Posts by THWler

    Hallo Elisa die 2.,


    auch wenn ich hier fachfremd bin eine kurze Antwort auf diese beiden Fragen:

    PV steht für Polizeiverwaltung, also die Friedensdienststelle der Person.

    m.W.v. heißt "mit Wirkung vom".


    Viele Grüße

    THWler

    Hallo Johann,


    es ist ein weites Feld mit Schnittmengen zu vielen Unterforen, wenn man alle Einheiten einbezieht, die aus der TN entstanden:

    • Dienststellen und Einheiten der Technischen Nothilfe im Deutschen Reich, z.B. Bereitschaftsdienst (Katastrophenschutz), Luftschutzdienst (Instandsetzungsdienst), und Technischer Dienst (Sicherstellung lebenswichtiger Betriebe)
    • FAD der TN (Heimat)
    • SHD-Einheiten (ortsfest und motorisierte Abteilungen), Stellung des Instandsetzungsdienstes durch die TN (Heimat, Westen)
    • Technische Kommandos für die Wehrmacht (Technische Wehrwirtschaftseinheiten) (Sudeten, Polen, Westen)
    • TN-Einsatzgruppen mit Abteilungen für die Wehrmacht (Westen)
    • TN-Einsatzgruppen mit Abteilungen für die Luftwaffe (Flugplätze im Westen und Osten)
    • TN-Teileinheiten für die Marine (Häfen im Westen)
    • TN-Abteilungen für die Polizei (Regimenter im Osten, Bandenkampf)
    • unabhängige TN-Abteilungen, Kompanien, Sonderkommandos, etc. im Heimatkriegsgebiet (u.A. Einsatz von Wehrunwürdigen als Zwangsarbeiter (Dienstverpflichtung) im Arbeitsdienst, Sprengkommandos und Außenkommandos in KL)
    • Dienststellen und Einheiten der Technischen Nothilfe in den besetzten Gebieten (mit Auslandsorganisationen in allen besetzten Ländern)
    • LS-Abteilungen der Luftwaffe (aus SHD-Abteilungen) (Heimat, Westen, Osten)
    • Luftschutzpolizei (ortsfest und motorisierte Abteilungen), Stellung des Instandsetzungsdienstes durch die TN (Heimat)
    • Technische Bataillone (aus Technischen Kommandos) als Truppengattung Technische Truppen der Wehrmacht (Osten)
    • Technische Abteilungen (aus TN-Abteilungen für die Wehrmacht) als Truppengattung Technische Truppen der Wehrmacht (Osten)
    • Technische Wehrmachtshilfe (vor allem für die Reichsbahn) als Koordinator für den Einsatz aller Wehrmachtsteile zur Sicherung der Verkehrswege gegen Kriegsende (Heimat)

    Die Frage ist, ob genügend Mitglieder Interesse an einem eigenen Bereich für dieses sehr spezielle Thema haben. Ich habe zu tausenden technischen (Teil-)Einheiten Daten gesammelt und bereite diese fortwährend auf. Ich bin aber noch nicht an dem Punkt, an dem daraus z.B. vorhandene LdW-Bereiche mit Leben gefüllt werden können. Auch fehlt mir aktuell die Zeit, die ganzen Daten aufzubereiten und hier große Inhalte zu publizieren.


    Generell stehe ich der Idee sehr positiv gegenüber, sehe aber noch Probleme in der Abgrenzung und dem allgemeinen Interesse.


    Beste Grüße

    THWler

    Hallo Johann,


    ja, das könnte er definitiv sein! Hamburg, Beruf, Verwendung im HAOP (TN) passen. Einsatz WK1 bei den Pionieren und Rang passen auch zur späteren Polizei/TN-Verwendung/Dienstgrad.


    Vielen Dank für die Recherche; Ich hoffe, irgendwann schaffe ich es auch mal, die ganzen Akten einzusehen (oder dass diese irgendwann als Digisate in invenio zur Verfügung stehen).


    Beste Grüße

    THWler

    Hallo Johann,


    danke dir wieder für deine Infos! Interessant, dass die Presse entgegen der offiziellen Sprachregelungen Teno schreibt, obwohl die Abkürzung im "Dritten Reich" im offiziellen Gebrauch verpönt und unzulässig war.


    Zu beiden Herrschaften liegen mir auch Infos vor, deine ergänzen diese vorzüglich:


    Condereit war vor seiner hauptamtlichen Verwendung 1934 ehrenamtlich Ortsgruppenführer in Königsberg. Laut axishistory soll er im Laufe des Krieges noch zum SS-Oberführer befördert worden sein. Trotz seiner Nähe zur NSDAP war es in der jungen Bundesrepublik keine Ausnahme (z.B. Pg. Erich Hampe), dass er direkt wieder beim Aufbau mitwirkte:

    "Auch in Bremen, dem "Schlüssel zur Welt", ging der Aufbau des THW nicht leicht vonstatten. Im Mai 1951 erteilte Lurnmitzsch seinem Ansprechpartner Paul Condereit in Bremen den Auftrag, mit dem Aufbau des THW anzufangen." Quelle


    Oberstleutnant der Schutzpolizei Dr.-Ing. P. Maack Ende 1942 dort gerade frischer Landesführer der Landesgruppe X Nordwest (Nachfolger Curtze) und blieb dies bis mind. August 1944 (dann TN.-Bereich Nordsee) in Hamburg. Seit Juni 1944 war er Oberst der Schutzpolizei.


    Beste Grüße und immer gerne mehr!
    THWler

    Hallo Werner,


    Bin irgendwie voll über deine Frage hinweggekommen, entschuldige.

    RA-TN bedeutet Reichsamt Technische Nothilfe (im Hauptamt Ordnungspolizei). Diese Kompanien waren dem Chef der TN direkt zur Verfügung unterstellt, anders als die ständigen TN-/Bereichskompanien, die dem regionalen Befehlshaber der Ordnungspolizei unterstanden.

    Mit dem RAD hatte das alles nichts zutun, die TN hatte in den frühen 30ern nur maßgeblichen Anteil am Aufbau des FAD (Freiwilliger Arbeitsdienst, Vorgänger des RAD).


    Vg

    THWler

    Hallo Erwin,


    Ein Archiv mit einer Mitgliederliste gibt es leider (noch) nicht. Die Ortsgruppen waren in der Verwaltung weitestgehend selbstständig und Unterlagen sind teilweise noch in lokalen Archiven (auch in Tschechien und Polen) erhalten geblieben.

    Wenn du hier Foto, bisherigen Kenntnisstand, auch über die Zeiten, Einheiten, etc. Einstellst, kann ich sicherlich noch einiges dazu beitragen.

    Auch würde helfen, was genau du suchst, wo du schon geforscht hast, um dir mehr Ansätze oder Auskünfte zu geben. Da es direkt um deinen Opa geht, könntest du auch lieber ein eigenes Thema dazu aufmachen, mit Lebensdaten und allen Infos sowie deinen Fragen.


    VG

    THWler

    Hallo Werner,


    ersteinmal herzlichen Dank für die neuen Infos und übersichtlichen Daten. Das Schneechaos blieb aus - ich bin Zuhaus :thumbsup:


    Ich muss die ganze Sache etwas differenzieren. Die TN stellte eine Vielzahl an Einheiten und hatte diverse Aufgaben und Unterstellungen:

    • Heimatgebiet:
      • Ortsgruppen mit Fachdiensten, motorisierte Bereitschaftszüge (übergeordnet Landesgrupen (später Bereiche) mit Unterbezirken (Untergruppen))
      • Instandsetzungsdienst des SHD (aus TN-Luftschutzdienst), ab 1942 LSPol., in LS-Orten II.-III. Ordnung (bzw. später ohne LSPol.) stellte die TN. ihren Bereitschaftsdienst für diese Aufgabe
      • Instandsetzungsdienst der SHD-Abt. (mot.), ab 1942 Luftschutzabteilungen der Luftwaffe im Heimat- und Feldeinsatz
      • TN-Abteilungen (arabische Nummerierung aus Ortsgruppen)
      • TN-Bereichskompanien (pro BdO min. eine), dann ständige TN-Kp.
      • Ersatzabteilungen, Schulen
      • Chef der Ordnungspolizei mit Amt Technische Nothilfe, Reichsamt Technische Nothilfe, Org./Ia (TN); jeder HSSPF - BdO hat intern eine Abteilung TN
    • Feldeinsatz:
      • Technische Kommandos als technische Wehrwirtschaftseinheiten für den Polen- und Westfeldzug, 1941 als Technische Bataillone als Truppengattung Technische Truppen in die Wehrmacht übernommen
      • TN-Einsatzgruppen im Wehrmachtsgefolge für den Westfeldzug 1940 mit TN-Abteilungen I-XI, 1941 als Technische Abteilungen (ab 1944 auch Bataillone) als Truppengattung Technische Truppen in die Wehrmacht übernommen
      • TN-Einsatzgruppe Luftwaffe (später West und Ost) für Feldfluhafenbau
      • kleine Einheiten für die Marine
      • TN-Einsatzgruppe Lothringen mit TN-Abt. XII zur Wiederbesiedelung
      • Die TN-Kompanien, später ganze TN-Abteilungen (z.b.V. bis VI), der Polizeiregimenter z.b.V., Nord, Süd, Mitte (bzw. 11, 15, 10, 13) wurden 1942 verselbstständigt und von einem TN-Feldeinsatzführer (Kiew) im Osten geführt
      • Stabskompanien für OKH, Gen.Qu., FHQ, RFSS,etc.
      • Diverse (technische) Sonderkommandos
      • Die TN-Kommandos in den Pol.-Rgt. im Generalgouvernements (oben beschrieben) wurden eher als Sprengkommandos (1939) und Sprengtrupps (1944) eingesetzt und zerstörten z.B. Warschau (hier wurden keine Pol. Pi. Zg. aufgestellt
      • Die 1944 für Pol-Rgt. aufgestellten TN-Pionierzüge und Pol. Pi. Zg. mit TN-Personal (bis auf Führer) wurden an den Polizei-Waffen-Schulen ausgebildet und nach KStN ausgerüstet. Diese kamen vor allem im Bandenkampf zum Einsatz (z.B. SS-Pol Rgt. 21 (TN-Pionierzug Mähren), SS-Pol Rgt. 23 (Pio. Zg., PWS II Laon, TN-Männer)
        Die 1944 für den Bandenkampf aufgestellten Pol. Pi. Kp. bestanden aus je 2 Pol. Pi. Zg. und TN-Zg. und kamen beim BdO Alpenöand zum Einsatz Die Bandenkampfschulen I und II bekamen 1944 je einen TN-Zg.
    • besetzte Gebiete:
      • Aufbau der TN in allen besetzten Gebieten mit deutschen Führern, starke Auslandsorganisationen in den Niederlanden (Technische Noodhulp) und Norwegen (Teknisk Njödhelp), TN-Befehlsstellen
      • Einsatz von "Notdienstverpflichteten" im Reich in den TN-Einheiten (Wehrunwürdige, Protektoratsangehörige, Kriegsgefangene) als Zwangsarbeit leistende


    Resümee:

    Hunderttausende Männer waren für die TN ehrenamtlich, hauptamtlich, nebenberuflich oder dienstverpflichtet im Einsatz. Sie standen an allen Fronten, vom Betrieb eines Kraftwerks bis zum Bandenkampf, von Norwegen bis Afrika. Dabei trugen diese drillich (TN-Arbeitsanzug), dunkelblau (TN), blaugrau (SHD, TN-EG Lw., LSPol., LS-Abt (mot)), khaki (TN-EG Lw.), polizeigrün (TN, LSPol.), feldgrau (Technische Kommandos und TN-EG im Westen, Technische Abteilungen und Bataillone, Technische Wehrmachtshilfe); und dies alles durchaus parallel zueinander! Fest steht, dass aus dem ursprünglichen Gedanken der Freiwilligkeit, Unparteilichkeit und Technischen Hilfe sowie Kameradschaft untereinander im gesamten Kriegsverlauf die Unabhängigkeit der Organisation und Traditionspflege erhalten geblieben ist (wenn auch die TN sich mit dem System zu arrangieren wusste und das Fortbestehen unterstützt hat). Fest steht, dass es die gleichen führenden TN-Männer aus der Zeit 1919-1945 waren (die damals für die Reichswehr und das Reichsministerium des Inneren unter SPD-Obhut die TN gegen die Wirkung der Generalstreiks und Naturkatastrophen gegründet wurde) auch wieder 1950 von der Politik beauftragt wurden das gleiche aufzubauen (dieses mal unter dem Namen THW und LSHD), bei dem sowohl ehrenamtlich, wie auch hauptamtlich, an die Traditionen und den ursprünglichen Geist der TN angeknöpft wurde. Diesen Weg differenziert und kritisch aufzuarbeiten und zu analysieren, habe ich mir auf die Agenda geschrieben.


    Über das genaue wie, wann, wo, der Entwicklung der TN-Einheiten und Dienststellen, der Veränderungen, Einsätze und Strukturen forsche ich seit über 10 Jahren und habe einen groben Durchblick und fütter meine Datenbanken mit allen Informationen aus Archiven, dem FdW, internen Unterlagen, Fotos, etc.. Bis ich das große Gesamtbild aber beschreiben und manifestieren kann, ist noch sehr viel Forschungsarbeit nötig. Bisher hat sich mit der TN 1919-1933 mein Bekannter Dr. Linhardt auseinandergesetzt, der Zeitraum des "3. Reiches" ist aber noch ein fast unbespielter Platz in den bisherigen Geschichtswissenschaften. Aufgrund der Komplexität des Themas ist das auch wirklich ein dickes Brett, ich bin und bleibe aber penetrant und zielorientiert.


    VG
    THWler

    Moin Daniel,


    danke für deinen Input, ein paar Einschätzungen und Fragen dazu:

    • die Technische Nothilfe wird nur TN oder offiziell TN. abgekürzt. TeNo nannten sie nur die "Feinde" (Gewerkschaften, Kommunisten) in den 1920er Jahren.
    • Die langfristig Notdienstverpflichteten (bzw. vorher Ehrenamtlichen) gingen entweder weiter Ihrer Arbeit nach oder waren in der Industrie zum Arbeitsdienst eingesetzt, sofern sie dienstlich nicht für die TN gebraucht wurden.
    • War der TN-Zug der Gendarmerie unterstellt? (Normalerweise war für den zivilen Luftschutz ja immer das Luftgaukommando und der HSSPF mit BdO zuständig und diesen die TN, bzw. SHD./LSPol., unterstellt.
    • Wird der Zug nur als "TN-Zug" mit Standort Cholm oder als "TN-Zug Cholm" benannt?
    • Im Generalgouvernement wurden jedem der vier Distrikte ein Polizei-Regiment zugewiesen. Der Regimentskommandeur war gleichzeitig der Kommandeur der Ordnungspolizei des Distriktes. Aus Warschau, Radom, Krakau und Lublin wurden die SS-Pol-Rgt. 22-25. Diese verfügten über eigene TN-Kommandos (bzw. später Trupps) bzw. Pionierzüge, die aus der TN aufgestellt wurden. Für das SS-Pol-Rgt 25 (Ex-Lublin) habe ich einen Vermissten in der DRK VBL PA 532 im Januar 1945 in Warschau gefunden. Deswegen hatte ich vermutet, dass dieser TN-Zug in Cholm auch zu diesem Bereich gehören könnte.

    VG und danke für deine Aufarbeitung

    THWler

    Hallo Daniel,


    interessierte Grüße und Danke!


    Hast du mehr Infos zur Alarmeinheit? Gehörte diese zum SS-Polizei-Regiment 25 und wurde von dieser gestellt.


    VG und gerne immer mehr

    THWler

    Hallo Thilo,


    Auch die Technische Nothilfe hatte Bezeichnungen mit röm. Ziffer (Landesgruppe) und arab. Ziffer (Ortsgruppe) und mittig das Hoheitszeichen. Sicherlich auch noch dutzende andere Organisationen; da ist Hakenkreuzfahne (die Blutfahne?) m. E. zu pauschal.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt und mir sicher, dass wir mit einem Foto zügig eine Lösung herbeiführen können.


    Vg

    THWler

    Hallo zusammen,


    zum Thema Ladungsträger kann ich die Bücher meines guten Bekannten Markus Jaugitz empfehlen, er hat sich seit Jahrzehnten auf dieses Thema spezialisiert:

    Wen die Fahrzeuge interessieren sei auch immer ein Besuch im großartigen Deutschen Panzermuseum in Munster empfohlen, wo sich ein Leichter Ladungsträger Goliath und ein Schwerer Ladungsträger Borgward B IV befinden.


    Viele Grüße

    THWler

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    Hallo Johann,


    kurzer ingenieurstechnischer Einwand:

    • Modelle für Windkanalversuche sind eigentlich immer nüchtern "blank", um die strömungsmechnischen Ergebnisse nicht zu verfälschen; eine Lackierung macht keinen Sinn. Auch wäre der Aufwand für ein Metallmodell (Formenbau, Guss, etc.) eher unüblich, zu dieser Zeit wurde eher Holz und Ton genutzt (wie auch im Prototypenbau heute noch häufig), um schnell verschiedene Geometrien für die Baugruppen zu prüfen
    • Windkanalmodelle sind eher einfach gehalten und berücksichtigen nur die Formen, ohne z.B. Details wir die Rotoren darzustellen
    • Es müsste eine Aufnahme oben oder unten für eine statische Montage im Kanal geben

    VG
    THWler

    Hallo ZAG,


    auch ich möchte ein paar Informationen aus meinem Fachgebiet dazu beisteuern. Die Instandsetzung und der Betrieb der Kraftwerke und Stromnetze im besetzen Gebietes war meistens unter der Aufsicht oder direkt ab 1938 durch die Technische Nothilfe (TN) (Technische Wehrwirtschaftseinheiten/Technische Kommandos) bzw. ab 1941 zumeist durch die daraus hervorgegangene Truppengattung des Heeres Technische Truppen sichergestellt.

    Dazu gab es bei erstgenannten Einheiten "Erkundungsstäbe Elektrizität" und "Abteilungen Elektrizität" (vergleichbar mit einer Kompanie), neben Einheiten für Gas/Wasser und Bergbau, um die Funktion lebenswichtiger Betriebe sicherzustellen, wehrwirtschaftliche Anlagen weiter betreiben zu können und die Heerestruppe zu versorgen. Aus den bisherigen TN-Abteilungen und Technischen Kommandos entstanden 1941 Technische Abteilungen und Bataillone, die wieder die Schwerpunkte Elektrizität, Gas-Wasser und Bergbau abdeckten. Die "Technische Kompanie Elektrizität" bestand aus drei Zügen (Werkzug, Netzzug, Instandsetzungszug), die von der Erzeugung bis zur Verteilung eingesetzt wurden. Parallel dazu wurden für den Russlandfeldzug weitere TN-Abteilungen aufgestellt, die an Polizei-Regimenter angegliedert wurden und später verselbstständigt wurden. Alle technischen Einheiten führten auch Notstromaggregate mit, dies ist mir auch bei anderen Einheiten und Stäben mit entsprechenden Anforderungen bekannt.


    Nach diesem kurzen Exkurs möchte ich auf deine eingangs gestellte Frage des Elektrizitätsnetzes in Russland kommen. Aus den Einsatzberichten der technischen Einheiten ein paar Schlaglichter:

    • 06.1941: TN-Abt. I Wiederherstellung der lebenswichtigen Versorgungseinrichtungen in Riga, Dünaburg, Pleskau und Jablonitzy
    • 06.1941: TN-Abt. II Wiederherstellung der Wasser- und Lichtversorgung in Minsk besonders für Lazarette und Truppenunterkünfte
    • 06.1941: TN-Abt. III Sicherung und Instandsetzung der städtischen Elektrizitäts- und Wasserwerke in Staro-Konstantinow und Schitomir, Versorgung von Polizei-Unterkünften
    • 06.1941: Technische Abteilung IX Auslieferung Lichtaggregate und Installationsmaterial
    • 07.1941: Technisches Bataillon 3 Elektrifizierung, Gas- und Wasserversorgung der Dienststelle Abt IV Wi AOK 17, 30 kV Fernleitung zweischen Lemberg und Jaworow, E-Werk Lemberg, Ortsnetz Lemberg, 30 kV Fernleitung Lemberg-Winniki, Ortsnertz Winniki, E-Werk Zlosczow, Ortsnetz Zloczow, E-Werk Tarnopol, Ortsnetz Tarnopol, Ortsnetz Zbaraz, Ortsnetz Podwolocziska, E-, Gas- und Wasserwerk Brsezany, E-Werk Proskurow
    • 08.1941: Technisches Bataillon 3 Smela: Strom- und Wasserversorgung, Saksagan: Stromversorgung, Beshedarowka: Stromversorgung, Nikipol (Mangangrubenbezirk): Strom- und Wasserversorgung, Nowo Georgiewsk: Stromversorgung, Krjukow: Stromversorgung, Fährenbau, Krementschug, Strom- und Wasserversorgung, Radnoasnaja: Umspannstation für Mangangruben
    • 09.1941: Technisches Bataillon 3 Chorolj: Strom- und Wasserversorgung, Lubny: Stromversorgung, Poltawa: Strom- und Wasserversorgung, Thermomenterfabrik, Badeanstalt, Mühlen, Sägewerk, Feldlazarett-Heitzung, Kobeljaki: Ortsnetz, Beliki: Strom- und Wasserversorgung, Karlowka: Strom- und Wasserversorgung, Krasnograd: Strom- und Wasserversorgung, Poltawa: E-Werk, Wasserwerke, Hoch- und Niederspannungsnetz, Feldlazarett, Hirsemühle, Sägewerk und Möbeltischlerei, Krankensammelstelle, Luftwaffen-Ortslazarett, Quartier AOK, Qartier Flak, Quartier O.Qu., Quartier Prop. Komp., Stadtbad, Thermomenterfabrik, Spinngerei, Flugplatz, Entlausungsanstalt, Bäckereikompanie, Kläranlage, Getreidemühlen, Webereien, Waschanstalt, Armeegefangenenlager; Beliki: E-Werk, Ortsnetz, Wasservorgung; Karlowsla: E-Werk, Ortsnetz, Wasserwerk, Hauptverbandplatz, Schlächterei-Kompanie; Stariskowka: Reperaturwerk
    • 10.1941: Technisches Bataillon 3 Nowomoskowsk: Stromversorgung, Heizung Feldlazarett, Mariupol: Strom- und Wasserversorgung
    • 10.1941: Technisches Bataillon 7 Inbetriebnahme Kraftwerk Druschnaja Gorka
    • 11.1941: Technisches Bataillon 3 Snesnoje: E-Versorgung, Sugres: E-Versorgung, Makejewka: E-Versorgung, Gorlowka: E- und Wasserversorgung, Ordshonikidse: E-Versorgung, Nowo-Ekonomitscheskoje: E- und Wasserversorgung, Konstantinowka: E-Versorgung, Heizungsanlagen, Drushkowka: E- und Wasserversorgung, Kramatorskaja: E- und Wasserversorgung, Heizungsanlagen
    • 12.1941: Technisches Bataillon 7 Inbetriebnahme Frontkraftwerk Mestelljewo
    • 02.1942 Technisches Bataillion 6 Ingangsetzung, Betrieb und Verbesserung von Energieversorgungsanlagen und Leitungsnetzen. Aufstellen und Betrieb von Notstromaggregaten. Instandsetzung von elektr., wassertechnischen und Zentralheizungsanlagen, Bade- und Entlausungsanlagen.
    • 10.1942: Technisches Bataillon 7 Erster Probelauf Frontkraftwerk Krasnoje-Selo, Parallelschaltung Frontkraftwerk Krasnoje-Selo und Mestelljewo
    • 03.1943: Technisches Bataillon 7 Totalausfall des Werkes Krasnoje-Selo infolge Art. Beschuss
    • 05.1943: Technisches Bataillon 7 Totalausfall des Werkes Mestelljewo infolge Art. Beschuss

    Die vollmotorisierten technischen Einheiten haben nach meiner Kenntnis in Russland in den urbaneren und industrielleren Gebieten eine bestehende Netzinfrastruktur und Stromerzeugung vorgefunden, die sie für die militärischen und wirtschaftlichen Zwecke instandgesetzt und genutzt haben. Oftmals wurden Anlagen sabotiert (Ausbau notwendiger Komponenten, Sprengungen, etc.), die aber durch die hohe Fachexpertise der TN-/Technische Truppen-Angehörigen, die im zivilen Leben aus diesen Bereichen kamen, und Improvisation gelöst wurden.


    VG
    THWler

    Hallo Grenzer,


    eine schwierige Frage, die ich mir als Kind auch schon stellte (noch nicht als Sammler, sondern als junger Forscher), sodass ich erstmal anfing, viele Bücher zu wälzen und dutzende Museen zu besuchen. Dabei kam dann von Fahrzeuge bis SS erstmal sehr viel "Allgemeines" bei raus, aber ich wollte mich auf ein Thema festlegen, um wirklich "Experte" darin zu werden und dieses Hobby/Interesse ernsthaft zu bespielen. Das war ein Lernprozess von vielen Jahren (auch mit dem von Peter beschriebenen Lehrgeld); letztendlich kam dabei als logische Folge genau das raus, was ich sowieso beruflich und ehrenamtlich mache (nur halt von meinen Vorgängern 1919-1945). Zu den vielen, vielen Büchern gesellten sich (nach sicherlich 10 Jahren der kindlichen/jugendlichen Orientiertung) dann im Laufe der anschließenden 10-15 Jahren noch viele Originale und auch einige Repliken zu diesen Themen, sodass ich nicht mehr nur Forscher, sondern auch ein bisschen Sammler bin; allerdings eher um die erforschte Geschichte zu visualisieren und zu erhalten.


    Was ich damit sagen möchte (im Sinne meiner Vorredner und als "Altersgenosse"): schau dir wirklich an, was dich interessiert und warum; prüfe deine Ziele, Mittel und Wege.


    Viel Erfolg

    THWler

    Hallo Werner,


    in der Theorie ist das vollkommen richtig. Mit fortschreitendem Kriegsverlauf wurde die Kfz.-Lage aber immer prekärer. Eine Ausstattung nach KStN war nur selten gegeben, Beutefahrzeuge entsprachen nicht den eingeplanten Typen oder die KAN wurden auf Kriegsetat zusammengestrichen. Insofern nehme ich einfach an, dass vor allem "Leben in der Lage" gefragt war und man seinen Bestand einfach durchnummeriert hat (natürlich beim Chef startend mit 1).

    Die Auflistungen die ich bisher gesehen habe (nach dem vorigen Schema) gingen auch nie auf den speziellen Fahrzeugtyp oder Bauart ein, sondern teilten einfach das vorhandene Material auf die eigenen Teileinheiten auf. Oft wurden die Fahrzeuge in solchen Listen auch gar nicht nummeriert, sondern einfach tabellarisch mit Kennzeichen erfasst. Auch kenne ich Bilder mit Pkw mit hohen Nummern "20" z.B. oder gemischte Nummerierung Pkw/Lkw. Eine wirkliche Systematik "in Wagen 5 sitzt bei diesem Einheitstyp immer..." oder "Pkw 6 hat immer 5 Sitzplätze" o.ä. konnte ich nicht erkennen. Sicherlich ließe sich ableiten, dass ein Pkw mit niedriger Nummer zur Einheitsführung gehört. Spätestens bei den Lkw hört dann die Logik aber auf. Der gemeinsame Nenner wird nur der pragmatische Grund sein, ein offensichtliches und einfaches Unterscheidungsmerkmal innerhalb eines Verbandes zu schaffen, um Ordnung und Vollständigkeit zu überwachen bzw. Fahrzeuge leichter zu koordinieren.


    Viele Grüße

    THWler

    Hallo zusammen,


    anbei einmal ein Beispiel (Quelle NARA T-501 R-202), dass innerhalb einer Einheit einfach willkürlich die Fahrzeuge (inkl. Beutefahrzeuge) durchnummeriert wurden. Dies ist mir auch bei diversen Fotos und einigen Fahrzeuglisten begegnet. Eine Systematik konnte ich nirgens erkennen (nur Unterscheidung Pkw und Lkw; die Kom. haben scheinbar in diesem Beispiel keine Nummer zugewiesen bekommen).


    Aus der eigenen Erfahrung, auch aus der Führung größerer Kolonnen, bietet es sich an die Fahrzeuge zu nummerieren, um leicht die Vollständigkeit zu überprüfen (z.B. auch während des mot. Marsches damals per Krad oder durch zurückfallenden Kdr. im Pkw); heutzutage durch analogen und digitalen Funk natürlich sehr viel einfacher und bereits zugewiesener Funkrufnamen...


    Viele Grüße

    THWler

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