Posts by RolandP

    Hallo zusammen,


    ich hänge das mal hier mit dran,


    es handelt sich um den Wehrmachtbefehlshaber in den Niederlanden


    Als Nachfolger des versetzen Major d.Feldgend. Kleditzsch traf am 30.12.43 Major d.Feldgend. Weichert in Hilversum ein.

    KTB der Oberquartiermeister-Abteilung des Stabes W.Bfh.Ndl. v. 4.1. – 30.6.44

    T501 R202 WBN 000 478


    Herzliche Grüße Roland

    Hallo zusammen,


    zufällig gefunden, als Ergänzung


    Herzliche Grüße Roland



    Aus dem KTB Nr. 1 des Panzer-Feldersatz-Bataillons 200, Fhr. Hauptmann Sommer, 21.Pz.Div.:


    23.11.1944 Bernhardsweiler

    „... Die ursprüngliche Absicht, westlich Straßburg vorbei in Richtung Merzig zum neuen befohlenen Unterkunftsraum des Btl. zu marschieren, war durch die Entwicklung der Lage, überraschende Besetzung von Straßburg durch den Gegner, nicht durchführbar... Reserven, standen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung, um eine Bereinigung dieses Einbruches durchführen zu können. Infolgedessen wurden vom Korück sämtliche irgendwie zur Verfügung stehenden Einheiten eingesetzt... Diese zusammengefassten Truppenteile sollten eine provisorische Abwehrfront nach Norden bilden, um ein weiteres Vordringen des Feindes nach Süden zu verhindern.

    In den Abendstunden es Tages bekam das Btl. bei einer Stärke von 130 Mann den Auftrag, die Straßen nach Norden im Raum Oberenheim bis ostwärts Erstein zu sichern...


    Gegen 23.00 Uhr traf auf dem Btl. Gef. Std. Oberstlt. Brückner, von Barr kommend, mit seinem Stab ein. Er übernahm die Führung der Kampfgruppe, setzte aber Hauptmann Sommer als seinen taktischen Berater ein. Das Btl. wurde der Kampfgruppe Brückner unterstellt.

    Im Laufe der Nacht meldeten sich verschiedene kleinere Einheiten zur Verstärkung der Kampfgruppe Brückner:

    Polizei-Btl.,

    Feldgendarmerie,

    Pioniere der Armee-Pi.-Schule,

    Flak-Kampftrupps usw.

    Die D.K.S. (Divisions-Kampf-Schule) und Einheit Knoll (s.a. Blatt 33 Luftwaffeneinheit 4/VI unter Führung von Major Knoll), die am rechten Flügel des Btl. eingesetzt waren, konnten in der Nacht vom 23. zum 24. Durch andere Einheiten abgelöst werden..

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 35

    http://wwii.germandocsinrussia…ge/36/mode/inspect/zoom/7


    24.11.1944 Oberehnheim

    ... Im Kampfgruppenabschnitt des Btl. verlief der Tag ruhig...Zu Feindberührungen kam es nicht, dagegen wurde im Raum Mutzig und Molsheim gekämpft. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um fdl. Pz.-Spähwagen mit starker Inf.-Begleitung ohne Artl. und Luftwaffenunterstützung. Bei diesen Kämpfen wechselten verschiedene Orte vor dem Btl.-Abschnitt häufig den Besitzer.

    Im Allgemeinen war die Lage ziemlich unklar, vor allem im Raum Molsheim. Bemerkenswert ist, dass das vor dem Btl.-Abschnitt eingesetzte Polizei-Btl. sich bei schwacher Gefechtsberührung grundlos zurückzog, ohne energischen Widerstand zu leisten. Im Allgemeinen kann man sagen, dass das Pz.-Feldersatz-Btl. 200 die einzige, kampfkräftige verlässliche Truppe war, während es sich bei den anderen vielen kleinen Einheiten um zusammengeraffte nicht aufeinander eingespielte, teilweise unzuverlässliche Leute ohne Kampferfahrung handelte, auf die bei starkem Feindangriff kein Verlass sein würde.

    Die Kampfgruppe war der Division General Bürcky unterstellt, die sich ebenfalls aus zusammengerafften Splittereinheiten, Nachschubtruppen usw. zusammensetzte...

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 36


    25.11.1944 Oberehnheim

    ... Gegen 14.00 Uhr traf auf dem Gef. Std. General Bürcky ein, der seinen Gef. Std. in Behnfeld hatte...

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 36


    26.11.1944 Oberehnheim

    „In den frühen Morgenstunden des Sonntags traf ein Befehl zum Aufbau einer neuen HKL ein. Infolge der Veränderung der Lage (Feind bei Grendelbruch durchgebrochen) sollte der Raum Oberehnheim geräumt werden und eine neue HKL (Barr – Burgheim – Walff – Erstein) aufgebaut werden.

    Als der Befehl zum Aufbau dieser neuen HKL bei der Kampfgruppe eintraf (gegen 6.00 Uhr) war Oberst Baecke, der den Befehl gegen 1.00 Uhr bereits erhalten hatte, schon abgerückt,

    Das Btl. begann sofort mit der Verlegung.

    Abschnitt des Btl.:

    Ortsrand Walff,

    Wald an Straße Walff – Westhausen,

    Westhausen,

    Zellweiler, Btl.Gef.Std. bei Gef.std. KGr. Brückner, Rathaus Stotzheim

    Rechts anschließend Kampfgruppe Hoffmeister,

    links Polizei-Btl. Holzwart, bis Burgheim, daran anschließend Kp. Reuter. In st .Peter 1.Kp. Feldgend. Oblt. Lübke als Reserve.

    Gef. Vorposten der Polizei und Gruppen der Armee-Pionier-Schule Lt. Finkelburg u.a. in Niederehnheim und Meistratzheim, die sich in der Nacht befehlsgemäß absetzten, nachdem in Oberehnheim fdl. Panzer mit Inf. eingedrungen waren.

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 37


    27.11.1944 Stotzheim

    „In den Vormittagsstunden griff der Feind aus Meistratzheim und Oberehnheim weiter nach Süden an. Erstes Angriffsziel wahrscheinlich Walff.

    Es gelang ihm, mit einigen Panzern und aufgesessener Infanterie in den Ort einzudringen und die dortigen Sicherungen des Polizei-Btl., Hauptmann Holzwart, und Gruppen der 1.Kp. (FEB) zurückzudrängen. Durch einen Angehörigen des Polizei-Btl. wurde mit einer Panzerfaust im Nahkampf ein Pz. abgeschossen. Ferner drang der Feind in Burgeheim und Gerstweiler ein. Die dort befindlichen Teile des Polizei-Btls wurden zersprengt und hatten erhebliche Verluste.

    Von Walff aus griff der Feind in Richtung Westhausen an... (Einsatz von „Panzern der Feldherrnhalle“ sowie einer Kosaken-Kp.)

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 37 – 38 oben


    28.11.1944 Stotzheim

    „Am Morgen des 28.11.44 griff der Feind erneut mit Panzern an und drang wieder in Walff ein. Die in Walff eingesetzten Teile wurden zurückgenommen.

    Anschließend nahm die eigene Artl. Walff unter Feuer. Die in den Mittagsstunden durchgeführten Gegenangriffe hatten nicht den gewünschten Erfolg. Die erste Kp. hatte empfindliche Ausfälle... Vom Polizei-Btl. blieb Hauptmann Holzwart mit vielen Angehörigen seines Btl. in Walff.

    Von dort drängte der Gegner weiter nach Südwesten und konnte in Zellweiler eindringen...

    Im Laufe der Nacht wurde der Kampfgruppen- Gef. Std nach St. Marquerite verlegt. Oberstlt. Brückner übergab die Führung der Kampfgruppe an Hauptmann Sommer und fuhr selbst nach Schlettstadt ins Lazarett...

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 38



    29.11.1944 St. Marquerite

    Am Morgen des 29.11.44 griff der Feind hauptsächlich im linken Abschnitt mit Panzern und Infanteriekräften an...

    In den frühen Abendstunden griff der Gegner am linken Abschnitt (Eichhoffen) an. Die Lage war ungeklärt. Um die linke Flanke zu sichern, wurden die Reste des Polizei-Btl., Hptm. Wolf, an der Straße, die von Epfig nach Eichhoffen führt eingesetzt...

    Gegen 23.00 Uhr kam der Befehl vom Stab Bürcky, Eichhoffen wieder zu besetzen. General Bürcky erschien persönlich auf dem Kampfgruppen-Gef. Std...

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 39


    Keine Erwähnung im Folgenden


    02.12.1944 Hilsenheim

    ... Major Kleffel, vom Stab der ehemaligen Feldkommandantur Brückner...


    03.12.1944 Hilsenheim

    „... Nach dem Befehl der Kampfgruppe (Oberstleutnant) Michels (General Bürcky hatte am Vortage eine andere Division übernommen...


    In Ebersmünster verbleiben an Gef. Vorposten Teile der Einheit Wolf (Polizei), Stärke 1 Gruppe und 1 V.B. ...

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 42


    06.12.1944 Hilsenheim

    Im Laufe des Vormittags übernahm Major Müller die Kampfgruppe Sommer, Führerreserve XVIV. A.K... Der Stab Michels, dem das Btl. bisher unterstand, wurde aufgelöst. Das Btl .wurde der 708.Volksgrenadier-Div., Oberst Bleckwenn, direkt unterstellt... Nunmehr waren beim Btl. Müller verblieben: Hptm. Wolf (Polizei), Hptm. Günther (Feldgend.) ...

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 43


    07.12.1944 Hilsenheim

    Die 708.Volksgrenadier-Div. wurde in den Raum Kolmar verlegt. Das Btl. Müller verblieb in seinem Abschnitt und wurde der 198.Inf.Div.. General Schiel, unterstellt, zunächst direkt, dann dem Gren.Rgt. 308, Oberstt. Jäger...

    Major Kleffel wurde mi seiner Feldkommandantur 893 aus dem Btl .zur anderweitigen Verwendung herausgezogen...

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 43


    09.12.1944 Hilsenheim

    Gegen ½ 2 Uhr traf.... Hptm. Probst ein, um das Btl. zu übernehmen.

    Major Müller schied zwecks Übernahme eines Rgt. im Raum Kolmar aus der 198.I.D. aus

    Hauptmann Probst war früher Kommandant des Stabsquartiers der 198.I.D. gewesen

    Für den bisherigen Kommandeur des Gren.Rgt. 308 übernimmt Oberstlt. Koenig die Führung

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 43

    10. und 11.12.1944 Hilsenheim

    ... Für die Zeit der Zugehörigkeit der Teile der Kampfgruppe Probst zum Gren.Rgt. 308 wird als Feldpostnummer die Feldpostnummer des Gren.Rgt. 308 befohlen mit dem deutlichen Zusatz „P“: Feldp-Nr. 12484 „P“

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 44 oben)


    12. – 15.12.1944 Hilsenheim

    ...Größere Schwierigkeiten entstanden bei der Verpflegung. Da die Trosse des Btl. bereits rechtsrheinisch auf dem Marsch zur Div. waren, war man auf die Feldküche des Polizei-Btl., Hauptmann Wolf, angewiesen...

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 44


    18.12.1944 Hilsenheim

    „... Hauptmann Wolf blieb als Reserve in Hilsenheim...“

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 45


    20.12.1944 Hilsenheim

    Am 20.12.44 traf ein Befehl... ein, wonach das Pz.-Felders.-Btl. 200 in Kürze zur 21.Pz.Div. entlassen würde... Die übrigen Teile der Kampfgruppe (Polizei und Feldgendarmerie) sollten nach Ablösung zu einer Kompanie zusammengefasst werden...

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 45


    23.12.1944 Wittisheim

    „... Um 3.00 Uhr ist das Btl. mit Masse in Wittisheim versammelt. Hauptmann Wolf, Hauptmann Günther (Feldgend.) wurden zu einer Kompanie zusammengefasst und zu neuem Einsatz abtransportiert....

    (Bestand 500 Deutsch-Russisches Projekt zur Digitalisierung deutscher Dokumente in Archiven der russischen Förderation, Findbuch 12483 – Bataillone, Akte 94 Panzer-Feld-Ersatz-Bataillon 200, KTB Nr. 1 v. 11.4. – 31.12.1944, Blatt 46)

    Hallo Diana,


    das ist der K.M.V = Kampf-Marsch-Verband Böhmen,


    Clemens Haberzettl, * 29. 9.20 Schwechat, SS-Nr. 496 179, 10.41 Uscha. i. 2./Kradsch.Btl.2, 6.44 St.OJ an SS-J.Sch.Braunschweig, 10.44 Ustuf. i. SS-Pz.Aufkl.Ausb.Abt., 12.44 Ustuf. i. Aufkl.Abt.2, scheint also ein Absolvent eines Waffen-Lehrgangs an der Schule Kienschlag gewesen zu sein und nur kurzfristig Kp.-Fhr. in diesem Verband, kam dann wohl zu seiner Ersatzeinheit - er scheint Pz.Aufkl gewesen zu sein - zurück und von dort wieder zu seiner Stamm-Division...


    Leider ist bisher über diesen Kampf-Marsch-Verband nicht genaueres bekannt. Er soll im Wesentlichen aus ehe-maligen Angehörigen der Luftwaffe bestanden haben, die an der SS-Pz.Gren.Schule Kienschlag eine Infanterie- und Waffen-Ausbildung erhalten hatten, um dann Feldeinheiten der Waffen-SS zugeführt zu werden.

    Es gab auch einen auf dem SS-Tr.Üb.Pl. Kurmark = Kampf-Marsch-Verband "Kurmark"


    Herzliche Grüße Dein Roland

    Hallo Walters Sohn,


    ein herzliches Willkommen hier im Forum! :)


    Ich habe Deinen Vater – ehem. Rgts.-Arzt SS-Pz.Rgt. 3 – seit Sommer 1944 beim SS-Lazarett Praf-Podohl, Abteilungsarzt Abt. IIc, in meinen Unterlagen


    Wiking-Ruf 3.Jahrgang Nr. 10 Oktober 1954, , S. 25

    SS-Hstuf. Dr. Müller Prag Podol, Oberstabsarzt Dr. Mülich, gesucht von einem Otto Lehmann, Düsseldorf-Gerresheim



    Zur besagten Zugfahrt im Mai 1945:


    Der SS-Hauptsturmführer Helmut Müller-Wellborn berichtete zum „ … 13.Mai 1945: Das Lazarett wird geräumt. Wir werden in ein Gefangenenlager bei Beneschau verlegt. Was jeder an persönlichen Dingen besitzt, wird eingepackt. Dann Antreten im Kasino … zum Filzen. Alle Schmuckstücke müssen abgegeben werden. Jeder darf eine Uhr behalten. Inzwischen an Ungereimtheiten gewöhnt, wundern wir uns nicht sehr darüber. Jeder bekommt eine Original Eiserne Ration aus Heeresbeständen. Unsere Ärzte erhalten für die medizinische Versorgung der zum Teil noch bettlägerigen Verwundeten lediglich Aspirin-Tabletten, ein wenig Verbandsmaterial und Prontosil, mehr nicht, obwohl alles im Lazarett vorhanden ist. Von Artbestecken gar nicht zu reden. Die nicht transportfähigen Verwundeten sollen mit einem Arzt (Sturmbannführer, den die Tschechen bestimmten) und zwei Schwestern in Podol bleiben.

    450 Personen werden in Omnibussen und Sankas zu einem Güterbahnhof mitten in der Stadt transportiert. Ein Spießrutenlaufen bleibt uns also erspart. Bereit stehen 11 Güterwagen, ausgestattet mit Pritschen, die gerade für die Verwundeten und Frauen mit kleinen Kindern ausreichen. Bevor wir aus dem Bus aussteigen dürfen, kommt ein russischer Leutnant herein und erklärt blauäugig in Deutsch: „Jeder hat noch eine Uhr. Abliefern!“ Es geht doch nichts über eine echte Waffenbrüderschaft.

    Die Sonne geht unter – unser Zug verlässt Prag. In jedem Wagen sitzt in der offenen Tür ein blutjunger „Revoluzzer“. Der unsere weiß nicht, wie er das Gewehr hatten soll. Wir kommen ins Gespräch. Wir fordern eine Pinkelpause. Halt! Bei dieser Gelegenheit frage ich den Bewacher: „Zeig mal, was hast Du für eine Knarre?“. Er ist zunächst unsicher, zeigt mir das Gewehr, ich darf es sogar in die Hand nehmen. Als der Zug gerade anfährt, „verliere“ ich beim Aufspringen auf den Zug das Schloss. Betroffen schaut der Tscheche auf sein „Restgewehr“.

    Im Laufe der Naht – weiß der liebe Gott, weswegen wir so langsam fahren und dauernd halten – funktioniert bereits ein Meldedienst von Wagen zu Wagen. Bei einigen anderen Posten funktioniert das Spiel mit dem Gewehrschloss ebenfalls.


    14.Mai 1945: Es wird hell, und wir sind am Ziel. Die Lok koppelt ab. Unsere „Revoluzzer“ – total verunsichert und völlig verängstigt – springen auf die Lok und ab geht die Post Richtung Heimat – nach Prag.

    Wir stehen mit unseren Güterwagen dumm im Gelände. Weit und breit kein Mensch. Lediglich ein kleiner verlassener Bahnhof. Was soll nun aus uns werden? Bis zum Nachmittag haben wir Zeit, darüber nachzudenken. Unsere Ärzte versorgen die Verwundeten, so gut es geht. Essen wird durch gerade Haltung ersetzt. Endlich kommt eine Lok. Also, jetzt ist es soweit – ab ins Lager!

    Doch wir staunen nicht schlecht, als wir deutsches Lokpersonal und einen richtigen Eisenbahn-Zugführer – so mit roter Lederschärpe und so – erkennen. Der Lokführer, ein waschechter Frankfurter, erklärt uns, die Maschine sei für einen Nachschubzug für die Heeresgruppe Schörner eingesetzt gewesen und „die Maschin is von Franfort un die kimmt wedder nach Frankfort“. Ob wir ankoppeln wollten. Und ob wir wollten!

    Aber wir müssen uns etwas einfallen lassen, meinte Stabsarzt Dr. K., der von der Wehrmacht nach Podol kommandiert war. Und er hatte auch eine Idee: „Unter dem Schutz des Internationalen Roten Kreuzes nach Passau“. Die Parole wurde 5sprachig an jeden Güterwagen geschrieben …mit Prontosil in Deutsch, Englisch, Französisch, Tschechisch und Russisch. Wozu Prontosil nicht alles gut ist. Und bildhübsche Rote Kreuze lassen sich auch damit malen.

    Nun brauchten wir auch ein „Internationales Komitee“. Dr. K. war ab sofort als Arzt für den Lazarett-Transport zuständig, unsere flämische, französisch sprechende Ärztin aus Podol wurde Madame M. aus Paris, und Mister N., ein zu uns geflüchteter deutscher Zivilist, vertrat Großbritannien, da er in seinen Papieren einen englischen Geburtsort nachweisen konnte. Leutnant B., unser Kundschafter aus Prag, fungierte schließlich als Dolmetscher. Bei jedem Halt sprang unser Komitee ab und marschierte nach vorne, wenn russisches oder tschechisches Militär auftauchte. (H. Müller-Wellborn, Der letzte Zug aus Prag – Tagebuchnotizen der letzten Kriegstage, Teil I in DF 5/1983, S. 28 – 29, hier S. 29) Fragen nach dem Woher und Wohin sowie die Diskussionen wurden in allem Sprachen abgewickelt. Immer musste erst übersetzt werden. So etwas dauert und nervt. Das ewige „What is the matter?“ von Mister N., der nichts verstehen „konnte“ und wollte, hat manchen Russen schwach gemacht. …

    Das Zeitgefühl ist langsam verlorengegangen. Ich glaube, wir sind schon 6 Tage unterwegs, d. h., ewig gehalten, ein wenig gefahren. Nicht zu essen, die „Eiserne“ ist schon vereinnahmt. Wasser gibt es immer. Feldfrüchte werden organisiert – nur nicht so weit weg vom Zug.

    Am Bahndamm liegt ein zerschossener Güterzug. Unsere Ärzte brauchen Sanitätsmaterial. Es ist nichts dabei. Was wir finden, sind Koppelschlösser vom Heer, „Gott mit uns“ – jede Menge. Und Feldmützen. Wer noch ein Koppel besitzt oder eine Kopfbedeckung braucht, wird auf Wehrmacht umgerüstet. Langsam wird es Zeit, dass unsere Kragenspiegel und der Adler auf dem Arm verschwinden. Eine große Trennaktion beginnt.

    Wieder stehen wir endlos neben einer Wiese mit Quellwasser. Gelegenheit zu einer gründlichen Köperwäsche und zum Wassertanken. Da marschiert einer mit einem Handtuch an mir vorbei mit einem bildhübschen Stempel: SS-VT. Daran hatten wir nicht gedacht. Bevor es weitergeht, wird jeder und alles „gefilzt“. Jeder Hinweis auf die Waffen-SS-Zugehörigkeit wird radikal beseitigt, keiner motzt. Auch ich nicht, als ich die geretteten Negative von rund 3000 Kriegsphotos seit 1939 in Flammen aufgehen lassen muss. Nur mit der Tätowierung der Blutgruppe kann man nichts machen.


    In Tabor stehen wir lange am Bahnsteig. Die Lok muss Holz und Wasser tanken, kohlen gibt es nicht. Die Russen suchen Waffen-SS und knallen im Gelände herum. Ein paar Kugeln treffen die Güterwagen. Wir verbarrikadieren uns, als die Iwans sich unserem Zug nähern. Das Komitee tritt sofort in Aktion und dringt schließlich bis zu (H. Müller-Wellborn, Der letzte Zug aus Prag – Tagebuchnotizen der letzten Kriegstage, Teil II in DF 6/1983, S. 24 – 25, hier S. 24) einem General vor, beschwert sich und fragt, warum für die Verwundeten keine Verpflegung bereit gestellt sei, ob wir denn nicht von Prag angemeldet seien, schließlich fahren wir unter dem Schutz des Roten Kreuzes. Nein, nichts, keine Verbindung mit Prag. Der General veranlasst, dass jeder Güterwagen einen Sack Kartoffeln und einen halben Sack Zucker bekommt. Die russischen Soldaten belästigen uns nicht weiter, als sie an den offenen Waggontüren nur schwerverwundete und verbundene Soldaten sehen. Alle anderen und die Frauen sind in Deckung gegangen.


    Eigentlich muss es schon Juni 1945 sein. Immer noch auf Achse. In Gmund braucht ein Leutnant der Roten Armee unsere 11 Güterwagen (um Uhren abzutransportieren, meint ein „Reichsrottenführer“ treuherzig). Wir steigen erst aus, als uns nach langem Hin und Her 6 D-Zug-Wagen zur Verfügung gestellt werden. Eine Meisterleistung unseres Komitees. Wir sollen nach Siegmundsherberg verfrachtet werden, wo sich ein großes Gefangenenlager befinden soll.

    Unser Eisenbahner besteht seine erste Bewährungsprobe. Er trotzt einem (jetzt) österreichischen Kollegen eine offizielle Fahrtnummer nach Linz ab – es ist kaum zu glauben. Signale funktionieren nicht, einen regulären Zugverkehr gibt es auch nicht, aber ein provisorisches Meldeverfahren, das sich anscheinend eingelaufen hat.

    Wir schleichen mit Holzfeuerung bis vor Enns. Wir sind an der russischen Demarkationslinie. Stopp. Aus. Ende. Neben uns steht ein Güterzug mit kompletten Lazarettausrüstungen, Verbandsmaterial und Medikamenten. Ob das eine meiner Materialanforderungen aus Prag ist? Unsere Ärzte bekommen Stielaugen.

    Diesmal hatte unser Komitee kein Glück: die Russen schicken uns nach Wien zurück. So um 23.00 Uhr soll´s losgehen. Doch vorher geht erst einmal eine Schießerei los. Unten an der Enns, wo – wie wir tags darauf in Linz hören – Teile meiner alten Totenkopf-Division versucht hätten, den Fluss zu überqueren. Dann knallt es nebenan bei uns – wo die weibliche Bewachung des Materialzuges auf unsere Ärzte schießt, die dringend benötigtes Material zur Versorgung der Verwundeten erfolgreich „organisieren“. Es ist aber weiter nichts passiert, und kontrolliert werden wir auch nicht.

    Unser Eisenbahner marschiert zum Stellwerk. Strahlend erzählt er uns, das die Österreicher die Weichen anstatt nach Wien auf Richtung St. Georgen stellen werden. Dieser Bahnhof liegt im Niemandsland und wird von 2.00 bis 14.00 Uhr von den Amerikanern kontrolliert, danach haben für 12 Stunden die Russen das Sagen.

    Weit nach Mitternacht rollen wieder die Räder. Langsam wird es hell. Ich sehe Panzer mit dem weißen US-Stern. Wir haben es geschafft!


    Stundenlanges Stehen am Bahnsteig von St. Georgen. Das Signal nach Linz steht auf Halt. Ob die Amis uns vor 14.00 Uhr weiterfahren lassen? Zeitlich wird es schon ein bisschen eng. 5 Minute vor 14.00 Uhr heißt es endlich „freie Fahrt“. Langsam rollen wir in Linz ein. Was für ein Datum ist heute? Es muss so um den 8.Juni sein. 20 Tage, wenn nicht noch mehr, sind wir seit Prag unterwegs.

    Ein amerikanischer Oberst will von mir wissen, wie viel Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften und Zivilisten wir an Bord haben, damit wir verpflegt werden können. Kaum habe ich die „Volkszählung“ listenmäßig hinter mich gebracht, stimmt sie schon nicht mehr. Einige Kameraden sind im heimatlichen Bereich, einige nehmen andere Kameraden mit nach Hause, alle melden sich ab. Ein letzter, fester Händedruck und die Frage, was wird jetzt? Bis heute waren wir eine verschworene Gemeinschaft, bei der jeder sich den gegebenen Notwendigkeiten unterordnete. Jetzt muss jeder seinen eigenen Weg gehen. Dis Disziplin war hervorragend, kein Führer oder Unterführer wurde bei der Ausübung übernommener Dienste behindert, ihre Anordnungen nie in Frage gestellt. Befehlsverweigerung gab es während der ganzen Flucht niemals. Bei diesem Raid hat sich der Geist unserer Truppe noch ein letztes Mal hervorragend bewährt.


    Am anderen Morgen geht es weiter nach Salzburg. Von Gefangenenlager ist keine Rede. Ich mache einen Kontrollgang durch den Zug und staune nicht schlecht, als plötzlich Luftwaffe, Marine, Heer und OT zu unsere „Belegschaft“ zählen. Das macht die in Salzburg fällige Liste zum Verpflegungsempfang um einiges schwieriger. Zumal einige unserer „Gäste“ der Ansicht sind, ich hätte ihnen überhaupt nichts zu sagen.

    Salzburg – München – Bamberg. Unsere Eisenbahner haben sich verabschiedet. Die Amis haben die Lok mit ihren Leuten besetzt, aber eine Bewachung haben wir noch immer nicht. So macht es uns auch nichts aus, dass der GI auf der Lok sein „Fräulein“ in Regensburg für eine Nacht besuchen will und unseren ganzen Zug einfachheitshalber mitnimmt. Der Rest vom Lazarett Podol ist durch nichts mehr zu erschüttern.

    Bamberg. Diesmal fordert ein Leutnant der Standortkommandantur eine namentliche Liste, macht mich dafür verantwortlich, das alle auf der Liste Genannten morgen früh um 8.00 Uhr antreten zum Marsch ins Gefangenenlager.

    Die Transportkommandantur ist anderer Meinung und schickt uns um 23.00 Uhr weiter. Um 9.00 Uhr erreichen wir Würzburg, dann Frankfurt, Kassel als flüchtige Stationen. Demobilisierte Soldaten aller Waffengattungen steigen ein, steigen aus. Die Engländer sind jetzt zuständig für uns, sie fragen nicht nach unserem Ziel.


    Auf dem Abstellgleis im Güterbahnhof Hannover – Herrenhausen zähle ich noch 35 Mann Waffen-SS aus Prag, 18 Schwerverwundete dieses Häufleins liegen im ersten Wage. Ihre ärztliche Betreuung ist vol gewährleistet. Seit drei Tagen stehen wir hier, ohne dass sich jemand um uns kümmert. Dann erscheint englische Militärpolizei mit Sankas und bringt unsere Schwerverwundeten in ein Lazarett. Als der erste Schub abgefahren ist, gebe ich allen gehfähigen Männern den Rat, abzuhauen und sich irgendwie Zivilkleidung bei der Bevölkerung zu besorgen. – In Räuberzivil mit Rucksack marschiere ich auf meine Heimatstadt Lübeck zu.

    Heute ist der 16.Juni 1945 – über 4 Wochen Flucht liegen hinter uns. Die auf der Bahnstation Seltschan übernommene Verpflichtung, unsere Verwundeten und Männer, Frauen und Kinder sicher in die Heimat zu bringen, ist erfüllt.

    Der letzte Zug aus Prag ist auf der Endstation“. (H. Müller-Wellborn, Der letzte Zug aus Prag – Tagebuchnotizen der letzten Kriegstage, Teil II in DF 6/1983, S. 24 – 25, hier S. 25)


    Ergänzende Angaben zur Vita Deines Vaters wären sehr interessant!!


    Herzliche Grüße Roland

    Hallo zusammen,


    vor einigen Wochen war eine Kopie eines Schreibens des Feuerschutzpol.-Rgt. Niederlande auf einer bekannten Internetplattform zum Kauf angeboten, welches ich erworben habe... (wird auch noch weiter angeboten..)


    Anbei dieses Schreiben, vielleicht ja mal interessant, ob die Kopie "original" ist, kann ich leider wegen fehlender weiterer Informationen nicht sagen!


    Herzliche Grüße Roland

    Hallo Briesch,


    ein herzliches Willkommen hier im Forum :)


    Natürlich sind Angaben aus Feldpostbriefen meistens privater Natur, aber falls dort interessante Hinweise zu finden sind, sind sie gerne gesehen?

    Nennt er den Namen des Arztes, wann war er im Raum Arnheim, wie kam er dahin, was schreibt er sonst zum Einsatz und den Orten, wo er war... das alles ist interessant :thumbsup:


    Herzliche Grüße Roland

    Hallo Briesch,


    der Großvater ist in der Zeit zwischen dem 27.6. und dem 10.7.1943 bei der Stabskompanie SS-Gren.Ers.Btl. Ost in Breslau erfasst worden, daher die Erkennungsmarke, evtl. ein Volksdeutscher aus Rumänien?


    Zu dieser Zeit wurden dort viele in die Waffen-SS eingestellt und anschließend zur Ausbildung zum Rekrutendepot der Waffen-SS in Bobruisk, Nachschubkommandantur der Waffen-SS und Polizei.

    Man bildete aus den Ausbildungsbataillonen dann sogenannte "SS-Jäger-Bataillone"...


    Der Großvater kam mit der 10.Kompanie dann zum sogenannten "SS-Jäger-Bataillon Pannier" bei der Kampfgruppe von Gottberg


    1.11.1943

    Teilnahme von Teilen des II. Jäger-Bataillons am Bandenunternehmen „Heinrich“ unter der Führung des HSSPF Russland-Mitte (Chef der Bandenkampfverbände), Kampfgruppe von dem Bach, im Raum Polozk – Krassnopolje – Pusstoschke – Idritza – Szebesch („Bandenrepublik Rossono“) vom 1.11. bis zum 8./9.11.1943 (18. bzw. 20.11.1943)

    (s.a. Kampfgruppe von Gottberg, Ia, TgbNr. 19/43 g, Einsatzbefehl für das Bandenunternehmen “Heinrich“)


    Gliederung:

    Stab (II./ SS-Jäger-Btl)

    3.Kompanie

    7.Kompanie

    8.Kompanie

    10.Kompanie


    Ziel des Unternehmens war die Zerschlagung der sogenannten „Bandenrepublik Rossono“, da das PzAOK 3 die Kampfkraft der dortigen Partisanen so hoch einschätzte wie die der regulären Truppen der Roten Armee. Das PzAOK fürchtete einen Vorstoß der Roten Armee in diesen Raum, der zum Durchstoß auf Daugavpils führen könnte. Neben der KGr.v.Gottberg wurden auch Kräfte des HSSPF Ostland, Jeckeln, und erhebliche Kräfte der Heeresgruppe Mitte eingesetzt

    Einsatzgruppe Jeckeln Ssebesh – Idritza – Opotschka

    Einsatzgruppe von Gottberg südlich und südwestlich Polozk


    Einheiten der KGr.v.Gottberg:

    SS-PolRgt 2

    SS-PolRgt 13 (verstärkt durch eine Batterie Oberfeldkommandantur OFK 392)

    SS-PolRgt 24 (verstärkt durch lit.SchumaBtl 255, mit 9.Pol.Pz.Komp.)

    SS-Sonder-Batl.Dirlewanger

    SchumaBatl 57

    SS-Jäger-Abt.Pannier (Nachschubkommandantur d.SS.u.Pol.Rußland-Mitte)

    Flak-Abt I./KdoStab RFSS

    SS-Jäger-Bataillon Pannier

    Pol.PzKp.12

    TN-Baukompanie

    Gend.EinsatzKdo zbV Kreikenboom

    Gend.Züge (mot) 13, 19, 49


    Leichtgeschütz-Abt (mot) der HGr.Mitte

    Nachr.Abt 262 HGr.Mitte

    1 Pz-Kp der HGr.Mitte (evtl. PzKp. Mitte des SS-PolRgt 13 ?)

    1 Pi- Kp. (mit Spezialausrüstung: Minensuchgerät, Flammenwerfer, Panzrvernichtungsmittel)

    1 Bau-Pi-Kp.(Btl ?) der HGr. Mitte

    1 Flak-Battr

    1 Battr. der OFK 392

    SichRgt 64 (ohne ein Bataillon)

    Luftwaffe (Fliegerunterstützung durch Fliegerführer 1)


    Kommandos der Sicherheitspolizei und des SD


    Im November 1943 gelang es der Roten Armee, nördlich von Witebsk bei Newel die deutsche Front zu durchstoßen und damit die Verbindung mit dem Großbandenraum Rossono herzustellen.

    Die am 29.10.1943 fortgesetzte sowjetischen Offensive der „Kalininfront“ erfolgte mit drei Stoßkeilen:

    Im Norden drang die 3.russ.Stoßarmee mit 4 Divisionen und 2 Pz.Brigaden in Flanke und Rücken der deutschen 16.Armee bis Pustoschka vor, das die am 10.11.43 erreichte.

    In der Mitte stieß eine Gruppe der 4.russ.Stoßarmee mit 2 Divisionen längs der Bahnlinie Newel – Polozk nach Südwesten in den Raum Dretun und Saborje.

    Im Süden erreichte eine andere Gruppe der 4.Stoßarmee mit 3 Divisionen und einem Kavalleriekorps, ohne auf Widerstand zu stoßen, mit den Spitzen am 9.11.1943 den Raum von Sawan am Obol.


    Um eine vollständige Inbesitznahme des nördlich von Polozk gelegenen Partisanengebietes Rossono durch die Rote Armee zu verhindern sahen sich die dort gerade zur Bandenbekämpfung, Unternehmen „Heinrich“, eingesetzten deutschen Polizei- und Sicherungsverbände plötzlich vor die Aufgabe gestellt, unverzüglich eine neue Sperr- und Auffanglinie gegen die angreifenden sowjetischen Truppen aufzubauen, die erst am 7.11.von deutschen schwachen Sicherungskräften (SS-KGr. von Gottberg) bei Dretun und Saborje zum Stehen gebracht werden konnten. Die Einheiten der KGr.v.Gottberg wurden dann der 16.Armee (HGr.Nord) und der 3.Pz.Armee (HGr.Mitte) unterstellt und verblieben zum Teil bis zum Frühjahr 1944 im unmittelbaren Fronteinsatz.

    Erst Anfang November 1943 kamen weitere Truppenverstärkungen an die Front. Neben der 290. und 122. ID gelangte auch das SS-Sonder-Batl.Dirlewanger (im Rahmen der KGr.v.Gottberg) in den Fronteinsatz bei Dretun und Newel. Trotz heftiger deutscher Abwehr gelang es dem Gegner am 8.11.43, die Rollbahn Pustoschka – Newel zu sperren. Ein Versuch der 23. und 32.ID von der Rollbahn Pustoschka – Newel nach Westen auf den Jasno-See vorzustoßen, lief sich fest.

    (R.Michaelis, SdKdo.Dirlewanger, S. 46,s.a. Karte S.48, 87.ID, S. 192, s.a. Karte S.188, HP.Klausch, Antifaschisten in SS-Uniform, S. 88, H.Hüttmann, PolBtl 307,S.44)


    Einem späteren SS-Oscha der 10.Kp. wurde nachträglich der 16.11.1943 als Sturmtag bescheinigt ("Ort nach Rgts.Befehl) "Oktjabr u. Jagodnyj-Bor".


    Wie er von dort zur "Frundsberg" kam, kann ich nicht sagen...


    Herzliche Grüße Roland

    Hallo zusammen,


    die hier folgenden Angaben hatte ich mal abgeschrieben, evtl. sind sie ja mal von Interesse...


    Herzliche Grüße Roland


    15.06.1944

    Fernschreiben KR des Ob. West Ia Nr. 4609/44 g.Kdos vom 15.6.1944, 07.00 Uhr, Seite 3:

    2.) Stand der Marschbewegungen

    .... K.Gr. 266.I.D. mit beweglichen Vorausteilen auf Jugon (20 km SW Dinan), Masse aus Raum ostw. Yffinieac (10 km südostw. St. Brieue) 14.6. abends Weitermarsch angetreten. ...

    T311 R25 H.Gr. D 1 029 572


    16.06.1944

    KR-Fernschreiben Ob. West Ia Nr. 4648/44 geh. Kdos. v. 16.6.1944, 06.45 Uhr

    ...

    2.) Stand der Marschbewegungen

    ... Kampfgruppe 266.I.D. mit Masse ostw. Lamballe, erreicht bis 16.6. früh voraussichtlich Raum ostw. Dinan, mit beweglichen Teilen Gegend südl. Ponterson. ...


    T311 R25 H.Gr. D 1 029 598


    17.06.1944

    KR-Fernschreiben Ob. West Ia Nr. 4663/44 g.Kdos v. 17.6.1944, 06.00 Uhr

    ...

    2.) Stand der Marschbewegungen

    ... Kampfgruppe 266.I.D. Raum ostw. und westl. Dinan erreicht. ...

    ...

    T311 R25 H.Gr. D 1 029 619 - 621


    18.06.1944

    KR-Fernschreiben Ob. West Ia Nr. 4704/44 g.kdos v. 18.6.1944

    ...

    2.) Stand der Marschbewegungen

    ...

    Kampfgruppe 266.I.D. mit beweglichen Teilen Antrain, mit Fußteilen Gegend 15 km ostw. Dinan erreicht.

    ...

    T311 R25 H.Gr. D 1 029 641


    Tagesmeldung 18.6.1944

    Bewegungen: .... K.Gr. 266.I.D. am 18.6. Raum Antrain...

    (Kurt Mehner, Die geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg 1939 – 1945, Band 10 1.3.44 -31.8.44, Biblio 1985, S. 277)


    19.06.1944

    KR-Fernschreiben Ob. West Ia Nr. 4739/44 g.Kdos v. 19.6.1944

    ...

    2.) Stand der Marschbewegungen

    ...

    Kampfgruppe 266.I.D. setzt 18.6. abends mit beweglichen Teilen aus Raum Antrain, mit Fußteilen aus Raum 15 km ostw. Dinan Weitermarsch nach O bezw. NO fort.

    ....

    T311 R25 H.Gr. D 1 029 652- 653 s.a. 667


    20.06.1944

    KR-Fernschreiben Ob. West Ia Nr. 4784/44 g.Kdos v. 20.6.1944

    ...

    2.) Stand der Marschbewegungen

    ...

    Kampfgruppe 266.I.D. mit beweglichen Teilen 10 km südostw. Avranches. Mit Fußteilen bei Antrain (25 km nordostw. Fougeres)

    ...

    T311 R25 H.Gr. D 1 029 690 – 691


    Tagesmeldung vom 20.6.1944

    Bewegungen: .... K.Gr. 266.I.D. im Raum SO Avranches....

    (Kurt Mehner, Die geheimen Tagesberichte der Deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg 1939 – 1945, Band 10 1.3.44 -31.8.44, Biblio 1985, S. 282)


    Fernschreiben SSD Ob. West Ia Nr. 4797/44 g.Kdos v. 20.6.1944

    „... Nachstehend wird Gliederung der im Kampfraum Normandie eingesetzten bezw. in Zuführung zu diesem Kampfraum befindlichen Kampfgruppen gemeldet:


    Kampfgruppe 265.

    Stab G.R. 896, III./894, II./895, I.G.-Kp. 896, je 1 Zug Pz.Jg.Kp. 894, 895, 896, Stab I./A.R. 265 mit 2., 3. und 9.Battr.

    Pz.Jg.Abt. 353 mit 3 Kpn., 2.Kp. Pi.Btl. 265, Teile N.A. 265 u. Kr.Kw.-Zug 265


    Kampfgruppe 266

    Stab G.R. 897 mit I. u. II. Btl., I.G.-Kp. u. 1 Zug 7,5 cm Pak, III./A.R. 266 mit Stabs-Battr. u. 8. u. 9.Battr., 1 Kp. Pi.Btl. 266


    Kampfgruppe 275

    Stab G.R. 984 mit I. u. II. Btl., 1 Zug I.G., 1 Zug 7,5 cm Pak, 2 Panzerzerstörungszüge, Füs.Btl. 275, III./275 (so im Original, gemeint wohl „III./A.R. 275“), Pz.Jg.Kp. 275, Pi.Btl. 275, Teile N.A. 275

    T311 R25 H.Gr. D 1 029 700


    21.06.1944

    KR-Fernschreiben Ob. West Ia Nr. 4818/44 g.Kdos v. 21.6.1944, 06.45 Uhr

    ...

    2.) Stand der Marschbewegungen

    ...

    Kampfgruppe 266.I.D. im Raum SO Avranches

    ...

    T311 R25 H.Gr. D 1 029 728 - 729


    22.06.1944

    KR-Fernschreiben Ob. West Ia Nr. 4858/44 geh. Kdos. v. 22.6.1944

    ...

    2.) Stand der Marschbewegungen

    ... Kampfgruppe 266.I.D. nördl. St. Sever – Calvados (13 km westl. Vire) …

    T311 R25 H.Gr. D 1 029 750 - 751


    24.06.1944

    KR-Fernschreiben Ob. West Ia Nr. 4932/44 geh. Kdos 2.Ang. v. 24.6.1944

    Nachtrag zur Tagesmeldung vom 23.6.

    Stand der Marschbewegungen:

    ...

    Kampfgruppe 266.I.D. mit Masse im Einsatzraum bei II. F.S.-Korps eingetroffen.

    ...

    T311 R25 H.Gr. D 1 029 823 – 824

    Hallo zusammen,


    bei der "Einsatz-Kompanie" dürfte es sich um die 2.Kp. des Pol.Btl. 181 (?) gehandelt haben,

    nach der Rückkehr in die Standorte wurden die Bataillone ja dann 1940 mit Reservisten aufgefüllt und die "Aktiven" verteilt...


    Herzliche Grüße Roland

    Hallo zusammen,


    Der Kaiserslauterer Kriminaloberassistent Ludwig Mohrbacher, vorher von 1930 bis 1934 bei der bayrischen Landespolizei Ausbilder und Zugführer, trat nach Abzug der Landespolizei 1934 zur Schutzpolizei der Polizeidirektion Kaiserlautern und 1939 zur Kriminalpolizei über.

    In die NSDAP war er gleich nach der „Machtübernahme“ eingetreten, der SS gehörte er spätestens 1943 als Hauptscharführer an.


    Im März 1942 erhielt Mohrbacher den Auftrag, sich beim Reichssicherheitshauptamt in Berlin zu melden. Dort eröffnete man ihm und weiteren Angehörigen der Kripo, der Gestapo, der Wehrmacht und der Waffen-SS, dass sie als Ausbilder für „fremdvölkische“ Kriegsgefangene vorgesehen seien, die sich freiwillig für einen Einsatz auf deutscher Seite gemeldet hatten.


    In Warschau nahmen die künftigen Ausbilder an einem dreitägigen Einweisungslehrgang teil, bevor sie auf verschiedene Ausbildungslager aufgeteilt wurden. Mohrbacher kam ins „Sonderlager Legionowo“, das etwa 30 bis 40 Kilometer von Warschau entfernt lag und dem BdS Warschau unterstand. Er hatte hier die Funktion eines Hauptfeldwebels und bildete turkestanische Kriegsgefangene aus, die später in Sabotagetrupps zum Einsatz kommen sollten.


    Im Januar 1943 ordnete ihn das RSiHA ins Lager St. Johann in Österreich ab, wo er ehemalige russische Offiziere ausbildete.

    Etwa im April 1943 kam er ins SS-Lager Linsdorf im Sudetenland, wo er die Aufgabe hatte, zunächst die Unterkunft einzurichten und danach die Freiwilligen, bei denen es sich um Ukrainer und Weißrussen handelte, auszubilden und zu betreuen.


    Als das Lager im Juni 1943 aufgelöst wurde, erhielt Mohrbacher den Marschbefehl zu einer turkestanischen Einheit, die im Rahmen der 111.Infanterie-Division im Raum Mius – Ssambek in der Ukraine eingesetzt war. Bei den Turkestanern handelte es sich um diejenigen, die er im Vorjahr im Lager Legionowo ausgebildet hatte.

    Unter anderem nahm die Einheit auch an einem Unternehmen „Zeppelin“ teil, möglicherweise eine Aktion gegen Partisanen, über deren Ergebnis aber keine Erkenntnisse vorliegen.


    Als im August 1943 die dortige Front zusammenbrach, erhielten die Reste der turkestanischen Einheit einen Marschbefehl zum Lager Sandberge in Oberschlesien, wo Angehörige der verschiedensten Völkerschaften aus dem sowjetischen Machtbereich zusammengeführt und neu aufgestellt wurden.


    Nach einem Heimaturlaub Ende 1943 versah Mohrbacher hier bis zum Spätsommer 1944 als Hauptfeldwebel Dienst. Etwa im September dieses Jahres wechselte er zum Lager Tepl bei Marienbad im Sudetenland, wo ebenfalls „fremdvölkische Freiwillige“ untergebracht waren.


    Vom Kriegsende bis zum 31.Januar 1946 befand sich Mohrbacher in Kriegsgefangenschaft. Nach einer dreimonatigen Internierung von Mitte April bis Mitte Juli 1947 erreichte er zum 1.Dezember 1948 seine Wiedereinstellung bei der Kriminalpolizei Kaiserslautern. Als Kriminalobersekretär wechselte er im Februar 1954 zum Bundeskriminalamt Wiesbaden.

    (Hans Kirsch, Sicherheit und Ordnung betreffend. Geschichte der Polizei in Kaiserlautern und in der Pfalz 1276 – 2006, Kaiserslautern 2007,S. 526 – 527, BA-DH ZR 920, A 1, Bl. 83, 85, A 5, A 41, Bl. 6, A 48 Bl. 64, A 84 Bl. 12, LA-SP R 18 Nr. E 11451, BA-LB AR 1016, S. 70ff)


    Herzliche Grüße Roland

    Hallo MunaLisa,


    ich bin leider kein Experte, was das Bauwesen des WVHA bzw. dieses Hauptamt allgemein angeht.

    Im Moment sehe ich keine Verbindung zwischen der SS-Sonderinspektion III und den S-Projekten..


    Andere Buchverfasser erwähnen im Zusammenhang mit dem Sonderstab Kammler durchaus die „Sonderbauvorhaben“



    „... Nach einer Großoffensive der Alliierten gegen die Flugzeugindustrie im Februar 1944 wurde die Verlagerung der Produktionsstätten immer dringender.

    Kammler gründete für den Bau bombensicherer Fabrikationsstätten der Luftfahrtindustrie im März 1944 einen „Sonderstab“, dem Mitglieder der Amtsgruppe C (des WVHA), der Wehrmacht und der Luftwaffe angehörten.

    Vier „Sonderinspektionen“ mit Sitz in

    Porta Westfalica (I),

    Bischofferode bei Wolfleben im Harz (II),

    Bad Wimpfen am Neckar (III) und

    Wien (IV)

    koordinierten die Bauvorhaben.

    Sie betrieben den Ausbau bereits vorhandener unterirdischer Räume, etwa in Höhlen oder Bergwerken („A-Vorhaben“),

    die Anlage von bombensicheren Räumen („B-Vorhaben“) und

    „Sonderbaumaßnahmen“ („S-Vorhaben“),

    wozu etwa der Bau eines „Führerhauptquartiers“ bei Ohrdruf zählte.

    (Karola Fings, Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden, Schöningh, 2005, S. 228, s. Anm. 170 nach Bornemann, Geheimprojekt Mittelbau, S. 86ff


    „... Die Sonderinspektion II hatte ihren Sitz in Bischofferode, firmierte aber zur Tarnung unter der Anschrift Halle/Saale.

    Später kam noch eine fünfte Sonderinspektion hinzu...“

    (Karola Fings, Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden, Schöningh, 2005, S. 228, s. Anm. 170 nach Bornemann, Geheimprojekt Mittelbau, S. 86ff, vgl. Wagner, Außenlagersystem, S. 726, Fußnote 17, vgl. auch den Bericht des Landeskriminalamtes von NRW von 1975 in ZSL Sammlung Verschiedenes, Ordner Nr. 188, Bl. 445ff, hier Bl. 446f., Übersicht bei Wagner, Produktion des Todes, S. 101 – 105)


    „... Ein beachtlicher Teil der Projekte lag im vor Luftangriffen relativ geschützten und geologisch geeigneten Harz, wurde mit Häftlingen aus dem KZ Buchenwald betrieben und gruppierte sich um dessen Außenlager „Dora“ in Nordhausen.


    Die in dieser Region ab Frühjahr 1944 als „Bauvorhaben Mittelbau“ bezeichneten unterirdischen Produktionsstätten zielten auf die Verlagerung von Betrieben mit geschätzten 140 000 bis 200 000 Arbeitern.

    Um die dafür notwendigen Maßnahmen zu koordinieren, wurde in der Sonderinspektion II eine Sitzung für den 18.Mai 1944 anberaumt, die sich den Fragen der Raumplanung, des Verkehrs, des Luftschutzes und notwendige Sicherungsmaßnahmen widmete. Anwesend waren neben Hans Kammler Vertreter der Sonderinspektion, des Thüringischen Landesministeriums, des Verkehrsministeriums, der Reichsführung Ss, der „Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft“ und der Firma Junkers.

    Als eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen wurde der Ausbau des Eisenbahnnetzes diskutiert...

    Für die Koordinierung von Eisenbahn- und Straßenbahnbau sowie weitere Infrastrukturmaßnahmen, etwa Be- und Entwässerung und Energieversorgung, wurde die Aufstellung eines neuen Führungsstabes „B 13 Außenanlagen Mittelbau“ beschlossen.... Die Reichsbahn griff dabei auf alte Planungen für eine 22 Kilometer lange Trasse zurück, die südlich der bestehenden Strecke durch das Helmetal führte und deshalb später „Helmetalbahn“ genannt wurde...

    Zum Zeitpunkt der Besprechung befanden sich bereits zwei SS-Baubrigaden einsatzbereit vor Ort: Am 16.Mai 1944 hatte die SS-Baubrigade III, einen Tag später die SS-Baubrigade IV mit der Arbeit im Harz begonnen...“

    (Karola Fings, Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden, Schöningh, 2005, S. 228 – 229)


    „... Die SS-Baubrigade III etablierte ihr Hauptlager in Wieda...in der Nähe der westlichen Trasse der Helmetalbahn... Die SS-Baubrigade IV richtete sich mitten in dem Ort Ellrich... ein... im östlichen Abschnitt an der geplanten Bahntrasse...

    (Karola Fings, Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden, Schöningh, 2005, S. 229 unten – S. 230, hinsichtlich der Wachmannschaften „... griff die SS hier in großem Umfang auf Soldaten der Luftwaffe zurück, die wegen Versorgungsengpässen der Luftwaffe ohnehin zur Verfügung standen und deren Abstellung sich angesichts der vornehmlich der Luftrüstung zugutekommenden Projekte anbot. Zum 1.September 1944 wurde sie in die SS übernommen...“)


    „... SS-Hauptsturmführer Alfred Sorge... der schon den Bau der Bahngleise zwischen Buchenwald und Weimar mit großer Brutalität vorangetrieben hatte, gehörte der Sonderinspektion an, die die Arbeiten im Harz koordinierte...“

    (Karola Fings, Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden, Schöningh, 2005, S. 232, Anm. 197: Kogon, SS-Staat, S. 296 und die Aussage Sorges im Dachauer Dora-Prozess in NARA M 1079 Roll 12 Bl. 675fff Die Tätigkeit Sorges in der Sonderinspektion II geht aus einem Besprechungsprotokoll vom 18.5.1944 hervor, vgl. BA NS 48/26, nach eigener Aussage blieb Sorge bis Ende Juli 1944 in der Sonderinspektion)

    „... Wegen seiner zu freizügigen Behandlung der Häftlinge soll es zwischen Karl Völkner (Leiter der Baubrigade III) und Alfred Sorge wiederholt zu Auseinandersetzungen gekommen sein... Am 12.Juni 1944 wurde Völkner nach eigenen Angaben wegen der „humanen und vorschriftswidrigen Behandlung der Häftlinge“ nach Flossenbürg versetzt...“

    (Karola Fings, Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden, Schöningh, 2005, S. 232, s.a. Anm. 198: Im Oktober ging er für zwei Wochen in Arrest, wobei es sich nach Aussage Völkners um die Bestrafung für das Abhalten des Fußballspiels (in Wieda zwischen den zur Bewachung eingesetzten Luftwaffensoldaten und Häftlingsmannschaften) handelte, BA Z 42 V/3772; BDC/SSO

    Völkner war bis November 1944 Kommandoführer des Außenlagers Leitmeritz, unter Völkners Kommando soll sich, nach anfänglichem Chaos, Unterbringung, Verpflegung und Bekleidung der Häftlinge verbessert haben)


    „... Wenige Tage später, am 27.Juli 1944, erschien Sorge nachts betrunken und in Begleitung von mehreren SS-Sturmführern in Wieda und randalierte dort in Wild-West-Manier. Am nächsten Morgen soll Sorge den Befehl zum Abtransport aller Häftlinge (der SS-Baubrigade III) nach „Dora“ gegeben haben...“

    (Karola Fings, Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden, Schöningh, 2005, S. 233 oben, Anm. 200 laut Bornemann, Geheimprojekt Mittelbau, S. 212, die Häftlinge wurden gegen andere Häftlinge aus „Dora“ ausgetauscht)


    Da Alfred Sorge nur bis „Ende Juli 1944“ der Sonderinspektion II angehört haben will, könnte sein Verhalten vom 27.7.1944 durchaus ein Grund für die Versetzung gewesen sein.

    Er scheint aber bei den Sonderinspektionen geblieben zu sein, da er in den Erinnerungen von Georg Wilhelm Schäfer in Verbindung mit dem Bauvorhaben „Dogger“ genannt wird.

    Auch Schäfer verblieb nach seiner Ablösung als Bauführer im Bereich der „Sonderinspektionen“!


    SS-Obersturmführer Karl Völkner kam mit seiner Versetzung als Kommandoführer in der Außenlager nach Leitmeritz (Verlagerungsvorhaben der Firmen Auto-Union und Osram) unter den Befehl der ab August 1944 neugeschaffenen SS-Sonderinspektion V! Seine Tätigkeit nach November 1944 bis Kriegsende ist nicht bekannt.

    (s.a. Karola Fings, Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden, Schöningh, 2005, S. 332 Kurzbiographie von Völkner, Internierung seit dem 15.5.51945 im Lager Staumühle...)


    Wann dann die bei Schulte genannten beiden Sonderinspektionen VI Prag und VII Hamburg-Neuengamme hinzukamen, und vor allem WARUM, ist bisher nicht bekannt.



    Durch Googlen finden sich noch weitere Hinweise.


    „... Neben den A- und B-Vorhaben für den Jägerstab leitete der Kammler-Stab schließlich noch einige andere Verlagerungsprojekte, so das Projekt „Zement“, also den Ausbau einer Stollenanlage bei Ebensee, in die das Peenemünder Entwicklungswerk einziehen sollte, und das „Sonderbauvorhaben“ S 3, den Bau eines neuen „Führerhauptquartiers“ bei Ohrdruf im Thüringer Wald...“

    (Jens-Christian Wagner, Produktion des Todes. Das KZ Mittelbau-Dora, Wallstein-Verlag, Göttingen, 2015, S. S. 96, in diesem Buch



    „... Den Sonderinspektionen waren im Mai 1944 folgende SS-Führungsstäbe zugeordnet:

    SS-Sonderinspektion I: A 1 bis A 6

    Sitz: Porta Westfalica


    SS-Sonderinspektion II: B 2, B 3, B 5, B 11, B 12, B 13

    Sitz: Wolfleben, Postanschrift: Halle


    SS-Sonderinspektion III: A 7 bis A 10

    Sitz: Bad Wimpfen/Neckar


    SS-Sonderinspektion IV: B 7 bis B 10 u. „Zement“

    Sitz: Wien


    Aus unbekannten Gründen wurde im Frühsommer 1944 der SS-Führungsstab B 12 (Verlagerung eines Junkers-Zweigwerkes in ein Stollensystem bei Halberstadt im Nordharz) der SS-Sonderinspektion I unterstellt, obwohl die Zuordnung zur Sonderinspektion II, der die Junkers-Verlagerungsvorhaben im Südharz unterstanden, eigentlich sinnvoller gewesen wäre.


    Auch die Zuordnung des SS-Führungstabes A 5 zur Sonderinspektion I ist nicht nachvollziehbar – immerhin handelte es sich hier ebenfalls um ein Verlagerungsprojekt des Junkers-Konzerns in der Umgebung Nordhauses, und im März 1944 war das Projekt A 5 tatsächlich auch noch von der Sonderinspektion II geleitet worden...


    Anfang August 1944 wurde das Vorhaben B 5 aus der Sonderinspektion II herausgelöst und der neugebildeten Sonderinspektion V unterstellt...“

    (Jens-Christian Wagner, Produktion des Todes. Das KZ Mittelbau-Dora, Wallstein-Verlag, Göttingen, 2015, S. 97 - 98, Anm. 208)


    Vielleicht lässt sich ja noch klären, wann die beiden Sonderinspektion VI und VII hinzukamen und wie u.a. das Sonderbauvorhaben S 3 (S III) (im November 1944?) hinzukam.

    Gab es auch Vorhaben S I und S II?

    Wurde die bisherige "Sonderinspektion III" evtl. im Herbst 1944 "überflüssig" und konnte so ein Vorhaben mit der Bezeichnung "S 3" oder "S III" übernehmen?



    Die Literatur dazu ist ja recht umfangreich, vielleicht hat ja der eine oder andere Mitleser noch Möglichkeiten und Angaben???



    Herzliche Grüße Roland

    Hallo zusammen,


    als Ergänzung:


    Der damalige SS-Untersturmführer Georg Wilhelm Schäfer, Anfang 1944 bei der SS-Frontarbeiter-Bau-Brigade bei der H.Gr. Nord, schrieb in seinen Erinnerungen auch über den: „... Bau einer unterirdischen Fabrik in der Oberpfalz


    Mein Chef, General Dr.-Ing. Hans Kammler, hatte aber schon einen neuen Einsatz für mich.... Zurück in Berlin erwartete mich schon der General. In seinem Auto fuhren wir im März 1944 über München, Gmunden am Traunsee (Oberösterreichisches Salzkammergut) zu der Bauleitung in Ebensee. Dort verhandelten wir wegen des Baus eines unterirdischen Rüstungswerkes für BMW-Flugzeugmotoren. Das Werk sollte im Massiv „Hoher Göll“ (2523 m) südwestlich von Berchtesgaden entstehen.

    Die Verhandlungen waren dort aber schnell zu ende. Der Führer hatte nämlich rundweg ein solches Bauvorhaben in der Nähe seines Hauses in Berchtesgaden verboten. Denn beim Bau eines solchen Werkes müsse man unbedingt mit verstärktem Einsatz feindlicher Bomber rechnen.


    Wir fuhren deshalb sofort nach München zu einem Professor für Geologie, um von ihm zu erfahren, wo gebirgsmäßig ein solcher Stollenbau geplant und auch verwirklicht werden könne. So kamen wir zunächst in die Oberpfalz nördlich von Hersbruck in die Nähe von Vorra an der Pegnitz.

    Auf der Fahrt dorthin setzte mich der General kurz vor Hersbruck ab, weil er dringend nach Berlin zurück musste. Er übergab mir 50 000 Reichsmark in einer Mappe und ließ mich allein mit den Worten: „Ich komme bald wieder hierher und will dann sehen, was Du inzwischen geschafft hast!“

    Nach Vorsprache beim Bürgermeister in Hersbruck verbrachte ich die erste Nacht dort in einem Gasthaus... Am nächsten Tag besorgte ich mir auf Grund meiner Vollmachten aus dem Führerhauptquartier (sofortige Telefonverbindungen bei jedem Postamt und unbedingt sofortige Hilfe) einen stillgelegten Taxameter. Mit den mir zur Verfügung stehenden Benzingutscheinen eröffnete ich sofort eine für mich günstig liegende Tankstelle.


    In Vorra wohnte ich aber nur kurz. Der Stein dort war zwar zum Bohren für den Stollenbau in Ordnung, aber die notwendige Überdeckung zum Schutz der Stollen von ca. 30 – 50 m rechte nicht aus.

    Deshalb suchte ich mehrmals den Professor in München auf, der sich als Fachmann auf Grund seiner Berufserfahrungen um ein für den geplanten Stollenbau besser geeignetes Gelände kümmerte. Für diese prompte Erledigung meiner vielen Arbeit erhielt ich ein Auto und einen Fahrer aus der für meinen Auftrag immer hilfsbereiten Kaserne in Nürnberg...


    Nach einer eingehenden letzten Besprechung mit dem Professor in München kam ich nach Happurg bei Hersbruck. Dort stand in der Houbirg (617 m), einem keltischen Ringwall von ca. 4,5 km Gesamtlänge, eine Doggerschicht der Juraformation bis 60 m an und darüber die oberste Juraschicht der weißen Kalkmauern. Dogger ist ein gelber, feinkörniger Sandstein, der sich mit sogenannten Schrappern gut abkratzen ließ.


    In den nächsten Tagen und Wochen richtete ich in dem großen Saal des Gasthauses, in dem ich wohnte, ein Planungsbüro ein. Es kamen zugeteilte Fachingenieure für die Planung der Stollen. Für die Arbeiter, es waren Häftlinge aus einem Konzentrationslager, wurde ein stillgelegtes Arbeitsdienstlager in Hersbruck hergerichtet.

    Natürlich war die Einrichtung der Unterkünfte für die Ingenieure und für die Häftlinge neben der Einrichtung einer Großbaustelle nicht so einfach. In dieser Vorbereitungszeit wurde mir plötzlich per Fernschreiben in den nächsten Tagen die Ankunft der Häftlinge aus Flossenbürg/Oberpfalz angekündigt. Da das Lager aber noch nicht ganz fertig war, es fehlen zum Beispiel noch Strohsäcke für die Betten, und die Küche war noch nicht einsatzbereit, verweigerte ich die Annahme der Arbeitskräfte mit der Begründung: erst ordentliche Unterkunft und ausreichende Verpflegung, dann Arbeitseinsatz!

    Etwas anderes hatte ich bisher als Soldat nicht gelernt. Gott sei Dank klappte meine Weigerung. Die vorzeitige Ankunft der Häftlinge hätte nämlich unter den vorliegenden unzureichenden Verhältnissen in Hersbruck zu einem Chaos geführt.

    Nachdem nun alle Vorbereitungen zu meiner Zufriedenheit abgelaufen waren, konnte auch als Chef mit dem kriegswichtigen Bauvorhaben „Dogger“ beginnen.


    Da aber der Weg für die Häftlinge vom Lager in Hersbruck bis zur Baustelle oberhalb von Happurg zu viel Zeit und bei der Ausrüstung mit Holzschuhen zu viel Arbeitskraft gekostet hätte, verhandelte ich mit der zuständigen Stelle bei der Deutschen Reichsbahn in Nürnberg. So konnten wir von dem Lager, das nahe an der Bahnstrecke rechts der Pegnitz lag, eine provisorische Rampe anlegen. Die Arbeiter konnten dort in die Waggons einsteigen, und die Bahn fuhr über Pommersbrunn auf die Bahnstrecke links der Pegnitz. Von dort war der Weg zur Baustelle bequem und nicht mehr weit.

    Da ich auch sofort mit dem Bahnbau zu den Stollen beginnen ließe, war der Weg für die Arbeiter später noch kürzer und einfacher. Nachdem ich direkt in Happurg Säle und ausgebaute Darren (Trockenhäuser zum Dörren von Hopfen) als Unterkunft für die Häftlinge besorgt hatte, war später der Weg für die Arbeiter noch kürzer und angenehmer. Auch für das Personal der Bauleitung besorgte ich Unterkünfte in Hersbruck und in Happurg.


    Für das leibliche Wohl sorgte ich auch! In Happurg ließ ich sämtliche Gasthäuser wieder öffnen und holte die Wirte, die fast alle Soldaten waren, von ihren Einheiten zurück. Damit bereitete ich auch den Familien eine große Freude

    Da ich auch mit genügend Fahrzeugen und Treibstoff versorgt war, kümmerte ich mich noch neben dem Einsatz im Büro und auf den anlaufenden Baustellen um Beschaffung von Lebensmitteln für die Gastwirte. So fuhr ich mehrmals in der Woche morgens schon um 4 Uhr mit den Wirten auf den Großmarkt in Nürnberg, um die notwendigen Lebensmittel zu organisieren. Manchmal war gerade dort meine Anwesenheit in Uniform sogar sehr nützlich.

    Dann gab es wieder Schwierigkeiten. Alle Angestellten konnten frei wählen, wo sie mittags essen wollten. Das musste sich aber schnell ändern. Denn viele fragten vorher telefonisch die Gastwirte, was es heute dort zu Essen gibt. So passierte es, dass manche Wirte überfordert waren und andere Wirte aus ihren Essen sitzen blieben. Also, wieder ein Problem, dass ich lösen musste. Jetzt bekam jede Wirtschaft eine Liste mit den Namen derer, die dort essen durften.


    Aber die Probleme rissen nicht ab! Da wir auf den Baustellen nur gesunde Arbeitskräfte gebrauchen konnten, musste ich fast bei jedem Ausmarsch zugegen sein,. Kranke und gehbehinderte Arbeiter ließ ich gar nicht ausmarschieren und sorgte dafür, dass sich das Wachpersonal und der Arzt um die Zurückgebliebenen kümmerten.

    So kam ich nächtelang nicht aus der Uniform, denn wir arbeiteten in drei Schichten – von 6 bis 14 Uhr, von 14 bis 22 Uhr und von 22 bis 6 Uhr in der Frühe. Da die Arbeiten vor Ort sehr anstrengend waren und trotz der eingesetzten Schrappmaschinen viel Kraft kosteten, erreichte ich über den Kreisleiter, dass von der NSV (Nationalsozialistischen Volksfürsorge) alle vier Stunden Körbe mit belegten Broten an die Baustelle gebracht wurde.

    All diese fürsorglichen Maßnahmen wurden mir am Ende des Krieges von den aus den Lagern befreiten Häftlingen hoch angerechnet!


    Mit dem Reichsmarschall Hermann Göring kam es zu einem Zwischenfall. Göring, der bei Neuhaus a. d. Pegnitz mit seiner Familie die Burg Veldenstein besaß, besuchte mein Bauvorhaben Anfang August 1944 in Zivil. Wir empfingen ihn mit seinem Gefolge zunächst in unserem Planungsbüro und unterrichteten ihn über unser Vorhaben. Anschließend gingen wir mit ihm an die Baustelle in die begonnenen Stollen. Während des Rundgangs rügte er den angeblich schleppenden Fortgang unserer Arbeit.

    Ich wusste aber von meinem General, dass die Luftwaffe, die Göring unterstand, schon Jahre zuvor von Hitler den Auftrag hatte, kriegswichtige Betriebe unter die Erde zu verlagern, um sie vor Luftangriffen zu schützen. Da die Luftwaffe aber nichts, aber auch gar nichts in den letzten Jahren unternommen hatte, musste die SS-Bauverwaltung alles übernehmen.

    Durch meinen pausenlosen Einsatz war ich natürlich sehr gereizt und erlaubte mir, dem Reichsmarschall zu sagen, dass wir im Berg nicht pfuschen dürften, sondern solide bauen müssten, d.h. den Maschinen entsprechende Fundamente geben müssten wegen eventueller Erschütterungen der Stollenwände. Außerdem könnten wir nicht in Monaten nachholen, was die Luftwaffe in Jahren versäumt hätte. Das war natürlich für den Reichsmarschall zu viel. Er drehte sich um und verschwand.


    Die Antwort auf mein Verhalten gegenüber dem Reichsmarschall bekam ich einige Tage später von meinem General Kammler.

    Am Dienstag, den 15.August 1944 rief er mich mit allem Gepäck von meinem Bauvorhaben Dogger in Happurg ab und befahl, mich in Berlin bei ihm zu melden.

    Also fuhr ich am Donnerstag, den 24.August 1944 mit der Reichsbahn nach Berlin und wohnte in seiner Villa im Grunewald. Da sich der General gerade für einige Tage im Führerhauptquartier aufhielt, musste ich warten...

    Obwohl ich bereits über einen neuen Einsatz unterrichtet war, wollte ich unbedingt erst die Rechnung mit Göring beglichen haben. Deshalb wartete ich hier auf meinen Chef. Nach einigen Tagen kam der General, ließ mich kommen und ging mit mir in seinem Garten spazieren. Mit den Worten „Nicht aufregen, innerlich und äußerlich abschalten“ begrüßte er mich. Göring sei halt etwas empfindlich gegen uns, weil wir hm diese Bauten abgenommen haben. Im Übrigen brauche er mich zu anderen, wichtigeren Aufgaben. So solle ich, nachdem ich seit April 1944 am Bau der unterirdischen Fabrik vorbildlich gearbeitet hätte, nunmehr als Verbindungsmann zu Speer fungieren... ich sollte ab sofort nur noch die dringendnotwendigsten Bauten zur Ausführung kommen lassen und sollte die Bauten kontingentmäßig, d.h. bezüglich der Zuteilung von Rohstoffen und Treibstoffen überwachen. Diese Aufgabe dauerte nur einen Monat. Ich wurde Oberleutnant (richtig: „Obersturmführer“) und erhielt für meine Einsätze der „Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern“...“

    (Georg Wilhelm Schäfer. Das war´ s. Selbstverlag Darmstadt, September 2000, S. 39 – 42)


    Die Ablösung Schäfers in Happurg hat diesen anscheinend ziemlich zugesetzt, da seine Familie an diesem Ort untergekommen war und dort auch nach seiner Versetzung verblieb. Auch in seinen weiteren Aufzeichnungen kommt er immer wieder auf das Bauvorhaben zurück.

    (Georg Wilhelm Schäfer. Das war´ s. Selbstverlag Darmstadt, September 2000,

    S. 42 – 43 oben: Anfang September 1944, von Prag nach Nürnberg kommend, „... besichtigte kurz mein Bauvorhaben Dogger...In Anerkennung meiner bis zu meiner Abberufung geleisteten Arbeit bot sich die Bauleitung meines Bauvorhabens am, das Häuschen für meine Familie durch Anbauten zu erweitern...“ sowie

    S. 46, im Oktober 1944, als Schäfer bereits bei der SS-Sonderinspektion VII in Norddeutschland im Stellungsbau tätig war:“... Wie ich von Kameraden erfahren habe, lief es in Happurg seit meiner Abberufung nicht mehr so gut. Der General soll meine Abberufung schon sehr bedauert haben.... Da mein Nachfolger abends lange in den Kneipen gesessen haben soll und morgens nicht vor 9 Uhr im Dienst erschien, kann ich das alles verstehen...“

    S. 49, im November 1944 in Meppen: „... Auch der Gruppenführer (Kammler!) erfuhr von meiner vielen Arbeit. Er soll mich beim Bauvorhaben Dogger schon sehr vermisst haben...“ sowie „.. Hauptsturmführer Sorge kam am Samstag, den 2.Dezember zu mir und erzählte, dass man ihn in Berlin wegen unseres Hauses (in Hersbruck) mächtig angegriffen habe. Meinen Nachfolger bei Bau der unterirdischen Fabrik hatte man inzwischen zum Teufel geschickt. Sorge erzählte auch, dass der General meine Abberufung schon sehr bereut hätte...“)


    Anscheinend hatte sich Schäfer auch den Häftlingen gegenüber nicht zu negativ verhalten. Die folgenden Angaben stammen aber aus seinen eigenen Erinnerungen, und können nicht überprüft werden: „.... Nach Kriegsende im Mai 1945 kamen drei Häftlinge, die beim Stollenbau in Happurg hart arbeiten mussten, an das Gartenhaus in Hersbruck, in dem... meine Frau mit den Kindern und den Großeltern wohnten... Mein Schwiegervater öffnete ängstlich die Tür und die Männer fragten nach mir. Aber meine Familie wusste nichts von meinem Schicksal. Daraufhin meinten sie, wenn ich käme, sollte ich mich bei ihnen melden, damit mir nichts passiert. Denn ich hätte mich rund um die Uhr bei diesen schweren Arbeiten in jeder Beziehung um ihr Wohlergehen gekümmert. Diese Anerkennung meiner Hilfe durch die Häftlinge freute mich natürlich auch sehr...“

    (Georg Wilhelm Schäfer. Das war´ s. Selbstverlag Darmstadt, September 2000, S. 83 unten – S. 84 oben)


    „... Die „Geschichte mit den Häftlingen“ erfuhr ich nochmals, als ich von Brandau im Postbus nach Schönberg fuhr. In Reichenbach stieß der ehemalige Major Ludwig Alter (geb. 1887) ein, den ich mir (altersbedingt aus der Wehrmacht entlassen) als Abwehrbeauftragten zur totalen Sicherung an meine Baustelle in Happurg bei Hersbruck geholt hatte... Er käme ... aus Nürnberg, wo ein Prozess wegen Misshandlungen und Gesundheitsschädigungen von Häftlingen stattgefunden hatte. Dort habe er gehört, dass ich in russischer Kriegsgefangenschaft sei... Denn als der Vorsitzende des Prozesses fragte, wer der verantwortliche Leiter des Bauvorhabens gewesen sei, fiel der Namen Schäfer. Da seien die Häftlinge aufgesprungen und hätten gesagt, dass unter meiner Leitung Zucht und Ordnung geherrscht hätte und ich alle Arbeiter rund um die Uhr in jeder Hinsicht bestens betreut hätte. Daraufhin sei mein Name in diesem Prozess nicht mehr erwähnt worden. Am 4.September 1952 wurde mir eine beglaubigte Abschrift des Urteils vom Landgericht Nürnberg-Fürth vom 26.8.1952 zugestellt. Danach wurde das Verfahren gegen mich und noch weitere 23 Mitarbeiter (Arzt und Bauarbeiter) eingestellt, weil wir „angeschuldigte nach dem Ergebnis der Voruntersuchung“ keine Strafe zu erwarten hätten...“)

    (Georg Wilhelm Schäfer. Das war´ s. Selbstverlag Darmstadt, September 2000, S. 85)


    Hinsichtlich der Entnazifizierung erhielt Schäfer, der erst im April 1950 aus russischer Gefangenschaft zurückgekommen war, ein „...Schreiben vom Montag, den 12.6.1950, in dem mir bescheinigt wurde, „dass das gemäß Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus vom 5.3.1946 gegen Sie eingeleitete Spruchkammerverfahren auf Grund der Vorschriften des § 5 des Gesetzes zum Abschluss der politischen Befreiung in Hessen vom 30.11.1949 (GVBL 43 v. 22.12.49) nicht mehr durchgeführt wird.“ ...“

    (Georg Wilhelm Schäfer. Das war´ s. Selbstverlag Darmstadt, September 2000, S. 85, Schäfer ging am 30.9.1971 als leitender Baudirektor in den Ruhestand)


    Das Projekt in Happurg mit dem KZ-Außenlager in Hersbruck firmiert in den Akten unter verschiedenen Namen:

    Esche I, später

    Dogger,

    der zuständige SS-Führungsstab hatte das Kürzel B 7

    (Dachauer Hefte Band 20 – 22, 2004, S. 101)


    Herzliche Grüße Roland

    Hallo zusammen,


    ich würde hier gerne noch die schwere SS-Pz.Abt. 103/503 "ins Gespräch" bringen...


    Diese Abteilung wurde aus Teilen des geplanten, aber nicht aufgestellten Panzer-Regiments der 11.SS-Frw.Pz.Gren.Div. "Nordland" als Korpstruppe für das III. (germ.) SS-Pz.Korps gebildet...

    Eine Kurzgeschichte findet sich im Lexikon der Wehrmacht.

    Die aufzustellende Abt. kam zunächst in die Niederlande, die Ausrüstung mit Waffen und Material verzögerte sich aber und immer wieder musste Personal an die beiden anderen schweren Abteilungen der W-SS,

    101 und 102 abgegeben werden... letztendlich landete die 103 dann im Sennelager... September 1944 könnte passen...

    In 503 umbenannt kam sie letztendlich erst ab Januar 1945 zum Einsatz an der Ostfront (Pommern - Danzig - Mecklenburg - Berlin)


    Wie der Weg ab September 1944 ausgesehen haben mag, kann mit den vorliegenden Angaben nicht nachvollzogen werden. die He.Pz.Abt. 509 wurde Ende April 1945 noch mal neu ausgestattet... Die einzige Verbindung zwischen W-SS und schweren He. Pz.Abt. ist der Tr.Üb.Pl. Sennelager


    Aber vermutlich war die Angabe zu 509 lediglich eine Behauptung, um den Zusatz "SS" zu vermeiden... obwohl es ja auch bis Ende 1944 eine schwere. He. Pz.Abt. 503 gegeben hat, die dann in "Feldherrnhalle" umbenannt worden ist...


    Aber m. E. zu viele Fragezeichen im Werdegang, die wenigen "Fakten" lassen eine endgültige Aussage so nicht zu, leider...



    Herzliche Grüße Roland

    Hallo zusammen,


    als kurze Übersicht:


    „... Bereits am 1.März 1944 ernannte Speer Kammler zum Mitglied des „Jägerstabes. In diesem Gremium war er für Bauangelegenheiten bei den Untertageverlegungen der Luftfahrtindustrie zuständig...

    Obwohl Göring explizit Pohl beauftragt hatte und Kammler nur die praktische Umsetzung übertragen worden war, konnte der SS-Bauchef weitgehend selbständig agieren...

    Darüber hinaus gelang es Kammler, in seiner Funktion als Verantwortlicher des Jägerstabes für „Sonderbauaufträge“ eine eigene, vom WVHA unabhängige Bauorganisation zu errichten, mit der er die im März 1944 auf einen Schlag übernommenen 20 Untertagebauvorhaben betreute.

    In Berlin installierte der SS-Gruppenführer eine „Sonderstab Kammler“ oder „Baubüro Kammler“ bezeichnete Koordinationsinstanz.

    Analog zu den Bauinspektionen des WVHA gliederte er seine neue Organisation in sieben SS-Sonderinspektionen. Diesen Dienststellen in

    Porta Westfalica (I)

    Halle an der Saale, später Bischofferoda (II)

    Bad Wimpfen am Neckar (III)

    Wien (IV)

    Leitmeritz (V)

    Posen (VI) und

    Hamburg-Neuengamme (VII)

    waren mehrere SS-Führungsstäbe unterstellt, die die einzelnen Bau-Projekte überwachten.

    Insgesamt 10 der Bauvorhaben waren sogenannte A-Projekte, die bereits vorhandene unterirdische Räume ausnutzen und in acht Wochen nach Projektübernahme bezugsfertig sein sollten.

    Für die B-Projekte mussten völlig neue Stollenanlagen geschaffen werden...


    In der Gestalt Kammlers war es der SS zum ersten Mal gelungen, in einer Institution der Rüstungsorganisation Fuß zu fassen. Ihre Kompetenzen im Rahmen der Untertageverlagerungen bleiben jedoch begrenzt. Zwar überwachten Kammlers Mitarbeiter die diversen Bauprojekte. Da der SS das nötige „know how“ fehlte, mussten für die örtliche Durchführung aber Bau- und Bergbauexperten bzw. firmen beschäftigt werden. Kammlers Versuche, diese Experten seiner militärischen Kontrolle unterzuordnen, schlugen fehl. So konnte der Bauchef letztlich nur ein organisatorisches Gerippe stellen, die Masse der Fachkräfte blieb aber privatwirtschaftlich organisiert. „... Kammlers Bedeutung gründete somit einzig auf die Verfügungsgewalt über zehntausende KZ-Häftlinge, die er für die Bauvorhaben einsetzen konnte...“

    (Jan Erik Schulte, Zwangsarbeit und Vernichtung. Das Wirtschaftsimperium der SS, Schöningh, 2001, S. 409 – 411 oben, gekürzte Wiedergabe)


    Herzliche Grüße Roland


    Hallo Oliver,


    ich habe mal in meinen Unterlagen nachgesehen, ich finde dort aber keine weiteren Hinweise zu diesem Fall!


    Was mich wundert:
    5.11.1944 Verwundung a b e r
    6.6.1944 - 24.9.1945 in verschiedenen Lazaretten...


    Gab es z w e i Verwundungen?


    Sind die Lazarettaufenthalte chronologisch bekannt???


    Herzliche Grüße Dein Roland

    Hallo Ingo,


    ich muss leider auch zugeben, dass ich außer den Angaben von Emilian selber bisher k e i n e weiteren Hinweise auf seine KGr. gefunden habe,
    aber auch keine weiteren Hinweise auf Einsätze der anderen rumänischen Soldaten dort... :(


    Sollten also irgendwo noch weitere Angaben vorliegen, immer her damit :thumbup:


    Herzliche Grüße Dein Roland

    Dear Viktor,



    unfortunately, the Schuma-Units were not mentioned by name or number, this still remains a mystery!!


    leider werden die Schutzmannschafts-Bataillone, die in das Regiment eingegliedert wurden, nicht genannt, weder namentlich noch mit einer Nummer, so dass das nach wie vor eine der offenen Fragen ist!



    Regards/Herzliche Grüße Roland