Posts by Schorsch

    Hallo U-69,


    da hast Du Dir keine leichte Aufgabe gestellt, da die Informationen, auf denen die Suche beruht, sehr spärlich sind. Von den deutschen U-Booten operierten ca. 90 in der Karibik und den angrenzenden Gewässeren. Etwa 30 von ihnen lassen sich mit dem genannten Zeitraum in Übereinstimmung bringen. Folgende Boote kommen nach G. T. M. Kelshall: "U-Boot-Krieg in der Karibik", Mittler, 1999 in Frage:
    (Bootsnummer, Typ, Zeitraum, Nummer der Feindfahrt)


    U 68 IX C Feb/Mrz 1943 6. FF
    U 84 VII B Jul/Aug 1943 9. FF
    U 105 IX B Dez 42/Jan 43 9. FF
    U 109 IX B Dez 42/Jan 43 8. FF
    U 123 IX B Sep/Okt 1943 14.FF
    U 124 IX B Dez 42/Jan 43 11. FF
    U 129 IX C Apr/Mai 1943 7. FF
    U 134 IX C Jul/Aug 1943 9. FF
    U 154 IX C Jun 1943 5. FF
    U 155 IX C Mrz/Apr 1943 5. FF
    U 156 IX C Feb/Mrz 1943 5. FF
    U 159 IX C Jun/Jul 1943 5. FF
    U 176 IX C Mai 1943 3. FF
    U 183 IX C/40 Feb/Mrz/Apr 1943 2. FF
    U 185 IX C/40 Mrz/Apr 1943 2. FF
    U 217 VII D Dez 42/Jan 43 2. FF
    U 359 VII C Jul 1943 3. FF
    U 406 VII C Jul/Aug 1943 7. FF
    U 415 VII C Jul/Aug 1943 3. FF
    U 466 VII C Jul 1943 3. FF
    U 510 IX C Feb/Mrz 1943 und Jun/Jul 1943 3./4. FF
    U 527 IX C/40 Jun/Jul 1943 2. FF
    U 572 VII C Jun/Jul/Aug 1943 9. FF
    U 590 VII C Jun/Jul 1943 5. FF
    U 615 VII C Jul/Aug 1943 4. FF
    U 634 VII C Jul/Aug 1943 3. FF
    U 653 VII C Jul/Aug 1943 7. FF
    U 662 VII C Jul 1943 4. FF
    U 759 VII C Jun/Jul 1943 2. FF


    Sollten die Gewässer um die Halbinsel Samana das Operationsgebiet des Bootes gewesen sein, so müssten in den KTBs (die mir leider nicht vorliegen) Positionsangaben mit den Marinequadraten DN 92, DN 93, DN 95, DN 96, DN 99, DO 71, DO 74 oder DO 77 zu finden sein. Möglich wäre aber auch, dass sich das Boot auf dem Transit durch die Mona-Passage zwischen Hispaniola und Puerto Rico in die oder aus der Karibik befand.


    Eventuell kann die Liste Ansatzpunkt für eine weiterführende Recherche unter diesem oder diesem Link bilden oder Grundlage für eine schriftliche Anfage im Cuxhavener U-Boot-Archiv darstellen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch


    edit: Hervorgehobene Boote waren in der Nähe der Halbinsel, die anderen müssen nach Angaben von www.uboat.net aus dem Kreis der Verdächtigen ausgeschlossen werden.

    Hallo Karl,


    der Mensch ist nicht in der Lage, die maximale Winkelgeschwindigkeit des Armes beim Abwurf von Gegenständen beliebig zu steigern. Das heißt, die Eierhandgranate aus dem Inneren der Wurfhand kann nur mit einer bestimmten Grenzgeschwindigkeit auf die Reise geschickt werden, egal welche Kraft man schlussendlich einsetzen kann. Durch den Stiel der Stielhandgranate beschreibt der Schwerpunkt eines solchen Wurfgeschosses nun einen Kreisbogen mit einem größeren Radius als im vorher beschriebenen Fall, während die maximal erreichbare Winkelgeschwindigkeit nahezu unverändert bleibt. Somit ist aber die Geschwindigkeit beim Abwurf nun höher und damit auch eine größere Wurfweite zu erreichen.
    Würde z.B. eine Stockschleuder (siehe insbesondere Seite 12 des verlinkten Textes) verwendet, also der Radius der Granatenbahn beim Abwurf weiter gesteigert, könnte die Wurfweite einer Handgranate noch zusätzlich verbessert werden.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

    Hallo Karat,


    die Firma Krupp übernahm am 01.04.1902 die Germaniawerft und firmierte unter der neuen Bezeichnung "Friedr. Krupp Germaniawerft" und ab 1903 als "Friedr. Krupp Aktiengesellschaft Germaniawerft". Also liegt der Autor des Berichtes in diesem Punkt nicht allzuweit von der Wahrheit entfernt.


    Steht noch die Frage, welches Boot auf dem Foto zum Artikel zu sehen ist. Es handelt sich nach Rössler: "Die Unterseeboote der Kaiserlichen Marine", Bernard & Graefe, 1997 um U 8 kurz nach dessen Indienststellung am 18.06.1911. Das entsprechende Foto ist auf Seite 94 zu finden.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

    Hallo zusammen,


    ich glaube, dass in diesem Zusammenhang die norwegische Zeitung etwas dramatisiert hat, um die Brisanz der Meldung zu steigern. Schon in Busch/Röll: "Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945", Band 4 von 1999 ist eine mehr oder minder ausführliche Schilderung des Untergangs von U 1053 inklusive der angenommenen Wrackposition in etwa 340 m (!) Wassertiefe zu finden. Diese Angabe ist so beachtlicher, da nach dem Untergang von U 1053 über längere Zeit von den herbeigeholten Rettungsmannschaften Klopfzeichen aus dem havarierten Boot vernommen werden konnten.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

    Hallo Jane,


    auch wenn bei mir das vielgerühmte „Erste Mal“ noch ansteht (gemeint ist natürlich ein Besuch im Cuxhavener Archiv, was denn sonst!?), möchte ich Deinen bisherigen Ausführungen einige Zahlen gegenüberstellen.


    Die Aussage, dass die Besatzungen der deutschen U-Boote aus Freiwilligen bestanden, mag für die Vor- bzw. Anfangszeit des Krieges seine Berechtigung haben. Spätestens ab November 1939 wurde jedoch offenbar, dass bei einer angestrebten Zahl von 881 Indienststellungen von U-Booten bis Ende 1943 eine Anzahl von ca. 26 000 Mann, darunter 3538 Unteroffiziere und 6220 Mannschaften technischer Laufbahnen, etwa 3900 Funker und fast 3000 Torpedomechaniker, notwendig würde. (Siehe dazu B.d.U./Organisationsabteilung an das Kommando der Marinestation Ostsee „Personalbedarf der U-Boote aufgrund des Schiffbau-Neubauplanes“ vom 13.11.1939!) Diese Zahlen konnten nicht über Freiwillige abgedeckt werden und spätestens ab Mitte 1941 wurde die Zuweisung zur U-Bootwaffe gängige Praxis. Es existieren genügend Beispiele für derartige Änderungen in den Laufbahnen, wie z.B. von 125 Offizieren und Fähnrichen z.S., die für die Ausbildung zu Seefliegern vorgesehen waren, und 1943 zur U-Bootwaffe abkommandiert wurden. Allerdings ist bei einem Offizier der Kriegsmarine noch zu beachten, dass von ihm als Selbstverständlichkeit erwartet wurde, dass er bereit war, diejenigen Aufgaben zu übernehmen, für deren Erfüllung er nach dem Urteil seiner Vorgesetzten geeignet war. Unter den Mannschaften konnte der Prozentsatz der Freiwilligen unter den Besatzungsangehörigen mit etwa 80% angesetzt werden, wobei dieser Anteil etwa ab Mitte 1942 deutlich im Abnehmen begriffen war. Es ist aber auch zu konstatieren, dass 1944 nur 37% derjenigen, die sich zum Dienst bei den U-Booten gemeldet hatten, auch tatsächlich dort zu Einsatz kamen. Die anderen erfüllten die entsprechenden Maßstäbe (gesundheitliche oder fachliche Qualifikation) nicht. Allerdings war der Andrang an geeigneten und freiwilligen Bewerbern nicht groß genug, um den Bedarf tatsächlich zu decken.


    Zum Einsatz von ausgebildeten Ärzten auf U-Booten ist zu sagen, dass es auch hier nicht möglich war, die benötigte Anzahl von Medizinern überhaupt aufzubringen. So forderte der O.B.d.M. Dönitz am 23.05.1943, dass wenigstens auf jedem zweiten U-Boot ein Arzt zu kommandieren sei. Wenn man sich vor Augen führt, dass in der zweiten Jahreshälfte von 116 U-Boot-Ärzten insgesamt 61 gefallen sind, wird klar, dass diese Forderung einfach nicht umzusetzen war, weder von der Anzahl der vorhandenen Ärzte, noch unter dem Aspekt des Ersatzes der Verluste unter den Medizinern. (Zahlen nach Nöldeke/Hartmann: „Der Sanitätsdienst der deutschen U-Boot-Waffe“, Mittler, 1996, S. 34)


    Ein interessanter Aspekt ist übrigens noch, dass das Einschiffen eines Arztes auf den U-Booten von den Besatzungen eigentlich immer mit gemischten Gefühlen zu Kenntnis genommen wurde. Schließlich hatte die Erfahrung gelehrt, dass das „Glück“, einen Mediziner an Bord zu haben, eine besonders lange oder/und eine besonders gefährliche Feindfahrt erwarten ließ (erinnert sei hier als Beispiel an den schon erwähnten zweiten Einsatz U 441 als U-Flak 1).


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

    Hallo Dreamer,


    dieses Foto ist das Titelbild von E. Möller: „Kurs Atlantik“, Motorbuch Verlag, Stuttgart, 1995. Dort wird es U 848 zugeschrieben.
    Es zeigt das Boot, nachdem seine Position durch eine Versenkung und durch Funkpeilung festgestellt wurde, am 05.11.1943 während eines Angriffs durch die PB 4Y „Liberators“ B-4, B-8 und B-12 der US-Navy Squadron VB-107 und zweier B-25 „Mitchell“ der 1st Composite US-Army-Squadron auf der Position 10°09’S/18°00’W bzw. FL 6677 im Südatlantik, 550 km südwestlich der Insel Ascension.
    Im Ergebnis mehrerer Angriffe sank das Boot um ca. 16.55 Uhr. Von den Flugzeugen wurden ca. „25..30“ Überlebende gesichtet, für die drei Rettungsflöße abgeworfen wurden. Am 03.12.1943 konnte nur noch ein Überlebender (Oberbootsmann Hans Schade) durch den Kreuzer USS MARBLEHEAD gerettet werden, wobei der Gerettete allerdings zwei Tage später in einem Krankenhaus der brasilianischen Hafenstadt Recife verstarb.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

    Hallo Rebelau,


    ich bin weiter davon überzeugt, dass Du mit Deiner 50 000 BRT-Grenze einfach falsch liegst. An mehreren Literaturstellen (Malman-Showell, Mulligan usw.) werden die 100 000 BRT-Schritte immer wieder erwähnt.


    Auch bei den angeführten Kommandanten, die Deiner Meinung nach bei ca. 75 000 bis 80 000 BRT das RK erhielten, ist zu konstatieren, dass sie 100 000 BRT oder mehr nach Hause gemeldet haben. So liegen auch für z.B. Werner Winter Versenkungsmeldungen über 102 145 BRT vor. Dieser Kommandant hatte bei seinem Angriff auf SL.87 am 22.09.1941 fünf Schiffe mit insgesamt 30 000 BRT als versenkt oder beschädigt gemeldet, dabei aber tatsächlich nur 10 594 BRT von der Wasseroberfläche verschwinden lassen. Die anderen gemeldeten Versenkungen konnten bestätigt werden. Bei Frauenheim gilt ähnliches, blöderweise ist mir die aber Übersicht, die ich mir aus Rohwer: "Axis Submarine Successes of World War Two" zusammengekratzt hatte, von der Festplatte gerutscht und ich bin jetzt ehrlich gesagt, nicht mehr motiviert genug, diese Suche erneut zu starten oder für andere Kommandanten durchzuziehen.


    Bei Wattenberg kommt neben dem Verfehlen der 100 000 BRT-Grenze übrigens noch weiter hinzu, dass er auf seiner dritten Reise die Versenkung seines Bootes hinnehmen musste und das war nun ein echter Makel in seiner Personalakte.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

    Hallo Katrin,


    es gibt derer zwei Raschs unter den deutschen U-Bootkommandanten:


    Hermann Rasch, geb. 26.08.1914, Crew 34, u.a. Kommandant U 106 vom 20.10.1941 bis April 1943, RK am 29.12.1942
    Karl-Heinz Rasch, geb. 06.04.1914, Crew 34, u.a. Kommandant U 296 vom 03.11.1943 bis zum 22.03.1945


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

    Hallo Michi,


    leider sind die Angaben, die ich zum Thema gefunden habe nicht so ausführlich, wie ich es mir wünschen würde, aber dennoch hier die Ergebnisse:


    Typ II: 2 Karabiner 98 K
    6 Pistolen, Kaliber 7,65 mm
    (Rössler: VOZM: Typ II, S. 75)


    Typ XXIII: 1 Maschinenpistole mit 700 Schuss (wahrscheinlich MP 38 oder MP 40)
    5 Mauserpistolen, Kaliber 7,65 mm mit insgesamt 325 Schuss
    (Rössler: U-Boottyp XXIII, S. 194)


    Typ XXI: 1 Maschinenpistole mit 1400 Schuss (wahrscheinlich MP 38 oder MP 40)
    10 Mauserpistolen, Kaliber 7,65 mm mit insgesamt 650 Schuss
    (Wetzel: U 2450, S. 343)


    Unter diesem Link noch einige Angaben für den Typ VII C (Mindestangaben ;) )
    1 Maschinenpistole
    2 Karabiner 98 K


    Soweit die nachprüfbaren bzw. nachzulesenden Fakten; jetzt zu meinen Vermutungen. Die Handfeuerwaffen an Bord waren zum einen die persönlichen Waffen der Offiziere und zum anderen Waffen, die einzelnen Besatzungsangehörigen zum Wachdienst im Hafen, bei eventuellen Durchsuchungen von Schiffen oder in diversen Notfällen ausgehändigt wurden. Dafür reichte eine überschaubare Anzahl von Pistolen, Maschinenpistolen bzw. Karabinern. Sollte das Boot einen Auftrag bekommen haben, bei dem das Boot in Nahkämpfe verwickelt werden könnte, z.B. beim Absetzen von Agenten, könnte die Anzahl der Handfeuerwaffen u.U. erhöht worden sein. Als Aufbewahrungsort der Waffen würde ich die Munitionslast, die unter der Verantwortung eines Bootsmannsmaaten, der seemännischen „Nummer Zwei“ stand, vermuten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

    Hallo zusammen,


    in einiger Zeit gab es in einem anderen Forum einen Thread, der sich jetzt hier in auffälliger Weise wiederholt. Erst die Frage, weshalb Wattenberg kein Ritterkreuz erhielt, dann der Verdacht der fehlenden Protektion an höherer Stelle und anschließend der Name Mützelburg als Begründung á la "...aber der hat ja auch".


    Dazu ist zu sagen, dass Mützelburg nach seinen eigenen Meldungen am 03.11.1941 mit der Versenkung des Tankers "Everoja" die 100 000 BRT-Grenze überschritten hatte. Das Eichenlaub erhielt er am 15.11.1942 nach Erreichen eines gemeldeten Versenkungsergebnisses von 193 685 BRT. Das entsprach den Gepflogenheiten der damaligen Zeit (für 100 000 BRT -> RK, für 200 000 BRT -> EL zum RK usw.).
    Die tatsächlich erreichten Versenkungsergebnisse lagen aber bei 37 760 BRT bzw. bei 101 370 BRT. Das ist aber der Kenntnisstand der Nachkriegszeit!


    Wattenberg, der zu seiner Zeit "nur" 82 000 BRT auf der Kladde hatte, war bei der Identifizierung seiner Opfer einfach sorgfältiger als Mützelburg. In konkreten Zahlen: von seinen 14 versenkten Schiffen hat Wattenberg sieben genau identifizieren können, bei zweien lag er von der geschätzten Größe nur knapp daneben (ca. 300 BRT zuviel), bei drei Schiffen hat er sich stark zu seinen Gunsten verschätzt und bei zwei Schiffen lag er mit seinen Meldungen sogar unter der tatsächlichen Größe. Mützelburg identifizierte von seinen 29 Opfern nur drei genau, lag viermal nur knapp daneben und verschätzt sich lediglich einmal zu seinen Ungunsten. Für den Rest…, sagen wir 'mal euphemistisch: der anvisierte 12 000-Tonner wurde dummerweise verfehlt, und die nach dem Tauchen gehorchte Torpedodetonation stammte von dem tatsächlich getroffenen 3442-BRT-Dampfer in der Kolonne dahinter.


    Ich würde also in diesem Zusammenhang nicht nach Verschwörungstheorien suchen, sondern als Begründung einfach die oben angeführten Zahlen sprechen lassen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch