Posts by rebelau

    Hallo Johann,

    das sieht interessant aus, ein guter Hinweis!

    Das Buch ist ja doch als "Klassiker" zu sehen, auch wenn Jünger zu den umstrittensten Autoren gehört. Seine minuziöse, detaillierte Beschreibung der Kriegswirklichkeit ist äußerst bemerkenswert, seine Sprache brillant.

    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Leute,

    Was wollte Vizeadmiral Graf v. Spee in Port Stanley?

    Nach dem Seesieg bei Coronel war das Ziel, den Briten eine weitere prestigeträchtige Schlappe zu verpassen, indem Gneisenau und Nürnberg an der Einfahrt von Port Stanley ein Landungskprps ausschiffen sollten, um den britischen Gouverneur gefangenzunehmen. Ferner war geplant, die Telegrafenstation zu zerstören und die Kohlelager in Brand zu stecken.

    Bei der Kommandantenbesprechung waren die meisten gegen den Plan, zumal das Schicksal der Emden, die bei einem ähnlichen Unternehmen versenkt worden war, allen noch gegenwärtig sein musste. Der Kommandant der Gneisenau, Kpt. z.S. Gustav Otto Maerker fand deutliche Worte und warnte dringend vor dem Unternehmen.


    Dass die Briten zwei Schlachtkreuzer dorthin beordert hatten, wusste niemand. Graf Spee rechnete zwar mit einer Reaktion der Engländer, aber wohl nicht in so kurzer Zeit.

    Daher wohl auch als weiterer Fehler die fehlende Aufklärung. Die hätte einer der kleinen Kreuzer leisten müssen, während das Geschwader noch in sicherer Entfernung blieb.

    Gegen die britischen Schlachtkreuzer, einmal in Fahrt, hatte Spees Geschwader mit den langsamen, alten Panzerkreuzern keine Chance.

    Quellen:

    Pochhammer, Graf Spees letzte Fahrt.

    Busch/v Forstner, Unsere Marine im Weltkrieg.

    Maria Teresa Parker de Bassi, Kreuzer Dresden.


    Hrrzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Thomas,

    den Autor kannte ich bis dato nicht.

    Die Veröffentlichung des Berichts ist sicher interessant, darum ging es mir.

    Der Verlag brachte meines Wissens bisher keine geschichtsrevisionistischen Veröffentlichungen heraus, deshalb überrascht mich das auch.

    Habe kein Problem damit, wenn der Beitrag hier gelöscht wird.


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Leute,

    mal wieder was Neues, diesmal mehr auf der politischen Ebene:


    Stefan Scheil. Abschreckungspläne. Der Hauptbericht Joachim von Ribbentrops als deutscher Botschafter in London vom Dezember 1937. Helios Verlag Aachen. ISBN 978-3-86933-252-9.


    185 S., Harccover, fadengeheftet, 14,7 x 21,6 cm, Preis 19,90 €.


    Ribbentrop hatte den Auftrag, die Beziehungen zu Großbrittanien zu sondieren oder sogar ein Bündnis mit dem Inselreich zustandezubringen - Hitlers Utopie, die der abschließende Bericht über die Botschaftertätigkeit und die Absichten der britischen Regierung klar widerlegt .Trotzdem ließ sich der Diktator davon wohl nie wirklich abbringen.

    Der Bericht dürfte als wichtige Quelle zur deutschen wie auch zur britischen Außenpolitik vor dem II Weltkrieg anzusehen sein und damit ist die - vom Autor kommentierte - Veröffentlichung sicher für Interessierte sehr lesenswert.


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Viktor, hallo Rainer


    "Schwerter zum Pflug scharren!"

    der Spruch ist gut, das, was dahintersteht, eher nicht.

    Da schlummert möglicherweise noch so einiges unter der Erde.

    Aber so ähnlich hätte ich es mir vorgestellt.


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Lieber Karl,

    hast Du genauere Informationen, was mit dem verwahrten Waffenarsenal der NVA passiert ist?


    1990 gab es noch viele Nationen, auch in Nah-Ost welche russische Kampfmittel verwendeten,

    und auch das Baltikum hatte Bedarf.

    Wurden die Kampfmittel also verscherbelt (exportiert)? Oder eher verschrottet?


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Leute,

    ... und weiter geht´s mit den Biografien:


    Bodo Kleine.Bevor die Erinnerung verblaßst. Als Infanterist an der Ostfront zwischen Woronesch und Königsberg bei der 377. Inf.Div. und der 367.Inf.Div. Autobiographie. Helios Verlag 2020.


    208 S., 29 Abb., Hardcover, fadengeheftet. 14 x 21 cm. ISBN 978-3-86933-253-6. Preis: 19,90 €.

    Hier die Kurzbeschreibung des Verlages:

    Der Autor:

    Geboren am 15.7.1923 in Katzhütte/Thüringer Wald. 1940 Beginn einer Ausbildung bei der Zollverwaltung. April 1942 in die Wehrmacht eingezogen, Einsatz als Gruppenführer bei der 377. Infanterie-Division an der Ostfront im Raum Woronesch am Don. Teilnahme im Januar/Februar 1943 an den Rückzugskämpfen der 2. Armee von Woronesch bis Obojan-Sumi. Nach einem Lazarettaufenthalt Teilnahme an einem Fahnenjunker-Lehrgang an der Kriegsschule Hagenau/Elsaß und anschließender Beförderung zum Leutnant. Danach Einsatz bei der 367. Infanterie-Division. Im Winter 1944/45 mit dieser Division nach Ostpreußen verlegt und dort in der Festung Königsberg in Gefangenschaft geraten. Nach dreieinhalb Jahren Gefangenschaft Oktober 1948 nach Eisenach entlassen. Anschließend berufl iche Tätigkeit im öffentlichen Dienst (Zolloberamtsrat).


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Johann,

    ein interessanter Fund. "Nordwind" gehört auch zu den bisher wenig beachteten Unternehmen des Krieges. Sozusagen im Schatten dervArdennenschlacht - erst im den letzten Jahren kamen einige wenige Veröffentlichungen dazu.

    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Leute,

    erst nochmal danke für die vielen Beiträge und Hinweise; die zeigen, dass da doch einige möglicherweise auch nicht ganz geklärte Fragen drinstecken, für mich ein interessantes und in gewisser Weise - bezogen auf das letzte Kriegshalbjahr - auch einmaliges Phänomen.

    Jedoch empfinde ich den Raum, der dem Schörner in den Beiträgen eingeräumt wird, unangemessen groß.

    Paul, der Thread ging ab einem gewissen Punkt in diese Richtung, wobei es nicht meine Absicht war, vorrangig über Schörner zu diskutieren. Er gehört allerdings zum Thema "Kurland", das ist ja unbestritten.


    Ich schlage vor, den Blick wieder auf den Kurlandkessel zu richten.

    Justus, das ist auch ganz meine Meinung! Wie gesagt, trennen kann man es nicht wirklich, und ich fand alle hier vorgetragenen Ausführungen zu Schörner höchst interessant, aber mir geht es schon um die Ereignisse in Kurland als solche, im Ganzen, und gerade auch die Zeit nach Schörner betreffend.



    Andererseits war der Kampf um Berlin und das schnelle Vorrücken auf die Westalliierten wichtiger als ein Stellungskrieg in Kurland.

    Das ist wohl grundsätzlich schlüssig, aber immerhin gab es ja dann doch noch drei weitere Kurlandschlachten - die Frage ist wirklich, ob das nur gewissermaßen Pflichtübungen waren, um nicht sagen zu müssen, man hätte nix mehr gegen die Heeresgruppe Kurland unternommen; oder ob es doch ernst gemeinte Versuche gewesen sind, mit entsprechendem Menschen- und Materialeinsatz, die eingeschlossenen Truppen zu vernichten.

    Ich glaube schon, dass die zweite Alternative zutrifft, denn der Aufwand der Sowjets war doch erkennbar erheblich. Umso erstaunlicher bleibt dann doch die Tatsache im Raum stehen, dass die Heeresgruppe durchgehalten hat, auch noch während der letzten Wochen.


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Leute,

    es gibt wieder mal was Neues beim Helios Verlag:


    Wolfgang Heyll. Flaksoldaten. Autobiografie - Jugendliche als Luftwaffenhelfer bei der Flak im Westen und an der Ostfront.

    121 S., 13 Abb., Hardcover, fadengeheftet, 14 x 21 cm. Preis 16,80 €.

    ISBN 978-3-86933-250-5


    Aufgrund eines Führerbefehls mussten ab 1942 etwa 120.000 Luftwaffensoldaten für infanteristische Aufgaben abgestellt werden. Auch der Personalbestand der Flak-Einheiten wurde dadurch erheblich reduziert. Dies sollte durch den "Kriegshilfeeinsatz der Jugend bei der Luftwaffe" kompensiert werden: Schüler und Lehrlinge wurden an diversen Waffen der Fliegerabwehr ausgebildet - etwa 200.000 kamen bis zum Kriegsende zum Einsatz.

    Einer von ihnen war der Autor (geb. 1928), und er schildert hier seine Einsätze ab Januar 1944 in Weisweiler, Münster/Loddenheide, Faßberg und schließlich Frankfurt/Oder. Er geriet nach einer Verwundung in sowjetische Gefangenschaft.


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Leute,

    das ist natürlich ein Riesenfass, Schörner, wir hatten da ja schon mal einen Thread, vor einiger Zeit.

    Wolfgang, der Link ist sehr interessant, den SPIEGEL-Artikel kenne ich leider nicht. Geschrieben wurde viel über Schörner, bei der Truppe hat er sehr polarisiert. Viele waren gegen ihn, hielten sein militärisches Können auch nicht wirklich für überzeugend, andere verehrten ihn.

    Aber auch wenn er in Kurland längere Zeit den Oberbefehl hatte - die grundsätzliche Entscheidung, nicht mehr auszubrechen, wurde nicht von ihm getroffen. Und es wäre auch etwas billig, die Tatsache, dass Kurland durchgehalten hat, allein oder auch nur vorrangig seinem Können oder seinen Führungseigenschaften zuzuschreiben.


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Leute,

    wenn das, was Wirbelwind schreibt, zutreffen würde, dann wäre das schon ein starkes Stück gewesen.

    Kann es überhaupt sein, dass ein einzelner OB so weitreichende strategische Entscheidungen ohne Absegnung "von oben" treffen konnte? Ja, aber nur dann, wenn´s keiner durchschaut hat...


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Leute,

    Rote Kapelle, das sind sehr interessante Anmerkungen, die Arbeit von Grier ist offenbar ziemlich umfassend und sicher lesenswert.

    Primärquellen müssen immer auch in ihren historischen Kontext gestellt werden.

    Das ist sicher ein ganz wichtiger methodischer Grundsatz, der umso deutlicher wird, je weiter zurück man forscht und dann, wenn er nicht beachtet wird, zu erheblichen Missverständnissen und Fehlinterpretationen führen kann.

    Daran, dass wir hier doch schon eine ganze Menge Aspekte beleuchtet und einiges zusammengetragen haben wird aber auch deutlich, dass Kurland wohl schon ein Phänomen "außer der Reihe" ist, was die Geschichte der letzten Kriegsmonate angeht. Für mich immer noch erstaunlich, dass es so wenig Literatur darüber gibt, im Vergleich zu anderen Kriegsschauplätzen.


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Lieber Karl,

    das Kriegsmaterial, klar.

    Aber ich denke, dass da wohl auch grundsätzliches Misstrauen mit im Spiel gewesen sein könnte, ob eine solche Ausschiffung überhaupt noch möglich sein kann. Zu dieser Zeit sicher auch berechtigt:


    Hallo Dieter,


    Nach meiner Einschätzung hätte nur ein sofortiger Anschluß an die HGr. Mitte Vorteile gebracht, ein Abtransport der Truppen nach Verlust von Riga über See durch die Kriegsmarine nicht mehr darstellbar. Hier ist

    zu beachten, daß zum Zeitpunkt "Laura", Oktober 1944, die Schiffe noch stark mit Transporten in der Nordsee/ nach Norwegen eingebunden waren. Es ist illusorisch anzunehmen, ~400.000 Soldaten plus Zivilisten

    plus Großgerät zu dieser Zeit bei dem Kohlemangel für die Schiffe, bei den Wetterbedungungen, über Windau/ Libau abtransportieren zu können. Hier angemerkt, daß nur mit größter Mühe ~8.500 Soldaten von

    Ösel nach Windau transportiert werden.

    ich glaube auch, dass das zutreffend ist. Ein Anschluss noch im August/September war wohl die einzige realistische Option.


    Herzliche Grüße
    Eberhard

    Lieber Karl,

    schon bemerkenswert, dass man zu diesem (späten) Zeitpunkt seitens führender Militärs eine Rückführung noch für möglich hielt. Und noch beachtenswerter, dass Adolf Hitler diese dennoch ablehnte. Interessant wäre zu wissen ob und wie er das begründet sah - zu dieser Zeit. Glaubte er da immer noch an eine Wiederaufnahme der Angriffstätigkeit im Osten??


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Rote Kapelle,

    danke für die sehr ausführliche Zusammenfassung! Also hat sich doch mal jemand genauer mit dem Thema beschäftigt - das meiste hörtbsich auch sehr plausibel an. Werde mal schauen, dass ich an die Arbeit rankomme.

    Hallo Wirbelwind,

    Dein Einwand erscheint mir allerdings auch berechtigt. Den Sowjets war ja offenbar schon an einer schnellen."Bereinigung" gelegen, wohl aus ähnlichen Gründen...


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Hallo Jan,

    so macht es Sinn, das ist sicher ein Punkt.

    Viele Ostseehäfen hatten die Russen allerdings bereits zurückerobert.

    Einen Ausbruch über den Seeweg (der ganzen Heeresgruppe) halte ich auch nicht für realistisch.


    Herzliche Grüße

    Eberhard