Posts by Cholm42

    Hallo Paul!


    Ja, der "polnische Korridor" - wie die Abtrennung Danzigs ein besonderes Erbstueck von Versailles. Durch diesen engen Schlauch verlief von 1919 bis 1939 ein Teilstueck der Strecke der Deutschen Reichsbahn (auch Ostbahn genannt) zwischen Ostpreussen und Hinterpommern. Dabei musste der Zug zweimal eine Grenze durchfahren! Ich kann mich gut daran erinnern, als meine Eltern und ich im Sommer 1938 ueber Kuestrin und Schneidemuehl mit dem Berliner D-Zug nach Ostpreussen fuhren und die polnischen Zollbeamten in ihren braunen Uniformen und vierkantigen Schirmmuetzen in Konitz in den Zug stiegen und barsch die Ausweise verlangten. Waehrend der Kontrolle zeigten die Passagiere im Abteil eine eisige Haltung gegenueber den polnischen Beamten. Der ganze Vorgang wurde von den Reisenden als Schikane und politisches Theater auf ehemals deutschem Boden empfunden. Braunsberg war uebrigens die letzte Schnellzugstation vor Koenigsberg. Von Hamburg-Altona bis Koenigsberg-Hbf war schon eine ganz schoene Strecke!


    Gruss Gert

    Hallo Thilo!


    Es tut mir leid, aber die von Dir angefuehrten Moeglichkeiten, damals von Koenigsberg nach Berlin/Stettin zu kommen,bestanden nur in der Vorkriegszeit und in den ersten Kriegsjahren; sie existierten zu dem Zeitpunkt nicht mehr, hoechstens noch bis zum 24. - 26.1.45, als die Rote Armee alle Strecken nach Berlin/Stettin an mehreren Stellen durchschnitt ausser der Linie ueber Danzig - Lauenburg - Koeslin - Belgard - Stettin. Das Datum auf dem Reisedokument ist der 20. Januar 1945 - das sagt alles. Diesen Umstand hast Du wohl uebersehen. Sieh Dir mal den Verlauf der Ostfront Ende Januar 1945 an, dann wird klar, was ich meine.


    P.S. Das Kursbuch habe ich uebrigens auch.


    Gruss Gert

    Hallo Thomas!


    Das Schreiben ist wohl ein internes Dokument aus der HIAG-Zeit nach dem Kriege, unterzeichnet in alter Frische von SS-Standartenfuehrer Moeller (?) - da fehlt allerdings etwas vor der Unterschrift, oder?


    Gruss Gert

    Hallo Nic!

    Eine gute Frage, die ich mir auch gestellt habe. clan01 mag mit seiner Darstellung schon recht haben. Ich glaube aber, dass Jutta garnicht nach Berlin gefahren ist und auch garnicht konnte, es sei denn, sie waere sofort am 20.1 losgezogen, und zwar deshalb, weil die Bahnstrecke Koenigsberg - Berlin bereits wenige Tage spaeter noerdlich von Elbing von der Roten Armee erreicht wurde (dieser Streckenabschnitt wurde am 24.1.dann auch vor Schneidemuehl von den Russen abgeschnitten wurde). Das bedeutete, dass keine Zuege mehr durch Elbing und Schneidemuehl kamen, und dass Jutta einen anderen Weg nehmen musste, naemlich genau wie viele Zehntausendere von anderen Fluechtlingen aus Nord-Ostpreussen entweder zu Fuss ueber das Eis des Frischen Haffes bei Balga und Frauenburg oder per Schiff vom Hafen Pillau nach Danzig und Gotenhafen und von dort mit der Bahn ueber die Nebenstrecke Koeslin - Stargard nach Stettin.


    Antwortende Gruesse Gert


    An Paul: Die kuerzeste und schnellste Strecke von Koenigsberg nach Berlin ging damals nicht ueber Stettin (erst heute in Polen - fuer deutsche Touristen!), sondern ueber Dirschau - Konitz - Schneidemuehl - Kuestrin. Diese Srecke besteht schon seit 1945 nicht mehr. Ich bin als Kind vor und waehrend des Krieges auf dieser langen Strecke siebenmal in und zurueck gefahren und habe sie noch in sehr guter Erinnerung, besonders deren lange Bruecke.ueber die Weichsel bei Dirschau.


    Gruss Gert

    Hallo Holger!


    Ich glaube, ich hab' den Stein des Weisen gefunden. Entgegen meiner frueheren Auffasung bin ich nun doch der Meinung, dass das umstrittene Wort tatsaechlich "Quartier" ist oder heissen soll. Ich erklaere das so: Dein Opa hat das Wort auf eine ungenaue, vielleicht damals auch unter Landsern gebraeuchliche Weise ausgesprochen und dementsprechend geschrieben, naemlich "Q a t ir", d.h. ohne das "- u" und das "- i".Nur so ist das zu verstehen.


    Gruss Gert

    Hallo Armin!


    Holgers Opa hat den richtigen Ortsnamen Douai einfach phonetisch. d.h. der Aussprache nach, als Duai geschrieben, denn die Kombination "ou" im Franzoesischen klingt im Deutschen wie ein "u". Ich bleibe dabei: der umstrittene Name ist Douai (ausgesprochen "du-eh").


    Gruss Gert

    Hallo Christian!


    Die Uniformen dieser zwei Maenner sind keine SA-Uniformen, sondern die von sog. Politischen Leitern der NSDAP. Der Mann links scheint ein Ortsgruppenleiter zu sein, der auf der rechten Seite ein Kreisleiter, die naechste Rangstufe. Um in diese Stellungen zu kommen, war eine Mitgliedschaft zur NSDAP unerlaesslich, Dasselbe galt auch fuer die SS. Etwas anders war es im Falle der SA, bei der die Zugehoerigkeit zur Partei nicht obligatorisch, sondern freiwillig war.


    Gruss Gert

    Hallo Freunde!


    Ich mische mich mal so ganz unbedarft hier ein:


    An Holger: Du hast richtig gelesen, das Wort ist nicht Burgund, sondern Fournes (Stadt bei Lille). Burgund ist keine Stadt und passt so auch nicht zu den anderen Lokalitaeten, die alle in der gleichen Gegend nahe der belgisch-franzoesischen Grenze liegen.


    An Armin: Die Zeilen "Dr. Spiegelberg' bis "Juli 1941" sind richtig gelesen.

    Wie kommst Du uebrigens auf Douains? In dem Wort steht weder ein "n" noch ein "s". Duni = Douains? Duni ist auch falsch. Die richtige Lesart ist Douai (Stadt bei Lille).

    Bergues ist richtig.
                    

    Das einzige ungeloeste Problem, das ich hier sehe, ist die Wortgruppe " in ______" (das erste Wort ist nicht "im", sondern "in", auch ist da kein "r" nach dem "a"; der letzte Buchstabe ist voellig undeutlich, ist bestimmt kein "r", sieht wie ein "t" aus). Deshalb glaube ich nicht, dass das fehlende Wort _____ Quartier bedeutet, selbst wenn es orthographisch falsch geschrieben erscheint. Also was ist die richtige Lesart? Ich selber kann's mit bestem Willen nicht auskluegeln und ueberlasse es anderen Kollegen, eine gute Antwort darauf zu finden.


    Gruss Gert

    Hallo Freunde!


    Als nachtraegliche Information zu dem im Tagebuch unter dem 15. Februar 1945 erwaehnten Dorf Wiesenau hier folgende Beschreibung [die Quelle liegt mir momentan leider nicht vor]:


    "In Wiesenau gab es Tote nicht nur waehrend der erbitterten, wochenlangen Kaempfe im Fruehjahr 1945, sondern auch noch Wochen nach Kriegsende kamen viele Zivilisten zu Tode. Der Ort wurde am 7. Februar 1945 von der sowjetischen Armee besetzt, in dem Dorf befanden sich noch etwa 500 Einwohner, die von der Einnahme ueberrascht wurden. Bereits in den ersten Tagen wurden 19 Zivilisten erschlagen oder erschossen, ihre Leichen blieben meistens bis zum Herbst unbestattet liegen. Viele Frauen wurden vergewaltigt, einige erlagen den Misshandlungen. Einwohner begangen in ihrer Verzweiflung Selbstmord."


    Hierzu moechte ich noch eine persoenliche Bemerkung anknuepfen. Die in obiger Darstellung aufgefuehrten grausigen Dinge haetten damals genauso auch in meinem Heimatort Brieskow-Finkenheerd geschehen koennen, denn die Entfernung von dort nach Wiesenau betrug ja nur weniger als 3 km. Dass dies aber nicht geschah, war nur dem rettenden Umstand zu verdanken, dass die Brieskower Zivilbevoelkerung am 6. Februar 1945, schockiert von einem ploetzlichen russischen Artilleriebeschuss des Ortes in der Nacht zuvor, voller Angst auf die Flucht gegangen war, darunter auch meine Mutter und ich, und dass die ersten russischen Angriffe auf Brieskow zunaechst abgewehrt werden konnten. Selbst heute noch, wenn ich mich daran erinnere, bin ich dem Schicksal dankbar, dass es damals nicht schlimmer gekommen war.


    Gruss Gert

    Hallo Petra!


    Beim Stoebern durch das Forum bin ich auf Deine Anfrage gestossen, auf deren Antwort Du nun schon seit Mai.vergeblich gewartet hast. Ich sah mir die Sache an und beschloss, einen Versuch zur Loesung des Problems zu machen. Nach etlicher verwandter Muehe und Anstrengung glaube ich, die in alter Suetterlin-Handschrift verfassten Zeilen zu 90% entziffert zu haben (einige Woerter sind wirklich unleserlich). Hier meine Transkription:


    Linke Seite:


    Inf.Schuetz.Ers.Komp.

    .....

    Leut. ......

    6 Ur wecken W.V.D.

    7 - 7.40 Zugf. Vielzahl [?]

    Beobachtungs und Meldedienst

    Spaehtrupp


    Rechte Seite:


    6 U. wecken W.V.D.

    7 -7.50 Komp.Unterricht im

    Lesesaal Olt._____

    Thema Wachdienst

    Dazu das gesamte Personal _____

    anschl. Antreten der K.H. _____

    8.10 Abmarsch z. Schiessausb.

    8.25 erste Schiessausbildung

    im Gelaende im Gelaende _____

    1 _____ die 3. Schulschiessuebung

    150 m kniend mit Platz Patr.

    2 Anschlag kniend sitzend stehend

    3 _____ der 3. Schulschiessuebung

    mit MG 34 mit Platz Patr.fuer MG Schuetzen laden sichern

    Visierstellen Entladen & Schloss-

    und Laufwechsel Wechsel der

    Unterstuetzungs___ & Instellungs

    des MG 34 Aufbau des Ziel-

    geraetes (4 ging 20 Minuten _____


    Abkuerzungen:

    Inf. = Infanterie
    Ers. = Ersatz

    Komp. = Kompanie

    Leut. = Leutnant

    W.V.D. = Wachtmeister vom Dienst

    Zugf. = Zugfuehrer

    Olt. = Oberleutnant


    Wie aus dem Text hervorgeht, sind dies die Aufzeichnungen eines Rekruten waehrend der Zeit seiner Ausbildung zum MG-Schuetzen. Die Eintragung "W.V.D." laesst darauf schliesen, dass er einer Kavallerie- oder Artillerieeinheit angehoerte, bei denen die Dienstgradbezeichnung Wachtmeister statt Feldwebel verwendet wurde wie dies bei den anderen Truppenteilen des Heeres der Fall war. Ich tippe hier auf Kavallerie, und zwar speziell auf die ostpreussische 1. Kavalleriedivision, die einzige deutsche Kavalleriedivision des Zweiten Weltkriegs, welche jedoch nach dem Frankreichfeldzug 1940/41 in eine Panzerdivision umgeruestet wurde unter dem Namen 24. Panzerdivision. Aus Traditionsgruenden wurde in dieser Division der Titel Wachtmeister beibehalten (wie auch Rittmeister statt Hauptmann). Diese neu in der Aufstellung befindliche Panzerdivision benoetigte nicht nur Panzerbesatzungen, sondern auch Infanteristen, und zwar 2 Regimenter davon. Ich koennte mir gut denken, dass Dein Onkel nach Ende seiner Ausbildung in eines dieser Regimenter eingegliedert wurde. Hast du eine Ahnung, welcher Division Dein Onkel angehoerte und in welchem Zeitraum? Kennst Du den Namen des Ortes seiner Ausbildung? Weisst Du, wann das Notizbuch geschrieben wurde? - Uebrigens: Stammte Dein Onkel vielleicht aus Ostpreussen?


    Schoene Gruesse

    Gert

    Hallo Volker und Eddy!


    Nochmals vielen Dank fuer die wohlbedacten Antworten! Ihr habt mich eines besseren belehrt, und ich gebe auf. Keine Fragen mehr zum Thema "Cholmschild" - Ende-Ende.


    Ales Gute und beste Gruesse,


    Gert

    Hallo Volker und Eddy!


    Danke Euch fuer die Antworten. Die Frage, ob es ueberhaupt eine Variante aus Kupferblech gibt, bleibt jedoch unbeantwortet. Keiner von Euch hat an der Tatsache Anstoss genommen, dass mein Schild aus Kupfer ist, und stattdessen von der verwaschenen Ausfuehrung gesprochen, die das Stueck zu einer schlechten Kopie macht. Genuegt allein schon die Tatsache, dass der Schild aus Kupfer ist, fuer eine Ablehnung als Nachahmung oder Kopie?


    Gruss Gert

    Hallo Lothar und Ingo!


    Danke Euch fuer die Antworten. Nun ist mir alles klar. Was ist uebrigens aus Kptls. Mohr (24, Fl.) und Zimmermann (46. Fl.) nach der Kapitulation und ihrer Gefangennahme durch die Englaender geworden? Wurden sie gleich anderen Offizieren auch nach England in ein Lager verbracht?


    Gruss Gert