Posts by AnhalterddGeschichte

    Hallo Johann Heinrich,


    ein tolles Fundstück! Hab Dank fürs Einstellen.


    "Es sind 40 Schimmel, eine perfekte Tarnung im Gelände." - schreiben die Redakteure als Bildunterschrift. Das ist schon bittere Ironie. Schön, dass die Pferde im Schnee angemessen getarnt waren. Wenn man jetzt auch noch die Soldaten entsprechend eingekleidet hätte, wärs unter Umständen perfekt gewesen.


    Nachdenkliche Grüße

    vom Anhalter

    Moin allerseits,


    gegen destilliertes Wasser in den Ampullen spricht das weiße Pulver am Boden einiger Segmente im Karton. Sieht so aus, als ob da die ein oder andere Ampulle zerbrochen ist und der Wirkstoff sich am Boden gesammelt hat, während die Trägerflüssigkeit verdunstet ist, denn das weiße Pulver ist ja nicht gleichmäßig im Karton verteilt. Ich würde das Foto mal einem Apotheker meines Vertrauens zeigen und fragen, ob er das weiße Pulver analysieren kann oder jemanden kennt, der das kann. Ansonsten in einem pharmazeutischen Institut einer Uni nachfragen. Am besten schickst Du, Paolo, eine gut verpackte Ampulle und ein wenig von dem Pulver dorthin.


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Hallo C. Eil,


    da öffnest Du Google earth, klickst oben die Lineal-Funktion an, klickst auf Düsseldorf und gehst mit dem Lineal 1734 km nach Osten und landest in Smolensk. Dann guckst Du im zweiten Schritt, wie weit es von Smolensk nach Moskau ist (etwa 330 Km) und guckst im 3. Schritt nach der Entfernung zwischen Narvik und Smolensk.


    Genauer wirst Du es nicht hinbekommen.


    Gruß

    vom Anhalter

    Hallo Ihr Zwei,


    da ist ein Denkfehler drin: Das Foto ist ja nach dem Einmarsch deutscher Truppen ins Sudetenland entstanden, das ab da zu Deutschland gehörte. Vorausgesetzt, man mag sich auf die nationalistische Denkweise von damals einlassen, dann hat der Fotograf "richtigerweise" an der Grenze zwischen Deutschland und der Slowakei fotografiert, denn nach seiner Auffassung gehörte das Sudetenland ja jetzt zu Deutschland. Daher rührt diese Beschriftung.

    Nur gab es an dieser neuen Grenze keinen Ort namens Pankratz.


    Gruß

    vom Anhalter

    Hallo allerseits,

    Lieber Karl,


    was das Entsorgen der Ampullen anbelangt, würde ich mir nach mehr als 70 Jahren keinen Kopf mehr machen. Die Ampullen waren ja geöffnet, und - welcher Giftstoff da auch immer drin gewesen sein mag, der ist lääängst entweder chemisch zersetzt durch Einwirkung von Luftsauerstoff, oder physikalisch durch Einwirkung von UV-Licht oder mikrobiell durch irgendwelche Bodenorganismen, oder alles zusammen. Vielleicht haben sich 1944 irgendwelche Fadenwürmer an den Morphinresten berauscht - das wars dann aber auch schon. Das schlimmste, was einem passieren kann, ist, dass man sich beim Ausbuddeln an der Knickkante schneidet und sich dabei mit irgendwelchen Keimen infiziert. Die Ampullen kann man also ruhigen Gewissens im Hausmüll entsorgen, wenn man sich nicht die Mühe machen will, sie in eine Glasbläserei zu bringen, weil es sich um hochschmelzendes Laborglas handelt, das nicht ins Altglas gehört.


    Dieter, war die braune Flasche verplombt? Das was um den roten Verschluss gewickelt war, war das eine Kordel oder ist das Wurzelwerk? (Kann man auf dem Foto schlecht erkennen.) Wenn verplombt, dann Äther zum Betäuben, wenn nicht verplombt, dann Alkohol zum Desinfizieren.


    So weit erst mal.


    Liebe Grüße

    vom Anhalter

    Hallo allerseits,


    Eumex und Olli, Ihr wart einfach schneller, sorry! Was das Penicillin anbelangt: Jain. Mein Patenonkel war als junger Stabsarzt in einem Marinekrankenhaus und der hat erzählt, dass ihm Penicillin relativ früh zur Verfügung gestanden hat. Nun ist ein Krankenhaus natürlich etwas anderes als ein Feldlazarett irgendwo weit weg. Aber das mit den Sulfonamiden stimmt natürlich - hatte ich gerade nicht auf dem Schirm.

    NaCl in so kleinen Packungsgrößen abzufüllen, ergibt für mich ohne längeres Nachdenken zunächst mal keinen Sinn. Vielleicht hat jemand dafür eine Erklärung? Als Lösungsmittel im Feld halte ich für zu unsteril. Kann aber sein. Bin mir unsicher.


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Hallo Det,


    da Du so nett fragst: Zuerst Anhalt-Bernburg, ab 1626 nachweisbar Anhalt-Köthen, ab 1919 Anhalt-Dessau. Die Portalinschrift an unserem ehemaligen Stammhaus in Köthen trägt das Datum 1701.

    Danke für die Erledigungsnachricht bezüglich des Fotos. Machen wir ein Häkchen dran.


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Hallo Dieter,


    das sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Morphinampullen. Das Glas war nach oben hin dünn ausgezogen, sodass es leicht abzubrechen war und man den Inhalt mit der Kanüle raussaugen konnte. Ging schnell, was bei schwerverwundeten Soldaten wichtig war. Morphium diente der Beruhigung und der eingeschränkten Schmerzwahrnehmung (vorsichtig ausgedrückt!).

    Mir hat eine alte Bäurin mal berichtet, dass die Bauern ab dem Sommer 39 verpflichtet wurden, einen gewissen Teil ihres Weidelandes umzubrechen und dort Schlafmohn zur Morphiumgewinnung anzubauen. Mit andauernder Kriegsdauer mussten sie immer mehr Fläche dafür zur Verfügung stellen. Dort wo sie wohnte, konnte man tatsächlich auch noch einzelne Schlafmohnpflanzen finden.

    Bei den größeren Ampullen rechts im Bild bin ich mir nicht ganz sicher. Entweder auch Morphium oder Penicillin. Wäre es Äther als Narkosemittel gewesen, wäre nicht auf einer Seite ein Boden gewesen, sondern beide Enden wären ausgezogen und abknickbar gewesen, weil der Äther auf Gaze geträufelt wurde und deshalb von oben Luft in das Röhrchen nachsickern können musste.

    Schade, dass kein Maß daneben gelegt wurde, sonst könnte man das Volumen rückrechnen. Vermutlich 5 ml und 10 ml.


    Gruß

    vom Anhalter

    Hallo Det,


    was hältst Du davon, hier mal die Vorderseite einzustellen oder wenigstens mit Worten zu beschreiben?

    Ich habe noch ein ehemaliges Pankratz gefunden, das heute Stadtteil von Prag ist und in dem ein grauenhaftes Gefängnis gewesen sein muss. Was, wenn der Fotograf an der "neuen" Grenze war zwischen Sudetenland und Slowakei, dort das Foto aufgenommen hat und dann nach Prag/Pankratz zurückgekehrt ist und das Foto dort beschriftet hat? Das würde der Beschriftung einen möglichen Sinn geben.


    Gruß

    vom Anhalter

    Hallo Det,


    ich versuche auch gerade, die Teile zusammenzupuzzeln. Dabei bin ich auch im heutigen Jitrava in Tschechien gelandet. Was ist denn auf der Vorderseite abgebildet? Sind dort zufällig diese "Elefantensteine" oder andere Indizien, mit deren Hilfe man das eingrenzen könnte?

    Auffallend ist ja, dass derjenige, der das Bild beschriftet hat, Pankratz mit tz geschrieben hat, während Deutsch Pankraz das "t" vermissen lässt. Vielleicht gab es einen weiteren Ort mit tz?


    Fragen über Fragen

    Gruß

    vom Anhalter

    Hallo Det,


    ich bin mir gerade nicht sicher, welches Wort Du meinst. Das "Deutschland" ist klar lesbar geschrieben und die "Slowakei" auch. Ich verlinke Dir mal die Sütterlintafel der Wikipedia, wo Du sehen kannst, wie das große "D" und das große "S" geschrieben wurden. https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCtterlinschrift (untere Tafel rechts).


    Der Ort fängt entweder mit einem "K" oder einem "R" an und endet auf "tz". Weiter bin ich noch nicht.


    Bis später

    Der Anhalter

    Hallo allerseits,


    bei Nr 2 lese ich Dr. Schwoem. Es war mal eine Zeit lang Mode, beim Doktortitel das kleine"r" hochzustellen, also nicht auf der selben Linie zu schreiben, wie das D vom Dr., und das scheint mir hier der Fall zu sein.

    Den 3. kann ich auch nicht entziffern.


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Hallo Thomas,


    freut mich, wenn ich Dir mit einem ersten Schritt weiterhelfen konnte.

    Ich frage mal vorsichtig, wie tief Du in das Thema einsteigen willst und wofür Du es brauchst? Ich habe viel unsortiertes Material zu der Waller Zeit meiner Familie und müsste ziemlich tief graben, um Dir konkrete Hilfestellungen senden zu können. Außerdem habe ich die 5-bändige Geschichte Bremens von Herbert Schwarzwälder (https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Schwarzw%C3%A4lder ), in der ich auch für Dich nachschauen kann. Dazu brauche ich von Dir eine Fragestellung, der ich nachgehen kann.

    Und dann könntest Du auch zum "Brodelpott" Kontakt aufnehmen: https://digitales-heimatmuseum.de/category/krieg/

    Der Weser-Kurier hat ein ganzes Dossier zu den Kriegsereignissen in Bremen mit Erlebnisberichten von Zeitzeugen. Da müsstest Du mal über die Suchfunktion gehen. Allerdings habe ich heute Nacht konkret zu diesem Bombenangriff nichts gefunden.


    So viel für den Anfang?

    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Hallo Thomas,


    der Angriff galt wohl vor allem den Hafenanlagen, hat dort allerdings nicht allzu große Schäden angerichtet. Die Häfen waren jedenfalls danach weiter betriebsbereit. Dagegen sind ziemlich viele Wohnhäuser im Stadtteil Walle und Utbremen getroffen worden, auch das Wohnhaus meiner Urgroßeltern, Waller Heerstraße 219, das völlig zerstört wurde.

    Im Bremer Stadtarchiv findest Du dazu Informationen und im Archiv der Bremer Nachrichten.

    Vielleicht findest Du beim Weser-Kurier auch was:

    https://www.weser-kurier.de/th…_label=/thema/mein-bremen


    Hier wird der Abschuss der Wellington allerdings für den 21.10.41 genannt: http://www.historic.de/Bremen_…fe/Bombenangriffe1941.htm


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Hallo Thilo,


    wenn ich mich richtig erinnere, müssen wir das anders herum denken. Aus meinem Geschichtsunterricht habe ich in Erinnerung, dass Coca Cola wegen seines Coffein-Gehaltes und des hohen Zuckergehaltes durchaus erwünscht war, weil das Coffein die Zivilbevölkerung bei Luftangriffen wach gehalten hat. Eingeführt wurde Coca Cola in Deutschland während der Olympischen Spiele 1936, wo Coca Cola Sponsor war. Aber bereits damals warnten Zahnärzte vor der Zahnschädlichkeit wegen des hohen Zuckergehaltes vor dem Genuss von Cola.

    Hier ist ein interessanter Artikel aus dem Stern dazu:

    https://www.stern.de/genuss/tr…deutschland-30462586.html


    Kannst ja mal in einer Suchmaschine Deines Vertrauens nach den Begriffen "Coca Cola und das 3. Reich" suchen. Du findest eine ganze Menge Artikel dazu.


    Ich hoffe, ich konnte die Reputation Deines Großvaters retten ... ;)


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Lieber Jockel,


    hab herzlichen Dank für Deine prompte Antwort.


    Das trifft es noch nicht so ganz, geht aber in die richtige Richtung.

    Da ich in meiner Jugend Pfarrer Martin Niemöller noch persönlich kennengelernt habe, habe ich mich mal länger mit der Bekennenden Kirche beschäftigt, was aber schon lange her ist. Und in diesem Zusammenhang habe ich irgendwo dieses Zitat gelesen, in dem ganz klar gesagt wurde, dass die Christen auch noch "drankommen". Mir ist der Schock, den ich damals empfunden habe, im Gedächtnis geblieben, weil mir klar wurde, dass es mich dann nicht gäbe, wenn diese Androhung umgesetzt worden wäre.

    Falls Du noch was finden solltest, würde es mich freuen, wenn Du Bescheid sagen würdest.


    Lieben Dank und noch einen schönen Sonntagabend

    vom Anhalter