Posts by Danuser

    Guten Tag ans Forum,


    die abgebildete Handschrift ist erkennbar individuell.

    Für diesen eigenen Schreibstil in einer deutschen Schrift gibt es auf den üblichen Tabellen Beispiele Demnach wurde das kleine "u" durchaus ohne Überstrich geschrieben, das kleine "e" wirkt bei allen Beispielen eckiger und nicht so rund wie beim kleinen "u".


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an den Anfragenden,


    ich greife die "Großkampfzulage" auf.

    Das war eine zusätzliche Verpflegungsration, die vor einem erwarteten / einem geplanten intensiven Großkampftag pro Tag und pro Mann ausgegeben wurde.

    Hier ein Beispiel für eine verausgabte Großkampfpackung:


    1 Täfelchen Dextroenergen

    1 Konserve Erbensuppe von 150 g (Firma Bego)

    1 Packung Scho-Ka-Kola

    1 Dose Rindfleisch

    1 Packung Bahlsen-Kekse

    1 Packung Frucht-Riegel

    1 Packung Knäckebrot (Firma SInger).


    Dazu kamen beispielsweise für eine Jagd-Panzer-Besatzung von 4 Mann noch hinzu:


    24 Zigaretten (der Marke Salem, also 6 Zigaretten pro Mann)

    1 kleine Flasche Calvados (also zumindest ein kleiner Schluck für jeden).


    Die obige Zusammenstellung wurde hier bei den Kämpfen in der Normandie 1944 bei einer Verpflegungseinheit der 352. Infanterie-Division so verausgabt und dokumentiert.

    Verantwortlicher "Verpfleger" war damals der Obergefreite Thomas Fuchs für die 1.Kompanie / Panzerjäger-Abteilung 352

    Dieses Dokument wurde von den Briten erbeutet und von ihnen archiviert.

    Darüber hat jetzt ein französisches Militär-Magazin geschrieben und die ausgegebenen Produkte der besseren Anschaulichkeit wegen farblich abgebildet.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an den Anfragenden,



    Oder wurden die Männer des Polzeibataillons 310 so eingekleidet, als man sie während der Belagerung Leningrads der "Kampfgruppe Jeckeln", also regulären Kampftruppen, zuteilte?

    prinzipiell konnte der Uniformrock, so wie er auf dem Portraitfoto abgebildet ist, auch beim Fronteinsatz getragen werden. Es war eine Möglichkeit unter vielen. Ich füge ein Beispielfoto bei, welches 1941 an der Luga-Front in Russland-Nord aufgenommen wurde. Bitte auf die Uniformröcke der beiden Polizisten achten.

    Tom, Sie scheinen merkliche Probleme mit Polizeiuniformen und deren Trageweisen zu haben.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

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    • Luga.jpg

      (208.22 kB, downloaded 51 times, last: )

    Guten Tag ans Forum und an den Anfragenden,


    auf dem Foto sind sogenannte Rockblusen der Schutzpolizei des Freistaats Preußen zu sehen, die so 1926 eingeführt wurden. Aufgetragen wurden sie (auch in der Öffentlichkeit), meistens von Polizeireservisten bei Polizeieinheiten, bis 1940.

    Ich verweise auf die Beiträge von Ingo und Marcus. Die Kragenpatten für Wachtmeisterdienstgrade (Sammelbezeichnung) sind in Fachbüchern und in zeitgenössischen Uniformvorschriften zusammenfassend wie folgt beschrieben: 8,5 cm lang und 3 cm breit, hellgrünes Abzeichentuch mit Aluminiumschnur eingefasst, am hinteren Teil ein kleiner Nickelknopf von 18 mm Durchmesser.

    Polizeiangehörige im Polizeidienst haben keine Wehrmachtsuniformen getragen, sondern Polizeiuniformen, so wie auf dem Foto abgebildet.

    Polizeitypischer geht es auf dem Foto schon nicht mehr.

    Über Polizei- und Wehrmachtsuniformen aus der Zeit des Dritten Reichs gibt es zahlreiche Sachbücher mit tausenden von Abbildungen, Farbzeichnungen und dergleichen, die komplette Bücherregale füllen können.

    Gegebenenfalls selbst anschaffen oder ausleihen und lesen.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an Karl,


    Deine Frag erinnert mich an den altbekannten Witz, wo ein frisch eingezogener Rekrut auf dem Kasernenhof seinen Hauptfeldwebel rangmäßig nicht erkennt und der ihn letztlich anschreit: Ja wissen sie denn nicht wer ich bin? Ich bin die Mutter ihrer Kompanie . Und der junge Rekrut geantwortet haben soll: Ja wenn es so ist, dann guten Tag gnädige Frau.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an Tom,


    dem Anfragetext entnehme ich u.a., dass der Opa Zugwachtmeister bei der 1.Kompanie des Polizei-Bataillons 310 (PB 310) war, als er Ende 1942 in Russland Nord vermutlich fiel.

    Ich gehe mal davon aus, dass die Inhaltsangabe des Kriegstagebuch Nr. 1 (01.10.1940 - 24.11.1942), Bundesarchiv, Signatur: BArch R 20/83 bekannt ist.

    Falls nicht so zitiere ich aus dem "Archivportal" im Internet:


    "Berichte über Maßnahmen und Aktionen gegen Juden
    Fronteinsatz im Raum westlich von Leningrad
    Partisanenbekämpfung, Berichte über Massenerschießungen von Partisanen, Juden und Zivilisten
    Bericht über einen Gefangenentransport nach Kielce
    Erfahrungsbericht über die am 20. Juni 1941 im Judenghetto von Petrikau erfolgte Durchsuchung, 3. Juli 1941
    Verlust- und Verwundetenlisten".


    Von den Standard-Polizeihistorikern hat u.a. Stefan Klemp über das PB 310 geschrieben. Ich fasse mal zusammen, was Klemp über die1. Kompanie sagt: ein Kommando dieser Kompanie bewacht in Polen am 06.01.1941 die Deportation von 103 Häftlingen ins Konzentrationslager Auschwitz. Danach kam die 1.Kompanie im Oktober 1941 nach Lwow (Lemberg) in Galizien. Am 21.02.1942 erfolgte die weitere Verlegung des kompletten Bataillons, also auch der 1.Kompanie, an die Ostfront bei Leningrad. Hier beteiligte sich das gesamte Bataillon an der Belagerung von Leningrad. Mitte Juni 1942 wurde das Bataillon von dort abgezogen, als der Opa bereits tot war.

    Auf alles Geschehen (einzelne Kriegsverbrechen, Ermittlungen) rund um das PB 310 nach dem Tod des Opas gehe ich nicht ein.

    Klemp ist auch auf Befehlsverweigerungen von Angehörigen verschiedener Polizeieinheiten eingegangen. Das PB 310 wird hierbei nicht genannt.


    Das als kurzer Beitrag zu Ihren Fragen.

    Übrigens, die WASt hieß später Deutsche Dienststelle und ist jetzt ins Bundesarchiv (BA) überführt worden. Alles ist ein und dasselbe. Der Bestand R 20 befindet sich beim BA in Berlin-Lichterfelde.

    Das Berliner Polizeipräsidium beschäftigt einen Polizeihistoriker und betreibt ein eigenes Polizeimuseum für die Öffentlichkeit. Außerdem gibt es einen polizeigeschichtlichen Förderverein.


    Eine Frage zum Schluss: warum wollen Sie Ihre Fotos nicht zu Ihrer Anfrage einstellen, sondern nur per PN zugänglich machen?


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter


    P.S.: Während ich meinen Text verfasst habe, sind die Beiträge von Daniel und Tom an mir unbemerkt vorbeigegangen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Forum.

    Guten Abend ans Forum und an Stefan,


    auf den Kreuzen befindet sich das Runenzeichen für "gestorben". Ist also kein einheitliches Verbandsabzeichen.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an Thomas,


    habe noch was in den Schriften des Bundesarchivs von Rudolf Absolon gefunden, was dieser über das SA-Feldjägerkorps (FJK) geschrieben hatte.

    Demnach bestand das FJK ab Oktober 1933 aus grundsätzlich "alten Kämpfern" der Braunhemden, die in Preußen als Ordnungstruppe/Streifendienst tätig sein sollten. Sie trugen den SA-Dienstanzug in olivbraun, weißer "Waffenfarbe" und goldenem Polizeistern unter dem Hoheitsadler an der SA-Mütze. in Preußen saß das Kommando des FJK in Berlin und unterstand dem SA-Standartenführer Fritsch. Am Sitz jeder (preußischen) SA-Obergruppe befand sich auch der Sitz einer Feldjäger-Abteilung:

    I Königsberg

    II Stettin

    III a Breslau

    III b Berlin

    IV Magdeburg

    V Frankfurt/Main

    VI a Hannover

    VI b Düsseldorf.

    Unterhalb der Abteilungen gab es dann die Feldjäger-Bereitschaften aus jeweils 65 Mann in den großen (preußischen) Städten, zu denen auch wie bereits erwähnt Bochum und Duisburg gehörten.


    Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom April 1933 und durch organisatorische Änderungen im Polizeibereich, konnten SA-Feldjäger neue Schutzpolizeistellen besetzen. Dann zum 01.04.1935 gliederten Staat und Partei (was in beiden Fällen NSDAP-Funktionäre waren) das FJK in die Schutzpolizei ein. Die übernommenen SA-Feldjäger wurden damit Beamte. Bei der Eingliederung schied das FJK zwar aus der SA aus, behielt innerhalb der Schutzpolizei erst einmal ihre besonderen SA-Feldjägeruniformen und verblieben auch in geschlossenen Einheiten. Bei der Überführung wurden die FJK-Führer zu Offizieren und die Feldjäger zu Wachtmeistern (SB).

    Feldjäger-Bereitschaften wurden bei den Überfallkommandos (der Bezirkswachen) verwendet.

    Ab dem 01.04.1936 bestand das SA-FJK, somit auch seine Bereitschaften, nicht mehr. In Standorten mit staatlicher Polizeiverwaltung erhielten die bisherigen Feldjäger-Bereitschaften die Bezeichnung "Schutzpolizeihundertschaften". Den Übergetretenen wurde die Dienstzeit beim FJK und bei der Schutzpolizei allerdings nicht auf die Wehrdienstzeit angerechnet.


    Soweit meine Ergänzung zum Thema.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter


    P.S.: Jetzt kam mir Marcus vor der Fertigstellung meiner Ergänzung mit seinem Beitrag zuvor.

    Guten Abend ans Forum und an Maurice,


    das verwendete Bild mit dem Spiegel ist eigentlich ein bekanntes antisemitisches Propagandabild der Nationalsozialisten. Eine schöne junge Frau guckt in den Spiegel und wird zum Spiegelbild einer als hässlich entsprechend überzeichneten jüdischen Frau. Diese Propaganda richtete sich an Alliierte der Briten, so an die Franzosen, um den britischen Partner schlecht zu machen.


    Die speziellen Fragen zur Luftwaffe überlasse ich den entsprechenden Experten.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an die namenlose Anfragende oder den namenlosen Anfragenden,


    kurze Frage ohne Hintergrundinformationen, ergibt eine ebensolche kurze Antwort: zwei Arbeitsmänner des Reichsarbeitsdienstes. Die Hakenkreuz-Armbinde gehört zur Uniform.

    Viele Fachleute hier im Forum reagieren auf fehlende Hintergrundinformationen durch Nichtbeantworten oder Nichtreagieren.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an Andreas,


    habe mein Archiv noch mal durchgesehen und zumindest einen Anhaltspunkte für sächsische Rangsterne entdeckt. allerdings nur für Zwickau 1902. Demnach hatte dort der Wachtmeister 2 Sterne und der Oberwachtmeister 3 Sterne. Weitere Vorschriften oder aussagekräftigen Abbildungen fehlen mir für Sachsen.

    Aber im Königreich Sachsen existierten damals Polizei-Rangsterne nicht alleine. Denn auch bei der Landespolizei in Deutsch-Südwestafrika gab es sie. Die Bekleidungsvorschrift von 1907/08 nennt einen goldgelben Kragenstern für Sergeanten und zwei solche Sterne für Wachtmeister.

    Das als Ergänzung.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum, an Andreas und an Bert,


    bei den Vergrößerungen von Andreas handelt es sich um sächsische Kommunalpolizisten aus der Kaiserzeit .

    Die Bayerische Landespolizei gab es zwischen den Kriegen in der Weimarer Zeit als staatliche Bereitschaftspolizei.

    Den Dienstgrad Hauptwachtmeister gab es bei Kaisers Polizisten noch nicht.

    Im Königreich Sachsen kannten die Kommunalpolizeien Dienstgrade wie Schutzmann, Oberschutzmann, Wachtmeister und Oberwachtmeister.

    Nicht jede Kommunalpolizei trug auch Kragensterne und ich weiß nicht, wieviel Sterne weichen Dienstgrad darstellte. Bei drei Sternen wäre ich bei den Wachtmeistern (Sammelbezeichnung).

    Und das war bei den damaligen kleinen Kommunalpolizeien schon der Spitzendienstgrad für einen Polizisten


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an Thomas,


    das Foto hier einzustellen, wäre schon hilfreich.

    Bei der Wehrmacht wurden zu Kriegsbeginn Einheiten der Feldgendarmerie aufgestellt. Hierfür wurden auch Ordnungspolizisten der Gendarmerie und der Schutzpolizei verwendet.

    Bei der" Feldjäger-Bereitschaft Duisburg" dürfte es sich um eine SA-Einheit des ab Oktober 1933 aus der SA aufgestellten Feldjägerkorps (FJK) gehandelt haben. Solche Feldjägerbereitschaften des FJK war demnach eine NSDAP-interne Polizeitruppe aus deren SA-Angehörigen, die sich eine staatliche Polizeikompetenz angeeignet hatten und zur "Legalisierung" den Status von Hilfspolizisten erhielten. Zum 01.04.1935 verfügte das Innenministerium das Ausscheiden des FJK aus der SA. Zum 01.04.1936 erfolgte dann die endgültige Überführung von SA-Feldjägern in die staatliche Schutzpolizei, wobei aber nicht alle SA-Angehörigen übernommen worden sind. In Bochum waren das beispielsweise 47 von 65 SA-Feldjägern der dortigen Feldjägerbereitschaft. So sollten keine vorbestraften SA-Feldjäger, die es gab, dauerhaft in die Polizei übernommen werden. Die SA-Feldjäger hatten in den Feldjäger-Bereitschaften übrigens eigene Bezeichnungen, wie Unterfeldjäger, Feldjäger, Oberfeldjäger.

    Am 19.02.1936 kam es in einer Bochumer Gaststätte zu einer Schlägerei von Angehörigen der Duisburger Polizei die vorher die Bochumer Schlegel-Brauerei besichtigt hatten, mit Zivilisten. Das Bochumer Überfallkommando wurde gerufen. Unter den Duisburger und Bochumer Polizisten befanden sich auch Angehörige des FJK. Diese solidarisierten sich dann gegen den Bochumer Einsatzleiter des Überfallkommandos, einen Berufspolizisten.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an Andreas als Pulsnitz,


    zu Pulsnitz während der Königreichs Sachsen habe ich leider keine speziellen Informationen zur Polizeigeschichte, zu Pulsnitz im Freistaat Sachsen während der Weimarer Zeit schon.


    Im Jahr 1926 hatte Pulsnitz 4.330 Einwohner und gehörte zur Kreishauptmannschaft Kamenz. In Pulsnitz gab es eine staatliche Gendarmeriestation und eine Kommunalpolizei mit 4 Polizeibeamten und 2 Hilfspolizeibeamten. Sowohl die Gendarmerie- als auch die Kommunalpolizeibeamten waren in Pulsnitz in einer Ortsgruppe der Landgendarmerie und in einer Ortsgruppe der Gemeindepolizei beim Verband Sächsischer Polizei-Beamter e.V. mit Sitz in Dresden organisiert. Die Ortsgruppen waren in Bezirken zusammengefasst, wobei Pulsnitz zum Bezirk Kamenz gehörte. Auf Bezirksebene war Gendarmerie-Hauptwachtmeister E. J. Jäger, Königsbrück, Auenweg 43 e, der Vorsitzende für die Gendarmerie und Polizei-Kommissar Schubert, Kamenz, Polizei-Wache, war der Vorsitzende für die Gemeindepolizeien. Auf Bezirksebene gab es in Kamenz noch einen dritten Vorsitzenden für die Landespolizei. Das war der Polizei-Oberwachtmeister Max Gnauck, Kamenz, Landespolizei.

    Quelle: Sächsischer Polizei-Kalender auf das Jahr 1926, herausgegeben vom Verband Sächsischer Polizei-Beamter e.V., Dresden.


    Im Jahre 1930 hatte Pulsnitz 4.274 Einwohner und gehörte nach wie vor zur Kreishauptmannschaft Kamenz. In Pulsnitz gab es weiterhin eine Gendarmerie-Station und eine Kommunalpolizei mit nun 5 Polizeibeamten.

    Der Polizei-Beamten-Verband hatte auch für seinen Bezirk Kamenz einen Obmann für das Sozialwesen. Dieses war der Gendarmerie-Hauptwachtmeister Max Viertel aus Bischheim für die Gendarmerie und der Polizei-Hauptwachtmeister Martin Freund aus Kamenz, Feigstr.11, für die Gemeindepolizeien.

    Für die Gendarmerie existierte in Kamenz weiterhin ein Bezirks-Verband mit dem bereits bekannten Gendarmerie-Hauptwachtmeister Jäger als Vorsitzenden und den Gendarmerie-Hauptwachtmeister Max-Viertel als Kassierer. Die Gemeindepolizeien hatten in Kamenz ihren eigenen Bezirksverband mit dem Vorsitzenden Polizei-Hauptwachtmeister Alban Zimmermann, Kamenz, Polizeiwache, und dem Ratvollstreckungsbeamten Martin Freund, Kamenz, Steueramt, als Kassierer.

    Quelle: Sächsischer Polizei-Kalender auf das Jahr 1930, gleicher Herausgeber.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an JR,


    Selzer, seine Internetpräsenz und Fachartikel von ihm sind mir als Ex-Waffensammler bekannt.


    Das kommunale Polizeiamt Chemnitz soll 1922 verstaatlicht worden sein. Es gab dann dort die verstaatlichte Revierpolizei und die staatliche Landespolizei, die ihrer Organisation nach eine Bereitschaftspolizei war. Dazu gehörten auch Sonderdienstzweige, wie die Nachrichtenleute. In Chemnitz unterstand die Abteilung der Landespolizei der Kreishauptmannschaft Chemnitz. 1927 waren in Chemnitz 802 Landespolizeibeamte stationiert. Im Freistaat Sachsen gab es offiziell wohl ab 1922 neue Schulterstücke als Dienstgradabzeichen für die Landespolizei u.a. mit spitz zulaufenden Schulterstücken und darauf Landeswappen bei den Wachtmeisterdienstgraden.

    Allerdings gab es von 1919 bis spätestens 1922 die Landessicherheitspolizei (LSP) als Vorläuferorganisation der Landespolizei (LP). Die Schulterstücke der Landessicherheitspolizei waren preußisch, so wie auf Deinem vorstehenden Foto zu sehen. Meines Wissens nach dauerte die Übergangszeit, d.h. der Wechsel von der LSP zur LP von 1920-1922, zumal der Wechsel ja bekanntermaßen von der Alliierten-Kontroll-Kommission erzwungen worden war, weil denen die Sicherheitspolizeien in Deutschland zu sehr militärisch waren, so in Sachsen mit Artillerie-Sektionen, Nachrichten-Staffeln und sogar mit Flieger-Staffeln. JR, deshalb meine auch ich, dass Dein Foto aus dieser Übergangszeit stammt, was ja auch Deinem angegebenen Aufnahmedatum aus April 1922 entspricht.

    Sächsische Polizeigeschichte in der Weimarer Zeit ist ein umfangreiches Thema für sich, wozu die Quellenlage aber deutlich besser ist, als die über die Kaiserzeit.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an den Anfragenden,


    immer schön ruhig bleiben, was die "Vernehmung" betrifft. Es kommt entscheidend auf den Status des Vernommenen an. Wurde er als Beschuldigter vernommen oder als Zeuge? Tobias, wenn Sie heutzutage als Unbeteiligter einen Verkehrsunfall sehen, werden Sie ggf. als Zeuge vernommen und nicht als Beschuldigter, da Sie ja kein Unfallverursachen waren, sondern nur zufälliger Beobachter.

    Warum soll es das bei Ihrem Urgroßvater nicht auch so oder ähnlich gewesen sein? Oder meinen Sie zu wissen, dass Ihr Urgroßvater selbst an Kriegsverbrecher beteiligt war? Nur dann wäre er letztlich vom Beschuldigten zum von der Staatsanwaltschaft Angeschuldigten und dann vor Gericht zum Angeklagten geworden. Es sei denn, ein Verfahren gegen den Urgroßvater wäre von der Staatsanwaltschaft vor Eröffnung des Gerichtsverfahrens eingestellt worden und es wäre so nicht zu einem Gerichtsverfahren gegen ihn gekommen. Ich vermute eher, dass ihr Urgroßvater einer der zahlreichen Zeugen gewesen sein kann, die nach dem Krieg von Staatsanwaltschaften oder im Auftrag von ihnen durch die Polizei vernommen worden sind. Ihre Aussage, dass sich das Gerichtsverfahren auf eine Verbindung Ihres Urgroßvaters zum SD-Sonderkommando Plath bezogen habe, beinhaltet keine konkrete Angabe zum rechtlichen Status Ihres Uropas innerhalb des Gerichtsverfahrens und schließt den Zeugenstatus nicht aus.

    Also wie bereits durch Hans gesagt, wird Archivarbeit angesagt sein.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an Douglas aus der Hauptstadt Washington,


    mehr wollte ich doch gar nicht, als einen belegbaren Hinweis auf diesen Brief zu bekommen.

    Douglas, Sie haben den wesentlichen Teil des Briefes nun nachträglich hier ist Forum eingestellt. Ich hätte mir das halt nur von Anfang an gewünscht.

    Zumindest weiß ich jetzt, das ich diesen Brief nicht kenne und Ihnen bei Ihrer Anfrage nicht weiterhelfen kann.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Guten Tag ans Forum und an JR,


    was Organisation und Uniformierung der sächsischen Polizeien (Sammelbezeichnung) während der Kaiserzeit betrifft, so sehe ich gerade die Aktenlage zu kommunalen Polizeien als bescheiden an. Da leisten die "Macher" der von Dir verlinkten sächsischen Polizeiseite gute Informationsarbeit. Die dort abgebildeten Exponate haben wohl grundsätzliche eine Herkunftsgeschichte. Von einem leider viel zu früh verstorbenen Bekannten aus dem Erzgebirge sind dort auch Sachen abgebildet und beschrieben, die von seinem Großvater mütterlicherseits stammen und meines Wissens nach bis zum Tod meines Bekannten in dessen Besitz waren, zumindest Vieles davon. Der Bekannte wusste sehr viel zur Polizeigeschichte seines Opas zu erzählen. Mit solchen Exponaten und den dazu passenden Hintergrundinformationen, lässt sich gut eine aussagekräftige Dokumentation erstellen. An das Fachwissen der sächsischen Polizeispezialisten reiche ich natürlich nicht heran.


    Vom sächsischen Heereskundler Wolfgang Friedrich sind 1991und 1996 insgesamt zwei Artikel zur sächsischen Polizeigeschicht der Kaiserzeit und Weimarer Zeit im "Archiv für Polizeigeschichte", herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Polizeigeschichte, nachgedruckt worden.

    Außerdem hat sich Erich Radecke in seinen Bücher zur Geschichte von Helmen (Pickelhauben) und Tschakos auch mit denen aus Sachsen befasst.


    Nach Durchsicht meiner Schriftlage, einschließlich noch weniger zusätzlicher Archivbestände, habe ich mich entschlossen, ein wenig über Organisation und Uniformierung sächsischer Polizeien (Sammelbezeichnung) der Kaiserzeit für unser Forum zu schreiben und hierbei natürlich ebenfalls auf die sächsischen Kommunalpolizeien der Kaiserzeit eingehen.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter