Posts by AnhalterddGeschichte

    Hallo Karl,


    magst Du mal erläutern, warum die Angehörigen nicht miteinbezogen werden? Warum entscheiden all die von Dir Genannten, wo jemand seine letzte Ruhestätte finden soll, aber das, was der Soldat zu Lebzeiten testamentarisch verfügt hat und von seinen Angehörigen gerne umgesetzt werden würde, darf mit welchem Recht einfach außer Kraft gesetzt werden? Ich hätte wirklich gerne das Gesetz mit dem entsprechenden Paragraphen dazu.


    Danke und Gruß

    Der Anhalter

    Hallo allerseits,


    mich würde mal interessieren, auf welcher Rechtsgrundlage der VDK arbeitet. Gibt es einen Vertrag mit der Bundesregierung? Wo findet man den Vertrag, sofern er existiert?

    Liebe Diana, ich finde, Du solltest den Thread von Uranus ruhig stehen lassen. Das muss eine Diskussion aushalten und es sind hier nun mal nicht alle Mitglieder solche großen Fans des VDK. Deckt das Recht auf freie Meinungsäußerung es nicht ab, wenn jemand mal etwas dagegen sagt?

    Gruß an alle

    Der Anhalter

    Die Luftnachrichten-Ausbildungs-Versuchs-Abteilung wuchs später zum
    Regiment auf.

    Hallo allerseits,


    es gibt hier eine ganze Archivrolle über die Luftnachrichten. Auf "Image 101" gehen in dem roten Balken, und man kommt zu einer Meldung vom Ln.Vers.Regt.. Dieter, hast also Recht.

    http://heritage.canadiana.ca/v…ac_reel_t2420/101?r=0&s=2


    Interessant zu lesen sind die Seiten 106 und 107 bezüglich der Landung der Alliierten in der Normandie.


    Gruß

    Der Anhalter

    Hi
    Gibt es eigendlich Infos über die Aktion Leuthen?

    Hallo Jan,


    hier in diesem kanadischen Archiv findest Du die Originalunterlagen zur Aktion Leuthen, allerdings teilweise in hundsmiserabler Qualität kopiert. Aber der Führerbefehl ist lesbar:

    http://heritage.canadiana.ca/v….lac_reel_t2409/2?r=0&s=4


    Wenn ich den Hinweis auf der Homepage des Archivs richtig verstanden habe, sind diese Archivalien ab 1. Jan. nicht mehr frei zugänglich. Musst Dich also beeilen.


    Beste Weihnachtsgrüße

    Anhalter durch die Geschichte

    Guten Abend allerseits,


    ich hatte mir die Bücher von Hermann Kleinebenne "Die Weserlinie" und von Ulrich Saft "Krieg in der Heimat" per Fernleihe ausgeliehen. Das hat mich zwar auf meiner Suche nicht zum Ziel geführt, aber immerhin ein paar Infos ergeben, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

    Die Stellung bei Minden, wo die 4. Btr./ schw. Flak.Abt 434 stationiert war, hieß "Holzhausen II".

    Kleinebenne schreibt dazu, dass sie am 7. April 45 von britischen Fallschirmjägern ausgeschaltet wurde. Nach britischen Angaben sind dabei 40 - 50 deutsche Soldaten ums Leben gekommen, davon 3 Offiziere. 171 deutsche Soldaten gingen in Gefangenschaft. Diese Information ist für mich nicht mehr so bedeutsam, weil mein Großvater zu dem Zeitpunkt nicht mehr dort war, aber vielleicht mag sie jemandem anders nützen.


    Eine Verständnisfrage dazu an die militärisch Versierten unter Euch:

    Kleinebenne schreibt [Zitat]:

    "Um 17.45 Uhr greift der Fallschirmjägerzug die Flakstellung über das freie Feld hinweg an. Außerdem werden die Flakartilleristen durch artilleristisch eingesetzten Nebel geblendet." [Zitat Ende], Seite 229, Aufl. von 2011.

    Kann man aus dem Begriff "Flakartilleristen" herauslesen, ob es sich dabei um Soldaten der Luftwaffe oder des Heeres handelt?


    Bei Ulrich Saft bin ich auch ein wenig weiter gekommen, denn er beschreibt die Kämpfe um den Fliegerhorst Fallingbostel und das Örtchen Bomlitz genau in den Tagen, in denen mein Großvater dort angekommen sein sollte. Und Saft schreibt auch, dass noch ein Zug (Im Sinne von Eisenbahn-Zug) in Fallingbostel angekommen ist, dessen Soldaten sofort in schwere Kämpfe mit hohen Verlusten verwickelt wurden. Leider fehlen Angaben zu den Einheiten. Auf den umliegenden Friedhöfen sind eine ganze Menge unbekannter Soldaten begraben.


    Ich warte noch auf die Antwort aus Freiburg.


    Allen einen schönen 3. Advent

    Anhalter dd Geschichte

    Lieber Rudolf,


    ich halte von diesem ganzen Schwindel mit den Erkennungsmarken sowieso nichts. Die hatten doch damals schon nur den Zweck, die Soldaten ruhigzustellen, denen bewusst war, dass man im Krieg durchaus mal sterben kann. Es reichte doch schon aus, wenn beim Truppentransport ein ganzer vollbesetzter Eisenbahnwaggon mit Granaten beschossen und zerfetzt wurde. Dann haben einem die schönsten Erkennungsmarken bei der Identifizierung nicht mehr geholfen. Alles Bluff.

    Nur leider ist es in unserem Fall so, dass diese besagte EM mit der unbekannten Nummer als einziges Indiz von offizieller Seite dafür angegeben wird, dass es sich bei dem aufgefundenen Soldaten um meinen Großvater handeln sollte. Ich find's lächerlich. Zumal man uns die beantragten Fotos von der Bergung vorenthält.

    Das ist aber nur ein Puzzlestein in meinem Zehntausenderpuzzle. Deshalb kann von Festbeißen keine Rede sein.

    Es macht Spaß, mit Dir gemeinsam die Sache zu durchdenken. Ich glaube, wir haben ähnliche Sichtweisen.


    Gruß

    AnhalterddG

    (Und das ist ganz sicher eine "deutsche Eigenart", lieber Rüdiger, und

    findet/fand so nicht in Ruanda statt !)

    Hallo Rudolf,


    das "Deutsche Eigenart" stimmt nicht so ganz. Mit diesen akribischen Dokumentationspflichten macht man sich seine Untergebenen ja hörig und vor allem bis ins letzte Komma kontrollierbar. Ein Grundprinzip der Diktaturen und ähnlicher Herrschaftssysteme. Ein Staat, der einen nicht unerheblichen Teil seiner eigenen Bevölkerung ausrotten will, muss sich vor möglichen Kollaborateuren in seinen eigenen Behörden schützen. Ein solches Regime sollte nur in dem Moment, wo es zusammenbricht, ganz schnell seine Dokumentationen vernichten. Das Stalin-Regime war darin geschickter als das Hitler-Regime. Ruanda vermag ich nicht zu beurteilen, aber denk mal an die Fotos aus Abu Graib.

    Gruß

    Anhalter

    Mir ist sowieso nicht ganz klar, was die Beweggründe Deiner Frage sind !?!

    Hallo Rudolf,


    ich sitze seit 2 Tage an einem Brief an die WaSt, um das Schicksal meines Großvaters aufzuklären, der in den letzten Kriegstagen noch "abhanden" gekommen ist. Ich habe den Fall in einem anderen Thread schon relativ breit erklärt, deshalb will ich das hier nicht noch einmal tun.

    Ich will in dem Brief an die WaSt meine Fragen möglichst so korrekt formulieren, dass ich Antworten erwarten kann, die mir auf meiner Suche weiterhelfen. Ich bin ein völlig unmilitärischer Mensch und habe mehr als 50 Jahre sehr gut damit gelebt, die ganzen militärischen Begriffe und Hierarchien nicht zu kennen. Ich könnte auch jetzt noch nicht genau erklären, was der Unterschied zwischen Division, Regiment und Batterie ist. Und eigentlich möchte ich das auch so beibehalten. Im Vergleich zur Generation meines Großvaters scheint es ein ziemlicher Luxus zu sein, diese Begriffe nicht kennen zu müssen und trotzdem ein gutes Leben zu führen. Nur: Wie schreibt man in dieser Unkenntnis einen Brief an die WaSt, den die WaSt-Mitarbeiter verstehen? Deshalb stelle ich hier solche Verständnisfragen.

    Die WaSt hatte uns in einem Schreiben von Januar 2000 eine EM-Nummer für meinen Großvater mitgeteilt, die niemandem in der Familie bekannt war und auch in den wenigen erhaltenen Unterlagen nicht zu finden ist. Und wie Du oben richtig schreibst, war allen Beteiligten die Bedeutung der EM bewusst. Auch in meiner Familie. Die letzte bekannte EM-Nummer hat meine Mutter gehütet wie ihren Augapfel. Ich versuche jetzt herauszufinden, wo der Fehler gemacht sein könnte. Ich würde neben dem oben Gesagten auch nicht ausschließen, dass die Weitergabe der Nummer innerhalb der Familie nicht geklappt hat, obwohl mein Großvater die Nummer immer bei mehreren Familienmitgliedern hinterlegt hat, wohlwissend, dass mal jemand ausgebombt werden könnte.


    Um nun meine Frage an die WaSt verständlich zu formulieren, ist es mir hilfreich, die möglichen Fehlerquellen zu kennen. Dabei hast Du mir gerade geholfen und dafür danke ich Dir.

    Herzlichen Gruß

    Anhalter durch die Geschichte

    Hallo dr. rudolf,


    sehr herzlichen Dank für die Erläuterung. Das hilft mir wirklich weiter.


    Auf die Idee mit der Suchfunktion bin ich durchaus schon selber gekommen. Nur, wenn ich das Suchwort "Erkennungsmarken" dort eingebe, bekomme ich so viele konkrete Einzelanfragen zu bestimmten EM-Nummern angezeigt und als Antwort (völlig zu Recht!) den Hinweis, dass ohne WaSt-Auskunft keine Fragen beantwortet werden, dass ich auf die Dauer nicht alle Anfragen mit den Antworten durchgelesen habe. Und so konkludent, wie Du das hier jetzt beschrieben hast, habe ich das auch noch nirgends gefunden. Ich schlage deshalb vor, dass Deine Erläuterung an zentraler Stelle noch einmal dargestellt wird, denn ich bin sicher, dass sie auch anderen Suchenden helfen wird.


    Ich wage mal eine Schlußfolgerung und bitte Dich, mich ggf. zu korrigieren:


    1, Es ist nicht auszuschließen, dass versehentlich eine Nummer im selben WBK oder LG zweimal vergeben wurde.

    2. Es könnte Übertragungsfehler, z.B. Tippfehler, beim Erstellen der Listen gegeben haben. Dazu die Frage: Was war zuerst: Die Marke oder die Liste?

    3. Der "Zahn der Zeit" könnte die Erkennungsmarken so schlecht lesbar gemacht haben, dass Fehlidentifikationen bei heute aufgefundenen Soldaten nicht auszuschließen sind. Beispielsweise könnte durch Korrosion oder mechanische Beschädigungen aus einer 8 eine 6 geworden sein, oder bei den römischen Ziffern der Luftgaue könnte aus einer III eine II geworden sein (oder umgekehrt). Dann könnte beispielweise eine Marke mit der -496- Lg. Kdo. III leicht mal als -498- Lg. Kdo. II gelesen werden.


    Ich gehe mal davon aus, dass sich die WaSt dieser möglichen Fehlerquellen auch bewusst ist. Welche Methoden wendet sie an, um diese Fehler auszuschließen, um eine zweifelsfreie Identifikation gewährleisten zu können?


    Ich freue mich auf Deine Antwort.

    Gruß

    AnhalterddG

    Hallo Frank,


    wie sich herade herausgestellt hat (u.a. anhand von Feldpostbriefen), war mein Großvater Kommandeur der 4./434. Hast Du den Kleinebenne "Weserlinie" noch? Könntest Du bitte mal nachschauen, was Kleinebenne zu dieser Verlegung an die Ostfront schreibt? Und könntest Du bitte die besagte Luftaufnahme als Scan hier einstellen oder mir schicken? Du könntest mir damit helfen, sein Schicksal aufzuklären.


    Danke schon mal vorab.

    Gruß

    Anhalter durch die Geschichte

    Liebe Diana,


    die Jungs von den Luftnachrichten waren ja auch wirklich in Geheimhaltung geübt. Allerdings erzählt man sich bei uns in der Familie auch, dass Akten verlorengegangen sind, weil ein Militärzug, der auch Post mitgenommen hat, einem Bombenangriff zum Opfer fiel und ausgebrannt ist. Ich weiß allerdings nicht, wann und wo.

    Nebenbei: Hast Du meine E-Mail bekommen? Ich bin noch nicht fit genug im Umgang mit diesem Forum, um eventuell meine E-Mails abzurufen. Sorry.


    Gruß

    AnhalterddG

    Ich habe nun versucht, mich durch die 13 + 3 Bände von Tessin zu wühlen, finde aber nur gelegentlich etwas über diese Regimenter.

    Weiß jemand etwas dazu? Waren diese Luftnachrichten-Regimenter einer Division zugeordnet, dann wäre die Suche nach den Einsatzräumen schon viel einfacher. Oder sind die Regimenter selbständig diversen Divisionen zugeordnet gewesen, wenn überhaupt.

    Ich weiß aus den spärlichen Infos meines Vaters, daß er wohl in der Heeresgruppe Süd war, Einsatzräume Ukraine bis vmdl. Kiev und Kharkiv, 1944 im Raum Lemberg(Lviv).

    I

    Hallo wardi,


    ich glaube, dass unsere Interessenslagen sich sehr ähneln und vielleicht sollten wir ein wenig gemeinsam suchen. Allerdings gehörte mein Großvater mehr in den Norden, während Du wohl mehr im Süden suchst. Aber ich habe die selben Schwierigkeiten mit den Begrifflichkeiten wie Du.

    Ich habe den Eindruck, dass mit der gesamten Luftwaffe auch deren Akten verschwunden sind. Hast Du schon im Archivportal der Deutschen digitalen Bibliothek gesucht? https://www.archivportal-d.de/…3305140862103072&offset=0

    Aus den ersten Kriegsjahren im Osten sind dort noch ein paar wenige Kriegstagebücher im Militärarchiv in Freiburg erhalten. Klicke Dich doch mal durch das Archiv durch. Du kannst die Suche einschränken mit verschiedenen Suchbegriffen, sodass Du nicht alle 25.000 Akten durchsuchen musst. Digitalisate sind leider nicht vorhanden.

    Zur Hierarchie der Luftwaffe arbeite Dich im Lexikon der Wehrmacht mal von den Luftgaukommandos abwärts bis hin zu den Luftnachrichtenregimentern. Ist mühsam, aber lohnt sich. http://www.lexikon-der-wehrmac…n/Luftgaue/Gliederung.htm


    Viel Erfolg bei der Suche

    Anhalter durch die Geschichte

    Hallo allerseits,


    ich habe eine ganz allgemeine Frage:


    Wer bzw. welche Kommandoebene hat im zweiten WK eigentlich die Listen mit den Erkennungsmarkennummern geführt und aufbewahrt? War das ein zentrales Register oder wurden die Listen auf einer niedrigeren Ebene geführt, sodass eine Nummer eventuell 2 mal vergeben werden konnte, z.B. in zwei verschiedenen WBK's?


    Gruß

    Anhalter durch die Geschichte

    Nachtrag zum vorherigen Post:


    Hallo allerseits,


    In der Deutschen Digitalen Bibliothek fand ich gerade folgenden Hinweis:

    "Die Überlieferung des Wehrkreiskommandos VI und der zugeteilten bzw. unterstellten Dienststellen muss im Prinzip als verlorengegangen oder befehlsgemäß vernichtet angesehen werden." https://www.archivportal-d.de/…B4IVJ4UOWL6GI2364JUY2FCVU


    Das macht Mut auf mehr.


    Gruß

    AnhalterddG

    Hallo Matthias,


    hab herzlichen Dank für die Mühe.


    Bedeutet Deine Quellenangabe "Quelle: T78 FPÜ III", dass Du das aus einer NARA-Rolle hast? Steht da noch mehr?


    Was mit dem Stab passiert ist, kann ich Dir leider auch nicht beantworten. Es gab wohl am 28. März einen schweren Luftangriff auf Minden (Zum Vergleich: letzter FPB meines Großvaters am 27. März), und am Ostermontag, dem 2. April, ist die Weser bei Minden von Briten und Kanadiern erreicht worden. Quelle aus Mindener Tageblatt bei Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=-8ZzXGwZ8qk (ab 1:10, mit Karte) und https://amtage.de/stadtgeschic…tangriff-1945-auf-minden/. Man müsste herausfinden, wo der Stab zu dem Zeitpunkt war. Das gibt das LdW leider nicht her.

    Mein Großvater ist am Ostersamstag, dem 31. März, bei seiner Familie eingetroffen und war, wie gesagt, bis zum 6. April dort. Insofern passt das von Dir herausgefundene Datum 20. März nicht so ganz hundertprozentig. Oder haben die aufgegeben und sich irgendwie nach Hause durchgeschlagen?


    Im Lexikon der Wehrmacht sind ja ein paar Informationen zu dieser Batterie 434. Weiß man die Quelle, auf die sich diese Informationen beziehen? Ich wüsste so gerne, ob die Schüler vom Dessauer Gymnasium es bis nach Hause geschafft haben. Aber danach frage ich den militärhistorischen Geschichtsverein in Dessau, an den ich parallel gerade einen Brief schreibe.


    Zu dieser Flakstellung "Stemmer bei Minden" kann ich nichts finden. Bei Google-Earth findet man zwischen Stemmer und Brede auf dem Satellitenbild mehrere Flächen, auf denen Störungen im Bodenprofil zu sehen sind, die auf eine ehemalige Flakstellung hinweisen könnten. Aber alles Spekulation.


    Aber wichtig ist ja auch herauszufinden, was nach dem 6. April geschehen ist. Ich bin weiterhin auf der Suche nach Marschbefehlen etc. Solltest Du in der NARA-Rolle etwas finden (Oder wie Deine Quelle lautet ...), dann gib mir bitte Bescheid.


    Samstägliche Grüße

    Anhalter durch die Geschichte

    Lieber Dieter,


    ich werde mich am Wochenende hinsetzen und die WaSt, das Militärarchiv in Freiburg und den militärhistorischen Verein in Dessau anschreiben. Versprochen!

    Bitte bezeichne Euch nicht so abwertend als Hilfssheriffs. Ihr leistet so tolle Arbeit - ich kann Euch gar nicht sagen, wie dankbar ich Euch bin!


    Bezüglich der schweren Flak-Abteilung 434 (ortsfest); Stellung Kleutsch (bei Dessau), ist die Sache sicher. Zum einen steht das auf der Vermisstenbildliste vom DRK und dort sind auch Feldpostnummern angegeben, von denen mindestens 2 auf die Flakbatterien verweisen. Eine FPN, die 00710, habe ich nicht finden können.

    Insgesamt sind 4 von den Feldpostbriefen erhalten geblieben, die auf der Liste stehen, die meine Mutter angefertigt hat. Ich "arbeite" mich gerade durch den Brief vom 6.8.44. Leider kostet es mich extrem viel Mühe, die Handschrift zu entziffern. Aber den wichtigsten Satz konnte ich lesen:


    " Am Freitag, d. 4.8., war ich beim LGK III Berlin und erhielt die Nachricht, dass ich zur Flakbrigade Dessau (im herzogl. Schlosse) abkommandiert bin. Dort habe ich mich gestern gemeldet und wurde sofort weiter...gereicht... (?) an die Flakgruppe Dessau-[...]".


    Den Dienstantritt erwartete er für den 10. oder 14.8. Allerdings schreibt er wieder etwas von "dort werde ich unterrichten", denn er war ja eigentlich Ausbilder. Gib mir ein paar Tage Zeit, dann habe ich den Brief hoffentlich entschlüsselt.


    Gruß

    Anhalter durch die Geschichte

    Hallo Ihr Drei,


    zuerst mal möchte ich Euch sehr herzlich danken, dass Ihr Euren kriminalistischen Spürsinn so sehr für meine Fragen einsetzt. Mit der VBL-Liste beim DRK habt Ihr mir so sehr weitergeholfen, dass jetzt tatsächlich klar ist, dass er bei dem Flak-Regiment 434 war. Da haben sich in meinem 10.000er Puzzle so einige Steine zusammengefügt. Das versprochene Bier, das hier für Euch steht, wird gerade immer größer. Ich danke Euch.

    Diana, die Sterbeurkunde haben wir nicht angefordert, weil ja klar ist, dass da nur Unsinn drin steht. Du hast ja gerade selber vom VdK ermittelt, dass dort als Sterbedatum der 6.4. angegeben ist. Am 6.4. war mein Großvater aber noch quicklebendig bei seiner Familie und ist spätabends Richtung Hannover abgereist. Um am 6.4. in Böhmen zu fallen, hätte er sich schon dorthin beamen müssen und das ist eher unwahrscheinlich.

    Meine Mutter hat erzählt, dass sie im April den letzten Feldpostbrief aus Hannover bekommen hat, der aber in dem Kriegsendechaos verloren gegangen ist. Welches Datum dieser Brief trug, war ihr nicht mehr erinnerlich. Folgerichtig steht als letzter bekannter Ort unter dem Foto beim DRK "Hannover". Meine Eltern haben meinen Großvater 50 Jahre lang im Großraum Hannover gesucht und ich tendiere dazu, das auch weiterhin zu tun. Es ergibt sich folgende Zeitschiene:

    6. April - abends Abreise

    8. April - Heftiger Flakbeschuss in Hannover

    10. April - Einnahme Hannovers durch amerikanische Truppen.

    In diesem Gewusel hat er noch den letzten FPB geschrieben.


    Warum er nun in Böhmen gefallen sein sollte, vermochten weder WaSt noch VdK zu erklären.

    Das würde ich als solches erst einmal nicht in Frage stellen. Eine Identifizierung muß zweifelsfrei sein, das geschieht im allgemeinen über die Erkennungsmarke oder andere persönliche Dokumente. Mit Sicherheit hat der Volksbund ein Umbettungsprotokoll.


    Die Identifizierung ist eben nicht zweifelsfrei und wir haben nie ein Umbettungsprotokoll bekommen. Zum einen war von der WaSt eine Erkennungsmarkennummer mitgeteilt worden, die niemandem in der Familie bekannt war. Meine Mutter hatte auf Ihrem Nachttisch ein Schächtelchen mit einem Zettel mit der EKM ihres Vaters stehen, das sie wie ihren eigenen Augapfel gehütet hat. Hätte mein Großvater eine neue Marke bekommen, hätte er ihr die Nummer auf jeden Fall mitgeteilt und die wäre in besagtem Schächtelchen gewesen.

    Nachfrage beim VdK nach persönlichen Gegenständen wie Ehering, Brille, Dokumentenmappe oder Zahnstatus, DNA-Proben, Fotos von der Umbettung, verlief ergebnislos. Verärgert sind wir darüber, dass wir erst nach der Umbettung informiert wurden, denn es wäre ein Leichtes für uns gewesen, während der Umbettung den Zahnstatus zu erheben und DNA-fähiges Knochenmaterial zu sichern und mit den DNAen seiner leiblichen Kinder abzugleichen. Den Test hätten wir selber machen können, da wären also niemandem Kosten entstanden.

    Zusammengefasst:

    Zeitliche und geographische Unlogik, Unbekannte EKM und mangelnde Beweise seitens des VdK und falsches Sterbedatum - die Sterbeurkunde ist das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben ist.


    Deshalb komme ich noch einmal zu Matthias' Ausgangsthread zurück: Wo bzw. in welchem Archiv könnte man nach Marschbefehlen, Personallisten o.ä. für das Flak-Reg. 434 oder meinen Großvater suchen?


    Ich danke Euch für all Eure Hilfe.

    Viele Grüße

    Anhalter durch die Geschichte