Posts by AnhalterddGeschichte

    Hallo Thilo,


    dieser Vermerk vom 5. Dezember kam leider für viele Nichtwähler oder Mitglieder anderer Parteien zu spät. In Kleinstädten, wo jeder jeden kannte, haben die braunen Horden sich kräftig ausgetobt. Meinen Großvater hat es am 16. November, mithin 4 Tage nach der Wahl, erwischt. Aber dennoch interessant zu wissen, dass es so einen Vermerk gab. Danke für's Einstellen.


    Gruß

    vom Anhalter

    Hallo Gebhard,


    gehört Minden noch zu Deinem Suchgebiet oder ist das schon zu weit weg?

    Wir hatten vor einiger Zeit die Suche nach meinem Großvater in einem anderen Thread diskutiert und dank der großartigen Hinweise der erfahrenen Forenmitlieder habe ich herausgefunden, dass mein Großvater als Major von Dez. 44 bis Ende März 45 in der Stellung Holzhausen II WNW von Minden bei der schw. Flakabt. 4./434 aus Dessau stationiert war. Die 4./434 unterstand dem Flakregiment 143. Er war dort als Lehrer für die Schüler des Dessauer Goethe-Gymnasiums eingesetzt laut Auskunft des BArch.

    Weiteres findest Du hier:

    Aufstellung verschiedener Luft-Nachrichteneinheiten 1939/1940


    Hier der Beitrag aus dem LdW: http://www.lexikon-der-wehrmac…ngenschwer/Gliederung.htm


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Hallo allerseits,


    das ist sicher nicht Speer: Der hatte eine andere, steifere Körper- und Kopfhaltung und sein Haaransatz auf dem Kopf war anders geformt. Sein Gesicht war auch schmaler geschnitten.


    Ich würde mal über einen hochrangigen Vertreter aus der (Rüstungs-)Industrie nachdenken. Sehen diese Herren nicht aus, als ob sie gerade erfolgreich die Lieferung von 1000 Panzern verhandelt hätten? Oder die Uniformen?


    Bin gespannt, was bei dieser Suche rauskommt.


    Viele Grüße vom Anhalter

    Lieber Karl,


    ja, ich habe es gelesen und kann Dir als Tipp geben: Achte auf die Monatsangaben und Jahreszahlen. Viele (Ab-)Sätze fangen mit denselben Worten an, beziehen sich dann aber auf andere Zeitangaben und Dokumente.

    Ich habe vor einigen Jahren mal eine sehr schlechte Ablichtung vom schreibmaschinengeschriebenen Original aus dem Internet abgespeichert, die im Text identisch ist.


    Meine Frage ist, was Bürkner damit bezweckt hat, dass er immer wieder auf die Unvereinbarkeit mit der Genfer Konvention hingewiesen hat. Lahousen und Warlimont haben in den Nürnberger Prozessen beide ausgesagt, dass das OKW beim OKH mehrfach interveniert hat, um den Kommissarbefehl "abzumildern". Dementsprechend wurde er wohl auch 2 mal geändert bis zur vorliegenden Schlussfassung. Wollte Bürkner sich hier "reinwaschen"? Da in dem Befehl die Genfer Konvention indirekt erwähnt wird, halte ich es durchaus für möglich, dass die hohen Offiziere des OKW - innerhalb ihrer begrenzten Möglichkeiten - versucht haben, Unrecht abzumildern. Wie seht Ihr das?


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Hallo allerseits,

    Lieber Arnd,


    oder die reifen Beeren in den Heißentsafter geben!

    einen Entsafter hatte meine Mutter damals noch nicht, deshalb wurden die Beeren in wenig Wasser gegart und dann durch ein altes Geschirrtuch gepresst und so der Saft gewonnen. Das wurde dann mit etwas Sago zur Kaltschale verarbeitet. Der Effekt ist also derselbe.

    Mit Gelierzucker aufgekocht hat sie aus dem Saft Holundergelee gemacht, welches ich sehr lecker finde.

    Interessant ist, dass meine Mutter wusste, dass Holunderbeeren viel Vitamin C enthalten, welches aber beim Kochen zerfällt, was man wieder dadurch verhindern kann, dass man Zitronenschale mitkocht, welche die Oxidation des Vitamin Cs verhindert. Dieses "Hausfrauenwissen" gerät heute in Vergessenheit und muss im Studium mühsam wieder erlernt werden. Auch, dass der Rote Holunder (Sambucus racemosa) hochgiftig ist und nur der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) essbar ist, wusste Muttern. Und sie hatte Recht.


    Wirbelwind, kennst Du die "Frankfurter Grüne Soße"? Da kommen 7 Kräuter rein: Borretsch, Brunnenkresse, Schnittlauch, Pimpinelle, Petersilie, Sauerampferblätter und Kerbel. Kann man jetzt alles draußen sammeln, nur sollte man den Kerbel nicht mit Schierling verwechseln. 250 g Joghurt mit 250 g Quark und etwas Salatöl sämig rühren, Salz und Pfeffer und den Saft einer halben Zitrone einrühren, ein feingehacktes hartgekochtes Ei und eine fein gewürfelte saure Gurke und dann die feingehackten Kräuter unterrühren. Wer mag, tut einen halben Teelöffel Senf dazu oder streicht die Schüssel vorher mit einer angeschnittenen Knoblauchzehe aus. Passt zu gekochten Pellkartoffeln, gekochten Eiern oder gekochtem Rindfleisch. Sehr lecker und sehr gesund.


    Wie kommen wir jetzt wieder zum Thema "Kurioses und Absonderliches" zurück? Ich muss mir gerade die Rezepte aus Eddies Buch abschreiben.


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Lieber Eddy,


    hab sehr, sehr herzlichen Dank für die Bereitschaft und die Mühe.

    Du hast mir gerade ein Rezept zurückgebracht, das meine Mutter immer gemacht hat. Schmeckt scheußlich, ist aber furchtbar gesund: Holunderkaltschale.

    Hast eine bei mir gut!

    Oder doch lieber eine Gerstenkaltschale? ;)


    Vielen lieben Dank!

    Und noch einen schönen Sonntag

    wünscht

    der Anhalter

    Hallo Eddy,


    *Irony on* Nahrungsfreiheit = Frei von Nahrung? *Irony off*


    Du hattest weiter oben die Frage ja so ähnlich auch schon gestellt.


    Macht es Dir was aus, hier noch ein paar Seiten einzustellen? Siehe Post Nr. #1.112


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Hallo Eddy,


    würde es Dir was ausmachen, aus dem Buch noch ein paar weitere Seiten hier einzustellen? Mich würden die Gemüse- und Salatpflanzen interessieren und die Heilpflanzen.


    Offenbar haben die sich damals noch keine Gedanken darüber gemacht, welch massiven Eingriff in das Ökosystem Wald es darstellt, wenn die gesamte Bevölkerung Früchte und ganze Pflanzen daraus entfernt. Wenn man das zwei Vegetationsperioden lang macht, kann man schon mal die ein oder andere Art zum Aussterben bringen und damit das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen.


    Übrigens, an die Bärlauchsammler unter Euch: Bärlauch steht in einigen Regionen in Deutschland unter Naturschutz. Bevor Ihr in den Wald geht und den plündert, solltet Ihr in der Roten Liste Eures Bundeslandes nachschauen, ob Ihr den pflücken dürft. Und in Schutzgebieten pflückt man ja sowieso nichts. ;) Ich habe mir auf dem Wochenmarkt mal eine Bärlauchpflanze im Topf gekauft und in den Garten gepflanzt und der breitet sich jetzt heftig aus. Geht übrigens auch im Balkonkasten.


    Schmunzelnde Grüße

    vom Anhalter

    Lieber Johann Heinrich,


    da magst Du wohl Recht haben. Und ist es nicht großartig, in einem Land und einer Zeit zu leben, in der die Tageszeitungen keine Kriegsberichterstatter mehr beschäftigen müssen? Irgendwer hat nach dem 2. Weltkrieg irgendwas sehr richtig gemacht. Lass uns das gemeinsam bewahren.

    Mich hat der Vergleich der beiden Artikel sehr ins Nachdenken gebracht. Deshalb nochmal mein Dank an Dich für`s Einstellen.


    Liebe Grüße in den Norden

    vom Anhalter

    Hallo Johann Heinrich,


    danke für den interessanten Zeitungsartikel.

    75 Jahre später liest sich der Bericht über den gleichen Zeitraum im Weser-Kurier ganz anders: https://wkgeschichte.weser-kur…-hat-den-tod-zu-erwarten/

    Verschwunden ist die Nennung der einzelnen Verbände.


    Hier noch ein gänsehauttreibender Bericht aus der Bombennacht 18./19. August 44: https://www.weser-kurier.de/br…t-1944-_arid,1813248.html


    Wenn man die Bilder sieht, fragt man sich, was der General Becker da eigentlich noch verteidigen wollte. So viele Junge Menschen, die für Nichts gestorben sind.


    Gruß

    vom Anhalter

    Hallo Handsup,


    bevor Du die Gemeinde, oder besser: Stadt, Kirkenes anschreibst, würde ich an Deiner Stelle erst mal ein System in Deine Suche bringen. Wonach suchst Du eigentlich? Was willst Du herausfinden? Welche Informationen liegen Dir bereits vor? Aufgrund welcher Dokumente? Hast Du schon eine Auskunft von WASt oder BArch über den militärischen Werdegang Deines Großvaters vorliegen?


    Die deutschen Truppen haben sich der Stadt Kirkenes gegenüber -vorsichtig ausgedrückt- nicht sonderlich charmant verhalten. Bis auf einige Häuser haben sie die ganze Stadt niedergebrannt. Du kannst momentan nicht wissen, auf was für eine Stimmung Du triffst und ob Du beispielsweise die beiden Frauen mit norwegischen Namen (Nygaard/Halstensen) noch posthum in die Bredouille bringst. Wenn Du dort jetzt hin schreibst, musst Du gute Gründe haben. Das soll Dich nicht davon abhalten, die Gemeinde/Stadt anzuschreiben, aber Du solltest vorher sorgfältig nachdenken.

    Vielleicht können Dir ja andere Forenmitglieder mit Literaturtipps weiterhelfen, die sich mit Kirkenes schon beschäftigt haben?


    Viele Grüße

    vom Anhalter


    PS: Du kannst natürlich auch hier im Forum mal nach "Kirkenes" suchen. Das hier z.B.: Abwehrstelle Kirkenes

    Hallo Handsup,


    dann bleibt die Frage, wie jemand vom Heer an ein Büchlein kommt, das vom Luftgaukommando herausgegeben wurde. Steht denn sein Name als Eigentümer drin? Oder hat jemand eine Widmung an ihn gerichtet?


    Was die "Lustige Runde" angeht: Die Gruppen waren ziemlich heftig auf Kameradschaft getrimmt. Die haben quasi Tag und Nacht miteinander verbracht, im Dienst und in der Freizeit. Auch nach dem Krieg haben die sich noch regelmäßig getroffen, jedenfalls die, die in Deutschland gewohnt haben. Wie das bei gemischten Gruppen mit Norwegerinnen war, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Gruß

    vom Anhalter

    Hallo Handsup,


    ein solches Erinnerungsbüchlein haben wir auch im Nachlass meiner Mutter gefunden, die beim Luftschutzwarndienst war. Genauso aufgebaut, mit Vorwort von Ernst Udet. War Dein Großvater da kurzeitig bei der Luftnachrichtentruppe? Könnte sein, dass er bei seinem kurzen Einsatz eine LSW-Einheit geleitet hat.


    Hier mein Versuch, die Unterschriften zu lesen:

    1. Zeile: Maria Bonnet ... Liv Halstensen

    2. Zeile: Gnetjes oder Gnetzes(?) ... Christine Grzimek

    3. Zeile: Birgit Nygaard ... Schlaup/Schleup (?)

    4. Zeile: (Kann ich nicht entziffern)

    5. Zeile: Ken/Eem(?) Jählbig/Fählbig ... Haberstroh

    6. Zeile: Hoffreiter


    Vielleicht finden wir ja noch mehr heraus.

    Viele Grüße vom Anhalter

    Hallo allerseits,


    ich habe heute einen Brief von meiner Cousine bekommen, den mein Vater am 29. Juli 1945 an seine Schwester (ihre Mutter) geschrieben hat. Er beschreibt dort, wie es ihm in den letzten Kriegstagen ergangen ist, teilweise sehr genau mit Datumsangaben, die Euch eventuell bei Eurer Suche weiterhelfen könnten.

    Zum Beispiel schreibt Kukusek:

    Da steht geschrieben, als die Leute am 13.04. auf dem Feld waren kamen die Amerikaner aus Richtung Auerberg.

    Auerberg liegt im Südosten. Würde ja bedeuten das die Amerikaner von "hinten" nach Breitenstein kamen, also nicht aus westlicher Richtung.

    Laut den Aufzeichnungen meines Vaters ist das richtig. Er hat damals in Quedlinburg gewohnt und in Göttingen studiert.


    Ich zitiere aus dem Brief:

    "Ich bin am Ostersonntag (1. April), als der Amerikaner schon vor Kassel und Paderborn stand, noch auf ganz abenteuerliche Weise nach Göttingen gefahren, habe Ostersonntag zwei Examensklausuren geschrieben (die eine in der Wohnung des Geschichtsprofessors), Osterdienstag im Luftschutzkeller Deutschklausur und mittendrin Englischprüfung. Donnerstag während eines heftigen Luftangriffs auf den Flugplatz Geschichts- und Deutschprüfung. Anschließend habe ich mein kaputtes Rad geflickt.


    Sonnabend Nachmittag bekam ich mein provisorisches Zeugnis: Alles mit "Gut" gemacht, anschließend heftiger Luftangriff auf die Bahnanlagen. Nachts habe ich unter Kerzenbeleuchtung bei dauernden Tieffliegerangriffen meine Klamotten gepackt; Sonntag früh, den 8. April, bin ich unter Artilleriebeschuss mit dem Rade aus Göttingen abgehauen und mitten durch flüchtende Wehrmachtskolonnen und durch zwei Jagdbomberattacken, besonders schlimm an der Odertalsperre bei Lauterberg, hindurch nach Quedlinburg. Am Dienstag früh, halb 2 Uhr, habe ich Mutti aus dem Bett geklingelt, ich war total erledigt, hatte aber Staatsexamen und Doktor-Diplom in der Tasche.


    Am Mittwoch, dem 18.4., ging hier [Anmerkung: gemeint ist vermutlich Quedlinburg] der Hexentanz los. Die Amis hatten den Harz von Süden und Osten her umgangen, wir bekamen Artilleriebeschuss aus Richtung Badeborn und Ditfurt und zwar besonders auf das Kasernenviertel, das übel mitgenommen wurde. Es ging die ganze Nacht hindurch, und am Donnerstag früh war Quedlinburg nach kurzem Kampf mit Fallschirmtruppen in amerikanischen Händen. Am Freitag wurden Thale und Suderode, von wo aus die eingeschlossenen Truppen auszubrechen versuchten, beschossen; dann wurde Ruhe.

    Ich habe mich am 21. April der Stadtverwaltung als Dolmetscher zur Vefügung gestellt, habe dann ein Dolmetscherbüro richtig aufgebaut und organisiert und bis 2. Juli einen sehr anstrengenden Tag- und Nachtdienst durchgeführt." [Zitat Ende]


    Ich würde mich freuen, wenn ich Euch mit diesen Angaben ein wenig weiterhelfen kann.


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Liebe Kordula,


    danke, dass Du noch einmal nachhakst. Zu den beiden Brüdern ist das alles. Zumindest alles, was ich hier veröffentlichen kann.

    Ob sich aus den Feldpostbriefen noch etwas ergibt, was für das Forum interessant sein könnte, muss ich noch mal nachschauen, wenn ich wieder zuhause bin. Bis morgen darf ich noch etwas Sonne an der Küste genießen.

    Ich melde mich wieder.


    Sonntägliche Grüße

    vom Anhalter