Posts by strops

    Guten Abend zusammen,


    Überraschung kann auch als Element in der Verteidigung gefunden werden. Die Anwesenheit der 352. ID am Omaha Beach und Bittrichs Truppen während Market Garden sind nur zwei Beispiele dafür. In beiden Fällen kamen die Angriffe überraschend und trafen auf einen vorbereiteten Gegner bei Omaha Beach und eine starke Truppenansammlung im Falle der 6th Airborne bei Arnheim.


    Grüße

    Alex

    Guten Abend zusammen,


    eigentlich interessant, dass der Grundsatz:


    „Es ist ein Gesetz, so alt wie der Krieg überhaupt, dass die Überraschung des Feindes ein besonders wirksames Mittel ist, um einen großen Erfolg zu erringen.


    so tief verankert ist. Nehmen wir z.B. die zweite Schlacht bei El Alamein. Das ein Angriff stattfand war bekannt, die Verteidigungsmaßnahmen so gut wie möglich ausgebaut, trotzdem war es ein großer Erfolg.


    Die Landung von Anzio wiederum eigentlich eine Überraschung, aber kein durchschlagender Erfolg. Hier wiederum verantwortlich das Zögern der amerikanischen Befehlshaber direkt weiter vorzustoßen.


    Eventuell greift der Grundsatz, dass kein Plan die erste Feindberührung überlebt. Entsprechend kommt es auf den weiteren Verlauf an. Siehe auch die Rückeroberung von Charkow 1943. Die Eroberung war sicherlich überraschend, weil es den deutschen Truppen keiner zugetraut hat. Dennoch war der „Schlag aus der Hinterhand“ sehr begrenzt und konnte in dem Sinne nicht weiter ausgenutzt werden um einen operativen Durchbruch zu erzielen.


    Grüße

    Alex

    Guten Abend zusammen,


    wieder einmal ein interessantes Thema von Karl. Im Großen Maßstab, wie dem Unternehmen Barbarossa, würde ich die Überraschung auch nur im taktischen sehen.

    Am Beispiel der 11. Infanteriedivision am 22.06.41 zeigt sich dies schon deutlich. Der erste Angriff traf auf Grenzschutztruppen, die sicherlich überrascht waren. Die in der Tiefe stehende 90. Schützendivision wusste schon relativ genau, was da auf sie zukam. Verteidigung wurde an Flüssen bezogen und es gelang sogar die deutschen Truppen kurz aufzuhalten.

    Wenn man sich die Befehle der russischen Stäbe und die Gegenmaßnahmen anschaut, sind diese schon relativ präzise. Es wurden sogar Angriffe in die Flanken der Vorstöße geplant. Diese scheiterten daran, dass die deutschen Truppen die Bereitstellungsräume meistens vor den sowjetischen Verbänden erreichten. Der Vorstoß lief einfach, aufgrund der Konzentration auf kleinem Raum, sehr schnell bzw. die sowjetischen Gegenangriffe liefen sehr unkoordiniert. Der Panzerangriff bei Kaltinenai zog sich z.B. über mehrere Wellen an verschiedenen Punkten, anstatt an einer Stelle gebündelt und konzentriert anzugreifen.

    Ungenügende Truppenführung und starres Festhalten an nicht zu verteidigenden Punkten ist vermutlich viel schlimmer und nachhaltiger, als die Überraschung im strategischen Sinne.

    Beispiel dafür ist auch die Ardennenoffensive. Teilweise hinhaltender Widerstand und Umgruppierungen der amerikanischen Truppen ließen den Angriff am Nordflügel, trotz Überraschung, in wenigen Tagen scheitern.

    Entscheidender scheint also die beim Gegner entstehende Verwirrung zu sein. Verwirrung hat dann auch strategische Auswirkung. Ein Beispiel dafür ist der Angriff der 90th US Infantry Division Anfang Januar in den Ardennen. Es dauerte Tage bis die deutschen Stäbe überhaupt wussten, welche Einheit in welche Richtung angreift. Entsprechend liefen die Gegenmaßnahmen sehr überstürzt, was fast zur Einkesselung von 3 deutschen Divisionen geführt hätte.


    Grüße

    Alex

    Hallo Martina,


    interessant ist der Vermerk auf der Karteikarte bezüglich der Anfrage zum Nachnamen im Bezug zum Judentum. Gibt es da einen bekannten Zusammenhang?

    Eine mögliche Schreibweise für den Namen wäre auch Goldszer. Eventuell gibt es diesen Namen in seinem Geburtsort urkundlich zu finden?

    Hypothetisch, bei einer möglichen Änderung des Nachnamens zu Goldscher gab es eventuell auch eine Vornamensänderung. Ein Eintritt in die Wehrmacht wäre dann vermutlich mit dem Geburtsnamen erfolgt, aber der „Ruf“name wäre dann der umbenannte.

    Wie in der Kartei auch erwähnt, ist ein jüdischer Glauben aber nahezu ausgeschlossen, da meines Wissens ein Offizier den Ariernachweis bis in die fünfte Generation erbringen musste. Ein sogenannter „Halbjude“ (dieser Begriff im Sinne der völkerrechtswidrigen „Gesetzgebung“ des Nationalsozialismus) konnte, meines Wissens, kein Offizier werden.

    Eventuell ein weiterer Rechercheansatz.


    Grüße

    Alex

    Hallo Martina,


    du schreibst ihr seit in den Geburtsort deiner Mutter gefahren. Über Ort und Jahr sollte sich eigentlich die Geburtsurkunde von ihr finden lassen (zumindest früher konnten die Bücher bei ancestry zwar nicht durchsucht, aber durchgeblättert werden, wenn die Sperrfrist noch lief).

    Auf der Geburtsurkunde deiner Mutter müssten dann Vater und Mutter, sowie evtl. Paten oder Zeugen vermerkt sein. Diese Namen tauchen dann auch wahrscheinlich wieder in anderen Urkunden etc. auf. Mit ein bisschen Glück kommen da neue Namen und Adressen. Den Weg der Mutter zu verfolgen, kann auch zu deinem Vater führen. Am Ende findet sich eventuell eine Heiratsurkunde.


    Grüße

    Alex

    Hallo Jan,


    kam wahrscheinlich auf die Front und den groben Ort der Gefangennahme an. Von an der Ostfront gefangenen Soldaten weiß ich von zwei Fällen, dass sie eines Tages an der Haustür der Mutter standen. Einer davon durfte zwar Briefe an die Heimatadresse schreiben, aber die kamen nie an.

    An der Westfront, einmal gefangen bei Zwickau, dauerte die ganze Gefangenschaft nicht mal drei Monate. Briefe gab es keine, die Eltern wussten auch nichts davon, dass der Soldat in Gefangenschaft war,

    Im Rheinwiesenlager gab es keine Info und Post, in einem Fall. Erst bei Verlegung in ein anderes Gefangenlager konnte dann Post geschrieben werden.


    Soweit ich weiß hat das DRK manchmal eine Info bekommen, bzw. durften die Gefangenen kurze Karten nach Hause schreiben.


    Grüße

    Alex

    Hallo zusammen,


    danke für die Infos an Karl und ein interessanter Aspekt von Mathias.

    Hat sich eventuell die RAD Ausbildung immer mehr zur militärischen entwickelt? Quasi Kompensation der kurzen Grundausbildung durch mehr Ausbildung beim RAD?


    Grüße

    Alex

    Hallo Karl,


    danke für die Info.


    Gab es die Divisionskampfschulen in Masse dann überhaupt noch in 1945? Bei der 167. VGD weiß ich, dass es vom Papier die Einheit noch gab, aber als gemischter Kampfverband verwendet wurde. Eine gezielte Heranführung von Ersatz wird nicht möglich gewesen sein.

    Übungen oberhalb Bataillonsebene werden sicherlich auch nicht mehr stattgefunden haben.

    In Summe war die Situation sicherlich durchgängig ungünstig, kurze Grundausbildung, keine frontnahe Ausbildung, überstürzte Einsätze.


    Grüße

    Alex

    Guten Abend zusammen,


    ich kann noch von den Erfahrungen zweier Infanterie Soldaten berichten, die beide 1945 ausgebildet und zum Einsatz geschickt wurden. Beide beschrieben ihre Ausbildung als „Ausbildung zum Kanonenfutter“ und recht kurz und wenig zielführend.

    Beide gemein hatten ihren ersten Einsatz, der bei Nacht in einer kleinen Gruppe erfolgte und beide Male gegen festgesetzten Gegner erfolgte. Entsprechend wurden die Gruppen bei diesen Angriffen einfach „verheizt“.

    Keiner beschrieb eine frontnahe Ausbildung etc.

    Nachtangriffe von quasi schlecht ausgebildeten und unerfahrenen Soldaten mussten wahrscheinlich immer in hohen Verlusten enden.

    ich denke also auch hier, dass der Art des Einsatzes eine große Rolle spielte.

    Meines Wissens war für die Ausbildung in den Kampfeinheiten die Divisionskampfschule zuständig. Wie stand es eigentlich um diese Einheiten Anfang 1945?


    Grüße

    Alex

    Hallo Karl,


    interessantes Thema, was sicherlich auch von der Art der Verwendung abging. Von zwei Veteranen weiß ich, dass deren Ausbildung im Jahr 1944 einmal als Ladeschütze, einmal als Funker sehr ausführlich war, was die Spezialisierung anbelangte.

    Die Kampfausbildung war wohl wiederum auf das nötigste beschränkt.

    Beide hatten dann im Einsatz nur dank der Erfahrung ihrer Vorgesetzten die ersten Einsätze überlebt. Ich denke es spielt also auch eine Rolle, wie die „neuen“ angeleitet wurden.

    Am Beispiel des Funkers kommt noch hinzu, dass nach und nach alle Funker der Einheit zum Kampfeinsatz herangezogen wurden. Das hat wiederum kaum einer überlebt.


    Grüsse

    Alex

    Guten Abend zusammen,


    ich würde zu dem Thema gerne etwas einwerfen, was, nach meiner Meinung, nicht oft genug berücksichtigt wird. Das Unternehmen Taifun, ab 30.09.41 beginnend, war der Entschluss der Wehrmachtführung, insbesondere Halders, mit einer Großoffensive die Entscheidung im Osten zu suchen.

    Auch wenn der Generalquartiermeister, wie Halder, von einem schnellen Sieg ausging, konnte sich die Wehrmachtführung eigentlich nicht sicher sein, wie lange die Offensive dauert. Zusätzlich konnte sie auch nicht wissen, wo die Truppen dann stehen werden. Und noch wichtiger, wie die Versorgung in diesem Bereich ausfällt.

    Quasi neben Munition, Lebensmitteln und Kraftstoff auch noch den Transport der Winterkleidung in neu erobertes Gebiet zu organisieren verlangt schon einiges an Planung. Diese wird schon anhand der Umstände kaum durchführbar gewesen sein.

    Eventuell lässt sich etwas in den Befehlen zu Taifun finden. Eventuell hat auch jeder gedacht, dass ein Sieg alles andere überflüssig macht.

    Bei einem solchen Sieg wären dann aber auf jeden Fall die Transportkapazitäten für Winterkleidung frei gewesen.

    Soweit ich weiß gab es keinen Plan für den Sieg, außer der Linie Archangelsk-Astrachan. Vielleicht hat auch hier einfach ein klares Ziel gefehlt, um die Mittel zu bestimmen.


    Grüße

    Alex

    Hallo zusammen,


    zu dem Thema mal eine Frage: wie viele Stellungen gab es überhaupt an der Ostfront, die vom Ausmaß und Dauer denen im 1. WK ähnlich waren?

    Mir fällt z.B. der Frontbogen von Rshew ein, der als „Wellenbrecher“ diente und sehr lange gehalten wurde. Weiter käme mir der Wolchow in den Sinn.

    Frage bezieht sich darauf, dass ich davon ausgehe, dass Stellungsbau immer betrieben wurde, eine Tiefe und Dichte, wie im 1. WK aber sicher nicht üblich war. Es macht aber bestimmt einen Unterschied, ob eine Stellung für ein paar Tage oder Monate gebaut wurde.


    Grüße

    Alex

    Hallo zusammen,


    kurze Anmerkung: nach dem Buch „Als Sanitätsoffizier im Russlandfeldzug“ war Hptm. Pape Führer eines Bataillons im Schützenregiment 394. Zumindest lassen die Aufnahmen und ein mir vorliegendes Fotoalbum mit Bild von Hptm. Pape diese Schlussfolgerung zu.


    Edit: Hptm. Günther Pape war wohl nur Anfang Juli im I. Btl. des Schützenregiments 394. Eventuell lässt sich da noch mehr herausfinden.


    Grüße

    Alex

    Hallo Gernod,


    dies kommt sicherlich auch auf die Zeit an, zu der die Fahnenflucht geschah. Ein mir bekannter Fall der Fahnenflucht, Mitte April 45, wurde zuerst über die Stadtverwaltung des Wohnortes bearbeitet. Entsprechend erfolgte auch der Befehl sich zuerst dort zu melden.


    Grüße

    Alex

    Hallo Georg,


    danke für den Hinweis. Leider ist die Quellenlage über die genauen Abläufe recht dünn. Es kann gut sein, dass die Panzerjägerabteilung 167 mit dieser Nummer weiter existiert hat, aber in anderer Unterstellung als zu den Resten der 167. VGD. Zumindest hat die Division und auch die Divisionsgruppe immer wieder Verbände an andere Einheiten abgegeben.


    Grüße

    Alex

    Hallo Gert,


    danke für die Info. Die Patina eines Silberringes ist sicherlich schwer zu beurteilen. Im Allgemeinen ist sie recht dunkel bis schwarz bei ungereinigtem Silber, bei gereinigtem Silber geht sie dann eher ins bräunliche, bleibt meistens dunkel bis schwarz in Unebenheiten, wie Gravuren. Der Glanz ist aber in der Regel nicht mehr so stark wie vorher. Diesen erhält man eher beim Verzinken.

    Daher bin ich bei glänzenden, alten Gegenständen aus Silber, immer etwas skeptisch. Oder auch neugierig, da mich dann, tatsächlich die Lagerung und Aufbewahrung interessiert.


    Die Authentizität des Ringes habe ich nicht betrachtet, dies ist auch nicht Gegenstand dieses Forums. Mir ging es eher um die Frage, ob es tatsächlich Silber sein kann. Am Ende gilt aber, wie immer die Regel, dass dies von Fotos aus nicht zu beurteilen ist.


    Grüße

    Alex

    Hallo zusammen,


    ein 80-jähriger Silberring ganz ohne Patina erscheint immer etwas seltsam. Darf ich einmal fragen, wie der Ring aufbewahrt oder gepflegt wurde, dass er so relativ makellos aussieht?


    Grüsse

    Alex