Posts by Tetris L

    Hallo Christian,

    das "Pfr." vor der Unterschrift könnte für "Pfarrer" stehen, was auch dazu passt, dass im Brief drei Mal von Gott gesprochen wird. Mir fällt jedenfalls kein gängiger Vorname ein, der so abgekürzt würde.


    Es gab einen Pfarrer Otto Pfeiffer aus Breslau (*1827), Vater des Mediziners Professor Richard Pfeifer. Der wäre 1935 beim Schreiben des Briefes allerdings bereits über Hundert Jahre alt gewesen, scheidet also höchstwahrscheinlich aus.


    Hier gibts ein Adressbuch von Breslau aus dem Jahr 1935. Ab Seite 540 findest Du alle Pfeiffers. Ich habe auf die Schnelle darunter nur einen Pfarrer gesehen: "Paul, Strafanst.Pfarrer".


    Viel Erfolg bei Deiner Suche

    Harm / Tetris L


    Nachtrag: Im Adressbuch für Breslau und Umgebung von 1915, das Du hier findest, ist ein "Kaplan" mit Namen Paul Pfeiffer gelistet. Weitere Geistliche mit Namen Pfeiffer kann ich dort nicht entdecken.

    Hallo Birgit,

    das "Güter-Adreßbuch für die Provinz Pommern" von 1914 listet im Gut Sinzlow im Kreis Greifenhagen einen Gastwirt Karl Rünger auf.

    Eine Bildersuche nach Ansichtskarten von Sinzlow förderte nur diese hier von 1905 zu Tage, die für das Gasthaus einen anderen Besitzer angibt. Könnte das Gebäude auf Deinem Foto das selbe sein?

    Viele Grüße

    Harm / TL

    Hallo Due,

    wie Du inzwischen sicher auch festgestellt hast, ist die Übereinstimmung mit Schönbrunn sehr eindeutig.


    Hier gibt es einige weitere Gruppenfotos von Besuchergruppen an genau der gleichen Position. Diese Fotos haben auch alle die Tafel mit den Zahlen drauf, bestehend aus einer großen und einer kleinen arabischen Zahl und einer römischen Zahl.

    Ich vermute, dass zwei der drei Zahlen auf der Tafel das Datum des Fotos angeben: Die römische Zahl könnte der Monat sein (<=12). So tragen die Besucher auf Bilder mit der Zahl XII (Dezember) und IV (April) alle Wintermäntel, auf einem Bild mit der Zahl VI (Juni) hingegen sommerliche Kleidung. Die kleine arabische Zahl links ist vermutlich der Tag des Monats (<=31), die große arabische Zahl rechts eine laufende Nummer.

    Auf dem Scan des Foto deines Großvaters ist die römische Zahl abgeschnitten, es könnte eine VI oder XI sein. Ist die Zahl auf dem Original ganz zu sehen? Der Herr in Zivil auf dem Foto trägt einen Mantel, das spricht eher für XI (November).

    Der 2. November ist ja Allerseelen, er fiel 1940 auf einen Samstag; zusammen mit Allerheiligen ergibt das also ein langes Feiertagswochenende, also durchaus geeignet für einen Ausflug von Prag nach Wien. Nur ins Blaue geraten.


    Grüße Harm / TL

    Vielen Dank für den Hinweis auf den spanischen Saal, ich habe bei der Verwaltung der Burg angefragt und sie haben bestätigt das es ziemlich sicher der Spanische Saal in der Burg Prag ist.

    Hallo Due,

    das wundert mich sehr, denn auf allen Fotos des Saals, die ich gefunden habe (aktuelle und alte), sehen die Türen, die Verzierungen an den Wänden und die Leuchter deutlich anders aus.


    Eine Google-Bildersuche hat etwas anderes ergeben: Das ist höchstwahrscheinlich die Kleine Galerie im Schloss Schönbrunn in Wien. Vergleiche z.B. das Bild auf dieser Seite.


    Viele Grüße

    Harm / Tetris L

    Nur mit der Stempelung habe ich meine liebe Not, sie lautet 4 / BAUKP 25

    Hallo Elrik,

    ist die Stempelung exakt so? Also nicht z.B. BAUKP 4/25 und keine römische Zahl? Auch kein vorangestelltes Kürzel, aus dem man erkennen könnte, zu welcher Waffengattung die Baukompanie gehörte?

    Grüße, TL

    Hallo JoMe,

    ich hatte mich schon gewundert, dass beim dritten Foto der Mittelteil des Rumpfes fehlt oder stark zerstört ist, während beim ersten der Rumpf mit der Kanzel weitgehend intakt scheint. Aufgrund der "Nähe" in der Fotosammlung und der zwei Propeller hatte ich angenommen, dass es die selbe Maschine ist, dass nur beim dritten Foto das Wrack bereits teilweise zerlegt und abtransportiert*) wurde. Aber jetzt, wo Du es sagst, fallen mir mehr und mehr Unterschiede auf.


    *) War sowas eigentlich üblich? Um Bauteile zurückzugewinnen z.B.?


    Grüße, Harm / TL

    Hallo zusammen,


    heute teile ich mal drei Fotos aus dem Nachlass meines Großvaters (IR 220):


    Die Fotos zeigen ein abgestürztes/abgeschossenes deutsches Flugzeug.


    Flugzeug Front.JPG Flugzeug MG.JPG Flugzeug Seite.JPG


    Ich tippe auf eine Messerschmitt Bf 110 C-4. Kommen andere Typen in Frage? Was sagt ihr?

    Zu Ort und Datum kann ich mangels Beschriftung nur aufgrund anderer Fotos aus der gleichen Serie sagen, dass es (höchstwahrscheinlich) während des Westfeldzugs 1940 aufgenommen ist.

    Kann irgendjemand genauere Angaben machen oder noch irgendwelche Hinweise geben?


    Viele Grüße

    Harm / TL

    Hallo Günter,

    das Munster-Lager wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges von den Alliierten zum größten Entlassungslager für kriegsgefangene deutsche Soldaten umfunktioniert. Circa. 1,7 Millionen Kriegsgefangene wurden hier aufgenommen und später in die Heimat entlassen. Das Lager "A" war ein Teilbereich des Munster-Lagers.


    "Ginnersdorf über Mehlen Rh." ist wahrscheinlich eine Falschschreibung. Ich vermute, es ist Gimmersdorf bei Mehlem im Rheinland gemeint. Dort gab und gibt es eine Familie Wisskirchen.


    Grüße

    Harm / Tetris L

    Hallo Martin,

    der Ortsname im Bild FdW025 sieht nach "Gomel" aus, also Homel (Гомель) im heutigen Belarus.


    Ich versuche mich auch mal am Lebenslauf:


    Am [xxx] wurde ich als Sohn des [xxx] und deßen

    Ehefrau Marie, geborene [xxx] in Petriefeld [vermutlich das heutige Petrești], [???],

    Kreis Satmar [vermutlich das heutige Satu Mare] geboren.

    Da besuchte ich die Deutsche Volksschule, vom 14.3.38

    bis 13.12.38 wurde ich zur Akrobaulichrgung (?)

    gerufen die ich gut ??tstanden habe. Zwei Woche da-

    rauf wurde ich zum Ortzzugnadführer (?) genannt.


    Am 12.2.42 habe ich mich freiwillig zur WaffenSS

    gemeldet. am 25.4.42 wurde ich eingezogen

    nach dem Truppenübungsplatz Debitza [vermutlich Dębica]

    nach Polen zur Kawalarie. Da wurde ich auch

    ausgebildet.


    Von da aus bin ich im einsatz nach dem Osten. am

    16.9.42 wurde ich zur Sanitätskompanie versetzt. zu der

    gleiche Division am 4.6.43 habe ich die Krankheit

    Flegfieber bekommen und ins lazarett geliefert

    wurde. von da aus kam ich zum Ersatz Bat. Stettin.

    am 5.10.43 wurde ich als Pferde(?)pfleger nach Berlin(?)

    zum SS-F.H. A Ortsgruppe(?) ? versetzt. von da aus bin

    ich am 7.2.44 zum SS-Lazarett [????] versetzt.

    Das Lazarett muste am 15. August 44 geräumt

    werden. und wurde mit dem Lazarett nach

    Weilmünster verlegt. wo ich noch immer

    betätigt bin.


    Es findet sich bestimmt noch jemand, der meine Fehler ausbügelt und die Lücken füllt.

    Grüße, TL

    Dank Dir für's Teilen, Thilo. Sehr interessant! :thumbup:


    Ich stamme aus der Nähe von Lüneburg. Daher bin ich sehr interessiert an Berichten zu den Endkämpfen in Norddeutschland und besonders im Raum Lüneburg. Das Buch Lüneburg '45 steht in meinem Bücherschrank. Sind Dir darüber hinaus noch weitere aufschlussreiche Quellen bekannt? Weißt Du, ob man irgendwo Kriegstagebücher oder detaillierte Lagekarten der britischen Armee (hier insbes.: 11th Armoured Division und 15th Scottish Infantry Division) herunterladen kann?


    Viele Grüße

    Harm / Tetris L

    Hallo, noch ein Hinweis: Die animierte Karte auf project44.ca beruht überwiegend auf den Lagekarten der US-Armee, die man sich HIER auf der Website der Library of Congress auch Tag für Tag einzeln online anschauen kann. Deutsche Quellen wurden von den Machern von Project 44 hingegen nicht oder nur in geringem Umfang herangezogen. Von daher überrascht es nicht, dass die Positionen der deutschen Einheiten unvollständig und teilweise fehlerhaft dargestellt ist, da die Karte nur den Kenntnisstand der Alliierten wiedergibt. Also gilt umso mehr, was Sven und ich oben betont haben: Mit anderen Quellen abgleichen!


    Hier noch die Links zu den US-Lagekarten für den 2.9.1944 und 3.9.1944.

    Grüße, TL

    ... und daher würde ich mich erst recht nicht auf eine solche Animation verlassen, …

    Hallo Sven,

    da stimme ich dir 100%ig zu: Verlassen sollte man sich nicht darauf! Die Seite ist m.E. gut geeignet, um sich einen Überblick zu verschaffen und Hinweise auf einzelne Einheiten zu bekommen, aber wenn es um die Details geht, sollte man immer Primärquellen oder zumindest reputable Sekundärquellen heranziehen. Deshalb auch mein kritischer Hinweis an Olaf.


    Was die Ortsangaben zur Position von Einheiten oder zum Frontverlauf auf Karten angeht: Da erzeugen Karten oft einen falschen Eindruck von Genauigkeit, denn die Position eines Truppenverbandes ist ja in Wirklichkeit nicht wie es auf der Karte erscheint ein einzelner Punkt, sondern immer ein Bereich, der umso größer wird, je mehr Einheiten zum Verband gehören und je mehr sich diese in Bewegung befinden. Und der Frontverlauf ist in der Realität, anders als es auf Karten erscheint, ja keine scharfe Schwarz-Weiß-Grenze, sondern immer eine mehr oder weniger ausgefranste Grauzone, insbesondere in Situationen, wenn eine Seite schnell vorstößt. Da muss man also Karten - auch Primärquellen - immer mit anderen Quellen abgleichen.
    Grüße, TL

    Ich habe gerade vorhin erst erfahren, dass es es noch einen Schwung Fotografien aus der Militärzeit meines Vaters gibt. [...] Wenn ich über die Bilder verfüge, brauch bestimmt noch Tipps, auf was ich achten sollte. Werde dann was hochladen.

    Hallo Olaf,

    hier im FdW findest Du auf jeden Fall hilfsbereite Unterstützer bei der Identifikation von Orten, Einheiten, etc.

    Besonders wertvoll für die Bestimmung sind Beschriftungen auf der Rückseite der Fotos, Schilder, charakteristische Bauwerke, Truppenkennzeichen, Uniformen, Fahrzeuge, ...

    ... kann die Seite leider überhaupt nicht empfehlen, zu ungenau, falsche Bezeichnungen der Einheiten [...] und einige selbstständige Einheiten fehlen vollständig [...].

    Die Seite ist sicher nicht perfekt, aber ich finde, die Macher haben einen ganz guten Job gemacht. Sehr einfach in der Bedienung und durch die Animation sehr anschaulich, gerade um "Einsteigern" das Geschehen näher zu bringen. Ich wünschte, es gäbe etwas Ähnliches auch irgendwo für die Ostfront! Ich habe versucht, die Wege der Einheiten meiner Großväter möglichst genau nachzuvollziehen, das war schon sehr schwierig. Wenn ich mir vorstelle, dass man diese Aufgabe für Hunderte von Einheiten parallel stemmen soll, dann ziehe ich den Hut vor denjenigen, die das halbwegs hinkriegen

    Was die falschen und fehlenden Einheiten angeht: Man muss sagen, dass die Wehrmacht das Nachvollziehen mit den vielen Umbenennungen und Umgruppierungen auch nicht leicht gemacht hat. Und Vollständigkeit bis ins Detail kann man bei der großen Zahl an Einheiten auch kaum erwarten.

    VG Harm / TL

    Ps: Könnt ihr mir Tips geben, wie ich eventuell in Erfahrung bringen kann, wo ein Matrose im 1. Weltkrieg unterwegs war?

    Hallo Nimbex,

    zum Personal der Kaiserlichen Marine ist die Informationslage leider ziemlich dünne. Vereinzelt sind Besatzungslisten von Schiffen erhalten, aber es gibt keine zentrale Verwaltungsstelle der Personalakten wie beim WASt.

    Ich habe ein ähnliches Problem mit dem Großvater meiner Schwiegermutter, der im 1. WK auf einem U-Boot gefahren ist. Um da weiter zu kommen, habe ich mal irgendwann im Forum Marine-Archiv nachgefragt - hat aber auch nicht den Durchbruch gebracht.

    Viel Erfolg für Deine Forschung!

    Harm

    habe die Region aber auf Anhieb gefunden: https://mapcarta.com/fr/N1200208219

    Hallo Olaf,

    klick mal auf irgendeinen Ort in der Nähe. Les Terres Saines (dt. Die gesunden Felder) verschwindet dann sofort und erscheint nicht wieder, egal wie sehr Du am vermeintlichen Ort raus- oder reinzoomst. Auch finde ich den Ort auf keiner historischen Karte der Region und in keiner größeren Online-Karte oder Suchmaschine. Ich will nicht völlig ausschließen, dass Du zufällig den richtigen Ort getroffen hast, aber "überzeugend" sieht das für mich auf keinen Fall aus. Du solltest Dich allein auf der Basis so schwacher Hinweis nicht darauf festlegen sondern andere Möglichkeiten prüfen.


    Verfolgen wir mal die anderen Ansatzpunkte: Flakscheinwerfer Ersatz Abteilung, Standort Cherbourg und Kriegsgefangenenlager bei Paris:

    • Bei der Flakscheinwerfer Ersatz Abteilung 43 war Dein Vater 1944 offensichtlich nicht mehr, da diese nie an der Westfront eingesetzt wurde, aber mit einiger Wahrscheinlichkeit bei einer anderen Flak-Einheit der Luftwaffe.
    • Am Standort Cherbourg gab es davon mehrere Flak-Einheiten. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass Dein Vater direkt in Cherbourg eingesetzt war, denn die dortigen deutschen Truppen wurden von den Allierten nach dem D-Day eingekesselt und bereits Ende Juni 44 vernichtet. Wahrscheinlich war es also eine Luftwaffen-Flak-Einheit, die in der Region Cherbourgh/Cotentin etwas weiter landeinwärts stand, so dass sie der Einkesselung entging und nach Süden abgedrängt wurde. Es kann auch sein, dass die Einheit Deines Vaters versprengt wurde und dass er einer LW-Felddivision oder einer Infanterie-Einheit des Heeres zugeteilt wurde, bei der er bis zu seiner Gefangennahme blieb. Da ist aber auch viele ungewiss, und es kommen viele Einheiten in Frage. Der Heuhaufen ist ähnlich unübersichtlich wie der mit Orten mit Sain(t/es) o.ä. in Frankreich. Die 18. FeldD. stand z.B. am 2.9.44 nahe Soignies, da wäre Saines eine mögliche Falschschreibung. Die 17. FeldD. stand nahe Sains-lès-Pernes, wieder wäre Saines eine mögliche Falschschreibung davon.
    • Zum Kriegsgefangenenlager: Da haben wir leider den nächsten Heuhaufen. Die Kriegsgefangenenlager der Amerikaner wurden ab Januar 1945 in französische Verwaltung gegeben. Die ca. 1 Million deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich wurden auf mehr als 200 Lager ("Depots") aufgeteilt, da liegen etliche im Ring ca. 20 km von Paris. Hinzu kamen noch die Gefangenen, die dezentral als Zwangsarbeiter eingesetzt waren. Ohne weitere Hinweise wird man das Lager nicht identifizieren können.

    Grüße, TL