Posts by THWler

    Hallo!

    Hinsichtlich der späteren, möglichen Verwendung der Technischen Nothilfe (ab 10/1944), möchte ich bezüglich des Deutschen Volkssturm kurz auf den folgenden Beitrag verweisen: KLICK.

    Warum wurde das Thema TN in dem Sub Polizei und SD angeleget? Bin da nicht so geläufig bzgl. der TN, danke!

    Grüße
    Sven

    Hallo Sven,

    die TN gehörte seit 1919 zum Geschäftsbereich des Reichsministerium des Inneren (das THW deswegen bis heute auch zum BMI). 1936 wurde die TN zur technischen Hilfspolizei erhoben und formell in die Polizei eingegliedert, blieb aber bis Kriegsende eine eigene Organisation. Der Einfluss der Polizei und damit ChdDtPoluRFSS wurde größer, dies spiegelt sich mit der Leitungsfunktion durch SS-Männer, Verbeamtung und Polizeidienstgrade und die Einführung der Polizeiuniform Anfang der 1940er wider.

    Die TN war bereits so gebunden in der Beseitigung der Luftkriegschäden im Reich, dass ein Einsatz beim Volkssturm nur sehr begrenzt stattfand. Auch gab es viele Anforderungen, welcher Teil der TN auch nur erfasst werden durfte.

    Anordnung 3/45, 17 Ausführungsbestimmung zum Führererlaß über die Bildung des Deutschen Volkssturms: Angehörige der allgemeinen technischen Nothilfe ohne technische Einsatzeinheiten (bisherige Bezeichnung: Stäbe und Züge des Bereitschafts- und technischen Dienstes)

    Ausnahmsweise einzugliedern: die technischen Einsatzeinheiten (bisherige Bezeichnung: Stäbe und Züge des Bereitschafts- und technischen Dienstes); Einsatz in diesen Organisationen geht einer angesetzten Ausbildung im Deutschen Volkssturm vor. Hilfsorganisationen der Ordnungspolizei
    Quelle: NARA T81-094-0249

    VG

    THWler

    Hallo,

    gibt es eigentlich eine Übersicht über die einzelnen Ortsgruppen und deren Nummern?

    Das Schema der Nummerierung war wohl Wehrkreis (röm.) / Ortsgruppe, zum Beispiel war Gießen die OG IX/93.

    Grüße

    Thilo

    Hallo Thilo,

    so einfach ist es leider nicht; ich pflege eine riesige Datenbank, die noch lange nicht komplett ist. In der Spitze gab es 1.800 Ortsgruppen, dazu Organisationseinheiten auf Landes- und Bezirksebene.

    • In den 1920ern war die TN in Landesbezirke gegliedert. Aus den ersten Jahren gibt es Dienststellenlisten
    • Mitte der 1920er mussten viele Dienststellen aus Kostengründen aufgelöst werden
    • Mitte der 1930er wurden die Bereihe umgegliedert zu Landesleitungen, Landesführungen und schließlich Landesgruppen
    • Die letzte echte Dienststellenliste, die mir bekannt ist, ist von 1934
    • 1939 wurden die Landesgruppen umbenannt und teilweise umgegliedert. Hier kam dann die Wehrkreisbezeichnung zum tragen. In dieser Zeit wurden flächendeckend neue ehrenamtliche TN-Ortsgruppen gegründet.
    • Im Frühjahr 1944 wurden alle Landesgruppen in Bereiche umbenannt und am Zuschnitt der HSSPF-Bereiche angelehnt benannt.

    Konkret an deinem Beispiel: Die Ortsgruppe Gießen gehört zum Landesbezirk XIV Hessen-Thüringen, dann zur Landesführung XII Hessen (XII/30) und ab 1939 zur Landesgruppe IX Hessen-Thüringen (IX/93).

    VG

    THWler

    Hallo Dieter,

    der Generalmajor der Polizei hieß Franz Wenzel, der die Landesgruppe schon seit den 1930ern führte.

    Auch Ernst Oelker war schon lange dabei, beide gehörten zu den führenden Köpfen der TN. Ab 17.01.1945 war er auch wieder für den Bereich West zuständig.

    Dank und Ostergrüße

    THWler

    Hallo Johann,

    danke für den tollen zeitgenössischen Fund! Schriever schied 1944 als Landesführer der TN und Oberst d.Schp. als Leiter der Landesgruppe Ostpreußen in Königsberg aus.

    Sein Nachfolger ist nicht Metelmann, der Ortsführer war der ehrenamtliche Leiter einer Ortsgruppe (ist beim THW noch heute so). 1939 wurde die TN regional umstrukturiert, der nördliche Teil Niedersachsens ging an die Landesgruppe X Nordwest in Hamburg. In Bremen gab es somit (und seither) keine Landesgruppe mehr. Auch heute ist der Landesverband Bremen, Niedersachsen des THW in Hannover beheimatet.

    VG
    THWler

    Hallo Benjamin,

    exakt das hatte ich verifiziert und eine eindeutige Antwort:

    In der Anfangszeit nach der Einführung der „Digitalisierung on Demand“ ist es leider erforderlich, die Bestellung von Reproduktionen zu begrenzen, um einerseits den Reproduktionswünschen aller Nutzerinnen und Nutzer bestmöglich nachzukommen und andererseits eine Überlastung des Service zu vermeiden. Aus diesem Grund wurde die Obergrenze von 10 Akten pro Benutzung/Benutzer festgelegt. Die Kapazitäten des Bundesarchivs für die „Digitalisierung on Demand“ werden jedoch in den nächsten Monaten und Jahren sukzessive weiter ausgebaut.

    D.h. ich kann aktuell zum Forschungsthema erstmal keine weiteren Anträge stellen.

    VG
    THWler

    Moin zusammen,

    ebenfalls Anfragen per Mail an Berlin und Freiburg. Berlin "lieferte" innerhalb von 2 Wochen!!! und Freiburg innerhalb von 3 Monaten. Beides vollkommen ok. Spannend bleibt die Frage, aber wann man wieder Anforderungen stellen darf, wenn die 10 ausgeschöpft sind. Das konnte mir noch keine beantworten. Ich denke, sobald die erste "Welle" abgeebbt wird, wird das grundsätzlich geöffnet und so chaotisch der gesamte Bestand mit einer gewissen Priorisierung digitalisiert wird.

    VG
    THWler

    Hallo Reinhard,

    perfekt! Das ist die Lösung und es besteht kein Zweifel.

    • Der Vorderwagen und die Konstruktion (u. A. Hinterachsantrieb) ist identisch!
    • Die Beschriftung auf der Pritsche oben kann gut "Grams LKS Universal-Kleinschlepper" heißen

    Sehr gute Recherche und in jeder Hinsicht ein rares Gefährt!

    Ein nicht ganz originaler Grams LKS scheint sogar in einem Museum überlebt zu haben: https://www.flickr.com/photos/1098330…h-o6yeh5-nRtrYm

    Danke

    THWler

    Hallo zusammen,

    ein sehr interessantes Thema! Ein paar Fakten des Bildes und der Technikgeschichte:

    • Das Wort "schlepper" kann man recht gut erkennen
    • Das Fahrzeug ist kein Eigenbau, bis auf die "improvisierte" Holzplatte an der Front sieht alles nach einer Fabrikation aus.
    • Das Fahrzeug ist durch einen Verbrennungsmotor angetrieben, es gibt keinen Hinweis auf ein Elektrofahrzeug
    • Der Unimog wurde ab Juni 1945 entwickelt, die Pläne sahen ganz anders aus, auch wenn der Grundaufbau dieses Fahrzeugs durchaus konzeptionell ähnlich wirkt (in Bezug auf Pritsche und Fahrerposition, aber nicht als Motorträger für landwirtschaftliche Geräte)
    • Auf dem Kennzeichen ist der "rote Winkel" deutlich erkennbar, das Foto stammt also frühestens von Sept. 1939
    • Die Reifen der Achsen sind unterschiedlich. Dies passt zur prekären Reifensituation im zweiten Weltkrieg auf deutscher Seite.
    • Das 16 km/h Schild weist auf eine landwirtschaftliche Nutzung hin. Es könnte aus den Niederlanden stammen, hier waren diese Fahrzeuge zulassungsfrei (nicht so in Deutschland, hier gelten 6 km/h). Und "Schlepper" heißt auf niederländisch "Schlepper"
    • Die Firma Krone hat zu dieser Zeit keine motorbetriebenen Fahrzeuge hergestellt, nur Anbaugeräte für Lanz, etc., welche durch Krone vertrieben wurden.

    Es würde sehr helfen, wenn der Themenstarter die Schriftzüge von dem Pritschenaufbau und dem Fahrersitz hochauflösend scant und hier als Detailausschnitt zur Verfügung stellt. Wir werden das Rätsel lösen!

    VG
    THWler

    Hallo Markus,

    grundsätzlich haben die Technischen Truppen und die TK (Hb) gar nichts mit den Pionieren (Wehrmacht) und der OT (zivile Bautruppe) zutun. Die Technischen Truppen waren eine eigene Waffengattung der Wehrmacht. Wenn auch die Einsatzaufträge ähnlich sein konnten hatten die Technischen Truppen eine eigene Organisation (Kommandeur der Technischen Truppen (KTT)).

    Die OT führte Aufsicht über zivile Firmen, die TK (Hb) standen unter der Aufsicht der Technischen Truppen (in den Niederlanden der KTT West). Die ursprünglichen TK (Hb) stammen, wie zuvor beschrieben, aus den Heeresbaudienststellen und wurden in die Technischen Bataillone integriert. Diese hatten den Schwerpunkt auf (heute würde man sagen kritischen Infrastrukturen) Gas, Wasser, Elektro bzw. Bergbau.

    Die drei genannten Technischen Bataillone entstammen alle aus der Technischen Nothilfe: TB 8 aus dem Technischen Kommando 8, TB 18 aus der Technischen Abteilung IX und das TB 19 aus der Technischen Abteilung X.

    • Major Schulz war vorher Hauptmann der Reserve und Kommandeur der TA X.
    • Major Werner war gegen Kriegsende KTT z.b.V. 3 in den Niederlanden
    • Major Jahn ist auch nach Kriegsende noch Kommandeur des TB 18 und in Engbrück bei Bollingstedt
    • Oberstleutnant Magnus war vorher als Major schon KTT West in Paris 1943 und 1941 in der Technischen Ersatzabteilung in Pirna
    • Professor Wiendieck: kenne ich nicht
    • Major Beck als BdO : kenne ich auch nicht

    Beste Grüße

    THWler

    Hallo Markus,

    die Techn. Kp. (Hb) kamen ja erst spät zu den Technischen Truppen und stammen aus den Bauämtern (es waren also Baufachleute).


    Technische Bataillone stammen aus den Technischen Kommandos und Technischen Abteilungen, die von der Technischen Nothilfe aufgestellt worden waren. Diese hatten primär den Auftrag Infrastruktur wieder instand zu setzen. Sie hatten Schwerpunkte wie Gas, Wasser und Elektrizitätsversorgung. Pioniere waren in Abgrenzung dazu Kampftruppen und hatten einen militärischen Auftrag, auch wenn es beim Brückenbau, etc. Schnittmengen gab.

    VG
    THWler