Posts by Franek_Dolas

    Hallo,


    Also aus meiner eigenen Familie kann ich eine Geschichte erzählen, die mir so auch von den Nachfahren der Beteiligten so bestätigt wurde:


    Einer meiner Großväter war polnischer Soldat in deutscher Kriegsgefangenschaft (die Behandlung war durchwachsen, teilweise schlecht), später war er ziviler Zwangsarbeiter. Er war als Schustergeselle bei einer Schusterwerkstatt im Bodenseeraum eingesetzt. Dort ging es ihm verhältnismäßig gut, er wurde gut behandelt und ein benachbarter Zanharzt hat ihn und seine Mitgefangenen umsonst behandelt. Als die franzöischen Truppen die Stadt befreiten wollten einige französische Soldaten die Werkstadt und auch die nahe liegende Arztpraxis plündern. Mein Großvater und ein französischer Mitgefangener konnten diese davon abhalten da sie wahrheitsgemäß erklärten, sie wären von diesen Menschen stets gut behandelt worden.


    Vielleicht keine große Sache innerhalb des großen Krieges, aber sind ja auch manchmal die Kleinigkeiten die zählen.


    Gruß


    Franek

    Hallo Bert,


    ich sehe das ganz nüchtern.
    Dass es bei ca. über 11 Millionen DP's und bei ca. 70 (?) Millionen Deutschen nach 1945 es alle möglichen positiven bis negativen Fällen gab sollte kaum verwundern, gerade in Anbetracht des Kriegs und der anschließenden Anarchie.
    Im Schwäbischen sagt man "'s menschelt halt!" (im Guten wie im Schlechten). Gute Menschen und Lumpen gibt es immer, überall und zu jeder Zeit.
    In Anbetracht der Anzahl der DP's glaube ich jedoch, dass diese "Lumpen" wirklich die absolute Minderheit waren, denn sonst wäre in Deutschland nach 1945 viel schlimmer zugegangen.


    Gruß


    Franek

    Hallo Bert,


    meine Großeltern väterlicherseits waren polnische DP's und mein Vater ist die ersten Jahre noch in Lager aufgewachsen (im heutigen Baden-Württemberg). Im Rahmen meiner Familienforschung habe ich mich auch mit dieser Zeit auseinandergesetzt.


    Dabei sind mir nicht nur meine Großeltern betreffende Unterlagen in die Hände gefallen, sondern eben auch diverse andere. Bei meinen Recherchen in lokalen Archiven haben ich auch Hinweise von Übergriffen von beiden Seiten gefunden. Gerade in der Übergangszeit bis die Besatzungsverwaltung griff gab es wohl einzelne umherziehende Zwangsarbeiter die plünderten oder gar schlimmere Übergriffe begingen. Es gab aber auch den umgekehrten Fall wo Deutsche zum Beispiel den Zwangsarbeitern/DP's mit Absicht mit Methanol gepanschten Schnaps gaben oder diese sogar ermordeten. In Reutlingen ist mir eine Ermittlungsakte aus der Nachkriegszeit in die Hände gefallen wo zwei polnische DPs (ein, zwei Jahre nach dem Krieg) im Wald von unbekannten erschossen wurden. Die meisten Vorfälle von beiden Seiten fanden wohl in der kurzen Zeit der Anarchie der unmittelbaren Endphase des Krieges und der unmittelbaren Zeit nach dem Krieg bis die Verwaltung wieder funktionierte statt.


    Übrigens, als Literatur empfehle ich dir den Roman "Polonaise Allerheiligen" von Tadeusz Nowakowski. In dem Buch wird anhand der Liebesbeziehung zwischen einem polnischen DP und einer deutschen Frau die Situation im und außerhalb des Lager geschildert.


    Gruß


    Franek

    Hallo Jonny,


    also im Grunde die üblichen Personendaten (inkl. Wohnort, Eltern, Beruf etc.) sowie Zugehörigkeit zu einer militärischen, Ort und Datum der Gefangennahme, Ankunft im Sammellager, Kriegsgefangenennummer (wurde meiner Erkenntnis nach im Sammellager vergeben).


    Die Informationen können beim Internationalen Roten Kreuz recht unterschiedlich ausfallen. Bei meinem anderen Großvater waren die Informationen leider weniger hilfreich. Wenig neues und das was neu war hat eher noch für mehr Verwirrung gesorgt.


    Beim deutschen Rotenkreuz habe ich über beide gar nichts neues herausgefunden (es wurden halt einige bekannte Sachen bestätigt).


    Aber ein Versuch lohnt sich jedenfalls, wenn man bei der WaST nicht weitergekommen ist.


    Gruß


    Franek

    Hallo,


    habe kürzlich Antwort vom ICRC (Komitee des Internationalen Roten Kreuzes) erhalten. In Bezug auf einen Großvater in britischer Gefangenschaft habe ich nun zumindest die Kriegsgefangenennummer und einen Scan seiner Regstrierung im Sammellager in Zedelgem/Belgien (Camp 2227).


    Kann also allen nur Raten es mal dort zu versuchen.


    Ich habe ja bei der WaST bereits nach meinem Großvater gefragt, aber nur wenig Auskünfte bezüglich der Kriegsgefangenschaft erhalten. Ob es sich lohnt dort nochmal explizit dazu nachzufragen? Ich meine, wenn die Alliierten wirklich die Dokumente an die WaST übergebe haben?


    Gruß


    Franek

    Also ich habe den Film auch vor gut einem Monat gesehen. Fand den Film sehr gut, da er keine der üblichen Kriegsfilme mit übertriebene Heldenepos und klassischen Bösewichten ist. Im Gegenteil, es geht um den Überlebenskampf einzelner Personen im Wahnsinn des Krieges. Die Fragmentarische und nicht chronologische Erzählweise gefällt mir (unabhängig vom Thema) sehr gut. Was die historische Korrektheit betrifft: Oberflächlich glaube ich wurden die historischen Tatsachen gut getroffen. Aber ich bin kein Experte für Dünkirchen, daher kann es in Details auch anders liegen.


    Gruß


    Franek

    Hallo MunaLisa,


    über dein Interesse freue ich mich. In der Nachkriegszeit mein Großvater erblindet, aber das hat nichts mehr direkt mider Kriegsgefangenschaft bzw. der Zwangsarbeit zu tun.
    Im allgemeinen ging es wohl meiner Großmutter schlechter, sie war in diversen Fabriken eingesetzt, dort waren die Bedingungen grausam.


    Dabei habe ich noch gar nicht erwähnt alles erwähnt. Von September bis November 1939 war mein Großvater in Ungarn in Savar interniert (laut Familienerzählung und auch einige deutsche Unterlagen deuten daraufhin). Leider ergab Anfragen bei drei zuständigen ungarischen Archiven dass entweder Unterlagen aus dem entsprechenden Zeitraum fehlen oder Unterlagen des entsprechenden Lager nicht mehr auffindbar sind.. Wie er also genau von Ungarn nach Deutschland kam ist unklar. Laut Familienerzählung wurde er beim Versuch mit Kameraden sich nach Triest durchzuschlagen (dort wurden wohl polnische Soldaten nach Frankreich oder England evakiert) wieder gefangen genommen und an das deutsche Reich ausgeliefert.


    Anhaltspuntke gibt es also viele, aber vieles verläuft doch wieder im Sande, weil die ARchive oft doch nicht so vollständig sind wie erhofft.


    Bezüglich Tettnang.
    Mit den Nachkommen der Schuhmacher-Werkstatt (die Firma existiert noch) haben wir inzwischen Kontakt. Wir haben die Familie besucht und mittlerweile einen sehr freundschaftlichen Kontakt. Leider ist die letzte Zeitzeugin innerhalb der Familie schon vor wenigen Jahren gestorben, so dass wir in der Hinsicht leider etwas zu spät kamen. Jedenfalls ging es meinem Großvater den Umständen in der Schuhmacherwerkstatt entsprechend gut. So gut, dass er - das ist in beiden Famiilen überliefert - bei der Befreiung Tettnangs die fanzösischen Soldaten vor der Plünderung der Werkstatt sowie die Einrichtung eines Nachbarns (ein Arzt der die Zwangsarbeiter kostenlos behandelt hat) abgehalten hat.


    Davor war er allerdings als Kriegsgefangener auf Arbeitskommando bei Bauern und wurde dort wohl sehr schlecht behandelt (vielleicht nicht von allen aber wohl doch von einigen so nachhaltig dass dies als seine schlimmste Zeit in Gefangenschaft überliefert wurde). Da möchte ich ungern in Tettnang bzw. Umgebung herumfragen und ggf. Menchen unagnenehm berühren. Die Nachkommen der Bauern können ja nichts dafür und es wäre mir unangenehm sie mit sowas zu konfrontieren.


    Nochmals Danke und Gruß


    Franek

    Hallo MunaLisa,


    ja, deine Beiträge ermutigen mich doch nochmal mit dieser speziellen Anfrage an ITS-Arolsen zu wenden.


    Der vollständigkeit halber hier nochmal die Kriegsgefangenenlager die mein Großvater nach atkueller Aktenlage war:


    1) Stalag 17 A Kaisersteinbruch (Österreich an der Grenze zu Ungarn)


    2) Stalag V A Ludwigsburg (bei Stuttgart)


    3) Stalag V B Villingen (in Baden, heute Villingen-Schwenningen BW-Doppelstadt)


    Ein schreiben des Bürgermeisteramtes Tettnang bestätigt seinen einsatz als Kriegsgefangener auf Arbeitskommandos (plural) bei diversen Bauern im Raum Tettnang (erst später als ziviler Zwangsarbeiter in einer Werkstatt)
    Der Zeitraum der Arbeitskommandos fällt genau in seine Zeit im Stalag V B, möglcherweise war er in einem Außenlager des Stalags untergebracht?
    Ich war bereits persönlich in Tettnang im Archiv, aber die erwähnten Unterlagen gibt es wohl nicht mehr.


    Obwohl ich keinen Hinweis auf ein Arbeitskommando während seiner Zeit in Stalag V A habe, habe ich im dortigen Archiv ausdrücklich auch die entsprechenden Unterlagen zu den Arbeitskommandos durchsuchen lassen, aber da gab es nichts.
    Aus Familienerzählungen weiß ich, dass er zuvor im Stalag 17 A wohl im dortigen Steinbruch arbeiten musste.


    Wie gesagt, die entsprechenden Stadt- und Kreisarchive habe ich fast alle abgegrast (außer die in Österreich).


    Aktuell bleibt also vor allem noch ITS-Arolsen und das Militärarchiv in Freiburg.


    Den Tipp mit den ehrenamtlichen Historikern vor Ort werde ich ebenfalls berücksichtigen (bezüglich meiner Großmutter war dies tatsächlich ein Mal hilfreich).


    Gruß


    Franek


    P.S.:
    dein letzter Satz bricht ab, aber ich vermute du wolltest fragen, ob mein Großvater die Kriegszeit überlebt hat?
    Ja, das hat er. Sein "Glück" war vermutlich, dass er 1942 in zivile Zwangsarbeit überführt wurde und als gelernter Schuster in einer Werkstatt arbeiten konnte, wo man ihn gut behandelt hat.
    In den Displace-Person-Camp lernte er meine Großmutter kennen und wegen der sowjetischen Besatzung Polens blieben sie in Deutschland.

    Hallo MuniaLisa,


    dein letzter Beitrag ist recht interessant für mich. Vielleicht kannst du mir sagen, ob sich eine erneute Anfrage bei ITS-Arolsen für mich lohnt.


    Zum Hintergrund:
    Einer meiner Großväter war polnischer Soldat in deutscher Kriegsgefangensschaft (ab 1942 ziviler Zwangsarbeiter). Beim ITS-Arolsen habe ich vor Jahren angefragt und diverse Untelragen aus seiner Zeit nach dem Krieg als Displaced-Person erhalten.
    Auch einige Dokumente die Angaben zu seiner Zeit als Kriegsgefangener und Zwangarbeiter Auskunft geben. Unteranderem eine eidesstaatliche Aussage die seinen Einsatz in einem Arbeitskommando im Bodenseeraum belegt.


    Eine später Anfrage im polnischen Kriegsgefangenen Museum in Oppel-Lamsdorf (dort Lagern die deutschen Unterlagen zu poln. Kriegsgefangenen) hat weitere Informationen ergeben, unter anderem in welchen Stalags er gefangen war. Darutner das von dir erwähnte Stalag V A in Ludwigsburg. (Einige Daten deuten auch auf ein oder zwei Fluchtversuche hin).


    Weitere Anfragen in diversen Kreis- und Stadarchiven in denen sich die diversen Kriegsgefangenenlager befanden bzw. wo mutmaßolich die Arbeitskommandos stattfanden hat keine neuen Erkenntnisse ergeben.


    Eine Anfrage beim Militärarchiv Freiburg steht noch aus, ist aber geplant (wenn die Fluchtversuche stattgefunden haben, gab es ggf. eine entsprechende Fluchtmeldungen im jeweiligen Wehrkreiskommando).


    Jetzt zu meiner Frage:
    Meinst du es würde sich lohnen, nochmal beim ITS-Arolsen anzufragen mit dem Hinweis auf die (drei) Kriegsgefangenenlager in denen mein Großvater nachweislich war?
    Insbesondere da ich jetzt Angaben habe, wo und wann er auf Arbeitskommando im Umland war?


    Danke im Voraus.


    Gruß


    Franek

    Hallo Joseph,


    dein Beitrag ist ja schon recht alt, aber bin zufällig darauf gestossen. Aus eigener Erfahrung (einer meiner Großväter war ebenfalls polnischer Soldat in deutscher Kriegsgefangenschaft) kann ich dir folgende Archive für deine Suche emfpehlen:


    1. Das Zentrale Kriegsgefangenen Museum in Opole/Łambowice. Dort lagern die (meisten) der Unterlangen polnischer Soldaten in deutschem Gewahrsam von 39-45. (Sollte dort nichts vorliegen, kannst du noch beim WAST anfragen). In den Kriegsgefangenenunterlagen wurde üblicherweise auch der Truppenteil des Gefangenen vermerkt (wobei das wie im Fall meines Vaters auch manchmal fehlerhaft bzw. unvollständig sein kann).


    2. Das Zentrale Militärarchiv in Warschau. Hier kannst du nach der Stammrolle der betreffenden Person suchen lassen (Leider muss ich gleich Einschränken: Nach dem Krieg gab es wohl ein Feuer, das einige Bestände vernichtet hat. So kann es wie bei meinem Großvater sein, dass die Stammrolle fehlt).


    3. Internationaler Such Dienst ITS Arolsen. HIer kannst du ggf. Unterlagen aus seiner Zeit als Displaced-Person aus der Nachkriegszeit finden, manchmal beinhalten diese aber auch Informationen über die Zeit während des Krieges, also Kriegsgefangenschaft und/oder zivile Zwangsarbeit (Ich habe dort einige HInweise für weitere Suche gefunden).


    Wie gesagt, du kannst Glück haben und in einem der drei Archive etwas brauchbares finden, oder Pech haben wie ich.
    Ich versuche bis heute die Einheit meines Großvaters heraus zu bekommen.
    Sollte ich hierzu neue Quellen kennen, werde ich dir gerne Bescheid geben.


    Gruß und viel Glück


    Franek


    P.S.: Hier habe ich noch eine Facebook-Seite zur Kadra 9. Batalion Pancerny Lublin gefunden:
    https://www.facebook.com/media…44.617475621767073&type=3

    Hi Stefan,


    ja, es gibt immerhin einen Lichtblick.


    Ein Satz hat mich in der E-Mail des ICRC irritiert: " We will not be able to answer requests without the proper form attached. "


    Habe ich gewudnert, weil ich kein Formular gefunden habe. Auf der Seite steht dann aber:
    "For all other requests, please return to this page at the above mentionned date to fill out the request form which will then be available again."


    Man muss peinlich darauf achten, dass alle Kriterien eingehalten werden, sonst machen die gar nichts...


    Gruß


    Franek

    Hallo,


    die Hoffnung hat sich zerschlagen.


    Die Unterlagen enthalten nicht wirklich personenbezogene Daten zu den Kriegsgefangenen.


    Es geht mehr um Organisation, Zustände, Inspektionen etc. in den Lagern.


    Dabei kann es natürlich sein, dass der ein oder andere Name erwähnt ist, aber die Chacne ist zu gering um den Aufwand zu betreiben.


    Wenn man in diesen vielen Unterlagen suchen zu lassen würde, würde man sich dumm und dämlich zahlen.


    Da wäre es fast noch biliger selber hinzufliegen und selber Einsicht zu nehmen.


    Gruß


    Franek

    Hallo,


    ich versuche ja auch mehr über die Kriegsgefangenschaft meinens Großvaters in Großbritannien herauszufinden, er war im Camp 66.


    Heute beim googeln auf gutglück bin ich auf einen Datensatz zu dem besagten Camp im britischen Nationalarchiv gestoßen.


    Der Datensatz war eingeordnet unter den zwei Unterabteilungen:

    1. ) FO 939
    1940-1950 Control Office for Germany and Austria and Foreign Office, German Section: Prisoners of War: Files

    This series contains files of the Control Office for Germany and Austria and
    subsequently of the Foreign Office German Section, relating to all
    aspects of the treatment of prisoners of war under British control, not
    only in the United Kingdom but in the Middle East and elsewhere. About
    one quarter of the series consists of files on particular prisoner of
    war camps and on lectures at particular camps. Also includes files of
    the Political Intelligence Department's Prisoner of War Division.


    UND:

    2) Subseries within FO 939

    Prisoner of war camps


    Ich versuche derzeit an den Datensatz heran zu kommen der das Camp 66 betrifft. Sobald ich mehr weiß gebe ich gerne Bescheid.


    Hoffe es hilft einigen von euch auch weiter.


    Grüße


    Franek