Posts by Biedermann

    Hallo Stefan,


    Wenn Du mich so gezielt ansprichst - mit mir kann man immer sachlich diskutieren. Was mir (als meistens stiller Mitleser) speziell in dieser Rubrik häufig sauer aufstösst, ist der, schon fast reflexartige Aufschrei der immer selben User: "Die Deutschen" haben aber angefangen... Natürlich muss man immer die Gesamtzusammenhänge betrachten, dennoch kann dies nicht ständig als Relativierung für jedes Unrecht herhalten, von einer kollektiven Schuldzuweisung mal abgesehen. Fakten im Rahmen der, von Dir geforderten Sachebene werden im übrigen von eben selben Usern meist auch nicht benannt, leider bleibt es größtenteils bei oben erwähnter Polemik.


    Danke aber für deine Ausführungen bezüglich der Genfer Konvention und den Hintergründen der im Eröffnungsbeitrag geschilderten Vorgänge.


    Grüße
    Tim

    Hallo,



    Quote

    Sich in dem vorliegenden Fall auf die Konventionen und Abkommen zu berufen ist etwas makaber! Zumal es sich hierbei um eine kriegerische Kampfhandlung handelt.



    mit Verlaub...da erscheint es aber eher makaber, ein derartiges Vorgehen mit folgendem Satz zu begründen:


    Quote

    Das es in einem Kampf, bei dem die eigenen vorgesetzten Offiziere getöten wurden (ist hier der Begriff hinterhältig angebracht?) ein Befehl: "Es werden keine Gefangene gemacht!" herausgegeben wurde, ist nicht verwunderlich und eigentlich bei allen Armeen an allen Kriegsschauplätzen Usus.


    Hast Du eine Quelle dafür?



    Grüße

    Hallo,


    Quote

    Aber hat die Wehrmacht zB nicht immer bei Partisanen mit einem bestimmten "Schlüssel" (Ja, perverser Ausdruck) argumentiert?


    Diese Problematik, speziell im Zusammenhang mit dem Partisanenkrieg ist im unten verlinkten Artikel unter dem Punkt "Partisanenbekämpfung" recht gut beschrieben:


    Verbrechen der Wehrmacht/Partisanenbekämpfung



    Die im 2. WK von Wehrmacht und SS durchgeführten, sehr häufig vollkommen unverhältnismäßigen "Vergeltungsmaßnahmen" im Rahmen von Besatzung und Partisanenkrieg (Erschiessungen von Geiseln) werden aus heutiger Sicht größtenteils, nicht nur moralisch sondern auch juristisch als klare Kriegsverbrechen bewertet. In diesem Zusammenhang gab es auch in den letzten Jahren noch diverse Nachkriegsprozesse in Italien und Griechenland


    Grüße

    Hallo,


    bei dem Begriff "Legitimation" ging es mir um diese Passage:


    Quote

    In Kropstädt gab es daraufhin kein Pardon. Die Russen töteten am Ortsrand als Vergeltung 59 RAD-Kämpfer per Genickschuss



    Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die damals geltende, wenn auch in den meisten Fällen nicht eingehaltene 'Haager Landkriegsordnung'. sowie die Genfer Konventionen.



    Haager Landkriegsordnung


    Genfer Konventionen



    Handelte es sich um reguläre Soldaten, bzw. Kriegsgefangene, wäre deren Hinrichtung dennoch nicht durch die oben aufgeführte Haager Landkriegsordnung (vgl. Artikel 4 bis 20 HLO) gedeckt.


    Das selbe gilt für die Tötung von Zivilisten als Kollektivstrafe für die Taten Einzelner. (vgl. Artikel 50 HLO)


    Demnach wäre das Geschehen, wie es im vorliegenden Text geschildert wurde, auch dann ein Kriegsverbrechen, wenn im Vorfeld ein Angriff auf die russischen Soldaten stattgefunden hat.


    Mit 100 Personen meinte ich die, in den Texten genannte Gesamtzahl der getöteten Menschen.



    Quote

    Insgesamt sterben rund 100 Menschen in Kropstädt infolge der Vergeltungsmaßnahmen



    und hier:


    Quote

    Sie ordnen die Toten nach gefallenen Soldaten sowie durch Vergeltungsmaßnahmen und sonstige Übergriffe umgebrachte Personen; insgesamt fast 100



    Grüße

    Hallo,


    ausgeschlossen habe ich das Edelweiß, weil das Abzeichen an der Mütze anscheinend rund ist. Mein Opa ist zusätzlich der Einzige auf den Fotos, bei dem ich ein solches Mützenabzeichen erkennen konnte.


    Vielleicht hat es ja auch mit seiner Tätigkeit innerhalb des Funktrupps zu tun, da er auch frische Rekruten am Funkgerät unterrichtet hat.


    Auch möglich wäre, dass es sich um ein internes Abzeichen der Division handelt, das Einheitssymbol war auch rund.


    http://www.feldgrau.com/InfDiv.php?ID=100


    Ich kann leider selbst nur spekulieren und hatte gehofft, dass vielleicht einer der vielen Experten hier mir etwas konkretes dazu sagen kann.


    Grüße
    Tim

    Wertes Forum!


    Anbei zwei Fotos aus dem Nachlass meines Opas. Da ich keinen Scanner habe, wurden sie abfotographiert. Die Fotos dürften im Jahr 1943 auf der Krim aufgenommen worden sein. Mein Opa war bei den Funkern und hat auf den Bildern ein Abzeichen an der Mütze, das ich mit einem roten Kreis markiert habe. Um welches Abzeichen könnte es sich handeln?


    Es sieht aus wie ein Stern, ein Gebirgsjägeredelweiß kann ich ausschließen, da er durchgehend bei der Infanterie war.
    Vielleicht weiß jemand von Euch mehr.
    Danke im voraus.


    Beste Grüße Tim

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    Hallo zusammen!


    Da ich für gewöhnlich eher passiv im Forum mitlese, habe ich lange überlegt, ob ich mich überhaupt äußern soll, aber ein paar Dinge muss ich dann doch loswerden. Die notwendige Angabe von Quellen ist bei solch kontroversen Themen sicher ein elementarer Punkt. Dennoch machen es sich hier Einige meiner Meinung nach zu leicht.


    Zu Deutschen Kriegsverbrechen während des 2. Weltkriegs gibt es unzählige Publikationen, wissenschaftliche und auch autobiographische, das Angebot an verwertbaren Quellen ist demnach verhältnismäßig groß. Alliierte Kriegsverbrechen wurden bisher nur in einer Handvoll Bücher thematisiert, es beschränkt sich hauptsächlich auf die bereits genannten Werke von Seidler und De Zayas. Gründe hierfür können sein, dass einerseits in den letzten Jahrzehnten ein vergleichsweise geringes öffentliches Interesse daran bestand, solche Vergehen aufzuarbeiten und zu veröffentlichen und andererseits solchen Autoren häufig ein wissenschaftlicher Anspruch abgesprochen, beziehungsweise eine mögliche Aufrechnung deutscher Vergehen oder das Verwenden von unseriösen und unzureichenden Quellen nachgesagt wird.


    Zu Vorfällen wie Feodosia oder Grischino gibt es neben Belegen in Divisionschroniken und Dokumenten der Wehrmachts-Untersuchungsstelle auch zahlreiche Zeugenaussagen und Filmdokumente, unter anderem zu sehen in der, in den 80er Jahren im WDR gezeigten Dokumentation "Kriegsverbrechen im Osten".


    Verweist man auf mündliche Zeugenaussagen, beispielsweise von anwesenden deutschen Soldaten, wird wiederum auf die Unverwertbarkeit von "Oral-History" hingewiesen. Im Gegenzug stützten sich die meisten Kriegsverbrecherprozesse und juristischen Verfahren neben Dokumenten auf mündliche Zeugenaussagen. Niemand würde in diesem Zusammenhang auf die Idee kommen, die mündlichen Aussagen von Opfern eines Terror-Regimes in Frage zu stellen, und das zu Recht!


    Eine wissenschaftliche Betrachtung historischer Sachverhalte verlangt auch eine gewisse Neutralität. Auf welche schriftlichen Quellen soll man sich berufen, wenn sich in der Wissenschaft bisher nur geringfügig mit alliierten Verstößen während des 2. Weltkriegs befasst wurde oder die vorhandenen Publikationen als unzureichend gelten? Wer gibt vor, welche Quellen glaubhaft und zitierbar sind und welche nicht?


    So, und nun könnt Ihr mich zerreissen :D
    Grüße

    Hallo Peter!


    Sie schreiben:


    "Er wird 80 Jahre alt"


    Das würde heissen, er ist 1927/28 geboren. Wie kann ihr Onkel dann bereits 1941 zur LAH gekommen sein, mit gerade mal 14 Jahren? Möglicherweise ein Schreibfehler?


    MfG

    Guten Abend Itti!


    Hatte es auch wirklich nicht böse gemeint. Beim geschriebenen Wort kommt die Aussage leider manchmal anders rüber, als sie es wohl in einem persönlichen Gespräch tun würde.


    So, und nun zurück zu den Sturmlandungen ;)



    Grüße

    Servus Itti!


    So wars auch nicht von mir gemeint, ich habe mich wohl einfach zu ungenau ausgedrückt. Natürlich hat Dein Großonkel die Spange und die anderen Orden auch verliehen bekommen, sonst würde er sie auch nicht auf dem Bild tragen. Es ging mir um die genaue Bestimmung der Ausführung, Bronze, Silber oder Gold. Die Auszeichnung mit einer höheren Stufe ging zumeist auch mit der Verleihung einer anderen Auszeichnung einher, daher mein Einwurf.


    Hier der besagte Auszug aus dem Lexikon zu den Verleihungsbestimmungen:


    Verfügung des Oberkommandos des Heeres vom 30. August 1944:


    "Es wird daher in Zukunft zu prüfen sein, ob nicht schon früher den Soldaten das EK 1. Klasse zu verleihen ist, die in zahlreichen Nahkämpfen ihre Einsatzbereitschaft und ihre Tapferkeit unter Beweis gestellt haben. Es empfiehlt sich, diese Überprüfung spätestens bei der Verleihung der silbernen Nahkampfspange vorzunehmen."


    "Darüber hinaus muss bei der Verleihung der goldenen Nahkampfspange festgestellt werden, ob die Voraussetzung für die Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold gegeben sind. Dies wird im allgemeinen der Fall sein, da die Zahl von 50 Nahkampftagen eine ganz besondere Bewährung über einen längeren Zeitraum darstellt."


    Quelle: Lexikon



    Ich habe es hier erwähnt, weil Du in diesem Zusammenhang auch nach geeigneter Literatur gefragt hast. Möchtest Du eine weitere Recherche auf der Grundlage dieses Ordens betreiben, so macht es schon einen Unterschied, um welche Stufe es sich genau handelt, einfach, weil die Verleihungszahlen bei beispielsweise der Goldstufe deutlich überschaubarer waren als bei der Bronzestufe. Über die Träger der höchsten Stufe findet sich auch Literatur, was bei den anderen Stufen aufgrund der deutlich höheren Verleihungszahlen leider nicht möglich ist.


    Ich drück Dir die Daumen, dass die Wast Aukunft Dich diesbezüglich weiterbringt.


    Grüße

    Hallo!


    bf109:


    Ich möchte keinesfalls Deine Behauptungen in Frage stellen, allerdings schreibst Du immer wieder, Dein Großonkel hätte die Nahkampfspange in Silber erhalten. Soweit ich weiß, ging die Verleihung dieser Stufe auch mit der Verleihung des EK 1 einher, das auf dem Bild nicht zu erkennen ist, ebensowenig wie das EK 2. Mir persönlich ist auch kein Fall bekannt, bei dem ein Soldat die Nahkampfspange in der Silberstufe trug, ohne ein E.K. Dies kannst Du auch in der entprechenden Rubrik "Orden" im Lexikon nachlesen.


    Mein Großvater war beispielsweise Träger der Nahkampfspange in Bronze, hatte vorher aber auch das EK1 und das EK2 erhalten.


    Die Ausführung in Bronze scheint bei Deinem Großonkel also eher realistisch,aber die Auskunft der Wast wird Dir vielleicht entgültig Gewißheit geben können.


    Viele Grüße B.

    Hallo!


    Danke für die Antwort und die Links.


    Das erwähnte Buch über die 17. UJ-Flottille habe ich bereits bestellt, bin sehr gespannt was sich darin noch finden lässt =)


    Über die Stammabteilungen und den Standort Bergen habe ich im Lexikon nachgelesen, allerdings würde ich gerne noch mehr über seine Tätigkeit während der dortigen Stationierung rausfinden.


    Über die 4. Marine Nachrichten Schule in Aurich habe ich leider nicht allzu viel gefunden.


    MfG

    Hallo!


    Nach langem Warten ist heute die Antwort der Wast gekommen, hier ein paar Daten:


    Diensteintritt: 01.08.1940


    01.08.40 - 27.9.40: 18. Schiffsstammabteilung Saßnitz


    28.09.40 - 14.12.40: 4. Marine Nachrichtenschule Aurich


    15.12.40 - 21.12.40: 6./3. Schiffsstammabteilung Kiel


    22.12.40 - 12.01.41: 4./1. Schiffsstammabteilung Kiel


    13.01.41 - 30.04.41: Marine Versorgungsstelle Bergen


    01.05.41 - 02.01.42: Kriegsmarine Werft Bergen


    03.01.42 - 24.04.42: 17. U-Jagdflottille


    27.04.42 - 12.06.42: 9/ Marine Flak-Abteilung 802


    27.04.42 - 12.06.42: Bergen, Schützenlehrgang (Truppe)


    Ab 13.06.42: 17. U-Jagdflottille, U-Jäger (UJ): 1707



    Ich weiß also jetzt sicher, das er bei der U-Boot Jagdflottille 17 war, genauer auf dem U-Jäger mit der Nummer: 1707.
    Aufgaben waren wohl die U-Boot Jagd, Begleitdienst und Sicherung der norwegischen Eismeerküste. Aufgrund der Angaben kann ich auch davon ausgehen, dass er bis Kriegsende bei dieser Einheit war, zuletzt mit dem Rang Matrosenhauptgefreiter.


    Wer kann mir etwas zu den Stationen vor der 17. U-Jagdflottille sagen, den Weften und Stammabteilungen, vielleicht auch zu dem Schützenlehrgang? Lassen sich dadurch Rückschlüße auf seinen Tätigkeits- und Einsatzbereich ziehen? Wo kann ich noch zusätzliche Infos finden?


    Danke im voraus!


    Grüße