Posts by Kurfuerst-4

    Hallo Karl,


    vielen Dank für die lobenden Worte, ich freue mich sehr! Aber den Löwenanteil hat Sven Carlsen geleistet, der Autor des besagten Artikels und Mitglied dieses Forums. Darauf basierend habe ich lediglich meine eigenen Auswertungen (Flugbücher) und Erkenntnisse angefügt.


    Nochmals danke und viele Grüße

    Helmut

    Hallo Nicco,


    sehr gerne!! Ich freue mich über Dein Interesse an dem Thema, da es aus meiner Sicht relativ unbekannt ist. Ich beschäftige mich schon seit meiner Jugend mit dem Thema Luftwaffe und wusste lange nicht, dass es diese Einheit und Organisation gab!


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo Nicco,


    es gab auch vor der Aufstellung des FlÜG 1 schon eine Organisation. Ich fasse mal auf die schnelle stichpunktartig zusammen:


    Ab 1936/37:

    Zivile Piloten der Luftzeugämter flogen die Flugzeuge von den Herstellerwerken zu den Luftwaffenverbänden. Manchmal holten Luftwaffenpiloten die Flugzeuge auch selbst ab. BAL meldet Fertigstellung von Flugzeugen an das LE-Amt (=Nachschubamt) beim RLM. Von dort aus kam der Auftrag zu Überführung.


    Ab 1940:

    Nachschubamt der Luftwaffe übernahm zentrale Steuerung. Einrichtung einer Überführungsstelle beim Luftpark in Jüterbog. Ende 1941 über 1.100 Soldaten. Überführungsaufträge direkt von der BAL und Flugleitern in den Werken. Überführung zu den sog. Frontschleusen.

    Zusätzlich unterstützten Piloten der Überführungsstelle die weiter bestehenden Flugbereitschaften bei den Luftzeugämtern.


    Bald zeigte sich, das die Überführungsstelle des Nachschubamtes ihrer Aufgabe nicht gewachsen war.


    Zum 01.06.1942:

    Aufstellung von sog. Überführungskommandos bei den territorial zuständigen Luftzeuggruppen. Direkte Steuerung des Einsatzes durch das Nachschubamt der Luftwaffe. Die bisherige Überführungsstelle wurde zum Überführungs- und Einfliegerkommando, welches für die Ausbildung von Überführungsbesatzungen und Einfiegern verantwortlich war.


    Auch das reichte nicht.


    20.05.1943:

    Aufstellung des Flugzeugüberführungsgeschwader 1 (FlÜG 1). Auflösung der Überführungskommandos der Luftzeuggruppen. Fünf regionale Überführungsgruppen übernahmen nun die Aufgabe die Flugzeuge von den Flugzeugwerken zu den jeweiligen Luftflotten zu überführen. Dabei gab es folgende Zuordnung:


    Gruppe Nord (Wittenberge) - Luftflotte 1 und 5

    Gruppe Ost (Kraukau) - Luftflotte 4 und 6

    Gruppe Südost (Wien) - Luftflottenkommando Südost

    Gruppe Süd (Erding, später Neubiberg) - Luftflotte 2

    Gruppe West (Paris Villacoublay) - Luftflotte 3

    Gruppe Mitte (Berlin Tempelhof) - Flugzeugschleusen der Luftflotten (welche nicht bekannt, möglicherweise Luftflotte Reich, davor Luftwaffenbefehlshaber Mitte)


    Ergänzungsgruppe (Jüterbog, später Hildesheim) - Aus- und Weiterbildung der fliegenden Besatzungen.

    23.11.1944 Auflösung der Gruppe und Reduzierung auf eine Staffel. Umschulung ausschließlich auf Jagdflugzeuge.


    Bei Aufstellung des Geschwaders ca. 1.400 Mann fliegendes Personal. Bis Oktober 1944 ca. 3.200 Soldaten.


    Diese Organisation wurde bis Kriegsende beibehalten.


    Quelle: Klassiker der Luftfahrt 2/2013, Seiten 10 ff.


    Ich hoffe, damit ist Deine Frage beantwortet.


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo ZAG,


    warum zweifelst Du!? Das FlÜG 1 hat seine Aufgabe bis in den April 1945 wahrgenommen. Nicht nur mit der Me 262 sondern auch mit einer weiteren Anzahl von Flugzeugtypen, überwiegend Bf 109 und Fw 190. Diese Einheit mit ihren Piloten und der dahintersteckenden Organisation war überlebenswichtig für den Nachschub an Material an die Front. Und ja, aufgrund der Kriegsereignisse, war das zuletzt natürlich unter extrem erschwerten Bedingungen. Aber die Überführungen haben dennoch statt gefunden.

    Ich gehe davon aus, das bis einschließlich März 1945, noch Überführungen regelmäßig stattgefunden haben und erst im Apil 1945 die Organisation zusammengebrochen ist (Quelle: Auswertung diverser Flugbücher zu Produktionsstandorten der Bf 109 und Flugbüchern von Piloten des FlÜG 1).

    Ein Beispiel zur Me 262. Am 29.04.1945 hat Ofw Albert Brück, 2. (Süd) FlÜG 1 eine Überführung vom Flugplatz Brunnthal (südlich München) nach Innsbruck vorgenommen und auf dem Flugplatz Innsbruck eine Bruchlandung mit 30% Schaden hingelegt (Quelle: sein Flugbuch; auch zu finden im Production Log von O'Connel)!


    Und zum Thema "nicht jeder kann die Me 262 fliegen". Das FlüG 1 hatte eine eigene sog. Ergänzungsgruppe. In dieser Gruppe erfolgte die Aus- und Weiterbildung der Überführungsflieger. Ich zitiere mal aus dem bereits genannten Artikel aus Klassiker der Luftfahrt:


    "Die Ergänzungsgruppe ...., war im Prinzip eine Flugschule, die sich ausschließlich auf die Weiterbildung und Umschulung bereits ausgebildeter Piloten beschränkte. Bis zu 30 verschiedene (Flugzeug-) Muster zählte der Flugzeugpark laut Aussage des Kommandeurs der Ergänzungsgruppe. Die hier umgeschulten Piloten kamen von ganz verschiedenen Stellen. Darunter waren frisch ausgebildete Flugzeugführer, die sich für andere Verbände nicht eigneten, "abgeflogene" Frontbesatzungen, Flugzeugführer, die lange Zeit nicht mehr geflogen waren oder Besatzungen, die lange Zeit nur ein Muster geflogen hatten. Sogar Versehrte wurden zu Überführungsfliegern geschult. Vor allem ab 1944 rückte die Umschulung von Transport und Bomberpiloten auf Jagdflugzeuge wie die Bf 109 und Fw 190 in den Vordergrund."


    Warum also soll es nicht möglich gewesen sein, Piloten auf der Me 262 zu schulen, um diese dann als Überführungspiloten einzusetzen? Das speziell Bomberpiloten eine besondere Eignung für den Einsatz als Flugzeugführer auf der Me 262 hatten, da sie auf ihren bisher geflogenen Flugzeugmustern schon Erfahrungen mit 2 oder mehr Antriebsaggregaten hatten, dürfte unstrittig sein, siehe Umschulung von Flugzeugführern der KG 51 und KG 54 auf die Me 262 als Einsatzmaschine. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, das die Me 262 unter besonderem Augenmerk stand und deshalb auch bei den Überführungen erfahrenes Personal Verwendung fand.


    Nochmal zu Ofw. Brück. Seine Umschulung auf Me 262 erfolgte am 20.10.1944 auf dem Flugplatz Lechfeld. Seine erste Überführung einer Me 262 erfolgte am 24.10.1944 von Obertraubling nach Lechfeld, das war sein Flug Nr. 2588!

    Weitere Überführungsflüge von Me 262 erfolgten am 24.03.45, 03.04.1944 und wie schon aufgeführt am 29.04.1945 (sein Flug Nr. 2641).

    Weitere mir bislang bekannte Überführungsflieger des FlÜG 1 waren Wilhelm-Ludwig Kriessmann, Herbert Wegener, Edgar Berthold. Alle haben die Me 262 überführt und alle im Jahr 1945, siehe deren Flugbücher!!!


    Deine Zweifel sind unberechtigt ZAG!


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo Chronistos,


    um an Vergleichsbilder zu gelangen wäre es vielleicht sinnvoll einen Blick in folgendes Buch zu werfen:


    Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe 1939–1945. Band I: Jagdflieger. Dieter Hoffmann Verlag


    https://www.booklooker.de/B%C3…ftwaffe+%252F+Jagdflieger


    Auch eine Fernleihe bei der Bibliothek Deines Vertrauens könnte ich mir vorstellen, soweit dies derzeit wegen Corona möglich ist.


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo zusammen,


    hinter dem Thema Flugzeugüberführung steckte eine große Organisation, zu der ich grundsätzich auf einen Artikel von Sven Carlsen (Fleetenkieker hier im Forum) in der Zeitschrift Klassiker der Luftfahrt, Ausgabe 2/2013 verweise. Zuständig für die Überführung war das sog. Flugzeugüberführungsgeschwader 1, siehe hier:


    http://www.ww2.dk/air/misc/flug1.htm


    Aufgabe dieses Geschaders war es, die an die BAL (Bauaufsicht Luft) an den jeweiigen Produktionsstandorten übergebenen Flugzeuge zu den Flugzeugschleusen der jeweiligen Luftflotte zu überführen. Von dort aus wurden die Flugzeuge an die jeweiligen Einheiten übergeben.


    Sven gibt in seinem Artikel an, das zwischen Mai 1944 und September 1944 über 85.000 Flugzeuge überführt wurden!


    Diese Einheit überführte auch die Me 262. Mir sind aus dem Buch von Dan O'Connel, Messerschmitt Me 262 The Production Log 1941 - 1945 mehrere Maschinen bekannt, die während der Überführung verloren gingen, bzw. beschädigt wurden.


    Die Flugzeuge wurden also von speziellen Überführungsfliegern überflogen. Das erfolgte in der Regel einzeln, wahrscheinlich, um keine Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die Piloten waren nämlich oftmals Flugzeugführer ohne Jagdfliegerausbildung, die sich also auf Luftkämpfe nicht einlassen durften.


    Das war so die grundsätzliche Vorgehensweise. Mir ist jedoch auch bekannt, das beispielsweise beim JG 77 im Dezember 1944/Januar 1945 ein Kommando zusammengestellt wurde, um Bf 109 für die Einheit direkt beim Herstellerwerk abzuholen, da die Überführungsleistungen scheinbar nicht ausreichten, um für ausreichenden Flugzeugnachschub zu sorgen. Auch das gab es (Quelle: Geschwaderchronik zum JG 77, Jochen Prien, Seiten 2260, 2261). Bei der Me 262 ist mir ähnliches jedoch bislang nicht bekannt.


    Ich hoffe, das hilft soweit.


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo uwys,


    guck mal hier:


    https://www.aviationarchaeolog…MACRmonthly/45JanMACR.htm


    Da sind die amerikanischen Verluste im Januar 1945 aufgelistet. Ich habe die Daten mal auf die schnelle zum Filtern und Suchen in eine Excel Datei eingebaut und ein paar Filter drauf gelegt. Ich komme auf den Missing Air Crew Report (MACR) Nr. 11388, der interessant sein könnte.

    Darauf basierend habe ich mal die Liste eine Kumpels durchforstet und bin auf folgende Daten gestoßen:


    Serien-Nr. MACR-Nr. Typ Pilot Datum Absturzort Absturzzeit Absturzgrund Einheit Startort Angriffsziel Auftrag Informationen
    42-52070 11388 B-24J Lechner, August H. 20.01.1945 Reischach 12:36 Technische Probleme 777thBS / 464thBG Pantanella, Italien Linz, Österreich Bombenangriff Besatzung: CP Pritchett Harry W., N Costello James J., N Pohl Joseph B., B Bearman Jerome L., G O`Doherty John E., G Danley Clifford A., G Carter Robert L. G Shellhammer Frederick R., G Wells William R., G Hargrove Melvin C.,


    Leider liegt mir der MACR nicht als Kopie vor. Mein Kumpel hat das vor einiger Zeit mal bei Fold3 abgeschrieben, guckst Du hier:


    https://www.fold3.com/document/30330147/


    Könnte das das gesuchte Objekt sein?


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo zusammen,


    ergänzend zum Beitrag von Horst (#83) möchte ich diesen untermauern und auf die enorm große Zahl von Außenlagern der KZ's aufmerksam machen. Als ich vor einiger Zeit die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg besucht habe, bin ich mit großer Erschütterung und Erschrecken vor der Übersichtskarte über die KZ's und deren Außernlager zum stehen gekommen. Die große Anzahl der Lager und die fast flächendeckende Ausbreitung über Deutschland machten mich fassungslos. Seitdem tu ich mich schwer, Behauptungen glauben zu schenken "... wir haben doch nichts gewußt!"


    Auf der Karte sind klar die Vernichtungslager (Ostgebiete) zu erkennen, aber auch die Hauptlager im Reichsgebiet, in denen Vernichtung durch Arbeit betrieben wurde. Seit 1943 verdiente sich die SS eine goldene Nase durch die Vermietung von KZ-Häftlingen an Rüstungsbetriebe. Obwohl der Kontakt zur Bevölkerung vermieden werden sollte, konnte diese die Umstände und Bedingungen nicht übersehen, unter denen die Häftlinge leben und arbeiten mussten.


    Auch die bei uns in der Region zum Kriegsende statt gefundenen sog. "Todesmärsche", mit denen die Häftlinge aus vom Vormarsch der Alliierten bedrohten Lager "evakuiert" wurden, und durch bevölkertes Gebiet führten, lassen für mich keine Zweifel offen, dass viele erkannt haben, wie verbrecherisch und grausam das Nazi-Regime war. Es blieb nicht ohne Zeugen, wie schwache und vor Entkräftung liegen gebliebene Häftlinge mit einem Genickschuss getötet wurden.


    Das alles lässt mich zu dem Schluss kommen, es wussten viele über den verbrecherischen Umgang mit den Juden Bescheid, bzw. die Gerüchte und Vermutungen wurden allzu oft durch eigenes Erleben bestätigt.


    Ich habe mittlerweile die Gedenkstätte in Flossenbürg schon mehrfach besucht ..., mich zieht es jedes mal wieder runter und ich brauche eine Weile um das Gesehene zu verarbeiten! Mir ging es ähnlich wie Justus, der diesen Thread eröffnet hat.

    Ich empfehle jedem, sich so eine Gedenkstätte mal anzuschauen und sich dafür Zeit zu nehmen, besonders jenen, die den Holocaust leugnen oder als nicht so schlimm abtun. Sowas darf nie wieder passieren!


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo Uwe,


    danke für Deine Ausführungen, Du hast natürlich recht damit. Allerdings bin ich davon ausgegangen, das es sich bei den Fragen von Steffen um die deutsche Kennzeichnung von Flugzeugen handelt. Er hat neben dem Buchstaben G dreimal das Fragezeichen als Platzhalter und das Pluszeichen als Ersatz für das Balkenkreuz verwendet. Und das lies bei mir nur den Schluß zu, dass es sich um ein Stammkennzeichen oder Verbandskennzeichen der deutschen Luftwaffe handelt.

    Wenn ich mit meiner Schlußfolgerung daneben liege, dann kommt Dein Hinweis ganz gelegen und erweitert selbstverständlich die Optionen. Gut mitgedacht und aufgepasst!

    Ich danke Dir dafür!


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo Steffen,


    bitte nicht die Geschwaderkennungen (=Verbandskennzeichen) mit den Stammkennzeichen verwechseln. Zur Unterscheidung guckst Du bitte hier:


    http://www.luftarchiv.de/index.htm?/flugzeugbau/vbkza.htm


    http://www.stammkennzeichen.de/?


    Auf den beiden Fotos sind die Anfangsbuchstaben von Stammkennzeichen erkennbar. Da die beiden Buchstaben nach dem Balkenkreuz fehlen ist eine eindeutige Identifzierung des Flugzeugs nicht möglich und somit einer Einheit auch nicht zuzuordnen. Auf Stammkennzeichen.de habe ich jedoch folgendes gefunden:


    Die Suche nach Ar 66 RP+.. ergab 8 mögliche Treffer, RP+NS bis RP+NT, so das davon ausgegangen werden kann das der 3. Buchstabe ein N ist. Die gefundenen Flugzeuge sind überwiegend Flugzeugführerschulen zugeordnet, ein Hinweis auf eine Nachtschlachtgruppe fehlt.


    Bei der Ar 66 ND+.. ergab die Suche 13 Treffer, ND+NO bis ND+NZ und die ND+VP. Soweit Angaben zu den Einheiten vorhanden sind, handelt es sich um Schulen (FFS, LKS, BSS, BFS). Auch hier kein Hinweis auf eine Nachtschlachtgruppe.


    Zu den textlichen Angaben und dem Link:


    Bei dem Kennzeichen NK+AY handelt es sich um ein Stammkennzeichen, welches zu einer Ar 66 gehört. Als Einheit ist bei Stammkennzeichen.de die NSGr. 8 mit Stand Januar 1944 angegeben. Die NSGr. 8 hatte allerdings im Rahmen des Verbandskennzeichen die Zahlensbuchstabenkombi 6J+.. Im Normalfall wurde nach Zuordnung eines Flugzeugs zu einer Einheit das Stammkennzeichen durch das Verbandskennzeichen ersetzt. Zur NSGr. 8 guckst Du bitte hier:


    http://www.lexikon-der-wehrmac…chlachtgruppen/NSG8-R.htm


    und hier:


    http://www.ww2.dk/air/attack/nsgr8.htm


    Der einzelne Buchstabe G kann sowohl zu einem Stammkennzeichen als auch zu einem Verbandskennzeichen gehören. Ohne weitere Angaben ist eine Zuordnung leider nicht möglich.


    Ich hoffe, die Infos helfen!


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo Sven,


    schau doch mal hier:


    https://www.hl-barbara.de/inde…erie/verbaende-gliederung


    Da sind Infos zu den Gliederungen der Sturmgeschützeinheiten zu finden. Diese Angaben decken sich inhaltlich mit den Angaben in dem bereits genannten Buch "Sturmartillerie ..."!


    Noch ein ergänzendes Zitat aus dem Buch von Seite 15:


    "Aus Tarungsgründen wurden die Sturmgeschütz-Abteilungen in Sturmgeschütz-Brigaden umbenannt. Sicher war es eine Maßnahme des bereits "armen Mannes", die kaum den gewünschten Erfolg gehabt haben wird, nämlich den Feind über die tatsächliche eigene Stärke zu täuschen und keineswegs das ersetzen konnte, was eigentich notwendig gewesen wäre, und zwar die Versträkung der Abteilungen oder die Erhöhung der Anzahl."


    Ich gehe davon aus, das die Umbenennung keine unmittelbare Auswirkung auf die Gliederung der Einheit zum Zeitpunkt der Umbenennung hatte.


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo zusammen,


    nach meiner Auffassung könnte es sich auch um die WNr. 332279 aus dem K-4 Werk-Nr. Block 332xxx der Messerschmittwerke Regensburg gehandelt haben. Ich kann zwar nicht genau diese WNr. nachweisen habe aber aus den verschiedenden Geschwaderchroniken von Prien Belege für folgende WNr., die sich sicher auch über die GQM Verlustmeldungen nachweisen lassen:


    332271 JG 27

    332272 KG (J) 6 (nicht von Prien sondern Chronik von Horn)

    332273 JG 11

    332276 JG 27

    332283 JG 11


    Die Wahrscheinlichkeit, dass es diese WNr. gegeben hat ist relativ hoch, nur scheint es eine der Bf 109 Verluste zu sein, die in den Chroniken ohne Angabe der WNr. vermerkt sind.


    Es bleibt schwierig ...!


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo Karl,


    ich freue mich, das es gefällt!


    Das beschriebene Buch hat auf dem Cover den klein gedruckten Zusatz:


    Aus dem Nachlass des Schöpfers der Deutschen Panzerwaffe

    Bearbeitet von Brigadegeneral Oskar Munzel


    Zitat aus dem Vorwort:


    "Auch die zweite Auflage will jedoch in erster Linie nur die Gedanken des Schöpfers der deutschen Panzerwaffe und die Erfahrungen des 2. Weltkriegs vermitteln."


    Ich gehe davon aus, das der Urherber der Gedanken Heinz Guderian war und Munzel sich dieser Gedanken und auch dessen Nachlass bediente. Munzel hat sich wohl auch des bekannten Namens werbewirksam bedient. Er war zudem Kommandeur der Panzertruppenschule, sowohl zur Zeit der Wehrmacht als auch zur Zeit der Bundeswehr und somit sicher ein versierter Taktiklehrer ... mit Kriegserfahrung! An der Panzertruppenschule wurden die grundlegenden Taktiken erarbeitet, Kriegserfahrungen ausgewertet und Taktiken laufend weiterentwickelt und in Dienstanweisungen und Vorschriften umgesetzt und die Soldaten danach ausgebildet. Ich denke Munzel wußte, von was er schreibt!

    Quelle:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Munzel


    Ich bin selbst ein Panzermann gewesen (Leo 2) und durfte den Stahl auf der Heide bewegen und wurde nach ähnlichen Grundsätzen ausgebildet.


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo zusammen,


    ich möchte zum Thema gerne aus dem Buch "Panzer Marsch!" von Heinz Guderian, Zweite Auflage 1957, Schild-Verlag GmbH, zitieren. Darin wird auf 4 Seiten auf die Besonderheiten des "Panzerkriegs in der Wüste" eingegangen.

    "Auch die Wüste mit ihrer majestätischen Grenzenlosigkeit und ihren harten Gesetzen hat der Panzermann kennengelernt. In drückender Hitze oder bei empfindlicher Kühle sternklarer Nächte durcheilte er mit seinem in gelben Staub gehüllten Panzer die Nordküste Afrikas. Der Meister des Wüstenkrieges - Feldmarschal Rommel, vom Gegner ob seiner listenreichen Führung der "Wüstenfuchs" genannt - zeigte der staunenden Welt, was eine Panzertruppe zu leisten vermag. Ob es im beweglichen Kampf vor- oder rückwärts ging oder ob verteidigt werden musste, das deutsche Afrikakorps folgte seinen Führern stets mit besonderer Einsatzbereitschaft.

    In Afrika standen sich vollmotorisierte Verbände gegenüber. Lediglich einige Einheiten unseres italienischen Verbündeten waren nur teilmotorisiert und stellten daher eine gewisse Belastung dar. Die Wüste war, mit Ausnahme von Teilen in Tunesien, ein sehr flaches, für motorisierte Verbände meist ideales Gelände, das kilometerweit keinerlei Hindernisse bot. Nur selten wurden Umgehungsversuche oder Flankenstöße durch Steilhänge oder Sanddünen behindert. Daher war auch in diesem Kampfraum eine unmittelbare Zusammenarbeit mit anderen Waffen nicht immer notwendig. So konnten in Afrika reine Panzerschlachten geschlagen werden, wie die bei Sidi Rezegh und Sollum. Die Leistungsfähigkeit des Motors wurde hierbei oft bis zur äußersten Grenze ausgenutzt. Nur mit seiner Hilfe waren Entschlüsse möglich, die in ihrer Kühnheit bis dahin undenkbar gewesen wären.

    Da der Kampf sich entlang eines schmalen Küstenstreifens abspielte, an dem nur wenige Häfen zur Verfügung standen, wurde die Lösung der Versorgungsfrage zum wichtigsten Problem, zumal die englische Flotte das Mittelmeer beherrschte. Doch auch die Engländer hatten einen langen und schwierigen Versorgungsweg. Daher versuchten beide Teile, in erster Linie die eigenen Versorgungsstützpunkte und Nachschubkolonen zu schützen und die materiellen Grundlagen des Gegners zu zerstören. Dies war nur möglich, wenn die gefährlichsten Feindkräfte - die Panzerverbände - aus dem Felde geschlagen wurden. Ihre Vernichtung war daher wichtigste Aufgabe.

    Die deutschen Panzer waren anfangs den englischen überlegen, die italienischen jedoch veraltet und zu schwach. Erst ab Mai 1942 erzielten die Engländer mit ihrem Grant Lee und dem amerikanischen Sherman einen Ausgleich und wurden zahlenmäßig immer stärker. Dagegen war die Zahl deutscher Panzer, vor allem Wagen mit der 7,5 cm Kanone, meist ersschreckend gering. Wie im Osten, so wurde auch hier die 8,8 cm Flak zum Retter in mancher Not. Die Kanonen fuhren oft sogar vor den Panzern, um mit ihrem Feuer die Entfernung bis zu deren eigener Waffenwirkung zu überbrücken.

    Auch in Afrika bewährte sich trotz erschwerter Umstände - vor allem Ersatzteilmangel - unsere bewegliche Instandsetzung auf dem Gefechtsfeld. Immer von neuem tauchten zum Erstaunen des Gegners nach kurzer Zeit die alten Panzer wieder auf. Selbst feindliche Panzer wurden rasch für eigene Zwecke verwendungsfähig gemacht.

    Die Temperatur und der oft geröllartige Boden machten keine besonderen Schwierigkeiten. Dagegen war der feine, während des Fahrens aufgewirbelte Staub sehr unangenehm. Die Luftfilter waren hierfür zunächst völlig ungeeignet, so das die Motore sehr schnell neue Zylinderbuxen brauchten. Krafträder bewährten sich gar nicht. Die Waffen, besonders die Maschinengewehre, litten in ihrer Gängigkeit unter dem feinen Wüstensand, der überall eindrang und auch dem Soldaten selbst hart zusetzte.

    Wohl nirgends wurde soviel von Minenfeldern Gebrauch gemacht wie bei den Kämpfen in Afrika. Sie sollten die fehlenden natürlichen Hindernisse ersetzen. Immer wieder mussten die braven Pioniere Minen legen oder Gassen durch feindliche Minenfelder schaffen. Immer wieder mussten auch die Grenadiere in ihren Stützpunkten ausharren, um den gepanzerten Kräften die Möglichkeit beweglicher Kriegführung zu erhalten.

    Mit allen Mitteln wurde die Verschleierung der eigenen Bewegungen und Absichten angestrebt. Hierzu wurden Kampfgruppen durch Funkstellen vorgetäuscht und Panzer- und Geschützattrappen aufgebaut. Durch Lastwagen mit angehängten Gestrüpp oder durch Flugzeugpropeller wurden Staubfahnen entwickelt und hierdurch ganze Panzerkolonnen dargestellt. Es gelang auch, den Gegner frontal auf eine Pakfront auflaufen zu lassen, ihn mit Panzern zu umfassen und in der Flanke anzugreifen.

    Die drei Aufklärungsabteilungen des Afrikakorps waren ein besonders bewegliches und wertvolles Mittel in der Hand der Führung. Ihre Panzerspähtrupps fanden ein reiches Feld der Betätigung, da sie in de Wüste überall schnell ausweichen, meist sehr weit beobachten und in der Tiefe des Gegner eindringen konnten. Auch die Funkaufklärung vermochte lange Zeit hindruch die Bewegungen und Maßnahmen des Feindes festzustellen, bis vorgefundene Unterlagen der bei El Alamein vernichteten Funkaufklärungskompanie die Engländer zu größerer Vorsicht veranlasste.


    Folgende Erfahrungen aus dem Wüstenkrieg sollen hier zusammengefasst werden:


    "1. Wüste und Steppe erlauben eine sonst unvorstellbare Beweglichkeit motorisierter Kräfte und den gleichzeitigen Einsatz aller verfügbaren Panzer in einem Gefecht. In kürzester Zeit ist ein Wechsel der Angriffsrichtung bis zu 180° möglich. Der Kampf mechanisierter Verbände in der Wüste kann mit den Kavallerieattacken alter Art oder mit den Schlachten auf hoher See verglichen werden.


    2. Die rasche Vernichtung eines beweglichen Gegners und seiner materiellen Quellen spielen eine weit größere Rolle als sonst. Der Besitz von Wüstenboden hat nur dann Bedeutung, wenn er als Versorgungsstützpunkt oder als Flugbasis benötigt wird oder die Bewegung sichert.


    3. Schnelles Erkennen der Lage, wendiges Zusammenfassen der Kräfte nach Zeit und Raum an unerwarteter Stelle, Zersplitterung des Gegners, um ihn dann nacheinander um so leichter zu vernichten, sind die entscheidenden taktischen Voraussetzungen.


    4. In den unendlichen, meist völlig deckungslosen Weiten der Wüste ist der Mensch ohne Motor ein hilfloses Wesen. Solange eine Truppe jedoch beweglich ist, kann sie sich stets durchschlagen. Die Erhaltung der Beweglichkeit ist daher das Kernproblem des Wüstenkrieges. Der Nachschub ist im wahrsten Sinne des Wortes der Lebensquell der Truppe. Geht der Betriebsstoff vorzeitig zu Ende, so muss auch ein erfolgreiches Gefecht abgebrochen werden.


    5. Unbeweglich gewordene Teile befinden sich in der schwierigsten Lage. Ihre Stellungen werden rasch unhaltbar, da sie von allen Seiten angegriffen werden können. Schutz durch panzerbrechende Waffen und Minen ist hierbei besonders wichtig. Nichtmotorisierte Teile können nur zur Verteidigung eingesetzt werden. Verteidungswerte Punkte sind Versorgungslager und Abschnitte mit natürlicher Anlehnung, z.B. Pässe.


    6. Unter den beweglichen Erdkräften ist der Panzer der gefährlichste Feind. Er muss daher als erster aus dem Felde geschlagen werden. Der Grad der Beweglichkeit und der Wirkungsbereich der Kanone ist bei dem meist unbegrenzten Schußfeld und Bewegungsraum der Wüste ausschlaggebend für den Kampf Panzer gegen Panzer.


    7. Überraschung bedeutet den halben Sieg. Alle Bewegungen müssen daher so schnell sein, dass sich feindliche Aufklärungsergebnisse nicht mehr auswirken können. Im übrigen vermag bei der Übersichtlichkeit der Wüsten im allgemeinen nur die Nacht die eigenen Absichten zu verschleiern. Doch können auch Sandstürme und die besonders während der Mittagshitze flimmernde Luft einen Einblick in die Lage verwehren.


    8. Freund und Feind sind in der Wüste oft nur schwer zu unterscheiden, da sie eine ähnliche Uniform und ihre Fahrzeuge den gleichen Tarnanstrich tragen. Diese Gefahr erhöht sich noch, wenn beide Seiten Beutefahrzeuge und -panzer für eigene Zwecke einsetzen. Der Bewegungscharakter des Wüstenkrieges und die ständig wechselnden Fronten machen es jederzeit möglich, von Feindkräften überrascht zu werden, die erst im letzten Augenblick als solche zu erkennen sind. Jede Truppe und jeder einzelne Soldat muss daher ständig auf der Hut sein.


    9. Orientierung in der Wüste ist ein Problem für sich. Karte, Kompass und ständiger Vergleich mit dem Kilometerzähler sind hierbei unentbehrlich. Aufklärung und Erkundung müssen weit voraus angesetzt werden, um plötzliches Steckenbleiben in einer Sanddüne oder Auftreffen auf Minenfelder zu verhindern.


    10. Das Erkämpfen der Luftüberlegenheit ist für alle Operationen die wesentliche Voraussetzung für den Erfolg."


    Die letzten Absätze diese Kapitels fassen nur die Lagenentwicklung nach der Schlacht bei El Alamein in Kürze zusammen und gehen auf die fortan zunehmende materielle Überlegenheit des Feindes und den deutschen Nachschubmangel ein.


    Ich denke in dem Text sind viele allgemein gültige und auch auf andere Kriegsschauplätze übertragbare Grundsätze vorhanden, die aber im Wüstenkrieg eine besondere Bedeutung gewinnen. Aufklärung, Täuschung, Überraschung, Beweglichkeit (Motorisierung), schnelle Zusammenfassung von Kräften zur Schwerpunkbildung, der Einsatz von Minen, aber auch das erkennen der eigenen Schwächen und Stärken und der entsprechenden Schlussfolgerungen, oft aus der Not geboren (Einsatz der Acht-Acht z.B.) sind hier besonders zu nennen. Zudem gibt es in der Regel aufgrund der beweglichen Kampfführung und der weite des Raumes keine Frontlinien im herkömmlichen Sinn. Das heißt in Ruhephasen oder Kampfpausen muss sich die Truppe in Stützpunkten einigeln und zur Rundumsicherung übergehen, um sich vor Überraschungen zu sichern. Wie ich finde, eine besondere Belastung für die Truppe.


    Ich hoffe, das Zitierte hilft bei der Einschätzung der taktischen Unterschiede im Wüstenkrieg.


    Viele Grüße

    Helmut

    Hallo Stephan,


    danke für Deine Einschätzung. Ich bin mir da aber nicht so sicher ...., ich habe das Foto jetzt mal vergrößert. Das deformierte Teil müsste ja dann wirklich genau zwischen die beiden senkrechten Striche des O passen ....! Ich mag da nicht so recht dran glauben. Für mich sieht das eher wie ein U aus, sorry!


    Viele Grüße

    Helmut