Posts by Hohenloher77

    Hallo,


    in die Gegend um Tauberbischofsheim ist am 30./31.03. 1945 die 12. US-Panzerdivision vorgestossen. Diese wurde dann ab dem 01.04.1945 im Bereich südlich von Tauberbischofsheim bei Lauda von der 4. US.-Infanteriedivision verstärkt und schließlich abgelöst.

    Das CCA wurde in 2 Task Force gegliedert. Die TF 1 stieß aus dem Raum Amorbach über Nassig Richtung Osten vor. Die TF 2 über Külsheim und Neubrunn.

    Das CCB stieß aus dem Raum Amorbach über Tauberbischofsheim Richtung Osten vor.

    Das CCR stieß aus dem Raum Beerfelden über Mudau und Buchen über Boxberg nach Königshofen vor. Zwischen dem CCB und dem CCR war die 92. CavRecSqd eingesetzt und stieß über Buch nach Lauda vor.


    Hier sind Infos zu den amerikanischen Divisionen in Europa, Einheiten, Unterstellungen, Abgaben und Gefechtsstände.

    https://history.army.mil/documents/ETO-OB/ETOOB-TOC.htm



    Gruß,

    Andreas

    Hallo,

    im LdW ist beim Festungs-Stamm-Artillerie-Regiment 3134 vermerkt, dass die Aufstellung nicht vollendet wurde. Nach meinen Recherchen wurde das Regiment aufgestellt. Im G-2 Bericht der 4. US-InfDiv wird dieses Regiment im April 1945 mehrmals erwähnt.


    Das Regiment wurde Anfang März 1945 in Amberg mit 2 Abteilungen aufgestellt.


    Regimentskommandeur: Major Dr. Robert Servatius

    Gliederung:

    I. Abteilung

    Abteilungskommandeuer: Oberleutnant Riecker

    Stabsbatterie I.

    1. Batterie: 6x 76,5 mm Geschütze

    2. Batterie: 6x 76,5 mm Geschütze

    3. Batterie: 4x 155 mm Geschütze


    II. Abteilung

    Abteilungskommandeur: Hauptmann Klarmeyer

    Stabsbatterie II.

    4. Batterie: 6x 76,5 mm Geschütze

    5. Batterie: 6x 76,5 mm Geschütze

    6. Batterie: 4x 155 mm Geschütze


    Die Ausstattung bestand aus Beutegeschützen russischer und dänischer Bauart.


    Das Regiment war vermutlich für die Aufstellung der Ersatzdivision "Bayern" vorgesehen und kam dann bei der 212. Volksgrenadier-Division zum Einsatz


    Im Anhang noch ein Auszug aus dem G-2 Bericht der 4. US-InfDiv vom 09./10. April 1945.


    Gruß,

    Andreas

    Systemlord


    bei dem bei Crailsheim eingesetzten Baubataillon handelte es sich um das Pionier-Brückenbataillon (mot.) 646.


    Gruß,


    Andreas

    Hallo Robert,


    durch Zufall bin ich heute auf diesen Thread gestossen.


    Ich beschäftige mich schon lange mit den Ereignissen im Raum Crailsheim. Aufgrund Deiner sehr genauen Angaben zu Deinem Großvater (Waffengattung, Dienstgrad, Offizier-Anwärter, Todestag und Todesort) habe ich die Literatur und Dokumente durchgesehn, die sich bei mir im Laufe der Jahre angesammelt haben, und habe daraus versucht, zu rekonstruieren, was sich am letzten Tag im Leben Deines Großvaters dort ereignet hat.


    Wie Du schreibst, sollte Dein Großvater Anfang 1945 die Ausbildung zum Offizier beginnen. Er wurde zur Pionierschule 2 nach Rosenheim abkommandiert. Dort wurden Offiziere der Pioniertruppe ausgebildet.

    Im Rahmen der "Aktion Leuthen" (letzte Mobilisierung des Ersatzheeres Ende März 1945) sollten aus allen Lehr- und Ausbildungseinheiten, Truppenschulen, Ersatz- und Ausbildungseinheiten, Verwaltungs- und Nachschubtruppen Kampfeinheiten gebildet werden. Einige dieser Einheiten wurden in Raum Crailsheim eingesetzt, darunter auch die Offizieranwärter aus Rosenheim.

    Aus der Pionierschule 2 wurde Ende März 1945 eine regimentsstarke Kampfgruppe mit 3 Bataillonen (Btl.) aufgestellt. Diese Kampfgruppe wurde von den Amerikanern dann später als "(Pionier-)Regiment Rosenheim" bezeichnet.

    Regimentskommandeur: Oberstleutnant Ebeling (ab dem 11.04. Major Bohnstedt)

    Kommandeur I. Btl.: unbek.

    Kommandeur II. Btl.: Major Bohnstedt (ab 11.04. Hauptmann Weissbrodt)

    Kommandeur III. Btl.: Major Dr. Dunker

    Stärke des Regiments: 44 Offiziere und 1147 Unteroffiziere und Mannschaften.

    Das Regiment war hauptsächlich aus Fahnenjunkern und Fahenjunker-Feldwebeln (Fähnrichen) gebildet.


    Dein Großvater müsste im II. Btl. gewesen sein. Diese war ab dem 06.04. der 553. Volksgrenadier-Division (VGD) unterstellt und war im Raum Dörzbach-Hohebach in schwere Kämpfe verwickelt. Das Btl. hatte bei diesen Kämpfen schwere Verluste. Es zog sich kämpfend über Dörrenzimmern, Lipfersberg und Künzelsau in den Raum Bauersbach-Eschental zurück. Dort wurde es zum Stellungsbau eingesetzt. Ab dem 15.04. war es dem Grenandier-Regiment 1119 (Kdr. Oberst Bandelow) bei Rückertsbronn als Reserve unterstellt. Am Nachmittag des 15.04. kam es bei Einweiler zum Abriegeln eines Einbruchs der Amerikaner zu Einsatz. Am 16.04. war es bei Arnsdorf im Einsatz. In der Nacht zum 17.04. zog es sich in über Enslingen und Haagen nach Hohenberg, oberhalb Geislingen-Braunsbach, zurück. Am 17.04. zog es sich nach Wolpertshausen zurück und am 18.04. nach Reinsberg. Am 18.04. werden die Reste des Btl. in das GrenRegt 1119 eingegliedert. Weiter geht der Rückzug am 19.04. nach Großaltdorf und in der Nacht zum 20.04. nach Eckhardshausen.

    Zu den Ereignissen in Eckhardshausen am 20. April 1945:

    Die Reste des Btl. richten sich in Eckharshausen zur Verteidigung ein, 3. Kompanie verteidigt Richtung Westen, die 4. Kompanie Richtung Norden. Im Ort wird ein vorgeschobener Bataillons-Gefechtsstand eingerichtet.

    Um 09 Uhr feuert das 862nd Field Artillery Battalion (FAB), unterstützt vom 933rd FAB, ca. 40 Minuten lang auf Eckhardshausen. Dann erfolgt der Angriff der K-Kompanie, 254th US-InfRegt, von Ilshofen her. Unterstützt wird die K-Kompanie von einem Zug des 753rd Tank Btl. und einem Zug des 822. Tank Destroyer Btl. Der Angriff wird im MG-Feuer der Pioniere abgeschlagen, die Amerikaner ziehen sich wieder zurück. Um etwa 10.30 Uhr setzen die Amerikaner zu einem weiteren Angriff an, diesmal mit greift auch die I-Kompanie mit an. Der Angriff erfolgt links umfassend über die Straße Großaltdorf-Eckhardshausen. Die beiden Artilleriebataillone legen schweres Feuer auf Eckhardshausen.
    Der Kdr. des II. Btl. (Hauptmann Weissbrodt) gibt um 10.40 Uhr den Befehl zum Räumen von Eckhardshausen. Die beiden Kompanien ziehen sich im schweren Artilleriefeuer in den Wald südlich von Eckhardshausen zurück.

    Eckhardshausen wird um 13.55 Uhr von den Amerikanern besetzt.

    In Eckhardhausen sind 10 deutsche Soldaten gefallen, 17 gehen in Gefangenschaft. 2 Einwohner wurden ebenfalls getötet. 8 Wohnhäuser und 4 Scheune sind total zerstört.

    Aber auch im Wald habe die deutschen Soldaten keine Ruhe. Massives Artilleriefeuer liegt auf dem Wald, vor allem am Waldrand. Das Feuer ist so heftig, dass ca. 70% der Bäume beschädigt sind. Auch dabei haben die Pioniere, die aus Eckhardhausen herausgekommen sind, nochmal Tote und Verwundete. Um etwa 17 Uhr gehen die Amerikaner auf den Wald vor. Die überlebenden Pioniere ziehen sich dann in der Nacht über Oberspeltach und Jagstzell nach Weiler bei Jagstzell zurück.


    Soweit die Ereignisse um Eckhardshausen.


    Quellen:

    Blumenstock, Friedrich: "Der Einmarsch der Amerikaner und Franzosen im nördlichen Württemberg im April 1945"

    Windisch, Erik: "Die Kämpfe um Schwäbisch Hall im April 1945" - in Jahrbuch 2000 Historischer Verein Württembergisch Franken.

    Bundesarchiv Freibrung: "Behelfsmäßiges Kriegstagebuch PiSchule 2 Rosenheim 4. Kompanie (26.03.-07.05.1945)"

    Unterlagen: Einsatzberichte 254th US-InfRgt, 753rd Tank Bn, 822 TD Bn, 862nd Field Artillery Bn, G-2 Bericht 63rd US Infantry Division


    Ich hoffe, Dir und Deiner Mutter damit etwas geholfen zu haben.


    Herzliche Grüße,

    Andreas


    PS. Beim Verfassen dieser Zeilen habe ich mir vorgestellt, wie Dein Großvater in diesen letzten Momenten seines Lebens an seine kleine Tochter gedacht hat und diesen sinnlosen Krieg verdammt hat. Besonders traurig macht mich, dass er so wenige Tage vor dem Ende noch sein Leben in einem solch nutzlosen und aussichtlosen Kampf lassen musste.

    @ PanzerElite

    Für mich ist es schwer vorstellbar, dass eine solch "lange" Waffe an Bord eines Panzers Sinn macht und von logischen Ansatz würde ich es eher ausschließen. Aber es kann ja vieles Möglich sein oder wurde aus der Not heraus so umgesetzt.

    Daher hat sich mir bei der Betrachtung von diesem Bild die Frage gestellt, ob da wirklich in Stgw44 im Hetzer war oder ob es eher der Kreativität des Modellbauers zuzuschreiben ist.


    @ Rainer

    Ich habe das Bild nochmals vergrößert, ist jetzt natürlich nicht mehr so scharf, aber für mich ist es eindeutig ein Stgw44. Das Magazin ist aus der Waffe herausgenommen worden.

    Ich habe das, was mich zu dem Schluss mit dem Stgw44 gebracht hat, markiert.


    Gruß,

    Andreas

    Hallo an alle Forumsteilnehmer,


    ich wende mich an die Spezialisten für den Jagdpanzer Hetzer und hoffe, dass meine Frage in diesem Thread passt.


    Zum Hintergrund meiner Frage:

    Ich beschäftige mich mit den letzten Kämpfen der 212. VGD im April 1945 und dabei auch mit der PzJgAbt 212, die über 4-5 JgPz Hetzer verfügte. Aufgrund dessen habe ich mir nach fast 15 Jahren wieder einen Bausatz für ein Panzermodell zugelegt und dazu auch etwas über Ausführung, Tarnschema und Aussattung des Hetzers recherchiert.

    In dem Buch "Modelling the Jagdpanzer 38(t) 'Hetzer'" aus der Serie Osprey Modelling findet sich ein meines Erachtens guter Bericht über den Bau eines Hetzers der letzten Bauserie im April 1945. Der Modellbauer stellt sogar die Inneneinrichtung detailgetreu nach.

    Dabei ist mir ins Auge gestochen, dass sich neben dem Fahrer ein Sturmgewehr 44 als Handfeuerwaffe für die Panzerbesatzung befindet?


    Mir ist bekannt, das die Panzerbesatzungen über Pistolen und die MP40 verfügten.

    Mir ist auch bekannt das z.B. im Jagdpanzer IV/70(A) ein Sturmgewehr 44 als Bordwaffe mit einem gebogenen Lauf zur Nahverteidigung eingebaut war.


    War im Hetzer ein wirklilch ein Sturmgewehr 44 vorhanden?

    Kann dazu jemand etwas genauers sagen?


    Ich habe im Anhang das Bild aus dem Buch beigefügt.


    Viele Grüße,


    Andreas

    Hallo an alle Forumsteilnehmer,


    ich wende mich an Euch mit der Bitte um Hilfe bei der Identifizierung eines abgeschossenen Panther Ausf. A bei Öhringen Anfang April 1945.


    In dem Buch "Die Sturmflut und das Ende - Geschichte der 17. SS-Panzergrenadierdivision "Götz von Berlichingen" von Helmut Günther ist auf Seite 240 ein Bild eines Panzerkampfwagen Panther abgebildet, mit der Bildunterschrift "Abgeschossener Panther Ausf. A bei Öhringen, April 1945".

    Seit Jahren treibt mich die Frage um, zu welcher Einheit der Panther gehört haben könnte und wie er dorthin gekommen ist?


    Ich beschäftige mich schon seit mehr als 2 Jahrzehnten mit den letzten Kriegswochen im Hohenloher Land, im Nordosten von Baden-Württemberg. Es hat sich im Laufe der Jahre auch eine umfangreiche Literatur sowie mehrere US-Berichte angesammelt. Aber nirgendwo konnte ich bisher einen Anhaltspunkt zu dem besagten Panther finden?


    Die 17. SS-PGD hatte meines Wissens nach die SS-PzJgAbt. 17 Anfang April einige Sturmgeschütze. Aber sie hatte keine Panther im Bestand.


    Was möglich wäre, dass es sich um ein Fahrzeug der 2. PzDiv. handelt. Diese wurde bis zum 23. März 1945 über den Rhein zurückgenommen und im Raum Fürth i.Odenw. versammelt.

    Aber war die 2. PzDiv. Anfang April 1945 noch bei der HGru G unterstellt, bzw. noch existent?

    Die 2. PzDiv wurde Mitte April 1945 durch Umbennenung des Panzerausbildungsverband "Thüringen" erneut aufgestellt.


    Kann jemand nähere Auskünfte zu dem Panther geben?


    Viele Grüße


    Andreas

    Hallo Ju,


    in der "Einsatzgeschichte 609th TD Bn" wird für den Morgen des 12.03.1945 berichtet, dass bei Kasel (ostw. Trier) 6 US-Panzer, davon 4 M-18, von deutschen "AT guns" abgeschossen wurden.

    Es wird weiter berichtet, dass am 13.03.1945 bei Fell (ostw. Trier) der 3rd Pltn Co C und der Trp C 3rd Cav von 3 deutschen Panzern angegriffen wurden, von denen einer abgeschossen wurde. Direkt danach ist ein Bild von einem verlassenen Jagdpanther.

    Für den 16.03.1945 wird gemeldet, dass bei Pölert ein deutscher Panzer abgeschossen wurde. Möglicherweise handelt es sich dabei auch um einen Jagdpanther.


    Gruß,

    Andreas

    Hallo zusammen,


    das Gren.Ausb.Btl. 42 wird im G-2 Bericht der 4th US InfDiv ab Mitte April 1945 als Regiment bzw. Kampfgruppe GAEBLE bezeichnet, bestehend aus 2 Btl.

    - Bayreuth I (Btl.Fhr. Hptm VLASA oder VLASAK)

    - Bayreuth II (Btl.Fhr. Hptm WOLFERT)


    Grüße,


    Andreas

    Hallo an alle,

    ich möchte mich als Neuling erst einmal vorstellen. Mein Name ist Andreas und ich beschäftige mich mit dem Kriegsende in Süddeutschland - den Ereignissen vom Rheinübergang der 7. US-Armee bis in zum Ende in den Alpen. Schwerpunkt meines Interesses ist dabei das nördliche Baden-Württemberg.


    Bei Lesen dieses Threads dass es sich um einen hohen SS-Offizier handelt, mit Sterbedatum 04.05.1945 und in Traunstein begraben liegt, ist mir etwas in Erinnerung gekommen, das ich vor einigen Jahren bei einer Recherche gelesen habe.

    Ich habe bei einer Traunsteiner Tagezeitung im Archiv recherchiert und bin dabei auf einen Bericht gestoßen, der über das letzte Gefecht auf bayrischem Boden handelt. Veröffentlicht in den Chiemgau-Blättern vom 15.05.1965.


    Bei Siegsdorf kam es am 03.05.1945 zu einem längeren Gefecht mit den vorrückenden Amerikanern. Auf deutscher Seite wurden vier 8,8 cm Flak und eine Granatwerfer-Abteilung eingesetzt.


    In diesem Bericht steht folgender Abschnitt:

    "Nun setzte in dem mit vielen Fahrzeugen verrammelten Ort (Anm.: gemeint Untersiegsdorf) ein blutiger Infanteriekampf ein. Ein Volkssturmmann und eine SS-Sturmführer, die sich im Garten des Gasthofes "Forelle" befanden, schossen über die Brücke hinweg auf die Feindgruppe, die sich auf dem gegenüberliegenden Traunufer vorgearbeitet hatte. Im Gegenfeuer wurde der Volkssturmmann tödlich getroffen. Der SS-Sturmführer versteckte sich im Keller des Gasthofes, wurde herausgeholt und im Garten des Gasthofes "Bräustüberl" erschossen. Das gleiche Schicksal ereilte einem SS-Mann in der Nähe der Petrusquelle ("Alte Post")."


    Soweit der Auzug aus dem Zeitungsbericht.

    Die Angabe "SS-Sturmführer" denke ich, ist der Unwissenheit des Autors geschuldet, der die Offiziers-Dienstgrade der Waffen-SS nicht kannte.

    Diese "unpräzise" Angabe trifft auf fast alle Offiziers-Dienstgrade zu: Unter-, Ober-, Haupt-, Sturmbann- und Obersturmbann-Führer.


    Todestag und Todesort in Zusammenhang, dass der Gesuchte in Traunstein begraben liegt, könnten passen.


    Viele Grüße,


    Andreas

    Hallo Ju,


    Uffz. Hans Grehter liegt auf dem Ehrenfriedhof in Crailsheim begraben.


    Gemäß der Gräberliste für öffentlich gepflegte Gräber ist bei ihm die 4./ Pz.Jg.Ers.Abt. (5) als Einheit genannt. Woher hast Du die Info, dass er bei der s.PzJg.Abt. 519 war?


    Ich erlaube mir eine kleine Korrektur:

    Wielandsweiler ist ein kleiner Ort das Schwäbisch Haller Stadteils Bibersfeld.


    Gruß vom Hohenloher

    Hallo,


    ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass es sich um Jagdtiger handelt.


    Dafür gibt es verschiedene Gründe:

    1. Im G-2 Bericht der 63rd Infantry Division vom 16.04-23.04.1945 wird unter "Enemy Units in Contact" nichts von der sPzJgAbt 653 erwähnt. Und diese Berichte sind sehr detailliert.

    2. Die Jagdtiger waren als Schwerpunktwaffe auf Korps- bzw. Armeeebene um an Brennpunkten der Front eingesetzt zu werden. Der Vorstoß der 10. US-Panzerdivision am 06. April nach Crailsheim und der weitere Vorstoß nach Westen Richtung Schwäbisch Hall bildete eine Gefahr im Rücken der deutschen Front. Daher wurden alle verfügbaren Kräfte eingesetzt, um diese Gefahr zu beseitigen. Darunter auch die einsatzbereiten Jagdtiger der sPzJgAbt 653 (nach der Stärkemeldung vom 10.04.1945 waren es 10 Jagdtiger) für den Gegenangriff auf die im Raum Ilshofen-Ruppertshofen stehenden Amerikaner. Nach dem sich die Amerikaner zurückgezogen hatten wurden auch die Jagdtiger wieder abgezogen, das war um den 13.04.

    3. Die sPzJgAbt 653 meldet für den 15.04.1945 einen Bestand von 17 Jagdtigern, von denen 5 einsatzbereit, 6 in kurzfristiger Reparatur und 6 in langfristiger Reparatur sind.

    4. Am 16.04.1945 werden in Roth 5 Jagdtiger von einem Eisenbahntransportzug entladen. Der Zug musste wegen der sich ständig verändernden Lagenetwicklung von Schwäbsch Hall auf großen Umwegen über Treuchtlingen anch Roth gefahren werden. Das konnte aufgrund der Fliegergefahr nur von den Abend- bis zu den Morgenstunden geschehen. Dafür ist mindestens ein Tag/Nacht erforderlich.

    Bei den 5 Jagdtigern handelt es sich mit Sicherheit um die am Vortag gemeldeten einsatzbereiten Fahrzeuge. Diese 5 Jagdtiger wurden dann der 17. SS-PGD "GvB" unterstellt und bezogen noch am selben Tag gemeinsam mit dem SS-PzGrenRgt 38 bei Heilsbronn an der R14 Stellung und ließen dort einen amerikanischen Verband auflaufen.


    Ebenso halte ich es für unwahrscheinlich, dass im Raum Crailsheim 3 Jagdtiger verloren gingen. Diese Information stammt m.E. nach aus dem Buch "Jagdtiger" von Andrew Devey. Dort wird dies unter Verwendung von mit mehreren Fragezeichen erwähnt. Einen Nachweis für diese Behauptung bleibt Devey schuldig.

    Es ist möglich, anhand der Orts-, Zeitzeugen- und Gefechtsberichte, fast jeden ausgefallenen Hetzer der PzJgAbt 1553 und PzJgAbt 212 nachzuweisen. Aber in keinem Bericht wird ein Jagdtiger erwähnt. Warum sollten die kleinen Hetzer Erwähnung finden und die großen Jagdtiger werden übersehen?

    Die aufgegebenen oder geprengte Jagdtiger waren für die Amerikaner sehr beliebte Fotoobjekte. Es gibt in Netz und in der Reihe "Panzerwrecks" einiges an Bildern von Jagdtigern von fast allen Einsatzbereichen dieser Panzer, aber ich habe trotz intensiver Suche bisher kein einziges Bild aus dem Raum Crailsheim finden können.


    Soweit meine Rückschlüsse aus den vorhandenen Informationen/Indizien. Was aber nicht heißen soll, dass es nicht hätte sein können. Es ist für mich nur wenig glaubhaft.


    Grüße vom Hohenloher

    Hallo zusammen,



    ich habe nochmals die G-2 Berichte durchgesehen und noch ein paar Infos gefunden, die sich vermutlich auf die Panzerjägerabteilung 519 beziehen.


    Zuerst eine Korrektur:

    Die im vorigen Post genannte Koordinate S597658 ist nicht südwestlich von Crailsheim in der Nähe von Onolzheim sondern liegt am südöstlichen Ortsrand von ILSHOFEN


    Auszüge aus dem G-2 Bericht der 63rd Infantry Division:

    16. April 1945

    "3 Tks were reported operating in vic (S430671 = Westernach) at 0730." Hierbei handelt es sich um die Reste der PzJgAbt 1553 der 553. VGD. Die zu diesem Zeitpunkt noch 2-3 JgPz "Hetzer" und einen "Bergehetzer" hatte.

    "2 Tks were observed vic (S5867 = Ruppertshofen) at 1700"

    Bei den beiden Panzern handelt es sich entweder um einige der 6 Hetzer der PzJgAbt 1553, die für den Gegenangriff auf die Amerikaner in Ilshofen am 10.04.1945 der KGr. Rücker (später KGr. Wick) der 19.VGD unterstellt wurden. Wie lange diese Unterstellung anhielt, ist aus den Unterlagen nicht zu ermitteln. Es ist aber schwer vorstellbar, dass ein Divisionskommandeur sich stillschweigend damit zufrieden gibt, dass "seine" als Schwerpunktwaffe gedachten Jagdpanzer bei der Nachbardivision eingesetzt werden. Daher ist es durchaus im Rahmen des Möglichen, dass nach der Rückführung der Hetzer zur 553. VGD dafür die Reste der PzJgAbt 519 der KGr. Wick unterstellt wurden.


    17. April 1945

    "Tks, together with personnel, were obsvd vic (S595699) at 1300. They were at the outskirts of DENSBACH facing N. (mit DENSBACH ist Dünsbach zwischen Gerabronn und Ilshofen gemeint)"

    "1 large SP was seen moving S on road from (S6266) at 1745." (Koordinate bezeichnet etwa die heutige A6-Anschlussstelle Kirchberg)


    Was auffällt ist die Betonung auf ein großes Fahrzeug/Selbstfahrlafette.


    18. April 1945

    "At 0205, hvy SP fire was said to be originating in vic NE (S565705)" (Dünsbach, nördlich von Ilshofen)


    19. April 1945

    "A Mk V was reported at (S597658) at 1430. SP fire was reported coming from E of ILSHOFEN at 1705, and from NE of there at 2155. There appeared to be some relation between the "Mk V" reported in (S597658) and teh SP fire reported later from that area."


    "Enemy Units in Conatct":

    Personalities:

    CO, AT Bn 519 Capt. STREHLER

    CO, 2 Co, AT Bn 519 2d Lt KEGEL

    Strength:

    2 Co, AT Bn 519 70 men, 17 Apr 45


    20. April 1945

    "It was believed that 2 SP`s were firing from vic (S629630)." (Koordinate liegt zwischen Ilshofen und Crailsheim etwa an der Einmündung der L1012 in die L2218)


    21.-23. April 1945

    keine Meldungen zu deutschen Panzerfahrzeugen.


    In den Gefangenlisten aus diesen Tagen sind keine Angehörigen der Panzerjägerabteilung 519 zu finden.


    Mehr kann ich dazu leider nicht mehr beitragen.


    Grüße vom Hohenloher

    Hallo zusammen,


    vielleicht kann ich auch ein kleines Puzzelteilchen beisteuern. Ich beschäftige mich mit den Kampfhandlungen der 212. VGD im Raum nördlich von Crailsheim.


    In dem G-2 Bericht der 4th Infantry Division wird für den 20. April die Gefangennahme von 2 Angehörigen der 1. Kompanie der Panzerjäger-Abteilung 519 (519 AT Bn) durch das 22th Infantry Regiment in Satteldorf (ca. 5 km nördlich von Crailsheim) gemeldet. Für den 22. April wird die Gefangennahme eines Angehörigen der 2. Kompanie in Holbach bei Ellwangen (ca. 18 km südlich von Crailsheim) gemeldet.


    Für diesen Tag (22. April) ist für die Panzerjägerabteilung 519 noch folgendes vermerkt:

    "519 AT Bn: Bn has 3 Companies of 50 men each. Bn lost all of its AT guns in the fighting retreat from Rhine and has only Panzerfaust left."


    Am 21. April wird erwähnt:

    " One enemy tank was believed to have engaged leading elements of Task Force Rodwell from the high ground Southwest of CRAILSHEIM."


    Im G-2 Bericht der 63rd Infantry Division wird für den 19. April 1945 14.30 Uhr bei S597658 (südwestlich von Crailsheim in der Nähe von Onolzheim) ein Mk V (Panther) erwähnt.

    (Wobei man mit den Angaben der Panzertypen in den US-Berichten vorsichtig sein sollte.)


    Wenn ich mir die in diesem Raum engesetzten deutschen Divisionen betrachte, so ist hier zum Zeitpunkt um den 20. April 1945 der Einsatz von Panzerfahrzeugen in sehr überschaubarer Anzahl.

    Crailsheim lag im Verantwortungsbereich der 19. VGD. Diese hatte zu diesem Zeitpunkt gar keine Panzer/Jagdpanzer mehr.

    Die links eingesetzte 553. VGD hatte um den 08. April 10 Jagdpanzer "Hetzer" erhalten, von denen bis zum 20. April mindestens 7 verlorengingen.

    Die rechts eingesetzte 212. VGD hatte nur noch 2 Jagdpanzer "Hetzer", wovon am 20. April einer abgeschossen wurde.


    Es ist durchaus denkbar, dass es sich bei dem Mk V um den letzten Jagdpanther der Panzerjäger-Abteilung 519 handeln könnte.

    Demgegenüber steht, wie wie bereits in einem vorigen Post geschrieben, dass die Panzerjäger-Abteilung 519 am 10.04.1945 keine Jagdpanther mehr im Bestand meldet (siehe Buch Spielberger "Schwere Jagdpanzer")


    Soweit mein Beitrag zu dem bisher sehr interessanten Informationen über diese Einheit.


    Grüße vom Hohenloher

    Hallo Stephan,


    wenn es hilft, bzw. noch nicht bekannt ist, es gibt ein Buch über das Infanterie-Regiment 36. Dieses Buch erschien um 1972 anlässlich des Kameradschaftstreffens der ehem. Angehörigen des Regiments im Selbstverlag. In dem Buch sind auf ca. 350 Seiten Angaben und Berichte von Einsätzen von 1940 bis 1945 zu finden. Ist alles mit Schreibmaschine geschrieben und etwas anstrengend zu lesen.


    Das Buch hat den Titel "Erinnerungen an das Infanterie-Regiment 36". Das Buch ist z.B. beim einigen Antiquariaten erhältlich.


    Gruß,

    Andreas

    Hallo,


    zu Hptm. Wolfram Duppel steht bei Helmut Veeh folgendes (Zitat):

    "Teile des I. ROB Btl. Lenggries haben im Laufe des Tages die Kaiserstraße überquert und setzen sich in den großen Wäldern bei Billigsbach, nördlich von Langenburg ab. Die Verbindung zum 316. Inf.Rgt. der 212. VGD ist abgerissen, ohne Verpflegung ist die Truppe auf sich selbst gestellt.
    Die Reste der 1. OA-Kompanie war vom Amerikaner eingeschlossen worden. Der Kompanieführer Hptm. Duppel stellt es den Soldaten frei zu verschwinden oder in Gefangenschaft zu gehen. Er selbst wolle sich nach Osten über die Kaiserstraße hinweg absetzen. Dabei wurde Hptm. Duppel erschossen. Ein Panzerspähwagen der 90. US-Aufkl. Schwadron brachte den Toten nach Hollenbach, wo er mit vielen anderen Gefallenen aus dem Mönchswald begraben wurde."


    Das würde erklären, warum Hptm. Duppel in Hollenbach begraben wurde. Auch war die 90. Reconnaissance Squadron (Mechanized) der 10. US-Panzerdivision am Todestag (07.04.1945) in diesem Raum eingesetzt.


    Grüße,


    Andreas