Posts by Goldhamster

    Hallo,


    Mein Schwiegeropa wurde in der Zeit vom 4.Juni bis 22.Juli 1944 bei der Flak in Berlin-Glienicke (Nordrand Berlins. Heutiger Landkreis Oberhavel) eingesetzt (R.A.D.)

    Es schreibt seiner Mutter nach Hause:


    >>> ..Angst vor Fliegeralarm brauchst Du hier nicht zu haben wir haben hier weniger wie Ihr.

    Heute morgen z.B. habt Ihr doch sicher Alarm gehabt, während bei uns nur zwei Mosquitos waren... <<<


    In einem späteren Brief von der Grundausbildung erwähnt er, dass sieben seiner Kameraden dahin mit versetzt worden seine, davon aber 4 nur auf dem Papier. Diese lägen noch im Lazarett.

    War die erste Behauptung also nur Beruhigung für die Mutter?


    Meine Frage daher: Wie war die tatsächliche Lage in Berlin im genannten Zeitraum? Was bedeutete das für den Standort im Nordosten?

    Und wie gefährlich war die Lage für die Jungen dort? Waren die Flakstellungen Angriffsziel?


    Vielen Dank für Hinweise,

    Alexander

    Hallo,


    ich habe eine Frage zu einem Briefausschnitt den mein Schwiegeropa (Jahrgang 1927) von den ersten Ausbildung bei beim RAD Flak geschrieben hat:


    >>> Berlin Glienicke, d. 9.6.44

    .. Heute haben wir das erste mal Ausbildung gehabt. Bei der Flack werden Elektriker sehr gesucht.

    Ich bin in der Umwertung. Das ist sehr verantwortlich. Papa kann Dir ja sagen was das heißt. <<<


    Was bedeutet in diesem Zusammenhang Umwertung und was waren typische Tätigkeiten von Elektrikern?


    Vielen Dank im Voraus!

    Alexander

    Hallo,


    ein enger Freund von mir beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem Krieg, insbesondere mit den Ursachen. Der hat das komplette Spektrum der Publikationen von links bis rechts durch und meint immer noch nicht das Gefühl zu haben, die Wahrheit verstanden zu haben. Man muss das immer kritisch lesen. Das Zauberwort ist glaube ich Plausibilität.

    Und Wikipedia hat mir bislang am wenigsten geholfen unsere Familiengeschichte zu verstehen, nicht nur bezüglich des Krieges. Da muss man immer ins Detail.


    Grüße,

    Alexander

    Hallo,


    das Foto möchte die alte Dame (Schwester) nicht gescannt wissen. Danke trotzdem, ich dachte vorher der Totenkopf am Kragen wäre schon Beweis an sich.


    Grüße,

    Alexander

    Hallo,


    Tja das ist tatsächlich die Frage. Als Laie denkt man bei Totenkopf auf dem Kragen natürlich sofort an die Lagerbesatzungen. Diese wird es in Italien (und zu dieser Zeit) nicht gegeben haben.

    Dann kann man zumindest nicht direkt schließen, dass der Schwiegergroßonkel an Kriegsverbrechen beteiligt war.


    Danke,

    Alexander

    Hallo,


    ich habe in einem Fotoalbum einen Bruder meines "Schwiegeropas" in einer Uniform der Totenkopf SS gesehen (Totenkopf am Kragen). Aus verständlichen Gründen durfte ich keinen Scan des Fotos machen.

    Noch ein paar Informationsschnipsel: Er wurde in Italien gefangen genommen und in französische Gefangenschaft übergeben. Also sprechen wir von der zweiten Jahreshälfte '44 oder '45.

    Außerdem war er 1943 achtzehn Jahre alt geworden.


    Lässt sich dadurch eingrenzen, in welcher Einheit er gekämpft hat und ob das vermutlich "normale Kampfeinsätze" waren?

    Ab welchem Alter hat die SS rekrutiert?


    Viele Grüße,

    Alexander

    Hallo Rüdiger,


    herzlichen Dank zunächst mal. Die Proklamation hatte ich so nicht gefunden. Ich möchte mal noch konkreter machen, was ich für mich sortieren möchte.

    Am 3.Juli 1941 schreibt mein Großvater an meine Oma: "Was sagst Du nun zu Rußland? Sind das noch Menschen oder sind es keine? Hoffentlich haben wir ihnen bald das Genick gebrochen.".

    Er schreibt leider nicht worauf er sich bezieht, setzt aber offenbar voraus, dass meine Oma weiß wovon er redet. Die Bemerkung scheint sich eher auf ein konkretes Ereignis zu beziehen als auf eine abstrakte Argumentation wie die aus Hitlers Proklamation. Aus wen bezieht er sich, meint er die Russen an sich oder die Bolschewiken?


    Er kommt definitiv nicht aus einer nationalsozialistischen Familie: Bauern aus der Uckermark mit wolhyniendeutschen Wurzeln (Mutter und Vater sprechen fließend russisch). Vater vor 1933 eher den Kommunisten nahe stehend und 1945 freundliche Beziehungen zu den im Ort untergebrachten russischen Offizieren. Das ist natürlich nicht eins zu eins auf meinen Opa zu übertragen. Aber ich glaube nicht, dass er ein strammer Nationalsozialist war oder von einer Mission durchdrungen war. Jedenfalls sind seine Briefe sonst konsequent unideologisch und von der Hoffnung durchdrungen, dass der Krieg endlich ein Ende habe.


    Viele Grüße,

    Alexander

    Hallo,


    wie wurde der Beginn des Russlandfeldzugs propagandistisch bei der Truppe begründet? Mein Opa scheint in einem Feldbrief empört, schreibt aber nicht warum.

    Ich habe bislang wenig dazu gefunden.

    Angeblich (Hörensagen) war die Begründung ja ein baldiger Angriff der Roten Armee auf Deutschland. Aber es muss doch einen konkreten Anlass gegeben haben, um schnell die Meinung in der Bevölkerung und den Soldaten zu ändern.


    Dank und Gruß,

    Alexander

    Hallo Rüdiger,


    das ist nochmal eine interessante Information. Dann werden Brückengeräte vermutlich nicht zum Einsatz gekommen sein.

    Trotzdem finde ich die Frage interessant, ob Mansteins und Hubes Plan eines Ausbruchs nach Westen zumindest die Option einer eigenen Kriegsbrücke vorgesehen hat.

    Eine Sprengung der Brücken durch die Russen war ja nicht unrealistisch.

    Und immerhin war Geschwindigkeit der entscheidende Faktor. Aber das ist natürlich spekulativ.


    Danke nochmal!


    Grüße,

    Alexander


    PS: Das Buch von Rolf Stove habe ich mir gleich mal bestellt

    Hallo,


    die Tante hat die Briefe eh nur widerwillig rausgerückt. Ich glaube eine Veröffentlichung möchte die nicht. Ober (Tochter) sticht in dem Fall Unter (Schwiegerenkel) :)

    Leider sind keine Briefumschläge mit den FPN erhalten.


    Grüße,

    Alexander

    Hallo Dieter,


    leider nicht. Ich bin mir auch gar nicht mehr sicher, ob er in Strelno nur den normalen RAD abgeleistet hat und noch nicht in der Flugabwehr eingesetzt war. Später (kurz vor Ende des Dienstes) wird noch die RAD Flak Abteilung 6/30 in Obornik erwähnt, in die er versetzt worden sei. In den Briefen geht es eher um löchrige Socken und ähnliches, als um militärische Hintergründe.


    Grüße,

    Alexander

    Guten Tag,


    es gibt Briefe meines Schwiegeropas (Jahrgang 1927) von Februar 1944 aus Strelno in Posen. Angeblich war er dort als Flakhelfer eingesetzt.

    Allerdings finde ich keinerlei Hinweise im Netz welche Einheit sich dort befunden hat, was die Aussage bestätigen würde oder vielleicht sogar weitere Schlussfolgerungen zum Einsatz zulassen würde.


    Ich wäre für Hinweise sehr dankbar.


    Viele Grüße,

    Alexander

    Hallo Rüdiger,


    das Buch von Erlau habe ich tatsächlich verschlungen. Allerdings berichtet der ja aus dem apokalyptischen hinteren Teil der Kolonne, mit aufgerissenen und zerstörten Straßen, brennenden Wracks etc. Über die Flussübergänge gibt er nicht viele Informationen. Einmal beschreibt er, dass Pioniere ein unwegsamen Teil der Rollbahn überbrückt hätten. Mehr Hinweise habe ich nicht gefunden.

    Allerdings hat mich dann auch wieder der Artikel von Carl Wagener in der Militärwissenschaftlichen Rundschau überrascht, der ja vor allem auf den militärischen Quellen basiert.

    Der erweckt den Eindruck, dass die Armeeführung bei der Operation doch viel koordiniert hat. Und die Brückengeräte könnten ja höchst nützlich gewesen sein, auch wenn man 200.000 Leute in kurzer Zeit über die Flüsse bringen muss, auch wenn viele schon mit dem Panjewagen unterwegs waren.


    Grüße,

    Alexander

    Hallo Rüdiger,


    herzlichen Dank erstmal.


    Lässt sich denn zumindest spekulieren ob und wie die Brückengeräte während des Ausbruchs noch eingesetzt wurden?

    Beispielsweise für die Überbrückung unpassierbarer Stellen auf der Rückzugsroute oder über die Flüsse zur Erhöhung der Kapazität.


    Ich weiß, das ist keine exakte Wissenschaft jetzt. Aber ich tappe momentan ganz im Dunkeln, ob die Brückenkolonne B noch irgendeine militärische Relevanz hatte nach der Entscheidung, nicht über den Dnjestr auszuweichen.


    Viele Grüße,

    Alexander

    Hallo,


    Ich recherchiere zur Ausbruchsschlacht aus dem Kessel von Kamenez-Podolsk. In dieser mussten mehrere nördliche Zuflüsse des Dnjestr, mindestens der Zbrucz und der Seret kämpfend überwunden werden.

    Soweit ich das verstanden habe standen der 1. Panzerarmee nur geringe Kapazitäten an ausgewiesenen Einheiten von Brückenpionieren und Brückengeräten zur Verfügung (in einer Brückenkolonne B dort hat mein Großvater gedient, daher mein Interesse).


    Meine Frage daher, wie muss man sich die Überwindung solcher Flussläufe im Kampf vorstellen? Welche Möglichkeiten hatten die kämpfenden Infanterie- und Panzerdivisionen selbst?

    Waren die Brückenkolonnen auch unmittelbar im Angriff zur Errichtung des Brückenkopfes eingesetzt oder eher nachfolgend für die Bereitstellung der Brücke für die nachfolgende Kolonne?


    Grüße,

    Alexander