Posts by tac76

    Hallo zusammen,

    "Davon haben wir nichts gewusst!" - Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933-1945


    von Peter Longerich (ISBN 9783886808434) und vielleicht ein offenes Gespräch mit der eigenen Verwandtschaft, die diese Zeit miterlebt hat.


    Ich frage mich immer, woher denn die Mitglieder der Weißen Rose und anderer Widerstandsorganisationen von so Vielem gewusst haben? Die hatten weder Internet noch kamen sie aus der Zukunft ...

    Ich habe nur ein unverbindliches Beispiel aufgeführt. Sehr lesens- bzw. hörenswert, auch wenn Du von ihr enttäuscht bist.

    Natürlich kenne ich Longerichs Buch, der gehört zu den guten Historikern. Im Gegensatz zu vielen der hiesigen Kollegen kennt er die Wahrheit nicht, er sucht sie.


    "Exzessive Holocaust-Aufarbeitung"?

    Verzeihung, da habe ich mich beim Adjektiv vergriffen. Hier war ein nicht abwertendes "intensiv" gemeint.


    Und was heißt "gewaltentwöhnte Kriegsenkel"? Ich bin froh, dass ich nicht wie meine Großmutter nachts in den Luftschutzkeller muss

    Bild Dir nicht zuviel ein, als Nutznießer einer Handvoll friedlicher Jahrzehnte hier in Europa.

    In Zeiten einer hochdynamischen multipolaren Welt sind gute Vorsätze sehr schnell wieder über Bord geworfen. Diesmal wird uns der strauchelnde Weltpolizist nicht mehr aufpäppeln und mästen, wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Oder wie eine hier nicht genannte Bundeskanzlerin es vor einiger Zeit auf eine kurze Formel brachte, "haben keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und sozialer Marktwirtschaft für alle Ewigkeit"


    MfG

    Tac

    Hallo Eberhard,

    132 Seiten, Hardcover, 17,7 x 24,7 cm

    121 Abbildungen

    ISBN 978-3-86933-222-2 Preis € 19,80

    happig, happig, dieser knappe Lesegenuss. Die Leseprobe deutet auf sehr viel ganzseitiges Füllmaterial (Karten / Orden / etc.) und reichlich Plattitüden hin,

    womöglich bleiben nur 30 Seiten mit echtem Feldpostmaterial über?


    Ich würde eher das "Best Of" des seit 20 Jahren an Stalingrader Feldpost forschenden Historikers Jens Ebert empfehlen, berücksichtigt dann sogar die Gegenseite

    und bietet zum gleichen Preis (antiquarisch) fast die dreifache Menge an Briefen.


    Junge deutsche und sowjetische Soldaten in Stalingrad: Briefe, Dokumente und Darstellungen

    Jens Ebert

    Gebundene Ausgabe: 340 Seiten

    Verlag: Wallstein; Auflage: 1 (4. April 2018)


    MfG

    Tac

    Hallo Christiane,

    Die provokante Fragestellung zum Start dieses Threads sollte wohl so einiges in Bewegung bringen, was ja auch funktioniert hat.

    die Ausgangsfragestellung fand ich nicht provokativ, eher birgt eine Andeutung im Verlauf des Threads Sprengstoff, der Wunsch nach einem öffentlichen Gerichtshof, der diesmal überhaupt nichts auslässt und der Presse über Jahrzehnte den täglichen "Wunschnazi" oder die "Wunschverbrechen" liefern könnte, achte auf die rotmarkierte Aussage:


    die Untätigkeit der Nachkriegslegislative müssten wir jetzt nachbessern, und Delikte wie "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" rückwirkend ei inführen, bei der Gelegenheit sollte man sich auch mit weiteren Themen aus den Nürnberger Prozessen, ehe wir solche Taten nach dem Grundsatz "Keine Strafe ohne Gesetz" ungeahndet lassen müssen, ich denke an Übergriffe auf die Zivilbevölkerung, wie Geiselerschießung oder wildes requirieren, oder Übergriffe auf Kulturgüter.


    Gruß Wolfgang


    Edit:Rot


    Das besitzt für mich ein gewisses Geschmäckle, jenes einer grotesken Inszenierung, am deutschen Aufarbeitungswesen soll die Welt genesen.

    Das die Welt nach mittlerweile 30 Jahren exzessiver Holocaust-Aufarbeitung keinen Deut besser geworden ist, im Gegenteil, wird in egoistischer Eigenliebe zur Jurisprudenz ignoriert.

    Während Franzosen sich ihren edlen Napoleon nicht nehmen lassen, man frage nur die Spanier nach dessen Geiselerschießungen, europaweiten Versklavungen und dessem Requirieren, während der Amerikaner jedem Gerichtshof oder jeder Nation dieser Welt mit Flugzeugträgern droht, sollten sie jemals klagende Worte über einen US-Soldaten äußern,

    soll zumindest in Deutschland nicht der kleinste Kartoffel- oder Ikonendieb ungeschoren davonkommen.


    Wie rechtswidrig und brutalstmöglich bereits jetzt schon vorgegangen wird, zeigte mitunter der Fall des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt. Kleinlaut wurde von der unfähigen Staatsanwaltschaft die per Rollkommando beschlagnahmte Sammlung zurückgegeben und der unschuldige Sammler in den Herztod getrieben.

    Zu verlockend war der Fund bei gleichzeitiger medialer Inszenierung als "Super-Kulturgut-Nazi".

    Und in Berlin müssen sie die ersten verurteilten Mörder wegen Verfahrensverzögerungen auf freien Fuß setzen, werden neue Strafkammern aus dem Nichts und ohne Aussicht auf zu besetzende Richterstellen erschaffen. Erinnert an den Führerbunker im März 1945, da wurden auch am Kartenbrett immer neue Divisionsnummern erschaffen und aufgestellt.


    So ein besessenes Land mit gewaltentwöhnten Kriegsenkeln, die als "bessere Deutsche" pharisäerhaft richten wollen und auf die Gegenwart mit einem "Nach mir die Sintflut" pfeifen, sind mir einfach nicht geheuer...


    MfG

    Tac

    Hallo Wolfgang,

    ...und Delikte wie "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" rückwirkend ei inführen, bei der Gelegenheit sollte man sich auch mit weiteren Themen aus den Nürnberger Prozessen, ehe wir solche Taten nach dem Grundsatz "Keine Strafe ohne Gesetz" ungeahndet lassen müssen, ich denke an Übergriffe auf die Zivilbevölkerung, wie Geiselerschießung oder wildes requirieren, oder Übergriffe auf Kulturgüter.

    ein seltsamer Spätaktivismus schwebt Dir vor, den aktuellen Rechtsstaat opfern (unzählige Verjährungen und Verfahrenseinstellungen, Überlastung der Justiz),

    Hauptsache eine Handvoll 100-Jährige werden noch greifbar und anklagefähig?

    Hat für mich etwas Surreales, wie die späten Standgerichte 1945 inmitten von Trümmerhaufen, Tieffliegern und Sirenengeheul. Der Deutsche weiß einfach nie, wann er mal aufhören sollte.


    MfG

    Tac

    Hallo Dieter,

    mir 25 Jahren Major ist extrem ungewöhnlich !


    Stimmt das ?

    Rommel musste noch 13 Jahre warten, bevor er Major wurde. Unter Hitler wurde doch die normale Dienstaltersliste über den Haufen geschmissen:


    Quote

    Jeder Einsatz einer Führerpersönlichkeit in einer Stelle unter seiner Eignung, so Hitler Mitte Januar 1943 sein ein "Verbrechen am Siege"

    S. 118 - Die Wehrmacht im NS-Staat: Eine strukturgeschichtliche Analyse Jürgen Förster



    An anderer Stelle hier im Forum diskutiert:

    Kommandostruktur - Kompanie



    Hätte der Krieg noch einige Monate länger gedauert, wäre auch Richard von Weizsäcker mit 26 Jahren Major geworden.

    So blieb es 25-jährig beim Hauptmann.


    MfG

    Tac

    Hallo Federico,


    es spricht nichts dagegen, dass er im Rahmen der 99. leichten Infanterie-Division vor Umgliederung zur Gebirgs-Division

    zwei Monate in Russland war (Juli + August). Dann hat er auch das brennende Kiew erlebt


    MfG

    Tac

    Hallo Kusamo,


    in Leningrad selbst war kein deutscher Soldat, sieht mir alles so nach Kiew aus. (Andreas-Kirche, Stadion, Brände 41)


    MfG

    Tac


    PS: Kuusamo heißt die finnische Stadt

    Hallo Marc,

    Du willst doch wohl nicht ernsthaft behaupten, dass Saul Friedländer nur den "Sauerteig des besseren Deutschen" bereitet (was immer diese Formulierung besagen soll)? Wobei er natürlich bei weitem nicht der einzige ist, der sich damit beschäftigt und zu sehr ähnlichen Befunden kommt. Gerade Friedländers Werk wird nicht ohne Grund als eines DER Standardwerke zum Thema Holocaust bezeichnet.

    um Gottes Willen, nichts sei gegen Saul Friedländer gesagt, der erst vor wenigen Wochen im Bundestag gesprochen hat. Natürlich gebührt ihm allergrößte Ehre für sein Standardwerk, dass mit seinen vielen Einzelschicksalen neue Maßstäbe in der Geschichtsschreibung gesetzt hat . Da sieht man doch gerne über eine fehlende Repräsentanz der Fundstücke hinweg und schweigt. Mein Groll gilt eher den verbissenen Alt'68er Soziologen, die auf Teufel komm raus in jeden noch so kleinen Stimmungsbericht oder Abhörprotokoll den Stein der Weisen gefunden haben, um doch noch ihren Beweis der 99%igen Mitwisserschaft unters Volk zu bringen. Meist noch arrogant mit polemischen Titeln versehen (u.a. "Opa war kein Nazi", "Niemand war dabei und keiner hat's gewusst"). Mit Grauen wende ich mich von diesen Pamphleten ab und flüchte zu den ausländischen Historikern (u.a. Kershaw, Longerich, Stargardt), wenn es um die letzten großen Geheimnisse der NS-Herrschaft geht. Denen fehlt diese deutsche Obsession völlig und dank zusätzlichen Semestern Philosophie besitzen sie meist auch die intellektuelle Demut eines Sokrates ("Ich weiß, dass ich nichts weiß.).



    Und du ignorierst ja wohl auch standhaft jene gar nicht so wenigen Zeitzeugen (von denen einige auch hier zitiert wurden, tw. aus dem familiären Umfeld) die sehr wohl etwas gewusst hatten - ohne dass sie an besonders privilegierter Stelle saßen um Zugang zu bekommen.

    Ich habe nie behauptet, dass der Aussage- und Umfragenstand von Reichsbürgern aus dem Mai 1945 noch heute Gültigkeit besitzt. Aber wie Helmut Schmidt bin ich sehr skeptisch, wenn gerade der moderne Historiker oder Soziologe sich als "besserer Deutscher" inszenieren will und in Richtung "Alle wussten alles" tendiert. Dazu noch gezwungen ist, im Sinne seiner Institution ("Wes Brot ich ess, des Lied ich sing") erzieherisch und wohlwollend moralisierend zu "forschen". Und energisch protestiert, wenn ein Historiker unverschämt auf die vielen tausend Aussagen von Juden hinweist, die bis zum Umkleideraum vor der Gaskammer von all dem nichts wussten, wo sie doch eigentlich besorgter als Deutsche hätten sein müssen? (Deutsche Schuld 1933 – 1945? Die ignorierten Antworten der Zeitzeugen, Konrad Löw)

    Dank vollem Portemonnaie fällt dieser Tatbestand bei o.g. ausländischen Historikern zumeist weg, da wären wir wieder bei der neutralen Sichtweise ohne erzieherischen "Ehrgeiz".

    Ich möchte hier kein Wettposten auf hohem AfD-Niveau veranstalten, wer mit welchem aufgefunden Feldpostbrief, Zeugenaussage oder Einzelfall am Besten pauschalisieren kann oder darf. Sokrates wußte schon damals, daß allzu viele eifernde Forscher nicht wissen, daß sie nichts wissen.



    Aber zum Thema zurück - "Strich darunter ziehen". Das hat man Gott sei Dank mit der Lebensgeschichte von Maria "Mitzi" Gabrielsen nicht getan,

    diese wurde jetzt ins Deutsche übersetzt unter dem Titel "Angezeigt von Mama".

    Ein nahezu unglaublicher Zufallsfund in der letzten Woche, niemals hätte diese Mutter doch fünf Jahre Kerkerhaft in Deutschland bekommen?

    Hat Österreich besser verurteilt?


    https://www.giessener-anzeiger…s-schicksal-vor_19204714#



    MfG

    Tac

    Hallo Marc,

    Dachte man NIE darüber nach, was all der lautstark und durchaus mit dem Terminus der Vernichtung artikulierte Hass auf "die Juden" wirklich bedeutete und wozu er führte? Dass wahnsinnige Gegeifer gegen "Alljuda" war ja nicht auf den Stürmer-Kasten beschränkt - das wurde auch noch im Einsatzgebiet von Wehrmachtsseite angestimmt.

    das ist nahezu das passende Beispiel, wo Geschichtsschreibung endet und der Sauerteig der "besseren Deutschen" beginnt.

    Man habe sich gefälligst das Unvorstellbare vorzustellen gehabt und es sich nur bequem gemacht? Selbst wenn es aufmerksamen und gebildeten Bürgern beim Aufkommen erster Gerüchte unvorstellbar erschien, wertvolle menschliche Arbeitskräfte massenhaft und gezielt zu ermorden (siehe Tagebucheintrag Victor Klemperer). Oder ein Jurist Helmuth James Graf von Moltke feststellte, das 9 von 10 Deutschen nicht die geringste Ahnung haben, was man planmäßig im Osten anstellte. Zu Recht kritisieren neutrale Historiker aus dem Ausland die jüngste deutsche Entwicklung, weg von einem "verbreiteten Wissen über viele Dinge" hin zum hartnäckigem "fast alle wussten nahezu alles" und das am liebsten schon seit Herbst 1941.


    Der britische Historiker Richard J. Evans hat diese Entwicklung sehr gut beobachtet und auf den Punkt gebracht:

    Quote

    ...Seit den frühen 1990er Jahren ist die Geschichtsschreibung zum Dritten Reich nicht sachlicher, neutraler

    oder wissenschaftlicher geworden, im Gegenteil. Weit davon entfernt, das Thema sine ira et studio zu behandeln,

    zeigten Historiker eine wachsende Tendenz, die Analyse, das Argument und die Abwägung durch die moralisierende

    Verurteilung zu ersetzen. Die Geschichtsschreibung über Nazideutschland wurde durch die Sprache des Staatsanwalts

    und des Moralpredigers in erheblichem Umfang beeinflusst, fast schon geprägt

    Zitiert aus Timm C. Richter, Krieg und Verbrechen : Situation und Intention S.79


    Nach so vielen Jahren ist es vollkommen denkbar, dass sie sich selber im Laufe der Zeit eingeredet haben, sie hätten nichts gewusst. Solche Modifikationen der Erinnerung sind Phänomene, die nur zu bekannt sind.

    Die menschliche Psyche bietet wohl mannigfaltige Möglichkeiten, mit einem "offenen Geheimnis" umzugehen. Aber auch das Gegenteil ist ein seltsames Phänomen, wie war das mit der berühmten Allensbach-Befragung von Zeitzeugen, wann sie das erste mal von größeren Judenmorden erfuhren? Unter dem permanenten Druck des Zeitgeistes und durch die mediale Übersättigung gaben 5 oder 10% der Befragten an, die Kenntnis war ihnen schon vor 1939 bekannt. Also Jahre vor dem Beginn des eigentlichen Mordens?


    Die Probleme, die mit dem Aussterben der Überlebenden und dem abnehmenden Bewusstsein für den Holocaust bei der jüngeren Generation einhergehen, bekämpft man nicht mit immer gewagteren Interpretationen und moralisierenden Tendenzen.

    Aber der Tatendrang deutschen Historiker geht eigene Wege, siehe Stellungnahme von Richard J. Evans. Letzte Woche ging es selbst Stauffenberg mit neuer Biografie gnadenlos an den Kragen (Thomas Karlauf - "nur ein Nazi, Antisemit und kühner Wirrkopf"). Helmut Schmidt und den Geschwistern Scholl gibt man noch eine gewisse Schonzeit, bis der Zeitgeist auch ihre Köpfe fordert. Oder wie der irische Schriftsteller George Bernard Shaw zu sagen pflegte - Die Deutschen haben eine Besessenheit, jede Sache so weit zu treiben, bis eine böse daraus geworden ist.

    Warum soll das nicht auch in Punkto Aufarbeitung der Geschichte eintreten, Mahnungen aus dem Ausland gibt es bereits und der Todfeind des deutschen Historikers, der lebende Zeitzeuge, ist nahezu vollständig verstorben.


    MfG

    Tac

    Hallo Mathias,

    Ist in den Buch die Uniformierung geschildert? Habe im Internet nur ein Bild eines Landsers gefunden wo das besagte Koppelschloss abgebildet ist und kann nicht entnehmen ob es ein Angehöriger der 500er oder 999er ist.

    gibt es einen Kontext zum Foto, Jahr und Nationalität des Soldaten? Nicht wenige vermuten, diese Koppelschlösser waren als 1943er Spätfertigungen nur für Hilfstruppen der Wehrmacht angedacht. Expertenrunden konnten als einzigen Unterschied in der Ausstattung nur die roten Litzen an den Schulterklappen diagnostizieren.

    Nicht das alle Militaria-Händler nur einem unbewiesenen Gerücht aufliegen.


    MfG

    Tac

    Hallo Robin,

    "In einer Kneipe lachten ihn Gäste aus, als er schrie: "Ich bin der Chef der Gestapo! Ich bin Heydrich! Ich kann euch alle ins Konzentrationslager schicken!"

    gemäß

    https://www.stern.de/politik/g…kz-schicken--3506324.html

    " zuweilen als blasser Abglanz des Mannes"


    Du musst zu unterscheiden lernen, ein Zeitungsjournalist wie Mario R. Dederichs darf natürlich ungehemmt jedes Gerücht in seiner Erzählung einbinden

    und erhebt keinen Anspruch auf wissenschaftlich fundierter Arbeitsweise.

    Diese Märchengeschichten wurden von Gerwarth eindeutig widerlegt, habe das Interview jetzt nicht parat. Müsstest Du ergooglen.

    Auch sind viele Nachkriegserzählungen aus dem näheren Umfeld mit Vorsicht zu genießen, weil nicht überprüfbar. Walter Schellenberg wäre da zu nennen,

    seine Version mit Gift- und Gegengiftgabe durch Heydrich, um ein Geständnis für den erfolgten Ehebruch zu erhalten, scheinen dem Autor und mir ebenfalls hanebüchen (Gerwarth, S. 142 ff.).

    In Heydrichs Ehe mag sicherlich einiges unkonventionell verlaufen sein, aber keinesfalls die o.g. Saufnummer.



    MfG

    Tac

    Hallo Robin,

    Suche nach Saufkumpane und Sexpartner


    du solltest nicht wahllos jede im Netz greifbare Geschichte kolportieren, hast Du die seriöse Biografie "Robert Gerwarth: Reinhard Heydrich" bereits gelesen?

    Die Passage, die Du zitierst ist frei erfundener Quatsch. Möglicherweise hast Du per Hörensagen mündliche Beweise für eine außereheliche Affäre erhalten, ist aber zu spät für die bereits erfolgte Geschichtsschreibung.


    MfG

    Tac

    Hallo Paul,

    Da gibt es sicherlich noch viele andere Determinanten zu berücksichtigen um seiner Person auf die Schliche zu kommen.

    und welche wären das? Doch sicherlich auch eine Frau, in Form der ihn maßgeblich beeinflussenden Ehefrau Lina.

    Eine fanatische Antisemitin und glühende Anhängerin von Hitler.

    Seriöse historische Forschung bezieht nach Möglichkeit immer auch die frühe Sozialisierung und "Liebschaften" der Protagonisten mit ein, alles andere wäre nur ein brutales Richten in Pol Pot-Manier und eines Kulturvolkes unwürdig.


    MfG

    Tac

    Hallo,


    seit kurzem auf dem Buchmarkt, die zweite Veröffentlichung über einen Arzt von User Doc House

    Mit hochinteressanten neuen Quellen wird der Jahrhundert-Chirurg und Ritterkreuzträger Ferdinand Sauerbruch rehabilitiert

    und der kritische Zeitgeist eines Besseren belehrt ( Assistent Dr. Adolphe: "Mein Chef hat bis 1945 Juden in der Charité behandelt und ihnen zur Flucht verholfen...)



    Ferdinand Sauerbruch und die Charité: Operationen gegen Hitler

    Christian Hardinghaus


    Gebundene Ausgabe: 248 Seiten

    Verlag: Europa Verlag; Auflage: 1 (8. Februar 2019)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3958902367

    ISBN-13: 978-3958902367


    MfG

    Tac

    Files

    Hallo,

    29.Juni 1944


    Erst nachdem es einer 8.8-Flak gelungen war, die Brücke unpassierbar zu schießen und die zu Fuß marschierende Infanterie der 45.I.D. aufge- schlossen hatte, wurde Luki gestürmt.

    dieser Marsch wurde fotografisch festgehalten, sofern die Bildbeschriftung stimmt.


    MfG

    Tac

    Hallo Marc,

    Hm, auch wenn die Wehrmachtsverbände gewiss nicht an Massengräber vorbeidefilierten, es gab meiner Ansicht nach genug Möglichkeiten etwas zu erfahren.


    Unbestritten, dass vieles bis auf die Vernichtungsaktionen in den KZ's durchsickerte. Ein guter Teil der Soldaten, die bis Mitte 1942 vieles gesehen hatten, war jedoch vor dem ersten Heimaturlaub bereits längst unter russischer Erde begraben. Da haben die Angehörigen nichts mehr erfahren, in den seltensten Fällen schrieb man das per Feldpost. Und oftmals war der Weg von Millionen später gezogenen Soldaten nicht mehr so großzügig und alles sehend quer durch Russland wie im Angriffsjahr 41. Absolut glaubhaft, wie sie dann entsetzt das Elend erleben konnten und schockiert waren, wenn es sich unmittelbar ergab.

    Freizügiges Plaudern über Judenmorde und Flüsterwitze über Göring mit fremden Menschen, gab es das noch ab 1941? Ich dachte, es war eine Zeit der Denunziation, wo man den wenigsten Mitmenschen noch großartig vertraute. Wurden nicht etliche Soldaten angeklagt, die zuviel über Morde geplaudert haben, nach gefährlichem Heimtückegesetz?

    Und all die intelligenten Leute an der Ostfront, die von all dem nichts mitbekommen haben?

    Muss man dann zeitgeistkonform Helmut Schmidt und Konsorten als Lügner titulieren ?



    Sicher kann man nicht felsenfest behaupten ALLE wussten (alles)

    Da hast Du sicherlich noch keine hartnäckigen deutschen Soziologen kennengelernt, die extrapolieren bis zur Exstase, bevor nicht der Wert von 100% erreicht ist. Beispielhaft wäre hier die Untersuchung der alliierten Abhörprotokolle zu nennen (Sönke Neitzel / Harald Welzer: Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben). Sage und schreibe 0,2% der aufgezeichneten Gespräche beinhalten das Thema Juden, werden aber prompt zum Hauptkapitel des gesamten Buches aufgebläht. Lesenswert dazu die seriöse Rezension von Dagmar Reese, die mit offenem Mund über solch schwerwiegende Unterstellungen nur mit mikroskopischen Befunden staunt:


    https://www.recensio.net/rezen…/ReviewMonograph100632326


    Analysen von Soziologen, die Vorgänge nicht direkt miterlebt haben, sind für mich immer brandgefährlich.

    Oder wie ein australischer Historiker jüngst zu sagen pflegte -

    Die deutsche Geschichte ist zu wichtig, als dass man sie nur den deutschen Historikern überlassen darf

    Nicholas Stargardt


    MfG

    Tac

    Hallo Reinhard,


    sehr ärgerlich, dass der Melchior Verlag nicht auf den Nachdruck des Propagandawerks von 1942 hinweist,

    so denkt jeder Käufer, er erhält eine aktuelle Beschreibung der Schlachten am Wolchow.


    Hol Dir beide Werke von Hasso G. Stachow, müssten antiquarisch günstig erhältlich sein.


    - Tragödie an der Newa. Der Kampf um Leningrad 1941 - 1944. Ein Augenzeugenbericht

    - Der kleine Quast

    Hasso G. Stachow


    Als Teilnehmer der Schlacht fügt er Augenzeugenberichte perfekt in den militärhistorischen Kontext ein,

    reichlich Karten- und Fotomaterial ist auch mit dabei.

    Sein autobiografischer Roman (269. Infanterie-Division) war vor Jahrzehnten ein Bestseller und wurde in viele Sprachen übersetzt.

    Sozusagen die östliche Variante im Sumpf von Erich Maria Remarques Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues"


    MfG

    Tac

    Hallo Justus,

    Du hast Dich wenigstens von Beleidigungen ferngehalten.

    reiß Dich zusammen, wer wartet denn so hilfreich wie ein Kropf nur mit moraltheologischer Sichtweise auf, statt mit sachdienlichen Fakten zur Detailschärfe.

    Deine gesamtschuldnerische Anklage von 73 Millionen Reichsbürgern und 17 Millionen Soldaten fasse ich ebenfalls als Beleidigung auf.

    Schon mal was davon gehört, das die moralische Verantwortung die kollektive Scham seit langem ersetzt hat und nicht mehr jeder Kurzbeitrag zum Nipplegate hochstilisiert werden muss?

    Seit Jahrzehnten erfolgt eine angemessene Andacht im Rahmen des Geschichtsunterrichts und den offiziell existierenden Gedenkstätten.

    Aber du siehst in 30 Jahre alten Zeitzeugenberichten ein vermeintliches AfD-Sprech, sowas toppt aktuelle hysterische Debatten außerhalb des Forums um ein Vielfaches.


    Man kann sich auch eine Wohlfühl-Filterblase auf höchstem Messdiener-Niveau konstruieren, ich empfehle einen Gang runterzuschalten und statt der Bibel mehr Sachbücher zum Kriege zu lesen. Dann würden auch mehr Beiträge zum Thema entstehen und nicht nur "Haarspaltereien"



    MfG

    Tac