Posts by Wiesmeier

    Grüße Berlin1945!


    Ich weiß, dass ein Familienangehöriger beim Artillerie Regiment 85 diente und im September 1942 im Kaukasus südwestlich von Maikop fiel. Das Regiment lag 1942 im Bereitstellungsraum Slawjansk und die 1. und 2. Abt. wurden auf Gebirgsartillerie umgerüstet. Am 31.7. ging es dann Richtung Rostow und bis Ende September 1942 lag zumindest mein Familienangehöriger bei Chadyshenskaya, wo er schließlich fiel. Die Informationen sind aus Feldpostbriefen entnommen, also als subjektive Beschreibung zu bewerten.


    Ich kann leider nur für diesen sehr kurzen Zeitraum berichten, da zwischen Versetzung und Tod kein halbes Jahr verging. Ich hoffe, dass die Angaben evtl. doch weiter helfen.

    Ansonsten enthält das Buch "Wilhelm Tieke, Ziel: Kaukasus" Details der Operationen, auch "Roland Kaltenegger: Gebirgsjäger im Kaukasus" enthält Beschreibungen der Einsätze. Das Art.-Reg. 85 wird aber in beiden Büchern auch nur am Rande erwähnt.


    P.S.: Die Links bitte nicht als Werbung auffassen! Beide Bücher gibt es auch bei anderen Anbietern, ein Preisvergleich lohnt da immer! Ich wollte nur Beispiele aufführen!

    Recht herzlichen Dank erst einmal für Eure Beiträge!


    Ich war auch nicht faul und habe noch mal weiter recherchiert. In den Akten des Bundesarchives habe ich über eine Online-Recherche das Dokument "RW 5/110 - Abwehrdienststellen im Reich und in den besetzten Gebieten - Auflistung" gefunden. Es hilft mir bei meiner Fragestellung noch nicht wirklich weiter, da es thematisch jedoch gut zu diesem Themenbereich passt, wollte ich es hier zumindest erwähnen. Unter anderem gibt es in diesem Dokument eine Auflistung der Feldpostnummern diverser Abwehrleitstellen, Abwehrstellen und Abwehrnebenstellen. Des weiteren sind Adressen für "Stalags" (Stammlager) für Kriegsgefangene enthalten, nach Charakter des Dokuments ebenfalls mit "Abwehr"-Bezug. Aber Informationsgewinnung durch das Verhör von Kriegsgefangenen gehört offensichtlich zum Werkzeugkasten eines Geheimdienstes. Zusätzlich sind noch die Postadressen der Abwehrstellen im Reich und den eingegliederten Gebieten (Protektorat etc.) zumindest teilweise aufgeführt.


    Wie bereits oben erwähnt, hat das Dokument mir persönlich nicht weitergeholfen, aber eventuell kann ich jemand anderem mit ähnlicher Fragestellung damit helfen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Wiesmeier

    Danke für den Link Eumex,


    jedoch führt mich die Archivtektonik wieder nur zu den von mir im Ausgangspost bereits verlinkten Quellen. Dort findet sich zwar viel allgemeines zum Heereswaffenamt, was ich bereits gelesen habe, jedoch habe ich keinerlei Stellen über eine "OKH-Heeres-Waffenamt Frankreich Versuchs-Abteilung 7" gefunden. Selbst weniger spezifische Informationen, etwa allgemeinere Angaben zu Projekten des Heeres-Waffenamtes in Frankreich konnte ich nicht finden. Im Grunde widerspricht es ja auch der Aufgabe des Waffenamtes. Die Entwicklung neuer Waffen, die Erprobung und Beschaffung waren auf "Reichsgebiet" besser geheim zu halten. Warum also eine solch sensible Aufgabe im besetzten Frankreich durchführen, wo eine Geheimhaltung deutlich erschwert war?


    Auch wenn ich bislang noch nicht weitergekommen bin, bedanke ich mich nochmal ausdrücklich für Eumex' Hilfe. Es ist halt problematisch mit den Geheimdiensten, da es in deren Natur liegt, wenig nach außen dringen zu lassen. Vielleicht ist es ja tatsächlich nur eine Tarnadresse, um den wahren Empfänger zu verschleiern. Jedoch würde ich ja dann eher "Feldbäckerei 234" oder ähnliches nehmen, da es für gegnerische Informanten uninteressanter ist, als "OKH-Heeres-Waffenamt Frankreich Versuchs-Abteilung 7". Da guckt man doch als SOE-Agent oder Résistance-Späher doch gleich noch mal genauer hin.


    Die einzig mir bekannten Informationen, bei der neue Waffentechnik in Frankreich erprobt wurde, waren die V1-Anlagen. Dazu gibt es reichlich Informationen, insbesondere in Kombination mit der Abwehrstelle Arras (Sorry, das ich ausgerechnet Wikipedia verlinke). Aber das ist alles deutlich später, ab Ende 1943. Da wurde die Feldpostnummer "20430 AC" bereits wieder gestrichen. Den Zeitraum, den ich meine, ist das 2 und 3. Quartal 1943. Leider wieder keine Spur. Aber vielleicht hat ja jemand noch den entscheidenden Hinweis.

    Ich grüße alle interessierten Forumsteilnehmer, Moderatoren und anderweitig interessierte.


    Wie aus meinen bisherigen Beiträgen bereits hervorgeht, versuche ich im Rahmen der Familiengeschichte die Kriegserlebnisnisse meines Großvaters zu rekonstruieren. Da er Mitglied der Abwehr II in Frankreich war, ist dies nicht ganz einfach. Die Geheimhaltung macht eine Nachverfolgung oft schwierig. Im Jahr 1943 hat er mehrere Feldpostnummern in seinem Briefwechsel mit seinen Eltern verwendet, unter anderem die "20430 AC". Lt. Angaben des "Lexikons der Wehrmacht" gehört diese Feldpostnummer im betreffenden Zeitraum zur "OKH-Heeres-Waffenamt Frankreich Versuchs-Abteilung 7".


    Briefe und Personalunterlagen geben zu diesem Thema leider nichts her. Daher bitte ich alle, die etwas zur "OKH-Heeres-Waffenamt Frankreich Versuchs-Abteilung 7" beitragen können, um Mitarbeit. Was war das für eine Abteilung? Mit welchen Aufgaben war sie betraut? Ich habe schon Internet-Suchen durchgeführt und auch im Bundesarchiv recherchiert, jedoch nichts konkretes finden können? Kann mir hier jemand weiterhelfen? Die Hilfestellung muss kein "fertiges" Ergebnis sein, ich wäre schon dankbar für Tipps, wo ich Informationen zu dieser Abteilung bekommen könnte. Oder könnte es sich auch nur um eine "Fake"-Feldpostnummer handeln, die aus Geheimhaltungsgründen mit einer nicht existierenden Abteilung bezeichnet wurde?


    Ich wäre für jede Art von Hilfe zu diesem Thema dankbar. Irgend jemand hat doch bestimmt einen Hinweis... Danke schon mal im voraus!

    Hallo Augustdieter,


    vielen Dank für die Hilfestellung. Wie man sehen kann, bin ich neu hier. Daher bin ich für jede Hilfe dankbar, die ich bekommen kann. Ich recherchiere seit einiger Zeit im Rahmen der Familiengeschichte zur Abwehr II in Frankreich. Die anderen Foren haben ich schon durchstöbert, die dort aufgeführten Quellen (Schagen, Kuebart, Gerken) gelesen und auch einiges an Sekundärliteratur. Wie es bei Recherchen aber nun mal so Sitte ist - für jede beantwortete Frage tauchen drei Neue auf. Aber es ist interessant, die "offiziellen" Quellen mit den Briefen und Dokumenten der "familiären Überlieferung" abzugleichen. Einiges kann man wie eine Folie übereinanderlegen, anderes passt wiederum überhaupt nicht.


    Vielleicht kann ich ein Beispiel nennen. In Peter Schagens Verhörprotokoll (KV-2-161, siehe Abwehr II - Forum) berichtet er von einer Geheimaktion gegen Cherbourg im Juli 1944 (Seite 26 der Akte). Er berichtet, dass ein Geheimtrupp der Abwehr von einem deutschen U-Boot im amerikanisch besetzten Hafen Cherbourg abgesetzt wurde (Cherbourg kapitulierte am 27.6.). Die Agenten wurden schnell gefasst, da sie Zivilkleidung trugen, die "echten" Zivilisten zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits evakuiert waren. Nur Zwei schafften es, sich durch die feindlichen Linien zu den Deutschen durchzuschlagen. Das scheint mir nicht schlüssig. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein deutsches U-Boot zu einer Zeit, da die alliierten Flugzeuge und Schiffe bereits Radartechnik zur U-Boot-Ortung einsetzten, so unbehelligt im gerade besetzten, einzig verfügbaren Tiefwasserhafen der Alliierten operieren konnte. Was 1939 in Scapa Flow möglich war, muss doch 1944 wegen des Zentimeterwellenradars ein Himmelfahrtskommando gewesen sein. Die Alliierten hatten, nach meinem Wissen, doch viele U-Jagd-Verbände im Bereich der Invasionsabschnitte eingesetzt, um den Nachschub an Truppen und Material abzuschirmen.


    Kennt noch jemand Details zu diesem Einsatz oder weiß etwas über U-Boot-Operationen im Juli 1944 im Bereich Cotentin? Ich halte die Aussage von Schagen für eine "Räuberpistole", eventuell eine Schutzbehauptung? Schagen lief erst Ende 1944 zu den Amerikanern über. Falls jemand Informationen zu diesem Fall hat, wäre ich sehr dankbar.

    XMoth, sind Sie noch aktiv? Ich suche auch nach Infos bzgl. des Abwehrtrupps 248. Ich habe im Rahmen der Familienforschung viele Infos gesammelt, aber es sind mindestens noch ebenso viele Fragen offen. Wenn sie noch aktiv und an einem Austausch interessiert sind, melden sie sich bitte auf diese Nachricht.