Posts by KlausFalk

    Liebe Bärbel, Du kannst Ralf über die E-mail Adresse auf dem Portal deserteure-hannover.de direkt erreichen. Er hat alle Dokumente zu Deinem Großonkel digitalisiert und könnte sie Dir sofern Du sie noch nicht hast zusenden. Gruß Klaus

    ich habe hier einen früheren Eintrag unter Klaus Falk, komme da aber nicht mehr rein

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    1. Was erfuhren die Angehörigen des Soldaten davon? Wurde das üblicherweise totgeschwiegen oder erhielten diese eine Benachrichtigung über den unehrenhaften Tod?
    2. Hatte die Verurteilung Konsequenzen für die Rentenansprüche der hinterbliebenen Witwe und Waisen?
    3. Wie wurden die Toten begraben? Doch sicher nicht auf einem "Ehrenfriedhof"?

    zu 1. die Angehörigen bekamen eine Mitteilung über einen Todesfall, mit der Angabe der Todesursache, "erschossen" "hingerichtet" (Fallbeil)

    zu 2. die Witwen hatten keinen Anspruch auf eine Witwenrente weil die Hinrichtung nach Ansicht der Versorgungsämter und höchstrichterlichem Urteil nach 1949 "rechtmäßig" gewesen sei. Bei den Alliierten Truppen sei Fahnenflucht ja auch strafbar gewesen. Wie hier bereits berichtet hat die US Armee nur ein einziges Todesurteil wegen Fahnenflucht vollstreckt. Der Bundestag hat mittlerweile alle Todesurteile der Wehrmachtsjustiz (ca. 30 000) als NS-Unrecht aufgehoben.

    zu 3. während des II. Weltkrieges wurden die Hingerichteten z. T. auf abseits gelegenen Gräberfeldern bestattet, so z. B. auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf. Erst viele Jahre nach dem Krieg wurden diese mehr als 360 Soldaten in ein eigenes Gräberfeld auf dem Soldatenfriedhof umgebettet. Mittlerweile gibt es eine Ehrentafel. Auf den meisten Friedhöfen in Westdeutschland hat der VDK die Soldaten einfach ohne Unterschied der Todesursache der Reihe nach nebeneinander gebettet. Es gibt vom VDK eine Stellungnahme von 1962 in dem er sich gegen besondere Gräberfelder ausspricht. "Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist daher der Auffassung, dass die Gräber von Kriegstoten wegen deren Todesursache nicht unterschiedlich behandelt werden können und dürfen." Auf dem Stadtfriedhof Fössefeld Hannover gibt es eine Ehrentafel zu den Deserteuren die auf diesem ehemaligen Garnisonsfriedhof bestattet sind und ein Denkmal „Ungehorsam 1939-1945“.


    Zu weiteren Recherchen über Personen die wegen Desertion hingerichtet worden sind, die Gedenkstätte "Roter Ochse" in Halle die auch ein Hinrichtungsort für Deserteure gewesen ist, hat das ehem. Archiv von Fritz Wüllner übernommen und mittlerweile erweitert und verfügt über mehr als 16 00 Datensätze von hingerichteten Soldaten. Das Problem dürfte sein, das die Gedenkstätte nur über begrenzte Personalkapazitäten verfügt Anfragen zu beantworten. Beim VDK sind von mir recherchierte Soldaten aus Hannover die hingerichtet wurden, immer noch nicht über Online Suche zu finden. Auch die Beantwortung von Anfragen beim Bundesarchiv, das jetzt das Archiv der Deutschen Dienststelle verwaltet dürfte länger dauern, wenn es nicht aus Datenschutzgründen abgelehnt wird. Die Recherchen über Hannover finden sich unter deserteure-hannover.de . Auf dem Friedhof in Hannover liegen keine Deserteure die in Hannover geboren sind oder gewohnt haben.