Posts by andernach

    Hallo, eine Chronik zur SS-Flakabteilung 16 von Hermann Neiter ist mir nicht bekannt.

    Zur SS-FlakAbt 16 kenne ich nur die beiden folgenden (kurzen) Berichte:


    - Chronik der SS-FlakAbt 16 von Harry Stein, gedruckt in "Im gleichen Schritt und Tritt", Dokumentation der 16. SS-PzGrenDiv "Reichsführer-SS", Truppenkameradschaft (Herausgeber), 1998 Schildverlag, Seite 711-716


    - Dokumentation "Meine Soldatenzeit" von Hans-Günter Sohler, Herausgeber: Werner Barmann, Umfang: 11 Seiten


    Viele Grüße,

    andernach

    Hallo,

    folgende Angaben zur 87th InfDiv und 607th TD Btl:


    Zur Ergänzung aus den Unterlagen des 607th Tank Destroyer Battalions. Das Bataillon war vom 15.03. bis 09.05.1945 der 87. Infanteriedivision unterstellt.

    „Summary of Operations“ des 607th Tank Destroyer Battalions vom 03.04.1945:

    Am 28.03.1945 war das 607th Tank Destroyer Battalion (ohne die A und C Kompanie) Teil der Task Force Sundt (LTC Harald S. Sundt war der Kommandeur des 607th Tank Destroyer Battalion) : "Der I. Zug fuhr mit der Task Force und säuberte Weilmünster (0448). Ankunft um 17.00 Uhr."


    „Summary of Operations – Task Force Sundt“ des 607th Tank Destroyer Battalion vom 08.04.1945:

    "1st CO erreichte am 29.03.1945 Weilmünster um 12.30 Uhr".


    „Journal of the 607th Tank Destroyer Battalion“, Seite 256:

    "29.03.1945: TFS (Task Force Sundt) marschierte um 12.30 Uhr durch Weilmünster."


    Die 87. Infanteriedivision hatte am 30.03.1945 ihren Gefechtsstand in Weilmünster.


    Quelle.

    https://tankdestroyer.net/unit…leries/607th-td-battalion

    https://history.army.mil/documents/ETO-OB/87ID-ETO.htm


    Gruß,

    andernach

    Hallo Martin,

    bei den von Dir zitierten Stellen ist zu beachten, dass es sich um Angaben der 87. US-Infanteriedivision handelt. Dies bedeutet nicht, dass diese die ersten Amerikaner in Weilmünster waren. Teile der US-Streitkräfte stießen entlang der heutigen B49 von Limburg Richtung Wetzlar vor, schwenkten Richtung Osten (Weilburg) ein, um dann von Nord nach Süd vorzugehen. So waren diese US-Einheiten bereits am 27.03.1945 in Weilburg und damit nicht allzuweit von Weilmünster entfernt, denke ich. Südlich der heutigen B8 entlang der heutigen A3 standen US-Streitkräfte im Gefecht mit Resten der 6. SS-GebDiv. Die, z.B. bei den Ortschaften Nieder- und Oberbrechen, in Verteidigung befindlichen Gebirgsjäger, deren "Stellungen" nach Süden ausgerichtet waren, wurden z.T. von den aus Norden kommenden Amerikanern überrascht.

    Können die Zeitzeugen aus Weilmünster etwas zur Zugehörigkeit der US-Truppen sagen (Division) bzw. aus welcher Richtung sie in Weilmünster einmarschierten? Ich vermute mal, dass sich sich dabei um die Truppen handelte, die aus dem Raum Weilburg vorstießen. Dies konnten auch zunächst Aufklärungskräfte der gebildeten Task Forces sein, z.B. die 89th Cavalry Reconnaissance Squadron. Diesen folgten dann stärkere Verbände, welche die Ortschaften anschließend besetzten, teilweise mit mehreren Tagen Verzögerung.Wie ich bereits geschrieben habe, gab es weder für die Verteidiger (die teilweise ohne Lageorientierung agieren mussten), noch für die Angreifer (die ebenfalls kein genaues Lagebild über die vorhandenen deutschen Kräfte und deren Dislozierung hatten) eine zusammenhängende Front. In einzelnen Ortschaften tauchten zunächst deutsche Truppen, dann die ersten US-Truppen (meist schnell vorstoßende Aufklärungskräfte), dann wieder deutsche Truppen und später die stärkeren US-Verbände auf. Die Bevölkerung kam mit dem Auf- und Abhängen der weißen Bettlaken gar nicht nach (und das meine ich nicht als Scherz, sondern in mehreren Ortschaften des Vordertaunus so bezeugt). Es wäre schön, wenn Du zu den ersten US-Truppen in Weilmünster und der Richtung, aus der sie eintrafen, noch etwas herausfinden könntest.

    Gruß,

    andernach

    Hallo Uwe und danke für die weiteren Hinweise. Was das "Zusammenpuzzeln" angeht, habe ich mir die von Dir bereits erwähnte Quelle (KTB II. Fs.K., RL-33-5) noch mal genauer angesehen.

    In der Anlage 3 zu Korpsarzt II. Fallschirmkorps findet sich unter 3. Berichtszeit vom 20.09.-29.11.1944, Einsatz im Frontabschnitt Kleve-Goch-Gennep folgender Eintrag:

    Im Verlauf der Berichtszeit waren folgende Einheiten in zeitlicher Reihenfolge unterstellt, wurden zugeführt bzw. schieden aus dem Korpsbereich aus:

    1.)....

    ...

    21.) SS-Bataillon Schnelle

    bis 6.10.44 Pz.Brigade 108,

    bis 19.10.44 direkt Gen.Kdo.II.Fsch.Korps unterstellt,

    Abgang am 19.10.44 an Stammdivision


    Nun sind wir von der Bezeichnung "SS-Kampfgruppe Kranenburg" über "SS-Kampfguppe Schnelle", "SS-Kampfgruppe Havemeister" beim "SS-Bataillon Schnelle" gelandet, die wohl alle miteinander zusammenhängen.

    Somit ist es möglich/wahrscheinlich, dass

    - die Bezeichnung "SS-Kampfgruppe Kranenburg" vor Ort bei den vorgesetzten Dienststellen/Verbänden keine Verwendung fand

    - die Kampfgruppe hauptsächlich aus Teilen von Panzergrenadierkompanien der 1. und 12. SS-PzDiv bestand

    - die Teile 12. SS-PzDiv unter der Bezeichnung "SS-Kampfgruppe Havemeister" (vmtl. zwei Kp SS-PzGrenRgt 25) angemeldet wurde

    - mit den Teilen der 1. SS-PzDiv (eine oder zwei Kompanien) das "SS-Bataillon Schnelle" unter Hauptsturmführer Schnelle zusammengefasst

    - am 19.10.1944 aus dem Unterstellungsverhältnis ausschieden und der 1. bzw. 12. SS-PzDiv rückunterstellt wurden.


    Kannst Du noch etwas zu den von Dir erwähnten US G-2 Reporten sagen (Zeit, Ort und Inhalt)?


    Beste Grüße,

    andernach

    Hallo Uwe,

    bezüglich Deiner Einschätzung, dass Ustuf. Klein die SS-KG Havemeister beim Stab Korps Feldt gemeldet hat, schließe ich mich an.


    Den Untersturmführer Willi Klein habe ich inzwischen auch im KTB Nr. 1 des I./SS-PzGrenRgt 25 finden können, dort wird er als Zugang unter dem Datum 05.10.1943 vermerkt.

    Das KTB Korps Feldt habe ich mir nun auch mal organisiert und inzwischen überflogen. Interessant ist, dass weder die SS-KG "Schnelle", noch die SS-KG "Havemeister" in einer der Anlagen Erwähnung findet. In den Anlagen zum KTB sind tagesaktuelle "Kriegsgliederungen" aufgeführt inklusive Ort der Gefechtsstände etc. Auch bei den dort maschinengeschriebenen Befehlen und Meldungen ist von den beiden SS-Kampfgruppen nichts zu finden. Deren Zugang wird im KTB vermerkt und dann erfolgt keine weitere Bemerkung/Erwähnung mehr.

    Unter dem Datum 20.09.1944 habe ich noch einen Nachtrag im KTB gefunden, den ich leider nicht genau entziffern kann. Vielleicht kann jemand beim Entziffern des Nachtrags/Einschubs unterstützen (die Qualität ist leider nicht berauschend)19440920_KTB Korps Feldt.jpg:

    " 9,15 Uhr SS Ustuf. P.... .... Unternehmen Skorpion wird ... der Kleve zu Gen. d. Kav. Feldt verwiesen "


    Dies scheint sich allerdings auf das Propagandaunternehmen "Skorpion" der SS-Standarte "Kurt Eggers" zu beziehen.


    Beste Grüße,

    andernach

    Hallo Uwe,

    das Ergebnis Deiner Recherche klingt vielversprechend.

    Obersturmführer Kurt Havemeister war beim II./SS-PzGrenRgt 25 (Quelle: KTB Nr. 1, SS-PzGrenRgt 25, 01.06.-26.09.1944). Gemäß der Führerliste von John Moore hat er später als Hauptsturmführer die 7./25 als Kompaniechef geführt (ob auch schon im September 1944 konnte ich bisher nicht eruieren).

    Einen Untersturmführer Klein (Willi Klein) gab es laut Führerliste von John Moore als Kompaniechef der 10./25. Zu diesem konnte ich bis jetzt im KTB keine näheren Angaben finden.

    Wenn diese beiden Namen passen, könnte somit das Netz engmaschiger werden.

    Als Fragen blieben dann noch:

    Bestand die SS-Kampfgruppe Havemeister aus zusammengewürfeltem Personal des SS-PzGrenRgt 25 (ggf. Personal der Kompanien 7. und 10.?) und SS-PzGrenRgt 26?

    Oder war je eine Kompanie aus Rgt 25 sowie 26 unter Hstuf. Havemeister zusammengestellt worden?

    Wird Ustuf. Klein in Klammern aufgeführt, weil nur die ihm unterstellten Kräfte der SS-KG Havemeister zum Einsatz kommen sollten?

    Mal sehen, was sich noch ergibt.


    Zunächst einmal vielen Dank für Deine Unterstützung.

    Viele Grüße,

    andernach

    Hallo,

    die Uniform gehört zur Panzertruppe der Wehrmacht, nicht zur Waffen-SS.

    In der Online-Gräbersuche des Volksbundes ist folgendes zu finden:


    Nachname: Schiffer
    Vorname: Wilhelm
    Dienstgrad: Unteroffizier
    Geburtsdatum: 15.10.1916
    Geburtsort: Heistern
    Todes-/Vermisstendatum: 20.07.1944
    Todes-/Vermisstenort: bei der Truppe

    Wilhelm Schiffer konnte im Rahmen der Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Die vorgesehene Überführung zum Sammelfriedhof in Stare Czarnowo war somit leider nicht möglich. Sein Name wird im Gedenkbuch des Friedhofes verzeichnet.


    Gruß,

    andernach

    Hallo,

    bei der Gräbersuche-Online vom Volksbund sind unter dem Geburtsort Szomor zwei Personen gelistet, allerdings wie üblich ohne Angaben zum letzten Truppenteil. Der von Danny genannte Franz Amorth ist ebenfalls darunter:


    Nachname: Walter
    Vorname: Franz
    Dienstgrad: Kanonier
    Geburtsdatum: 31.05.1923
    Geburtsort: Szomor
    Todes-/Vermisstendatum: 02.10.1944
    Todes-/Vermisstenort: Oarba de Mure

    Franz Walter ruht auf der Kriegsgräberstätte in Iasi.

    Endgrablage: Block 1A Reihe 9 Grab 387


    Nachname: Amorth
    Vorname: Franz
    Dienstgrad: Grenadier
    Geburtsdatum: 27.08.1926
    Geburtsort: Szomor
    Todes-/Vermisstendatum: 31.12.1944
    Todes-/Vermisstenort: südöstl.Litava

    Franz Amorth ruht auf der Kriegsgräberstätte in Vazec (SK).

    Endgrablage: Block 7 - Unter den Unbekannten


    Saxnot: Zu Dorog gibt es acht Einträge. Vielleicht kennst du diese ja noch nicht.


    Gruß,

    andernach

    Guten Tag,

    aufgrund der Beschriftung einer Erkennungsmarke lassen sich keine 100%igen Rückschlüsse auf zwischenzeitliche Versetzungen oder die letzte Verwendung bzgl. Teilstreitkraft/Organisation/Einheit schließen. Die Erkennungsmarke wurde kurz nach Dienstantritt bei eben dieser Einheit oder Organisation angefertigt und an die Person ausgegeben. Versetzungen wirkten sich nachträglich nicht auf die Beschriftung der Erkennungsmarke aus. Bei Verlust der Erkennungsmarke wurde eine sogenannte Ersatzmarke angefertigt und der betroffenen Person ausgehändigt, wie durch Eumex im obrigen Beitrag bereits erwähnt. Beispielsweise haben Angehörige der Luftwaffe, die im Sommer/Spätsommer zur Waffen-SS versetzt wurden ("Göring Spende") ihre Erkennungsmarken weiterhin getragen bzw. die Bezeichnung auf der Erkennungsmarke behalten. Diese "Luftwaffen spezifische Erkennungsmarkenbeschriftungen" wurden auch in den neu ausgestellten SS-Soldbüchern übernommen und eingetragen. Gingen die Unterlagen zu Erkennungsmarken verloren und lagen der WASt nicht (mehr) vor, dann war/ist eine Identifizierung des Toten/der sterblichen Überreste nicht möglich, weder personenbezogen, noch bezüglich der Einheit. Dies kann man teilweise bei Kriegsgräberstätten erkennen, wo unter den "Unbekannten" Personen liegen, deren Erkennungsmarkennummer zwar bekannt war/ist, sich aber kein Name zuordnen lässt. Aufgrund der Erkennungsmarkenbeschriftungen lassen sich somit auch keine alleinigen Rückschlüsse auf Einheiten, die in einer bestimmten Gegend gekämpft haben, schließen.

    Grüße,

    andernach

    Hallo,

    zumindest in der Führerliste von John Moore ist ein Paul Forner nicht gelistet. Dazu wäre der Dienstgrad "Hauptsturmführer" für einen Angehörigen des Jahrganges 1921 eher ungewöhnlich (zumindest in der Waffen-SS), weil nach meiner Bewertung/Erfahrung viel zu jung. Ich tippe mal auf eine häufige Verwechslung zwischen Hauptsturmführer (Hauptmann) und Hauptscharführer (Oberfeldwebel).

    Gruß,

    Andernach

    Hallo und schönen Dank für die Ergänzungen.

    Die von Andre aufgeführten Artillerieeinheiten dürften aus zweierlei Hinsicht nicht passen. Zum einen hatten sie keine Werfer, zum anderen steht in dem von Uwe beigefügten Dokument des Ia des Oberkommandos der Heeresgruppe B:

    Betreff: Eingesetzte Teile der SS-Pz.Divisionen.

    Also ist wohl davon auszugehen, dass die Werferbatterie eine Einheit der Waffen-SS war.

    Möglicherweise irritiert die Aufstellung unter dem II. Fallschirm-Korps auch bezüglich der angegebenen Stärke der vier Einheiten. Die vier Einheiten haben zusammen eine Gesamtstärke von 5/77/278//360 Mann. Die Darstellung suggeriert, dass die vier Einheiten zusammen gehören bzw. eine Kampfgruppe bilden. Dies muss allerdings nicht sein, da hier nur aufgeführt wird, welche und wieviele der eingesetzten Teile von SS-Panzerdivisionen sich beim II. Fallschirm-Korps befanden.

    Eine Batterie der SS-Werferabteilung 12 schließe ich aus. Nach dem Ausbruch aus dem Kessel von Falaise war nur noch eine Batterie einsatzbereit, nämlich die 4. Batterie. Und diese wurde der 2.SS-PzDiv unterstellt und kämpfte bei Prüm.

    Über den Zustand und Verortung der SS-Werferabteilung 1 im Zeitraum 22.09.-18.10.1944 liegen mir keine Informationen vor.

    Die Reste der SS-Werferabteilung 102 erhielt am 09.09.1944 den Befehl vom GenKdo/II.-SS-PzKorps bis zum 11.09.1944 eine Werfergruppe, bestehend aus zwei Batterien (2. und 3.Bttr) aufzustellen. Am 11.09.1944 erfolgte die Übergabe der angeforderten Waffen, Gerät und Fahrzeugen an die Werfergruppe "Nickmann". Die Werfergruppe "Nickmann" war bei den Kämpfen im Raum Nijmegen eingesetzt. Gemäß "Die Werfer-Abteilungen der ehemaligen Waffen-SS", Herbst/Vahldiek, 1958, waren die Stellungen allerdings im Raum Osterbeek/Wolfheeze, also ca. 30 Kilometer nordwestlich von Kranenburg.

    Interessant ist auch ein Hinweis aus "Die Leibstandarte, Teil IV/1". Hier wird von einer Kampfgruppe Teich (Obersturmführer Gottfried Teich) berichtet, die am 01.10.1944 "nördlich der Maas bei Nijmegen" eingesetzt war. Gemäß der Quelle war Ostuf. Teich der Kompaniechef der 3./SS-PzGrenRgt 2, bei John Moore in der Führerliste wird er als Kompaniechef der 1./SS-PzGrenRgt 2 angegeben. Kranenburg wäre auch nördlich der Maas und nur 14 Kilometer ostwärts von Nijmegen. Entweder war eine weitere Kompanie (3. Kompanie "Teich") des SS-PzGrenRgt 2 bei den Kämpfen im Großraum Nijmegen eingesetzt, oder die KG "Teich" (als 1. Kompanie, wie bei John Moore angegeben) war Teil der SS-Kampfgruppe "Kranenburg" unter Hauptsturmführer Schnelle.

    Hier bleibt wohl noch Luft zum Weiterrecherchieren.

    Gruß,

    andernach

    Hallo Uwe und Andre,

    es ist immer wieder schön zu sehen, dass auch nach Jahren noch Informationen zu älteren Themen dargelegt werden können.

    Da Uwe aus dem Kriegstagebuch der Heeresgruppe B die Angabe von nur einer LAH Kompanie gefunden hat, ist mit Andres Ergänzung zur EK-Verleihung an Angehörige der 1. und 2. Kompanie des SS-Panzergrenadier-Regiments 2 LAH von einer gemischt zusammen gesetzten Kompanie auszugehen. Leider scheinen weder Angehörige der beiden Kompanien der 12. SS-PzDiv "Hitlerjugend" noch der Werferbatterie beliehen worden zu sein. Ansonsten gäbe es einen Hinweis auf deren Kompaniezugehörigkeit bzw. von welcher Division die Werferbatterie abgestellt wurde. Andre, ich nehme an, Du hast auch dies in in den Dokumenten zum II. Fallschirm-Korps geprüft und hättest es ansonsten hier erwähnt?

    Nochmals vielen Dank.

    Gruß,

    andernach

    Hallo,

    In der Führerliste von John Moore ist folgender Eintrag zu finden:

    Nachname: Weder

    Vorname: Kurt

    Geburtsdatum: 21.12.1919

    Als Untersturmführer im März 1945 beim SS-Pz.Gr.AuE.Btl.2


    Gruß,

    andernach

    Hallo Michael,


    In den 80er Jahren wurden die Auskünfte bei der ehem. WASt oftmals durch die ehemaligen Kriegsteilnehmer selbst eingeholt, um für die Rentenberechnung einen Nachweis zu haben, dass sie im Kriegsdienst/Wehrdienst und Gefangenschaft waren.

    Wenn du das Geburtsdatum deines Großvaters, welches wohl etwa um 1923 liegen dürfte, betrachtest, dann war er zum Zeitpunkt 1983 ca. 60 Jahre alt. Zeit um die Rentenangelegenheiten zu ordnen. Teilweise mussten ehem. Kriegsteilnehmer, zu denen es keine offiziellen Unterlagen mehr gab, sogar eidesstattliche Erklärungen ehemaliger Kameraden einholen und vorlegen.

    Zu den beiden Einheiten:

    Zur 4./SS-Pi.Btl. kann nur soviel gesagt werden, dass es sich um die 4. Kompanie eines SS-Pionierverbandes gehandelt hat. Wenn er 1941 eingezogen wurde, dann kann dies logischerweise nicht die 12.SS-PzDiv "Hitlerjugend" gewesen sein.

    Also muss er zumindest ein Mal versetzt worden sein, da er laut Meldung vom 08.05.1945 als Angehöriger der 3. Kompanie/SS-Pz.Pi.Btl.12 "Hilterjugend" in alliierte Kriegsgefangenschaft gegangen ist. Leider ist aufgrund der Angaben nicht erkennbar, ab wann er zur 12.SS-PzDiv "Hitlerjugend" gehörte. Sollte er die Kämpfe in Ungarn und Österreich 1945 mitgemacht haben, dann gehört er wohl zu den wenigen Glücklichen, die den Krieg überlebt haben. Hier mal ein Beispiel:

    Am 21.03.1945 fanden Kämpfe der 12. SS-PzDiv bei Csöszpuszta, wenige hundert Meter ostwärts Tés, statt. Das SS-PzPiBtl 12 hatte nach Angaben seines Kommandeurs fürchterliche Verluste (ca. 230 Mann). Der Kompaniechef der 2. Kompanie, Hans Richter, berichtete dazu in der Chronik der Pionierkameradschaft Dresden, dass die 2.Kp bis auf wenige Männer untergegangen ist. Die 2. Kp schirmte den Ort Jasd nach Nordosten ab und hatte bei der Czösz-Pußta, die bereits von den Russen besetzt war, nach rechts lockere Verbindung zur Korps-Begleitkompanie, die aber dann abriß. Am Spätnachmittag sollte die 2.Kp mit Sturmgeschützen, die angeblich zugeführt werden sollten, die Czösz-Pußta wiedergewinnen. Richter zog seine Kp in einer Mühle am Gaja-Bach unter und verlegte zur einer Besprechung zum Bataillonsgefechtsstand. Im Morgengrauen des 22.03.1945 griffen die Sowjets mit starker Infanterie an. Von den ca. 120 Mann der 2.Kp. die bei der Mühle lagen, gab es kein Lebenszeichen mehr. Alle wurden als vermisst gemeldet.

    Durch die Chronik der Pionierkameradschaft Dresden ist die Geschichte des SS-PzPiBtl 12 recht gut belegt. Ohne einen Namen zu haben, macht die Suche in Originaldokumenten und in der Chronik für Außenstehende aber keinen Sinn.


    Gruß,

    andernach

    Hallo escort1,

    hier noch eine Anmerkung, eine Ergänzung und ein Frage.

    Wenn Sie in dem einem Forum Dokumente hochladen und in einem anderen nur kurze Fragen stellen, ohne die vorhandenen Hintergrundinformationen, dürfen Sie sich über wenige Antworten nicht wundern. Eine saubere Recherche durch die hiesigen Forumsmitglieder ist dann nicht möglich.

    "THWler" hat in seinem Bericht die Vermutung geäußert, Ihr Großvater könnte sich freiwillig bei der Waffen-SS gemeldet haben. Dies muss allerdings nicht unbedingt sein. Im Jahr 1944, und gerade in den Monaten August/September, wurden von Hermann Göring eine große Anzahl von Luftwaffenangehörigen an die Waffen-SS abgegeben. Dazu mussten die Betroffenen keine Einwilligung geben. Die "altgedienten" Angehörigen der Waffen-SS nannten dies spöttisch die "Hermann-Göring-Spende".

    Nun noch meine Frage: Welches Idstein soll zu den Rheinwiesenlagern gehört haben? Ich kenne nur Idstein am Taunus, zwischen Limburg und Frankfurt an der A3. Die sogenannten Rheinwiesenlager waren zwar nicht nur am Rhein, wie der Name suggeriert. Idstein kenne ich allerdings in diesem Zusammenhang nur als Lazarettstadt. Das heißt, hier wurden schwer erkrankte Kriegsgefangene aus den Lagern in Rheinhessen/Pfalz etc. (z.B. Bretzenheim-Winzenheim) eingeliefert.

    Gruß,

    andernach

    Hallo,

    gemäß den Artikeln muss es sich um Breitenbach/Bebra handeln. Im weiteren Umfeld gibt es zwar noch Breitenbach am Herzberg, Breitenbach/Schlüchtern und im Norden Breitenbach/Schauenburg, die liegen allerdings nicht direkt an der Fulda bzw. haben die besagte/gesprengte Brücke.

    Bei Breitenbach/Schauenburg (damals Kassel-Breitenbach) war übringens ein Hauptwirtschaftslager der Waffen-SS. Leiter muss ab November 1944 (gem. Führerliste von John Moore) ein SS-Sturmbannführer Friedrich Müller gewesen sein. Dessen Ehefrau und Tochter (Antonie und Eva Maria Müller) sind bei einem Bomber-Angriff auf das HWL am 29.01.1945 ums Leben gekommen. (Quelle: https://www.hna.de/lokales/kre…-breitenbach-4680569.html).

    Breitenbach/Schauenburg und Breitenbach/Bebra liegen 60 Kilometer auseinander. Somit ist zunächst nicht auszuschließen, dass auch weitere SS-Truppen "in der Gegend" waren. Die 30 (oder 100, je nach Quelle) Mann, die in Breitenbach/Bebra eingesetzt waren, müssen somit nicht umbedingt von der 6. SS-GebDiv "Nord" gewesen sein. Allerdings ist mir nicht bekannt, was im März/April 1945 mit dem HWL Kassel-Breitenbach geschehen ist.


    Gruß,

    andernach

    Hallo,


    Hier zwei Zeitungsartikel der HNA von 2016 und 2018 zum Teil mit Fotos, welche die Thematik Breitenbach behandeln. In dem einen wird von 30 SS-Soldaten berichtet, entgegen der Darstellung der HZ von 2015, in der von einer Hundertschaft die Rede ist.

    Der zweite Artikel berichtet außerdem von einem Buch, das drei Bürger aus Breitenbach zu den Vorkommnissen erstellt haben ("Kriegstage in Breitenbach – Die Kampfhandlungen an den Ostertagen 1945"). Vielleicht ist es ja noch zu erwerben und gibt weitere Aufschlüsse, auch zur Zugehörigkeit der SS-Truppen.


    https://www.hna.de/lokales/rot…-breitenbach-9743647.html


    https://www.lokalo24.de/lokale…gstage-ihrem-7116139.html


    Gruß,

    andernach

    Hallo,


    Grob gesagt stießen die US-Truppen schnell rechts und links am „hohen Taunus“ vorbei. Von der Vorstellung, es hat sich für die Angreifenden oder die Verteidigenden um eine zusammenhängende Front gehandelt, muss man sich trennen. So wurden auch die verbliebenen Teile/Kräfte/Kampfgruppen der 6.SS-GebDiv nicht geschlossen eingesetzt. Betrachtet man die Berichte der US-Truppen, die wenigen Informationen aus Chroniken zur 6. SS-GebDiv (z.B. „Der Weg der Geb.-Nachr.-Abt. 6“) und die Zeugenberichte aus Dorfchroniken, zogen sich die Kampfhandlungen über den hohen Taunus (von Camberg – Schmitten – Usingen – Friedberg) vom 30.03. bis 01.04.1945 hin. Stützpunktartiges Verteidigen einer Ortschaft zur Deckung der Absetzbewegung. Hierbei kamen demnach keine größeren Einheiten geschlossen zum Einsatz, sondern eher Zug- und Kompaniestärken. Demnach wundert es nicht, dass die sich durch den Taunus kämpfend absetzenden Teile der 6.SS-GebDiv in der Nacht vom 31.03. auf den 01.04.1945 in Friedberg auftauchten. Angehörige der SS-GebNachrAbt 6 berichten in der oben erwähnten Chronik, dass sie zusammen mit dem Divisionsstab in Usingen eingekesselt waren und nach Friedberg ausbrachen.

    Hier ein paar Auszüge aus Quellen, welche die Marschwege und Kampforte wiedergeben:

    30.03.1945

    VII Corps area:

    413th Inf reaching Arolsen and Adorf and forward elements of 415th stopping near Heringhausen.

    4th Cav Gp, whose relief is completed by 78th Div, moves via Hackenburg (gemeint ist HACHENBURG) and Dillenburg to Eibelhausen and from there attacks N, forward units reaching Beddelhausen and Markhausen.

    1st Div, with elements of 3 regts in line, pushes N to line Strassebersbach-Hainchen-Irmgarteichen-Gernsdorf-Rudersdorf-Rodgen, thereby gaining heights dominating Siegen.

    In V Corps area, 9th Armd Div continues N to the Eder and secures crossings. CCB drives to Bad Wildungen: some elements clear the town and cross 7th Armd Div (III Corps) bridge to establish bridgehead while others cross at Wega and move along the river to take bridge at Bergheim.

    CCA advances to Fritzlar, where bridge is blown and enemy offers organized resistance from ground and air: some elements cross 6th Armd Div (XX Corps) bridge at Sennern and attack Fritzlar from the rear while others take airfield S of Fritzlar. 2d Div continues rapid advance to rear of armor.

    69th Div takes over new zone SW of Weilburg and begins movement into it; elements move to Wetzlar and relieve III Corps units.

    In U.S. Third Army's VIII Corps area, 87th Div completes its mission as TF Sundt; reversing its course, drives W and joins 345th Inf, which is moving E. Continuing toward Usingen, 76th Div is halted at Finsternathal, Dorfweil, and Schmitten by opposition from German officer candidates; 304th Inf (-) crosses the Rhine to protect right flank along Cologne-Frankfurt Autobahn.

    TF Fickett gets elements to Butzbach, on Giessen-Bad Nauheim highway, completing its mission.

    There was plenty of "take" going on in the 385th's 2d Battalion sector. The battalion moved in on Reidelbach (gemeint ist WEILROD/RIEDELBACH). The enemy threw back an intensive fire barrage. The battalion made a second attempt and again it ran into a curtain of steel. Mortars and artillery laid into the houses and then for a third time the battalion swarmed down into the town. This time the men continued against the withering fire of the enemy and as in Camberg it was house-to-house fighting until the early hours of the morning before the town was finally cleared. At 0800 a message was sent to the rear: "Camberg cleared of enemy."

    Am Morgen des 30. März ist Camberg komplett von Truppen der 76. US-Infanteriedivision besetzt. Der Gefechtsstand der 76. (US) InfDiv befindet sich in Idstein.

    Die Einheiten der 87. US-Infanteriedivision stoßen am Morgen von Selters/Eisenbach weiter in Richtung Haintchen vor. Ein Teil der Amerikaner marschiert weiter über Wolfenhausen, Heinzenberg, Grävenwiesbach, Brandoberndorf bis Butzbach. Auch der Raum um Weilmünster wird besetzt.

    Auf den Höhen zwischen Haintchen und Hasselbach kommt es zum Feuergefecht mit SS-Truppen. Danach marschieren die Amerikaner weiter bis Emmershausen.

    20km s/w in Niedernhausen/Engenhahn kommt es erneut zu Schießereien.

    417th Infantry Regiment attack Schmitten and Dorfweil.

    Am 30. März (Karfreitag) besetzten die ersten Amerikaner den Ort Laubuseschbach

    Der Gefechtsstand 87. (US) InfDiv befindet sich in Weilmunster.


    The 28th Squadron column rolled into Bad Nauheim, the first Allied troops to enter the city.

    Quellen:
    AN HISTORICAL AND PICTORIAL RECORD OF THE 87th INFANTRY DIVISION IN WORLD WAR II, 1942-1945 S. 105 ff

    Bericht 87. US-Infanteriedivision

    Chronik Camberg, Albert Schorn, Cambergs Chronik 1918 bis 1945


    Bad Homburg, Krieg endet zur Mittagsstunde, Von Olaf Velte

    Der Karfreitag 1945 ist ein trüber Tag. Bereits am Tag zuvor, dem Gründonnerstag, haben sich die Amerikaner in Gonzenheim gezeigt. Geschützdonner auch in Rod an der Weil und Merzhausen.

    Am Karfreitag, 10 Uhr, erscheinen US-Panzer in Wehrheim, ziehen sich nach Feuergefechten aber zurück in die Saalburgwälder.

    Nachts beziehen SS-Truppen im Ort Stellung, ein Teil der Bewohner sucht Zuflucht im Gemeindeforst.

    31.03.1945

    Am Nachmittag des Ostersamstags schlagen erste Granaten in der alten Kreisstadt Usingen ein.

    Artilleriefeuer zerstört am frühen Ostersamstag Scheunen und Häuser, zwingt das SS-Kommando zum Abzug. Am folgenden Tag ist der Krieg für die Wehrheimer vorbei, nachmittags alles in amerikanischer Hand.

    In U.S. Third Army area, VIII Corps, except for 76th Div, mops up stragglers. 385th Inf, 76th Div, drives to Usingen and partly clears it; 417th overcomes lively resistance in Finsternthal-Dorfweil-Schmitten region and continues NE past Hausen-Arnsbach to vicinity of Usingen.

    In the early morning hours of the 31st the enemy was driven out of Schmitten.

    The attack on Arnsbach began at dusk on the 31st by Company B, 417th Infantry. The opening barrage was fired by the 901st FA guns

    About the same time the 417th began its attack on Arnsbach the 3d Battalion 385th was entering the outskirts of Usingen.

    DIE AMIS KOMMEN, Heinrich Nitschke fasst die letzten Kriegstage an Ostern vor 70 Jahren im Usinger Land zusammen:

    Eine starke US-Einheit rückte von Riedelbach her am 30. und 31. März 1945 in Richtung Merzhausen vor. Der dortige Flugplatz war kurz zuvor endgültig geräumt, sämtliche Einrichtungen zerstört worden. Das Dorf Merzhausen wurde jedoch am Karsamstag noch etwa zwölf Stunden lang von SS- und Landessturmmännern von MG-Stellungen aus verteidigt. Durch Panzer- und Artilleriebeschuss gerieten 36 Scheunen und 14 Häuser in Brand. Es gab Verletzte unter der Bevölkerung und deutsche Soldaten starben, ehe die Verteidiger den sinnlosen Widerstand aufgaben.

    01.04.1945

    U.S. Army in World War II, Special Studies, Chronology 1941-1945, Compiled by Mary H. Williams:

    In U.S. Third Army's VIII Corps area, 76th Div finishes clearing its sector, concluding offensive of corps in current zone W of Frankfurt-Bad Nauheim Autobahn. Usingen and a number of other towns are secured. In XX Corps area, 6th Armd Div drives E from the Fulda, leaving 80th Div (to which RCT 318 reverts) task of clearing Kassel. CCB crosses at Malsfeld and pushes E through Spangenberg. 80th Div drives N astride the Fulda, forward elements getting to within 3 miles of the city. 65th Div, less 261st Inf, which is attached to 6th Armd Div, is concentrating to rear of 3d Cav Gp. 5th Div continues to police Frankfurt area. XII Corps, having outdistanced XX and XV Corps, continues NE with both flanks vulnerable, 4th and 11th Armd Divs spearheading and 90th and 26th Divs following. CCB, 4th Armd Div, reaches the Werra and establishes small infantry bridgehead, permitting construction of ponton bridge, night 1-2. CCA and CCR follow CCB. 90th Div, less elements attached to 4th Armd Div, remains in place to facilitate movement of armor. 11th Armd Div, ordered to drive eastward on right flank of corps to Arnstadt and Kranichfeld via Meiningen and Thuringer Wald, attacks N into 90th Div zone near Schlitz and then E, CCB reaching Kaltensundheim area and CCA advancing to Frankenheim and Reichenhausen. Rest of div is following. 26th Div continues mopping up to rear of 11th Armd Div; 101st Inf begins assault on Fulda. 71st Div, assembled in reserve near Hanau with defensive mission, moves to intercept bypassed SS force N of Hanau. 2d Cav Gp, screening right flank of corps, pushes NE toward Bad Orb.

    Hoffe, damit weitergeholfen zu haben.


    Beste Grüße,

    andernach