Posts by BigX

    Hallo Karl, hallo an alle!


    Danke dir Karl für deine Antwort und den Hinweis auf die anderen Threads zu dem Thema und den Hinweis auf den Film, den ich auch schon gesehen und recht interessant gefunden habe.


    Ich habe mich vll. vorhin zu verschwurbelt und damit missverständlich ausgedrückt, aber was ich sagen wollte, ist dass ich dem User zbV in dem Thread zu den Meereskämpfern etwas zur Nahkampfausbildung in der Abwehr mitgeteilt hatte und mehr Informationen in Aussicht gestellt habe. Da aber dieser Thread hier aus meiner Sicht derjenige welche ist, wenn es um Nahkampf und Kampfsport im Dritten Reich geht und der User zbV auch hier mitliest habe ich meinen Ergänzungen eben hier in diesem Thread gemacht.


    Die Meereskämpfer selbst interessieren mich eigentlich nur tiefergehender, sofern es um Bezüge zu den Ursprüngen rund um die Abwehrstelle Hamburg, Abwehr II und die Protagonisten Friedrich Hummel und Fritz Neitzert geht. Entsprechende Literatur ist mir in Teilen bekannt und liegt mir entweder vor oder muss noch beschafft werden. Sollte ich dann noch konkrete Fragen haben,werde ich sie hier irgendwann an die entsprechenden Experten stellen.


    Liebe Grüße an alle und ein schönes Wochenende und schönen 3. Advent euch


    Robert

    Hallo zusammen,



    dann möchte ich hier mal zwecks Fortführung der Gesamtthematik meinen Beitrag aus dem Thread Meereskämpfer über die Marinekämpfer hinsichtlich der Selbstverteidigungs- und Nahkampfausbildung bei der Abwehr ergänzen und in diesem Thread weiterführen.


    Als erstes ein Auszug aus dem Verhör von Leutnant Peter Schagen, der als frührerer "Brandenburger" 1944 in Frankreich als Angehöriger des vorrangig mit spanischsprachigen Soldaten besetzten Frontaufklärungstrupps 263 [siehe hierzu auch Frontaufklärungstrupp 263] eingesetzt war. Schagen gibt den Vernehmungsoffizieren einen Überblick über die Ausbildung des FAT 263 wozu auch Boxen und Jiu-Jutsu gehörte. Quelle: British National Archive KV-2-161 Peter Schagen Seite 90



    Weiter mit dem Gefreiten Sergius Peters, der als russischstämmiger Angehöriger von Abwehr II (später beim MilAmt D unter Gotthard Gambke tätig) Mitte Dezember 1942 an einem Lehrgang auf dem Quenzgut teilnahm. Einer der Ausbilder war neben den Oberstleutnanten Heinz von Eschwege und Hans Marguerre, dem Leiter von Abwehr II-T(echnik), ein Major Keune. Keune bildete die Lehrgangsteilnehmer unter anderem in hier nicht näher spezifizierter Selbstverteidigung aus und soll kurz danach aufgrund gesundheitlicher Probleme aus der Wehrmacht ausgeschieden sein. Quelle: British National Archive KV-2-3015_2 Sergius Peters Seiten 5 - 6


    In dem Buch von Rainer Langhardt-Söntgen "Partisanen Spione und Banditen" erschienen 1961 im Vowinckel-Verlag in Neckargemünd wird die Tätigkeit der Geheimen Feldpolize in Italien dargestellt. Auf Seite 11 heißt es: "Die ihm zugewiesenen Männer hatten zunächst ihre Aufnahmeprüfung für die Übernahme in den Dienst der Geheimen Feldpolizei, Abteilung Luftwaffe, bei den verschiedenen Luftgauämtern im Reich abgelegt. Im Juli waren sie dann zu einem Sonderlehrgang beim Stabe der Geheimen Feldpolizei 637 (L) in Frascati bei Rom zusammengefaßt worden. Dort wurden sie von alterprobten und erstklassigen Fachleuten auf die ihnen in Zukunft anfallenden Aufgaben gründlich vorbereitet.Spionageabwehr, Sabotagebekämpfung, Bekämpfung von Zersetzungserscheinungen ,aber auch erkennungsdienstliche Aufgaben, wie Spuren feststellen und sichern, waren einige der Hauptlehrfächer gewesen.


    Dazu kam natürlich noch ein hartes körperliches Training und die unumgänglich notwendige Judo-Ausbildung."




    Mit freundlichen Grüßen


    Robert

    Hallo Dieter,



    ich müsste ehrlich gesagt nachschauen z. B. in Magnus Pahls hervorragendem Buch "Fremde Heere Ost" (das mir aktuell nicht vorliegt), aber soweit ich mich erinnern kann, unterstanden die FAK und FAT I, II und III an der Ostfront nicht automatisch der Abteilung FHO. Bei den Frontaufklärungseinheiten-I bin ich mir nicht ganz sicher, da hat Generalmajor Reinhard Gehlen tatsächlich versucht über Kooperation mit Hermann Baun mehr Grip drauf zu bekommen, aber bei den FAK/ FAT-II und -III war die Zuordnung eine andere. Ohnehin war das Unterstellungsverhältnis de facto und auf dem Papier nach der Auflösung der "alten" Abwehr im Frühjahr/ Sommer 1944 noch komplizierter geworden mit operativer Verfügungsgewalt durch die Ic-Abteilungen der Heeresgruppen und Armeen, den entsprechenden Leitstellen und dem neugeschaffenen MilAmt im RSHA bzw. dem Wehrmachtsführungsstab/ Truppenabwehr für die III-Frontaufklärungseinheiten. Dieses Wirrwarr wurde auch bis Kriegsende nicht organisatorisch aufgebrochen sondern durch neue Org-Einheiten wie das MilAmt F unter Feldmarschall Models früherem Ic Oberst i.G. Georg Buntrock eher noch verstärkt. Auch die Einbindung in die SS-Strukturen hat es für die Frontaufklärungseinheiten nicht durchschaubarer gemacht wie Kompetenzen verteilt sind.


    Eine Gliederung für die Frontaufklärungseinheiten an der Ostfront könnte ich ggf. bis zu einem gewissen Grad bereitstellen, allerdings nur für die FAK und FAT II und auch da wäre nicht jede Zuordnung gesichert. Die Gliederung ist aus vielen Quellen zusammengesetzt und mir fehlt die eine gesicherte Übersicht.


    Zurück zur Frage bezüglich Neschwitz, hierzu habe ich soweit ich mich erinnern kann noch nichts gelesen. Aber ich nehme mal an, dass Frontaufklärungseinheiten aller drei Nummerierungen betroffen sein könnten, oder habe ich dich da falsch verstanden?


    Am besten wäre es wohl das KTB der Heeresgruppe Mitte zu lesen, die in dem Bereich disloziert war, oder? Vielleicht kann jemand die Ic-Berichte aus der entsprechenden Zeit bereitstellen!?


    Mit besten Grüßen


    Robert

    Guten Abend an alle,



    hier liefere ich noch ein Bild nach, dass ich erst verkleinern musste.



    @ Alain: Wie versprochen scanne ich die im Original vorliegenden Bilder noch ein und lasse sie euch dann hoffentlich in den nächsten zwei Wochen zukommen.



    Beste Grüße


    Robert

    Hallo Mark, hallo Nicco, hallo an alle,


    Danke dir Nicco für die beiden Links. An den Beitrag aus dem Forum erinnere ich mich wieder. Eine gute Darstellung, die ich nur hinsichtlich der Aussage, dass die Abwehr zunehmend unter den Einfluss der FHO kam dahingehend relativieren würde, dass dies qua Zuständigkeiten ja nur für Ost-Arbeit der früheren Abwehr umfänglich zutreffen kann. Auch da waren Abwehr I mit Walli I und den entsprechenden Frontaufklärungseinheiten mit Hermann Baun stärker betroffen als Abwehr II und Abwehr III die anders untergebracht wurden im Wehrmachts- und SS-Gefüge. Es scheint auch so, dass der Generalstabsoffizier Gehlen mit den "schmutzigen" Aspekten wie Sabotage und Spionageabwehr nicht unbedingt warm wurde bzw er bspw den Kampf mit Otto Skorzeny um die Frontaufklärungseinheiten II lieber nicht gesucht hat.


    Der Wikipedia Artikel zu Baun ist m.E. gut, da er auf sehr guten Quellen fußt.


    Einen schönen 2. Advent euch allen und Gruß


    Robert

    Hallo Mark, hallo an alle,


    zu der genauen Struktur oder Namen von Angehörigen und Einsatzorte des AT 303 kann ich keine Angaben machen, da mir weder KTB's der Panzerarmee noch Verhörprotokolle von kriegsgefangenenen Abwehrleuten aus dem Bereich der Abteilung III vorliegen.


    Aber es ist richtig, dass Abwehrtrupps mit der Nummer 3 Spionageabwehreinheiten waren und als mobile Einheiten Quellen führen sollten mit deren Hilfe frontnah der Personenkreis bekämpft werden sollte den du genannt hast. Sprich Informanten in Ausbildungslager der Partisanen einschleusen, die Bevölkerung zu versprengten Rotarmisten befragen und NKWD und GRU Aufklärer jagen.


    Gemeinhin gelten diese Einheiten nach Auffassung des US Miltärgeheimdienstlers und Historikers - wie in seinem Buch " Stalin's secret war - Soviet Counter- Intelligence against the Nazis" beschrieben/ herausgearbeitet - als die "erfolgreichsten" Abwehreinheiten. Allerdings sei die schiere Masse der seitens der Sowjets eingesetzten Partisanen und Spezialeinheiten von NKWD und GRU so hoch gewesen, dass die Erfolge der mobilen Abwehr-III-Einheiten letztlich auch wenig bewirken konnten.


    Mehrere Abwehrtrupps-III unterstanden einem Abwehrkommando-III. Diese wurden von einer Leitstelle "geführt" und administrativ/ materiell betreut, die in diesem Fall seit Beginn des Unternehmens Barbarossa unter Walli III firmierte und von Oberst Heinz Schmalschläger geführt wurde. Schmalschläger stand aufgrund seines Rangalters aber auch dem gesamten Verbund Walli der Kommandos und Trupps von Abwehr I, II und III an der Ostfront vor.


    Aus Erich Schmidt-Eenboom "Partisanen der NATO", über Schmalschlägers Aufgabe an der Ostfront ist hier allerdings nichts enthalten:

    20201206_014247.jpg


    Aus einer CIA-Akte Schmalschlägers:

    https://www.cia.gov/library/re…/519697ea993294098d50c8b3


    Operativ unterstanden die Komandos und Trupps aber den jeweiligen Ic- Abteilungen der Armeen und Heeresgruppen.


    Aufgrund der Aufgabe, waren die III-AK und AT die Abwehreinheiten, die am engsten mit der Geheimen Feldpolizei kooperierten.


    Hier ein Beispiel für die Tätigkeit eines Frontaufklärungstrupp 3 an der Westfront:

    https://wwii.germandocsinrussia.org/de/ ... ect/zoom/4


    Hier für das Frontaufklärungskommando 301 an der Ostfront im Bereich des AOK 6 in Ungarn im Herbst 1944:

    https://wwii.germandocsinrussi…e/136/mode/inspect/zoom/6




    Gruß


    Robert

    Hallo und danke Moni für die Ergänzung und damit Richtigstellung zu Dr. med. Olaf Jürgenssen. Ich möchte mir in den Allerwertesten beißen, dass ich gestern im Halbschlaf oder ähnlichem den Dienstgrad Hauptscharführer unkritisch aus dem Internet übernommen habe obwohl ich doch eigentlich wusste, dass Jürgenssen Offizier war und die Mützenkorkade auf dem Filmplakat dies auch noch einmal zeigt.


    Als Ergänzung meinerseits, im Film wird seine Versetzung zur Panzerabteilung damit begründet, dass er großmütterlichseits japanischer Abstammung sei, was nicht zur "elitären" Aufklärungsabteilung passen würde. Ich fand das eine merkwürdige Begründung. In dem Buch "Building a Nazi Europe" von Martin R. Gutman (https://books.google.de/books?…sen%20ss%20gutman&f=false) wird dies auf Seite 183 in einem etwas anderem Kontext dargestellt.


    Zur medizinischen Nachkriegskarriere siehe auch https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7475949/


    Zitat:

    "Olaf Jürgenssen sen. (1918–2012) war von 1949 bis 1956 als provisorischer Leiter, als mit der Leitung betrauter Oberarzt mit Sondervertrag für die Wiener städtische Kinderklinik Glanzing verantwortlich. Jürgenssen (Abb. 4)

    wurde 1918 in Sibirien geboren, wuchs in Linz auf, studierte in Wien, promovierte 1943 und war im Wiener AKH bei Leopold Schönbauer an der I. Chirurgie und bei Emil Wessely an der II. HNO-Klinik tätig . Er übernahm 1949 die Kinderklinik Glanzing, bis er 1956 ärztlicher Leiter des Zentralen Kinderheims der Stadt Wien wurde, wo er den Aufbau der Muttermilch-Sammelstelle der Stadt Wien etablierte. Er publizierte zu anatomischen Anomalien, Infektionskrankheiten und gemeinsam mit dem Physiologen Wilhelm Auerswald über Impfungen. Er trat 1949 [Anmerkung: das Jahr scheint nicht zu stimmen] in den Ruhestand und wurde mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien ausgezeichnet."



    Mit besten Grüßen


    Robert

    Guten Abend an alle,


    im Kontext des hier behandelten Themas SS-Panzerabteilung 16 im Sommer/ Herbst 1944 möchte ich ebenfalls auf einen guten Film aufmerksam machen.


    Eine Eiserne Kassette von Nils Olger.


    https://www.viennale.at/de/film/eine-eiserne-kassette


    Nils Olgers Großvater war der Arzt und SS-Hauptscharführer Olaf Johann Oskar Jürgenssen, der erst der Aufklärungsabteilung angehörte und wenige Tage vor dem Massaker in Marzabotto zur Panzerabteilung der Division wechselte.


    Jürgenssen war begeisterter Fotograf und schoss auch das Porträt von SS-Sturmbannführer Walter Reder, das DER SPIEGEL für seine Berichterstattung verwendete.


    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13512908.html


    Olger schildert ruhig und sachlich die Vorgänge in Italien, die oft so gar nicht zu den vielen Bildern seines Großvaters passen.


    Ich hatte das Vergnügen den Regisseur nach einer Filmvorstellung im Herbst 2019 quasi mit Fragen löchern zu können, da leider nur fünf Zuschauer im Kino erschienen waren.:(


    Könnte schwierig sein den Film zu beschaffen, aber für an der Thematik Interessierte lohnt es sich meines Erachtens auf jeden Fall.


    https://youtu.be/8oAQbOLCLoo


    Mit besten Grüßen


    Robert

    Hallo Alain, hallo an alle zusammen


    Ja, der Beitrag hat etwas Zeit gekostet, aber wie du richtig sagst, hat es auch Spaß gemacht sich mit der Geschichte eines geliebten Menschen auseinanderzusetzen.


    Ich hatte mal angedacht vielleicht für die Familie oder geneigte Leser ein kleines Büchlein zu erstellen, aber es doch wieder verworfen, da ich der Meinung bin zu wenig Informationen aus erster Hand gesammelt zu haben und nicht nur KTB's und Sekundärliteratur verwenden möchte.


    Bezüglich der Bilder: Ich habe beim Aufräumen einen Umschlag gefunden in dem sich Originalbilder befinden, darunter auch eines mit den Marinemusikern. Ich würde diese Bilder versuchen in den nächsten Tagen/ Wochen professionell einzuscannen und dir/ euch per Mail zu schicken damit ihr gegebenenfalls Bilder besserer Qualität verwenden könnt. Für das Forum muss ich das Bild noch verkleinern, schaffe ich gerade mit dem Smartphone nicht, hole ich aber nach.


    Ich habe gestern am Bahnhof gesehen, dass in dem Buch eine mehrseitige Passage über die Versorgung der "Festung St. Nazaire" per U-Boot enthalten ist.


    https://www.amazon.de/Geheime-…nkeranlagen/dp/3613043351


    Ein schönes Wochenende und schönen 1. Advent für euch alle.


    Gruß


    Robert

    Hallo Alain,


    hier noch eine Ergänzung an Bildern.


    Leider habe ich derzeit keinen Zugriff auf die Urkunde zum Verwundetenabzeichen sowie Bilder auf denen man die Marinemusiker mit ihren Instrumenten sieht.



    Die würde ich dann ggf. nachreichen, sofern ich zufällig doch noch zeitnah in mein Elternhaus komme.



    Bon nuit


    Robert

    Bon soir Alain, guten Abend allerseits,



    wie ich bereits allerdings längerer Zeit angedeutet habe, würde ich gerne versuchen Sie und Ihre Mitstreiter in Ihrem Anliegen zu unterstützen und möchte Ihnen deshalb über meinen Großvater erzählen, der als Marinesoldat in St. Nazaire stationiert war und dort auch in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft gegangen ist. Man möge es mir verzeihen, dass ich vll. hier und da etwas ausführlicher schreibe, aber ich glaube, dass ich damit der Persönlichkeit meines Opas gerechter werde und Sie Aussagen die ich dann und wann treff besser einordnen können.



    Mein Opa wurde 1912 geboren und wuchs in Hessen und Südhessen auf. Drei seiner Schwestern wanderten in den Zwanziger und Dreißiger Jahren in die Niederlande aus um dort Arbeit zu finden und heirateten dort. Auch ich habe später noch niederländische Verwandte kennengelernt und meine Eltern und ich sind wohl auch deshalb mit den Niederlanden positiv verbunden. Im niederländischen Familienzweig soll es wohl auch "Nazis" gegeben haben aber auch Männer die auf Seiten Alliierten kämpften wie Bildmaterial belegt.


    Mein Großvater war 1933 bereits 21 Jahre alt und war insofern nicht durch NS-Jugendorganisationen und Propaganda sozialisiert und in seinen Jugendjahren beeinflusst worden. Dies scheint mir im Hinblick auf seine generelle Einstellung nicht ganz unerheblich zu sein.


    Mein Opa war professioneller Musiker und spielte Pauke im Staatstheater und trat als Musiker in verschiedenen hessischen Kurstädten auf, wofür er auch gute Arbeitszeugnisse ausgestellt bekam so bspw. auch 1938. Zudem spielte er wohl mit anderen Musikern auch auf regionalen Stadtfesten und verdiente so laut Aussagen meiner Mutter zusammen mit Trinkgeld mehr an einem Wochenende als sein eigener Vater, der als Handwerker tätig war, in einem Monat.




    Er heiratete noch vor dem Krieg seine große Jugendliebe und blieb mit meiner Oma bis zu ihrem Tod Mitte der 1990er Jahre verheiratet. Soweit ich mich richtig erinnere gab es in der Familie seiner Frau einen halbjüdischen Bruder der zum Schutz als uneheliches Kind deklariert wurde.




    Bereits vor dem Krieg begann mein Opa Morbus Bechterew zu bekommen und war damit aufgrund seines Alters und seiner Erkrankung sicherlich kein prädestinierter Mustersoldat.



    Zu der Zeit vor dem Krieg weiß ich noch zu berichten, dass meine Oma wohl der Meinung war, dass man vor dem Wochenende noch ordentlich einkaufen müsste und Opa meinte, dass dies ja noch Zeit habe. Am Montag drauf jedoch sollen bereits die Lebensmittelkarten und damit die Rationierung im Deutschen Reich eingeführt worden sein. Dieses Erlebnis führte dazu, dass Opa im Zuge des Kosovo-Konflikts 1998, den er als mögliche Eskalationsstufe vor einem Krieg zwischen der NATO und der Russischen Föderation sah (man denke nur an die Geschichte um den Schmusebarden James Blunt als britischen Panzeraufklärer und den Disput zwischen den Generälen Mike Jackson und Wesley Clark um die Eroberung des Flughafens Pristina), meine Mutter jeden Tag zu Aldi schickte, um Vorräte wie Öl, Kartoffeln, Mehl und Zucker zu kaufen. Nach seinem Tod einige Jahre später waren noch Unmengen an diesen Vorräten vorhanden.




    Im fortfolgenden der militärische Werdegang gemäß Auskunft der WAST:



    Dienstzeit in der Kriegsmarine: 11.01.1942 – 08.05.1945 (Kapitulation)



    Truppenteile: 11.01.1942 – 12.03.1042 Marinestammregiment Beverloo, Kompanie Ostende; Rekrut




                                                              13.03.1942 – 09.04.1942 Marine Landesschützenabteilung Wilhelmshaven; Ausbildungsabteilung



                                                                      10.04.1942 – 09.10.1942 7. Unterseebootsflottille



    lt. Meldung vom 28.01.1945 Einheit Leptin Kühn (ohne nähere Angaben)




    Beförderungen:


    01.10.1942 Musikergefreiter

    01.10.1943 Musikerobergefreiter



    Lazarettmeldung: 28.01.1945 – 02.02.1945 Marinelazarett La Baule Zugang von Einheit Leptin Kühn wegen Granatsplitterverletzung rechter Unterschenkel



    Orden/Ehrenzeichen: nicht vermerkt (Anmerkung meinerseits: Verwundetenabzeichen in Schwarz)



    Ihr Großvater geriet am 06.05.1945 in St. Nazaire in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 05.09.1946 entlassen wurde.



    Im fortfolgenden versuche ich Einträge zu seiner Dienstzeit zu ergänzen – sofern mir dazu Aspekte überliefert wurden – und auf Ihre Fragen einzugehen:



    Zu der Zeit vor St. Nazaire kann ich nichts sagen. Ich hörte als kleiner Junge immer nur, dass Opa bei der U-Bootwaffe war, habe mich aber irgendwann gefragt, ob er nicht vielmehr die Boote vll. nur beladen hat. Tatsache ist, aber, dass er zumindest mal auf einem U-Boot gewesen sein muss, da er meiner Mutter gegenüber den Geruch an Bord als sehr penetrant hinsichtlich des Ölgeruchs geschildert hat, den man auch so schnell nicht aus der Nase und dem Gedächtnis bekommen habe.


    Zahlreiche Bilder und der Dienstgrad Musikobergefreiter sprechen dafür, dass mein Opa dem Orchester der 7. U-Bootflottille angehörte und hier möglw. auch Ladetätigkeiten oder anderes im Bereich des Kriegshafens durchgeführt hat. Zur See gefahren dürfte er aber wohl nicht sein.


    Nach seinem Tod kondolierte ein ehemaliger Kriegskamerad meiner Mutter und schrieb zu diesem Anlass einen mehrseitigen Brief in dem Dinge standen, die meine Mutter so dezidiert wohl auch nicht von ihrem Vater wusste. So erklärte der Kamerad, der seinerzeit wohl der jüngste der Gruppe war und von meinem Opa unter die Fittiche genommen worden war, dass Opa und seine Kameraden beim Auslaufen der U-Boote fetzige Märsche und Schlager spielten, sowie man es aus dem Film „Das Boot“ kennt. Opa soll diese Art von Musik und speziell zu diesem Anlass abgelehnt haben. Seine Kameraden hätten ihn aber immer mal wieder daran erinnert, „dass das besser sei als Russland“. Hier möchte ich einen Einschub bringen, da er thematisch passen dürfte: Als ich als Jugendlicher bei Opa auf dem Teppich lag und „Hitlers Krieger“ von Guido Knopp las, sprach meine Mutter Opa darauf an, dass ich aktuell so ein Buch lesen würde und ja überhaupt sehr Geschichtsinteressiert sei. Es dauerte keine fünf Sekunden und Opa explodierte förmlich: „Dönitz, dieser Verbrecher, der hat bis zum Schluss all die jungen Kerle sinnlos geopfert!“


    Ich kann hier nur vermuten, dass es Opa irgendwie nahe ging all die Boote mit Klang und Spiel in den Einsatz zu verabschieden und immer weniger Boote zurückkehren zu sehen. Da er ja selbst kein U-Bootfahrer war, scheint ihm auch das elitäre Gehabe um die U-Bootwaffe und Großadmiral Karl Dönitz als „gütigen Vater“ seiner Jungs eher abgegangen zu sein, unabhängig davon, dass Opa als Orchestermusiker sicherlich auch andere Musik favorisiert haben dürfte als profane Propagandamusik.


    Einmal erwähnte Opa, dass der Krieg Scheiße gewesen war, aber was wirklich gut gewesen wäre, war die gute Verpflegung der Marine in Frankreich und die warme Marine-Unterwäsche. Seine dunkelblaue, grobgestrickte, lange Baumwollunterhose befindet sich noch heute in unserem Besitz J


    Auch das Bild der Postkartenrückseite vom L’Hotel Royal in La Baule spricht dafür, dass sich mein Opa des Luxus doch bewusst war.


    Von meiner Mutter wurde mir nur überliefert, dass Opa mal geäußert hat, dass „es eine Schande war, wie die deutsche Besatzungsmacht mit den Franzosen umgegangen“ sei. Was er jedoch damit konkret meinte oder besser gesagt, welches Ereignis, dass er selbst erlebt hat, er damit meint, weiß ich leider nicht.


    Laut dem wundervollen Kondolenzbrief des Hamburger Kameraden der auch mehrfach bei Opa zu Besuch war und den ich dort auch kennengelernt habe und den Opa bis zum Schluss „Jungche“ nannte (hessisch für Jungchen/ Bübchen/ junger Kerl) wurden nach der Landung der Alliierten in Frankreich und der Einkesselung der Atlantikhäfen die jüngeren Jahrgänge aus Opas Trupp/ Gruppe aus St. Nazaire abgezogen und kamen woanders zum Einsatz, wo und in welcher Form entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.


    Laut der Urkunde zum Verwundetenabzeichen in Schwarz wurde mein Opa am 27.01.1945 als Angehöriger der II. Marinegrenadierabteilung unter Kapitänleutnant Leptien verwundet. Er beschrieb das mal so, dass er nachts im Dunklen unterwegs war und er plötzlich einen Schmerz spürte, der sich anfühlte als sei er mit dem Knie unglücklich gegen eine schwere Holzkiste gelaufen. Diese Verwundung führte dazu, dass er später Schwerkriegsgeschädigt war und immer mit Stock umherlief und später ein Elektromobil nutzte, an dass ich mich mit Inline-Skates dranhängen konnte, was noch einmal eine tolle Zeit war.


    Über seine Gefangennahme weiß ich nichts. Gesagt hat er immer, dass er bei französischen Bauern in der Landwirtschaft eingesetzt war. Eine Rückfrage beim Roten Kreuz ergab jedoch keine Informationen über seine Gefangenschaft. Aber ich nehme an, dass er von den Amerikanern später an Frankreich überstellt wurde.


    Wie gesagt, scheint es ihm vergleichsweise gut ergangen zu sein. Er hat immer mal wieder den folgenden Vers aufgesagt, den er mutmaßlich aus seiner Zeit in Frankreich hat:


    "Le Boeuf der Ox, la vache die Kuh, ferme la porte, mach’s Tür’le zu!"


    Manchmal trällerte er auch: "Paul, halt’s Maul" und schob mit einem Lachen die französische Version „Paul, trois ta gueule“ (Halt die Klappe) hinterher.


    Allerdings schien Opa dann doch heim zu seiner Frau zu wollen, zumal die beiden zweimal ausgebombt wurden (Gießen und Darmstadt). Wie er mit seiner Verletzung solche Entfernungen bis nach Hause zurücklaufen konnte entzieht sich meiner Kenntnis. Allerdings sind er und ein Kamerad/ Mitgefangener wohl wieder eingefangen worden und liefen beim zweiten Fluchtversuch nur noch nachts und versteckten sich am Tag. Der Grenzübertritt nach Deutschland soll durch einen empathischen Grenzbeamten Frankreichs möglich gewesen sein.


    Nach dem Krieg hat Opa noch steten Kontakt zu seinem Kamerad „Jungche“ gehalten, den ich mehrfach noch gesehen habe und auch der Bildband „Der U-Bootkrieg“ von Lothar-Günther Buchheim stand bei ihm im Regal.


    Meine Eltern sind in den 1980-er Jahren mit meinem Onkel nach St. Nazaire und zur Île de Noirmoutier gefahren, wo ich auch gezeugt wurde :thumbsup:, und haben sich die U-Bootbunker und all das angeschaut.


    @ Alain: Der Text kann seitens eures Vereins gerne genutzt werden und die eingestellten Bilder gebe ich hiermit auch zur Nutzung frei.


    Viel Erfolg für euer Projekt. Über eine Rückmeldung respektive euer Ergebnis würde ich mich freuen.


    Beste Grüße


    Robert



    Hallo Alberto, hallo in die Runde,


    mein Opa war Berufsmusiker, gehörte als Dienstgrad Musikobergefreiter der 7. U-Bootflotille in St. Nazaire an und spielte zusammen mit seinen Kameraden anlässlich aus- und einlaufender U-Boote der Flotille Marschmusik und seichte Schlager, was ihm laut Aussagen eines Kriegskameraden innerlich widerstrebte.


    Während seine jüngeren Kameraden 1944 aus St. Nazaire wegversetzt wurden, wurde er der II. Marinegrenadierabteilung unter Kapitänleutnant Hans Leptien (siehe auch https://gmic.co.uk/topic/10965…b=comments#comment-106573) zugeteilt, Ende Januar 1945 verwundet und ging laut Auskunft der WAST im Mai in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Er war später aber bei einem Bauern als Arbeitskraft eingesetzt und wurde wohl gut behandelt, dennoch versuchte er zweimal nach Hause zu seiner Frau zu kommen, was ihm unter Mithilfe eines Grenzbeamten auch gelang. Er scheint generell eine relativ positive Sicht auf Frankreich und seine Bevölkerung gehabt zu haben.


    Mir liegen einige zum Teil nette Bilder von ihm und seinen Musikerkameraden vor, allerdings nichts was ich konkret mit U-Booten oder St. Nazaire wohl aber Frankreich allgemein in Verbindung bringe.


    Ich habe letztes Wochenende bereits angefangen einen längeren Text mit Opas Anekdoten und Meinungen über die deutsche Besatzung, Karl Dönitz usw. sowie mit Aussagen meiner Mutter und eines ehemaligen Kriegskameraden - der ein lebenslanger Freund blieb - zu verfassen und würde diesen auch hier einstellen. Bilder würde ich eventuell auch kopieren bzw. einstellen aber tatsächlich sind die meisten bei meiner Mama und da werde ich wohl lange Zeit nicht hinkommen. Lediglich ein paar wenige Bilder habe ich seinerzeit abfotografiert. Zudem liegt uns eine Urkunde über das Verwundetenabzeichen in Schwarz mit Hans Leptiens Unterschrift vor.


    Ich kann nicht versprechen, bis wann ich es schaffe den langen Text einzustellen, da ich zumeist familiär ordentlich eingebunden bin, aber ich gebe mir Mühe in Bälde zu liefern, versprochen :)


    Wir bleiben einfach über das Forum weiter in Kontakt. Vorab schon einmal weiterhin viel Erfolg für eure Heftreihe und schönen Abend an alle.


    Mit besten Grüßen


    Robert

    Hallo zusammen,


    noch ergänzend zum Einsatz der Rangers im Aachener Raum.


    Im Prozess gegen Otto Skorzeny und weitere Teilnehmer am Unternehmen Greif im Rahmen der Ardennenoffensive wurde seitens der Verteidigung unter der Führung von Lt.-Col. Robert D. Durst vorgebracht, dass auch die Westalliierten derartige Einsätze in deutschen Uniformen durchgeführt und dabei auch auf deutsche Soldaten geschossen haben, was Anklagepunkt I war (Verstoß gg Art. 23f der Haager Landkriegsordnung). Auch Aachen wurde dabei seitens der Verteidigung explizit angesprochen.


    General Omar Nelson Bradley verneinte jedoch ein derartiges Vorgehen bezüglich Aachen in einem offiziellen Schreiben, das am 05.09.1947 im Gericht vorgelesen wurde.


    Angeblich soll der Rangers Einsatz bei Aachen auch Hitler erzürnt haben und eine Art Triebfeder für Skorzeny's Unternehmen Greif gewesen sein. Kann ich so nicht verifizieren.


    Quelle: Stuart Smith "Otto Skorzeny - The devil's disciple", Osprey Seiten 250 - 252


    Im unten aufgeführten Dokument dürfte auch noch etwas zum Aachener Einsatz stehen. Habe ich aber noch nicht konkret gefunden, da die Seiten sich sehr langsam aufbauen. In der Vorschau schien es sich aber um diesen Einsatz gehandelt zu haben.


    https://www.cia.gov/library/re…dp13x00001r000100340002-5



    Beste Grüße für ein schönes Restwochenende


    Robert

    Hallo Sven, hallo an alle,


    Ich erinnere mich mal gelesen zu haben, dass US Army Ranger in deutschen Uniformen in Aachen unterwegs waren.


    Gefunden habe ich dann gerade eben folgendes:


    One aspect of the fighting was unconventional. For several days prior

    to the attack on Aachen, a detachment of US Army Rangers was operat-

    ing under the direction of the Office of Strategic Services (OSS). Donning

    German uniforms with the correct papers and accoutrements, the Rangers

    were organized into small teams and were to penetrate enemy lines to

    conduct sabotage and raids. Every man spoke German fluently and each

    had spent months training for such operations. Working under the cover of

    darkness, one was successful in entering Aachen and succeeded in destroy-

    ing a signals center. The Rangers then positioned two machine guns cover-

    ing the barracks of a German quick-reaction force. Using signal flares and

    pre-arranged American artillery to rouse the enemy, the Rangers cut the

    Germans down as they emerged from the bunker.


    Der Text stammt aus der Forschungsarbeit "Breaking the Mold -Tanks in the Cities" von Kendall D. Gott publiziert von Combat Studies Institute Press Fort Leavenworth, KS 66027


    Beste Grüße


    Robert

    Hallo z.b.V., hallo an alle,


    Ich erinnere mich gut daran gelesen zu haben, dass die Abwehr also genauer gesagt Abwehr II (Sabotage/ Diversion) Judo auf dem Lehrplan stehen hatte. Leider weiß ich nicht genau, wo ich das gelesen hatte. Es könnte sein, dass Friedrich Hummel oder Leutnant Peter Schagen bei ihrem ersten Ausbildungskurs auf dem Quenzgut Judo-Unterricht erhalten haben.


    Ich würde das morgen Abend nachprüfen und mit Quelle hier einstellen.


    Sollte meine Antwort den ursprünglichen Meereskämpfer-Strang "verwässern", bitte ich das zu entschuldigen und meinen Post entsprechend zu behandeln.


    Beste Grüße an alle


    Robert.

    Guten Abend zusammen.


    Vielen Dank an euch beide, Edith und Dieter, für eure Antworten. Eigentlich wollte ich auch schon längst geantwortet haben, aber zum einen fehlte generell die Zeit und zum anderen hatte ich gehofft ggf. noch mehr aus verschiedenen Unterlagen beitragen zu können. Dem ist aber aktuell leider nicht so.


    Dennoch wollte ich eine kurze Einschätzung abgeben:

    Da habe ich ja etwas aufgeworfen mit meinem Kommentar zu der Funkstation Spinner, was ich derzeit nicht wirklich einordnen kann. So lässt mich Ediths Anmerkung bezüglich des bei Spinner eingesetzten Personals daran zweifeln, ob die von Murad Ferid genannte Station Spinner als Funkkomponente von Leutnants Skoberne Verbindungskommando zum Serbischen Freiwilligen Korps (SFK) in Istrien und die Station Spinner bei der dein Vater eingesetzt war, identisch sind.


    So scheinen mir die von Edith genannten Funker relativ viele zu sein für ein einzelnes, vom FAK 201 abgesetzten Kommando geführt von einem Leutnant . Weiter hauen die Einsatzorte auch regional nicht so ganz hin mit Leutnant Skobernes Einsatzort Balkan.


    Ergo, entweder irrt sich Murad Ferid, was ich allerdings zumindest in diesem Punkt nicht ganz glaube, oder aber, die Tarnnamen wurden zeitlich nacheinander vergeben und Spinner wurde als Bezeichnung zu einem späteren Zeitpunkt nochmals verwendet.


    Ich werde ergänzen sofern ich etwas neues habe.


    Danke und Gute Nacht


    Robert

    Guten Abend Edith, guten Abend Dieter, hallo an alle,


    dir Edith, möchte ich noch sagen, dass ich das Buch über die Zeit deines Vaters als Abwehrfunker schätze und grundsätzlich großen Respekt für Hobbyhistoriker und -schriftsteller hege.Chapeau, da hast du etwas tolles geschaffen!


    An dich gerichtet, Dieter, vll. kann ich etwas zum Tarnnamen "Spinner" beisteuern. Laut Aussage des Balkanexperten von Abwehr-II/ MilAmt D, Oberleutnant Dr. Murad Ferid (siehe KV-2-2138_2, S. 21), stand der Tarnname "Spinner" für die Funkstation eines Leutnant Skoberne in dem Ort Villa del Novoso/ Illyrisch Feistritz auf deutsch und Ilirska Bistrica auf jugoslawisch => https://de.wikipedia.org/wiki/Ilirska_Bistrica


    Leutnant Skoberne war ein Deutsch-Serbe aus Cili/ Celje, der als Verbindungsmann des Frontaufklärungskommando (FAK) 201 zum Serbischen Freiwilligen Korps (SFK) in Istrien fungierte und dabei gute Kontakte zu den serbischen Nationalisten unterhalten haben soll. => https://de.wikipedia.org/wiki/…-Korps_(Zweiter_Weltkrieg)


    Skoberne gehörte im späteren Verlauf des Krieges auch dem Frontaufklärungstrupp (FAT) 214 an, welcher dem FAK 201 unterstand und in dem auch der spätere NS-Fluchthelfer und Holocaust-Leugner Oberleutnant Reinhard Kopps eingesetzt war. Kopps wurde später auch dafür bekannt, in den Neunzigern gegenüber einem US-Fernsehteam im argentinischen Bariloche den Aufenthaltsort seinesNachbarn Erich Priebke (Mittäter beim Massaker in den Ardeatinischen Höhlen) preisgegeben zu haben, woraufhin Priebke an Italien ausgeliefert wurde.


    Hinsichtlich des FAT 214, in dem der mit "Spinner" in Verbindung stehende Leutnant Skoberne eingesetzt war, sind mir die beiden Funker Obergefreiter Deter und Obergefreiter Müller bekannt, wobei Deter in der Außenstelle des FAT 214 in Trogir saß, die unter dem Tarnnamen "Dattel" firmierte.


    Im FAK 201, dem Skoberne ja ebenfalls angehört hatte, soll es einen Funkoffizier Oberleutnant Hientsch gegeben haben. Die Funkstation des FAK 201 wurde laut Murad Ferid unter dem Tarnnamen "Daemon" geführt.


    Hinsichtlich der im Buch genannten Funkstationen "Carla" und "Cora" wird in der Ferid-Akte der leicht ähnlich klingende Name "Cara" aufgeführt, hinter dem sich die Kriegsorganisation (KO) Bulgarien der Abwehr in Sofia versteckte. Ob es zusätzlich zu "Carla" und "Cora" auch noch eine Funkstation "Cara" gab oder ob es sich hierbei um einen Schreib- oder Übersetzungsfehler seitens der Verhöroffizier Ferids handelte, vermag ich derzeit nicht zu sagen.


    Dieter, was meinst du, könnte die Aussage Murad Ferids bezüglich "Spinner" trotz der Ortsangabe Bautzen stimmen oder passt das rein garnicht mit den dir bekannten Informationen über die Zeit des Vaters eines Freundes als Abwehrfunker zusammen?


    Danke schon einmal und Gruß an alle


    Robert

    Hallo zusammen,


    die hier behandelte Thematik gehört nicht zu meinen inhaltlichen Steckenpferden, aber ich möchte dennoch einen Namen beisteuern, über den ich quasi gestolpert bin.


    In der Reihe Fields of Armor - Episode 5 (Nightmare in Normandy) auf YouTube kommt nach 14:35 Minuten ein Heinz Kaufhold zu Wort, der als Kommandant eines PzKpfw V Panther der 12. SS-Division Hitlerjugend bezeichnet wird.


    https://youtu.be/UirBryE_38I


    Vielleicht kann der ein oder andere hier mit der Information etwas anfangen.


    Mit besten Grüßen für ein schönes Restwochenende


    Robert

    Guten Abend Teresa, hallo an alle,


    Stuart Smith benennt Stielau in seinem nach meinem Dafürhalten gut recherchierten Buch "Otto Skorzeny - The Devil's Disciple" auf Seite 175 als Oberleutnant Lothar Stielau und "French-speaker".


    Ob es sich dabei um den 1908 geborenen Lübecker Englisch-Lehrer Stielau handelte, der später die Authentizität des Anne Frank Tagebuchs anzweifelte, vermag ich nicht einzuordnen.


    Viel Erfolg weiterhin bei der Recherche und Gute Nacht


    Robert