Posts by THWler

    Hallo zusammen,


    zum Thema Ladungsträger kann ich die Bücher meines guten Bekannten Markus Jaugitz empfehlen, er hat sich seit Jahrzehnten auf dieses Thema spezialisiert:

    Wen die Fahrzeuge interessieren sei auch immer ein Besuch im großartigen Deutschen Panzermuseum in Munster empfohlen, wo sich ein Leichter Ladungsträger Goliath und ein Schwerer Ladungsträger Borgward B IV befinden.


    Viele Grüße

    THWler

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    Hallo Johann,


    kurzer ingenieurstechnischer Einwand:

    • Modelle für Windkanalversuche sind eigentlich immer nüchtern "blank", um die strömungsmechnischen Ergebnisse nicht zu verfälschen; eine Lackierung macht keinen Sinn. Auch wäre der Aufwand für ein Metallmodell (Formenbau, Guss, etc.) eher unüblich, zu dieser Zeit wurde eher Holz und Ton genutzt (wie auch im Prototypenbau heute noch häufig), um schnell verschiedene Geometrien für die Baugruppen zu prüfen
    • Windkanalmodelle sind eher einfach gehalten und berücksichtigen nur die Formen, ohne z.B. Details wir die Rotoren darzustellen
    • Es müsste eine Aufnahme oben oder unten für eine statische Montage im Kanal geben

    VG
    THWler

    Hallo ZAG,


    auch ich möchte ein paar Informationen aus meinem Fachgebiet dazu beisteuern. Die Instandsetzung und der Betrieb der Kraftwerke und Stromnetze im besetzen Gebietes war meistens unter der Aufsicht oder direkt ab 1938 durch die Technische Nothilfe (TN) (Technische Wehrwirtschaftseinheiten/Technische Kommandos) bzw. ab 1941 zumeist durch die daraus hervorgegangene Truppengattung des Heeres Technische Truppen sichergestellt.

    Dazu gab es bei erstgenannten Einheiten "Erkundungsstäbe Elektrizität" und "Abteilungen Elektrizität" (vergleichbar mit einer Kompanie), neben Einheiten für Gas/Wasser und Bergbau, um die Funktion lebenswichtiger Betriebe sicherzustellen, wehrwirtschaftliche Anlagen weiter betreiben zu können und die Heerestruppe zu versorgen. Aus den bisherigen TN-Abteilungen und Technischen Kommandos entstanden 1941 Technische Abteilungen und Bataillone, die wieder die Schwerpunkte Elektrizität, Gas-Wasser und Bergbau abdeckten. Die "Technische Kompanie Elektrizität" bestand aus drei Zügen (Werkzug, Netzzug, Instandsetzungszug), die von der Erzeugung bis zur Verteilung eingesetzt wurden. Parallel dazu wurden für den Russlandfeldzug weitere TN-Abteilungen aufgestellt, die an Polizei-Regimenter angegliedert wurden und später verselbstständigt wurden. Alle technischen Einheiten führten auch Notstromaggregate mit, dies ist mir auch bei anderen Einheiten und Stäben mit entsprechenden Anforderungen bekannt.


    Nach diesem kurzen Exkurs möchte ich auf deine eingangs gestellte Frage des Elektrizitätsnetzes in Russland kommen. Aus den Einsatzberichten der technischen Einheiten ein paar Schlaglichter:

    • 06.1941: TN-Abt. I Wiederherstellung der lebenswichtigen Versorgungseinrichtungen in Riga, Dünaburg, Pleskau und Jablonitzy
    • 06.1941: TN-Abt. II Wiederherstellung der Wasser- und Lichtversorgung in Minsk besonders für Lazarette und Truppenunterkünfte
    • 06.1941: TN-Abt. III Sicherung und Instandsetzung der städtischen Elektrizitäts- und Wasserwerke in Staro-Konstantinow und Schitomir, Versorgung von Polizei-Unterkünften
    • 06.1941: Technische Abteilung IX Auslieferung Lichtaggregate und Installationsmaterial
    • 07.1941: Technisches Bataillon 3 Elektrifizierung, Gas- und Wasserversorgung der Dienststelle Abt IV Wi AOK 17, 30 kV Fernleitung zweischen Lemberg und Jaworow, E-Werk Lemberg, Ortsnetz Lemberg, 30 kV Fernleitung Lemberg-Winniki, Ortsnertz Winniki, E-Werk Zlosczow, Ortsnetz Zloczow, E-Werk Tarnopol, Ortsnetz Tarnopol, Ortsnetz Zbaraz, Ortsnetz Podwolocziska, E-, Gas- und Wasserwerk Brsezany, E-Werk Proskurow
    • 08.1941: Technisches Bataillon 3 Smela: Strom- und Wasserversorgung, Saksagan: Stromversorgung, Beshedarowka: Stromversorgung, Nikipol (Mangangrubenbezirk): Strom- und Wasserversorgung, Nowo Georgiewsk: Stromversorgung, Krjukow: Stromversorgung, Fährenbau, Krementschug, Strom- und Wasserversorgung, Radnoasnaja: Umspannstation für Mangangruben
    • 09.1941: Technisches Bataillon 3 Chorolj: Strom- und Wasserversorgung, Lubny: Stromversorgung, Poltawa: Strom- und Wasserversorgung, Thermomenterfabrik, Badeanstalt, Mühlen, Sägewerk, Feldlazarett-Heitzung, Kobeljaki: Ortsnetz, Beliki: Strom- und Wasserversorgung, Karlowka: Strom- und Wasserversorgung, Krasnograd: Strom- und Wasserversorgung, Poltawa: E-Werk, Wasserwerke, Hoch- und Niederspannungsnetz, Feldlazarett, Hirsemühle, Sägewerk und Möbeltischlerei, Krankensammelstelle, Luftwaffen-Ortslazarett, Quartier AOK, Qartier Flak, Quartier O.Qu., Quartier Prop. Komp., Stadtbad, Thermomenterfabrik, Spinngerei, Flugplatz, Entlausungsanstalt, Bäckereikompanie, Kläranlage, Getreidemühlen, Webereien, Waschanstalt, Armeegefangenenlager; Beliki: E-Werk, Ortsnetz, Wasservorgung; Karlowsla: E-Werk, Ortsnetz, Wasserwerk, Hauptverbandplatz, Schlächterei-Kompanie; Stariskowka: Reperaturwerk
    • 10.1941: Technisches Bataillon 3 Nowomoskowsk: Stromversorgung, Heizung Feldlazarett, Mariupol: Strom- und Wasserversorgung
    • 10.1941: Technisches Bataillon 7 Inbetriebnahme Kraftwerk Druschnaja Gorka
    • 11.1941: Technisches Bataillon 3 Snesnoje: E-Versorgung, Sugres: E-Versorgung, Makejewka: E-Versorgung, Gorlowka: E- und Wasserversorgung, Ordshonikidse: E-Versorgung, Nowo-Ekonomitscheskoje: E- und Wasserversorgung, Konstantinowka: E-Versorgung, Heizungsanlagen, Drushkowka: E- und Wasserversorgung, Kramatorskaja: E- und Wasserversorgung, Heizungsanlagen
    • 12.1941: Technisches Bataillon 7 Inbetriebnahme Frontkraftwerk Mestelljewo
    • 02.1942 Technisches Bataillion 6 Ingangsetzung, Betrieb und Verbesserung von Energieversorgungsanlagen und Leitungsnetzen. Aufstellen und Betrieb von Notstromaggregaten. Instandsetzung von elektr., wassertechnischen und Zentralheizungsanlagen, Bade- und Entlausungsanlagen.
    • 10.1942: Technisches Bataillon 7 Erster Probelauf Frontkraftwerk Krasnoje-Selo, Parallelschaltung Frontkraftwerk Krasnoje-Selo und Mestelljewo
    • 03.1943: Technisches Bataillon 7 Totalausfall des Werkes Krasnoje-Selo infolge Art. Beschuss
    • 05.1943: Technisches Bataillon 7 Totalausfall des Werkes Mestelljewo infolge Art. Beschuss

    Die vollmotorisierten technischen Einheiten haben nach meiner Kenntnis in Russland in den urbaneren und industrielleren Gebieten eine bestehende Netzinfrastruktur und Stromerzeugung vorgefunden, die sie für die militärischen und wirtschaftlichen Zwecke instandgesetzt und genutzt haben. Oftmals wurden Anlagen sabotiert (Ausbau notwendiger Komponenten, Sprengungen, etc.), die aber durch die hohe Fachexpertise der TN-/Technische Truppen-Angehörigen, die im zivilen Leben aus diesen Bereichen kamen, und Improvisation gelöst wurden.


    VG
    THWler

    Hallo Grenzer,


    eine schwierige Frage, die ich mir als Kind auch schon stellte (noch nicht als Sammler, sondern als junger Forscher), sodass ich erstmal anfing, viele Bücher zu wälzen und dutzende Museen zu besuchen. Dabei kam dann von Fahrzeuge bis SS erstmal sehr viel "Allgemeines" bei raus, aber ich wollte mich auf ein Thema festlegen, um wirklich "Experte" darin zu werden und dieses Hobby/Interesse ernsthaft zu bespielen. Das war ein Lernprozess von vielen Jahren (auch mit dem von Peter beschriebenen Lehrgeld); letztendlich kam dabei als logische Folge genau das raus, was ich sowieso beruflich und ehrenamtlich mache (nur halt von meinen Vorgängern 1919-1945). Zu den vielen, vielen Büchern gesellten sich (nach sicherlich 10 Jahren der kindlichen/jugendlichen Orientiertung) dann im Laufe der anschließenden 10-15 Jahren noch viele Originale und auch einige Repliken zu diesen Themen, sodass ich nicht mehr nur Forscher, sondern auch ein bisschen Sammler bin; allerdings eher um die erforschte Geschichte zu visualisieren und zu erhalten.


    Was ich damit sagen möchte (im Sinne meiner Vorredner und als "Altersgenosse"): schau dir wirklich an, was dich interessiert und warum; prüfe deine Ziele, Mittel und Wege.


    Viel Erfolg

    THWler

    Hallo Werner,


    in der Theorie ist das vollkommen richtig. Mit fortschreitendem Kriegsverlauf wurde die Kfz.-Lage aber immer prekärer. Eine Ausstattung nach KStN war nur selten gegeben, Beutefahrzeuge entsprachen nicht den eingeplanten Typen oder die KAN wurden auf Kriegsetat zusammengestrichen. Insofern nehme ich einfach an, dass vor allem "Leben in der Lage" gefragt war und man seinen Bestand einfach durchnummeriert hat (natürlich beim Chef startend mit 1).

    Die Auflistungen die ich bisher gesehen habe (nach dem vorigen Schema) gingen auch nie auf den speziellen Fahrzeugtyp oder Bauart ein, sondern teilten einfach das vorhandene Material auf die eigenen Teileinheiten auf. Oft wurden die Fahrzeuge in solchen Listen auch gar nicht nummeriert, sondern einfach tabellarisch mit Kennzeichen erfasst. Auch kenne ich Bilder mit Pkw mit hohen Nummern "20" z.B. oder gemischte Nummerierung Pkw/Lkw. Eine wirkliche Systematik "in Wagen 5 sitzt bei diesem Einheitstyp immer..." oder "Pkw 6 hat immer 5 Sitzplätze" o.ä. konnte ich nicht erkennen. Sicherlich ließe sich ableiten, dass ein Pkw mit niedriger Nummer zur Einheitsführung gehört. Spätestens bei den Lkw hört dann die Logik aber auf. Der gemeinsame Nenner wird nur der pragmatische Grund sein, ein offensichtliches und einfaches Unterscheidungsmerkmal innerhalb eines Verbandes zu schaffen, um Ordnung und Vollständigkeit zu überwachen bzw. Fahrzeuge leichter zu koordinieren.


    Viele Grüße

    THWler

    Hallo zusammen,


    anbei einmal ein Beispiel (Quelle NARA T-501 R-202), dass innerhalb einer Einheit einfach willkürlich die Fahrzeuge (inkl. Beutefahrzeuge) durchnummeriert wurden. Dies ist mir auch bei diversen Fotos und einigen Fahrzeuglisten begegnet. Eine Systematik konnte ich nirgens erkennen (nur Unterscheidung Pkw und Lkw; die Kom. haben scheinbar in diesem Beispiel keine Nummer zugewiesen bekommen).


    Aus der eigenen Erfahrung, auch aus der Führung größerer Kolonnen, bietet es sich an die Fahrzeuge zu nummerieren, um leicht die Vollständigkeit zu überprüfen (z.B. auch während des mot. Marsches damals per Krad oder durch zurückfallenden Kdr. im Pkw); heutzutage durch analogen und digitalen Funk natürlich sehr viel einfacher und bereits zugewiesener Funkrufnamen...


    Viele Grüße

    THWler

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    Hallo zusammen,


    das Doppel-W hatte ich doch glatt überlesen. Thilo hat da vermutlich schon voll ins Schwarze getroffen, die Firma Wiking gibt es bis heute und ist mir als altem Modellbauer gut bekannt.

    "Die Zeit holt Wiking-Modellbau ein: Das Unternehmen wird zum Rüstungsbetrieb erklärt. Staatliche Stellen erkannten rasch, dass nach Vorgaben hilfreiche Schiffs-, Flugzeug- und Fahrzeugmodelle für Schulungen und Erkennungsdienste des Militärs bereitgestellt werden können."

    https://www.wiking.de/de/ueber-wiking/wiking-geschichte.html


    Die Flugzeuge müssten also im Maßstab 1:200 sein und zwischen 1939 und 1945 hergestellt worden sein.


    Wir freuen uns auf deine weiteren Bilder


    VG
    THWler

    Hallo Dieter,


    kurze themenfremde Antwort; die "Hannoveraner", eigentlich Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) des Landes Niedersachsen (angesiedelt vormals bei der ZPD, jetzt LGLN), sind nicht zuständig, da der Südharz und Breitenstein in Sachsen-Anhalt liegen.


    VG
    THWler

    Hallo Johann,


    danke für den Fund, ich habe dieses sogar an einer Mütze aus dieser Zeit.


    Interessant an dem Artikel, dass die falsche Abkürzung "Teno" benutzt wurde, die nur umfangssprachlich und vor allem in den 20er/30er Jahren von den Gewerkschaften, etc. gegen die TN als "Streikbrecher" genutzt wurden. Deswegen wehrte sich die Technische Nothilfe sehr dagegen, auch im "Uniform-Markt" wurde extra ein Artikel dazu veröffentlicht.


    Ich freue mich über jedes Puzzlestück in diesem riesigen Komplex meiner Vorgänger im Amte.


    VG
    THWler

    Hallo Mark,

    Die Abkürzung heisst Regierungsrat Doktor Finsterwalder (vmtl. kommt die Familie ursprünglich aus der Stadt Finsterwalde)


    Hi Mark,


    Abbreviation mean Regierungsrat Doctor (Phd.) Finsterwalder (original meaning of the name "from Finsterwalde" (city in Germany)).


    Vg & cheers

    THWler

    Hallo zusammen,


    die Rolle/Registratur sieht vielversprechend aus.


    Unter dem von Frank angemerkten Link von Yad Vashem habe ich auch schon einige spannende Funksprüche gefunden.


    Hat jemand Zugang zu diesen Daten (bei John sind sie m.E. nicht).


    VG
    THWler

    Hallo Arnd,


    im speziellen zu dem Foto kann ich das nicht sagen (deswegen auch nur die Vermutung), wohl aber generell.


    Die Drillichanzüge wurden quasi als Arbeitsanzüge (bei der TN auch als solcher benannt) getragen. Es handelt sich um helle Rohleinen, sehr robust, aber natürlich schmutzanfällig (das ist auch schon damals aufgefallen). Von der TN kenne ich auch die Trageweise mit der Gasmaskenbüchse über der Schulter.


    VG
    THWler