Posts by strops

    Hallo Bernd,


    eine schnelle Recherche zu den Ereignissen hat folgendes ergeben:


    Bei Höcker (Foreign Military Studies B-041) steht geschrieben, dass die 167. VGD Mitte Januar zwischen Oberwampach und Derenbach, entlang des Flusses Wiltz, im Einsatz war. Am 20. Januar 1945 endeten die Kämpfe um den Abschnitt um Derenbach mit dem Abzug der noch kampffähigen Verbände der 167. VGD. Bei Krüger (Foreign Military Studies B-332) wird das Einsatzgebiet des LVIII Panzerkorps, welchem die 167. VGD zu diesem Zeitpunkt unterstellt war, bestätigt.

    In diesem Abschnitt kämpfte auf amerikanischer Seite die 90. US-Infanteriedivision, welche zu diesem Zeitpunkt dem III. US-Korps unterstellt war (Quelle: https://history.army.mil/documents/ETO-OB/90ID-ETO.htm). Der After-Action-Report der 90. US-Infanteriedivision für den 19.01.1945 ist unter http://www.90thdivisionassoc.o…rts/HTML/Jan45/index.html zu finden. Der After-Action-Report des dort erwähnten 358. US-Infanterieregiments ist unter http://www.90thdivisionassoc.o…%20%2001%20Jan%201945.pdf abgelegt.


    Am 19.01.45 kam es, den Quellen zufolge, zu schweren Gefechten um Derenbach und die höhergelegenen Positionen um die Zufahrtsstraße von Derenbach. Die amerikanischen Verbände kamen dabei unter unerwartet starkes deutsches Abwehrfeuer. Die geringen Geländegewinne des Tages konnten dabei von den amerikanischen Truppen nicht gehalten werden. Aufgrund der starken Gegenwehr wurden die Truppen sogar auf ihre Ausgangspositionen zurückgenommen (AAR 90th Infantry Division).

    Der AAR des 358th Infantry Regiment gibt vielleicht die entscheidende Hinweise, was an dem Tag genau geschehen ist. Das Regiment nahm an dem Tag eine stark abnehmende Kampfaktivität der deutschen Artillerie wahr. Im Laufe des Tages konnte, nach der zwischenzeitlich Eroberung des Höhengeländes um Derenbach, von dem Regiment beobachtet werden, dass eine längere deutsche Kolonne nach Norden abzog. Diese Kolonne wurde unter Artilleriefeuer genommen und teilweise aus der Luft angegriffen.


    Das Abklingen des Artilleriefeuers am 19.01., in Verbindung mit der Aussage von Höcker, dass es einen Truppenabzug gegeben haben muss sowie der Beobachtung der 358th Infantry, lässt darauf deuten, dass die Artillerie abgezogen worden ist. Dieser Abzug blieb aber nicht unbemerkt und wurde seitens der amerikanischen Truppen unter Beschuss genommen. Es kann also sein, dass dein Großvater bei diesem Rückzug der Artillerie unter amerikanischen Beschuss geraten ist.


    Das einzige was nicht ganz passt ist die Angabe "Nähe deutsch-luxemburgische Grenze", Derenbach liegt eher in der Nähe der luxemburgisch-belgischen Grenze.


    Mehr konnte ich auf die Schnelle noch nicht herausfinden. Ich hoffe aber, dass es dir schon einmal weiterhelfen kann.


    Grüße

    strops

    Hallo Bernd,


    mein Beileid für den Verlust, auch wenn er schon lange zurück liegt. Vielen Dank für das Teilen, dieser doch sehr persönlichen Informationen.


    Aktuell versuche ich eine Tageschronik der Einsatzgeschichte der 167. VGD zu erstellen, bin aber erst bei den Ereignissen am 02.01.45. Ich hänge diesem Post einmal das entsprechende PDF (Anm.: PDF war zu groß, hänge daher das Word-Dokument an) meiner Ausarbeitung zu den Ereignissen am 30.12.44 an (Anmerkung: Die Karte habe ich komplett selbst gezeichnet). Ich plane diese Einsatzgeschichte auf einer eigenen Internetseite online zu stellen, sobald genug Material zusammengekommen ist. Aufgrund dessen, dass sich einige Quellen widersprechen (beispielhaft in meinem Post "Lutrebois 1944" nachzulesen), weise ich darauf hin, dass dies eine mögliche, wenn auch realistische Erzählung ist.


    Außerdem ist es richtig, dass sich die 167. VGD aus der 17. Luftwaffenfelddivision gebildet hat. Den entsprechenden Auszug aus dem KTB des Ia der 17. Luftwaffenfelddivision (NARA T-315 R-693) hänge ich diesem Post ebenfalls an.


    Parallel versuche ich einmal etwas über die Ereignisse vom 19.01.45 herauszufinden.


    Grüße

    strops

    Hallo Matthias,


    super, vielen Dank. Besonders interessant ist, dass die 2. Kompanie der Panzerjägerabteilung 167 Anfang Januar 1945 noch in Zuführung war. Dies erklärt auch, warum die 35. US-Infanteriedivision bis Anfang Januar gar nicht wusste, dass die 167. VGD über eigene gepanzerte Verbände verfügt.


    Grüße

    strops

    Hallo Michael,


    vielen Dank schon einmal fürs Nachschauen, ob die Chroniken Informationen zur 167. VGD enthalten.


    Da ich es noch nicht gemacht habe: Auf welchem Weg kann ich dir die FMS B-041 zukommen lassen?


    Grüße

    strops

    Hallo Manfred,


    vielen Dank für die Auflistung. Es dürfte sich um die Rollen T-78 R-900 und T-78 R-904 handeln, wie diese bei jccalvin zu finden sind. Aktuell durchforste ich die Karteikarten der Generalstabsoffiziere (T-78 R-883 bis T-78 R-895) und der Infanterieoffiziere (T-78 R-907 bis T-78 R-916) nach Offizieren, die der 167. VGD zugeordnet waren.


    Zusätzlich werte ich die POW-Reports des 134. US-Infanterieregiments aus, wie sie unter http://www.coulthart.com/134/ipw-report-134-index.htm zu finden sind.


    Dadurch kann ich deine Liste um die folgenden Namen ergänzen:


    Name Vorname Rang Einheit RDA Bemerkung Auszeichnungen

    Barking

    Alfred

    Major

    Adj./Stb. 167.VGD.

    01.06.44

    Seit 19.03.45

    EK II, EK I, Ostmed., Verw.Abz.schw., Sturmabz.

    Bauer


    Leutnant

    Kp.Fhr. 1./Pio.btl.167/167.VGD.


    POW Rep. 09.01.45


    Bayer


    Leutnant

    Kp.Fhr. 1./G.R.331/167.VGD.


    POW Rep. 02.01.45


    Bethke

    Günter

    Hauptmann d. R.

    Rgts.Adj.G.R.339/167.VGD.

    01.05.44

    POW Rep. 13.01.45

    EK II, Ver.Abz.schw., Verw.Abz.silber, Inf.St.Abz.silber, Ostmed. Nahkpf.Sp.Bro. EKI

    Bitsch

    Oskar

    Leutnant d.R.

    Zugfhr. 13./G.R.339/167.VGD

    01.08.44



    Elensen


    Leutnant

    Kp.Fhr. 1./Pz.jg Btl.(?)/167.VGD.


    POW Rep. 02.01.45


    Graf Finck von Finckenstein

    Wilhelm

    Major

    Adj./167.VGD.

    01.01.44


    POW Rep. 13.01.45

    (Finkelstein)

    EK II, Inf.St.Abz., Ostmed., EK I

    Flor


    Leutnant

    Kp.Fhr. 7./G.R.339/167.VGD.


    POW Rep. 30.12.44

    Gefallen 30.12.44


    Fröhlich


    Leutnant

    Kp.Fhr. 8./G.R.331/167.VGD.


    POW Rep. 06.01.45


    Geiger


    Oberleutnant

    Kp.Fhr. Pio.btl.167/167.VGD.


    POW Rep. 09.01.45


    Harzenett

    Harzenetter

    Harzenmetter

    Johann

    Hauptmann

    Btl.Fhr. II./G.R.331/167.VGD.


    RK 09.05.45

    POW Rep. 06.01.45


    Hazenetter


    Leutnant

    Kp.Fhr. 2./ Füsilier-Btl.167/167.VGD.


    POW Rep. 10.01.45


    Heuter


    Leutnant

    Kp.Fhr. 4./G.R.339/167.VGD.


    POW Rep. 09.01.45


    Hirsch


    Leutnant

    Kp.Fhr. 5./G.R.331/167.VGD.


    POW Rep. 11.01.45


    Höcker

    Hans-Kurt

    Generalleutnant

    Kdr. 167.VGD (17.10.44)

    Kdr. 167.ID (10.04.45)

    Kdr. 59.ID. (17.04.45)

    01.01.1943


    Sp.z.EK II, Sp.z.EK I, DKiG, Inf.St.Abz., Ostmed., RK

    Höcker


    Major (Oberstleutnant)

    Btl.Fhr. I.(II.?)/G.R.339/167.VGD.

    Rgt.Fhr. G.R.339/167.VGD.


    POW Rep. 30.12.44

    POW Rep. 31.12.44


    Hoffmann


    Oberstleutnant

    Rgt.Fhr. G.R.339/167.VGD.


    POW Rep. 02.01.45

    POW Rep. 07.01.45

    POW Rep. 13.01.45


    Jahnke


    Leutnant

    Kp.Fhr. 8./G.R.339/167.VGD.


    POW Rep. 07.01.45


    Käss


    Hauptmann

    Btl.Fhr. Füsilier-Btl.167/167.VGD.


    POW Rep. 08.01.45


    Kaufmann


    Hauptmann

    Btl.Fhr. Pz.jg Btl.(?)/167.VGD.


    POW Rep. 02.01.45


    Naumann


    Hauptmann

    Btl.Fhr. II./Art.Rgt.167/167.VGD.


    POW Rep. 12.01.45


    Neuenhaus


    Hauptmann

    Btl.Fhr. I./G.R.339/167.VGD.


    POW Rep. 09.01.45


    Rendel

    Franz

    Oberstleutnant

    Rgt.Fhr. G.R.387/167.VGD.

    Rgt.Fhr. G.R.339/167.VGD.

    01.04.44

    seit 05.11.44

    POW Rep. 09.01.45

    EK I

    Renner


    Leutnant

    Kp.Fhr. 3./G.R.339/167.VGD.


    POW Rep. 10.01.45

    POW Rep. 11.01.45


    Reuter


    Leutnant

    Kp.Fhr. 4./G.R.339/167.VGD.


    POW Rep. 11.01.45


    Schirm

    Karl-Siegfried

    Hauptmann

    Kp.Fhr. 14./G.R.331/167.VGD.

    01.04.43

    06.11. versetzt als K(Inf.Pz.Jg.)

    POW Rep. 02.01.45

    KVK II m.Schw.

    Schleicher

    Anton

    Leutnant d.R.

    Kp.Fhr.Füs.Btl.167/167.VGD.

    01.02.42


    EK II, Inf.St.Abz.silb., KVK II, KVK i m.Schw.

    Schmitt

    Gustav

    Leutnant

    167.VGD.

    01.07.44

    seit 04.12. als Ersatz für Oblt. Lindner)


    Schneider

    Otto

    Leutnant

    Zugfhr. II./G.R.387/167.VGD.

    01.04.43


    EK II, Inf.St.Abz.silber, Verw.Abz.schw.

    Schönemann

    Willi

    Leutnant d.R.

    Offz.z.b.V./G.R.331/167.VGD.

    01.11.44



    Schröder

    Franz

    Leutnant

    Kp.fhr. (Schtz.)/167.VGD.

    01.07.44

    versetzt am 30.11.

    EK II

    Schubert

    Theodor

    Leutnant d.R.

    Lehrgr.Ltr. Feld-Ers.Btl.1167/167.VGD.

    01.09.44


    Inf.St.Abz.silber, EK II

    Schulz

    Hans

    Leutnant

    Lehrgr.Ltr. Feld-Ers.Btl.1167/167.VGD.

    01.07.44


    Inf.St.Abz.silber, Verw.Abz.schw., EK II

    Schulz

    Josef

    Leutnant d.R.

    2.Ord.Offz.G.R.387/167.VGD.

    01.09.44


    Spanienkreuz in (?)

    Schumacher

    Walter

    Hauptmann d.R.

    Kp.Chef 2./G.R.339/167.VGD.

    Btl.Chef I./G.R.339/167.VGD

    01.07.44


    POW Rep. 02.01.45

    EK II, KVK II m.Schw.

    Schumann

    Emil

    Leutnant d.R.

    Zugfhr. 4./G.R.387/167.VGD.

    01.09.44


    EK II, Verw.Abz.schw., Ostmed.

    Schütz

    Josef

    Leutnant d.R.

    Zugfhr. I./G.R.339/167.VGD.

    01.09.44


    Verw.Abz.silber, EK II, Inf.St.Abz.silber

    Schwarzbauer

    Friedrich

    Leutnant d.R.

    Ord.Offz.G.R.331/167.VGD.

    01.09.44


    EK II

    Seidler


    Leutnant

    Kp.Fhr. 8./G.R.331/167.VGD.


    POW Rep. 11.01.45


    Seiler

    Anton

    Leutnant d.R.

    Zugfhr. G.R.331/167.VGD.

    01.07.44

    Evtl. Seidler aus POW-Report (?)

    EK II

    von Siebert


    Oberstleutnant

    Ia/167.VGD.

    01.05.44



    Graf Soden

    Hans Joachim

    Oberleutnant d.R.

    Kp.Fhr.Stabskp. G.R.387/167.VGD.

    01.09.43


    EK II, EK I, Flak-Kampfabz., KVK II

    Speckmann

    Hans

    Oberleutnant d.R.

    Kp.Fhr. G.R.387/167.VGD.

    01.01.43


    Inf.St.Abz., EK II, Verw.Abz.i.Schw., EK I, Ostmed.

    Spitzfaden


    Leutnant

    Btr.Fhr. 4./Art.Rgt.167/167.VGD.


    POW Rep. 12.01.45


    Stanicki

    Bernhard

    Leutnant d.R.

    Kp.Fhr. Feld-Ers.Btl.1167/167.VGD.

    01.12.42


    EK II, Inf.St.Abz.silber, Ostmed., Verw.Abz.i.Schw.

    Steins

    Heinrich

    Leutnant

    Nachr.Zgfhr. G.R.339/167.VGD.

    01.04.43


    EK II, Inf.St.Abz.silber, Verw.Abz.schw., EK I, Ostmed.

    Stöbe


    Hauptmann

    Btl.Fhr. I./G.R.331/167.VGD.


    POW Rep. 02.01.45


    Swoboda

    Robert

    Leutnant d.R.

    Adj.Feld.Ers.Btl.1167/167.VGD.

    01.03.43


    Verw.Abz.sch., Ostmed., Med.z.Er.a.d.13.Okt.1938

    Szydzik

    Ulrich

    Leutnant

    Kp.Fhr. 13./G.R.339/167.VGD.

    01.12.42


    EK II, Inf.St.Abz., Verw.Abz.schw.

    Tüngethal

    Eduard

    Leutnant d.R.

    Kp.Fhr. 14./G.R.387/167.VGD

    01.12.43


    EK II, Inf.St.Abz., Ostmed., Verw.Abz.schw., Krftfhr.Bew.Abz.i.Br.

    Zähner


    Oberstleutnant

    Rgt.Fhr. G.R.331/167.VGD.


    POW Rep. 02.01.45

    vermutl. Zellner


    Zellner


    Major

    Oberstleutnant

    Rgt.Fhr. G.R.331/167.VGD.

    01.01.42

    Seit 04.10.44

    POW Rep. 12.01.45

    EK I


    Grüße

    strops

    Hallo Michael,


    vielen Dank für deine Infos und Quellenangaben.


    Die Chronik von Mayerhofer endet, soweit ich weiß mit der Auflösung der 167. ID und hat keinen Bezug zur 167. VGD. Die Chronik von Zeibig habe ich bisher noch nicht wahrgenommen, muss ich zugeben. Weißt du vielleicht etwas über die Verfügbarkeit dieser Chronik? Eine schnelle Recherche hat gezeigt, dass die Chronik nicht leicht zu bekommen ist.


    Die KTB der Korps habe ich, soweit bekannt, nach der 167. VGD durchforstet. Leider gibt es für den Zeitraum der Unterstellung zum XXXIX. Panzerkorps, bis zur Unterstellung zur 7. Armee, keine Unterlagen zum XXXIX. Panzerkorps oder der 5. Panzerarmee. Komischerweise taucht das XXXIX. Panzerkorps nicht einmal in den Tagesmeldungen OB West (30.12./31.12.44) auf.


    Mit der Bereitstellung der B-041 habe ich persönlich keine Bedenken. Habe nur eine Frage dazu: Wie sieht es mit der Verbreitung von Archivunterlagen über diese Seite aus rechtlicher Sicht aus?


    Grüße

    strops

    Hallo an alle,


    vielleicht wurde es auch an anderer Stelle schon einmal erwähnt, aber zum Thema Todesstrafe in der Wehrmacht, kann ich das Buch "Das letzte Tabu - NS-Militärjustiz und 'Kriegsverrat'" von Wolfram Wette (mein Exemplar habe ich über die bpb bezogen) empfehlen.

    Das Buch beschreibt die Grundlagen zum Thema "Kriegsverrat" und beinhaltet eine umfangreiche Dokumentation (Feldurteile, Anklageschriften ...) zu den angeklagten und verurteilten Soldaten (namentliche Nennung).


    Grüße

    strops

    Hallo Thomas,


    vielen Dank für die Rückmeldung zu meinen beiden Beiträgen. Ich habe bei meinen Recherchen schnell gemerkt, dass eine Aufstellung der Einsatzgeschichte der 167. VGD nur mit einer ausführlichen Quellenanalyse möglich ist. Es gibt nur wenige Quellen zu diesem Thema und diese widersprechen sich teilweise.


    Das Personal der 167. VGD wurde aus mehreren Regionen Deutschlands und den besetzten Gebieten rekrutiert. Ich hoffe auf diesem Weg auch mit Personen in Kontakt zu kommen, deren Angehörige oder Bekannte vielleicht ebenfalls in dieser Division gedient haben. Für mich ist zurzeit jede erzählte Geschichte hilfreich, selbst wenn diese Erzählungen erstmal keinen konkreten Bezug zu einem Datum oder Ort haben.


    Letztendlich ist es manchmal auch schon hilfreich, wenn man weiß, wie der Rand des Puzzleteils aussieht, um weiter zu kommen.


    Grüße

    strops

    Hallo an alle,


    aktuell recherchiere ich zur 167. Volks-Grenadier-Division und habe damit begonnen, die Unterstellungsverhältnisse der 167. VGD für Januar zusammenzutragen. Bei Tessin werden diese als "unbekannt" gekennzeichnet. Anbei meine bisherigen Ergebnisse:


    Datum

    Armeekorps

    Armee

    Quelle

    26.12.44

    LIII (?)

    7. Armee

    Kriegstagebuch des OKW 1944-1945 Teilband 2,

    II. Teil, B. Der Westen

    27.12.44

    LIII (?)

    7. Armee

    NARA T-314 R-1335 Frame 425

    KTB LIII AK (Dec. 44 – März 45)

    [Hinweis: nur Vermerk auf Heranführung, nicht Unterstellung]

    30.12.44

    XXXIX

    5. Panzerarmee

    B-041 On the participation of the 167. Volks Gren Div, the 59. Div. and the Corps Group Hoecker in the American Campaign

    NARA T-314 R-1335 Frame 1067

    Anl. 27.XII.44 – I.II.45

    KTB LIII AK (Dez. 44 – Feb. 45)

    01.01.45

    LIII

    7. Armee

    WFST Op (H) West, Lage West (Raum Bastogne), 1.1.45

    [Anm. kein Hinweis in der Lagekarte:

    NARA T-314 R-1335 Frame 1062

    Anl. 27.XII.44 – I.II.45

    KTB LIII AK (Dez. 44 – Feb. 45)]

    02.01.45

    XXXIX

    5. Panzerarmee

    WFST Op (H) West, Lage West (Raum Bastogne), 2.1.45

    04.01.45

    LVIII

    5. Panzerarmee

    NARA T-314 R-1498 Frame 305

    Ia KTB Nr. 5 1.11.44 – 9.1.1945

    09.01.45

    LIII

    7. Armee

    NARA T-314 R-1498 Frame 308

    Ia KTB Nr. 5 1.11.44 – 9.1.1945

    NARA T-314 R-1335 Frame 466

    KTB LIII AK (Dec. 44 – März 45)

    12.01.45

    LVIII

    5. Panzerarmee

    NARA T-314 R-1335 Frame 496

    KTB LIII AK (Dec. 44 – März 45)

    21.01.45

    LVIII

    7. Armee

    B-332 LVIII PZ CORPS II Part (13 Jan – 2 Feb)

    24.01.45

    XIII

    7. Armee

    B-039 Report on the ARDENNES Campaign Part II


    Weiß jemand, ob es weitere Quellen gibt, aus denen Informationen zur 167. VGD hervorgehen?


    Ebenso bin ich über jede Information zur 167. VGD dankbar und freue mich über einen regen Austausch zu diesem Thema (insbesonders über Informationen zur Panzerjägerabteilung 167, auch wenn ich es für sehr unwahrscheinlich halte, dass es da viele Infos gibt.)


    Grüße

    strops

    Hallo an alle,


    im Rahmen von Recherchen zum Einsatz der 167. Volksgrenadierdivision während der Ardennenoffensive, bin ich auf die Ereignisse vom 30.12.44 im Raum Lutrebois - Chateau Losange gestoßen. Dabei konnte ich folgenden Stand der Literatur ausarbeiten, wobei sich die verschiedenen Quellen teilweise nicht decken. Hat jemand vielleicht weitere Informationen zu den beschriebenen Eregnissen (es handelt sich genau um das 331. GR / 167. VGD.)?


    Ereignisse am 30.12.1944, GR 331

    In Bergström, Christer, The Ardennes 1944-1945, Hitler’s Winter Offensive, S. 312, 2014 wird beschrieben, dass die 167. VGD die Straße Arlon (Martelange) – Bastogne überschritten hat und den Wald „Bois Bechou“ nordöstlich von Assenois erreicht hat. Allerdings bestand keine Chance gegen die 4. US-Panzerdivision, so dass sich die Division wieder auf die östliche Seite der Straße Arlon – Bastogne zurückziehen musste. Laut Generalleutnant Hans-Kurt Höcker wurde das angreifende Bataillon volsständig aufgerieben.

    Bergström bezieht sich dabei in dieser Aussage auf den Text in Cole, Hugh M., The Ardennes: Battle of the Bulge, S. 626, 1964 (Fußnote 209, Kapitel 8, The Ardennes 1944-1945). Cole beschreibt, dass am Morgen des 30.12.1944 die 167. VGD die Straße Martelange – Bastogne überschritten hat und den Rand der Wälder südöstlich von Assenois erreicht hat. Dort stießen die Grenadiere auf das 51. Armored Infantry Bataillon der 4. US-Panzerdivision, welches jeden Versuch, aus dem Wald in freies Gelände durchzubrechen, verhinderte. Außerdem wurden Jagdbomber und Granaten, welche gezielt in den Bäumen explodierten, den Grenadieren zum Verhängnis. Diese Angriffe wurden von der Artillerie der 35. US-Infanteriedivision durchgeführt.

    Cole bezieht sich dabei auf die Aussagen von Generalleutnant Höcker, Hans-Kurt, MS # B-041, 167th Volks Grenadier Division, 24 December 1944-February 1945, Corps Hoecker, 2-10 March 1945 and 59th Infantry Division, 20 March-24April 1945, S.7, 1946. Höcker beschreibt in dieser Studie den Angriff des Spitzenbataillons am 30.12.1944. Er gibt an, dass das Spitzenbataillon den äußersten Rand des Waldes südlich von Remoifosse erreicht hat. Dabei wurde der Btl.-Kdr. verwundet und der Adjutant ist gefallen. Aufgrund dessen, dass die 1.SS-Panzerdivision dem Angriff nicht folgen konnte, musste sich das Spitzenbataillon wieder zurückziehen. Dabei sind nur wenige Männer des angreifenden Bataillons zu den deutschen Linien zurückgekehrt.

    Die von Cole eingeführte und danach zitierte Wendung, dass das Bataillon [was] „cut to pieces“, kommt bei Höcker nicht vor und wurde wohl von Cole so beschrieben.

    Die Informationen über das Vorrücken der 167. VGD wird auch bei Rickard, John Nelson, Advance and Destroy, Patton as commander in the Bulge, S. 228, 2011 so wiedergegeben. Wie auch Cole beschreibt Rickard in der Fußnote 11, dass nur wenig Informationen über den Einsatz der 167. VGD bekannt sind. Rickard schreibt noch, dass die 167. VGD vermutlich mit zwei Regimentern angegriffen hat.

    Das Überqueren der Straße Arlon-Bastogne wird auch in der Lagekarte OB West vom 01.01.45 gezeigt. Dort ist die Überquerung eher nordöstlich von Assenois anzusetzen (Lage West 1.1.45). Die Lage deckt sich daher eher mit der bei Betgström beschriebenen Position, wobei der Einbruch in die amerikanischen Stellungen dort nicht in der gleichen Tiefe eingetragen ist, wie bei Bergström beschrieben. Die Meldung, dass die Straße abgeschnitten worden ist, muss demnach beim OKW eingegangen sein und es muss auch am 01.01.45 noch davon ausgegangen worden sein, dass die Straße abgeschnitten ist. Genaue Truppenstellungen oder Verbände werden nicht angegeben. Es kann sich nach der Lage OB-West sowohl um Truppen der 167. Volksgrenadierdivision, als auch der 1. SS-Panzerdivision handeln. Für beide Positionen, nordöstlich und südöstlich von Assenois gibt es Belege, wobei keine Lagekarte OB-West vom 30.12.44 oder 31.12.44 zu finden waren. Inwiefern die Karte vom 1.1.45 die Lage vorherige Tage widerspiegelt, ist nicht sicher zu sagen

    Die Lagekarte des OB-West vom 1.1.45 ist die einzig vorhandene Primärquelle, welche aus Sicht der deutschen Seite vorhanden ist. Alle anderen Primärquellen, die die Ereignisse vom 30.12.44 wiedergeben können, sind aus amerikanischer Sicht beschrieben.

    Von Seiten der 35. US-Infanteriedivision ist bekannt, dass diese am 30.12.44 vom Gegenangriff der 167. VGD auf Lutrebois überrascht worden ist und die 4. US-Panzerdivision zu Hilfe kommen musste, um die vorrückenden deutschen Verbände aufzuhalten.

    Einen ersten Anhaltspunkt liefern die Berichte, welche von deutschen Soldaten, nach ihrer Gefangennahme, durch die amerikanischen Truppen aufgenommen worden sind. Danach ist das I./GR331 am frühen Morgen des 30.12.44 aus dem Wald nordöstlich von Lutrebois angetreten und konnte, zumindest in Teilen, Lutrebois passieren und in die Wälder westlich von Lutrebois eindringen. Darüber hinaus werden im Unit Journal Headquarters 134th Infantry, Dec 44, keine Hinweise gegeben, dass deutsche Truppen die Straße Arlon-Bastogne abgeschnitten haben und diese wieder durch Verbände der 35. US-Infanteriedivision freigekämpft werden mussten.

    Nach dem Report of Action Against the Enemy – December 1944, 35th Infantry Division, Headquarters 35th Infantry Division, APO 35, US Army, January 14 1945, werden die Ereignisse des 30.12.44 so beschrieben, dass der Angriff des GR 331 durch das 134. US-Infanterieregiment aufgehalten werden konnte und das Regiment seine Positionen den Tag über gehalten hat. Der Angriff der deutschen, mit dem Ziel die Straße Arlon – Bastogne abzuschneiden wurde damit zurückgewiesen.

    Im Report of Action Against the Enemy, December 1 to December 31, 1944, Headquarters 134th Infantry Regiment, APO #35, US Army, 4 January 1945, wird für den 30.12.44 ausdrücklich erwähnt, dass der Angriff der deutschen Verbände ca. 400 m vor der Straße Arlon – Bastogne aufgehalten werden konnte und es den deutschen Truppen nicht gelang, diese Straße abzuschneiden.

    Die amerikanischen Truppen der 35. US-Infanteriedivision mussten sich dennoch zurückziehen und waren auf Hilfe der 4. US-Panzerdivision angewiesen

    Der After Action Report, 51st Armd Inf. Bataillon, 4th Armored Division, 23 Aug thru 9 May 45 gibt dabei detailliert die Gegenmaßnahmen des 51. Panzergrenadierbataillons der 4. US-Panzerdivision wieder.

    Danach wurde das 51st AIB bereits um 04:30 von dem Gegenangriff der deutschen Verbände unterrichtet und richtete sich zur Verteidigung ein. In diese Vorbereitungen kam die Meldung, dass die deutschen Verbände in die Wälder westlich von Lutrebois eingesickert ist, um die Straße Arlon-Bastogne südlich von Remoifosse abzuschneiden. Gegen 08:45 wurde im Gefechtsstand des 51st AIB (Chateu Losange) deutsches MG-Feuer wahrgenommen. Dieser Angriff führte zum Rückzug von Einheiten des 134. Infanterieregimentes und die deutschen Truppen verfolgten die sich zurückziehenden amerikanischen Einheiten. Auch wenn es für die amerikanischen Einheiten des 51st AIB zunächst schwierig war das Feuer zu eröffnen, da die deutschen und amerikanischen Truppen vermischt waren, gelang es die deutschen Truppen unter gezieltes Feuer zu nehmen. Die Soldaten des Gefechtstandes beobachteten vom Chateau Losange aus die deutschen Bewegungen. Als die deutschen Soldaten den Wald verließen und auf die Lichtung vor dem Schloss vordrangen, nahmen die deutschen Verbände zwar die amerikanischen Einheiten zuerst unter Feuer, allerdings konnten die amerikanischen Verbände ihre Waffen im zusammengefassten Feuer gegen die deutschen Truppen richten. Die deutschen Verbände mussten sich daraufhin von dem Schloss zurückziehen und wieder in den Wald zurückkehren.

    Neben den Verbänden der 167. VGD befanden sich auch mindestens zwei Züge der 5. Kompanie des 2. SS-Panzergrenadierregiments der 1. SS-Panzerdivision im Bereich um das Chateau Losange. Nach dem Interrogation Report, 134th Infantry Regiment, IPW 60, 30.12.44 kamen zwei Züge der 5. Kompanie bis an den Waldrand zum Chateau Losange, mussten sich dann aber gegen Druck der amerikanischen Verbände zurückziehen. Nähere Einzelheiten zu diesem Gefecht sind im After-Action-Report des 51st AIB nicht erwähnt.

    Das Eingreifen der Divisionsartillerie wird in den vorhandenen After-Action-Reports nur sporadisch beschrieben, es sind keine genauen Einsatzdetails erwähnt. Lediglich die Tatsache, dass es einen deutschen Gegenangriff gab, der mit Hilfe der Artillerie gestoppt werden konnte, wird erwähnt.

    Bei der Beschreibung dieses Gefechtes werden zwar keine deutschen Truppen benannt, aber es kann sich nur um das I./ GR 331 handeln. Dieses Bataillon war das einzige Bataillon, welches es um diese Zeit, aus der Richtung Lutrebois kommend, bis in den Wald geschafft hat und weiter vorrücken konnte.

    Bei diesem Bericht des 51st AIB ist ebenfalls nicht erwähnt, dass deutsche Truppen die Straße Arlon-Bastogne abschneiden konnten. In der Lesart ist der Bericht aber mit den Ausführungen von Höcker identisch. Das betreffende Bataillon konnte in die Wälder westlich von Lutrebois vorstoßen und erlitt dort sehr hohe Verluste. Ort und Rahmenumstände stimmen einigermaßen überein. Der einzige Unterschied ist die Tiefe des Einbruches der deutschen Verbände in die amerikanische Stellung.

    Es besteht auch die Möglichkeit, dass es in der Meldung nach dem Angriff zu einem Fehler gekommen ist und das beschriebene offene Gelände (welches in diesem Fall eine Lichtung vor dem Chateau Losange war) aus deutscher Sicht so interpretiert worden ist, dass die Straße Arlon – Bastogne bereits überschritten war und der westliche Rand des Waldes erreicht worden ist. Dies wird dadurch unterstützt, dass die angreifenden Verbände hohe Verluste erlitten haben und die Truppen teilweise erst Tage später wieder zu den deutschen Linien zurückkehren konnten.

    Ergänzend ist noch festzuhalten, dass auch im After Action Report der 3. US-Armee kein Hinweis darauf enthalten ist, dass Einheiten der 167. VGD (oder andere Einheiten) die Straße Arlon - Bastogne abschneiden konnten.

    Bei Rickard wird noch darauf hingewiesen, dass Einheiten der 1.SS-Panzerdivision am 30.12.44 das Chateau Losange erobert hätten und anschließend bis an die Straße Arlon – Bastogne herangerückt waren. Ein weiterer Angriff auf das Chateau Losange wird in dem After-Action-Report des 51st AIB nicht erwähnt. Es gibt, wie bereits erwähnt, lediglich den Hinweis, dass auch Einheiten der 1. SS-Panzerdivision im Raum um das Chateu Losange präsent waren.

    Gesichert ist, dass der Kampfraum Lutrebois – Chateau Losange – Villers-la-Bonne-Eau im Rahmen der Kampfhandlungen nicht klar zwischen der 1.SS-Panzerdivision und der 167. VGD aufgeteilt war. Die Einheiten der 1.SS-Panzerdivision sollten den Angriff der 167. VGD aus Lutrebois mit Panzern unterstützen, diese mussten sich aber erst von Lutremange nach Lutrebois in Bewegung setzen. Diese Bewegung führte automatisch zur Vermischung der beiden beteiligten deutschen Divisionen. Ebenso kam es im Wald westlich von Lutrebois zu Vermischungen der beiden Verbände. Es kann durchaus sein, dass das Vordringen des 331. GR und des 2. SS-PzGR zeitnah lag und der Angriff der deutschen Verbände als ein einziger Angriff wahrgenommen worden ist


    Kennt vielleicht jemand weitere Quellen zu diesem Thema, die ich noch auswerten kann?


    Vielen Dank.


    Grüße

    strops