Posts by Kirsten

    Hallo zusammen,


    eigentlich geht es darum, meine Posts aus dem Beitrag Sprengpatronen herauszunehmen, da sie dort nicht gut aufgehoben sind. Aber anscheinend geht das nun doch nicht.

    Ich habe die Beiträge deswegen kopiert:

    Nun zu meinen Fragen:


    Nach der Wende hat mein Vater Kriegsopferrente beantragt. Er musste beweisen, dass seine Verletzungen auf Grund einer Kriegsverletzung entstanden sind, also fast 50 Jahre danach, denn in der DDR gab es so eine Kriegsopferrente nicht. Dazu forderte er von der WAST die Wehrmachtsunterlagen und des Krankenbuchlagers Berlin (die kenne ich nicht) an. Und auf diese bezogen sich die Gerichte.

    Und die verschiedenen Gerichte sprechen immer von: Granatsplitterverletzungen. Verlust des linken Auges, Narben an der rechten Kinnseite, an der linken Ohrmuschel sowie der vorderen Halsseite. Narben am linken Unterarm, Brustbereich. Granatsplitterverletzung des linken Fußes mit multiplen Stecksplittern. Deformierung der Fußwurzel und Bewegungseinschränkung der Zehen.

    Ein Punkt war dabei lange Zeit strittig. Die Hörschädigung infolge einer „Granatsplitterverletzung“. Es wurde behauptet, mein Vater sei aufgrund seines Alters schwerhörig, dagegen hat mein Vater geklagt. Es kam zu mehreren Gerichtsverhandlungen durch einige Instanzen, in der immer von einer Granaten-Explosion, Granateinschlag und einem Schallwellentrauma usw. gesprochen wurde. Einmal sogar von einer Bombenexplosion.

    Verschiedene Gutachter,

    (ein Professor, der die Koryphäe im Bereich HNO war, ein Professor der Charité, ein Professor der Uni-Augenklinik Freiburg, ein Professor des Lehrstuhls für Physik Weihenstephan der TU Münster, der Professor und Hochschullehrer für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Direktor der Universitäts-HNO-Klinik in Würzburg, einen Fachmann für Schallwellen)

    erstellten Gutachten, dass solch ein Knalltrauma von einer Granaten-Explosion den Hörschaden verursacht hatte.

    Nach 7 Jahren wurde auch die Hörschädigung voll anerkannt.

    „… bei Kenntnis der üblichen Schalldruckintensitäten logisch nicht nachvollziehbar sei, dass nur die Hörfähigkeit eines Ohres beeinträchtigt werde, während das kontralaterale Ohr ungeschädigt bleibe.“

    Diese Gerichtsurteile habe ich hier. Die Unterlagen der WAST (Bundesarchiv) hatte mein Vater an die Gerichte gegeben, ich kannte sie nicht. Ich habe sie erst neu angefordert und jetzt erst bekommen. Ich war sehr überrascht, dass dort Unfall und Sprengpatrone steht.

    Mein Vater erzählte von der Explosion einer Granate, damals war er 18 Jahre alt. Dass er gerade noch seinen linken Arm schützend vor das Gesicht halten konnte. So blieben die Splitter in seinem linken Unterarm und das rechte Auge war dadurch unverletzt. Die Hörschädigung ist auf seinem rechten Ohr schwächer gewesen, also kontralateral (auf der entgegengesetzten Körperseite). Die Explosion, womit auch immer, muss sich also links von ihm ereignet haben.

    Deshalb meine Fragen zu Granaten und Sprengpatronen. Wie kann denn so ein Unfall passiert sein? Hat vielleicht irgendjemand mit einer Sprengpatrone hantiert und damit eine Granate ausgelöst? Wenn mein Vater das selbst gewesen wäre, hätte er doch zumindest auch Verletzungen an den Händen haben müssen? Wie schätzt Ihr das ein?


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten


    Hallo zusammen


    Am 15.04.1942 bekam mein Vater die Einberufung als Fallschirmjäger. Zur Ausbildung zum Fallschirmjäger kam er nach Stendal und Wittstock an der Dosse.

    Danach kam er in das Fallschirm-Artillerie-Regiment 1, das im Herbst 1942 nach Russland in den Raum Witebsk-Smolensk verlegt wurde. Der Einsatz meines Vaters endete Mitte Februar auf Grund seiner Verletzung.

    Soweit ich aus den Erzählungen meines Vaters weiß, wurde er als Funker bei einer Fernmeldeeinheit eingesetzt. In ihren weißen Schneeanzügen mussten die Soldaten stundenlang im Schnee liegen, die Gegend kontrollieren und Meldungen machen. Der Winter war eisig und zu essen hatten sie nur noch gefrorene Kartoffeln und Wasser vom Schnee.


    Beiträge dazu:


    I. Fallschirmjäger Artillerie Regiment 1


    Sprengpatronen




    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

    Hallo zusammen,


    Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in diesem Jahr wurde am 30.06.2020 ein 110 Tonnen schweres und 25 Meter hohes Ehrendenkmal bei Rschew vom russischen Präsidenten Putin und dem weißrussischen Präsidenten Lukaschenko eingeweiht. Putin erklärte in seiner Rede, dass noch vor kurzem in der offiziellen russischen Geschichtsschreibung Rschew nicht erwähnt wurde. „Zu schwer“ sei es gewesen über „den Fleischwolf“ von Rschew zu sprechen.

    Ehrendenkmal


    Ehrendenkmal Rschew.jpg


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

    Hallo Jonas,


    auch mein Vater wurde 1942 mit 17 Jahren eingezogen und meldete sich freiwillig zu den Fallschirmjägern. Diese hatten einen besonderen Ruf, als Elitetruppe. U.a. wurde mit Max Schmeling für die "Grünen Teufel" geworben. Diese Jungs mit 17 oder 18 Jahren wußten doch nicht, was Krieg bedeutet. Die Familie meines Vaters litt Hunger und Not. Soldat werden mussten sie so oder so. Von klein auf wurde den Kindern der Nationalzozialismus eingebläut. Fallschirmjäger waren etwas Besonderes und es wurde versprochen, davon Teil zu sein.

    Das seh ich auch so.


    Nach ca. 1943, als überall mehr Sodaten gebraucht wurden, verloren die Fallschirmjäger ihren Freiwilligenstatus. Fallschirmjäger wurden als "Krisenfeuerwehr" im Erdeinsatz eingesetzt. Wenn ich es richtig weiß, wurde im März 1943 eine zweite Fallschirmjäger-Division aufgebaut. Insgesamt wurden dann bis 1945 elf Fallschirmjäger Divisionen aufgestellt, und später wurden sie gar nicht mehr im Fallschirmspringen ausgebildet. Der Freiwilligenstatus wurde aufgehoben. Ende 1943 wurde die dritte Division aufgebaut. Dazu erging im November 1943 ein Aufruf von Reichsmarschall Göring, der die besondere Haltung der Fallschirmjäger ausdrückt. Darin heißt: es:


    Die Fallschirmdivisionen der Luftwaffe haben sich während aller Kämpfe und Schlachten unvergänglichen Ruhm erworben. Wo immer sie eingesetzt wurden, waren sie unüberwindlich, sei es im Angriff vorwärts stürmend oder in der Verteidigung zäh durchhaltend. Die Divisionen zählen heute mit zu den ersten Elitetruppen der deutschen Wehrmacht. Der Einsatz dieser Verbände war so vielseitig und in allen Kampflagen und Kampfarten so bewährt, dass der Führer mich beauftragt hat, weitere Fallschirmdivisionen aufzustellen.


    Ich wende mich deshalb heute an alle Verbände der Luftwaffe und rufe sie auf zur Meldung von Freiweilligen, die sich mit Leib und Seele ganz dieser hervorragenden Waffe verschreiben wollen. In Sonderheit glaube ich, dass es viele Angehörige der Flak, der Nachrichtentruppe, der Stäbe und sonstiger Sonderformationen geben wird, die sich einen aktiveren Kampfeinsatz, als den bisherigen ersehnen. Hier ist eine Gelegenheit gegeben, sich höchstens zu bewähren. …


    Jeder einzelne aber, der sich freiwillig zu den Fallschirmjägern meldet, muss wissen, dass von ihm härtester Einsatz, unbeugsamer Kampfeswille und höchste Tapferkeit gefordert wird. Der Fallschirmjäger muss oft hinter den feindlichen Linien kämpfen und siegen. Er kennt keine Gefahr, die er nicht meistert. Darum prüfe sich jeder einzelne, ob er diesen hohen Ansprüchen genügen kann, ob sein Wille hart und ein Herz tapfer genug für diesen Einsatz ist. Der Fallschirmjäger muss wissen, dass es für ihn nie ein Zurück gibt, niemals ein Aufgeben der befohlenen Stellung. Er muss wissen, dass für ihn die Alte Parole gilt: „Die Garde stirbt, doch sie ergibt sich nicht“. Er muss bereit sein, weit über den Rahmen des Normalen zu leisten. Nur höchster Mut wird ihn hierzu befähigen. Aber auch schönster Ruhm wird ihm zu Teil werden. Wo immer ein Verband der Fallschirmjäger steht, steht er wie ein Fels in der Brandung, unerschütterlich und unbeugsam. Freund und Feind sieht mit höchster Achtung auf diese Truppe, der es vergönnt war, sich bisher so hohe Ehre und so hohen Ruhm zu erwerben.


    Wer sich zu dieser Waffe meldet, muss gewillt sein, dieser hohen Tradition alles zu opfern. Er muss auch bereit sein, stets und überall freudig sein Leben als höchstes Opfer für Führer und Volk hinzugeben. Der Fallschirmjäger kennt keine feindliche Übermacht. Er kennt keine Rücken- oder Flankenbedrohung, er muss sich unüberwindlich fühlen, gleichgültig, wie hart und schwer der Kampf um ihn tobt. Höchste Treue, tiefste Kameradschaft, unerschütterliche Pflichterfüllung und letzte Opferbereitschaft sind die Leitsterne jedes Fallschirmjägers.


    Mit dieser Parole ergeht mein Ruf an alle die Männer, die bereit sind, die geforderte Aufgabe zu erfüllen.


    Es lebe der Führer, das Deutsche Volk und unser herrliches Reich!


    Quelle: https://wwii.germandocsinrussi…e#page/1/mode/grid/zoom/1


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

    Hallo zusammen, hallo HiWi, hallo Bernhard_63,


    vielen Dank für die Antworten. Wahrscheinlich haben auch Fallschirmjäger verschiedene Sprengpatronen benutzt. Oder kann das Fallschirmjäger- Artillerie-Regiment 1 im Februar 1943 nur eine Sorte von Sprengpatronen benutzt haben?

    Mein Vater sprach davon, dass er von einer Granate verletzt wurde. Ich nehme an, dass Verletzungen durch Granaten oder Sprengpatronen ähnlich sein können. Also weil die Wirkung solcher Munition ähnlich ist. Da der Begriff Granate geläufiger ist, ist er sicherlich deshalb von meinem Vater verwendet worden. Anders, als wenn er gesagt hätte, ich wurde von einer Sprengpatrone getroffen. Der Begriff Sprengpatrone war mir bis dato auch gar nicht bekannt. Ist das plausibel?


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

    Hallo zusammen,


    unter diesem Thema: Fallschirm-Artillerie-Regiment 1 hatte ich von Euch schon sehr viel Hilfe bekommen. Ich habe nun nach 11 Monaten Antwort vom Bundesarchiv bekommen und möchte Euch nochmals um Hilfe bitten.

    Es werden die folgenden Einheiten meines Vaters genannt:


     10. Kompanie Fallschirm-Artillerie-Regiment 1 (Mob-Nr. 62796)
    Bundesarchivsignatur: B 563/06317


     2. Kompanie Fallschirmjäger-Ersatz-Bataillon, Aschersleben (Mob-Nr. 214736)
    Bundesarchivsignatur: B 563/07037


    Wie mir mitgeteilt wurde, kann ich über E-Mail: militaerarchiv@bundesarchiv.de noch Informationen über die Einsätze der Truppenteile anfordern. Das habe ich auch gemacht.


    Zu den Eintragungen auf den Karteikarten habe ich nun einige Fragen.


    Aus der 1. Abbildung:

    Was bedeutet die Abkürzung bei Dienstgrad?

    Was bedeuten die anderen Abkürzungen? Kann mir jemand die ??? ersetzen?

    12.2.43 ??? / vor Ostrowa / Unfall / schwer verletzt Sprengpatrone, ???, Auge, Brust, ??? Ribschewo, ??? Zertrümmerung des linken Auges, ???, Kriegslazarett 2/615


    Aus der 2. Abbildung

    L.Zg heißt sicherlich Lazarettzug? Wenn ich es richtig lese, war es die Nummer 1129. Unter Lazarettzüge ist eine Eintragung, die aber aber erst Ende 1944 als hier der 27.02.1943 ist. Vielleicht ist das von Interesse.

    Bedeutet Res.Laz. RESERVE Lazarett?


    Bis hierhin erst einmal vielen Dank.

    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

    Hallo zusammen,


    wie hat man denn diese Sprengpatronen benutzt? Ganz häufig habe ich Bilder wie hier: Sprengpatrone gefunden. Hat man die Patronen geworfen?

    Oder wie hier auf den Seiten 27 und 30 Waffen wird ein Wurfkörper genannt. Handelt es sich hier um Sprengpatronen?


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

    Hallo zusammen,


    nach über einem halben Jahr habe ich jetzt von der Wast eine Eingangsbestätigung erhalten, Corona-bedingt würden sich alle anfragen verzögern. Man möchte jetzt einen Identitätsnachweis, weil der alte nicht mehr gültig sei... Also eine Auskunft von dort wird noch dauern.

    Aber vielleicht kann mir inzwischen hier jemand Auskunft geben. Der Lazarettzug, in dem mein Vater war, fuhr ständig zwischen Smolensk und Warschau hin und her. Welche Strecke, Bahnlinie könnte dafür in Frage kommen?


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

    Hallo Steffen und Dieter,


    vielen Dank für die Infos.

    weil sich bei den Versuchen mit Hunden, Pferden und Beiwagenkrädern als Zugmittel für Geschütze und Munitionskarren mitunter "urkomische, fast zirkusreife Situationen" ergaben - immer wieder dankbares Motiv für Postkarten und Plakate

    wisst Ihr, wo man darüber eventuell Fotos oder Berichte findet? Das klingt auf jeden Fall sehr spannend.


    Liebe Grüße

    Kirsten

    "Buch Fallschirmjäger Rgt. 3 Eine Chronik in Bildern"

    Hallo Kurt,

    über das Buch habe ich Folgendes gefunden: Das Buch deckt den Zeitrahmen von 1916 bis 1941 ab.

    Zu dieser Zeit war mein Vater noch nicht eingezogen (wie schon oben geschrieben).

    Du schreibst aber, es würde "zum Wintereinsatz 42/43 der Fallschirmtruppe" dort Informationen geben. Da das Buch 99,- € kostet, würde ich schon gern Genaueres wissen. Vielleicht kannst Du doch noch einmal antworten?


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

    Hallo Kurt,


    Fotos von Ribschewo! Das ist ja unglaublich. Ganz lieben Dank. Ich beschäftige mich ja schon seit Monaten mit diesem Ort - und mit neuen Fotos oder Infos hatte ich nicht mehr gerechnet. Wow, Danke!

    Weitere Informationen und viele Bilder findest du hier

    Dort hab ich nachgeschaut. Leider hatte ich in der DDR nur zwei Jahre fakultativen Englischunterricht und das ist lange her :-). Also habe ich von dem Geschriebenen nicht viel entnehmen können.

    Auf der Seite 16 Dein Post: 03-23-2019, 02:46 PM cemetery Ribschewo, wird auf der rechten Seite #232 angezeigt. Der Link lässt sich allerdings bei mir nicht öffnen. So ist es übrigens bei allen #...

    Vielleicht kannst Du das für mich Relevante hier einstellen?

    Das Buch das empfiehlst, behandelt den Zeitrahmen von 1916 bis 1941, da war mein Vater noch nicht dabei.

    Vielen Dank auch für die Infos die Uniformen betreffend!


    Mit


    Hallo Muno,

    unser Großvater diente auch in der I. Abteilung des Fallschir-Artillerie-Regiments 1. Er wurde bei diesem Einsatz in Osten ebenfalls verwundet. Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit damit. Bei Interesse, melde dich bitte einfach.

    Und das Unglaubliche geht weiter - noch jemand, der über die I. Abteilung des Fallschir-Artillerie-Regiments 1 etwas weiß. Ich bin gespannt. Jede Info ist für mich interessant.


    Mit lieben Grüße

    Kirsten

    Hallo zusammen,


    und vielen Dank.

    Gibt es vielleicht eine Karte (Übersicht) welche Streckenverläufe (also Bahnlinien) die Lazarettzüge genommen haben, die aus der fraglichen Region gekommen sein könnten? Dann könnte ich eventuell so herausfinden, um welches KZ es sich gehandelt haben könnte.


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten Junge

    Hallo Gerd,


    ja einen Antrag habe ich gestellt, aber erst kürzlich.

    ... zwei Jahre? Na toll. Eigentlich dürfte es doch inzwischen weniger Nachfragen geben. Aber vielleicht hat man das Personal dort auch verringert.


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten