Posts by Michael Schlenger

    Hallo Michael,

    mit Entschärfungskommando hat das Symbol nichts zu tun, denn diese Leute waren entweder Militärangehörige oder von der Feuerschutzpolizei. Die benötigten so ein besonderes Zeichen nicht, da sie mit ihren Dienstfahrzeugen anrückten und damit automatisch Sonderrechte hatten. Aber - es gab ja genug anderes zu tun nach einem schweren Luftangriff, wie die Versorgung der Ausgebombten zu organisieren, noch übrig gebliebenen Hausrat und Wirtschaftsgüter zu bergen und irgendwo unterstellen ect. Das machten üblicherweise Zivilisten von den NSDAP-Organisationen. Und es waren auch Leute im Auftrag der NSDAP unterwegs, die sich ein allgemeines Bild der Lage und auch der Stimmung machten und dann berichteten. Eine Berichterstattung durch diverse Personen und unabhängige Reporter, wie wir sie heute aus jedem Kriegs- und Katastrophengebiet kennen, gab es damals nicht, alle offiziellen Verlautbarungen kamen über das Reichs-Propaganda-Ministerium und wurden dort zuvor zensiert. Man wollte bei aller Not die Kontrolle behalten, daher wurde mit Zunahme der schweren Luftangriffe auf deutsche Städte verstärkt darauf geachtet, wer sich den Schadensgebieten nähern durfte, zumal die Absperrung der Gebiete oftmals durch rasch verpflichtetes Hilfspersonal wie HJ und SA geleistet wurde, für die es schwer war, die Berechtigung ankommender Fahrzeuge zu überprüfen. Mit dem Bomben-Symbol war es eindeutig.

    Gruss aus Berlin

    Oldmanhupe

    Danke für die Ausführungen, Oldmanhupe. Wo finde ich Belege für die beschriebenen Aktivitäten ziviler Parteiangehöriger in Gegenden, die von Bombenangriffen betroffen waren? Wie konnte beispielsweise ein Arzt oder ein Ingenieur mit privatem Automobil an ein solches Abzeichen gelangen, um in betroffene Areale zu gelangen, denn das musste ja auch möglich sein. Oder hatten die andere Berechtigungsnachweise? Gruß, Michael

    Hallo Oldmanhupe,

    vielen Dank für Hinweis und Anmerkung. Mittlerweile habe ich weitere Fotos von Privatfahrzeugen gefunden, die genau dieses Abzeichen tragen, ohne Wehrmachtsautos zu sein. Irgendwo meine ich als Erklärung gelesen zu haben, dass die fallende Bombe auf Entschärfungskommandos verweise. Sonderlich überzeugend finde ich keine der bisherigen Erklärungen, solange kein Literaturbeleg vorliegt. Interessant immerhin, dass es immer noch Wissenslücken bei diesen Abzeichen zu geben scheint (wie auch bei anderen Themen). Umso mehr Skepsis ist angezeigt, wenn eine Interpretation besonders vehement (oder gar belehrend) vorgetragen wird.

    Gruß,
    Michael

    Hallo allerseits,

    wiederum danke an alle Kommentatoren!

    Das Foto polarisiert offenbar und das kann ich nachvollziehen. Nochmals zur Aufschrift "B 9" - wirkt ungewöhnlich dilettantisch auf mich (Abstand von Buchstabe und Ziffer sowie unterschiedliche Ausrichtung) - ich sage das bloß deshalb, weil mir so etwas unter hunderten Fotos von zivilen Wehrmachtsautos noch nicht untergekommen ist. Kann natürlich trotzdem authentisch sein, gepfuscht wurde ja immer und überall. Zur Farbwiedergabe: diese sollte man bei einem gut 80 Jahre alten Dia nicht überbewerten. Natürlich ist der zum Aufnahmezeitpunkt noch recht neue Opel an der Front nicht verrostet, wie sollte er auch, dafür war er ja lackiert. Wenn das eine Propagandaaufnahme war, wofür einiges spricht, sollte sich ein Vergleichsfoto finden lassen, vielleicht sogar mit Beschriftung.

    Gruß,

    Michael

    Hallo und danke an alle, die etwas zu diesem Foto beigetragen haben!

    Farbfotos aus den späten 1930er Jahren sind ja an sich nichts völlig Ungewöhnliches, habe selbst einige private Farbdias, die Autos mit deutschen Vorkriegsnummernschildern zeigen. Für ein nachkoloriertes Original ist die Farbwiedergabe zu gut, machbar wäre dies aber bei einer modernen Nachschöpfung.

    Generell gibt das Motiv Rätsel auf - was sollte auf dieser Aufnahme festgehalten werden? Dass wir es mit einer lokalen Tracht zu tun haben, ist klar. Um die ging es aber nicht, sonst hätte man die Frau nicht von hinten gezeigt. Mir scheint es eher um die Zusammenstellung "deutsches MIlitär" und "Zivilisten" zu gehen - eventuell eine Propagandaaufnahme?

    Noch nicht bewusst gesehen habe ich an einer deutschen Fahrzeugkennung jener Zeit diese "durchbrochene" Schrift. Das Kürzel "B9" entspricht auch keiner mir bekannten Konvention. Die Kombination aus "OKH" (Oberkommando d. Heeres) und einem (mutmaßlichen) Divisionsabzeichen (Hammer?) ergibt aus meiner Sicht keinen Sinn (evtl. wurde der Wagen "zweckentfremdet"). Der Innenspiegel des Opel entspricht der Originalausführung.

    Leider gab es vom "Einsteller" der Aufnahme keine weiteren Informationen.

    Viele Grüße

    Michael

    Hallo allerseits,

    in einer Facebook-Gruppe zu deutschen Vorkriegs-PKW wurde von einem polnischen Mitglied ohne weitere Angaben diese Aufnahme hochgeladen, die einen Opel Super 6 als Cabriolet in Wehrmachtsdiensten zeigt.

    Folgendes kommt mir merkwürdig vor: Auf dem noch zivilen Nummernschild (an sich nicht ungewöhnlich) sind in den beiden Stempeln keine Hakenkreuze zu sehen. Die Kennung auf dem Kotflügel kommt mir merkwürdig vor - von der Schrift her und der Bedeutung. Einfach nur "B9" wofür soll das stehen? Und gab es als Divisionsabzeichen diesen stilisierten Hammer?

    Ich will nicht ausschließen, dass das ganze Foto eine neuzueitliche Nachschöpfung darstellt - von Fälschung würde ich nicht reden. Es gibt in Polen eine große und sehr rührige Gemeinschaft von Enthusiasten, die die Geschichte des 2. Weltkriegs in allen ihren Facetten nachstellt und vermutlich über mehr originales oder restauriertes Material aus Wehrmachtsbeständen verfügt als vergleichbare Gruppen hierzulande.

    Ich will das gar nicht werten, mir geht es nur darum zu verstehen, ob das ein historisches Originalfoto sein kann oder nicht.

    Besten Dank wie immer für alle Kommentare!

    Michael

    Hallo allerseits,

    das beigefügte Foto (aus meiner Sammlung) zeigt laut der umseitigen Beschriftung "Generalmajor Freiherr von Wrede".

    Er ist hier gerade im Begriff, seinen Wagen zu besteigen, einen eher seltenen Hansa des Sechszylindertyps 1700 (Bauzeit: 1934-39).

    Da ich den Wagen und seinen prominenten Insassen gern ausführlich in meinem Blog für Vorkriegswagen vorstellen würde, wäre ich an Informationen zu von Wrede interessiert, die über seinen recht dürftigen Wikipedia-Eintrag (dort als Generalleutnant geführt) hinausgehen.

    Kennt jemand eine Quelle, die mehr über ihn verrät?

    Vielen Dank und beste Grüße

    Michael

    Website: https://vorkriegs-klassiker-rundschau.blog/

    Hallo Dieter,

    besten Dank - das erklärt die im Kern moderne Bauweise mit lediglich vorgeblendetem (aber nicht tragendem) Sichtmauerwerk kombiniert mit ein paar traditionellen Bauelementen, damit sich das Bauwerk besser in die Umgebung einfügt.

    Jetzt kann ich die Aufnahme mit den Wehrmachts-PKW endlich ausführlich in meinem Blog für Vorkriegsautos besprechen.

    Danke an alle, die hier mitgeholfen haben!

    Gruß,

    Michael

    Hallo allerseits,

    heute bräuchte ich Hilfe bei der Identifikation eines mir unbekannten Panzers auf dem beigefügten Foto (Original aus meiner Sammlung).

    Der Wagen im Vordergrund ist ein Renault von 1935 (sehr wahrscheinlich ein Auto des Mittelklassetyps Monaquatre). Da diese Renaults in Deutschland selten bis nie anzutreffen waren, dürfte es sich um ein im Frankreichfeldzug erbeutetes Fahrzeug handeln.

    Nicht herausfinden konnte ich, um was für ein Modell es sich bei dem abgeschossenen(?) Panzer im Hintergrund handelt.

    Erkennt jemand den Typ?

    Danke vorab und viele Grüße

    Michael

    Michael Schlenger, Bad Nauheim

    Website: https://vorkriegs-klassiker-rundschau.blog/

    Hallo allerseits.

    hier noch einige Ergänzungen: Folgende Aufnahmen scheinen bei der Einnahme Terracinas durch US-amerikanische Truppen im Mai 1944 entstanden zu sein:

    https://www.youtube.com/watch?v=eteIkYFtYPY

    Man sieht dort einige Abschnitte der Via Appia am östlichen Stadtrand der Stadt - und ansatzweise die Zerstörungen des historischen Zentrums durch alliierte Bombenangriffe von September 1943 bis April 1944, deren Ziel mir nicht klar ist

    Nach folgender Quelle nahmen amerikanische Truppen Terracina am 24. Mai 1944 ein: https://www.memoriedipaese.it/terracina/

    Hier der genaue Hergang (Text auf Italienisch): https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache…ent=firefox-b-d

    Demnach stießen die US-Truppen ab 20. Mai über die Via Appia (Strada Statale 7 - "Highway No 7") von Osten kommend gegen Terracina vor.

    Etwas genauer rekonstruieren lässt sich der Hergang anhand des "Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht", Band IV: 1. Januar 1944 - 22. Mai 1945, eingeleitet und erläutert von Percy Ernst Schramm, 1961, Bernard & Graefe Verlag für Wehrwesen • Frankfurt am Main, S. 491-493.

    Demnach brachen die Alliierten am 22. Mai 1944 von Osten kommend im Liri-Tal durch und besetzten bis 24.5. Pico und Lenola rund 30 km östlich von Terracina. Von dort ließ sich Terracina ab Fondi über die von Südosten kommende Via Appia (SS 7) rasch erreichen, was eine Einnahme am 24/25. Mai plausibel macht - und zwar wie vermutet von Osten kommend, am gesprengten Torre Gregoriana vorbei.

    Die seit Januar im Brückenkopf von Nettuno nordwestlich von Terracina verharrenden alliierten Verbände scheinen dagegen keine Vorstöße in Richtung Terracina unternommen zu haben. Vielmehr rückte man vor dort aus am 23. Mai nach Nordosten gegen Cisterna und weiter Richtung Rom vor. Schon am 25. Mai wurde die Vereinigung der von Terracina nordwärts vorgehenden allierten Verbände gemeldet - das Tempo des Vorrückens war offenbar sehr hoch.

    Offen bleibt, wann genau die deutschen Verbände Terracina geräumt haben - ihnen blieb dort ab Mitte Mai 1944 nur kurze Zeit ein enges Schlupfloch Richtung Norden. Bei der Gelegenheit muss die Sprengung des Torre Gregoriana erfolgt sein.

    Würde mich sehr freuen, wenn noch jemand etwas dazu herausbekommen könnte.

    Viele Grüße,

    Michael

    Hallo Bernhard,

    besten Dank - das hilft mir schon weiter. Schätze, man kann Mai 1944 für die Räumung von Terracina ins Auge fassen, gehalten zuletzt von Einheiten der 3. PzGrenDiv.

    Die Lage spricht m.E. gegen einen Angriff vom Brückenkopf Anzio-Nettuno, der ja auf Rom abzielte, und für einen Angriff der aus Südosten vorrückenden überlegenen allierten Truppen.

    Die Bilder sind übrigens direkt im Beitrag integriert, die beiden Links sollten im Firefox-Browser funktionieren.

    Gruß,

    Michael

    Hallo allerseits,

    ich interessiere mich für die Historie eines speziellen Küstenturms an der Via Appia bei Terracina (Provinz Latium, Italien), der 1944 beim Rückzug der Wehrmacht gesprengt wurde. Möglicherweise lässt sich etwas zu den näheren Umständen und dem Datum in Erfahrung bringen.

    Zum Kontext: Die römische Via Appia (in diesem Abschnitt auch als Via Traiana bekannt) läuft auf ihrem Weg nach Rom, bevor sie in Terracina nach Norden abknickt, in Ost-West-Richtung an der Küste entlang und stellte bis in die Neuzeit aufgrund der Topografie die wichtigste Straßenverbindung in der Region dar. Hier eine Postkarte der 1950er Jahre aus meiner Sammlung, die den unveränderten Straßenverlauf zeigt (Blick von Osten, Terracina befindet sich hinter dem Vorgebirge):

    forum-der-wehrmacht.de/wcf/index.php?attachment/203921/

    Am linken Rand, bevor die Straße hinter dem Kap verschwindet, befand sich seit dem 16. Jahrhundert einer der zahlreichen Küstentürme, die der frühzeitigen Aufklärung von Angriffen von See her dienten.

    Der hier stehende Turm hieß Torre Gregoriana.

    Auf einer Postkarte aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg sieht man diesen Turm mit einem privaten Anbau (der Torre Gregoriana hatte seine militärische Funktion damals bereits verloren):

    forum-der-wehrmacht.de/wcf/index.php?attachment/203922/

    Einer italienischen Quelle (http://www.terrapontina.it/torri%20costiere.htm) ist zu entnehmen, dass der Torre Gregoriana beim Rückzug deutscher Truppen aus Terracina gesprengt wurde.

    Das Ergebnis kann man auf diesem Foto besichtigen, das kurze Zeit später entstand und amerikanische Jeeps auf der Via Appia zeigt - der Blick geht in dieselbe Richtung wie auf der Postkarte. Von dem Turm ist nichts mehr zu sehen, nur der Unterbau des privaten Anbaus ist noch in Teilen vorhanden:

    forum-der-wehrmacht.de/wcf/index.php?attachment/203923/

    Aus der Lage ergibt sich die strategische Bedeutung des Turms - jeder, der auf der Via Appia Richtung Terracina vordringen wollte, musste an dieser Engstelle vorbei.

    Ich gehe davon aus, dass nach der Landung der Allierten im weiter nordöstlich gelegenen Küstenabschnitt bei Anzio und Nettuno Anfang 1944 früher oder später auch Terracina in die Zange genommen wurde.

    Für mich stellt sich die Frage: Stießen damals weitere allierte Verbände von Osten bzw. Süden kommend entlang der Via Appia auf Terracina vor oder kamen sie von Nordwesten?

    Die Sprengung des Küstenturms Torre Gregoriana durch die Wehrmacht muss so oder so damit zusammenhängen, egal aus welcher Richtung der Gegner vorrückte, weil die Topographie motorisierten Verbänden an dieser Stelle nur den Marsch über die Via Appia erlaubte.

    Also: Lässt sich ermitteln, wann deutsche Truppen Terracina geräumt haben (ich habe vergeblich versucht, es im Netz herauszufinden) und ist etwas über die Einheit bekannt, die die Sprengung durchgeführt hat, welche aus meiner Sicht einen erheblichen Aufwand darstellte? Befand sich im Torre Gregoriana möglicherweise eine stark ausgebaute deutsche Stellung, die man nicht dem Gegner in die Hände fallen lassen wollte?

    Jedes Detail dieser Aktion würde mich interessieren. Übrigens stellt sich die Situation heute an derselben Stelle wie folgt dar (diesmal von Westen betrachtet):

    forum-der-wehrmacht.de/wcf/index.php?attachment/203924/

    Herzlichen Dank vorab für alle Hinweise zu dieser zugegeben sehr speziellen Frage!

    Viele Grüße

    Michael Schlenger

    Website: https://vorkriegs-klassiker-rundschau.blog/