Posts by Margarete

    Guten Tag, allen,


    Thilo, im Buch von Saul Friedländer "Das Dritte Reich und die Juden" nimmt dieser u.a. Bezug auf die Ansichten Heydrichs.

    Man muß sich das mal vorstellen: einem Deutschen wird das Deutsch-sein aberkannt. Allein der Ausdruck "deutschblütig" ist unfassbar bescheuert! (In Südafrika zur Zeit der Apartheid hat man sich ausgedacht, dass, wenn ein Mensch "nur noch" zu 1/16 "schwarz" ist, als Weißer zu gelten hat. - So etwas konnte ich noch nie begreifen!!!)

    Vielleicht von Interesse: Hans Moser. Ein anständiger Mann! (Anders als Rühmann und Albers.)

    Aus dem Anhang des Buches Ausschnitte Seiten 761-763.


    Bert, Göring konnte das anscheinend nicht bestimmen! Der Spruch stammt wohl nicht von ihm.

    da fällt mir ein, was Göring zu solchen Problemen sagte: "Wer Jude ist, bestimme ich!"

    Dazu hier eine Buchvorschau mit gleichlautendem Titel

    https://www.weltbild.de/media/…412222161-095.658.056.pdf


    Grüße von Margarete

    Guten Morgen, Uwe, Du Lieber,


    jetzt habe ich meine Verwirrung auf Dich übertragen!


    Als ich die Gliederung mit Lds.Rgt. 122 (13.04.1940) fand und mit den Stammtafeln Lds.Batl.552 verglich (Lds.Rgt. 22 - 20.05.1940), dachte ich zuerst, da muß ein Schreibfehler vorliegen (wegen der " 1 "). Die Infos im LdW über beide Regimenter klärten mich auf!

    Ein Denkfehler meinerseits blieb jedoch zurück.

    Erst Deine Antwort-Frage

    FPN Frage : Das Lds.Btl. hatte doch gemäss deiner Gliederung bereits eine eigene FPN. Warum sollte da die

    FPN des Stabes Lds.Rgt 122 von Bedeutung sein?

    machte mir klar, dass der Aufenthaltsort des Lds.Batl. 552 natürlich aus der Feldpost-Nr. (in Verbindung mit der funktionierenden Bürokratie) ersichtlich ist. Da hakte es bei mir (29 Grad in der Wohnung, ob es daran lag? grins).

    Aber schön, dass wir 'mal drüber gesprochen haben. :]


    Herzliche Grüße von Margarete


    Foto Bahnhof Nieder Lahnstein, der im Dez.1944 zerstört wurde gemäß:

    https://eisenbahnstiftung.de/bildergalerie/Bahnh%C3%B6fe

    Landesschützen-Bataillon 552 im April 1940


    Guten Abend, allen,


    eine Gliederung vom 13.04.1940 irritiert mich (siehe Anlage).

    Der O.F.K. 520 ist das Landesschützen-Regiment Stab 122 (Obstltn. v. Preuschen, Gneisenaukaserne bei Bahnhof Nieder Lahnstein, Feldpost-Nr. 38178) unterstellt.

    Diesem ist das Landesschützen-Bataillon 552 unterstellt.

    Standort: Boppard

    https://www.lexikon-der-wehrma…Reg/LandschtzReg122-R.htm

    Aufgestellt im Wehrkreis XII; dazu gehört auch Boppard.

    ------------

    Ab 20.5.1940 war der Stab des Landesschützen-Bataillons 552 der O.F.K. 589, Lüttich, und dem Stab Landesschützen-Rgt. 22 unterstellt. (Quelle: Stammtafel BA)

    https://www.lexikon-der-wehrma…zReg/LandschtzReg22-R.htm

    Aufgestellt im Wehrkreis II

    Feldpost-Nr. 00321

    Noch 1940 dem Militärbefehlshaber Belgien/Nordfrankreich unterstellt.

    ----------

    Das Lds. 552 stand also in den Startlöchern, um in Belgien einzumarschieren. Entfernung Boppard-Lüttich ca. 220 km.

    ----------

    Bataillons-Kommandeur war Major Will vom 26.08.1939 (Tag der Aufstellung) bis 31.05.1943 (neue Dienststelle: Führer Reserve Wehrkreis VIII)

    Ab 1.6.1943 Major Niethammer, seit 24.08.1944 in Rumänien vermisst

    -----------


    Meine Frage:


    Wieso war das (schlesische) Lds.Batl. 552 am 13.04.1940 dem Lds.Rgt. Stab 122 unterstellt?

    War dies so, weil das Bataillon in Nieder Lahnstein auf die Verladung in einen Zug wartete, der sie nach Belgien bringen sollte

    und über die Feldpost-Nr. des Lds. Rgt. 122 während der Wartezeit erreichbar sein sollte?Ich nehme an, es gab eine Wartezeit?


    Wie habe ich mir das vorzustellen?


    Es grüßt Margarete

    Guten Abend, allen,


    zufällig etwas gefunden. Zeitpunkt: 09.12.1942


    Zitat:

    "Nicht einzuteilen sind ... Angehörige der Lds.Schtz. und Sich.Batl., der Luftwaffe und Kriegsmarine sowie kinderreiche Väter, letzte Söhne usw. die bestimmungsgemäß nicht bei der fechtenden Truppe verwendet werden dürfen."


    Wie wir wissen, wurde dies im Verlauf des Krieges geändert.


    Grüße von Margarete

    Hallo, Mortain u.a.a.,

    habe noch etwas gefunden.


    Hauptmann d.R. Arendt und seine Nachkommen wurden am 22.01.1945 als "deutschblütig" erklärt (siehe Anlagen).


    (Das Verhalten des perfiden Oberbekloppten, genannt Führer, wird man wohl nie verstehen.)


    http://en.ww2awards.com/person/28126

    Der Link funktioniert nicht mehr. Hier der Text:

    PERSONALIA

    Name: Arendt, Velten-Reinhardt

    Date of birth: March 28th, 1919

    Date of death: March 23rd, 1945 (Liguti, Latvia)

    Nationality: German

    BIOGRAPHY: Velten-Reinhardt Arendt was partly of Jewish descent and was

    formally declared "of German Blood" on January 22nd, 1945.


    DEUTSCHES KREUZ IN GOLD

    Rank: Leutnant der Reserve (2nd Lieutenant of Reserves)

    Unit: Panzer-Abteilung 60

    Awarded on: April 14th, 1942


    RITTERKREUZ DES EISERNEN KREUZES

    Rank: Hauptmann der Reserve (Captain of Reserves)

    Unit: Führer I. / Panzer-Regiment 36 / 14. Panzer-Division

    Awarded on: March 28th, 1945


    Provide alterations or additional information

    Information source(s):

    - FEDERL, CH., Die Ritterkreuzträger der Deutschen Panzerdivisionen 1939-1945, VDM Heinz Nickel, Zweibrücken, 2000.-

    FELLGIEBEL, W.P., Elite of theThird Reich, Helion & Company Limited, Solihull, 2003.-

    PATZWALL, K. & SCHERZER, V., Das Deutsche Kreuz 1941-1945, Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt, 2001.- Die Ordensträger der Deutschen Wehrmacht (CD),

    VMD-Verlag GmbH, Osnabrück, 2002- Ritterkreuz Archiv II/2012, Veit Scherzer, Ranis, Juli 2012, ISSN 1866-4709


    Grüße von Margarete

    Hallo, Roland, u.a.a.,

    18.4.1945

    Korpsbefehl Nr. 3 des Stellv.Gen.Kdo. VII.A.K. (Wehrkreiskommando VII) Ia Nr. 6546/45 geh. vom 18.4.1945 (BA-MA RW 17/46) „Feind gelang es im Laufe des 18.4. Nürnberg bis auf einen Zugang am Südwestrand einzuschließen, in Ansbach einzudringen ...

    "Widerstand und Konspirieren mit dem Feinde" - Todesstrafe am 16.04.1945


    Zufällig habe ich ein Dokument vom 15./16. April 1945 zu Ansbach entdeckt. Der polnische Arbeiter Bronislaw Juzwik (28 J.) wird von seinem "Arbeitgeber" Völkert, bei dem er seit über 2 Jahren beschäftigt ist, denunziert, weil er ihm zurief: "Nur noch 2 Tage, dann bestimme ich!"


    Die Kriminalpolizeileitstelle Nürnberg-Fürth, Außenposten Ansbach, Krim. Obersekretär Endrehs, nimmt die Aussage auf Veranlassung des Kreisleiters Seitz, Ansbach, auf. Seitz fordert die Festnahme. Der Kampfkommandant Ansbach ist Oberst Meyer.


    Ein Standgericht verurteilt Juzwik "Im Namen des Deutschen Volkes" zum Tode. Als Richter haben teilgenommen: Oberstabsrichter Schimpf, Kreisleiter Seitz, Oberlt. Lehmann. Meyer bestätigt das Urteil mit seiner Unterschrift.


    Die Kriminalpolizeileitstelle Nürnberg-Fürth, Außenposten Ansbach, bittet das Kommando der Schutzpolizei Ansbach um Vollzug .. bis 16.04.1945 um 8.00 Uhr. Unterschrieben von "Schönleben" (mit ?).


    Die Schutzpolizeidienstabteilung, Hauptmann der Schutzpolizei, Hauenstein (mit ?) meldet am 16.04.45 die Erschiessung um 9.00 Uhr in der Schießstätte Zeilberg von einem Beamten der Schutzpolizeidienstabteilung Ansbach. Vergraben wurde Bronislaw Juzwik "dort in einem Bombentrichter".


    Nur noch 2 Tage .....


    Margarete

    Hallo, Stefan,

    Gibt es eine Erklärung das späte Todesdatum in Verbindung mit der Grablage in Polen?

    die Kriegsgräberfürsorge hat ihre Datenbank mit folgenden Kriterien aufgebaut:

    Name

    Dienstgrad

    Geburtsdatum

    Geburtsort

    Truppenteil

    Erkennungsmarke

    Todes-/Vermisstendatum

    Todes-/Vermisstenort

    Grablage


    Als die russischen Archive begannen, die Akten der deutschen Kriegsgefangenen an die Bundesrepublik Deutschland gegen Gebühr abzugeben, hätte die Datenbank um wenigstens 2 Felder ergänzt werden müssen und zwar so:


    Todesdatum

    Vermisstendatum

    Todesort

    Vermisstenort


    Das Beispiel meines Großvaters:


    Vermisstendatum: 10.4.1944

    Todesdatum: 1.11.44

    Da aber nur das Feld "Todes-/Vermisstendatum" existiert, wurde kurzerhand das Vermisstendatum gelöscht (10.04.44) und durch 1.11.44 ersetzt.


    Beim Feld "Todes-/Vermisstenort" sieht es ähnlich aus:

    Vermisstenort: Odessa

    Todesort: Saporoshje

    Da in der Kgf-Akte jedoch nur die Lager-Nr. (1149) und nicht der Todesort angegeben wurde, hat der Volksbund als Todesort "Odessa" stehen gelassen.


    Ich habe mir die Einträge für Deine Suchperson eben angesehen. Dort scheint es ähnlich gelaufen zu sein.


    Todes-/Vermisstendatum: 09.09.1945

    Todes-/Vermisstenort: Stettin-Pommerensdorf


    Ich vermute, dass er in den letzten Kriegstagen im Frühjahr 1945 in oder um Stettin in Gefangenschaft geraten ist und als "vermisst" galt. Er wird am 9.9.45 verstorben sein in einem Kgf-Lager. Der Ort seines Todes lässt sich dann nur aus der Kgf-Akte ersehen.

    Die Angabe beim Todes-/Vermisstenort ist also fehlerhaft.


    Lt. Volksbund ist die Grablage Deines Urgroßvaters unbekannt. Sein Name wurde lediglich in einem Gedenkbuch der Kriegsgräberstätte Stare Czarnowo, Polen, eingetragen.


    Falls von Interesse:

    flickr Fotos Pommern

    https://www.flickr.com/photos/…s/72157633243057654/page1


    Herzliche Grüße von Margarete

    Guten Tag, Sarina,

    Da sind verschiedene Daten, sieht für mich ein wenig durcheinander aus.


    Postkarte am 13.8.1943 aus Kassel an seinen Bruder geschickt hat und vom Aufbruch nach Russland am nächsten Tag berichtete.

    Die Karte: Opa Adam 3.JPG habe ich erneut angesehen und unser Mitglied Many aus der Sanitätseinheiten-Gruppe befragt. (Danke :) )


    Eintrag am:

    10.6.43 II. 27.3.43 Krgs. Laz [Kriegslazarett] 3/607 Uman Lkb. [Lazarett Krankenbuch] [Eintrag-] Nr. 7101 Pneumonie, von Truppe.

    2.4.43 verlegt Res. [Reserve?] Krk. La. [Lazarett] 4/VI Uman.

    Eintrag am:

    7.12.43 I. [Lücke am Zeilenanfang auf der Karte] Krgslz. [Kriegslazarett] 4/VI R Uman Ukraine, Lkb. [Lazarett Krankenbuch] 917 [Eintrag-Nr. 917], Fleckfieber,

    .... [Lücke auf Karte]

    1.6.43 dfg. [dienstfähig] Tr. [Truppe] Uman


    Ein Krgslz. 4/VI R. Uman ist Many (bisher) nicht bekannt.


    Verwirrend und nur bedingt zu verstehen ist die zeitliche Abfolge.


    Der Eindruck ist, es handelt sich um eine Karteikarte, die nicht bei der Truppe verblieb, sondern in der Heimatbehörde. Ich stelle es mir so vor, dass die Meldungen von der Truppe kamen und von Verwaltungskräften abgearbeitet und auf personalisierten Karteikarten ergänzt wurden. Dadurch stimmte die chronologische Reihenfolge nicht mehr unbedingt. Außerdem sind anscheinend einige Ankunftsdaten dem Schreiber nicht bekannt gewesen. Deshalb ließ dieser jeweils eine Lücke auf der Karte, um nachtragen zu können. Möglich?

    (Many meint, zu dieser Fragestellung gab es hier im Forum ein Thema. Aber wo?)


    Vielleicht war der Ablauf so:


    27.3.43 Kriegslazarett 3/607 Uman Pneumonie

    2.4.43 verlegt.

    Eingetragen wurde dies erst am 10.06.43


    ......... Krgs. Laz. 4 VI R Uman Ukraine Fleckfieber,

    , .......... ,

    1.6.43 dienstfähig zur Truppe Uman.

    Dieser Eintrag wurde am 7.12.43 vorgenommen.


    Und im August befand er sich in Kassel. Urlaub?


    Sarina, evtl. ist dies Thema besser unter "Einheiten des Heeres" aufgehoben. Möglicherweise schauen andere Forenmitglieder darauf. Magst Du es vom Moderator verschieben und "Feldpostnummer" aus dem Betreff entfernen lassen?


    Herzliche Grüße - Margarete

    Hallo, Sarina,


    die Angaben in der Karte "Opa Adam 7" stammen aus dem Jahr 1996. In den 90er Jahren wurden die ersten Kriegsgefangenenakten aus russischen Archiven dem DRK übergeben.


    Wehrwirtschafts Ersatz Abteilung 5

    Verzeichnis Liste (vom) 30.1.45, neue Erkennungsmarke -2313 - = der 2313. Soldat der Wehrwirtschafts Ersatz Abteilung 5

    für verlorengegangene Erkennungsmarke - 978 - 2. Panzer Jäger Ersatz Abteilung 33, Geburtsort, Dienstgrad ./.


    2. Panzer Jäger Ersatz Abteilung 33

    Zugang am 5.12.40 E.M. Serie (?), Dienstgrad ./., Geburtsort wie vor


    Todesort: Tula (2) / 29 Grablage: .... 323/29

    Was die (2) bedeutet, weiß ich nicht. 323 (später 7323) waren die Läger bei Tula (200 km südlich Moskau). 29 ist die Nummer des Zweiglagers.


    Hier im Forum:

    Datenbank zu Kriegsgefangenen: Kampfräume, Gefangenentransporte und Lager im Osten

    Datenbank zu Kriegsgefangenen: Kampfräume, Gefangenentransporte und Lager im Osten

    Daraus anliegend: DRK-Karte Nr. 11 mit Lagern südlich Moskau und pdf-Datei zu den Lagernummern.


    Aus "Orte des Gewahrsams, Sächsische Gedenkstätte" anliegend 2 von ca. 11 Seiten.

    Danach bestand das Zweiglager 29 des Lagers 323 vom 13.7.-27.12.1945.

    Dein Großvater war also zuvor in einem anderen Lager/Zweiglager untergebracht.


    Grüße von Margarete


    Nachtrag: Hier Post, die aus dem Lager 7323 verschickt wurde:

    https://oldthing.de/shops/PHIL…mit.y=0&ic=10&lg=on&ow=1d

    Guten Tag, allen,


    meine Überzeugung ist, dass nur das russische Volk selbst diesen Krieg stoppen kann, indem Millionen auf die Straßen gehen und demonstrieren.

    Nur, wie informiert und überzeugt man die Menschen in Russland davon, dass das Regime "Putin" Lügen verbreitet und manipuliert, wenn keine freien Medien im Lande zur Verfügung stehen?


    Jeden Morgen erwache ich und zermartere mir das Hirn und frage mich, wie 145 Millionen Menschen mit entsprechenden Informationen versorgt werden können.


    Eine Bitte an alle russisch-sprachigen Forenmitglieder: bitte, geht in alle russischen sozialen Netzwerke, Foren usw. und verbreitet die entsprechenden Nachrichten, solange dies noch möglich ist.


    Ich bin nicht gegen Russland, sondern gegen rücksichtslose und machtgierige Despoten und Diktatoren, denen die Menschen gleichgültig sind, auch das eigene Volk!


    Danke.


    Es grüßt Margarete

    Guten Tag, Sarina, (Matti, Nicco)

    Mein Großvater soll im Nov. 1945 in Tula gestorben sein.

    wenn er im November 1945 gestorben ist, dann in einem Kriegsgefangenenlager. Liegt Dir die Kgf-Akte vor oder woher stammt die Angabe?

    Gggf. kann ich nach Eintragungen zum Lager in meinen Unterlagen schauen.


    Nicco hat Dir den Link zum Lexikon der Wehrmacht über das Landesschützen-Bataillon 783 eingestellt. Ein Teil der dortigen Eintragungen stammt aus dieser Quelle:

    Justiz und NS-Verbrechen

    Falls Du Dich damit befassen möchtest, dann bitte folgende Reihenfolge (bei den Direktlinks erhalte ich Fehlermeldungen (???)):

    Westdeutsche Gerichtsentscheidungen

    https://junsv.nl/westdeutsche-gerichtsentscheidungen = anklicken


    Justiz und NS-Verbrechen Bd.XXIX

    Verfahren Nr.677 - 684 (1968)

    11.05.1968 - 28.06.1968


    Verfahren Nr. 683

    Lfd.Nr.683 JuNSV Bd.XXIX S.607

    Lfd.Nr.683 JuNSV Bd.XXIX S.607

     Lfd.Nr.683a LG Hannover 27.06.1968 JuNSV Bd.XXIX S.609

     Lfd.Nr.683b BGH 16.09.1969 JuNSV Bd.XXIX S.629


    Grüße von Margarete

    Hallo, alle, guten Tag Mortain,

    Oder wurden jüdische Soldaten 1942 generell entlassen,

    nein, es gab Ausnahmen.

    In den Büchern von Rigg - ist es Dir nicht aufgefallen? - wird das auch erwähnt.

    Oberst Dr. Ernst Bloch war am 05.09.1944 noch stellvertretender Kommandeur der 213. Sicherungsdivision. Er war Deutscher, Jude, Katholik, Berufssoldat.

    Nach NS-Sprache galt er als "Gleichgestellter jüdischer Mischling 1. Grades".


    Erst am 27.10.1944 muß Bloch seinen Posten verlassen (auf Bestreben von Willy Suchanek, SS-Obersturmbannführer und Oberstleutnant der Schutzpolizei, Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei).


    https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Bloch_(Offizier)


    Gruß von Margarete

    Hallo, Ihr Beiden,

    vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. Dass die "Russen" aus Linsing abtransportiert wurden, ist mir klar. Aber wohin wurden sie gebracht: zum Sitz der britischen Einheit in Bassum?


    Mir liegen etliche Seiten britischer Kriegstagebücher mit Sitz in unterschiedlichen norddeutschen Orten vor. Alle mit ähnlichen Einträgen. "Bassum" ist also nur ein von mir genanntes Beispiel.

    Kann ich davon ausgehen, dass der Sitz der britischen Einheit gleichzeitig der Ort ist, zu dem die "Displaced Persons" in ein Lager gebracht wurden?


    Im Netz fand ich diesen Hinweis auf Sammellager in Bassum:

    https://www.volksbund.de/filea…hsen/Bassum_Pulttafel.pdf


    "Vom 30. Juni 1941 bis zum 8. April 1945 fanden, den erhaltenen Aufzeichnungen zufolge, 59 Töchter und Söhne
    polnischer, russischer und ukrainischer Zwangsarbeiterinnen auf mehreren, heute nicht mehr sichtbaren, Gräber-
    feldern dieses Friedhofes ihre letzte Ruhestätte. Weitere vierzehn Kinder wurden zwischen Kriegsende und Anfang
    April 1946 beigesetzt. Sie hatten zum Teil mit ihren Müttern in den nach der Befreiung geschaffenen Sammel-
    lagern für Displaced Persons gelebt.
    "


    Vielen Dank Euch beiden und herzlichen Gruß von Margarete

    Hallo, Euch,


    in einem Kriegstagebuch der Briten steht eine Abkürzung, die ich zwar verstehe, jedoch ist mir nicht klar, wie sie gemeint ist.


    Britische Einheit hat am 20.08.45 seinen Sitz in Bassum. z.B.: All Russians evac ex Linsing. - Wörtlich übersetzt: Alle Russen evakuiert ehemals Linsing.


    Ist das so zu verstehen, dass die Russen aus Linsing nach Bassum evakuiert wurden?


    Grüße von Margarete


    edit: hatte die Anlage vergessen

    Guten Tag, allen,

    hallo, Gernod,

    Norddeutschland und Warthegau? Könnte es auch Königsberg gewesen sein und die hohen Verwaltungsbeamten waren in der Justiz tätig?

    (Allerdings hat dies nichts mit "Kapitulation" zu tun!)

    SUCHE NACH ZWEI TODESURTEILEN 1944/1945: Zu Kriegsende sollen im Norden Deutschlands oder in Polen, es könnte im Warthegau gewesen sein, zwei hohe deutsche Verwaltungsbeamte, einer davon soll Regierungspräsident gewesen sein, zum Tode verurteilt worden sein.

    Dr. Max Draeger, Oberlandesgerichtspräsident, und Fritz Szelinski, Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Königsberg, haben sich Ende Januar 1945 nach Danzig "abgesetzt", wurden dort festgehalten und nach Berlin ins Untersuchungsgefängnis gebracht. Szelinski hat sich in seiner Zelle erhängt. Draeger wurde vom VGH am 29.3.45 wegen Wehrkraftzersetzung und Fahnenflucht zum Tode verurteilt, am 4.4.45 ins Zuchthaus Brandenburg eingeliefert und dort am 20.4.45 hingerichtet.


    Quelle: Tilitzki "Die geheimen Lageberichte der Königsberger Justiz"


    Gruß - Margarete

    Hallo, Jürgen, u.a.a.

    Am meisten hat mich seinerzeit mitgenommen, das dort ein Grab ist in dem ein 17 Jähriger ruht.

    das kann ich gut verstehen. - Bei Recherchen in Archiven habe ich in einem Gefangenenbuch zwei Einträge zu einem jungen poln. Zivilarbeiter gefunden (zwei Einträge wohl, weil einmal der Vorname als Nachname genommen wurde und umgekehrt). Er war 14 Jahre jung, wurde wegen Diebstahls der Gestapo übergeben und ins Polizeigefängnis Bremen überführt.

    Der Vater des Jungen hat mehrfach den Arbeitgeber und die Gemeinde angeschrieben, weil er Monate nichts von seinem Sohn gehört hat. Schließlich schrieb ihm der örtliche Gendarm, dass über den Aufenthaltsort des Jungen nichts bekannt sei. Einen weiteren Monat später schreibt der Landrat an den Vater und "stellt ihm anheim" sich an das Amtsgericht zu wenden.

    Diese unmenschliche Arroganz macht mich wütend!


    Mir geht es ähnlich wie Dir, dieser "Fall" schleicht sich gelegentlich in meine Gedanken. Was wurde aus dem Jungen? Liegt er auch irgendwo in oder um Bremen namenlos begraben? Hat der Vater erfahren, was aus seinem Sohn wurde? Ist der Junge wieder aufgetaucht?

    Wie soll man etwas über ihn herausfinden? Das Archiv in Bremen verfügt über keinerlei Gefängnisunterlagen aus der Zeit.


    Der Junge wurde mit dem selben Gefangenentransport nach Bremen gebracht, wie eine junge deutsche Frau, die dann für 2 1/2 Jahre im KZ Ravensbrück interniert war.


    Nachdenklich - Margarete

    Guten Tag, allen,


    einst schrieb ich dieses:

    Der Kompaniechef der "643" war am 13.4.44 der Stabsarzt Dr. Miescke.
    Er hat die Todesmeldung eines im Lazarett in Husi, Bessarabien, im April 1944 verstorbenen Mannes an dessen Witwe unterschrieben.

    Beim DHI Moskau habe ich etwas zur Truppen-Entgiftungs-Kompanie 643 gefunden.


    Dr. Miescke war erst seit dem 3.3.44 als Stabsarzt bei der Kompanie.

    Für den 5.4.44 ist eine Person als verstorben eingetragen in der Verlustliste. Dabei handelt es sich um den oben genannten Mann.

    https://wwii.germandocsinrussi…age/7/mode/inspect/zoom/7


    Ich verlinke noch eine Akte, aus der ein bisserl etwas über die Tätigkeiten einer Entgiftungs-Kompanie erkennbar sind:

    33. Unterlagen der Truppen-Entgiftungskompanie (mot.) 642 (untersteht Armeearzt AOK 2): KTB Nr. 12, 1.10.-31.12.1944

    https://wwii.germandocsinrussi…iegsrang-und-verlustliste


    Grüße von Margarete


    HAMBURG


    Guten Tag, allen,


    nach der Bombardierung Hamburgs (Operation Gomorrha) wurden Ausgebombte u.a. in umliegenden Orten untergebracht und einquartiert, wo Platz war, auch in Baracken. In Meldekarten meiner Heimatstadt finde ich immer wieder Einträge über "Zugezogene" aus Hamburg in dieser Zeit.


    Nach Hamburg zurückkehren - nach dem Krieg - konnte man nur mit Sondergenehmigung und erhielt eine zeitlich befristete Aufenthaltsgenehmigung.


    Thomas (u.a.a.), vielleicht interessiert Dich dies im Zusammenhang zu Deiner Frage.


    Ein aus Kgf Entlassener, dessen Familie nach der Vertreibung aus Schlesien in Niedersachsen untergebracht wurde, schreibt im April 1948 an den Bürgermeister des niedersächsischen Ortes:

    • "Ich habe die Möglichkeit, bei meinem Onkel, .... , meinem Berufe entsprechend, Arbeit zu finden. Das Wohnungsamt Hamburg, bei dem ich wegen Aufenthaltsgenehmigung Rückfrage hielt, ist bereit, mir diese zu erteilen, wenn sich die dortige Gemeinde ihrerseits wiederum bereit erklärt, mich nach Beendigung der Aufenthaltsgenehmigung in Hamburg wieder aufzunehmen. ...."

    In einem Schreiben des Kreisflüchtlingsamtes vom 26.7.1948 (also kurz nach der Währungsreform) steht dies:

    • "Die Lage der Flüchtlinge ist durch die Auswirkungen der Währungsreform gekennzeichnet. Sie hat zu schweren Erschütterungen der untersten Stufen der Gemeinschaft geführt, nachdem sich Ankündigungen durch Rundfunk und Presse, die wirtschaftlich Schwächsten durch Sonderregelungen zu schützen, nicht bewahrheitet haben. Flüchtlinge, Vertriebene, Evakuierte und Ausgebombte müssen erleben, dass ihre Anfangserfolge auf dem Gebiete der Existenzbildung am stärksten gefährdet sind. Bis zum Erlass eines Lastenausgleichsgesetzes werden viele dem ungeheuren Druck unterlegen sein und viele werden in kurzer Zeit das Erarbeitete zum zweiten oder auch schon zum dritten Male verloren haben."

    Grüße von Margarete