Posts by HiWi

    Hi Tom,


    Wie andere bereits richtig identifiziert haben, zeigt dieses Bild einen Mannschaftsdienstgrad - Schütze - des Heeres, seltsamerweise ohne Schulterklappen. Er trägt am Koppel eine Seitengewehrtasche mit Knöpfriemen, darin ebenfalls ein SG 84/98 n.A.


    Gruß, Thomas!

    Hi,


    Kleine Korrektur: Es handelt sich mit größter Wahrscheinlichkeit nicht um ein Extra-Seitengewehr, sondern um ein normales SG 84/98 n.A. mit Unteroffiziers-Troddel. Normalerweise besaßen die Ausgeh-SG eine aufwärts gebogene kleine Parierstange, die auf diesem Bild eindeutig nicht vorhanden ist.


    Gruß, Thomas

    Hi,


    Das Fahrzeug hieß in beiden Varianten Ladungsleger I; die Nummer bezieht sich auf den Pzkpfw. I, nicht auf die jeweilige Ausführung als Ladungsleger. Erste Variante: Gleitschienen über der Motorraumabdeckung, um die Ladung nach hinten herunter absetzen zu können, zweite Variante mit Schwenkarm, der das Absetzen sowohl nach hinten als auch nach vorne erlaubte. Vgl. Walter J. Spielberger: Die Panzer-Kampfwagen I und II und ihre Abarten. 2. Aufl. Stuttgart: Motorbuch 1984, S. 64-67.


    Gruß, Thomas

    Hi,


    Der YouTube-Schnipsel ist ein Ausschnitt aus Fritz Hipplers Film 'Der Westwall - Ein dokumentarischer Film'. Hippler beschreibt in seiner Autobiografie 'Verstrickungen' recht genau, wie dieser Teil des Films zustande kam; er habe bei seinen Flügen mit dem Fieseler Storch festgestellt, dass die Westwallanlagen wegen ihrer versenkten Bauweise und Tarnung keine Motive boten und sich dann an das Versuchswerk in Hillersleben erinnert. Diesem habe er die Propagandabezeichnungen 'Werkgruppe Scharnhorst / Panzerwerk 1238' aufmalen und eine Kompanie Soldaten hineinmarschieren lassen. Wackelige Kulissen gibt es da keine, die Aufnahmen zeigen einen Westwallbunker, an dem Soldaten vorbeimarschieren und besagtes Versuchwerk. Die Hohlganglok ist zu sehen, aber eben nicht zu erkennen. Das hatte ich früher bereits geprüft. Leider ist der Westwalfilmnin dieser Hinsicht also eine Niete, wogegen er in anderen Hinsichten eine Goldgrube (auch für das Versuchs-A-Werk Hillersleben) ist.


    Gruß, Thomas

    Hallo Marianek,


    Auf der Transportkiste muss irgendwo (wahrscheinlich an einer der Schmalseiten) eine Stempelung zu finden sein, die den Hersteller als Buchstabencode oder in Klarschrift angibt, dabei muss auch die Jahresangabe des Herstellungszeitpunktes stehen. Außerdem wird auch ein sogenannter WaA-Stempel zu finden sein (eventuell als Tintenstempel), der die Abnahme des Kastens durch das Heeres-Waffenamt dokumentiert.


    Der Jahresstempel sagt Dir, ob der Kasten vor oder nach 1939 gefertigt wurde - ist er von vorher, kann er 1939 verloren worden sein, aber natürlich auch später.


    Gruß, Thomas!

    Guten Morgen Kordula,


    Ich würde weder das eine noch das andere schreiben, sondern einfach nur Sicherheits- und Hilfsdienst. Einfach ausgedrückt: zu Beginn galt der SHD als Luftwaffen-Gefolge, ab 1942 wurde er aufgegliedert; die motorisierten Teile kamen als Soldaten zu neu gebildeten Luftschutztruppe, die örtlichen Kräfte als Luftschutzpolizei zur Polizei. Andererseits liegst Du mit Luftschutz in jedem Fall richtig, denn das war seine Aufgabe - ob in der Polizei oder der Luftwaffe.


    Gruß, Thomas!

    Hallo zusammen,


    Ich glaube, Micha sitzt einfach der von Paul Hausser (war er's?) ins Leben gerufene Mythos bzw. der Ehrenkodex wie ein Essensrest in einer Zahnlücke, nach dem in den Kasernen der Waffen-SS die Spinde nicht abgeschlossen werden sollten und der einzelne Mann unter Verzicht auf den traditionellen Drill zum athletischen Stoßtruppsoldaten ausgebildet werden sollte. Inwiefern dieses Leitbild Realität war bzw. es im Kriegsverlauf ggf. aufrecht zu halten war, steht meiner Meinung nach auf einem anderen Blatt. So ähnlich sollte es auch im RAD ablaufen, aber das war sehr von den jeweiligen Führungspersönlichkeiten abhängig. Was mich nur wundert ist die mangelnde Bereitschaft der SS-Kenner hier (zu denen ich mich absolut nicht zähle!), Michas Frage einfach zu beantworten. Daher nun von mir: Wurden diese besonderen Verhaltensmaßregeln und Ausbildungsinhalte irgendwo verschriftlicht und wenn ja, kann man sie einsehen?


    Gruß, Thomas

    Hallo Anhalter,


    Die Frage nach Informationen zum Luftangriff der RAF auf Bremen am 23. Juni 1941 stellte sich anlässlich der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Flugzeug Classics, wo zwar das Schicksal der Bomberbesatzung, nicht aber die Auswirkung des Angriffs auf die Stadt und ihre Bewohner thematisiert wurde. Von den 45 Wellingtons und 25 Hampdens, die an diesem Angriff teilnahmen, konnten bis zu 135 t Bomben transportiert werden - wenn davon nur 31 Bomben im Randbereich der Stadt fielen, handelte es sich offenbar um einen wenig erfolgreichen Angriff.

    Insofern ist meine Frage hinreichend beantwortet.


    Gruß, Thomas!

    Hallo Anhalter,


    Danke für die Hilfe! Der Weser-Kurier beschäftigt sich nur mit der Nachkriegszeit, aber der zweite Link ist ein Treffer - genau so eine Aufstellung hatte ich bereits zu finden versucht, aber sie scheint gut versteckt zu sein...folgender Eintrag ist für meine Frage relevant:

    23.06.1941 0.53-3.07 63 31 Sprengbomben in den Randgebieten der Stadt, 1 Leichtverletzter


    Der Abschuss ist verständlicherweise dort nicht verzeichnet, denn der wird in Bremen kaum wahrgenommen worden sein. Das geschah ja bereits auf dem Rückweg nahe der niederländischen Grenze oder vielmehr jenseits davon. Die Wellington kam bei Nieuwe Niedorp zwischen Ijsselmeer und Nordsee herunter.


    Gruß, Thomas!

    Hallo allerseits,


    Hat jemand hier Informationen zum Luftangriff der RAF auf Bremen am 23. Juni 1941? In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Flugzeug Classics wird der Fund einer Wellington, die an besagtem Angriff beteiligt war, thematisiert. Die tschechische Crew kam größtenteils ums Leben, als sie auf dem Rückflug vom deutschen Nachtjagd-Ass Oberstleutnant Prinz zur Lippe-Weißenfeld der 4./NJG 1 abgeschossen wurde.

    Mich interessiert insbesondere die Auswirkung auf die Stadt und ihre Bewohner.


    Gruß, Thomas!


    P.S.: Wundert Euch nicht, ich stelle dieselbe Frage im Geschichtsspuren-Forum und werde ggf. Antworten teilen!

    Hallo zusammen,


    Zum Nebenthema britische 7,9 mm-Patronen bei der Wehrmacht möchte ich noch anmerken, dass ich in Windisch/Micke/Kellner: Die Patrone 7,9 mm der Deutschen Wehrmacht 1930-1945 wider Erwarten keinen Hinweis gefunden habe. Vielleicht behandelt Wilhelm Micke das Thema in Patronen für Hilfs- und Beutehandfeuerwaffen in der Deutschen Wehrmacht 1939 bis 1945?

    Aus der Waffen-Revue Nr. 5 entnehme ich, dass britische Patronen S.m.L'Spur am nickelfarbenen Geschoss und an der roten Ringfuge zu erkennen waren, britische Patronen sS hatten ein kupferfarbenes Geschoss und eine lila Ringfuge.


    Gruß, Thomas!

    Hallo nochmal,


    Erstaunlicherweise habe ich weder in Lidschun/Wollert: Infanteriewaffen noch in der Waffen-Revue (Nr. 6) Hinweise auf das Vierlings-Fla-MG 81 gefunden. Übrigens sollte man die Themenüberschrift ändern, ein MG ist schließlich keine Flak.


    In Chamberlain/Gander: Enzyklopädie deutscher Waffen findet sich eine Abbildung eines Vierlings-MG 81, bei dem die beiderseits des Zwillings angeordneten Einzelwaffen oberhalb und nach vorne versetzt angeordnet sind (wie in Thilos Abbildung oben), anders als bei der Waffe, die im Waffen-Arsenal 166 zu sehen ist. Diese Abbildung stammt nicht aus der WTS in Koblenz, sondern wahrscheinlich aus der in dieser Form nicht mehr vorhandenen Ausstellung des Militärhistorischen Museums in Dresden.


    Außerdem findet sich in Beschreibungen der Zweitverwendung des MG 81 desöfteren der Hinweis auf den Einsatz bei der Kriegsmarine, auf U-Booten und kleinen Einheiten. Zumindest in der mir zur Verfügung stehenden U-Boot-Literatur habe ich noch keinen Hinweis auf MG 81 an Bord von U-Booten gefunden, immer nur auf MG 34. Die wenigen überhaupt zu findenden Einsatzbilder des MG 81 zeigen fast immer Luftwaffen-Einheiten (wie beim MG 15), in den Wikimedia-Commons findet sich außerdem ein Nachweis für Verwendung im Volkssturm.


    Auch die Google-Bildersuche gibt nicht viel mehr her, als hier schon bekannt ist. Es scheint sich also um ein noch weitgehend ungelöstes Rätsel zu handeln, wobei ich vorerst mit meinem Latein am Ende bin.


    Gruß, Thomas!

    Hallo zusammen,


    Erstaunlicherweise besitze ich kein einziges Foto des MG 81, obwohl ich mir sicher bin, vor Jahren in der WTS eines fotografiert zu haben. Überhaupt habe ich bloß ein einziges schlechtes Foto aus dem Posener Armeemuseum vom MG 81, da muss ich bei Gelegenheit in der WTS nochmal nachsehen.


    Im damaligen Luftschutzbunker-Forum schrieb ich (auszugsweise):


    2010 erschien ein Rückblick über das letzte Jahrzehnt der Archäologie in NRW:

    Thomas Otten, Hansgerd Hellenkemper, Jürgen Kunow und Michael M. Rind (Hg.): Fundgeschichten-Archäologie in Nordrhein-Westfalen. Köln und Mainz: Römisch-Germanisches Museum und Verlag Philipp von Zabern. 2010. Im folgenden nur noch 'Fundgeschichten'.


    Darin findet sich ein kurzer Artikel über die Ausgrabung von Befestigungsanlagen der LVZ-West-Batteriestellung Lich-Steinstraß (Petra Tutlies: Eine deutsche Feldstellung in Niederzier, Lich-Steinstraß. In: Fundgeschichten, S. 304 f.), über die Manfred Groß 1982 schrieb: "Von den acht in einer Stellungsbaukarte des LXXXI. AK überlieferten Betonanlagen konnte bisher keine ermittelt werden." (Zitiert nach Manfred Groß: Der Westwall zwischen Niederrhein und Schnee-Eifel. Köln: Rheinland-Verlag 1989 (Archäologische Funde und Denkmäler des Rheinlandes Bd. 5), S. 112). Siehe natürlich auch: Manfred Groß: Bunkerstellungen der Luftverteidigungszone West im Rheinland und Hitlers Hauptquartier in Bad Münstereifel-Rodert. Leinburg: Werner Sünkel 2001, S. 154 f. (im folgenden nur noch Bunkerstellungen).


    Hier nun Petra Tutlies' Artikel aus 'Fundgeschichten' im Zitat:

    "Bei einer Kiesgrubenerweiterung wurde 2007 eine bislang unbekannte Mannschaftsbaracke der LVZ West ausgegraben, die auf Luftbildern der alliierten Streitkräfte gegen Ende des Krieges erkennbar ist. In der gut dokumentierten Beschreibung der Stellungen taucht sie dagegen nicht auf. Möglicherweise wurde sie erst während des Krieges errichtet.

    Die 14,31 X 5,53 m messende Baracke war mit den Mauern bis zu den Fensterunterkanten in den Boden eingelassen (Abb. 6). Der Raum gliederte sich in Treppenabgang, Gasschleuse und ungegliederten Hauptraum. Im Osten führte eine 20-adrige Telefonleitung in das Gebäude. Die Zuleitung kam von Westen, verlief parallel zur Nordseite und knickte winklig zum Gebäude hin ab. Das Kabel war schon, wie heute allgemein üblich, durch einen roten Kunststoffstreifen gesichert. Aussparungen in Ost- und Westwand der Baracke belegen eine größere Telefonanlage. Die Niederlegung und Verfüllung des Gebäudes erfolgte, nach den Funden zu urteilen, in den 1950er Jahren.

    Ab 1944 befand sich ein Gefechtsstand des Flak-Regiments 18 in Lich.


    Etwa 23 m südwestlich von der Mannschaftsbaracke wurde ein 0,95 m tiefer nahezu kreisrunder Befund von ca. 1,95 m Dm. mit je einer quadratischen, 0,4 m großen Nische im Nordwesten und Südosten ergraben (Abb. 7). An der Nordwand fand sich eine Patrone vom Kaliber 7,92 mm. Auffallend war eine konisch verlaufende Vertiefung im Zentrum des Befundes, welche in ein kreisrundes Loch von ca. 0,2 m Dm. mündete. Das 0,9 m tiefe, mit Steinen an der Sohle versehene Pfostenloch, war mit einem Erdbohrer hergestellt worden. Es handelt sich um eine Feldbefestigung für ein Flak-Maschinengewehr (MG). Dieses hatte man ursprünglich auf einem Holzpfosten lafettiert. Der Erdaushub war um die Stellung als Wall angeschüttet worden. In den beiden Nischen befanden sich die MG-Gurtkästen.

    Das zugehörige MG dürfte das in Einzelteilen in zwei Gruben aufgefundene MG 81 sein. Dieser Typ war ursprünglich in deutschen Bombern und Jagdflugzeugen eingebaut und wurde ab 1944 verstärkt an das Heer abgegeben. Auffallend ist jedoch, dass es sich bei den gefundenen Patronen um englische Munition handelt. Diese wurden nicht nur hier, sondern noch in zwei anderen Befunden sowie in der Mannschaftsbaracke gefunden. Nach Beendigung der Kampfhandlungen im Februar 1945 entfernte man das Schloss des MGs, das nicht aufgefunden wurde. Es handelt sich um die erste archäologisch untersuchte Feldbefestigung im Rheinland."


    Die Abbildung der Fla-MG-Stellung hänge ich unten an. Sollte das urheberrechtlich ein Problem sein, bitte ich um Entfernung des Bildes.


    Das MG 81 war ein Flugzeug-Bord-MG, das von einem besonderen MG-Schützen bedient werden musste, da es für den beweglichen Einsatz vorgesehen war. Es kam folglich nur in mindestens zweisitzigen Flugzeugen zum Einbau (z. B. Me BF 110, Ju 87). Es besaß einen sehr kurzen Lauf, damit es auch bei hohen Fluggeschwindigkeiten noch seitwärts von Hand geschwenkt werden konnte. Dadurch ergab sich auch die hohe Schussfolge von 1600 Schuss je Minute. Im Erdeinsatz überhitzte der Lauf recht schnell, während beim Einsatz im Flugzeug der Fahrtwind für ausreichende Kühlung sorgte. Durch die fortschreitende Waffen- und Flugzeugentwicklung war für Flugzeug-Bordwaffen das Kaliber von 8 x 57 IS nicht mehr ausreichend, die Flugzeuge wurden mit stärkeren Waffen ausgerüstet. Hierdurch wurden die MG 81 großenteils für den Einsatz als Fla-MG zu Lande und auf Schiffen, aber auch als Infanteriewaffe beim Heer und bei der Luftwaffe verfügbar. Der Bestand an MG 81 für den Erdeinsatz betrug am 1. Juli 1944 33164 Waffen, davon 12786 als Einzel-, der Rest als Zwillingswaffe MG 81 Z (vgl. Reiner Lidschun und Günter Wollert: Illustrierte Enzyklopädie der Infanteriewaffen aus aller Welt. Band 1: Infanteriewaffen (1918-1945). 3. Aufl. Berlin: Brandenburgisches Verlagshaus 1998, S. 205-208).


    Ein Kommentar zur Fundmunition in Fundgeschichten:

    Tutlies: "Auffallend ist jedoch, dass es sich bei den gefundenen Patronen um englische Munition handelt."

    Da die Rurfront von Linnich bis Düren von US-Amerkanern zurückgedrückt wurde, ist unwahrscheinlich, dass die englische Munition von diesen zurückgelassen wurde. Da andererseits dieser Teil des späteren NRW britische Besatzungszone war, könnte die Munition von britischen Besatzungssoldaten stammen. Eine weitere Möglichkeit ist die 'Verlagerung' der Patronen durch spielende Kinder. Der Ort Lich-Steinstraß fiel übrigens am 25. Februar 1945 in die Hände der US-Army. Sicher sind das alles keine befriedigenden Erklärungen, daher nun die letzte Möglichkeit: Wenn es sich tatsächlich um Patronen 7,92 mm x 57 englischer Produktion handelt, würden sie für das MG 81 geeignet gewesen sein. Da unter allen britischen Waffen aber nur das Panzerkampfwagen-MG Besa, wie sein Vorgänger MG ZB 53 (Vz. 37) aus der Tschechei, diese Patrone verschoss (sonst verwendeten die Briten für Gewehre und MG Patronen im Kaliber 0,303 Zoll, also 7,62 mm mit Randhülsen), kommt die Verwendung englischer Beutemunition in der deutschen Luftwaffen-Flakstellung in Frage. Eine, wie ich meine, immerhin denkbare Möglichkeit.


    In Josef Rahier (Hg.): Jülich und das Jülicher Land in den Schicksalsjahren 1944/45. Kriegsgeschichtliche Ereignisse der Stadt und des Kreises Jülich nach authentischen Berichten zusammengestellt von Josef Rahier. Jülich: Heimatverlag Josef Fischer 1967


    wird der Bericht des ehemaligen NSDAP-Kreisleiters Kessel wiedergegeben, der schrieb (Zitat S. 47 ): "Befehlsgemäß hatte die Kreisleitung Jülich der NSDAP ihre eigenen Männer, sowie die noch in den Randgebieten des Kreises verbliebene männliche Bevölkerung zu einem Volkssturm-Batl. zusammengefaßt, das in die Kompanien Lich-Steinstraß, Rödingen und Titz unterteilt war. Das 81. Armeekorps hatte dem Volkssturm-Batl. Jülich die Verteidigung der Panzersperren in Lich-Steinstraß, Rödingen und Titz bei örtlicher Unterstellung unter den Befehl des Ortskommandanten der Wehrmacht übertragen.

    Im Verlauf der Kämpfe um Lich-Steinstraß, bei denen die Volksstürmer tagelang ein mörderisches Artilleriefeuer, Bombenteppiche und Panzerangriffe durchzustehen hatten, fielen mehrere Männer, die anderen wurden verwundet oder versprengt. Der Kompanieführer, Ortsgruppenleiter Röhlig, fiel verwundet in Lich in amerikanische Gefangenschaft."


    Aus Rahiers Buch geht weiter hervor, dass das Volkssturm-Bataillon Jülich (Volkssturm-Bataillon 12/50) zunächst etwa 1000 Mann stark war; nach der Vernichtung der Unterlagen bei der Zerstörung Jülichs am 16. 11. 1944 und der Räumung der linksrurischen Orte blieben noch drei Kompanien zu je etwa 100 Mann: Die oben genannten Kompanien Lich-Steinstraß, Rödingen und Titz.


    Da die Batteriestellungen der LVZ-West im Herbst 1944 in ziemlicher Ruhe als Stützpunkte ausgebaut werden konnten, ist anzunehmen, dass auch die Batteriestellung Lich-Steinstraß verstärkt wurde und wahrscheinlich nach Überschreiten der Rur durch die US-Armee noch umkämpft war. Leider sind meines Wissens nach in den genannten Orten keine Reste der Panzersperren (wahrscheinlich waren es Panzerabwehrgräben) erhalten.


    Gruß, Thomas

    Hallo Dennis,


    Dass es sich um eine Luftschutzbluse handeln könnte war auch mein erster Eindruck. Zwar sind die typischen Abzeichen wie Hoheitszeichen des Luftschutzes oder der Polizei nicht zu erkennen, aber der Blusenschnitt und die Armbinde sind ziemlich eindeutig dem Luftschutz zuzuordnen. Im Rahmen der Tätigkeit im Luftschutz konnte sehr wohl das Kriegsverdienstkreuz verliehen werden, aber da dort vor allem ältere Jahrgänge Verwendung fanden, kommen durchaus häufig auch Auszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg vor.


    Gruß, Thomas

    Hallo h.,


    Das von Dir erwähnte MG 81, bei dem britische Munition gefunden wurde, lag in einer feldmäßigen Fla-MG-Stellung innerhalb einer ehemaligen schweren Flakstellung der LVZ-West. Wir hatten das Thema damals im Luftschutzbunker-Forum (RIP) diskutiert. Bist Du sicher, dass es sich um Patronen 8 x 57 handelte? Der Bericht über den Fund in 25 Jahre Archäologie im Rheinland lieferte keine genaue Angabe hierzu, wenn ich mich recht entsinne. Aber vielleicht irre ich mich da auch, kann bloß derzeit nicht nachsehen.


    Gruß, Thomas!

    Hallo Schorsch,


    Wenn ich wieder aus dem Urlaub zurück bin, schaue ich auch mal in mein Museums-Fotoarchiv, vielleicht habe ich das Exemplar mal selbst abgelichtet. Wahrscheinlich hat die WTS in Koblenz solch eine Waffe.


    Gruß, Thomas!

    Hallo Kay,


    Danke fürs Zeigen des interessanten Bildes! StuG. 40 n.A. ("StuG. IV") sieht man nicht so oft auf zeitgenössischen Fotos. Interessant sind auch die Verstärkungen der Frontpanzerung im Bereich des Fahrers und rechts neben der Sturmkanone.


    Gruß, Thomas!