Posts by Rote-Kapelle

    Hallo zusammen!




    Aders

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    Geht aus der angeführten Literatur hervor, dass Zweifel bestanden, ob die schmalen und langen mit niedrigem Freibord, für Transport auf Kanälen und Flüssen gebauten Schleppkähne geeignet waren, von Le Havre und der Scheldemündung über die offene See zu fahren?


    Den Schleppern und Prähmen wurde eine Überquerung der Kanalenge grundsätzlich zugetraut, sonst wäre das Landungsunternehmen auch nicht zu planen gewesen. Allerdings war man sich der geringen Seetüchtigkeit der kleinen Schiffe durchaus bewusst, weshalb insbesondere die Prähme ein Umbauprogramm durchliefen. Sie sollten mindestens in Seegangsverhältnissen der Stufe 2 operieren können. Der hier bereits erwähnte Schenk, der sich ausführlich mit den technischen und organisatorischen Details der deutschen Landungsflotte befasst hat, führt (leider quellenfrei) an, dass Erprobungen sogar eine noch größere Tauglichkeit ergeben hätten. Demnach wären Prähme sogar noch bei Seegang 4 oder 5 einsetzbar gewesen. Es bleibt allerdings unklar, auf welcher Grundlage diese Tests durchgeführt wurden.


    Grundsätzlich sahen die Planungen jedoch von Anfang an ein Übersetzen unter möglichst windschwachen Bedingungen vor.



    MfG

    Hallo zusammen!



    Aders


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    Glaubte die Wehrmachtsführung allen Enstes, mit vollbeladenen Pötten, die für Binnengewässer gebaut waren, zwischen Scheldemündung und LeHavre das Meer durchfahren zu können?


    Nach seemännischem Urteil wäre eine Überquerung der Kanalenge durch die Landungsboote grundsätzlich möglich gewesen, aufgrund der komplexen navigatorischen Herausforderungen und des geringen Ausbildungsstandes der Besatzungen jedoch nicht geordnet, in dem dafür vorgesehenen Zeitraum oder geplanten (Landungs-)Abschnitt (vgl. Campbell, 1994, S. 682).




    Dieter


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    Ja ! , es war sogar "noch schlimmer" den es gab Schleppkähne ohne Motor die von "Schleppern" über den Kanal gezogen werden sollten


    Schleppzüge waren notwendig, da die Motorleistung der Kleinstboote für die Strömung im Kanal häufig nicht ausreichte. Aufgrund fehlender Transportkapazitäten musste man jedoch praktisch alles requirieren, was schwimmfähig war.


    Quote

    Was das betrifft hat die Marineführung aus der "Weserübung" nichts gelernt. So wie es aussieht hätte die Marineführung die

    Operation Seelöwe 1:1 exekutiert. Ich kenne keine Berichte die das in Frage gestellt hätten, einzig das "Versagen" der Luftwaffe

    hat die Operation Seelöwe gestoppt.


    Die Bedenken der Seekriegsleitung sind in ihrem KTB ausführlich dokumentiert. So hielt sie etwa am 18. Juli 1940 fest, dass die Kräfte der Marine in keinem Verhältnis zu ihren Aufgaben stehen würden. Ende des Monats wird die Durchführbarkeit einer Landung in England, in der vom Heer geforderten Breite, gar als undurchführbar abgelehnt. In diesen Überlegungen spielte die Transportfrage stets eine entscheidende Rolle. Unter Berücksichtigung vielfältiger Aspekte, darunter der Wetterlage, den verfügbaren Transportkapazitäten, seemännischen Gesichtspunkten und Gezeitenverhältnissen kam man letztendlich zum Schluss, die Verschiebung der gesamten Unternehmung zu empfehlen. Nicht vor Mai 1941 sollte eine Landung stattfinden und auch nur dann, falls wesentliche Voraussetzungen bis dahin erfüllt werden konnten - die Erringung der absoluten Luftherrschaft war da nur eine von vielen. Die Marineführung stand dem Unterfangen also von Anfang an skeptisch, nach eingehender Betrachtung der Möglichkeiten sogar ablehnend gegenüber und hat das Hitler auch vorgetragen (vgl. KTB der Seekriegsleitung, Teil A, Bände 11 und 12, Juli und August 1940).


    Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es Anfang der 1970er Jahre in der Abteilung für Kriegsforschung in Sandhurst ein Planspiel zu “Seelöwe” gab, an dem ehemalige Kriegsteilnehmer aus Deutschland teilnahmen. Obwohl der deutschen Seite günstigere Bedingungen zugestanden wurden, als sie im September 1940 vorfand, scheiterte “Seelöwe” - nach einstimmigem Urteil der deutschen und britischen Schiedsrichter - schon nach kurzer Zeit. Damals zeigte sich, dass dafür in erster Linie nicht die RAF verantwortlich war, sondern das Wetter und die Royal Navy (vgl. ebd., S.680). Ein Umstand, der mittlerweile auch in der Forschung zu “Seelöwe” in den Blickpunkt geraten ist (vgl.

    etwa Cumming, Anthony: Why historians must now focus on the Battle for Britain! British Journal for Military History, Vol. 3, No. 1 (Nov., 2016), pp. 49-67).


    Literatur:


    Campbell, John: A British Plan to Invade England, 1941, The Journal of Military History, Vol. 58, No. 4 (Oct., 1994), pp. 663-684

    Cumming, Anthony: Why historians must now focus on the Battle for Britain! British Journal for Military History, Vol. 3, No. 1 (Nov., 2016), pp. 49-67

    Rahn, Werner; Schreiber Gerhard (Hg.): Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 1939–1945, Teil A, Bd. 11, Juli 1940, Bonn/Herford 1988

    Dies.: Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 1939–1945, Teil A, Bd. 12, August 1940, Bonn/Herford 1989


    MfG


    Hallo zusammen!


    Ich las gerade “The First Day on the Eastern Front: Germany Invades the Soviet Union, June 22, 1941” von Craig Luther.


    Der deutsch-sowjetische Krieg zählt zu den zentralsten Ereignissen der Weltgeschichte. Nicht nur in seinen Dimensionen und Folgen war er beispiellos, auch seinem Charakter nach. Die Ostfront wurde zum Schauplatz eines Existenzkampfes, der so ungeheuerlich, so erbarmungslos und so hemmungslos geführt wurde, dass das Schlusswort in der Debatte auch heute noch nicht gefallen ist.


    Wenig überraschend also, dass über kaum einen Abschnitt des Zweiten Weltkrieges mehr geschrieben wurde, als über die Eröffnung des deutschen Feldzugs gegen die Sowjetunion, das Unternehmen “Barbarossa”. In bislang unerreichter Tiefe schildert der Autor nun die ersten 21 Stunden dieses Ringens.


    Die Arbeit selbst beschränkt sich dabei jedoch nicht ausschließlich auf den ersten Tag des deutschen Überfalls, sondern beleuchtet auch seine Vorgeschichte. Obwohl dies lediglich kursorisch geschieht und der Autor der mittlerweile umfassend erforschten Planungsphase des Feldzugs nichts substanzielles hinzufügen kann, sind seine Ausführungen über den deutschen Aufmarsch, die sowjetischen Erkenntnisse darüber, sowie die Darstellung der politischen Vorgänge in den Hauptstädten beider Kontrahenten kurz vor Angriffsbeginn eine willkommene Ergänzung bestehender Forschungsergebnisse.


    Der Hauptteil befasst sich schließlich mit der minutiösen Beschreibung der Kampfhandlungen und führt dem Leser dabei die Monumentalität der Ereignisse vor Augen: Am 22. Juni 1941 trat die größte Invasionsstreitmacht der Geschichte zu einem Feldzug an, der keinen Vergleich in der Militärgeschichte kennt.


    Nach deutschen Heeresgruppen und den ihnen unterstellten Armeen gegliedert, verbindet der Autor die strategischen Zielsetzungen mit den operativen und taktischen Aspekten ihrer Umsetzung. Immer wieder führt Luther den Leser dabei in die vorderste Linie, lässt ihn etwa den Angriff der Sturmpioniere im Abschnitt der 299. Infanteriedivision auf die Bunkerlinie bei Molnikow begleiten oder am Handstreich einer Kampfgruppe der 8. Panzerdivision gegen die Autobahnbrücke bei Ariogala teilnehmen. Die gelungene Einbeziehung von Zeitzeugenberichten lockert die Ausführungen spürbar auf und verleiht dem Geschehen Lebendigkeit.


    Zu bemängeln ist hingegen das Kartenwerk, das weder in seinem Umfang noch in seiner Qualität dem Niveau der Arbeit gerecht wird. Und auch mit der Eingrenzung des Themas durch den Autor bin ich nicht einverstanden. Warum Luther die Aktivitäten des Heeres und der Luftwaffe beleuchtet, die der Kriegsmarine jedoch nicht, bleibt für mich genauso unverständlich, wie seine Entscheidung, die Vorgänge in Lappland nicht zu berücksichtigen obwohl er auf den ebenfalls ruhigen Südabschnitt der Ostfront durchaus eingeht. Hier vergibt Luther die einmalige Gelegenheit, eine umfassende Darstellung der Ereignisse vorzulegen.


    In seinen Einschätzungen schließt sich Luther der jüngsten englischsprachigen Forschung zum Thema an. Autoren wie David Stahel, Alexander Hill und Jeff Rutherford haben unser Verständnis über die militärischen Vorgänge an der Ostfront des Jahres 1941 wesentlich vorangetrieben und mit großer Akribie und Nähe zu den Quellen gerade auch tradierte Vorstellungen im deutschen Sprachraum zurechtgerückt. Tatsächlich führte die Wehrmacht im Osten einen Kampf, den sie nicht gewinnen konnte.


    In den ersten neun Tagen des Feldzugs werden die deutschen Truppen 100.000 Mann an militärischen Verlusten erleiden, mehr als in den ersten acht Monaten des Zweiten Weltkrieges zusammengenommen. Die schon in den ersten Stunden äußerst erbittert geführten Kämpfe um Tauroggen, gegen die sowjetischen Feldbefestigungen von Akmenynai oder um die Festung Brest-Litowsk blieben somit keine Ausnahmen, sondern waren Vorboten eines Gemetzels, dessen Blutzoll das Deutsche Reich nicht begleichen konnte.


    MfG

    Hallo zusammen!


    @ Marco


    Deine Eigeninitiative zur Beantwortung der Fragestellung ist prima!


    Das von Frieser gezeichnete Bild ist so natürlich nicht haltbar. Obgleich völlig außer Frage steht, dass der Munitionsverbrauch in den ersten Kriegswochen die Fertigung deutlich überstieg, stand ein Zusammenbruch der Munitionsversorgung nicht bevor (siehe Anhang 1). Die in der Literatur immer wieder diskutierte "Munitionskrise" war ein Produkt zeitgenössischer Kalkulationen. Mangels aktueller Vergleichsmöglichkeiten musste man bei der Berechnung des zu erwartenden Munitionsverbauchs die Erfahrungswerte des Ersten Weltkriegs berücksichtigen. Darüber hinaus war der Westfeldzug weder als "Blitzkrieg" geplant, noch wurde mit einem raschen Zusammenbruch der französischen Armee gerechnet. Vor diesem Hintergrund stand also durchaus ein Mangel zu befürchten. Der unabsehbar günstige Kriegsverlauf im Westen führte dann jedoch dazu, dass kaum Munition verschossen wurde (siehe Anhang 2, 3, 4). Tasächlich verschoss man so wenig Munition, dass die Bestände im November 1939 leicht ausgereicht hätten, um die Munitionierung der Truppen zum ursprünglich anvisierten Angriffstermin, Mitte des Monats, sicherzustellen (siehe Anhang 5). Bei manchen Fundstellen in der Literatur darf außerdem nicht vergessen werden, dass Teile der Generalität einen Waffengang im Westen - unmittelbar nach Beendigung des Polenfeldzugs - vehement ablehnten und daher nach Argumenten für eine Verschiebung suchten.


    MfG

    Hallo zusammen!


    Amelie


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    Für mich bleibt noch die konkrete Frage, in welchem Rahmen ein SS-Fechtlehrer in Berlin hauptberuflich hätte arbeiten können.


    Die SS Fechtschule in Bernau bot hierfür Gelegenheit. Näheres zum Fechtsport in der SS findest du u.a. bei Berno Bahro, der dem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet hat. Siehe hierzu: Der SS-Sport: Organisation-Funktion-Bedeutung, Paderborn 2013. Das Inhaltsverzeichnis: https://d-nb.info/1035202263/04




    MfG

    Hallo Daniel!



    Leider komme ich erst heute dazu, auf deine umfangreichen Eingaben zu antworten. In vielem sind wir anderer Meinung. Dessen ungeachtet respektiere ich deine Bemühungen, uns deinen Standpunkt nachvollziehbarer darzulegen.


    Wenn ich mich in meiner Antwort auf ein paar wesentliche Aspekte beschränke, dann deshalb, weil ich A) mit Blick auf den Threadtitel wenig inhaltlich beizutragen vermag und dir B) deine Meinung selbstverständlich zugestehe. Es war zunächst auch gar nicht meine Absicht, an der Diskussion teilzunehmen. Ich tat es, weil Horsts wichtiger Hinweis durch eine Reihe von Beiträgen überlagert zu werden drohte, die diesem Thema das inhaltliche Gleichgewicht zu nehmen schienen. In diesem Sinne hoffe ich, mit diesen Zeilen meinen Standpunkt hinreichend dargelegt zu haben und den Themenstrang wieder seiner eigentlichen Bestimmung überlassen zu können. Nun denn:


    Deine Einordnung wissenschaftlicher Rezensionen teile ich nicht. Entgegen deiner Implikationen erfüllen sie wichtige Aufgaben in der fachwissenschaftlichen Diskussion, dazu gehört auch die Verortung von Forschungsbeiträgen in einem wissenschaftlichen Umfeld. Da sie inhaltlichen und formalen Regeln folgen, sind sie mit einfachen Meinungsäußerungen nicht vergleichbar. Ich empfinde es daher auch als befremdlich, wenn du Mitglieder implizit dafür kritisierst, solche Rezensionen einzubringen oder sich darauf zu stützen, obwohl sie dadurch zur inhaltlichen Ausgewogenheit dieses Themenstrangs wesentlich beitragen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund deiner Literaturempfehlung, die wissenschaftlichen Ansprüchen nicht genügt.


    Freilich entbindet das alles den Rezipienten nicht davon, sich kritisch mit einem Thema bzw. einer Rezension auseinanderzusetzen. Niemand ist frei von Fehlern.


    Deine Zweifel an der Reputation von Frau Kramer als NS-Täter Forscherin sind für mich ebenfalls nicht nachvollziehbar. Würdest du dein Missfallen substanziieren, könnte man darüber sachlich diskutieren, so aber liest es sich wie ein argumentum ad hominem. Aus dem von dir eingebrachten Link geht nicht nur eindeutig hervor, dass die NS-Täterforschung ein Arbeitsschwerpunkt Kramers war, sondern auch ihre Beschäftigung mit SS-Ärzten in Auschwitz im Allgemeinen und Wirths im Besonderen. Oder anders ausgedrückt: Kramer forschte genau zu jenem Thema, das Völklein durch seine Arbeit bereichern wollte. Hier hat also eine Expertin inhaltlich Stellung genommen. Deinem Urteil folgend bemisst sich die Expertise einer Person aber offenbar streng an der Zahl ihrer Veröffentlichungen und nicht an deren fachlicher Rezeption. Nur so wird deine Empfehlung von Völkleins Wirths-Biografie verständlich, die du ungeachtet deiner eigenen Feststellung - Völklein wäre nicht nur zu Wirths in der Kritik gestanden - aussprichst.


    Das eigentliche Problem ist jedoch ein ganz anderes: Unabhängig von Frau Kramers wie auch immer gearteter Reputation steht ihr belegtes Urteil. In keinem deiner Beiträge gehst du konkret auf eine der zahlreichen - durch Fußnoten belegten - Vorwürfe ein. Doch nur so wird ein Schuh daraus!


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    Obwohl ich ja selbst bekennender Ernst Klee-Fan bin, wenn man das so sagen kann, muss ich bei Klees Quellenkritik trotzdem leicht schmunzeln. Denn gerade Klee hat in einigen seiner Arbeiten, besonders den frühen, auch nicht gerade immer mit streng wissenschaftlicher Quellenarbeit geglänzt...


    Was hat das alles mit Klees Hinweis zu tun? Klee führt in seiner von mir zitierten Arbeit als Beleg eine Auskunft des damaligen Archivleiters des FBI an. Wieder richten sich deine Zeilen gegen eine Person, anstatt inhaltliche Aspekte in den Blick zu nehmen. Dass du dann noch “bekennender Ernst-Klee-Fan" bist, lässt deine Argumentation in keinem guten Licht erscheinen.

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    Deine Aussagen suggerieren, dass der Nachlass von Wirths im Archiv nicht existent war bzw. noch ist. Mittlerweile befindet sich der Nachlass der Familie aber im Besitz des Fritz-Bauer-Instituts. Oder irre ich mich da?


    Offenbar liegt heute der Nachlass Wirths’ im FBI, wie aus deinem Link hervorgeht. Vor einigen Jahren war das scheinbar noch nicht der Fall. Das ist ja das Schöne an Belegstellen. Sie lassen sich nachprüfen.


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    In den geforderten bzw. gewünschten Desideraten von Kramer und Keller...



    Keiner “forderte oder wünschte” ein Desiderat, das ergäbe auch wenig Sinn. Frau Kramer benannte ein Desiderat und folgte damit einer Zielsetzung der wissenschaftlichen Rezension. Indem sie noch zu erbringende Leistungen in einem Forschungsfeld akzentuiert, schafft sie ein Bewusstsein für Forschungslücken.

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    Des weiteren beleuchtete bis heute niemand kritisch Handlungsweisen der Historiker im Allgemeinen.


    Das ist falsch. Zwei Beispiele in unserem Kontext: Groß, Dominik; Nebe, Julia (Hrsg.): Forschung zwischen Freiheit und Verantwortung. Die wissenschaftshistorische Perspektive, Kassel 2018 bzw. Schulin, Ernst: Deutsche Geschichtswissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1965), Berlin 2009


    Quote

    Mir ist selbstverständlich klar, dass das nicht erwünscht ist. Aber es ist trotzdem ein Punkt der grundsetzlich hinterfragt werden sollte.

    Es ist gerade diese, deine Argumentation der es an Unvoreingenommenheit, Neutralität und Ausgewogenheit mangelt. Die Geschichtswissenschaft verfügt über einen Methodenapparat, der uns die Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Theorien und Interpretationen gestattet. Das macht den Prozess transparent und erlaubt eine stete Korrektur oder Ergänzung bestehender Forschungsergebnisse.


    MfG

    Hallo zusammen!





    Anhalter


    Quote

    Meine Frage ist, was Bürkner damit bezweckt hat, dass er immer wieder auf die Unvereinbarkeit mit der Genfer Konvention hingewiesen hat.

    Die Ausarbeitung des Kommissarbefehls lag nicht im Zuständigkeitsbereich des Amts Ausland/Abwehr und seiner Exponenten Bürkner, Canaris und Lahousen. Als das Ansinnen den Geschäftsbereich des OKW erreichte, wurde die Abteilung Landesverteidigung des Wehrmacht-Führungsamts unter General Warlimont damit befasst (vgl. Streit, 1997, S. 45). Ein Rechtsgutachten des Amts Ausland/Abwehr zum Kommissarbefehl ist meines Wissens nach nicht aktenkundig, gleichwohl jedoch die ablehnende Haltung seines Leiters gegenüber diesem verbrecherischen Befehl.



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    Da in dem Befehl die Genfer Konvention indirekt erwähnt wird, halte ich es durchaus für möglich, dass die hohen Offiziere des OKW - innerhalb ihrer begrenzten Möglichkeiten - versucht haben, Unrecht abzumildern. Wie seht Ihr das?


    Die Schutzbehauptungen der Wehrmachtsgeneralität in den Nachkriegsprozessen sind aus naheliegenden Gründen keine geeignete Quelle, um sich einen Überblick über die Vorgänge zu verschaffen. Zum Glück ist die Entstehungsgeschichte des Kommissarbefehls detailliert erforscht. Die von Warlimont erreichte “Abschwächung” zielte in erster Linie auf die Verschonung ziviler Kommissare ab. Er folgte damit den Zweck­mä­ßig­keits­er­wä­gungen des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete, dessen Leiter die Verwaltung und Ausbeutung des zu erobernden Raums ohne die Mitwirkung der zivilen Funktionsträger für gefährdet hielt. Menschenrechte spielten bei diesen Erwägungen also eine zweitrangige Rolle, was sich darüber hinaus auch in der federführenden Mitwirkung des OKW bei der Einschränkung der Kriegsgerichtsbarkeit zeigte. Völlig klar ist zudem, dass die befassten Persönlichkeiten im OKW über den völkerrechtswidrigen Charakter der Vorgänge im Bilde waren (vgl. ebd., S. 44 ff.). Nicht ohne Grund wurde Warlimont wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt.


    Am umfangreichsten hat sich bisher Felix Römer mit dem Komplex auseinandergesetzt (Karl hat auf seine Studie bereits hingewiesen). Wenn dich das Thema interessiert, “Anhalter”, dann lege ich dir Römers Werk ans Herz.



    Literatur:


    Streit, Christian: Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941– 1945, Bonn 1997


    MfG

    Hallo Karl,


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    Das Dt. Afrikakorps durfte 1943 am Ende bei Tunis tragischerweise aufgrund der absolut irrsinnigen Untersagung durch Hitler nicht evakuiert werden - Ergebnis, das so genannte "Tunisgrad" mit allein ca. 150-Tausend deutschen Kriegsgefangenen.


    Das Afrikakorps war lediglich ein Teil der deutschen Kräfte, die bei Tunis kapitulierten. Und auch nicht in der von dir genannten Größenordnung. Den Akten des Abwicklungsstabes Tunis zufolge gingen maximal 100.000 deutsche Soldaten im afrikanischen Brückenkopf in Gefangenschaft.

    Quote

    Aus welchen Gründen diese Evakuierung auch auf ital. Seite unterblieben ist, dafür gibt es für mich folgende denkbare ursächliche Aspekte, wobei ich spekulieren muss, da mir leider die Fakten dazu fehlen:

    Ein italienischer Alleingang in dieser Frage war schon aus bündnispolitischen Gründen ausgeschlossen. Davon abgesehen fehlte es hierzu am Willen des “Duce”, der durch den Verlust Nordafrikas weitreichende innenpolitische Konsequenzen fürchtete. Und auch das italienische Oberkommando sah trotz diverser Vorbehalte keine Alternative, da man fälschlicherweise annahm, mit der Aufgabe der afrikanischen Position die Gunst des Bündnispartners zu verlieren und den dann folgenden anglo-amerikanischen Angriffen auf das italienische Festland alleine begegnen zu müssen (vgl. Knox, 2000, 69 ff.).



    Das Zeitfenster für ein “deutsch-italienisches Dünkirchen” schloss sich ohnehin rasch. Im April fehlte für ein derartiges Unterfangen - nach zeitgenössischem Urteil - bereits die dafür notwendige Tonnage. Darüber hinaus scheint es zweifelhaft, dass der schwerwiegende Treibstoff- und Munitionsmangel eine effektive Verteidigung etwaiger Evakuierungsbewegungen noch erlaubt hätte. Anfang April verhinderte z.B. der akute Brennstoffmangel die ohnehin unzureichende Munitionsversorgung der 5. Panzerarmee. Die schnellen Truppen standen dagegen aus Treibstoffmangel kurz vor ihrer Bewegungsunfähigkeit (vgl. Hammond, 2020, S. 164 ff.).


    Ein geordneter Rückzug aus Afrika hätte also, wenn überhaupt, nur nach der Stabilisierung der Fronten Ende Januar 1943 und statt der deutsch-italienischen Offensivbemühungen im Februar und März 1943 stattfinden können. Angesichts der alliierten Luft- und Seeherrschaft wäre allerdings auch dann mit erheblichen Verlusten zu rechnen gewesen.


    Literatur:


    Hammond, Richard: Strangling the Axis. The Fight for Control of the Mediterranean during the Second World War. Cambridge 2020


    Knox, MacGregor: Hitler's Italian Allies: Royal Armed Forces, Fascist Regime, and the War of 1940-1943. Cambridge 2000


    MfG

    Hallo zusammen!


    Roman


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    Es bleibt, die Verluste in 41 - 42 zu verarbeiten.


    Die personellen Verluste der Wehrmacht auf der Krim betrugen in den Jahren 1941-42 rund 100.000 Mann, darunter rund 22.000 Gefallene und Vermisste. Die Verluste des rumänischen Verbündeten beliefen sich im selben Zeitraum auf rund 20.000 Mann (vgl. Forczyck, 2014, S. 216).


    Die deutsch-rumänischen Gesamtverluste auf der Krim beliefen sich dagegen auf mehr als 250.000 Mann, darunter mindestens 60.000 deutsche und 15.000 rumänische Gefallene und Vermisste (vgl. ebd., S. 294 f.).

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    Im Jahr 1944 beim Angriff der 17. Armee auf der Krim. Die Opferzahlen wurden abgerissen, und genaue Zahlen sind noch nicht verfügbar. Die Artillerievorbereitung während der Offensive wurde intensiviert, aber dann wurde der Angriff ohne Verluste durchgeführt, manchmal waren die Schießstellen nur mit Leichen übersät.


    Sofern es hier um die sowjetischen Verluste geht, liegen Zahlen von Krivosheev vor. Demnach büßte die Rote Armee rund 85.000 Mann, darunter rund 18.000 Gefallene, in den Kämpfen zur Rückeroberung der Krim ein (vgl. Krivosheev, 1997, S. 143). Dabei handelt es sich allerdings um Schätzwerte, die vermutlich zu niedrig angesetzt sind. Genaue Angaben zur Krim liegen - wie du bereits festgestellt hast - leider auch heute noch nicht vor.


    Literatur:


    Forczyck, Robert: Where the Iron Crosses Grow: The Crimea 1941-44, New York 2014

    Krivosheev, Grigory F.: Soviet Casualties and Combat Losses in the Twentieth Century. London 1997


    MfG

    Hallo zusammen!


    Da mir nicht ganz klar ist, wie ich die Diskussion zu Wirths hier deuten soll, ein paar Anmerkungen dazu.



    Daniel


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    Ich empfehle der Gemeindeverwaltung mal folgendes Buch:

    Sicherlich ein gut gemeinter Rat von dir, aber ich glaube nicht, dass der Gemeindeverwaltung damit geholfen wäre. Horst hat dankeswerterweise bereits auf die umfangreiche Replik der anerkannten NS-Täter Forscherin Helgard Kramer hingewiesen, die ich hiermit verlinke: https://www.hsozkult.de/search…al=11&recno=8&subType=reb


    Das ist keine Wertung des Feuilletons. Kramers Kritik ist sorgfältig belegt, sie ist schwerwiegend und ihr ist tatsächlich wenig hinzuzufügen. Dazu kommt, dass der Verfasser auch andernorts in der Kritik stand. In seiner Quellenedition zu Wirths gibt Völklein beispielsweise als Fundstelle der angeführten Dokumente den Nachlass Wirths’ an, der sich im Fritz-Bauer-Institut befinden soll. Nach Auskunft des dortigen Archivleiters gibt es jedoch keinen Nachlass (vgl. Klee, 2013, S. 499). Wichtig ist außerdem Klees Hinweis, dass unbeglaubigte Abschriften von Dokumenten, wie sie etwa Völklein von der Familie Wirths’ erhalten hat, manipuliert sein könnten. Der Umgang mit solchen Schriftstücken gebietet also eine entsprechende Sorgfalt, die Völklein auch an anderer Stelle nicht an den Tag legt. Während der Autor in seinem Buch “der Judenacker” die Mitschrift eines Verhörs, das der britische Offizier Draper nach der Verhaftung Wirths’ geführt hat, anführt, obwohl sich ihre Herkunft nicht zweifelsfrei belegen lässt (vgl. Beischl, 2005, S. 15), zieht er sie in seiner Wirths-Biografie nicht heran. Ob hierfür, wie Kramer unterstellt, die tendenziöse und selektive Quellenauswahl Völkleins verantwortlich ist oder andere Ursachen eine Rolle spielen, sei an dieser Stelle dahingestellt. Zurück bleibt jedenfalls der Eindruck, dass sich Völklein den Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens nicht unterwerfen will. Vor diesem Hintergrund kann seine Wirths-Biografie also kaum für eine angemessene Beurteilung des Sachverhalts in Geroldshausen geeignet sein.


    Es ist dann auch nicht richtig, dass zu Wirths bereits "alles geschrieben" oder "erforscht" wurde, wie in diesem Thread vereinzelt zu lesen ist. Gewisse Lebensabschnitte Wirths’ sind nach wie vor ein Desiderat der Forschung, wie Kramer festhält. Und auch das Pauschalurteil, die Familie Wirths habe sich "schonungslos offen der Vergangenheit gestellt", ist unzutreffend, wenn man sich beispielsweise die Tätigkeiten Helmut und Adalbert Wirths' nach Kriegsende vor Augen führt.


    Wirths’ Handlungen waren sicherlich von Ambivalenz geprägt. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Wirths ein NS-Täter war und den nationalsozialistischen Vernichtungsapparat unterstützt hat. Ob nun sein Name auf einem Gedenkstein einer deutschen Gemeinde Platz finden sollte oder nicht, ist eine Frage, deren Beantwortung womöglich außerhalb der Grenzen dieses Forums liegt.


    Literatur:


    Beischl, Konrad, Dr. med. Eduard Wirths und seine Tätigkeit als SS-Standortarzt im KL Auschwitz. Würzburg 2005

    Klee, Ernst: Auschwitz. Täter, Gehilfen, Opfer und was aus ihnen wurde. Frankfurt am Main 2013


    MfG

    Hallo zusammen!



    Bert


    Mit deiner quellenfreien Eröffnung des Themenstrangs bin ich nicht einverstanden. Es wurde bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass es keine "übliche Infanteriedivision" gab. Da du darauf verzichtet hast, deine Ausführungen zu belegen, lässt sich nicht einmal feststellen, ob die von dir genannten Sollstärken für Kraftfahrzeuge und Pferde zu einem bestimmten Zeitpunkt existiert haben oder überhaupt falsch sind. In Ergänzung zu Karls hilfreichen Beiträgen lässt sich aus folgendem Link ersehen, welche Unterschiede selbst innerhalb einer Welle auftreten konnten: http://niehorster.org/011_germ…n_army/39_id-1_welle.html


    Ralf


    Eine Übersicht über den monatlichen Zugang von Kraftfahrzeugen für Heer und Luftwaffe findet sich in der Bestandssignatur RH 8 "OKH/Heereswaffenamt mit nachgeordneten Dienststellen" im BA-MA. Der hier interessierende Zeitraum (08/39-12/41) wurde auch publiziert: Autorenkollektiv: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg: Organisation und Mobilisierung des deutschen Machtbereichs, Band 5/1, Stuttgart 1988


    Eine Auslastung der deutschen Kraftfahrzeugindustrie war schon aufgrund der Stahlkontigentierung nicht möglich. Es war daher durchaus sinnvoll, die sonst brachliegenden Kapazitäten anders zu nutzen.


    Quote

    b) Zur Treibstoff Versorgung, wenn man sich genau ansieht ist zu erkennen bis zum Winter 41/42 das einem sehr hohem Treibstoffverbrauch während der Feldzüge eine Erholungsphase folgte die die Lager wieder füllte.

    Zu Beginn ders Rußlandfelzug waren alle Lager voll.


    Die Mineralölbestände fielen seit September 1940 kontinuierlich und lagen zu Beginn des deutschen Feldzugs gegen die Sowjetunion um rund 800.000 Tonnen unter dem Wert zu Kriegsbeginn (vgl. Müller, 1988, S. 584).



    Passend zu Ingos zitiertem Tagebucheintrag findet ihr im Anhang noch den Abgang an Kraftfahrzeugen des deutschen Heeres im Januar 1940.


    Literatur:


    Autorenkollektiv: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg: Organisation und Mobilisierung des deutschen Machtbereichs, Band 5/1, Stuttgart 1988


    MfG

    Lieber Thomas,


    auch meinen herzlichen Dank für dein Engagement hier. Wie kein anderer hast du dem Forum über viele Jahre hinweg sein Gepräge gegeben und - gemeinsam mit deinen Kollegen - sicher durch so manche Untiefe geführt. Auch deshalb weiß ich, dass du das Forum in guten Händen hinterlässt. Und wie viele vor mir hoffe ich, dass du uns mit deiner Tatkraft, deinem Wissen und deinem Charakter in anderer Funktion erhalten bleiben wirst.


    Alles Gute
    Alexander

    Hallo zusammen!


    Ich lese gerade “Die Italiener an der Ostfront 1942/43” von Thomas Schlemmer.


    Treffend konstatiert der Autor, dass über den italienischen Feldzug gegen die Sowjetunion – die Campagna di Russia – zwar viel geschrieben, jedoch nur wenig geforscht wurde. Die Parallelen zur deutschen Vergangenheitsbewältigung - insbesondere in der Nachkriegszeit – sind hier unübersehbar. Auch in Italien wurde das Geschichtsbild zunächst durch die Memoirenliteratur geprägt, die sich zügig daran machte, eine italienische Variante der deutschen Wehrmachtslegende zu schaffen. Die Rollenverteilung fiel dabei so eindeutig wie vorhersehbar aus: Der anständig, fernab nationalsozialistischer Vernichtungslogik tapfer kämpfende Italiener wurde vom grausamen Deutschen benutzt und verraten. Eine Vorstellung, die sich - mangels kritischer Auseinandersetzung mit dem Thema - lange im kollektiven Gedächtnis der italienischen Öffentlichkeit halten konnte und einmal mehr zeigt, wie schädlich eine auf Selbstzeugnissen beruhende Geschichtsschreibung mitunter sein kann.


    Angesichts dieser Zerrbilder ist es wenig überraschend, dass Schlemmer schon auf wenigen Seiten ein deutlich differenzierteres Bild über den italienischen Kriegsbeitrag in Russland zeichnen kann. Der Autor räumt dabei mit zahlreichen, zuweilen auch im deutschen Sprachraum, tief verankerten Legenden auf, darunter zur Ausrüstung des italienischen Heeres, der Tapferkeit seiner Soldaten, der italienischen Besatzungspolitik und natürlich auch zur deutschen Verantwortung an der Niederlage der Armata Italiana in Russia. Gerne hätte ich mehr dazu gelesen. Die kenntnisreichen Ausführungen des Autors beschränken sich jedoch auf die umfangreiche thematische Einleitung, denn im Zentrum der Darstellung steht die ausgewogene Edition unveröffentlichter Quellen deutscher und italienischer Provenienz zum Kampf und Untergang des königlich-italienischen Heeres in der Sowjetunion. Die sorgfältig ausgewählten Dokumente ermöglichen dem Leser auch tiefe Einblicke in das deutsch-italienische Verhältnis jener Tage. Die Ereignisse des Winters 1942/43 am Südabschnitt der Ostfront sollten sich nicht nur zu einem militärischen Desaster für die Achsenmächte entwickeln, sondern auch über Generationen hinweg das jeweilige Bild über den einstigen Bündnispartner bestimmen.


    Die abgedruckten Quellen werden von einem hilfreichen Anmerkungsapparat begleitet, der die Kontextualisierung der geschilderten Vorgänge und Teilnehmer maßgeblich erleichtert. Zu bemängeln ist allerdings das Kartenwerk. Obwohl es die einleitenden Bemerkungen des Autors sinnvoll unterstützen kann, werden die in den Gefechtsberichten geschilderten Verläufe taktischer Kampfhandlungen nicht abgebildet. So lassen sich diese Vorgänge bestenfalls rudimentär verorten.


    Ungeachtet dessen hat Schlemmer - über alle Sprachgrenzen hinweg - wichtige Impulse für die künftige Forschung zum italienischen Wirken an der Ostfront gesetzt. Und da das Beste bekanntlich zuletzt kommt, an dieser Stelle noch der Hinweis, dass der Verlag das Buch mittlerweile nicht nur digitalisiert, sondern auch zum kostenlosen Abruf zur Verfügung gestellt hat. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann das hier tun: https://www.degruyter.com/view/title/306515


    MfG



    Hallo zusammen!

    Passend zum fünfjährigen Jubiläum des Threads möchte ich mich gerne bei allen Mitgliedern bedanken, die hier ihren Lesestoff vorgestellt haben! Bei der beachtlichen Themenvielfalt war sicherlich für so machen Leser ein Buchtipp dabei.


    Ich las gerade "The Japanese Merchant Marine in World War II" von Mark Parillo.


    Wenn sich die Marinegeschichte dem Pazifikkrieg zuwendet, dann für gewöhnlich den großen See- und Luftschlachten des Kriegsschauplatzes. Parillo aber beleuchtet die weitgehend unbeachtet gebliebene Handelsschifffahrt des japanischen Kaiserreichs. Auf den ersten Blick mag der Materie die Faszination bedeutender militärischer Auseinandersetzungen fehlen, doch das Thema entpuppt sich nicht nur als äußerst facettenreich, sondern für ein besseres Verständnis des pazifischen Krieges auch als unabdingbar, denn Aufstieg und Fall Japans hingen untrennbar mit seinen Lebensadern - den zahlreichen Seewegen - zusammen.


    Dem Autor gelingt das beachtliche Kunststück, auf gerade einmal 235 Textseiten, durchaus erschöpfend der Frage nachzugehen, weshalb die drittgrößte und gleichzeitig effizienteste Handelsmarine der damaligen Welt in nur dreieinhalb Kriegsjahren ihrem Untergang entgegen ging. Sicherlich tragen die zahlreichen - mitunter durchaus umfangreichen - Tabellen und das lehrreiche Kartenmaterial ihren Teil dazu bei, dennoch ist es selten, dass ich ein Themengebiet so befriedigt verlasse, wie nach Parillos kenntnisreicher Auseinandersetzung mit der Thematik. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ich mir an mancher Stelle mehr Sorgfalt im Umgang mit Daten gewünscht hätte. Auf S.105 liest man z.B., dass der Geleitträger Shinyo bereits auf seiner ersten Geleitzugfahrt versenkt worden wäre, obwohl das offensichtlich unzutreffend ist (vgl. TROM).


    Die Darstellung selbst fußt auf den Ergebnissen einer zehnjährigen Forschungstätigkeit, die den Autor auch in japanische Archive führte. Letzteres grenzte im westlichen Sprachraum - zum Erscheinungszeitpunkt dieser Darstellung - noch an eine Sensation. Alleine der Rückgriff auf die offizielle japanische Kriegsgeschichte (Senshi Sōsho) macht das Werk lesenswert.


    Parillo ging allerdings nicht nur beim Thema neue Wege. Lange begnügte sich die Forschung zum Pazifikkrieg damit, die japanische Niederlage mit einem Hinweis auf das einseitige Kräfteverhältnis zu erklären. Obwohl das Argument faktisch nicht von der Hand zu weisen ist, verstellt dieser monokausale Zugang die Sicht auf Aspekte, die die Kriegsniederlage unabhängig personeller und materieller Zwänge erklärbar machen.


    Die dem Buch zugrundeliegende Theorie, wonach das kaiserliche Japan Opfer einer Modernisierungskrise wurde, wird heute weitgehend akzeptiert. Insbesondere die Tradierung archaischer Einstellungen - etwa der Kriegerkaste - sollten sich für die Restrukturierung des Landes als folgenreich erweisen. Während der japanischen Gesellschaft die Abkehr von vorindustriellen Strukturen gelang, hielt sie in grundlegenden Lebensbereichen an vormodernen Denkmustern fest. Diese Entwicklungsdefizite führten zu allerlei Ambivalenz im japanischen Handeln: Während man z.B. durch eine kluge staatliche Subventionspolitik im Schiffbausektor sogar den Branchenprimus Großbritannien im umkämpften Markt des kommerziellen Seehandels herausfordern konnte, ergriff man keinerlei administrativen, doktrinalen, technischen oder anderweitig zum Schutze dieses Schiffsraums geeigneten Maßnahmen. Getreu dem Motto der Samurai suchte man sein Glück in der Offensive, da kamen Mahan und die von ihm propagierte Entscheidungsschlacht gerade recht. Die marinehistorischen Schriften des Amerikaners sollten das japanische Denken zur See beherrschen – mit fatalen Konsequenzen. So rechnet Parillo z.B. vor, dass für ein Schlachtschiff der Yamato-Klasse 235 Küstenwachboote hätten gebaut werden können (oder um 65 mehr als die Japaner während des gesamten Krieges fertigten). Tatsächlich waren die Rüstungsprogramme derart auf die Herstellung von offensiv einsetzbaren Kriegsschiffen getrimmt, dass zu Beginn der Feindseligkeiten überhaupt keine geeigneten Schiffe zum Schutz der vitalen Seewege zur Verfügung standen. Freilich schlug sich diese Einstellung auch in anderen Bereichen nieder, darunter in organisatorischen Fragen. Noch Ende 1942 existierte etwa in der japanischen Marine lediglich eine Vollzeitstelle, die sich mit Konvoi-Fragen befasste. Die gesamte Tragweite der japanischen Überforderung offenbart jedoch die paradoxe Tatsache, dass die japanische Handelsschifffahrt in den ersten Kriegsjahren vor allem vom falschen Ansatz der amerikanischen U-Bootwaffe profitierte.


    Die Conclusio ist so eindeutig wie einleuchtend, Japan hätte den Krieg schon aufgrund seiner sträflich vernachlässigten Seewege verloren. Bar aller Voraussetzungen stürzte sich das partiell modernisierte Japan in einen Weltkrieg, der das Land vor unlösbare Herausforderungen stellte.


    MfG

    Hallo zusammen!


    Wolfgang


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    Auch an der Südfront war Hitler partout nicht mit dem Kriegsziel des Generalstabes: Moskau.


    Es ging hier doch um den Nordbabschnitt, oder nicht?



    Quote

    Immerhin wurde die Heeresgruppe Nord aus Spanien verstärkt, die Spanier wurden aus Grafenwöhr durch das Kampfgebiet der Heeresgruppe Mitte geführt,und dies Anfang September 1941*! Hitler hat sich da also gegenüber dem Generalstab durchgesetzt.


    1) Wurde der "spanischen Division" - im Zuge ihrer Verlegung an die Ostfront - eine geringe Kampfkraft attestiert. Dem Urteil deutscher Dienststellen zufolge war sie für Angriffsaufgaben ungeeignet. Ihr Einsatz bei der Heeresgruppe Nord spricht daher für sich selbst. Bei der Heeresgruppe Mitte, die sie ursprünglich verstärken sollte, dürfte man diese Entscheidung jedenfalls wohlwollend zur Kenntnis genommen haben, hatte doch noch kurz zuvor Generalfeldmarschall von Kluge einen Einsatz der Division in seinem Befehlsbereich abgelehnt (vgl. Müller, 2007, 117).


    2) Musste die Heeresgruppe Nord bis Mitte September 1941 wesentliche Teile ihrer schnellen Verbände und taktischen Luftunterstützung an die Heeresgruppe Mitte für ihren Stoß gegen Moskau abgeben. Damit war die Einnahme Leningrads vom Tisch. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich Hitler im Norden nicht gegen die Auffassung des Generalstabs durchsetzen konnte.



    Literatur:


    Müller, Rolf-Dieter: An der Seite der Wehrmacht. Hitlers ausländische Helfer beim "Kreuzzug gegen den Bolschewismus" 1941-1945, Berlin 2007


    MfG

    Hallo zusammen!




    Wolfgang


    Quote

    seit der Weisung Nr. 21 hat Hitler die Einnahme von Leningrad für wichtiger, als die von Moskau, gehalten.


    Präzise wäre hier "in der Weisung" [...]. Im Gegensatz zu Moskau war Leningrad nicht nur bedeutender Industriestandort und Verkehrsknotenpunkt, sondern für Hitler auch "die Wiege der Revolution" (Ganzenmüller, 2005, 19) und damit von besonderer politischer Symbolkraft. Tatsächlich lässt sich den Akten entnehmen, dass der "Führer" noch Ende August 1941 der Inbesitznahme Leningrads eine höhere Bedeutung beimaß, als der Eroberung Moskaus. Doch schon zwei Wochen später folgte er schließlich der Forderung des Generalstabs, die Entscheidung im Zentrum der deutschen Front zu suchen (vgl. Hürter, 2009, 108f.). Damit war Leningrad endgültig in den Hintergrund der Überlegungen gerückt.


    Militärisch blieben diese Gedankenspiele ohnehin ohne jede Konsequenz. Obwohl Leningrad in der Weisung Nr. 21 Priorität eingeräumt wurde, sah der Generalstab im nördlichen Frontabschnitt nie mehr als einen Nebenkriegsschauplatz und dislozierte entsprechend. Daran vermochte auch Hitler nichts zu ändern.



    Literatur:


    Ganzenmüller, Jörg: Das belagerte Leningrad 1941-1944. Die Stadt in den Strategien von Angreifern und Verteidigern, Paderborn 2005


    Hürter, Johannes; Lieb, Peter; Pohl, Dieter: Der deutsche Krieg im Osten 1941-1944. Facetten einer Grenzüberschreitung, München 2009


    MfG

    Hallo Amelie!


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    Daraus geht nach meiner Lesart nur hervor, daß das Gebiet nach dem Waffenstillstand vom 8. September besetzt wurde, nicht jedoch das konkrete Besetzungsdatum von Pola, ob am nächsten Tag oder in den folgenden Wochen.


    Zum Zeitpunkt des Waffenstillstands lagen schwache Kräfte der Kriegsmarine in Pola. Auf Initiative ihres Kommandeurs und unter Androhung von Luftangriffen und weiteren Repressalien übernahmen diese Truppen vom 10. September 1943 an die "Aufsicht" über Pola. Aufgrund der starken zahlenmäßigen Überlegenheit der italienischen Garnision blieb die deutsche Herrschaft vor Ort allerdings noch bis zum 12. September vom guten Willen des ehemaligen Bündnispartners abhängig. Erst mit Eintreffen einer Kampfgruppe der 71. Infanteriedivision konnten die Italiener entwaffnet und damit die Kontrolle auch de facto übernommen werden. Zwischenfälle traten dabei nicht auf (vgl. Schreiber, 1990, S. 110ff.).


    Literatur:


    Schreiber, Gerhard: Die italienischen Militärinternierten im deutschen Machtbereich 1943-1945: Verachtet - verraten - vergessen. München 1990


    MfG

    Hallo zusammen!


    wirbelwind

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    Glaubte die STAWKA so den Kessel bereinigen zu können?


    Die zunächst durch das sowjetische Oberkommando beabsichtigte Zerschlagung der deutschen Heeresgruppe wurde nach erfolgloser Beendigung der dritten Kurlandschlacht aufgegeben. Fortan sollten die deutschen Kräfte lediglich an einem Ausbruch bzw. an ihrer Rückführung gehindert werden. Die folgenden Angriffe, durch die Rote Armee in wesentlich verringerter Intensität vorgetragen, dienten dann der Kräftebindung.


    Letzteres war auch der offizielle Grund auf deutscher Seite, eine vollständige Evakuierung der deutschen Truppen bis zuletzt abzulehnen. Noch Anfang Mai glaubte man mit 19 (nunmehr stark abgekämpften) Divisionen neun sowjetische Armeen mit zusammen 86 Schützendivisionen und weiteren 85 Panzerverbänden zu binden. Das wäre ein Verhältnis von nahezu 1:5 bei den Divisionen gewesen, rechnet man die selbstständigen Panzerverbände (meist in Brigade- und Regimentsstärke) mit ein, liegt man bei etwa 1:10 (vgl. Grier, a.a.O., S. 235). Kaum zu glauben, dass zu diesem Zeitpunkt ein wirksamerer Einsatz dieser deutschen Mittel möglich gewesen wäre.


    Karl


    Quote

    das kann von AH eigentlich nur eine vorgeschobene Begründung sein...


    Danke für deinen Hinweis! Die finnische Frage spielte in erster Linie in den Diskussionen vor der eigentlichen Einschließung der Heeresgruppe Nord durch die Rote Armee eine Rolle. Bereits im Frühjahr 1944 war den Führungsstäben klar geworden, dass die Front im Nordabschnitt einem sowjetischen Großangriff nicht würde standhalten können. Die konkrete Gefahr einer Einschließung wurde spätestens im Sommer offen diskutiert und von Hitler u.a. unter dem Hinweis auf das fragile Bündnis mit Finnland bewusst in Kauf genommen.


    Noch ein Nachtrag zur Versorgungslage:


    Der zwischenzeitliche Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Kurland, Generaloberst Vietinghoff, sah im guten Versorgungszustand den Hauptgrund für die erfolgreiche Verteidigung Kurlands (vgl. ebd., S. 161). Dessen ungeachtet kam es natürlich zu Nachschubschwierigkeiten und Engpässen u.a. in der Nahrungsmittelversorgung. Mit der Zeit gingen Häfen, Schiffe und andere Voraussetzungen für eine ausreichende Versorgung verloren - mit entsprechenden Konsequenzen für die Truppe. Ende April 1945 schätzte das OKW, dass die deutschen Kräfte noch über eine ausreichende Bevorratung für etwa drei Wochen verfügen würden (vgl. ebd., S. 183). Zustände, wie sie aus Stalingrad bekannt sind, traten im Kurland-Kessel trotz unbestreitbarer Engpässe und Entbehrungen der Truppe jedoch nicht auf.



    Dieter


    Quote

    ...ein Abtransport der Truppen nach Verlust von Riga über See durch die Kriegsmarine nicht mehr darstellbar.

    Studien der Kriegsmarine und Heeresgruppe haben das auch 1945 noch anders beurteilt. Welche Informationen liegen dir denn hierzu vor?

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    Hier angemerkt, daß nur mit größter Mühe ~8.500 Soldaten von Ösel nach Windau transportiert werden.


    Anfang Januar 1945 evakuierte die Kriegsmarine 32.000 Mann in fünf Tagen aus dem Kurland-Kessel (vgl. ebd., S. 249 ff.). Zwischen Mitte Januar und Mitte Februar 1945 evakuierte die Kriegsmarine acht Divisionen mit insgesamt 64.000 Mann und 14.000 Fahrzeugen aus dem Kurlandabschnitt (vgl. ebd., S. 432).

    Quote

    In den dortigen KTB´s zu Kurland wird der Mangel an allen zur Kampfführung nötigen

    Mittel beschrieben: Soldaten, Verpflegung, Munition, Pak und andere Geschütze, Panzer ... die Liste läßt sich weiterführen.


    Primärquellen müssen immer auch in ihren historischen Kontext gestellt werden. Offensichtlich wird das in unserem Fall am Beispiel der Panzerfahrzeuge. Während die deutschen Kurland-Truppen, im Vergleich zu anderen Abschnitten der Ost- und Westfront, über außerordentlich starke Panzerkräfte verfügen konnten, entstand vor Ort - sicherlich auch angesichts der sowjetischen Übermacht - der Eindruck eines Mangels. Dieser mag durchaus real gewesen sein, im Kontext war es jedoch nicht. Ein Muster, das sich bedenkenlos auch auf andere materielle und personelle Ressourcen übertragen lässt. Tatsächlich muss die materielle und personelle Ausstattung der Heeresgruppe Kurland - im Rahmen der Gesamtlage und unter Berücksichtigung des jeweiligen Zeitpunkts - als günstig bezeichnet werden. Ein Umstand, der durch die selektive Auswertung einzelner Truppen- und Zustandsberichte sicherlich nicht vollumfänglich klar werden kann.


    MfG

    Hallo zusammen!


    Die deutsche Strategie im Baltikum hat zuletzt Howard Grier ausführlich beleuchtet: Hitler, Dönitz, and the Baltic Sea. The Third Reich´s Last Hope, 1944-1945, Annapolis 2007


    Dort werden viele der hier aufgeworfenen Fragen auch beantwortet. Daher in aller Kürze:



    Folgende Aspekte haben, neben den hier schon eingebrachten Überlegungen, die Entscheidung zur Einschließung beeinflusst (vgl. Grier, 2007, S. 367 ff):


    • Erhaltung des Übungs- und Erprobungsgebiets der deutschen U-Bootwaffe.

    Der neuen U-Boot-Generation wurde kriegsentscheidende Bedeutung beigemessen. Mit dem Verlust des Baltikums wäre der Ausbildungsbetrieb jedoch nicht mehr aufrecht zu erhalten gewesen. Die Marine drängte daher darauf, diesen Raum zu halten.


    • Sicherstellung Finnlands als Bündnispartner und Gewährleistung der schwedischen Neutralität.

    Ein Rückzug aus dem Baltikum drohte, jedenfalls nach Hitler, das Ausscheiden Finnlands aus dem Kriege herbeizuführen und die schwedische Neutralität infrage zu stellen.

    Dies galt es aus militär-politischen und wirschaftlichen Erwägungen abzuwenden.



    Folgende Aspekte haben die deutsche Verteidigung nach der Einschließung wesentlich begünstigt (vgl. ebd., S. 160 ff.):


    • Das vorteilhafte Kräfteverhältnis der Heeresgruppe Kurland.

    Zum Jahreswechsel 1944/45 lag nirgendwo sonst an der (deutschen) Ostfront ein besseres Rohr pro Kilometer-Verhältnis vor als im Kurland-Kessel. An keinem anderen Abschnitt der Ostfront mussten deutsche Divisionen weniger Kilometer halten, als in Kurland. Im März 1945 konnte die Heeresgruppe über dieselbe Anzahl an Panzerfahrzeugen und Selbstfahrlafetten verfügen wie die gesamte Westfront.


    • Die verhältnismäßig gute Versorgungslage der deutschen Kräfte.

    Die Versorgung wurde durch die Kriegsmarine über See sichergestellt und soll nach einschlägigen Berichten besser gewesen sein, als in dem geographisch näher und militärisch einfacher zu versorgenden Italien.


    • Die Militärtopografie.
              

    Das Gelände hat die Verteidigung außerordentlich erleichtert. Das infrastrukturell unterentwickelte Land (wenige Straßen, zahlreiche Wälder) war mit Sümpfen, Flüssen und Seen durchzogen und stellte damit ein formidables Hindernis für Panzervorstöße dar. Dazu lag häufig schlechtes Wetter vor.


    • Die Qualität der sowjetischen Truppen.    
             

    Die Kampfkraft der sowjetischen Einheiten wurde von deutscher Seite mehrheitlich negativ beurteilt. Die sowjetischen Kräfte bestanden vorwiegend aus rasch aufgestellten Verbänden in den eben erst eroberten Gebieten.


    • Der Abzug sowjetischer Kräfte.

    Mit Abschluss der dritten Kurland-Schlacht begann die sowjetische Führung erhebliche Kräfte an andere Abschnitte der Ostfront zu verlegen. Sie trug damit der veränderten strategischen Bedeutung der Heeresgruppe Kurland und des von ihr gehaltenen Gebiets Rechnung.





    MfG