Posts by AnhalterddGeschichte

    Hallo Karl und Eberhard,


    genau DAS versuchte ich klar zu machen. Habt Ihr mal eine Pressekonferenz abgehalten? Man staunt, wenn man am nächsten Morgen in die Zeitung guckt und liest, was man angeblich gesagt haben soll. Das machen die Journalisten aber nicht absichtlich oder aus Boshaftigkeit. Oft stehen die so sehr unter Zeitdruck, dass Nachlässigkeiten nicht zu vermeiden sind. Ich rede übrigens von richtigen, gut ausgebildeten Journalisten.


    Herzliche Grüße

    vom Anhalter

    Moin zusammen,


    ich nutze diesen Thread, um eine Frage los zu werden. In allen Medien hierzulande wird W. Keitel als "Oberkommandierender der Wehrmacht" betitelt. Irgendwie komme ich mit diesem Begriff gar nicht klar. War er nicht der Chef des OKW? Für mich ist Oberkommandierender der Wehrmacht schon etwas anderes.


    Ist die Frage berechtigt? Bin ich zu kleinkariert? Sind die Journalisten heute zu luschig? Oder war Hitler auch nur in unseren Fantasien der Oberbefehlshaber und in Wirklichkeit der Oberkommandierender? Meine Frau meint, wenn alle den Keitel so bezeichnen, dann wird er das auch gewesen sein!

    Hallo Viktor,


    gute Frage und auch ich sehe hier Nachlässigkeiten. Vielleicht sind diese aber nachvollziehbar,

    Hör Dir noch mal genau den letzten Wehrmachtsbericht vom 9. Mai 1945 an. Ich zitiere aus Youtube, Text ist unter dem Video:

    https://www.youtube.com/watch?v=8mPoILVkrJI


    Darin heißt es zuerst: "Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt". (Aber nicht: "Der Oberkommandierende")


    Im 2. Satz des 2. Absatz heißt es dann plötzlich: "Dem Oberbefehlshaber, General der Panzertruppen von Saucken, [...]"


    Oberbefehlshaber war zu der Zeit ja eigentlich Dönitz. Einem Jounalisten, der sich der Begrifflichkeiten nicht zu 100% sicher ist, können da die Begriffe schon mal durcheinander gehen. Man könnte es so lesen, dass das OKW selber für die Verwirrung gesorgt hat, wenn man den späteren Journalisten nichts Böses will.


    Liest ISA90 hier noch mit? Ich hätte noch einen Buchtipp für Sie. Es geht um die Canaris-Biographie von Michael Müller, in der die Rolle von Keitel auch an mehreren Stellen beleuchtet wird.


    Und da mich das OKW auch beschäftigt, suche ich auch noch nach einem Buchtipp über Vizeadmiral Leopold Bürkner. Wie konnte es sein, dass er weder im Zusammenhang mit dem 20. Juli vor das Reichskriegsgericht gestellt wurde, noch bei den Nürnberger Prozessen verurteilt wurde?


    Gruß

    vom Anhalter

    Hallo Daniel,


    die Frage ist doch, ob Ancestry das überhaupt darf. Ich bin von niemandem gefragt worden, ob ich damit einverstanden bin, dass die Daten meiner Familienmitglieder dort eingestellt werden und gegen Geld verkauft werden. Durch den Hinweis von Dirk (Danke dafür) habe ich eben zum ersten Mal bei Ancestry nachgeschaut und wunderschön die Daten meiner Eltern gefunden, die noch nicht so lange tot sind. Wie sieht es da mit dem Datenschutz aus?


    Gruß

    vom Anhalter

    Hallo nochmal,


    ich nehme den Thread von vor einem Jahr noch mal wieder auf, da ich eine Nachricht vom Bundesarchiv bekommen habe. Leider ist die Personalakte von meinem Großvater nicht mehr existent, aber es liegt noch eine Kriegsbeurteilung von Februar 1945 vor.

    Darin fand sich in einer vorgedruckten Zeile: "K.V.K. II. Kl. m. Schw. am 30.1.1943"


    Lieber Volker, das würde eigentlich zu Deiner früher geäußerten Vermutung passen, dass die zweite Spange ein KVK aus dem 2. WK sein könnte. Allerdings ist das oben zitierte Foto bereits 1941 oder 42 gemacht worden, deshalb passt das vom Zeitablauf nicht. Zudem fehlen die Schwerter auf der 2. Spange.


    Soviel erst mal als kleiner Zwischenstand. Ich bleibe weiter dran.


    Gesunde Osterwünsche

    vom Anhalter

    Lieber Peter,


    ich würde der Adresse bei Deiner Recherche nicht allzu viel Gewicht beimessen. Das Dokument ist vom März 1945. Weißt Du, was da in Berlin los war? Täglich Bombenangriffe - die Leute haben zum Teil zig mal die Adresse wechseln müssen, weil ihr Zuhause zerbombt war und dann die Ersatzwohnung auch noch. Ein Telefonbuch von 1943 hat da nicht allzu viel Aussagekraft.

    Ich habe die Gatower Str. 11/Spandau mal bei Google Maps nachgeschaut: Da stehen heute keine Gebäude mehr, stattdessen ist dort ein Parkplatz. Es ist durchaus denkbar, dass die Häuser auf dem Grundstück bei Bombenangriffen zerstört wurden. Dadurch könnte sich der Umzug in die Wegscheider Str. 26 erklären. Das ist zwar nur Spekulation, wäre aber für die damalige Zeit nicht ungewöhnlich.


    Es kann aber auch sein, dass die Gebäude den Krieg überstanden haben und später abgerissen wurden. Da müsste man mal die Spandauer fragen.


    Hat jemand vielleicht Luftaufnahmen von der Gegend aus dieser Zeit?


    Viele Grüße

    Anhalter

    Lieber Rudolf,


    doch, es war/ist wichtig. Und wie ich bereits mehrfach ausgeführt habe, bin ich Dir für Deine Ausführungen sehr dankbar, denn sie haben mir tatsächlich sehr weitergeholfen.

    Mittlerweile ist klar, dass es bei meinem Großvater mindestens 2 Erkennungsmarken gegeben hat, wahrscheinlich sogar eine dritte. Die ersten beiden sind logisch nachvollziehbar durch den Wechsel vom LSW zur Luftwaffe. Die Dritte ist noch immer Thema meiner Recherche, zumal nicht sicher ist, ob es sie gab oder nicht.

    Auskünfte von WaSt, Militärarchiv Freiburg und Dessauer Geschichtsverein sind mittlerweile alle eingetroffen, haben aber keine weiteren Erkenntnisse gebracht.

    Dir noch einmal meinen ausdrücklichen Dank für Deine Hilfe.

    Gruß vom

    Anhalter

    Lieber Thilo,


    ich habe Deine Frage mal an zwei alteingesessene befreundete Frankfurter weitergeleitet. Leider wussten sie nichts über das "Haus der SS", aber eine andere Information ist interessant. Ich zitiere aus der Antwort, die ich bekommen habe:


    "[…] wie Du schon richtig schreibst, war in der Lindenstraße Nr. 27 die Frankfurter GESTAPO-Zentrale (heute: Bankhaus Merck, Finck & Co), aber dass der Leichnam Bernd Rosemeyers dort nach dessen Unfalltod aufgebahrt worden sein soll, erscheint mir sehr unwahrscheinlich. Da viele der an der Bockenheimer Landstraße gelegenen Villen bis 1938, dem Todesjahr von Rosemeyer, bereits "arisiert" worden waren, halte ich es für wahrscheinlicher, dass er in einer dieser Villen (möglicherweise wohnte dort jemand von der Auto-Union, für die Rosemeyer fuhr, oder eine NS-Größe wie z.B. Gauleiter Sprenger?) aufgebahrt wurde vor seiner Beerdigung bzw. der Überführung seiner Leiche zum Friedhof Dahlem in Berlin. " [Zitat Ende]


    Willst Du dem Hinweis auf Gauleiter Sprenger im Adressverzeichnis noch einmal nachgehen? Vielleicht führt Dich das ja auf die richtige Spur.


    Viele Grüße

    vom Anhalter

    Hallo in die Runde,


    nun habe ich Antwort vom Militärarchiv erhalten: Die Personalakte meines Großvaters liegt nicht vor.

    Das erklärt sich vermutlich dadurch, dass die Flak-Kommandatur im Dessauer Schloß untergebracht war, welches bei einem der Bombenangriffe zerstört wurde. Und damit vermutlich auch die Akten.

    Die Suche geht also weiter.

    Gruß

    Anhalter dd Geschichte

    Hallo Geogod,


    kennst Du auch den Link von Mr. Richards zu den Fieseler Werken? Wenn Du zu "Fieseler Werke #3" runterscrallst, sind da 2 Fotos, die Dir eventuell bei Deiner Frage bezüglich der Tarnnetze weiterhelfen könnten.

    https://www.qsl.net/w/wd4ngb/fieseler%20werke.htm

    Ob da tatsächlich Flakstellungen zu sehen sind, kann ich nicht einschätzen.


    Was mich an Eurem Auftrag wundert, ist, dass da keine Beprobungen beauftragt sind. Führt Ihr keine Beprobung durch? Nach den ganzen Bombenkratern zu urteilen, dürfte da doch so einiges im Boden/Grundwasser zu finden sein, was da nicht hingehört, oder? Ohne Labor würde ich da kein Gutachten schreiben wollen.


    Gutes Gelingen!

    Anhalter

    Hallo allerseits,


    ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich gegen Forenregeln verstoße. Deshalb bitte ich die Moderatoren eventuell um Löschung.


    Ist eigentlich bekannt, dass der Tessin komplett online ist? Es scheint sich um eine russische Seite zu handeln und sie enthält ein Impressum, soweit ich als Nicht-Russischsprachler es erkennen kann. Die ausführlichen Titel der einzelnen Bände sind auf Deutsch. (Etwas runterscrallen!)


    Link gelöscht...Huba


    Ich habe keine Rechte an der verlinkten Seite, wäre aber froh gewesen, wenn ich von ihr Kenntnis gehabt hätte. Das hätte mir so manchen mühsamen Weg in die Uni-Bibliothek erspart. Vielleicht geht es anderen ja auch so.


    Grüße

    vom Anhalter

    N'Abend allerseits,


    ich würde gerne mal versuchen, die aufgeheizte Stimmung ein wenig zu versachlichen und dadurch wieder runterzufahren. Ob mir dieser Versuch gelingt, werden wir sehen.

    Wie Ihr seht, dreht sich diese Diskussion immer wieder im Kreis. Warum? Ihr habt kein Ziel festgelegt, mit dem Ihr begründet, warum Ihr diese Diskussion führen wollt. Ein Ziel könnte tatsächlich eine echte Aufarbeitung des Vergangenen sein. Das wird aber solange nicht gelingen, solange die falschen Fragen gestellt werden.

    Thomas hat als einziger eine Frage gestellt, die zielführend sein könnte, nämlich: "Sind wir lernfähig?". Ich erlaube mir mal, die Frage zu ergänzen: "Haben wir etwas aus dem Holocaust gelernt? Und falls ja, was?".

    Wir sind die Generationen, die über die meisten Informationen über den Holocaust verfügen. Aber was machen wir daraus? Wie man hier in diesem Thread im Kleinen das sehen kann, was man auch im Großen in der ganzen Gesellschaft beobachten kann, sind wir keinen Schritt weiter. Die Diskussionen drehen sich im Kreis, man verhakelt sich in kleinen Details, kreist um die Frage, wer wie viel gewusst hat/gewusst haben müsste - aber bringt das was? Ganz klar: Nein.

    Meine Frage für diese Diskussion wäre in die Zukunft gerichtet: "Was lerne ich aus der Vergangenheit, das mir hilt zu verhindern, das etwas so Entsetzliches jemals wieder passiert? Welches Handwerkszeug hat man mir mitgegeben, um das verhindern zu können?".

    Mich hat schon in meiner Schulzeit im Geschichte-Leistungskurs die Frage nicht losgelassen, wie es dazu überhaupt kommen konnte. Wie kann ein Volk, das das Zeitalter der Aufklärung hinter sich hatte, das große Philosophen wie Kant und Nitzsche hervorgebracht hatte, kollektiv so unmenschlich werden?

    Mir haben 3 Bücher weitergeholfen, die ich hier gerne als Hilfestellung empfehlen möchte. Alle vom 1923 geborenen Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter geschrieben, der sich sehr mit der Thematik befasst hat. Alle 3 Bücher sind zumindest noch bei Amazon erhältlich, auch wenn ich nur äußerst ungern auf einen Buchversand hinweise.


    Das erste Buch heißt "Die Gruppe". Es beschreibt gruppendynamische Prozesse, die sowohl in der Kleingruppe gelten als auch auf eine ganze Gesellschaft übertragbar sind. Solche Prozesse können "Gesund" und zum Wohle der ganzen Gruppe verlaufen, also positiv, solche Prozesse können aber auch ins Negative abgleiten, indem sich einer die Meinungshoheit ergattert und damit die Macht an sich reißt und dann die Gruppe dann in eine Richtung führt, die der Gruppe nicht mehr ermöglicht, gemeinsame Ziele festzulegen. Ich schrieb oben, dass dieser Diskussion ein Ziel bzw. eine Absicht fehlt, im Sinne von "Was wollen wir mit dieser Diskussion erreichen?". Deshalb läuft hier ein gruppendynamischer Prozess ab, der der Diskussion eher nicht zuträglich ist.


    Das zweite Buch heißt "Wer nicht leiden will, muss hassen". Es erklärt, wie in einem Einzelindividuum, das aus einer für es unlösbaren Situation, zuerst Schuldzuweisungen gegenüber anderen entstehen und dann Hass. Wenn mehrere solcher Einzelindividuen sich zusammenrotten und daraus eine vermeintliche Stärke entsteht, die es erlaubt, sich aus der Ohnmacht zu befreien, dann können solche Gruppen ausgeprägte Agressionen auf andere Gesellschaftgruppen ausüben. Ist dann ein gemeinsamer Feind ausgemacht, wie beispielsweise bei Hitler das sogenannte "Internationale Finanzjudentum" [Zitat], dann konzentriert sich der gesamte Hass auf diese Gruppe. Sehr lesenswert.


    Und das beste der drei Bücher "Vom Umgang mit Angst", welches zum einen das Vorhergesagte zusammenfasst, aber auch anschaulich erklärt, wie die eigene unbewältigte Angst zu Triebfeder werden kann, um Macht über andere zu erlangen, indem man sie in einen Zustand der Dauerangst versetzt. Richter erläutert das an vielen Beispielen aus der Nazizeit. Er zeigt aber auch auf, wie man sich daraus befreien kann. Eines meiner Lieblingsbücher, das mir wieder aktueller zu sein scheint denn je.


    Diese 3 Bücher könnten ein Schlüssel sein, um den Holocaust zu verstehen und eine wirkliche Aufarbeitung zu ermöglichen, die unsere Gesellschaft vor zukünftigen Entgleisungen schützt. Ein Allheilmittel sind sie selbverständlich nicht.


    Mein Tipp: Einigt Euch erst mal über ein Ziel, warum Ihr diese Diskussion führen wollt. Vielleicht geht's dann besser.


    Gruß

    Anhalter

    Lieber Thilo,


    hab sehr, sehr herzlichen Dank für die anschauliche Erklärung und die Mühe. Bei Dir kann man ja echt was lernen!

    Eine Frage habe ich noch: Kamen diese Bomben nur in Deutschland zum Einsatz nach dem Prinzip "Verbrannte Erde" oder wurden sie auch gegen die Kriegsgegner eingesetzt?


    Lieber Karl, da ich diese Hinweise im maparchive unter dem Stichwort "Luftwaffe" gefunden habe, habe ich genau wie Du nach der Lösung in der Luft gesucht. So leicht kann man sich in die Irre leiten lassen ...!


    Einen schönen Abend noch

    Anhalter

    Guten Abend allerseits,


    im maparchiv fand ich folgenden Eintrag:

    "February 3, 1944 – 4406/52 Photoprint of a cover letter concerning report BM 1,000 f, and pertaining to an experimental test at the Experimental Station at Travemünde on the magnetic bomb “Sommerballon.”

    Es gibt auch noch mehrere Dokumente zum Bombentyp "Winterballon". Weiß jemand etwas über diese beiden Bombentypen? Was hat man sich unter einer "Magnetischen Bombe" vorzustellen?

    Neugierige Grüße

    Anhalter

    Hallo zusammen,

    Bei meinem aktuellen Projekt ist das sehr schwer, weil aus der Zeit Ende April/Mai 1945 im Bereich des rechten Flügels der Heeresgruppe "Mitte" kaum offizielle Dokumente die Kapitulation überstanden haben...


    Beste Grüsse

    Ingo

    Hallo Ingo,


    zufällig lese ich gerade in dem russisch-deutschen Archiv, wie sehr der "Führer" sich über den schwach besetzten rechten Flügel der Heeresgruppe Mitte aufgeregt hat. Kennst Du diese handschriftlichen Notizen schon? (Seite 132/133 ff.)

    http://wwii.germandocsinrussia…e/132/mode/inspect/zoom/4


    Wenn's nicht so traurig wäre, könnte man diese Akte 237 für eine sehr gut gemachte Satire halten. Der wollte ja tatsächlich U-Boote zur Verteidigung des Kurlandes einsetzen ... Mir fehlen dafür die Worte. (S.129)

    Stöbere mal ein bisschen. Vielleicht findest Du das Ein oder Andere.


    Viele Grüße

    Der Anhalter ddG