Posts by primas1944

    Hallo Georg,

    Das ganze ist ein Thema dass erst in kürze von der Forschung entdeckt wird. In letzter Zeit beschäftigte sich unter anderem Miriam Gebhardt mit den massenhaften Vergewaltigungen alliierter Soldaten an deutschen Frauen am Ende des Krieges. Siehe: ALs die Soldaten kamen: Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs.

    woher sollten denn dazu Forschungsgelder kommen oder welche Person würde sich damit freiwillig die berufliche Karriere ruinieren? Dir sollte bekannt sein, das nach dem "Rumschnüffeln" des deutschen Herrn Greiner in den militärischen Aktenbeständen zu Vietnam diese sofort unbefristet gesperrt wurden. Manche Nation reagiert sehr allergisch, was solche Nachstellungen angeht, man denke nur an aktuelle Auswirkungen in Punkto Internationaler Gerichtshof Den Haag und Amerikaner.


    Gern gesehen wird dagegen das Erforschen der gemeinen deutschen Hausfrau, die 1944 alliierte Bomberpiloten verfluchte.

    Damit kann man Preise gewinnen und in amerikanischen Instituten eine große Karriere als Historiker starten.


    Georg Hoffmann
    Fliegerlynchjustiz



    Gewalt gegen abgeschossene alliierte Flugzeugbesatzungen 1943–1945


    https://www.schoeningh.de/kata…el/978-3-506-78137-6.html



    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Viktor

    Geh mal heute in eine Gartensparte und du wirst staunen, wenn bei jeder Feier alle dort werkelnden "Volksdeutschen" nur Russisch miteinander reden, russische Lieder zusammen singen und heulen wenn über ihre verlassene Heimat geredet wird! Warum wohl???

    Was soll uns das jetzt sagen, 80% der älteren Aussiedler trauern den guten stalinistischen Zeiten nach?
    Darf Mann/Frau hier im Land nicht in fremder Sprache der außergewöhnlich schönen Heimat nachtrauern?

    Es zählen doch wohl andere Dinge, da wäre die hier zur vollsten Zufriedenheit gelungene Integration der 2. und 3. Generation aller (Spät)aussiedler zu nennen.

    Man stelle sich nur den kanadischen Hochschulbetrieb vor, ohne den großen mennoitischen Gemeinden aus Russland, die dort nahezu jeden zweiten Professor stellen.

    Reumütig weint man den verlorenen Aussiedlern in Russland Tränen nach und startet bis heute verzweifelt Kampagnen, um die fleißige Gruppe wieder heim in die Taiga und Tundra zu locken.

    Kaum einer folgt diesem Angebot. Für wehmütige Betrachtungen des Marxismus, sybillinische Aussagen oder das Instrumentalisieren von Einzelfällen empfehle ich einen separaten Thread mit Lobpreisungen des Lebens in Russland und der Ukraine.



    Da hatte die RKKA gewiß was besseres zu tun, als irgend welche Dörfer zu räumen! Die Eisenbahn hatte die Aufgabe die Industrieanlagen zu evakuieren, mehr nicht!!!

    Anderen ihr junges Alter vorwerfen, aber selber mit engstirnigen und hölzernen Ansichten fernab der Realität aufwarten? Von den 150 Millionen Fotoaufnahmen der Wehrmachtssoldaten im Jahre 1941 ist keine einzige Aufnahmen mit flüchtenden Trecks von Volksdeutschen bekannt und mit die oberste Priorität der russischen Bahn war es, Volksdeutsche brachial gen Osten auszuschaffen, bei Widerstand über den Haufen zu schießen.

    Um wieder zum Ursprungsthema zu gelangen, zitiere ich aus einem Feldpostbrief (Wofür es lohnte, das Leben zu wagen: Briefe, Fotos und Dokumente eines Truppenarztes von der Ostfront 1941/42 ,Hans Machemer S. 81 ff. )



    Gruß

    Rüdiger


    Edit: Rechtschreibung

    Hallo Ju,

    Ich habe geschrieben, dass die volksdeutschen Menschen befreit wurden. Nicht das das Land befreit wurde.

    dann muss man es zum Teil doch deiner Jugend zuschreiben, bzw. zeugt es von einer gewissen Befangenheit mit landsmännischer Sichtweise, als Außenstehender von einer Befreiung zu sprechen. Diese ist gar nicht möglich bei deutschstämmigen Sowjetbürgern, selbst das heutige Völkerrecht erlaubt Staaten nur einen minimalinvasiven Eingriff in fremden Ländern, um dort bei Unruhen ihre eigenen Staatsbürger (Diplomaten und auswärtig Tätige) durch Militäreinsatz zu evakuieren. Emigranten sind davon nahezu ausgeschlossen.

    Deine Sicht erfolgt rein aus dem begrenzten Blickwinkel von schwer erfolgtem Leid, impliziert dann leider eine falsche egoistische Wertung a la "jene hatten verdientes Glück durch den Krieg".

    Wärst du 20 Jahre älter, würdest du garantiert über den Tellerrand hinaus den "Segen" der deutschen Besatzung beurteilen, also ohne Klassifizierung nach Gewinner und Verlierer.

    Von einer politischen Befreiung kann man meinetwegen ab dem Jahre 1980 sprechen, als sich die Möglichkeit bot, 3,5 Millionen Russlanddeutsche hier aufzunehmen.

    Das fällt dann auch in die Rubrik Verantwortung, die vollkommene Entrechtung und furchtbare Perspektivlosigkeit dieser Menschen war schließlich eine selbstverschuldete Altlast des Krieges.



    Mit dem Überfall auf die Sowjetunion (du merkst ja, ich benutze das völlig andere Vokabular, als du) wurde die Zivilbevölkerung angehalten sich in Sicherheit zu bringen. Also waren die Trecks der flüchtenden Zivilisten in der Ukraine, darunter auch mit den "Volksdeutschen", endlos. Das Problem bestand darin, dass die Wehrmacht und die Waffen SS sich schneller vorwärts bewegten, als eben diese Trecks.

    Das ist falsch interpretiert, in den Erzählungen hört sich das ganz anders an. Da kamen Räumkommandos der Roten Armee und haben ganze Dörfer mit Gewalt auf den Weg gebracht

    bzw. in Viehwaggons gezerrt und chaotisch durch die Ukraine bugsiert. Die Menschen wussten nicht, wie ihnen geschah.


    Selbst über die Verbrechen des Stalin-Regimes wissend, verteidigten die Leute egal welcher Nationalität die Ideologie des Marxismus.

    Wer denn jetzt, etwa die fleißigen Russlanddeutschen? Das wäre ja eine noch größere Sensation als die Hitler-Tagebücher vom Stern.

    Jemanden zu finden, der freiwillig seine Kultur, Tradition, Großgrundbesitz und Viehherde aufgab, nur um aus Überzeugung ein hungernder Ärmling unter Millionen sein zu wollen ?

    An Hoffnung auf bessere Zeiten und Verbundenheit mit der geliebten Heimat glaube ich, aber freiwillig in schlimmster Armut darben wollen?



    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Manfred,


    hier ist doch wohl eher ein Kindergarten der Eitelkeiten ursächlich am Scheitern der Diskussion, weniger das im Titel genannte Problemwörtchen "Befreiung". Ich glaube nicht, dass der Autor hier stur und revisionistisch eine Neuinterpretation erzwingen will. Entsprechend sollte man das oberlehrerhafte Moralisieren und Aufrechnen anderer Opfer auch mal gut sein lassen.


    Gruß

    Rüdiger

    Angeblich soll der MICROSOFT Edge schneller als alle anderen Browser zu sein, daran glaube ich nicht.

    Hallo Wolfgang,


    mit den Browsern ist es wie in der Autowelt. Der Edge mag als Ferrari, schnell von 0 auf 100 km/h sein aber ist sehr schlecht bei der Zuladung, Sprit- und Wartungskosten. Und hat massiv fehlende Standards, keine Parklücke passt.


    Vernünftige Menschen und Vielsurfer nehmen gleich den Marktführer Chrome, der auch beim 80. geöffneten Tab nicht murrt und die CPU kaum belastet. Sozusagen kostenlos und sicher mit einem Browser a la BMW X7 durch die Welt surfen. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Des Deutschen Hobby ist und bleibt das stundenlange Ausprobieren aller exotischen Alternativen. Steckt uns einfach im Blut, der ewige Jäger des verlorenen Schatzes ;)


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Wolfgang,


    das ist nach Archivfreigabe aktenkundig und taucht in jeder neuzeitlichen wissenschaftlichen Schrift auf. Franzosen und Briten wollten Stalin 1939 übertölpeln und sich selber nicht einbringen.


    https://www.telegraph.co.uk/ne…d-France-agreed-pact.html


    Kennst du nicht den Satz von Egon Bahr?

    "In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt."


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Ricardo,


    Ich muss leider meine Ersteinschätzung zu Starikovs Buch revidieren, nach dem Lesen einer Handvoll Seiten steht eine gruselige Beurteilung fest. Was hier von einem zwielichtigen russischen "Allroundgenie" an Phrasen und Polemiken zusammengereimt wurde, spottet jeder Beschreibung. Man sollte nicht händeringend um des Streites willen nach jedem Werk mit verschwörungstheoretischen Ansätzen Ausschau halten und dann hier ins Feld führen.


    90% solcher Werke scheinen mir selbstdarstellende Geldmacherei von dubiosen Zeitgenossen zu sein.



    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Ricardo, ich sprach ja nicht von allen Kriegsjahren. Aber o.g. Generäle mussten auch im ersten Halbjahr schwere Niederlagen hinnehmen.


    Sehr schön kann man übrigens alle stichhaltigen Argumente und Fakten kurz zusammengefasst in einem ZEIT-Artikel nachlesen:

    Die Legende vom Präventivkrieg

    https://www.zeit.de/1997/25/Die_Legende_vom_Praeventivkrieg


    Inklusive Beweis durch Hitler selbst (...erst in 10 Jahren...). Kennt jemand das protokollierte Tischgespräch, an welchem Tag es aufgezeichnet wurde?


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Arnd,


    wer von sich überzeugt ist, der würde auch mit ausgesiebtem Offizierskorps angreifen, zumal Führungsgehler mit Soldatenverlusten in Russland zur Not emotionslos und rasch aufgefüllt wurden. Die Deutschen haben ja ebenfalls mit gesiebtem Führungspersonal noch lange einen törichten Abwehrkrieg geführt, nützliche Idioten und willige Vollstrecker finden sich in jeder Armee.


    Bei der Betrachtung "Präventivkrieg" sollte man nicht stupide auf die Indiz "Panzeransammlung im Süden" setzen. Wie du schon bemerkst, war das Offizierskorps auf gehorsame, wenig brillante Wasserträger zurechtgestutzt, unfähig zu moderner Kriegsführung und Panzeroperationen. Die ersten fähigen Nachwuchsgeneräle kristallisierten sich erst in der Winterschlacht 41/42 heraus, zuvor war alles nur Tragik mit törichten Blutzoll. Hätte Stalin im Winter vor Moskau nicht seinen Junggeneralstablern ins Handwerk gepfuscht, die Front Mitte wäre zusammengebrochen und der Krieg vorzeitig beendet gewesen.


    Und seit der Blamage im Finnlandkrieg war noch nicht viel Zeit für Modernisierung und Aufrüstung vergangen. Gegen Deutschland hätte man sicherlich mit mehr als dem antiken Metallschrott aufwarten müssen.


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Tiger,

    vom ursprünglichen Thema jetzt hin zum "ganz großen Fass"? Dieser Einwurf mit dem Geschreibsel eines abgehalfterten Generals, der sich die Rosinen aus übelsten Publikationen herausgepickt hat, trägt Null und Nichts zum Thema dabei. Sehe ich als billigen Versuch an, hier mit Verschwörungstheorien neue Schäfchen zu fangen. Es bleibt bei einem deutschen Überfall gen Osten im Sommer 1941, was 1 - 2 Jahre später nach Stalins Aufrüstung gätte anders verlaufen können, steht nicht zur Debatte. Vor Gericht wird auch der zustechende Täter verurteilt, nicht das Opfer mit dem Taschenmesser in der Hosentasche.


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Karl,


    Ich habe nie bestritten, dass der persönliche Schutz damals unzureichend war und das auch Akut- oder Spätschäden eintraten. Man sollte jedoch keinesfalls dramatisieren, der normale Feld-, Wald- und Wiesengrenadier hat die Kriegsjahre mit den Gefechtstagen ohne großartige Schäden überstanden. Davon zeugen Dutzende Veteranen im whq-forum mit ihren Erinnerungen bzw. die Stellungnahmen der Söhne in entsprechenden Threads.

    So wie ein 39°C Sommer auch kein hysterische Deutung eines Klimawandels erlaubt.


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Karl,


    deine Aufzählung betrachte ich als größtmögliche Schadensfälle, die davongetragen werden konnten. Die Praxis ist da eher mit heutigen lautstarken Konzerten vergleichbar. Einer von tausend Besuchern hat Pech und bekommt ein bleibendes Fiepen im Ohr, der Rest verlässt mit Rauschen im Ohr das Konzert und hört regeneriert am nächsten Morgen so gut wie eh und je.

    Ein vernachlässigbarer Prozentsatz, insbesondere bei Artilleristen, wird bleibende Hörschäden davongetragen haben. Aber niemand mit zwei leergeschossenen MP-Magazinen oder einstündigem MG-Kampf.

    Ich bitte um wissenschaftliche Nachkriegsstudien, kein "Stammtischhörensagen" von Veteranen, die zuvor 30 Jahre in einem Walzwerk arbeiteten und dort halbtaub wurden.


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Karl,

    Übrigens: Da müssten eigentlich alles Soldaten in der HKL einen Gehörschutz getragen Haben, oder?

    warum, es stand doch nicht jeder neben einem MG oder der Mündungsbremse einer Feldhaubitze. Das Thema Gefechtslärm scheint mir überbewertet, ein heutiger Jugendlicher bekommt bei regelmäßigem Disco- und Konzertbesuchen über Jahre die fünffache Dosis Lärm gegenüber einem Grenadier von damals ab. Und der große Teil wird noch im Alter gut hören. Das Gehör konnte sich wunderbar selber regenerieren, bei Ruhezeit nach einem mehrstündigen Gefecht. Nur bei Volltreffern oder neben dem schweren Geschütz drohte ein Trommelfellriss oder schwerer Gehörschaden.


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Prost,


    sehe es ähnlich kritisch, jetzt noch wahllos auf Teufel komm raus hochbetagte Veteranen ausfindig machen zu wollen. Zum Thema existieren bereits dutzende Websites mit tausenden von Interview-Aufzeichnungen, YouTube beherbergt dazu Hunderte von Veteraneninterwiews.


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo,

    eigentlich ist es schade, dass man als außenstehender logischerweise die Feldpostbriefe eben so herunterliest. Man besinnt sich auf die sachlichen Fakten: Wo ist die geografische Lage, wie ist dort die miltärische Lage, welche Operationen sind dort erfolgt, welche Einheiten lagen dort usw.

    dem kann ich absolut nicht zustimmen, die allerwenigsten Leser von Feldpost interessieren sich für militärische Details und Angaben zu Einheiten, der Focus liegt eindeutig auf den Beschreibungen der Lebensumstände, dem persönlichen Empfinden und dem Dialog zwischen Schreiber und Empfänger.



    Jahrgang39

    Ich würde das Angebot eines landesweit als sehr teuer bekannten Militariahändlers nicht als Maßstab nehmen. Die Bänder werden deutlich unter diesem Preis gehandelt.


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo Eggi,


    recht nette Bilder, aber die "Mutter aller Museen" fehlt in deiner Sammlung. In Wolgograd auf dem Mamajew Hügel die Breite der Wolga erblicken, den Wachwechsel bei der ewigen Flamme erleben und danach ins Panoramamuseeum, das wäre eine unvergessliche Reise. Nicht so viel Metall wie andernorts, aber an der Uferpromenade im Restaurant Bamberg deutsch speisen, im Cafe Gretel einen guten Wiener Kaffee trinken und dabei feststellen, wie wenig nachtragend man dort gegenüber deutschen Besuchern ist, ein unbeschreibliches Erlebnis. Bei 27 Mill. Opfern eine echte Leistung.


    Gruß

    Rüdiger

    Hallo,


    an einer Abgabe von Kriegsgefangenen aus Ostpreußen glaube ich persönlich nicht. Die 28. Jäger-Div. inkl. Art.Regiment hatte im Februar 44 immense Umstrukturierungen nach schwerem Abwehrkampf. Vielleicht führte ihn eine Verwendung als Gebirgsartillerist auf den Balkan, ohne Aktualisierung des Wehrpass. Seltsam dann aber die Eintragung der Verleihung ohne Weitergabe bzw. weitere Vermerke. Die Verleihung wird wohl verspätet aus dem Krim-Einsatz stammen, könnte aber genau so gut im Süden Russlands/Rumänien, Sommer 44 erfolgt sein. Solch Auszeichnung wurde bereits verliehen, wenn rumänische Offiziere nur bei einer Waffenvorführung zugegen waren und sich Name + Einheit notierten.



    Gruß

    Rüdiger

    Hallo,

    Ich wäre ja etwas zurückhaltend mit Analysen wie dieser oder jener sei in seiner Sichtweise massiv voreingenommen. Aber das musst du für dich selber entscheiden. Ich sehe keinen Sinn, mit selber Münze zu kontern

    nun ja, deine Sichtweise scheint mir eine unverkennbar ideologische Färbung zu besitzen. Ich fasse mal zusammen - Zeitzeugen verdrehen grundsätzlich alles (auch die neutralen Zwangsarbeiter),

    Sollte doch einmal unwiderlegbar ein schwarzes Schaf dabei gewesen sein, so hatte der alliierte Pilot meist eine schwere Kindheit oder der Deutsche stand zumindest unglücklich im Weg?

    Und außerdem, so richtig massiv mordlüstern wie deutsche Piloten beim Beginn des Polenfeldzugs waren keine anderen?

    Hier kann ich nur mahnend an die Worte Hanns Joachim Friedrichs erinnern, gilt dann auch für Historiker:

    Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache.


    Während in anderen Foren das Thema weitestgehend sachlich diskutiert wird, kann hier auf keinen Fall sein, was nicht sein darf. Und wenn all das armrudernde Lamentieren und Erklären nicht ausreicht,

    wird gleich die moralische Schiene aufgetischt, hey - die habens doch verdient gehabt? Hier muss aus erzieherischen Gründen einfach alles aufrecht gehalten werden, der keusche Amerikaner, der stets ritterliche allierte Flieger, der nichts genau erkennen konnte? Hust, traurig das.


    geht doch mal zu den Standesämtern bzw. Archiven eurer Gemeinden und schaut in den Sterberegistern 1944/45 nach Eintragungen, ob die Personen durch Flugzeugbeschuss, Bordwaffenbeschuss oder Tiefangriff gestorben sind. Ich habe das mal für den westfälischen Kreis Steinfurt gemacht. Ergebnis: Tote bei Angriffen auf Züge, Lokomotiven, Bahnhöfe, Fliegerhorste - kein einziger Bauer auf dem Feld oder sonstige Eintragungen wie "auf der Straße von x nach b" oder ähnliches.

    Macht Euch mal die Mühe!

    Die Sache hat einen kleinen Denkfehler. wie der unerschütterliche Glaube an den Nachbarn, der mit seinem permanenten Rauchen 100 Jahre alt geworden ist. Kann der Qualm also nicht so schädlich sein?

    Ich würde die westfälische Einöde mit einigen betagten RAF-Piloten in flügellahmen Spitfires nicht als den Referenzrahmen für Tieffliegerangriffe ansehen. So richtig spannend wurde es erst im Süden,

    wenn da mehrere Hundert amerikanische Jagdbomber bei schönstem Wetter auf die Jagd gingen, weitestgehend ungestört und mit gescheiten 20mm Bordkanonen ausgestattet. Bekommt man eine ordentliche Garbe ab, ist die zwei oder dreigeteilte Leiche überhaupt nicht mehr identifizierbar. Und wer machte auf dem Amt schon viel Aufhebens um einen ortsfremden Flüchtling, der in den letzten Kriegstagen noch Pech hatte.

    Und unter amerikanischer Besatzung machte man sich garantiert keine großen Freunde, wenn da unter Aufsicht eines Seargant Major viele entsetzliche Einträge in den Sterberegistern getätigt wurden. Dann die Pechvögel doch lieber stillschweigend verscharren und kein weiteres Wort darüber?.

    Wie hartnäckig der Kampf um Nordbayern in der Luft war, kann man z.B. seriös auf 1000 Seiten nachlesen. Akribisch sogar mit Namen der Toten und den Tieffliegeropfern recherchiert:

    Luftkrieg von Aschaffenburg bis Zwiesel: Militärisch-technisches Feature zur Heimatgeschichte Nordbayerns ( Harald G Dill )



    Es gibt freilich auch genügend Beispiele, wo erinnert wird, dass Piloten keineswegs blind auf alles schossen, was sich bewegte (wobei natürlich auch dabei Überformungen von Erinnerungen möglich sind) - etwa Berichte von einigen der Häftlinge, die zu den letzten Zwangsevakuierungsmärschen aus Buchenwald gehörten. Sie erinnern, dass ihre Kolonne auf dem Marsch nach Weimar mehrfach überflogen, aber explizit nicht angegriffen wurde, auch auch beim Angriff auf ihren Zug einige Kilometer weiter konzentrierte sich das Feuer eher auf die Lokomotive, nicht auf die wegrennenden Männer. Das Sterben begann dann vor allem auf dem Weitermarsch, als Wachmannschaften und andere Deutsche die Marschunfähigen und aufgegriffene Flüchtlinge erschossen.

    Die haben viel Glück gehabt, ein beliebtes Ziel alliierter Tiefflieger waren sonst alliierte Kriegsgefangene. Man konnte im Rausch also auch blind auf alles schießen, auch eine Menge eigener Soldaten erledigen:

    https://de.m.wikipedia.org/wik…_Weimar_(27._Februar_1945)



    Gruß

    Rüdiger

    Hallo zusammen,

    Und um den Tieren das beizubringen wurden - aus heutiger Sicht - viele unschöne und meist brutale Methoden angewendet. Deren Anblick man sich, seinen Kindern und Enkeln heute nicht mehr zumuten würde.

    das scheint mir etwas überzogen. Als wenn man beim Militär nicht alle Zeit der Welt hatte, um mit normalen Mitteln gescheites Pferdematerial heranzuziehen. So arg gruselig ging es doch eher bei rumänischen Tanzbären oder der ersten Elefantenhaltung in deutschen Zoos zu?


    für den Zeitraum vom 22. Juni 1941 bis zum 31. Dezember 1944 zufolge, lag der Monatsdurchschnitt an Totalausfällen bei Pferden in der Regel bei etwa 30.000, davon über 90% beim Ostheer.

    Rechnet man Katastrophenmonate (Kälte / Kessel) heraus, bleiben für jede Ostfrontdivision 3 erkrankte/erschöpfte Tiere pro Tag übrig.

    Napoleon erreichte an bitterkalten Tagen fast 20.000 verendete Pferde in 2-3 Tagen


    Gruß

    Rüdiger