Posts by Heinrichotto

    Hallo Jahrgang 39.


    Wir haben es hier mit einer Thematik zu tun, die äußerst delikat ist, um das einmal so zu umschreiben. Fakt dürfte sein :


    Kenntnis über die Judenvernichtung erhielten die Alliierten spätestens seit 1941 mit dem Knacken des Codes der Enigma. Hier gelang es diesen, eine Meldung der Einsatzgruppen abzufangen und zu entschlüsseln. Mir ist auch bekannt, das es mindestens in einem Fall gelang, einen Augenzeugen aus dem Lager Auschwitz herauszubringen, der den Alliierten persönlich seine Beobachtungen vortragen konnte. Den Alliierten war also dieser Vorgang bekannt. Warum wurde nicht entsprechend gehandelt ? Dürfte die Frage nun lauten .


    Ich war im Jahr 2011 persönlich in beiden Lagern in Auschwitz und habe mir einen Überblick verschaffen können. Nach Aussage der Museumsführerin sind deutsche Staatsbürger diejenige Nation, welche mit Abstand die wenigsten Besucher ausweist. Gaskammern habe ich in Auschwitz II keine sehen können. Das Stammlager Auschwitz I macht einen sehr soliden gebauten Eindruck und war mit Sicherheit als Arbeitslager gebaut worden. Das reine Vernichtungslager war dann später Auschwitz II.


    Im Grunde genommen war die " Judenvernichtung " ja als Staatsgeheimnis deklariert. Im Lager Auschwitz I sind unzählige Fotografien der Opfer dokumentiert. Es gibt ja auch ein Buch über den Fotografen von Auschwitz, indem dieser seine Erlebnisse schildert. Hier frage ich mich, was macht es für einen Sinn, eine eigentlich geheime Aktion auch noch für die Nachwelt zu dokumentieren ?


    Zur Frage, was man " wusste " : Hier bin ich der Meinung, das große Teile der damaligen Bevölkerung eben dieses ab einem gewissen Zeitpunkt doch wussten. Man zog sich aber in eine " Traumwelt " zurück und negierte ganz einfach die Realität. Das gleiche Phänomen ist aktuell auch zu beobachten bezüglich der illegal und staatlich forcierten Einwanderung. Man glaubt doch tatsächlich hier kämen " Fachkräfte " um unsere Rente zukünftig bezahlen zu können. Diese Diskrepanz ist psychologisch erforscht und dokumentiert. Das Aufwachen davon wird bei den zustimmenden Protagonisten schockähnliche Zustände verursachen.


    Im Übrigen las ich einmal ( für die Quellenfetischisten hier : ich weis das Buch nicht mehr ) , das die Organisatoren der Judenvernichtung in etwa 54 % eine akademischen Ausbildung aufwiesen. War Himmler nicht auch Agraringenieur ?


    Was den 20. Juli 44 betrifft : Hier standen die Teilnehmer am Widerstand auf verlorenen Posten. Trotz Verbindungsaufnahme zu den Alliierten gab es von diesen keinerlei Unterstützung. Der Hintergrund dürfte klar sein : Warum sollte man einen Diktator zu diesem Zeitpunkt entsorgen, der eklatante Fehlentscheidungen zugunsten der Alliierten am laufenden Band tätigte ? Hauptziel der Alliierten war die vollständige Niederringung Deutschlands. Wie mir bekannt ( in meiner Bibliothek befinden sich mehrere Bücher, wo einzelne Aussagen darüber enthalten sind ) , hätten selbst die Russen die Möglichkeit der Ausschaltung gehabt, was diese aber unterließen. Die Betonung liegt dabei auf Möglichkeit, nicht Erfolg .


    Was 1989 betrifft:


    Nach meiner Einschätzung handelt es sich hierbei um den Fake einer " Revolution ". Als damaliger Oberleutnant einer besonderen Einheit der NVA war ich im Grunde genommen involviert. Zu diesem Zeitpunkt war es uns untersagt, die Kaserne zu verlassen. Wir schliefen völlig in Kampfmontur auf Feldbetten mit der Kalaschnikow darunter, jederzeit einsatzbereit. Des weiteren waren einsatzbereit :


    NVA ca. 180 000 Mann

    Stasi hauptamtlich ca. 85 000 Mann

    Volkspolizei ca. 20 000 Mann

    Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in der DDR ca. 350 000 Mann


    Insofern hätte man die " paar Zehntausend " Demonstranten locker in den Griff bekommen. Irgendwer wollte das aber nicht.


    Also Freunde , Feuer frei für eine Diskussion !


    Gruß Andreas

    Hallo .


    Zu der Thematik " unterirdische Geheimprojekte " gibt es ein hervorragendes Buch :


    Markus Gleichmann / Ronny Dörfer " Geheimnisvolles Thüringen. Militärobjekte des Dritten Reiches " . Heinrich Jung Verlagsgesellschaft mbH, Zella-Mehlis/ Meiningen. Mitgearbeitet hat daran der Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e. V. Großeutersdorf/ Thüringen.


    Hier werden auf 320 Seiten auf Glanzpapier und mit unzähligen Farbfotos, Karten , Tabellen, Plänen die Einzelheiten zu allen bisher gebauten oder geplanten Geheimobjekten in Thüringen beschrieben. Zu jedem Objekt gibt es eine genaue Beschreibung des Zweckes, der beteiligten Firmen, Personen und von Zeugenaussagen. Akkurate GPS Daten führen den interessierten Forscher metergenau vor Ort.


    Die beiden Autoren sind reine Hobbyhistoriker, 1986 und 1976 geboren, und haben mit diesem Werk eine immense Fleißarbeit abgeliefert.


    Hat man sich mit diesem Buch einen ungefähren Überblick verschafft, so entsteht der Eindruck, das in Thüringen eine gigantische unterirdische Wirtschaftszone entstehen sollte.


    Zur Thematik in diesem Faden wird das Dehydrierwerk Berga , Bauvorhaben " Schwalbe V" genannt. Hier sollte Flugzeugtreibstoff hergestellt werden. Das Werk ging nie in Betrieb, da die Amerikaner dieses am 16. April ( 89. Inf. Division ) besetzten. Interessant in dem Buch sind auch immer die angeführten Bausummen und der Aufwand an Personal. Allein für dieses Werk wurden neben einheimischen Arbeitern und Häftlingen zusätzlich 1000 Bergleute aus dem Ruhrgebiet angefordert.


    Zusätzlich zu den Wirtschaftsaspekten in diesem Gebiet wurden auch wichtige Forschungsvorhaben dort unter gebracht. Ich nenne stellvertretend den Bereich Jonastal, Ohrdruf. Hier hatte unmittelbar SS Obergruppenführer Hans Kammler die Leitung, was auf die Wichtigkeit hinweist. Des weiteren das " Krebsforschungsinstitut " der SS Geraberg. Hier wurde zu ABC Waffen geforscht und deren Wirkung auf Menschen, Tieren und in der Landwirtschaft. Das ging wohl direkt auf Himmler zurück, der ja studierter Agraringenieur gewesen war.



    Gruß Andreas

    Hallo Johann Heinrich.


    Ich beziehe mich hier ab dem Jahr 1939. Die Aufstellung einer " Voreinheit " begann ab dem 10. August 1939 auf dem Truppenübungsplatz Bruck a. d. Leitha bei Wien. Hier wurden durch die Abwehr geeignete Leute gesammelt. Durch die Abwehrabteilung II der Wehrmacht wurden im Polenfeldzug bereits einzelne Trupps insbesondere in Oberschlesien eingesetzt. Auf Grund der erzielten Erfolge wurde der Aufstellung einer offiziellen Spezialtruppe zugestimmt. Am 15. September 1939 wurde durch Hauptmann Putz auf obigem Truppenübungsplatz die Aufstellung der 1. Bau- Lehrkompanie zbV ausgerufen. Ab 15. Oktober 1939 bezog Hauptmann von Hippel mit ersten Teileinheiten die Generalfeldzeugmeister Kaserne in Brandenburg / Havel. Und bereits ab Dezember 1939 wurden einzelne Brandenburger in das rumänische Ölgebiet eingeschleust. Insofern korrigiere ich meine Angabe " vor dem Krieg " in genauer " vor der sich ausweitenden Eskalation ".


    Der Name Baulehrkompanie geht wahrscheinlich auf die beiden Ideengeber Dr. von Hippel und Hauptmann Verbeek zurück, welche beide Pionieroffiziere waren.


    Quelle hierzu :


    Helmuth Spaeter " Die Brandenburger, eine deutsche Kommandotruppe" , Verlagsagentur Walther Angerer, München 1982


    Der Autor war gegen Kriegsende Generalstabsoffizier in der Panzergrenadierdivision" Brandenburg ".

    Hallo Johann Heinrich.


    Das war von mir ein wenig schlecht beschrieben. Damit meinte ich eigentlich den Zugriff auf die rumänischen Ölvorkommen, welche zu diesem Zeitpunkt als einzige im Verfügungsbereich des Deutsches Reiches lagen. Im Grunde genommen waren die Brandenburger aber auch diejenigen, welche für eine solche Aufgabe alleinig geeignet erschienen. Oder ist dir noch eine andere Truppe bekannt, die von den Voraussetzungen her dieses hätte bewältigen können ?


    Zu diesem Zeitpunkt tummelten sich nicht nur Engländer, Franzosen und Amerikaner in diesem Gebiet, sondern quasi im Grunde genommen die Geheimdienste und Glücksritter von ganz Europa. Man kannte sich untereinander und ging nicht gerade zimperlich miteinander um. Im Übrigen waren der damalige rumänische König und seine Geliebte die Hauptnutznießer aus den Erträgen des Ölverkaufes. Sie waren logischerweise daran interessiert, Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten. Insofern " tolerierte " der rumänische König im Stillen den Einsatz der Brandenburger und sah das nicht als eine Verletzung seiner Souveränität an, kam er doch selber aus dem deutschen Fürstenhaus Hohenzollern-Sigmaringen. Die obigen 3 genannten Nationen waren aus geschichtlichen Gründen in Rumänien nicht besonders angesehen.


    Gruß Andreas

    Hallo Arnd 50,


    du darfst dich wieder einkriegen. Ich habe nur geschrieben, das ich mir eine e i g e n e Meinung gebildet habe. Das darf man wohl noch oder nicht ? Kaum scheint irgendetwas nicht dem Mainstream zu entsprechen, tauchen sofort die " Blockwarte " auf , um einen umgehend wieder " einzunorden ". Es wissen immer ganz viele Leute ganz viel, die waren auch alle damals dabei.


    Gruß

    Hallo Atlantis.


    Das Bau Lehrbataillon führte nach seinem Stationierungsort den Namen " Brandenburg " und wurde mit gleichem Namen im Mai 1940 zu einem Lehrregiment erweitert. Insofern ist beides richtig.


    Der Einsatz in Rumänien gestaltete sich folgendermaßen :


    Rumänien hatte unter anderem Handelskonzessionen für Erdöl an die USA und Großbritannien erteilt. Insbesondere als sich 1939 der Krieg abzeichnete, versuchten gerade diese Länder, die rumänischen Handelsbeziehungen mit dem Deutschen Reich zu torpedieren. Dieses auf politischen und gerade auch im geheimdienstlichen Bereich. Das wurde durch die deutschen Stellen richtig erkannt . Des weiteren erinnerten sich die Rumänen an den 1. Weltkrieg, als das rumänische Erdölgebiet durch Engländer und Franzosen besetzt und dann zerstört wurde. So wurden in Zusammenarbeit mit dem rumänischen Geheimdienst und der dortigen Kriminalpolizei unter einer Legende 12 Brandenburger als Chemiker getarnt nach Ploesti in Marsch gesetzt. Im Übrigen hatten die Engländer selber schon Kommandosoldaten vor Ort, welche auf Befehl hin die deutsche Ölförderung stören sollten. Die Brandenburger klärten auf, das dazu große Mengen an Sand, Kies , Zement und Stahlkugeln ( zur Blockierung der Bohrsonden )gehortet wurden, um die deutsche Ölförderung zu sabotieren.


    Quelle :


    Helmuth Spaeter, " Die Brandenburger, eine deutsche Kommandotruppe". Verlagsagentur Walther Angerer, München 1982.


    Der Autor war gegen Kriegsende Generalstabsoffizier in der Panzergrenadierdivision " Brandenburg ".


    Gruß Andreas

    Hallo.


    Zu diesem Thema Hydrierwerke habe ich gerade in meiner Bibliothek ein Werk über die Geschichte der " Brandenburger " gefunden. Da wird unter anderem beschrieben, das diese schon vor dem Krieg in Rumänien in Ploesti die dortigen Ölquellen überwachten. Das waren ja die Einzigen welche Deutschland damals zur Verfügung standen. Ohne Treibstoff keine motorisierten Truppen, Panzer und Flugzeuge. Insbesondere für das hochwertige Flugbenzin wurde Öl benötigt.


    In diesem Buch stellt ein ehemaliger Angehöriger der " Brandenburger " eine interessante These auf: Stalin besetzte im Sommer 1940 Bessarabien und schob sich so bis auf wenige Kilometer genau an diese Ölquellen ran. Er war damit zu einer unmittelbaren Bedrohung dieser für Deutschland lebenswichtigen Quellen geworden. Eine zweite Bedrohung durch die Sowjets erfolgte im Norden durch massive Truppenkonzentrationen an der Grenze zu Ostpreußen. Diese Provinz war schon immer die Kornkammer Deutschlands. Also hier die Bedrohung der Sowjets durch die theoretische schnelle Ausschaltung zweier absolut lebenswichtiger Ressourcen für Deutschland. Genau das gaben die Brandenburger in ihren regelmäßigen Lageeinschätzungen vor Ort zu bedenken. Insofern musste ganz einfach gehandelt werden. Folge dessen gab Hitler ja kurze Zeit später die Weisung zum Aufmarsch für den Fall " Barbarossa ". Nun kann man sich streiten, ob das präventiv oder ein Überfall war.


    Liest man das Buch von Bernd Schwipper ( einem ehemaligen Generalmajor der NVA ) " Deutschland im Visier Stalins " ist man absolut schlauer. Ich persönlich habe mir dadurch eine eigene Meinung bilden können. Ich kann das nur jedem empfehlen. Da drin wimmelt es geradezu von Karten, Tabellen, Zitaten und Gegenüberstellungen. Eine jahrelange akribische Detailarbeit.


    Grüße...

    Hallo Bludau Ostpreußen.


    14 . Ruhland / Schwarzheide


    Das Werk gibt es heute immer noch und liegt unweit von Senftenberg. Es wurde dazumal aus dem Senftenberger Revier mit Braunkohle beliefert. Hauptaufgabe war die Sicherstellung mit Treibstoffen für die Heeresgruppe Mitte der Ostfront.


    Die Amerikaner begannen, wohl als Unterstützung für die Landung in der Normandie, ab Mai 1944 die deutschen Hydrierwerke zielgerichtet zu bombardieren. Davon war auch Schwarzheide mehrmals betroffen. Die Produktion konnte jedoch jedes mal nach einigen Tagen wieder aufgenommen werden. Aus mir bis jetzt unerfindlichen Gründen war das Werk durch die Amerikaner sehr schwer zu navigieren, so das mindestens ein Angriff dokumentiert ist, wo die Maschinen ihre Bomben blind in den Wald abgeworfen hatten.


    In diesem Zusammenhang gibt es in der Gegend noch viele ehemalige Stellungen der Fla Raketen der NVA. Diese hatten die Aufgabe, das Lausitzer Braunkohlerevier mit den Kraftwerken Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe bei Hoyerswerda zu sichern.


    Gruß Andreas

    Hallo Tac.


    Was " diagnostizierst " du denn bitte als Hilfstruppen der Wehrmacht ?


    Diese gab es in dem Sinne gar nicht. Es gab die " Handschar " der Waffen SS als Division ( Moslems ) und die Kosackenabteilung Pannwitz der Wehrmacht. Des weiteren ein SS- Kosacken Kavalleriekorps ,welches im Februar 1945 in Kroatien aufgestellt wurde. Weiterhin viele Freiwillige aus ganz Europa, beispielsweise die SS Division " Nederland".


    Sogenannte Hilfstruppen generieren sich eigentlich immer aus Söldner, welche für Geld kämpfen. Oben genannte Verbände kämpften aus Abscheu dem Bolschewismus gegenüber bzw. für einen unabhängigen Staat. Da sind insbesondere die russischen Kosacken zu nennen, die ja am eigenen Leib die Knute der Kommunisten spüren mussten.


    Ich glaube kaum, das diese Freiwilligen sich beispielsweise mit einem " blanken " Koppelschloss zufrieden gegeben hätten. Selbst Pannwitz trug zu seiner Uniform die russische Pelzmütze der Kosacken. Die Angehörigen der "Handschar " die muslimische Kopfbedeckung, den " Fez " mit dem Totenkopf. Alle diese waren gleichberechtigte Soldaten der Wehrmacht und SS. Nicht umsonst beziehen heute noch tausende ehemalige SS-Angehörige der baltischen Staaten eine Pension aus der BRD. Sie alle waren vollumfänglich Angehörige der damaligen deutschen Streitkräfte mit allen Rechten und Pflichten dieser.


    Es ist immer wieder erstaunlich, was in diesem Forum stellenweise für ein Unsinn verbreitet wird.


    Gruß Andreas

    Hallo .


    Diese Frage ist für den " Kenner " einfach zu beantworten.


    Die Soldaten in Strafeinheiten verloren während dieser Zeit ihre Rechte als Soldat ( beispielsweise das Recht auf Beschwerde oder angemessene Verpflegung , angemessene Freizeit ) und entsprachen dem Strafgefangenen im Zivilleben. Hier gab es ja auch den Status " Verlust der bürgerlichen Rechte " bei einer Verurteilung. Zum Beispiel das Verbot des Wählens oder dem Verbot des Aufenthaltes in bestimmten Städten. Mit dem blanken Koppelschloss wurde die " Wehrunwürdigkeit " der jeweiligen Personen dokumentiert. Dieser Status war nach der Entlassung der Personen aus dem Militärdienst ein schwerer " Makel " im weiteren Lebensverlauf.


    Ähnliches gab es bereits in der Armee bis 1918 als Strafmaßnahme. Als äußerliches Kennzeichen wurde bei diesen Militärpersonen die Kokarde an der Kopfbedeckung entfernt. Somit befanden sich diese außerhalb der " Wehrgemeinschaft ". Wie schwer dieses wog, kann man sehr gut in dem Film " Der Hauptmann von Köpenick " sehen, als Rühmann auf dem Arbeitsamt gefragt wurde : " Haben se jedient ? "


    Wehrdienstverweigerer in der ehemaligen DDR hießen " Spatensoldaten " , da diese auf ihrem Schulterstück einen silbernen Spaten trugen und lediglich für Baumaßnahmen eingesetzt wurden. Auch hier gab es für den weiteren beruflichen Lebensweg schwere Einschränkungen.


    Gruß Andreas

    Hallo Pflastergott.


    Das wirst du wohl nicht mehr eruieren können. Ich würde meinen, das er versuchte zu den Amerikanern zu gelangen, da er ja die Vorgehensweise der Russen von der Ostfront und von Bautzen her kannte. Siehe beispielsweise Massaker an 200 Volkssturmleuten in Niederkaina bei Bautzen.


    Gruß Andreas

    Hallo Pflastergott !


    Zitat aus" Spurensuche Band 5 , Die Kämpfe um Weißenberg und Bautzen im April 1945" :


    " Nach dem Krieg erhielt die Familie von seinem Adjutanten wenige persönliche Gegenstände und die Information, das sich Oberst Hoepke vermutlich Anfang Mai in der Nähe von Reichstadt ( Zakupy ) in Böhmen erschossen hat. "


    Zitat der letzten Beurteilung vom 23.12.1944 aus seiner Personalakte :


    " Gereifter Mann von vortrefflichem Charakter. Vor dem Feinde bewährt. Preußischer Offizier durch und durch. Vorbildlich in Haltung, Dienstauffassung und Pflichtgefühl. "


    H. wurde an der Ostfront schwer am Knie verwundet und konnte danach nur noch am Stock laufen. Dieses machte ein erneutes Frontkommando unmöglich. Deshalb nach freiwilliger Meldung Ernennung zum Kampfkommandanten von Bautzen, welches sich da noch nicht im Kampfgebiet befand.


    Auszeichnungen :


    -EK 1 . Klasse

    -EK 2. Klasse

    -Verwundetenabzeichen in Schwarz

    -Schlesischer Adler 1. Klasse


    -Wiederholungsspange EK 1 und EK 2

    -Verwundetenabzeichen in Silber

    -Kriegsverdienstkreuz 1. und 2. Klasse


    Aus den obigen beschriebenen Tatsachen glaube ich kaum, das Oberst Hoepke sich in Zivil aus Bautzen abgesetzt hatte.



    Gruß Andreas

    Hallo Crunks.


    Es gab für Scharfschützen keine speziellen Auszeichnungen, sondern lediglich das allseits bekannte Ärmelabzeichen. Jeder Scharfschütze hat es aber vermieden, das Ding auch zu tragen. Im Falle einer Gefangennahme hätte er diese wahrscheinlich nur um Minuten überlebt. Ein ähnliches Ärmelabzeichen gab es auch für MG Schützen im ersten Weltkrieg. Auch hier wurden diese bei Gefangennahme nicht zimperlich behandelt, in der Regel sofort liquidiert. Ich besitze in meiner Bibliothek den Augenzeugenbericht eines Angriffes einer englischen Kompanie im ersten Weltkrieg. Diese trat mit 250 Mann gegen eine gut mit Maschinengewehren gesicherten deutschen Stellung an. Nach 12 Minuten lebte niemand mehr von denen. Die " Wut " bei einer eroberten Stellung nach schweren Verlusten und der Gefangennahme von gegnerischen MG Schützen dürfte nachvollziehbar sein.


    Bei dem Kreuz mit den Schwertern handelt es sich um das 1934 gestiftete " Ehrenkreuz für Frontkämpfer ", bezogen auf den 1. Weltkrieg. Folgende Varianten wurden verliehen :


    mit Schwertern: Für Frontkämpfer

    ohne Schwerter: Für Kriegsteilnehmer ( wahrscheinlich beispielsweise Rüstungsindustrie, Lazarette und ähnliches )

    ohne Schwerter in schwarzer Farbe : für Witwen und Waisen


    Das Teil mit der Zielscheibe wird aus einem Schützenverein sein. Verkaufen könntest du ohne Probleme alle, du wirst aber keinen großen Verkaufswert erhalten. Ich würde die Teile behalten, stellen sie doch einen großen ideellen Wert der eigenen Familiengeschichte dar.


    Gruß Andreas

    Hallo Pflastergott.


    Was sollen die Bilder denn nun darstellen ???? Du müsstest dich schon artikulieren, was du darauf vermutest. Also ein " Ausbildungslager " vom Wehrwolf wird das nicht gewesen sein. Erst einmal von der von dir angegeben Fläche nicht. Zum Weiteren betoniert niemand auffällig irgendwelche Teile in den Wald um dann eine " geheime " Organisation aufzubauen.


    Nach dem doch ziemlich jungen Baumbestand von überwiegend Birken sieht das Ding eher aus wie eine ehemalige Abbaugrube von Kies, Granit oder Kohle im Tagebau. Die in dieser Gegend oftmals vorkommende Grauwacke oder Kaolin ist auch möglich. Dafür spricht die von dir angegebene " Umwallung " und die große Fläche. Solche Teile gibt es in der Gegend öfters.


    Das von dir fotografierte betonierte Loch ist nichts weiter als die Verankerung eines Kranes oder Förderbandes zum Transport des Abbaugutes. Dafür sprechen auch die jeweils an den Ecken angebrachten Halterungen mit den Löchern.


    Insofern alles heiße Luft.


    Gruß Andreas

    Hallo.


    Echt jetzt ? Also diese ganzen Legenden über irgendwelche Werwölfe gehören ganz einfach in den Bereich der Märchen. Was soll denn das für ein " Ausbildungslager " gewesen sein ? Was ist deine Quelle ? Zur Partisanentaktik: Ich kenne die Oberlausitz beruflich sehr gut. Die Landschaft gibt es überhaupt nicht her, hier einen solchen Widerstand organisieren zu wollen. Keine größeren Waldgebiete, Täler oder sonstigen Verstecke. Das würde nur mit massiver Hilfe der Zivilbevölkerung gegangen sein. Die nämlich diese Leute verstecken und versorgen müsste. Und vor allen Dingen den Mund hält. Völlig utopisch.


    Zu den Hydrierwerken :


    Nach meinem Kenntnisstand gab es ein solches nur in Schwarzheide bei Ruhland. Dieses versorgte den Bedarf der Heeresgruppe Mitte. Ein damaliges Hydrierwerk war ein großer, komplexer zusammenhängender Bau, welcher nicht einfach in irgendwelche " Außenlager " aufgesplittert werden konnte. Dazu war das Herstellungsverfahren von Benzin aus Kohle viel zu aufwendig.


    Ende 1944 begannen die Alliierten gezielt bei Tag und Nacht gerade diese Hydrierwerke zu bombardieren. Dabei war das durch 123456789 angesprochene Werk in Brüx eines der Größten und Wichtigsten. Alleine dieses wurde durch etwa 30 Flak Batterien verteidigt, das macht rund 150 Geschütze aus. Auf Grund dieser Angriffe begann man dann für die Belegschaften in den Werken Schutzbunker anzulegen. Mit diesen wird dein Großvater wohl zu tun gehabt haben.


    Was Unterstände oder irgendwelche Bunker in Wäldern betrifft:


    Mit Anfang 1945 befand sich die Frontlinie in diesem Gebiet entlang der Neiße. Ein Verteidigungsstreifen unterteilte sich in mehreren Linien, die erste wurde Hauptkampflinie genannt, der 2 . Verteidigungsstreifen begann dann ca. 10 km dahinter. Im Rahmen dieser Gliederung wurden dann im Hinterland Artilleriestellungen, Unterkünfte für Reserven und Versorgungspunkte verdeckt angelegt. Solche findet man noch hin und wieder an gewissen Punkten und in Wäldern. Das alles hatte aber nichts mit irgendwelchen " geheimnisvollen " Vorgängen zu tun. Man muss nur in der Lage sein, ein Gebiet topografisch zu " lesen ", dann löst sich alles auf. Und das habe ich als ehemaliger Offizier nun mal lernen müssen.


    Gruß Andreas

    Hallo Ralph.


    Genau bei dieser Truppe habe ich quasi meine " Karriere " bei der NVA als Berufsoffizier begonnen. Ich erinnere mich , das dieser Begriff schon in den siebziger Jahren für die Mot. Schützen verwendet wurde. Dieser Begriff hat auch nichts mit " aufmucken " zu tun wie hier einige vermutet haben. Ich vermute jedoch, das dieser Begriff bereits in den sechziger Jahren mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1962 in der DDR aufkam.

    Was ist denn neben dem Angriff eine der " Hauptbeschäftigungen " eines Infanteristen ? Das ist der Stellungsbau, das Anlegen von Feldbefestigungen aller Art. Wenn möglich so tief wie es geht. Wir haben an der Offiziershochschule solche Stellungssysteme tagelang per Hand ausheben müssen. Quasi wie ein Karnickel oder Feldhase in der Erde gewühlt. Daher stammt der Name. Wer mal eine Feuerstellung für den SPW 70 mit der Hand ausbuddelte, weiß was er getan hat.


    Kleiner Nachtrag : Ein Mucker ist auch ein Hase in der Paarungszeit. Zu NVA Zeiten gab es maximal alle 3 Monate ein verlängertes Wochenende Kurzurlaub. Wer schon eine Freundin hatte oder verheiratet war, der war quasi " spitz ohne Ende . " Zwischendurch am WE Urlaub war ein Problem, da mindestens 85 % des Personalbestandes anwesend sein musste. Zu den restlichen 15 % zählten alle Ausgänger, Urlauber, Kranke oder zu Lehrgängen kommandierte.


    Gruß Andreas

    Hallo liebe Leute.


    Also was ich hier teilweise lesen musste, da werden einem ja die Fußnägel schief !


    Zur NVA Uniform :


    Wie wohl allgemein bekannt ist, war der Vorgänger der NVA die Kasernierte Volkspolizei. Zu dieser Thematik hörten wir als junge Offiziere Mitte der achtziger Jahre einen Vortrag eines ehemaligen Angehörigen dieser. Interessant hier war, das der Vortragende damals zu einer Delegation gehörte, die Prototypen von Uniformen einer noch aufzubauenden DDR Armee einer sowjetischen Kommission vorzuführen hatte. Der dieser Kommission vorsitzende sowjetische General befand die vorgeführten Vorschläge als Blödsinn und ordnete an, die ehemaligen deutschen Uniformen zu verwenden. Eine Begründung dazu erfolgte nicht, das Wort der Russen war damals eh " Gesetz". So erzählte uns das dieser Augenzeuge.


    Zu den anderen diskutierten Thematika bezüglich Tradition usw. :


    Die übernommenen Ausbildungsmethoden, die Durchsetzung der Disziplin, das Exerzieren waren alles Dinge, die sich vorher quasi Jahrhunderte lang bewährt hatten. Mit ihnen konnte man aus einer allgemeinen Wehrpflichtarmee innerhalb kurzer Zeit mit wenig Aufwand einen schlagkräftigen Großverband formen. Warum sollte man das Rad neu erfinden ? Da waren die Kommunisten ganz pragmatisch. Es gab nicht umsonst damals die Parole : Vom Gegner lernen heißt siegen lernen. Und viele werden es nicht glauben : Es gab und gibt unter den russischen Militärs nicht wenige, welche die Deutsche Wehrmacht auf Grund ihrer damaligen Leistungen bewundert hatten und noch heute Respekt zollen. Vielleicht gehörte damaliger General der Kommission dazu. Mir fällt noch ein , das der Leiter der deutschen Delegation nach den Gründen der Ablehnung fragte. Der sowjetische General soll gesagt haben : Ihr seid Deutsche und basta.


    Was der geäußerten These bezüglich der Unterscheidung der einzelnen Armeen der soz. Länder betrifft :


    Ich vermute eher, das hier der psychologische Effekt zum Tragen kommen sollte, das Deutsche auf Deutsche schießen. Zumal ja zunächst auf beiden Seiten viele ehemalige Wehrmachtsangehörige in den Armeen gedient hatten. Vielleicht rechnete man auf Seiten der Russen mit der Möglichkeit, das da durch die Kampfmoral des Gegners geschwächt werden würde.


    Abschließend möchte ich keinem Altgedienten hier zu nahe treten. Aber nach meiner Meinung sehen die zusammengeschusterten Uniformen der BW schrecklich aus. Wenn man dann noch die darin verkleideten Kinder sieht, wird mir regelmäßig schlecht. Das Ding von Armee wurde völlig runter gewirtschaftet.


    Gruß Andreas