosttoten in der Stadt...



    1944 war es zwar im Juli für die eingeschlossen Besatzung von Wilna witterungsmäßig erträglicher, aber gleichwohl entwickelte sich auch hier eine Hölle ...



    Die folgende Karte stammt aus https://de.wikipedia.org/wiki/Russlandfeldzug_1812:


    1920px-Spruner-Menke_Handatlas_1880_Karte_11_Nebenkarte_2_(cropped).jpg


    Ich stehe seit etlichen Jahren mit Herrn Surminski in Verbindung. Sein Erstlingswerk "Jokehnen" brachte mich vor 44 Jahren dazu, mich mit dem früheren Ostpreußen zu beschäftigen und in der "Deutsch-Poln. Gesellschaft" mitzuarbeiten. Das hatte diverse auch sehr private Auswirkungen auf mein Leben...Herr Surminski teilte mir vor kurzem mit, dass er in seinem aktuellen Werk "Der lange Weg"


    https://www.amazon.de/lange-We…emel-Moskwa/dp/3784435084


    doch die eine oder andere Anregung aus unserer "Wilna-1944"-Dokumentation entnehmen konnte. Bei der Lektüre in seiner aktuellen Neuerscheinung kann man dieses spez. beim Thema der Wilna-Etappen dieses Feldzugs spüren...

    Vor einem Jahr habe ich auch Surminskis Kontakt zu einem litauischen Verlag hergestellt, dessen Besitzer auch hier in der Wilna-1944-IG aktiv ist - und von dem z. B. auch das o. a. Telefonbuch von Wilna aus dem Jahre 1944 stammt. Derzeit wird die Übersetzung zweier Surminski-Romane ins Litauische vorbereitet (Jokehnen; Sommer 44), welche sämtlich auch litauisches Publikum ansprechen könnten. Auch die Veröffentlichung des auch hier schon besprochenen Buches von Hinrich-Boy Christiansen ("Mit Hurra gegen die Wand") in jenem Verlag lief über diese Vernetzung.


    Man sieht also, dass die Wirkungen dieses Threads und der Forschungen zur Gechichte der Vorgänge um Wilna auch gewisse aktuelle Auswirkungen haben ...


    Was nun das neue Buch von A. Surminski betrifft, so ist es in dem typischen unaufgeregten Stil aller seiner Erzählungen gehalten - die Dinge werden aus der Sicht der sog. "kleinen Leute" dargestellt. Und diese Sicht ist nicht immer oberflächlich...



    Gruß,


    Joseph

    Hallo Karl,


    danke für Deinen Hinweis zu dem Uniform-Problem!



    Hallo Bodo,


    vielen Dank für Deine interessanten und umfangreichen Anmerkungen, denen ich auch auf Grund meiner Recherchen zu meiner Wilna-Dokumentation voll und ganz zustimmen kann.


    Im Wald waren sie unsere Feinde gewesen, aber jetzt taten sie mir leid. Die Unseren hatten gesiegt.

    Diese Bemerkung von R. Margolis, zeigt, dass die jüdischen Partisanen in der Regel mit den sowjetischen Partisanen kooperierten oder gar ihnen unterstellt waren. Daher rührt wohl auch ein gewisser latenter Antisemitismus, welcher in der AK herrschte - welcher bekanntlich in dem ZDF-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" thematisiert wurde und schwerste Verstimmungen mit poln. Veteranenverbänden und auch der nationalistisch orientierten PiS-Regierung bewirkte.


    Man sieht, dass die Ereignisse damals noch heute üble Spuren in der aktuellen Politik hinterlassen haben...



    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,



    gerade ist mir in


    https://ww2.pl/aktion-burza-sturm-warschauer-aufstand-1944/


    das unten angehängte Bild und der folgende Begleittext aufgefallen:


    "Turgiel, 9. April 1944. Romuald Rajs, Deckname Bury, Befehlshaber der 1. Kompanie der III. Vilniuser Brigade der Heimatarmee verlässt mit seinen Soldaten die Kirche nach der Auferstehungsmesse. Die Gegend im Südosten von Vilnius war zu dieser Zeit gänzlich in der Hand von Einheiten der Heimatarmee, die hier die sogen. Turgieler Republik gegründet hatten. Die Deutschen kontrollierten nur die wichtigsten Transportwege."


    In der ebenfalls beigefügten Karte kann man erahnen, dass diese für einen Bericht zu einem Überfall auf eine deutsche LKW-Kolonne angefertigt wurde. Offensichtlich hatten sowjet. Partisanen 3 LKW der WH angegriffen - für das gleiche Datum (17.01.1944) waren auch in dem Ort Turgiel (rechts oben - rot markiert) Aktivitäten der AK vermerkt, welche ich jedoch nicht zu entziffern vermag.


    Ob damit eine Zusammenarbeit WH/AK gemeint sein kann, bleibt unklar.


    Andererseits heißt es in dem o. a. Text:


    "...Die ersten Kämpfe im Rahmen der Aktion Burza wurden bereits im Januar 1944 ausgefochten, nachdem die Rote Armee die Vorkriegsgrenze der Polens überschritten hatte. Im Juni und Juli 1944 verwandelten sich die Sabotageaktionen in lokale Aufstände...."


    Also war der Burgfriede WH/AK bereits im Januar 1944 gestört - was jedoch anderen Aussagen (Christiansen, etc.) widerspricht.


    Der hier erwähnte AK-Führer Romuald Rajs ist übrigens eine sehr zwielichtige Person: Ihm bzw. seiner Einheit werden in der Nachkriegszeit (!) Massaker in orthodoxen Dörfern in der Gegend von Hajnowka (bei Bialystok) zur Last gelegt. Dennoch gedenken polnische Rechtsradikale in jedem Jahr Anfang März dieser "Taten" in positivem Sinne: Man marschiert dort in Uniformen und mit Waffen (Attrappen?) durch diese Dörfer - vgl.


    https://www.ardmediathek.de/ar…1iZDU1LWI0MmQwYjhkNzk3Mg/ (ab etwa 13.50) ...


    Unbelehrbare also auch dort...?!



    Vielleicht hat jemand scharfe Augen, um die u. a. Handskizze zu entziffern?



    Gruß,



    Joseph

    Hallo Marc,


    "...aber diese Absprachen mit dem Feind waren eher die Sache lokaler Kommandeure...."


    Das ist wohl richtig - im Bereich Wilna eben zwischen dem Major Christiansen und dem Major der AK Krzyzanowski.

    Beide wurden dann ja auch zum Schluss von ihren Vorgesetzten zurückgepfiffen...


    Dass die AK zentral von der Londoner Exilregierung gesteuert wurde, ist dann ja auch ein Grund für das Fiasko und die grauenhaften Massaker der "Sühnemaßnahmen" beim Warschauer Aufstand geworden - zwei Wochen nach dem Wilna-Aufstand der AK.


    Aus den Erfahrungen beim Wilna-Aufstand "Burza" ("Ostra Brama") bez. einer möglichen echten Kooperation mit der Roten Armee hätte man bez. Warschau lernen können: Die Auslösung des Warschauer Aufstandes war, nach milit. Gesichtspunkten, eine Fehlleistung der AK-Führung - das sehen inzwischen auch seriöse poln. Historiker in ähnlicher Weise.


    Aber nun zurück zum Thema "Wilna 1944".


    Mir liegt inzwischen das Telefonbuch von Wilna aus dem Jahre 1944 vor. Interessenten können sich gerne bei mir per PN melden (vgl. Anhang).


    Gruß,


    Joseph

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    Hallo Marc,


    vielen Dank für diesen Hinweis auf das Buch von Chiari.


    Mir ist das folgende Buch des gleichen Autors bekannt: "Die polnische Heimatarmee. Geschichte und Mythos der Armia Krajowa seit dem Zweiten Weltkrieg"


    In diesem Werk berichtet er von der Kooperation der Wehrmacht und SS mit der AK, was in Polen einen gewissen "Aufruhr" auslöste, da man die "national-polnischen Partisanen" der AK nach dem Ende des kommunist. Systems aufgewertet und als reine "Patrioten" eingeordnet hatte.


    Das FdW-Mitglied Hinrich-Boy Christiansen, leider vor ein paar Jahren verstorben, ist der Sohn des damals in Wilna tätigen Abwehrschefs der Wehrmacht, Major Julius Christiansen, der diese Kontakte zur AK herstellte und betreute. Er war später auch maßgeblich an den Kapitulationsverhandlungen des Warschauer Aufstands der AK beteiligt, da seine faire Einstellung bekannt und geschätzt wurde.


    Auch der o. a. litauische Autor schildert, dass die WH und SS die Partisanen der AK ausstattete und versorgte, ihre Verwundeten in Lazaretten behandelte etc. Ich gehe also davon aus, dass die dort abgebildeten AK-Angehörigen mit regulären Uniformen der WH versorgt wurde. Sogar leichte Waffen und Munition wurde den AK-lern zur Verfügung gestellt. Als gegenleistung erwartete man den Kampf gegen die sowjet. Partisanen, was den nationalpoln. AK-lern auf Grund der neg. Erfahrungen von 1939 und auch wegen Katyn etc. ein ganz besonderes Anliegen war...


    Ansonsten sind Deine Aussagen natürlich korrekt: Auf Fotos vom Warschauer Aufstand sieht man vielfach AK-Kämpfer in deutschen Teil-Uniformen und mit Stahlhelmen, welche jedoch meist mit einer weißroten Binde kenntlich gemacht worden waren, damit man ihnen den Kombattantenstatus zugestehen konnte.

    Auch in der Wilna-1944-Doku wird von Vorfällen berichtet, wo vermeintliche "Deutsche" Einheiten der WH angegriffen haben sollen. Später wurden diese als nicht hinreichend gekennzeichnete AK-ler in deutschen Uniformen der Fallschirmjägertruppe ("Knochensäcke") identifiziert...



    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,


    ich beziehe mich auf


    Kesselausbruch Wilna ( Vilnius ) 1944


    wo "Harald123" eine Anfrage zum Schicksal seines bei Rudnicki vermissten Angehörigen gestelllt hatte.


    In einer aktuellen Dokumentationsserie zu den Aktivitäten der polnischen Partisanen der "Armia Krajowa, AK", welche in einer litauischen Fachzeitschrift erschienen ist, vgl.


    http://www.voruta.lt/svetimi-didvyriai-1-dalis/

    http://www.voruta.lt/svetimi-didvyriai-ii-dalis/

    http://www.voruta.lt/antanas-v…timi-didvyriai-iii-dalis/

    http://www.voruta.lt/antanas-v…mi-didvyriai-iii-dalis-2/


    erkennt man in einigen Fotos angetretene Soldaten in deutscher Uniform.

    Es handelt sich jedoch um eine Einheit (3. Brigade AK "Wilno") der "Armia Krajowa" (AK), welche nach den Aussagen dieses Artikels von der deutschen Seite (Wehrmacht, angeblich war auch SS beteiligt) ausgestattet, bewaffnet und verpflegt wurde.


    Diese national-orientierten Partisanen der AK bekämpften in der Folge dann sowjetische und jüdische Partisanen, wobei letztere in der Regel unter Führung und Logistik der sowjet. Partisanen agierten.

    Auch das "Massaker von Konjuchy" (https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Koniuchy) spielte sich in dieser Region ab. Es ist noch heute zwischen Polen, Israel und Litauen umstrtitten.


    Zum ersten Foto noch eine Frage:


    Einige der Uniformhosen erscheinen an der Innenseite sehr hell. Was hat das zu bedeuten - sind das evtl. Reiterhosen? Man sieht diese AK-Angehörigen auf einigen Fotos auch auf Pferden...


    Die Karte der Abb. 2 zeigt, dass die Partisanen dort im südöstl. Vorfeld Wilnas die Wälder beherrschten - und man liest auch immer wieder von Kämpfen der div. Richtungen gegeneinander. Sogar bis in die aktuelle polnische Politik haben diese Konflikte zwischen sowjet. und national orientierten Partisanen ihren Niederschlag gefunden. Die Kooperation mit WH und SS wird jedoch gerne verschwiegen.


    Vielleicht ist die Karte 2 für weitere Nachforschungen von "Harald123", sofern er das FdW noch weiter verfolgt, von einem gewissen Interesse. Weitere interessante Infos kann man den o. a. litauischen Abhandlungen mit einem "Translator" entnehmen...



    Gruß,


    Joseph

    Hallo "Rolnik 123",


    wenn es sich um das Prostken am Totschilowo-See handelt, dann ist es ja durch Siegfied Lenz berühmt geworden, der dort "Eine Kleinbahn namens Popp" in seinen Erzählungen von "So zärtlich war Suleyken" angesiedelt hat.


    Zu den kriegerischen Auseinandersetzungen dort kann ich nichts sagen, außer, dass Lenz in seinem Roman "Heimatmuseum" den Kreigsausbruch dort sehr malerisch geschildert hat, als er beschrieb, wie die Kleinbahn eine Ladung von schneeweißen Gänsen aus Polen brachte, welche dann von deutschen Flugzeigen (am 01.09.1039) beschossen wurde. Das Bild der nun blutverschmierten toten Gänse wirkt sehr drastisch - und symbolisch.


    Serdeczne pozdrowienia - schöne Grüße



    Joseph

    Hallo Bodo, hallo zusammen,


    vielen Dank Bodo, für diese hochinteressanten Informationen. Leider vernachlässige ich von Zeit zu Zeit das FdW und so bekomme ich nicht alles mit - daher meine hoffentlich verzeihliche späte Antwort.


    Und der Standardpanzer dieser wenigen Panzerdivisionen des Ostheeres war 1944 immer noch der veraltete Panzer IV.

    Interessant in diesem Zusammenhang ist die beinahe "kindliche" Freude, die Generalfeldmarschall Reinhardt schilderte, als er den von ihm persönlich begleiteten Entsatzvorstoß zum Kessel von Lentvaris begann:


    "Ich stand schon 5 Uhr auf, fuhr mit Himmel und Koch, der das Glück hatte mitzudürfen, ich glaube, die alten Panzeroffiziere in meinem Stabe hatten, da jeder mitwollte, geknobelt, wer als 2. Begleiter mit mir fahren dürfe.

    Mit tiefer innerer Erregung gab ich nach Anhören der letzten Meldungen den Befehl zum Vormarsch. Als nun unsere neuesten Panzer anrollten, viele!, und Kolosse, die ich noch gar nicht in Natur gesehen hatte, musste ich mich abkehren […] und erst mit mir fertig werden. […]" (Wilna-Doku, S. 361)

                                                                                                                                  

    Ich werde mal Herrn Naumann anschreiben - und einen Büchertausch vorschlagen...



    Gruß,


    Joseph


    Hallo zusammen,


    nach längerer Pause möchte ich heute hier ein paar ggf. neue Infos zum Ausbruchsversuch aus Wilna einstellen.


    Im Internet bin ich auf ein Foto gestoßen, welches einige Panzer V mit aufgesessener Infanterie oder anderen Personen zeigt.


    Der Begleittext dieses Fotos (vgl. Nr. 1) war:


    „Panzer Tank PzKpfw V Panther + Kessel Wilna / Vilnius 1944 + "GD; Originales Foto eines Panzers vom Typ Panther der Division "GD",

    aufgenommen am 15. Juli 1944 beim Angriff auf das eingeschlossene Wilna in Litauen.“


    Das angegebene Datum ist gewiss nicht korrekt – ansonsten könnte es passen, da eine Panzereinheit des o. a. Verbandes beim Entsatz eingesetzt war.


    In Bild 2 ist ein weiterer Panzer V dieser Entsatzgruppe festgehalten (Bildquelle: H. Scheibert, Die 6. Panzerdivision 1937–1945, Podzun-Verlag 1975, S. 150).


    Hierzu ein Zitat aus der Wilna-1944-Dokumentation:


    „…Stahels Funkspruch war eine reine Farce. Weder stimmten die Zahlen, denn es waren maximal 2.000 Wilna-Kämpfer, die ausbrechen konnten, noch war der "Feind sehr ruhig" – jedenfalls nicht am Brückenkopf des Nordufers. Dennoch liefen nun die weiteren Vorbereitungen zum Entsatz des Kessels im Bereich der "Kampfgruppe Tolsdorff" an. Gegen 12.00 Uhr passierte die Panther-Abt. "Großdeutschland" die Enge Vievis. Sie konnte, nach einigen Kämpfen mit sowjetischen Panzern und Panzerabwehreinheiten, unter dem persönlichen Befehl des Oberbefehlshabers der 3. Panzerarmee, Generaloberst Reinhardt, um 13.00 Uhr die Verbindung mit der Gruppe Tolsdorff herstellen…“


    Die „Enge Vievis“ war eher nicht der abgebildete Hohlweg, sondern ein Landbrücke zwischen zwei Seen in der Nähe der Stadt Vievis.


    Ein paar Tage zuvor war das III./FJR 16 ebenfalls in Vievis im Bahntransport angelangt und musste dort ausladen, da die nach Wilna führenden Schienen bereits durch einen spez. Eisenbahntrupp zerstört worden waren („Schienenwolf“).


    Auch hierzu noch ein Zitat aus der Dokumentation:


    „Durch einen "Schienenwolf", im Text "Sprengzug" genannt, waren kurz zuvor die Bahngleise zwischen Wilna und Vievis zerstört worden. Wahrscheinlich war es der gleiche Zug, der am 07.07. die Abwehr des AK-Angriffs in Wilna bei Belmont unterstützt hatte. Außerdem waren die sowjetischen Panzerspitzen nach KTB-Aussagen bereits bis hierher vorgestoßen. Das Foto von P. Hollfelder (Bild 3) hält wahrscheinlich den Augenblick der Abfahrt vom Hauptbahnhof Kaunas Richtung Wilna fest.


    "[…] Der Einsatz Wilna begann am 7.7.1944 mit dem Bahntransport nach Osten, nachdem der Sprungeinsatz abgeblasen war.

    In Vievis, einem kleinen Bahnhof 30 km vor Wilna, damals polnisch, wurde am 10.7. ausgeladen. Unterwegs war der letzte Waggon, ein alter Güterwagen mit Munition beladen, in Brand geraten und abgehängt worden.

    Vievis war Endstation, ein Sprengzug hatte von Wilna her die Schwellen aufgerissen und auf uns gewartet. Nahe am Bahnhof lagerte Artilleriemunition in Stapeln unter Bäumen. An der Kreuzung der Fernstraße Kauen–Wilna mit der Straße vom Ort Vievis zum Bahngelände blieb der 3. Zug der Komp. mangels Transportmöglichkeit liegen…“


    Gruß,


    Joseph

    Hallo zusammen,


    nach langer Pause möchte ich mich mal wieder melden, um den Rat unserer Fachleute einzuholen.


    Ich hatte vor kurzem eine alte Postkarte aus dem WW1, die eine französ. Frau an ihren an der Front befindlichen Mann gesandt hatte, an einen historischen Verein in Bailleul geschickt. Diese Postkarte stammt aus dem Nachlass meines Großvaters, der irgendwie in ihren Besitz gelangt ist. Der Adressat soll "Joseph" geheißen haben - genau so wie mein Großvater. Die Karte habe ich hier im Forum bereits vor mind. einem Jahr veröffentlicht - unser elsässisches Mitglied Pierre hat sie freundlicherweise teilentziffert und den Kontakt zu den Historikern aus Bailleul (Nordfrankreich; während der 4. Flandern-Offensive wurde es stark zerstört) hergestellt. Diese sind im Moment dabei, nach der Familie der Absenderin zu forschen - der Adressat wurde angeblich 1918 als vermisst gemeldet...


    Nun erreichte mich aus Bailleul die mail einer Person, welche etwas zum Verbleib eines Angehörigen erfahren möchte, welcher 1918 im KGL Kolzminden gewesen sein soll.


    Hier das Anschreiben:


    "Bonjour monsieur

    >

    > Je dispose d’une photo ci jointe prise au camp de Holzminden
    en Allemagne en 1918 je pense. Je crois y reconnaître mon
    grand-père Eugène FLAHAULT. En bas de la photo on peut lire:
    Holzminden photo 2850.

    > Si vous avez des possibilités de recherches dans les archives
    je vous serais très reconnaissant si vous pouviez m’apporter des
    éléments de réponses

    > En espérant ne pas abuser de votre disponibilité, d’avance je
    vous remercie

    >

    > Bernard Flahault"



    Nun meine Frage: Gibt es ggf. hier im Forum jemanden, der Ideen hat, wie man in diesem Fall aus dem WW1 recherchieren könnte? Ich bin für jeden Hinweis dankbar.


    Gruß,


    Joseph


    Hallo zusammen,


    Theoretisch könnte er bei der "Panzer-Division Schlesien" gelandet sein. Die bot zu der Zeit ein Abstecher nach Breslau.


    Diese Aussage erscheint mir ein wenig weltfremd. Ebenso das Ansinnen desjenigen, der mal eben per Durchbruch zum Breslau-Kessel den Bruder retten wollte.


    Mein Vater war zusammen mit seinem Bruder in der Festung Breslau im gleichen Regiment der 269. I.D. im Einsatz - beide wurden kurz nacheinander verwundet und lagen im Bunker-Lazarett unter dem Hauptbahnhofsvorplatz in benachbarten Betten. Mein Vater war schwerverwundet - aber noch transportfähig. Der Bruder hatte angeblich beide Beine verloren und zudem eine Verwundung am Kopf. Mein Vater konnte mit einem der letzten Flugzeuge ausgeflogen werden - der Bruder soll angeblich nach der Übernahme des Lazaretts durch die RA erschossen worden sein - wie auch alle anderen Schwerstverwundeten.


    Wenn also laut der Erzählung von Rüdiger der Wunsch bestanden haben soll, den Bruder zu retten, indem man sich mal so eben von seiner Einheit abmelden und zu einem Freiflug nach Breslau starten möchte, dann geht das doch sehr weit an der damals harten Wirklichkeit vorbei.


    Das mögen Nachkriegserzählungen gewesen sein - aus dem Bereich der Fiktion...


    Die oben erwähnte "Panzerdivision Schlesien" ist in obiger von Sven eingest. Karte nicht im näheren Umfeld von Breslau zu erkennen. Auch diese Division hätte keinen Rettungsvorstoß wegen des Bruders unternommen, um es ein wenig sarkastisch zu formilieren...


    Gruß,


    Joseph

    Hallo Harald,


    Allerdings weiß ich nicht, ob er sich freiwillig zu den Fallschirmjägern gemeldet hat oder ob dies überhaupt noch möglich war.


    ... der von mir in der Wilna-Dokumentation häufig zitierte Eugen Hinnen hat sich als Schweizer zur deutschen Luftwaffe gemeldet, um dort Pilot zu werden - in der Schweiz gab es damals angeblich keine entspr. Möglichkeit. Man hat ihn dann jedoch dort zu den Fallschirmjägern "gesteckt" - Wahlmöglichkeiten gab es wohl kaum...


    Ab einem best. Zeitpunkt wurden gar aus Luftwaffeneinheiten ganz normale Heeresverbände gebildet. Denkbar wäre es, dass eine Zwangszuweisung zur LAH vorlag, welcher Erich Franke dann durch die Meldung zu den Fallschirmjägern entgehen konnte.


    Aber letztlich ist das alles nur Spekulation...!



    Gruß,


    Joseph

    Hallo Paul,


    bei dem Anstecker könnte es sich um ein Segelfliegerabzeichen handeln. Es gab damals Konstruktionen mit geknickten Tragflächen ...


    Hallo Harald,


    die Diskrepanz beim Vermisstendatuim trat merkwürdigerweise bei den beiden DRK-Schreiben auf (Freitag von Dir hier eingestellt)... Dokumente der Deutschen Dienststelle habe ich hier nicht entdeckt.



    Gruß,


    Joseph