Posts by B. W.

    Hallo zusammen,


    kennt jemand von euch dieses Nummernschild oder kann es einer bestimmten Truppe / Gegend zuordnen? Das Foto wurde im Februar 1940 in Urmersbach/Eifel aufgenommen. Ich vermute, dass es ein Lastkraftwagen der Panzer-Aufklärungs-Lehr-Abteilung aus Potsdam-Krampnitz oder des Artillerie-Regiments 24 aus Plauen/Sachsen ist.


    Über weitere Infos würde ich mich sehr freuen.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Hallo zusammen,


    Bezeichnung:
    Volkssturm-Bataillon Wittlich


    Aufstellungsort:

    Wittlich / Reichsgau Moselland


    Aufstellungszeitpunkt:

    unbekannt, vermutlich Dezember 1944


    Einheitsführer:

    unbekannt


    Einsatz:

    unbekannt


    Besonderheiten / Vermerk:

    HENKE, Klaus-Dietmar "Die amerikanische Besetzung Deutschlands" (1995), S. 955:

    "Nachdem die Amerikaner während der Winterschlacht in den Ardennen den Kontakt mit der deutschen Miliz vorübergehend verloren hatten, trafen sie mit Beginn ihrer Schlußoffensive wieder regelmäßig auf den Volkssturm; im Rheinland und in der Pfalz kämpfte er nicht besser als in Lothringen und im Saarland. Die Heeresgruppe G richtete deswegen sogar ein geharnischtes Protestschreiben an den Gauleiter Moselland, in dem es hieß, die eingesetzten Volkssturmbataillone hätten 'in der Masse versagt' [Quelle: Schreiben der Heeresgruppe G an Gauleiter Gustav Simon vom 6.3.1945; zit. nach Gerhard Förster, Richard Lakowski (Hrsg.), 1945, Berlin (Ost) 1975, S. 212]. Das Bataillon mit dem stolzen Namen 'Porta Nigra' sei beim Angriff der Amerikaner einfach auseinandergelaufen, eine Wittlicher Einheit noch während der Aufstellung. Außerdem monierte die Heeresgruppe das - an diesem Ort naheliegende - Verhalten des Bataillons Ruwer, das 'sich vor dem Einsatz in der Masse betrunken' hatte. Wenige Tage nach dieser Beschwerde brach die Heeresgruppe dann selbst zusammen. Mit der Auflösung der Front im Westen brachen auch die Korsettstangen der Miliz. Wo das Heer geschlagen war, gab auch der Volkssturm auf. Brachten sich überdies die örtlichen Parteifunktionäre allzu zeitig in Sicherheit (was beinahe immer geschah), dann war damit ein weiteres Signal zur Selbstauflösung des Volksaufgebotes gegeben."


    Verbleib:

    unbekannt


    Quelle:

    HENKE, Klaus-Dietmar "Die amerikanische Besetzung Deutschlands" (1995), S. 955 [vgl. Schreiben der Heeresgruppe G an Gauleiter Gustav Simon vom 6.3.1945; zit. nach Gerhard Förster, Richard Lakowski (Hrsg.), 1945, Berlin (Ost) 1975, S. 212].


    Viele Grüße,

    Benjamin


    Edit: eingefügt (Sven30)

    Hallo zusammen,


    Bezeichnung:
    Volkssturm-Bataillon Porta Nigra


    Aufstellungsort:

    Trier / Reichsgau Moselland


    Aufstellungszeitpunkt:

    unbekannt, vermutlich Dezember 1944


    Einheitsführer:

    unbekannt


    Einsatz:

    unbekannt


    Besonderheiten / Vermerk:

    HENKE, Klaus-Dietmar "Die amerikanische Besetzung Deutschlands" (1995), S. 955:

    "Nachdem die Amerikaner während der Winterschlacht in den Ardennen den Kontakt mit der deutschen Miliz vorübergehend verloren hatten, trafen sie mit Beginn ihrer Schlußoffensive wieder regelmäßig auf den Volkssturm; im Rheinland und in der Pfalz kämpfte er nicht besser als in Lothringen und im Saarland. Die Heeresgruppe G richtete deswegen sogar ein geharnischtes Protestschreiben an den Gauleiter Moselland, in dem es hieß, die eingesetzten Volkssturmbataillone hätten 'in der Masse versagt' [Quelle: Schreiben der Heeresgruppe G an Gauleiter Gustav Simon vom 6.3.1945; zit. nach Gerhard Förster, Richard Lakowski (Hrsg.), 1945, Berlin (Ost) 1975, S. 212]. Das Bataillon mit dem stolzen Namen 'Porta Nigra' sei beim Angriff der Amerikaner einfach auseinandergelaufen, eine Wittlicher Einheit noch während der Aufstellung. Außerdem monierte die Heeresgruppe das - an diesem Ort naheliegende - Verhalten des Bataillons Ruwer, das 'sich vor dem Einsatz in der Masse betrunken' hatte. Wenige Tage nach dieser Beschwerde brach die Heeresgruppe dann selbst zusammen. Mit der Auflösung der Front im Westen brachen auch die Korsettstangen der Miliz. Wo das Heer geschlagen war, gab auch der Volkssturm auf. Brachten sich überdies die örtlichen Parteifunktionäre allzu zeitig in Sicherheit (was beinahe immer geschah), dann war damit ein weiteres Signal zur Selbstauflösung des Volksaufgebotes gegeben."


    Verbleib:

    unbekannt


    Quelle:

    HENKE, Klaus-Dietmar "Die amerikanische Besetzung Deutschlands" (1995), S. 955 [vgl. Schreiben der Heeresgruppe G an Gauleiter Gustav Simon vom 6.3.1945; zit. nach Gerhard Förster, Richard Lakowski (Hrsg.), 1945, Berlin (Ost) 1975, S. 212].


    Viele Grüße,

    Benjamin


    Edit: eingefügt (Sven30)

    Hallo zusammen,


    Bezeichnung:
    Volkssturm-Bataillon Ruwer


    Aufstellungsort:

    Ruwer / Reichsgau Moselland


    Aufstellungszeitpunkt:

    unbekannt, vermutlich Dezember 1944


    Einheitsführer:

    unbekannt


    Einsatz:

    unbekannt


    Besonderheiten / Vermerk:

    HENKE, Klaus-Dietmar "Die amerikanische Besetzung Deutschlands" (1995), S. 955:

    "Nachdem die Amerikaner während der Winterschlacht in den Ardennen den Kontakt mit der deutschen Miliz vorübergehend verloren hatten, trafen sie mit Beginn ihrer Schlußoffensive wieder regelmäßig auf den Volkssturm; im Rheinland und in der Pfalz kämpfte er nicht besser als in Lothringen und im Saarland. Die Heeresgruppe G richtete deswegen sogar ein geharnischtes Protestschreiben an den Gauleiter Moselland, in dem es hieß, die eingesetzten Volkssturmbataillone hätten 'in der Masse versagt' [Quelle: Schreiben der Heeresgruppe G an Gauleiter Gustav Simon vom 6.3.1945; zit. nach Gerhard Förster, Richard Lakowski (Hrsg.), 1945, Berlin (Ost) 1975, S. 212]. Das Bataillon mit dem stolzen Namen 'Porta Nigra' sei beim Angriff der Amerikaner einfach auseinandergelaufen, eine Wittlicher Einheit noch während der Aufstellung. Außerdem monierte die Heeresgruppe das - an diesem Ort naheliegende - Verhalten des Bataillons Ruwer, das 'sich vor dem Einsatz in der Masse betrunken' hatte. Wenige Tage nach dieser Beschwerde brach die Heeresgruppe dann selbst zusammen. Mit der Auflösung der Front im Westen brachen auch die Korsettstangen der Miliz. Wo das Heer geschlagen war, gab auch der Volkssturm auf. Brachten sich überdies die örtlichen Parteifunktionäre allzu zeitig in Sicherheit (was beinahe immer geschah), dann war damit ein weiteres Signal zur Selbstauflösung des Volksaufgebotes gegeben."


    Verbleib:

    unbekannt


    Quelle:

    HENKE, Klaus-Dietmar "Die amerikanische Besetzung Deutschlands" (1995), S. 955 [vgl. Schreiben der Heeresgruppe G an Gauleiter Gustav Simon vom 6.3.1945; zit. nach Gerhard Förster, Richard Lakowski (Hrsg.), 1945, Berlin (Ost) 1975, S. 212].


    Viele Grüße,

    Benjamin


    Edit: eingefügt (Sven30)

    Hallo Sven,

    hierbei könnte es sich ja um das Volkssturmbataillon mit dem stolzen Namen "Porta Nigra" gehandelt haben. Siehe auch Ausführungen von HENKE sowie das Schreiben der Heeresgruppe G:


    HENKE, Klaus-Dietmar "Die amerikanische Besetzung Deutschlands" (1995), S. 955:"Nachdem die Amerikaner während der Winterschlacht in den Ardennen den Kontakt mit der deutschen Miliz vorübergehend verloren hatten, trafen sie mit Beginn ihrer Schlußoffensive wieder regelmäßig auf den Volkssturm; im Rheinland und in der Pfalz kämpfte er nicht besser als in Lothringen und im Saarland. Die Heeresgruppe G richtete deswegen sogar ein geharnischtes Protestschreiben an den Gauleiter Moselland, in dem es hieß, die eingesetzten Volkssturmbataillone hätten 'in der Masse versagt' [Quelle: Schreiben der Heeresgruppe G an Gauleiter Gustav Simon vom 6.3.1945; zit. nach Gerhard Förster, Richard Lakowski (Hrsg.), 1945, Berlin (Ost) 1975, S. 212]. Das Bataillon mit dem stolzen Namen 'Porta Nigra' sei beim Angriff der Amerikaner einfach auseinandergelaufen, eine Wittlicher Einheit noch während der Aufstellung. Außerdem monierte die Heeresgruppe das - an diesem Ort naheliegende - Verhalten des Bataillons Ruwer, das 'sich vor dem Einsatz in der Masse betrunken' hatte. Wenige Tage nach dieser Beschwerde brach die Heeresgruppe dann selbst zusammen. Mit der Auflösung der Front im Westen brachen auch die Korsettstangen der Miliz. Wo das Heer geschlagen war, gab auch der Volkssturm auf. Brachten sich überdies die örtlichen Parteifunktionäre allzu zeitig in Sicherheit (was beinahe immer geschah), dann war damit ein weiteres Signal zur Selbstauflösung des Volksaufgebotes gegeben."


    Hier werden auch noch zwei weitere Bataillone genannt, "Ruwer" und "Wittlich". Es könnten sich dabei jedoch auch nur um Kompanien gehandelt haben.


    Viele Grüße und vielen Dank für die tolle Leistung von dir!

    Benjamin

    Hallo zusammen,


    die Suche war erfolgreich und ist hoffentlich auch für euch interessant.


    Im Landeshauptarchiv in Koblenz konnte ich im Bestand 655,129 VK, Sachakte 2569 (Ablieferung und Sicherstellung sämtlicher Waffen, Munition, Sprengstoffen sowie sonstigen Heeresgutes ... (1945-49) folgende Informationen zu schwerem Kriegsgerät in der Gegend um Kaisersesch ausfindig machen:


    Im Schreiben zur "Nachweisung der im Amtsbezirk Kaisersesch noch vorhandenen Tanks, Panzerwagen, Geschützreste, Flugzeuge [...]" vom 24.03.1947 werden u.a. in:

    • Eulgem: Reste eines 4-mot. Bombers im Eulgemer Wald,
    • Masburg: Reste von 10 Vierlingsgeschützen im Distrikt Wolfsburg sowie in
    • Kaisersesch: 1 Panzer IV im Distrikt "Langheck" an der Straße Schöne Aussicht - Kaisersesch (damit handelte es sich bei dem Panzer am Ende der Kaisersescher Stierstraße um einen Panzer IV und nicht um einen Tiger-Panzer) und 1 Panzer "Tiger" an der Straße Kaisersesch - Düngenheim (im Straßengraben).

    [Anm.: Bei dem Wrack des Tiger-Panzers in Kaisersesch könnte es sich vermutlich um einen Panzer der schweren Panzerabteilung 506 gehandelt haben].


    Des Weiteren wurden nach Kriegsende insgesamt über 500 Tonnen Granatmunition in den Wäldern rund um Laubach, Masburg, Hauroth und Eppenberg entdeckt. Außerdem stand am 7. März 1945 und noch Monate danach ein Eisenbahnwaggon mit Artilleriemunition im Bahnhof von Kaisersesch.


    Darüber hinaus fand ich ein Schreiben vom 22.03.1947 vom Landrat in Cochem an die Amtsbürgermeister, dass sich in den Ämtern z.Zt. noch folgendes Wehrmachtsgerät befinden soll:

    • Cochem-Stadt: 1 Tank vor dem Kloster Ebernach
    • Cochem-Land: 1 Tank in der Mosel gegenüber Ellenz und 1 Tank auf der Straße nach Dohr
    • Treis-Karden: 2 Tanks am Ausgang von Karden, 1 Tank in Zilshausen und 1 Tank in der Mosel zwischen Karden und Müden
    • Kaisersesch: 2 Tanks in Kaisersesch, Straße Schöne Aussicht, 1 Brückenbausteg und 1 Brückenbaubahn in Brachtendorf und 1 viermotoriges Flugzeug in der Gemarkung Eulgem
    • Lutzerath: 1 Tank am Eingang von Driesch und 1 Tank in Ulmen.


    Außerdem soll im Ortskern von Monreal bei Kriegsende am 08.03.1945 ein Panzer V "Panther" gestanden haben. Hiervon müsste es auch ein Foto geben, welches vor etlichen Jahren in der Rhein-Zeitung abgedruckt wurde. Diese Information wurde mir mündlich zugetragen, daher kann ich es leider nicht bestätigen.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Hallo Sven,


    anbei ein paar Ergänzungen und Fundstellen zum o.g. Volkssturm-Bataillon.


    Im LHA Koblenz fand ich im Bestand 662,005 Nr. 104 "Volkssturm Kaisersesch" die folgenden beiden Schriftstücke, die ich hier wortgenau wiedergebe:


    1. Schreiben zu Sabotage der Panzersperren vom 01.02.1945


    Deutscher Volkssturm

    Gau 18 Kreis 8 Kochem, den 1.2.45



    An die Batl-Führer des Deutschen Volkssturms 18/8


    Aus den Panzersperren sind widerrechtlich ein grosser Teil der ausgehobenen Balken von der Bevölkerung gestohlen worden.

    Ich bitte um Meldung, wo Panzersperren beschädigt sind und um Feststellung, der daran beteiligten Personen. Die infrage kommenden Leute sind ohne Rücksicht auf Name und Stellung zur strafrechtlichen Verfolgung nach hier zu melden.


    Heil Hitler!

    I. A.

    gez. Brocher



    2. Schreiben vom 18.02.1945 über eine Alarmübung vom 17.02.1945


    Deutscher Volkssturm Kaisersesch, den 18. Febr. 1945.

    18/3/8

    Der Bataillonsführer.


    An die Kreisstabsführung des Deutschen Volkssturm,

                                                        K o c h e m /Mosel.


    Betr. Alarmübung am 17.2.45 (Erfahrungsbericht)


    Die oben genannte Alarmübung hat folgende Mängel ergeben:

    1. Es wurde festgestellt, dass in der Nähe liegende Wehrmachtseinheiten erst lange nach dem Alarm des Volkssturmes Kenntnis von dem Alarm erhielten, und infolgedessen für den rechtzeitigen Einsatz ausgefallen wären. Es müsste zu erreichen sein, dass auch die Wehrmachtseinheiten sich bei Luftlandealarm an die Alarmnachricht des Volkssturmes halten, die ja kein direkter Befehl ist. Dieses wäre des Zusammenwirkens in der Rundumverteidigung wegen unbedingt erforderlich.
    2. Solange unsere Volkssturmmänner nicht im Besitz von Waffen und der Armbinden sind, werden sie immer das Gefühl haben, dass ein Alarm für sie sinnlos ist. Da hilft auch nicht das beste Zureden des Zug- oder Kompanieführers.
    3. Es ist erforderlich, dass einheitliche Alarmsignale für Wehrmacht und Volkssturm zur Auslösung von Panzerwarnung und Luftlandealarm geschaffen werden.
    4. Erforderlich ist, dass die im Zuge der Rundumverteidigung erforderliche Sprengmunition für Brücken- und Strassensprengungen in den Batl. gelagert wird.
    5. Zu klären wäre mit der HJ-Führung, dass die in den Orten ansässige HJ (3. Aufgebot) bei Alarmen den örtlichen Führern des Volkssturmes untersteht.
    6. In der Ortslage Kaisersesch hat sich das Lazarett als nicht kämpfende Einheit erklärt, trotzdem der leitende Stabsarzt Standortkommandant war. Im Übrigen wurde darauf verwiesen, dass in diesem Falle der Lazarettort Kaisersesch nicht verteidigt werden dürfte. Hierzu bitte ich um Klärung.

    M.d.F.b.

    (ohne Unterschrift)


    Des Weiteren noch die folgenden Literaturhinweise/Fundstellen:

    • KISSEL, Hans "Der Deutsche Volkssturm 1944/45 - Eine territoriale Miliz im Rahmen der Landesverteidigung" (1962), S. 82: "[...] nach Eintragungen des Kriegstagebuchführers des Wehrmachtsführungsstabes befanden sich am 15.01.1945 6 Volkssturm-Bataillone des Gaues Moselland im Wehrmachteinsatz."
    • MACK, Hans-Joachim "Das Kriegsende in Rheinland-Pfalz - Kämpfe und Besetzung 1945" (2001), S. 307: "Im Gau Moselland rückten sechs aufgestellte Volkssturmbataillone zunächst auf Anleitung des Gauleiters und Reichsverteidigungskommissars zum Schanzen an den Westwall aus."
    • CHRISTOFFEL, Edgar "Krieg am Westwall 1944/45 - Das Grenzland im Westen zwischen Aachen und Saarbrücken in den letzten Kriegsmonaten" (1989), S. 323: "Im Oktober 1944 begann die Erfassung der Volkssturmmänner. Die Ortsgruppenleiter bedienten sich zur Erfassung aller hierfür geeigneten Unterlagen wie der Haushaltskartei der NSDAP, der Karteien der Einwohnermeldeämter u.a. [...]. Bei der Erfassung der 16- bis 18jährigen bedienten sich die Ortsgruppen der Hitler-Jugend." Auf S. 324: "Auf dem Lande, wie in manchen Orten der Eifel, an der Mosel, auf dem Hunsrück, oder an der Saar, wurde der Aufruf zum Volkssturm zunächst zwar bekanntgegeben, und die Zug- oder Gruppenführer - ihre Ernennung war in den Dörfern oft schwierig, da viele der vorgesehenen Männer versuchten, an einem solch zweifelhaften Kommando vorbeizukommen - und die Ortsgruppenleiter wurden zu Appellen befohlen. Aber sonst tat sich in manchen Orten im Volkssturm nicht viel. Es kam auch auf den jeweiligen Ortsgruppenleiter an, ob der Volkssturm in einem Ort besonders aktiv zur Ausbildung herangezogen wurde oder sich weniger bemerkbar machte, je nachdem wie stramm oder weniger aktiv ein Ortsgruppenleiter als 'Politischer Leiter' fungierte." Und auf S. 334: "Die Männer wurden aber auch zur Arbeit an den Befestigungswerken zusammengezogen und ab Ende 1944 und Anfang 1945, im Januar/Februar, auch zur Besetzung der Bunkeranlagen eingezogen."
    • HENKE, Klaus-Dietmar "Die amerikanische Besetzung Deutschlands" (1995), S. 955: "Nachdem die Amerikaner während der Winterschlacht in den Ardennen den Kontakt mit der deutschen Miliz vorübergehend verloren hatten, trafen sie mit Beginn ihrer Schlußoffensive wieder regelmäßig auf den Volkssturm; im Rheinland und in der Pfalz kämpfte er nicht besser als in Lothringen und im Saarland. Die Heeresgruppe G richtete deswegen sogar ein geharnischtes Protestschreiben an den Gauleiter Moselland, in dem es hieß, die eingesetzten Volkssturmbataillone hätten 'in der Masse versagt' [Quelle: Schreiben der Heeresgruppe G an Gauleiter Gustav Simon vom 6.3.1945; zit. nach Gerhard Förster, Richard Lakowski (Hrsg.), 1945, Berlin (Ost) 1975, S. 212]. Das Bataillon mit dem stolzen Namen 'Porta Nigra' sei beim Angriff der Amerikaner einfach auseinandergelaufen, eine Wittlicher Einheit noch während der Aufstellung. Außerdem monierte die Heeresgruppe das - an diesem Ort naheliegende - Verhalten des Bataillons Ruwer, das 'sich vor dem Einsatz in der Masse betrunken' hatte. Wenige Tage nach dieser Beschwerde brach die Heeresgruppe dann selbst zusammen. Mit der Auflösung der Front im Westen brachen auch die Korsettstangen der Miliz. Wo das Heer geschlagen war, gab auch der Volkssturm auf. Brachten sich überdies die örtlichen Parteifunktionäre allzu zeitig in Sicherheit (was beinahe immer geschah), dann war damit ein weiteres Signal zur Selbstauflösung des Volksaufgebotes gegeben." Und auf Seite 956: "Praktisch im ganzen amerikanischen Besetzungsgebiet blieben dem Volkssturm Kämpfe, Leiden und Opfer erspart."


    Nach meinen Recherchen wurden die Volkssturmmänner aus meinem Heimatort Urmersbach (18/3/8) wohl im Raum Irrel zum Schanzen eingesetzt und auch zur Besetzung der Befestigungsanlage "Katzenkopf" (Ende Januar 1945). Ein Teil der Männer verließ das Dorf Mitte Januar 1945 und kam auch erst nach dem Einmarsch der US-Armee (07.03.1945) ca. Mitte März/April 1945 wieder zurück ins Dorf. Der restliche Teil der Volkssturmmänner versteckte sich in den letzten Tagen vor Kriegsende in den umliegenden Wäldern. Da der Durchmarsch der US-Armee bei uns so schnell verlief, kamen die Männer glücklicherweise nicht mehr zum Kampfeinsatz. Doch trotzdem sollte noch wenige Stunden vor dem Einmarsch der US-Armee eine Panzersperre auf der Durchfahrtsstraße von Kaisersesch (dort waren die US-Amerikaner bereits am 07.03.1945 gegen 9 Uhr einmarschiert) nach Urmersbach errichtet werden.


    Über weitere Ergänzungen/Literaturhinweise/Berichte würde ich mich ebenfalls freuen.


    Viele Grüße,

    Benjamin


    Edit: eingefügt (Sven30)

    Hallo Wolfgang,


    wieder einmal vielen Dank für die interessanten Informationen!

    Ich habe heute mal einen Versuch gestartet und die umliegenden Kreisverwaltungen und Archive um Auskunft gebeten, ob dort vielleicht noch Aufstellungen über schweres Kriegsgerät aus der Nachkriegszeit vorhanden sind. Denn die Ämter waren damals verpflichtet solche Aufstellungen anzufertigen und an die übergeordneten Behörden zu melden.

    Mal abwarten was da rauskommt.


    Beste Grüße,

    Benjamin

    Hallo zusammen,


    vielen Dank, insbesondere an Javier und Wolfgang, für all die weiterführenden, sehr interessanten Informationen!

    Ich möchte noch gerne den Vormarsch der 37th Tank Battalion der 4th Armored Division von Ulmen bis Kehrig anhand der jeweiligen Uhrzeiten am 07.03.1945 ergänzen, so wie ich diese bislang recherchieren konnte:


    07.03.1945:

    • 07:30 Uhr = Abmarsch von Ulmen in Richtung Kaisersesch über Laubach und Schöne Aussicht [Quelle: After Action Report 37th Tank Battalion; MICHELS, Willi K. "Heimat in Scherben"]
    • vor 09:00 Uhr = Ankunft in Kaisersesch am Ende der Stierstraße (nordwestlich von Kaisersesch auf einem Berg), hier wurde den Soldaten/der Bevölkerung ein Ultimatum zur Kapitulation gesetzt. Bevölkerung kapitulierte und US-Soldaten zogen die Stierstraße herab zur Dorfmitte von Kaisersesch in südöstlicher Richtung. Dabei wurde noch eine alte Frau erschossen, die den Einmarsch am Fenster beobachtete (lt. Sterbeurkunde starb sie um 9 Uhr) [Quellen: After Action Report 37th Tank Battalion; Sterbeurkunde StA Kaisersesch; Ortschronik Kaisersesch; MICHELS, Willi K. "Heimat in Scherben"]
    • ca. 10:00 - 11:00 Uhr = Einmarsch in Urmersbach, um Bahnverkehr und weiteren Rückzug oder Verstärkung in/aus Richtung Monreal zu unterbinden und gleichzeitiger Weitermarsch der Hauptkräfte in östlicher Richtung nach Düngenheim [Quelle: After Action Report 37th Tank Battalion für Düngenheim und für Urmersbach eigene Nachforschungen und Aussagen von Zeitzeugen].
    • ca. 13:00 Uhr = Panzer der 37th Tank Battalion stehen im Elztal vor Kehrig und werden von leichter Heeresflak angegriffen, die durch die D-Kompanie des 37th Tank Battalion vernichtet wird. Beim weiteren Vormarsch werden dann insgesamt zwei US-Panzer durch ein 8,8 cm Flakgeschütz in Brand geschossen und ein weiterer Panzer durch Panzerfaust zerstört. Bei dem anschließenden Feuergefecht wurden insgesamt vier Menschen ca. 300 Meter vom Dorf entfernt durch Panzerbeschuss getötet (Personen starben laut Sterbeurkunden um 13 Uhr). Außerdem wurde durch Artilleriebeschuss ein Wohnhaus und 17 Scheunen zerstört. Um ca. 13:30 Uhr rückten die US-Panzer schließlich in Kehrig ein. [Quellen: After Action Report 37th Tank Battalion; Sterbeurkunden StA Mayen-Land; Chronik der Volksschule Kehrig, S. 160f.; gemäß Chronik der Feuerwehr Kehrig marschierten die Amerikaner am 07.03.1945 gegen 10:00 Uhr auf Kehrig zu (siehe S. 10)].


    Außerdem noch anbei eine US-Lagekarte vom 08.03.1945 (Quelle: https://www.loc.gov/resource/g…0.588,0.333,0.255,0.122,0) - zwar mit Vorsicht zu genießen, doch gibt diese trotzdem einen guten Überblick über den schnellen, keilartigen Vormarsch in Richtung Rhein.


    Wolfgang Grote vielen Dank für die Infos aus dem KTB der Heeresgruppe G. Hier frage ich mich, ob der deutsche "Gegenangriff" der vier Werkstattpanzer, wohl der von MICHELS, Willi K. (1985), S. 37 "Heimat in Scherben" beschriebene Kampf eines jungen deutschen Leutnants und seiner 10 Männer gewesen sein könnte. Die Flak in Kehrig müsste demnach von der Flak-Abteilung 501 gewesen sein.


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Hallo Werner,


    hab vielen Dank für die hilfreichen Infos! Das passt sogar sehr gut, denn im Nachlass des Kradschützen befand sich auch eine Postkarte von Koblenz und die Angabe mit dem Nachbarort Düngenheim passte ja auch ganz gut. Die Einheit des Kradschützen wurde u.a. aus Platzgründen, aber auch um etliche Munitionskisten für den bevorstehenden Westfeldzug herzustellen, nach Urmersbach verlegt. Dann könnte es auch gut mit den Bildern der schneebedeckten Panzer passen, dass die Einheit dann wohl Ende Januar/Anfang Februar 1940 in die Eifel verlegt wurde.


    Nochmals besten Dank und viele Grüße,

    Benjamin

    Hallo zusammen,


    ich bin auf der Suche nach den Wehrmachtseinheiten, die ab Herbst 1939 bis Mai 1940 in der Eifel, genauer gesagt in meinem Heimatort Urmersbach, einquartiert waren. Gibt es irgendwo ein Verzeichnis der Wehrmachtseinheiten, die damals in dieser Gegend in/um Urmersbach (bei Kaisersesch) einquartiert waren? Hat jemand eine Idee wo/wie man eventuell weiter forschen könnte?


    Bei meinen Recherchen bin ich auf Soldatenfotos und ein Wehrstammbuch eines in Urmersbach einquartierten Soldaten der 3. Lehrschwadron der Panzer-Aufklärungs-Lehr-Abteilung (K 102) aus Potsdam-Krampnitz gestoßen. Er war Kradschütze in der Einheit und ab 06.11.1939 in Urmersbach stationiert (wie lange genau ist nicht mehr bekannt). Die Einheit war jedenfalls vom 06.11.1939 bis zum 04.05.1940 zur Verwendung im

    Operationsgebiet der Westfront in der Eifel eingesetzt. Die 1. und 2. Lehrschwadron der Panzer-Aufklärungs-Lehr-Abteilung mit ihren schweren 8-Rad Panzerspähwagen vom Typ SdKfz 232 waren unter anderem
    im Nachbarort Düngenheim, die 3. Lehrschwadron bestehend aus den Kradschützen der Abteilung in Urmersbach einquartiert. Außerdem ist auf einem Bild auch ein erbeuteter "Tschechen-/Skoda-Panzer" zu sehen. Könnte wohl auch zur 3. Schwadron gezählt haben?! Verfügt zufällig jemand über das Buch "
    Die Panzer-Aufklärungs-Lehrabteilung 1937-1940" von Hans Cramer und könnte mir mitteilen, ob in diesem Buch eventuell irgendwelche Eintragungen über die Einquartierungszeit 1939/40 in der Eifel enthalten sind? Das würde mir bereits sehr weiterhelfen.


    Weiterhin fand ich durch Soldatenfotos und Erzählungen meiner Großmutter heraus, dass auch Soldaten aus Sachsen im Ort einquartiert waren. Es waren Soldaten vom Artillerie-Regiment 24 aus Pirna, wohl vom 1. Bataillon. In unserer Gegend mussten zu dieser Zeit wohl laut Eintragungen in Schulchroniken etwa 2.000 Soldaten des 1., 2. und 3. Bataillons ab 07.11.1939 u.a. in Kaisersesch, Masburg und auch Urmersbach einquartiert werden. Hat zum Artillerie-Regiment 24 und dessen Zeit in der Eifel vielleicht irgendjemand weitere Informationen?


    Weitere in Urmersbach und direkter Umgebung einquartierten Wehrmachtseinheiten ist mir nichts bekannt, außer dass auch eine bayrische Truppe dort für kurze Zeit gewesen sein soll.


    Viele Grüße und besten Dank für die Hilfe,

    Benjamin


    Hallo!


    Vielen Dank für den Hinweis mit dem Buch, da werde ich mal nachschauen und auch danke für den Tipp mit dem Archiv der DB (war mir noch gar nicht bekannt).


    Die Angriffe wurden mit großer Sicherheit von der US-Air Force geflogen. Aus der Zeit ist nur ein einziges relativ brauchbares Luftbild erhalten geblieben. Nur leider wurde es aus so großer Höhe aufgenommen, dass Einzelheiten nicht zu erkennen sind.


    Aber vielleicht sind ja noch Fotos vom Ort bzw. der Umgebung von der US-Kampfeinheiten (4. US-Panzersivision) in den US Archiven vorhanden. Eine Anfrage meinerseits würde bereits vor Wochen gestellt, bin jedoch nicht sehr optimistisch, dass dort Fotos speziell von meinem abgelegenen Heimatort vorhanden sind.


    Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ;-)


    Viele Grüße,

    Benjamin

    Hallo Sven,


    vielen Dank für die weiteren Hinweise sowie die Lagekarten!


    Ich gehe davon aus, dass die 340. VGD in unserer Gegend um den 07.03.1945 eingesetzt war. In der Zwischenzeit hatte ich noch erfahren, dass die schwere Panzerabteilung 506, die mit Kampfpanzern vom Typ Tiger II ausgerüstet war, der 340. VGD zu diesem Zeitpunkt unterstellt war. Dies würde sich auch mit einer Aussage meines Großvaters decken, denn er hatte als 12-jähriger diese großen Panzer damals in Kaisersesch gesehen. Einer davon stand am Ortseingang ("Aufm Stier") dort wo später die Amerikaner einmarschierten. Der Panzer wurde beim Herannahen der Amerikaner - aufgrund Treibstoffmangel - gesprengt. Die Munition des Panzers (MG-Munition) hätte noch überall herumgelegen und hätte später noch spielende Kinder verletzt.


    Ich werde bezüglich der 340. VGD mal eine Anfrage an das BA Freiburg richten.


    Die Quelle "Foreign Military Studies" finde ich sehr interessant, vielen Dank für den Tipp. Doch leider wurde ich da bisher auch noch nicht fündig.


    Viele Grüße,

    Benjamin