Posts by stephan_uk

    Hallo Margarete!


    Erst einmal vielen Dank für Deine Antworten!


    Ja, Teile der 444 kamen tatsächlich aus schlesischen Standorten, so auch das Infanterie Regiment 360 (Brieg, Strehlen, Reichenbach, Ohlau). Laut dem Kommandeur des IR360 "allesamt gute Schlesier von hervorragendem Geist"


    Meine Betrachtung bezieht sich auf den Zeitraum des Beginns des Ostfeldzuges im Juni 1941 bis zum teilweisen Untergang des Regiments Anfang 1943. Die Unterlagen, die Du hast, bezeichnen das Sicherungsregiment 360 ab Juni 43. Tatsächlich war zu der Zeit im wesentlichen nur noch der Stab des alten Grenadier-Regiments 360 übrig (wohlmöglich noch Teile des I. und II. Btl), dem aber auch andere Einheiten zugeschlagen werden (mehr im folgenden):


    Die Geschichte des Infanterie Regiments 360 ist so tragisch wie die von vielen Einheiten an der Ostfront. Das Regiment ist bei Ausbruch des Krieges keine aktive Einheit, sondern wird aus Reservisten zusammengestellt. Bereits 1940 sammelt es Fronterfahrung: am Rhein setzt es nach intensiver Vorbereitung auf das französische Ufer über und greift die Maginot-Linie an, wo das Regiment die ersten Verluste erlebt. Zu der Zeit gehört das Regiment noch zur 221. Infanterie-Division. Das Regiment besteht zwar aus Reservisten, ist aber auf seine Ausbildung recht stolz und sieht sich in seiner Ausbildung den aktiven Kampfeinheiten in keinster Weise unterlegen.


    Vor dem Beginn des Ostfeldzuges wird das Regiment reaktiviert. Die 221. Infanterie-Division wird jedoch hierbei aufgelöst und dessen Einheiten auf die 221., 444. und 454. Sicherungs-Division verteilt. Im Infanterie-Regiment 360 ist man darüber nicht sehr glücklich: man empfindet es als eine Art Vertrauensentzug, nur einer 'Sicherungsdivision' unterstellt zu werden. Während des Ostfeldzuges zeigt sich aber oft, dass das IR360 bei der 444 eine gewisse Sonderrolle spielt. (du siehst auf deinem Dokument vom November 42 das originale Infanterieregiment 360 aufgelistet als "Eingreiftruppe" der 444 - es wurde tatsächlich flexibler und oft als Front-Feuerwehr verwendet und hat mit den üblichen Sicherungseinheiten wenig zu tun).


    Zu Beginn des Ostfeldzuges wird das IR360 wird nach Polen geschickt, wo das III. Bataillon (mit anderen Einheiten und nach widersprüchlichen Befehlen) den San-Übergang in Przemysl erkämpft. Im folgenden folgt der Vorstoss durch Polen in die Ukraine (meist den vordersten Einheiten nachfolgend, kaum in Kämpfe verwickelt). Man soll mehrfach - z.B. im Dnjepr-Sumpfgebiet - nach Partisanen suchen, findet aber zumeist, dass man falschen Hinweisen aufgesessen ist, oder man findet nur noch verlassene Lager vor. Selten kommt es zum Zusammentreffen mit Partisanen. Für Dez 1941 ist ursprünglich vorgesehen, das IR360 bei einer größeren Säuberungs-Aktion um Pawlograd einzusetzen. Das IR360 entgeht diesem Einsatz aber, indem es von höherer Stelle dringend zum PzAOK1 beordert wird, wo es am Asowschen Meer bei Taganrog dabei helfen soll, die Front an der Mius-Stellung gegen starke russische Angriffe zu verteidigen. Das IR360 macht sich in Gewaltmärschen (teils auf Fahrrädern) auf den Weg. Es verbleibt den Winter durch beim PzAOK1 und kämpft dort an der Seite der SS Leibstandarte AH. Das KTB zeigt, dass das IR360 die Rückkehr an die Front nach den langen Monaten im rückwärtigen Raum beinahe willkommen heißt. Das IR360 nimmt im Juni 1942 sogar an der Schlacht um Sewastopol teil. Erst Ende Juni 1942 kehrt es zur Sicherungsdivision 444 zurück.


    Es folgen ein paar Monate Sicherungsaufgaben (v.a. Bahnstrecken & Straßensicherung, aber auch Einsätze gegen Partisanen) unter der 444. Im September 1942 kommt es einer entscheidenden Aufteilung: das II. und III. Bataillon wird der Oberfeldkommandantur Donez unterstellt und verbleibt im Gebiet nördlich des Dons. Das I./IR360 und die 13.+14. Kompanie marschieren mit dem Stab der 444 in Richtung Süden. Später folgt das II. Bataillon nach. Das III. Bataillon bleibt bei der OFK Donez im Raum Stalino. Diese Trennung soll sich als richtungsweisend erweisen.


    Die sich anbahnende Katastrophe um Stalingrad sorgt dafür, dass verschiedenste Einheiten im November / Dezember 1942 an den großen Donbogen und den Manytsch verlegt werden. Das IR360 wird bedingt durch die Aufteilung vom Dezember nie wieder gemeinsam am selben Ort kämpfen. Die 444. Sicherungsdivision und dessen I.Btl 360, II. Btl 360, 13. / 14. Kp 360 werden an den Manytsch verlegt wo sie später der "Gruppe Auleb" unterstellt werden. Das III. Bataillon des IR360 (nun bereits Grenadier-Regiment 360) erhält den Auftrag, sich an den Tschir-Fluss in Marsch zu setzen um dort dem rumänischen AOK 3 unterstellt zu werden (zunächst der Gruppe Spang), um die sich teils auflösenden rumänischen Einheiten zu verstärken.


    Nachdem die rote Armee gegen die "Festung Stalingrad" zwar noch kämpft, sie den Fall der Stadt aber nur noch als Frage der Zeit betrachtet, beginnt sie im Dezember 1942 mit dem groß angelegten Vorstossversuch auf Rostow. Ungeahnt gerät das III. / IR360 hier in eine Stellung die inmitten des Vormarschweges von russischen Panzereinheiten liegt. Das III./IR360 ist dem Angriff ohne panzerbrechende Waffen hilflos ausgeliefert und wird am 22.12.42/23.12.42 als Teil der Armeegruppe Hollidt beinahe vollständig aufgerieben. Ein karger Rest kämpft in den folgenden paar Wochen - am Ende unter Verlust des Regiments-Namens - noch mehrere Rückzugsgefechte in verschiedenster Unterstellung bis Morosowskaja und westlich davon.


    Das I. und II. Bataillon des IR360 (nun bereits Grenadier-Regiment 360) kämpft am Manytsch im Dezember / Januar 1943 ebenfalls gegen vorstossende russische Kräfte. Man kann sich aber wohl noch im Februar 1943 bis an die "Maulwurfstellung" am Mius zurückziehen. Hier bin ich noch dabei herauszufinden, welchen 'Blutzoll' diese beiden Bataillone zahlen mussten - und ob hier signifikante Teile noch in das von Dir genannte Sicherungsregiment 360 einflossen oder nicht. Ich werde Deinen Hinweis zum Anlass nehmen, das noch genauer zu untersuchen! Vielen Dank also dafür ..


    Natürlich gäbe es noch viel mehr zu schreiben. Ich bin noch am Zusammenstellen und analysieren. Sobald ich fertig bin schreibe ich eine ausführliche Geschichte in diesen Thread.


    Falls jemand da draußen etwas über den Verbleib der Kriegstagebücher der einzelnen Bataillone des IR360 für 1941-1943 weiß (vom III./IR360 gibt es sogar noch ein KTB für 1941), bitte melden. Genauso bitte: Besitzer vom Feldpostbriefenoder Fotos, Nachfahren von Soldaten des IR360.


    Viele liebe Grüße,

    Stephan

    Hallo liebe Forumsmitglieder,


    hier eine sehr spezielle Frage. Ich bin unter anderem dabei, die Unterlagen der OFK Donez durchzuforsten. Als die OFK dem Befehlshaber Heeresgebiet B untersteht (2. Halbjahr 1942) ist die Unterlagenlage recht gut.


    Die OFK Donez scheidet jedoch im November 1942 (11.11.42) aus dem Befehlsbereich der Heeresgruppe B aus und wird "dem OKH unmittelbar unterstellt" bis es am 3.1.43 unter die Heeresgruppe Don tritt.


    Für den Zeitraum 11.11.42 - 3.1.43, während die OFK Donez ans OKH berichtet, finde ich leider kein Kriegstagebuch mehr. Ich wüsste nicht einmal, welchem Teilbereich des OKH eine Oberfeldkommandatur unterstellt sein könnte, so dass ich mir die Unterlagen dieses OKH-Bereiches mal genauer ansehen könnte. Hat hier jemand eine Idee?


    Viele Grüße,

    Stephan

    Hallo liebe Forumsmitglieder,


    ich bin auf der Suche nach den Karten der Heeresgruppe Don aus der folgenden Nara-Rolle:


    T-311- R-272 (Scans mit den Nummern 518 bis 654)


    Mich interessieren primär die Karten vom 5.12.43 - 5.1.43 aus dem großen Don-Bogen (Rückzug vom Tschir)


    Eine Kopie der Rolle habe ich zwar (Bild-dateien), allerdings sind die Bilder in so geringer Auflösung dass die Karten so gut wie nicht lesbar sind und man nicht wirklich 'hineinzoomen' kann. In einem anderen Thread habe ich ein Bild gesehen, dass die selben Ausschnitte um ein vielfaches deutlicher zeigt. Ich hänge mal das an, was ich gerne hätte - und das, was ich an Qualität habe (beides zeigt das selbe Gebiet).


    Ist es das beste sich hier die Orginal-Rolle zu bestellen? (ich hab aber kein Lesegerät für solche Rollen :-( ) .. oder gibt's die Karten nicht in besserer Qualität zu haben?


    Viele herzliche Grüße,

    Stephan

    Guten Abend,


    ich möchte Dir auch folgendes Buch empfehlen:


    "Wehrmacht im Ostkrieg" von Christian Hartmann (Institut für Zeitgeschichte). Er beleuchtet hier verschiedene Facetten des "Beteiligt-Seins" der unterschiedlichsten Einheiten anhand von drei 'Sample' Einheiten während des Ostfeldzuges. Das Urteil ist am Ende überaus differenziert und lesenswert. Die "Wehrmacht" als benamte Organisation hat unter sich viele Kriegsverbrechen zu verantworten. Einzelne Soldaten und Einheiten eben mehr oder weniger - und dafür führt Hartmann Hintergründe an.


    Ich möchte dem aber auch noch diese Dimension hinzufügen: es gab in der Wehrmacht auch Tendenzen, dem entgegenzuwirken oder zumindest nicht einfach "bedingungsloser Mittäter" zu sein, was den NS-Führern ein Dorn im Auge war. So kam es wohl vor, dass in der Truppe Soldaten zur Rechenschaft gezogen werden sollten, die bei der Bandenbekämpfung maßlos agiert haben. Hiervon Wind bekommen, hat der Führer dann selbst den angehängten Befehl an die Truppe erlassen.


    Der Reichenau-Befehl und Kommissar-Befehl haben für Barbarossa schon unmissverständliche Vorgaben spezifiziert ... Hitlers Befehl ist natürlich in seiner Deutlichkeit ("allerbrutalste Mittel", "auch gegen Frauen und Kinder") eine nochmals unterstrichene, explizite Anweisung zur Vernichtung and die Truppe, die in den Augen vieler NS-Funktionäre (aber eben auch vieler Wehrmachts-Führer) noch zu 'soft' agiert. Dieser Befehl wird je nachdem auf mehr oder weniger fruchtbaren Boden gefallen sein.


    Eine Waffe in der Hand und ein rechtsfreier Raum erwecken zwangsläufig die Bestien.


    Viele Grüße,

    Stephan

    Files

    • 0069.jpg

      (182.99 kB, downloaded 53 times, last: )
    • 0070.jpg

      (179.97 kB, downloaded 39 times, last: )

    Hallo,


    na das ist extrem guter Hinweis. An Jürgen: die 5. Kompanie gehörte dann zum II. Bataillon des IR 360. Es bleibt bei den gleichen offenen Fragen wie das genau passiert ist. Vielleicht kommt hier doch ein Hinterhalt durch Partisanen in Frage.


    Viele Grüße,

    Stephan

    Hallo Jürgen!


    Vielleicht erreicht Dich ja eine Benachrichtigung nach 3 Jahren ..


    Ich befasse mich gerade intensiv mit der Regimentsgeschichte des IR360. Ich schreibe Dir nur auf, was ich zum Juni 41 sagen kann - leider wird es nur wenig Licht ins dunkel bringen :-(


    Die 4. Kompanie, in der die von Dir gesuchte Person gewesen ist, gehörte zum I. Bataillon des Infanterie-Regiments 360 (kurz I./IR360 oder I./360). Das gesamte Regiment bestand aus drei Bataillonen (I./IR360, II./IR360 und III./IR360 sowie einigen Unterstützungskompanien) und wurde damals von Oberst Klockenbring geführt. Das IR360 hatte 1940 bereits Fronterfahrung gesammelt: es griff die Maginot-Linie am Rhein an. Klockenbring ist ein recht stolzer Führer seines Regiments, das er als 'seine' Einheit ansieht. Ursprünglich gehört das Regiment zur 221. Infanterie Division, die aber vor dem Ostfeldzug aufgelöst und deren Einheiten umverteilt werden. Beim IR360 ist man darüber nicht sehr glücklich - und man landet eben als 'Eingreiftruppe' bei der 444. Sicherungsdivision.


    Im Juni 1941 erhält Klockenbring die Einweisung zur Rolle des Regiments für das Unternehmen Barbarossa. Er ist außer sich, denn anstelle sein gesamtes Regiment mit allen 3 Bataillonen führen zu können, soll er ein extra für den Tag Barbarossa zusammengestelltes "Regiment zur besonderen Verwendung" (zbV) mit widersprüchlichem Auftrag führen. Das Regiment zbV wird zusammengesetzt aus

    - Teilen des Inf. Regiments 360 (III. Bataillon / IR360 - verstärkt durch 13. und 14. Kompanie + Pionierzug) 360

    - aber auch aus regimentsfremden Teilen: zwei Bataillonen des Landesschützenregiments 46, das Polizeibataillon 311

    - die dem IR360 bestens vertraute II.(Batterie)/Artillerie Regiment 221


    Dieses "zusammengewürfelte" Regiment z.b.V. greift nun am 22.Juni 1941 den russischen Teil der Stadt Przemysl auf der Südseite des San an.


    Für die übrigen Einheiten des IR360 - vermutlich auch das I. Bataillon (dem die 4. Kompanie angehört) heißt der Befehl: "vom Tage 'Barbarossa' ab im Raum Sanok passiv verhalten". Die Stadt Sanok liegt Luftlinie etwa 40km südwestlich von Przemysl. Der Ort Bachow etwa 20km westlich. Leider gibt es vom I./360 keine Einzelheiten zu den Tagen zwischen 22. und 26. Juni. Auch von der 444. Sicherungs-Division finde ich für diesen Zeitraum bisher kein Kriegstagebuch


    Der Angriff am 22.6.41 des Regimentes zbV startet mit einem Artilleriebeschuss, dann rückt man über die San-Brücke vor, bildet einen Brückenkopf und liegt dann in tagelangem Feueraustausch mit den überraschten russischen Kräften. Am 27.6. stellen die Deutschen fest, dass sich der Feind aus der Stadt zurückgezogen hat und man erhält den Befehl, weiter nach Süden vorzustossen. Ich kann mir vorstellen, dass sich erst ab dem 27.6. diejenigen Einheiten, die sich bis dato 'passiv' verhalten sollten, den Befehl bekommen, aus dem Bereich Sanok in Richtung Przemysl zu marschieren um den Bereich abzusichern. Vielleicht sollten sie sich aber bereits als Reserve bereitstellen, da in Przemysl doch recht heftig gekämpft wird und die dortige Eisenbahnbrücke weit und breit der einzige Bahnübergang über den San ist.


    So wie Du schon vermutet hast, denke ich nicht, dass der Stiefbruder Deines Grossvaters im direkten Gefecht gefallen ist. Einen Partisanenangriff halte ich aufgrund der massiven Präsenz der Wehrmacht in diesem Raum für unwahrscheinlich. Einen Unfall würde ich nicht ausschließen. Vielleicht war der arme Kerl ja auch Melder und sollte mal kurz nach Przemysl fahren, um Verbindung aufzunehmen und ist dort zwischen die Fronten geraten oder in der Nähe der Stadt einem russischen Artilleriebeschuss zum Opfer gefallen? (Die deutschen Artilleriestellungen des AR221, ehemaliges Ari-Partnerregiment des IR360) befinden sich im Norden außerhalb der Stadt). Weißt Du denn etwas über den Dienstgrad des Stiefbruders?


    Viele Grüße,

    Stephan

    Hier fehlt eine Anrede....


    Vielen Dank! .. es scheint wohl so zu sein als ob mit dem Begriff "rum. AOK 3" eher die Führungsebene gemeint ist und mit der "3.rum. Armee" die ihr unterstellten Einheiten draußen im Felde. In der Tat werden die Begriffe aber immer wieder vertauscht und das "rum AOK 3" meint dann wohl die ganze 3. rum. Armee wieder.


    Chef des rum. AOK 3 im Nov/Dez 42 war Oberst Walther Wenck.

    Chef des deutschen Verbindungsstabes beim rum. AOK 3 war zu jener Zeit Oberst i.G. Volkmar Schöne.


    Ich werde mal schauen ob die beiden irgendwelche Sammlungen hinterlassen haben.


    Falls jemand Überreste des KTBs des rum. AOK 3 findet, bitte melden!


    Hier fehlt ein Gruß....

    Hi Michael,


    so wie ich das Digitalsat-Angebot verstehe kann man die Akten nur Online anschauen. Eine Download-Möglichkeit kompletter Akten gibt es nicht (außer Du kopierst die einzelnen Bilder tatsächlich so wie Du geschrieben hast).


    An manchen Tagen geht das mit dem Online-Anschauen recht flüssig. Es gibt aber auch Tage da laden die Scans so elendig langsam (und der Flaschenhals ist nicht mein Internet daheim), dass es mir um meine Lebenszeit leid tut :-)


    Viele Grüße.

    Hier fehlt eine Anrede.....


    Ein kleines update an alle Helfer: ich war nun tatsächlich im Militärarchiv in Freiburg.

    Ich kann jedem nur empfehlen, dort hinzufahren. Ich bin mit einer wunderbaren Fülle an Informationen (und leider auch mit einer langen Liste an neuen offenen Fragen) nach Hause gekommen.

    Sobald ich all meine Informationen geordnet habe werde ich eine Zusammenfassung in diesem Thread schreiben.

    Vielen Dank nochmal für eure Hilfe!


    Hier fehlt ein Gruß...

    Guten Abend zusammen und einen schönen Start in eure Forschungsreichen Wochenenden!


    Ich bin gerade auf der Suche nach Informationen zu kleineren deutschen Wehrmachtseinheiten, die im Dezember 1942 zur Verstärkung der rumänischen Truppen vor Stalingrad an die Tschir-Front entsandt worden sind.


    Am 21.11.1942 wurde die Heeresgruppe Don aufgestellt (oder besser gesagt zusammengewürfelt) und zwischen die Heeresgruppen A und B vor Stalingrad eingeschoben. Zur Heeresgruppe Don gehörten zu Beginn


    - Angriffsgruppe Hollidt

    - 3. rumänische Armee

    - 6. Armee

    - Armeegruppe Hoth (4. Pz Armee mit 4. rumänischer Armee)


    Nun finde ich im Kriegstagebuch der Heeresgruppe Don aus dieser Zeit die folgenden Bezeichnungen:


    a) 3. rumänische Armee

    b) rum. AOK 3


    .. und ich habe keine Ahnung ob es sich hier um ein und das selbe handelt (also b) ist die Leitung von a) ? ) oder ob es sich um zwei komplett verschiedene Verbände handelt. In manchen Stellen werden Lageberichte von beiden Bezeichungen gegeben, was eher für unabhängige Verbände spricht. Weiß hier jemand mehr?


    Und meine zweite Frage: ich suche seit einiger Zeit bereits Kriegstagebücher (wenn überhaupt welche überdauert haben) von eben diesem rumänischen AOK 3 / der 3. rumänischen Armee vom November 42 - Januar 43. Ich erhoffe mir hier ein genaueres Bild der Lage dieser Einheiten. Im Bundesarchiv finde ich nichts - und selbst in öffenlichen russischen Unterlagen (germandocsinrussia) sehe ich nichts. Hat hier vielleicht jemand noch Hinweise?


    Viele herzliche Grüße,

    Stephan

    Hallo lieber J.H.!


    Der hochinteressante Band aus 1995 beschreibt das Regiment in seiner Anfangsphase bis Juni 1940. Da gehörte es noch nicht zur Sicherungsdivision 444. Zu jener Zeit war mein Vorfahr in einer anderen Einheit.

    ... Nachkriegsausarbeitungen aus dem Jahr 1995 und mindestens ein Fotoalbum mit ca. 500 Bildern zum Regiment (Laufzeit 1940 bis 1942/44-45) sowie ein KTB des III.Btl./Inf.-Rgt. 360, dessen Laufzeit ist mit 1.März bis 31.Dezember 1941 ...


    Das Kriegstagebuch und das Fotoalbum sind natürlich Volltreffer. Vielen Dank dafür! Bis dato kannte ich mich mit Invenio noch nicht wirklich aus und spiele gerade damit. Manchmal hilft 'nach unten scrollen' um die wirklich interessanten Sachen zu finden - wie eben das Fotoalbum und die Erinnerungsblätter. Ein Besuch in Freiburg steht an :-) Vielen Dank!


    An alle anderen da draußen: jegliche Notizen aus Nachlässen bitte melden .. mein eigener Vorfahr hatte ein umfangreiches persönliches Kriegstagebuch, hatte dies aber in den 60er Jahren vernichtet, da ihn die Erinnerungen zu sehr belastet hatten :-(


    Viele Grüße,

    Stephan

    Lieber Eumex!


    Vielen Dank für Deine Hinweise. Die Nara-Unterlagen waren mir bereits bekannt. An die DRK Suche der vermissten Soldaten habe ich noch gar nicht gedacht - vielen Dank hierfür!!


    Über dies hier

    bin ich auch bereits gestolpert. Das bezieht sich aber glaube ich auf die Einheit (IR 360) der kaiserlichen Armee aus dem WK1.


    Danke aber vielmals für Deine Antwort! Sobald ich alles zusammengefunden habe, möchte ich in diesem Thread eine Zusammenfassung der Regimentsbewegungen schreiben.


    Stephan

    Hallo zusammen,


    ich suche nach Nachfahren von Wehrmachtssoldaten, die zwischen Juni 1941 und September 1943 im Infanterie-Regiment 360 (ab Oktober 1942 umbenannt in Grenadier-Regiment 360) verpflichtet waren. Das Regiment gehörte während dieses Zeitraumes zur Sicherunsdivision 444. Diese war zeitweise Teil des rückwärtigen Heeresgebietes 103 und damit der Heeresgruppe Süd.


    Wenn es da draußen jemanden gibt, der vielleicht noch ein altes Kriegstagebuch, Feldpostbriefe oder gar Fotos aus dem Nachlass eines Angehörigen aus dieser Einheit besitzt, so würde ich mich um eine Kontaktaufnahme freuen.


    Einer meiner Vorfahren war im III. Bataillon dieses Regiments unter anderem in


    - Przemyśl, Sambor-Drohobycz,Stryj (Polen)

    - Nikopol (Ukraine)

    - Mius-Stellung

    - Sewastopol

    - Tschir-Bogen vor Stalingrad


    Ich würde gerne erforschen, in welche Aktivitäten (neben dem berüchtigten Partisanenkampf) das Infanterie-Regiment einer Sicherungsdivision (deren Einheiten im rückwärtigen Gebiet eben leider auch an Kriegsverbrechen beteiligt waren) eingebunden wurde und den Weg dieser Einheit an der Ostfront nachzeichnen können. Leider gibt es keine Kriegstagebücher des Regimentes mehr, die mir heute bekannt sind. Die übergeordnete Sicherungsdivision 444 ist recht gut erforscht, aber zu den Bewegungen und Aufträgen des ihr unterstellten Infanterie-Regimentes finde ich eben leider so gut wie gar nichts. Der Hauptschwerpunkt liegt bei diesen Arbeiten regelmäßig auf den ihr unterstellten Polizei-Einheiten und deren Kooperation mit der SS. Auf die Infanteristen-Einheit wird dabei höchstens in Fußnoten verwiesen obwohl diese - zwar nicht häufig aber dennoch - auch an der Front eingesetzt wurden (Sewastopol, Mius, Tschir).


    Mir ist klar, das dies ein verzweifelter Ruf ins Dunkle ist - aber manchmal hat das Netz ja Überraschungen parat. Jeder Hinweis oder Hilfe freut mich sehr.


    Liebe Grüße,

    Stephan