Posts by THWler

    Moin Holger,


    wow! Gute (Recherche-)Arbeit. Also ist es doch südwestlicher gewesen.


    Scheinbar wurden nach der Einnahme der Stadt in den lokalen zivilen Krankenhäuser die Verletzten aller Teilstreitkräfte untergebracht. Wenn es sich bei der WH-Bluse mit feldgrauem Kragen um die alte Version 1934-1935 handelt, und die anderen WH- und TN-Feldblusen bis bzw. Ab 1940 hergestellt wurden, würden die Bilder zur Besetzung Lilles nach Kämpfen zwischen dem 29. Und 31. Mai 1940 passen.


    Die Bilder wären somit aus dem Juni 1940 in Lille (Frankreich).


    Ich konnte daraus auch auf eine Einheit schliessen. Die TN-Abteilung IV war als Teil der TN-Einsatzgruppe Nord unter dem AOK 4 im Westfeldzug Mitte 1940 zwischen Nivelles und St. Omer unterwegs. Auf dem Weg dazwischen liegt exakt Lille.


    Danke für die tolle Unterstützung!


    Grüße

    THWler

    Hallo KWK,


    ich gebe dir bezüglich des Alters des Kindes recht, bin mir bei der Einführung der Abzeichen, etc. aber sehr sicher, da ich die zeitgenössische Dienstkleidungsvorschriften und Uniform-Markt Artikel sowie diverse Fachbücher habe. Möglicherweise handelt es sich um ein Geschwisterchen, dass zwischen 1941-1942 geboren wurde? Vor dem Stichtag wurden keine Schulterstücke, sondern SHD-Armbinden mit speziellen Rangbalken getragen. Setz dich gerne mit mir in Verbindung, ich habe viel digitalisiert oder kann dies tun.


    Verschüttetenbergung war eine Standardaufgabe des SHD ID an der Heimatfrint. Der Wiki Artikel zum Instandsetzungsdienst ist ok, sehr zu empfehlen sind die Ausführungen von Erich Hampe, stv. Chef der Technischen Nothilfe und General der Technischen Truppen, der nach dem 2. WK Zivilschutz und THW mit gegründet hat. Der SHD war so sinnvoll und erfolgreich, dass man Ende der 50er/Anfang 60er in der BRD den LSHD neu gründete. Wie zuvor die TN im SHD übernahm das THW im LSHD den Instandsetzungsdienst.

    https://www.google.com/url?sa=…Vaw3lv14vnRstgJ9xsBVmyKts


    VG

    THWler

    Liebe Forumsgemeinschaft,


    vielleicht kann mir jemand bei der Zuordnung dieser Bilder behilflich sein. Ich habe eine paar Seiten eines Foto-Albums mit Lazarett-Bildern mit Schwestern und Verwundeten (Auge, Arm, etc.) von Heer, Luftwaffe und Technischer Nothilfe. Andere Bilder des Albums weisen auf Ostende hin, teilweise sind die BIlder auf Gevaert-Fotopapier. Leider waren alle Bilder so stark eingeklebt, nicht gestochen scharf und unbeschriftet, sodass mir keine weitere Zuordnung möglich ist. Einige prägnante Bilder habe ich ausgewählt, um Zeit und Ort möglicherweise eingrenzen zu können:

    • Urbanes Umfeld, modern wirkende Hochhäuser und Zweckbauten
    • großer klassischer Lazarettbau
    • Die Heeressoldaten tragen die Feldbluse mit 5 Knöpfen am Vorderteil mit bläulichdunkelgrünem Umlegekragen (1935-1940) und feldgrauem Umlegekragen (1940-1941)
    • Der TN-Mann (niedrigster Rang = Soldat) trägt:
      • die 1940 eingeführte Bluse in feldgrau ohne Ärmelaufschlag, mit 5 TN-Knöpfen am Vorderteil und je zwei aufgesetzen Brust-/Seitentaschen mit geschweiften Patten. Dazu trägt er das TN-Hoheitszeichen auf dem linken Oberarm.
      • wechselnd die rohgraue Arbeitshose aus Drillich und die feldgraue Tuchhose
      • nicht konforme Schulterstücke (halbrund) für einfache TN-Männer (diese hatten 1936-1943 die "eckige" alte M15-Form)
      • beidseitig die rechteckigen 1936-Kragenspiegel der TN, jedoch ohne Zahnrad (was bei einfachen TN-Männern und Anwärtern im Feldeinsatz aber nicht unüblich war)

    Ich würde die Fotos auf Anfang bis Mitte 1941 in Belgien datieren. In der LdW-Übersicht zu den Lazaretten ist mir leider auch nichts aufgefallen, was passen könnte...


    Danke für eure Hilfe bei dieser kleinen historischen Schnitzeljagd.


    Beste Grüße

    THWler

    Files

    • Gruppenbild.jpg

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    • Lazarett.jpg

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    • Hochhäuser.jpg

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    • Drillich.jpg

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    • Wohnblock.jpg

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    Moin zusammen,


    die Bestimmungen (LDv 788) und zeitgenössischen Veröffentlichungen (Uniform-Markt) definieren die Tätigkeitszeichen:

    - Erstmalig gezeigt in Uniform-Markt 13-1940 (01.07.1940): wie von Thomas beschrieben für F, J, G, V: Trageweise auf dem linken Unterarm, am linken Oberarm die SHD-Armbinde

    - Einführung des Äskulapstabes für den Sanitätsdienst (LDv 788) am 01.08.1941: Zeitgleich Änderung der Trageweise am linken Oberarm; am Unterarm nun die SHD-Armbinde (oft schmal gefaltet und vernäht)


    Über den Havariedienst bzw. ein Tätigkeitszeichen mit Anker gibt es keine zeitgenössischen Anlagen. Ich halte dies für einen Fehler von Schlicht/Angolia (tolle Bücher, aber oftmals fehlerhaft).


    Grüße

    THWler

    Moin Thomas,


    danke für die Ergänzungen.


    Moin ZAG,


    Schöne Bilder!


    Chronologisch:

    Bild 3: sieht nach dem SHD-Mantel (keine Hoheitszeichen, 6 Knöpfe) mit grüner SHD-Armbinde aus, also zeitlich einzuordnen ab 01.07.1940

    Bild 1: typische SHD-Uniform mit Dienstgrad SHD-Truppführer, zwischen 15.07.1941 und 01.06.1942. Gelbes gotisches G für Gasspüren und Entgiften am linken Oberarm ab 01.08.1941.

    Bild 2: übernommen in die LS-Pol, Uniform beibehalten, aber Pol-Hoheitszeichen und Kragenspiegeln in Waffenfarbe des Dienstes (hier gelb). Gleicher Rang, jetzt LS-Pol Truppführer ab 01.06.1942.


    Viele Grüße

    THWler

    Hallo zusammen,


    Peter hat vollkommen recht:


    es handelt sich auf dem Bild um einen SHD-Angehörigen in einem Luftschutzort 1. Ordnung (die anderen Orte waren nicht mit den entsprechenden Uniformen ausgestattet). Berlin kann sehr gut sein, 1940 möchte ich aber aus nachfolgenden Gründen wiedersprechen. Es ist zu datieren auf den Zeitraum 01.08.1941 bis 01.03.1942. Das Startdatum bildet sich durch die Trageweise des Tätigkeitsabzeichen am linken Oberarm (zuvor am Unterarm), die Einführung der Schulterstücke zur SHD-Uniform bis zum "Ende" des S.H.D. und in die Luftschutzpolizei und die Luftschutzdienst-Abteilungen der Luftwaffe.


    Anhand der Dienstkleidungsvorschriften habe ich die Bestandteile und Zeiträume eingegrenzt:


    - blaugraue LS-Tuchmütze ohne Schirm (Schiffchen) mit gewebter grauer "Luftschutz"-Schwinge als Hoheitszeichen (seit 01.07.1940)

    - blaugraue Fliegerbluse (Luftwaffe) ohne LS-Hoheitszeichen (seit 01.07.1940; seit 01.08.1941 mit LS-Hoheitszeichen auf der rechten Brust, leider hier verdeckt)

    - dunkelgrüne Schulterstücke SHD-Mann (seit 15.07.1941)

    - braunes gewebtes Tätigkeitszeichen gotisch I für den Instandsetzungsdienst am linken Oberarm (seit 01.08.1941)


    Falls du mehr zum S.H.D., der LS.-Pol oder den LS-Abt. (mot.) wissen möchtest, kannst du gerne fragen. Wir würden uns sehr über mehr Informationen über Orte, Zeiten und mehr Fotos zu seinem Einsatz im Luftschutz freuen. War er zuvor in der Technischen Nothilfe ehrenamtlich tätig?


    Viele Grüße

    THWler

    Moin Thomas,


    die Zahl der Luftschutzorte schwankte kriegsbedingt. Insofern waren die von Hampe beschriebenen 94 Orte ja nicht fix. Die Liste bei Höidal zeigt den SHD I. Ordnung und den LSW (nicht jeder LS-Ort I. Ordnung hatte diesen und es gab auch LS-Orte II. Ordnung mit LSW) an. Näheres dazu findet sich in der angegebenen Literatur, die Liste ist umfangreich und nach LGK gegliedert.


    M.E. war der Gesuchte im SHD I. Ordnung, allerdings in keiner motorisierten SHD-Abteilung (davon gab es, je nach Quellen, ja auch nur zwischen 28 und 55) und nicht im LSW. Weitere Infos habe ich aktuell noch nicht recherchieren können, wenn ich aber in meinen umfangreichen Unterlagen was finde, werde ich das hier mit einstellen.


    VG
    THWler

    Hallo Thomas,


    Liegnitz hatte zu der Zeit über 100.000 Einwohner und war ein grosser Ort. Gut möglich, dass er 1937 noch nicht gelistet war, die Klassifizierungen wurden oft angepasst.


    Meine Aussage bezieht sich auf die Übersicht der SHD-Einheiten, also auf die Kriegszeit zwischen 1939 und 1942, und LS-Orte I. Ordnung in Höidals "Deutsche Erkennungsmarken" S. 412. Liegnitz ist hier im Luftgaukommando VIII als LS-Ort VIII 8 mit SHD und LSW aufgeführt.


    Viele Grüße

    THWler

    Moin Thilo,


    Originär wäre das doch Aufgabe des Luftschutzwarndienstes (LSW) gewesen, den es ja aber nur in LS-Orten 1. Ordnung gab. Scheinbar hat dann der "normale" SHD das für Orte 2. Und 3. Ordnung mit übernommen.


    VG

    THWler

    Hallo Reinhard,


    Die Ausstattung des SHD kam seit der Einführung direkt von der WL (so auch ab 1942 die SHD-Uniform) , da dieser durch WL und OrPo aufgestellt wurde. Die ständigen SHD-Einheiten gingen 1942 direkt als Luftschutz-Abteilungen in die WL über. Ich bin der Meinung, dass auf allen drei Bildern nur SHD/WL-Angehörige zu sehen sind. Die Abzeichen sehen mir nach WL Kragenspiegeln mit Schwingen aus. Ich gebe gerne dazu Info, wenn ich sie mir näher anschauen konnte.


    Vg

    THWler

    Hallo Reinhard,


    Der SHD trug eine Tuchbluse ähnlich der Fliegerbluse. Auf der wurde kein WL-Adler getragen, in seltenen Fällen die Luftschutz-Schwinge auf Brust oder Arm. Auf Bild 1 Mittig sind beim Offz. WL-Insignien zu erkennen, auch die Uffz tragen auf der Bluse keine Hoheitszeichen. Auf Bild 2 sind WL-Koppelschlösser zu erkennen. Da ich keine SHD Armbinden und normale WL-Kragenspiegel erkenne, müsste es nach 1942 sein. Rollo schickt mir die Fotos die Tage in höherer Auflösung, dann lässt sich sicher etwas mehr Licht in die Sache bringen.


    Für mich sieht es nach SHD 2. Oder 3. Ordnung auf Bild 3 aus (Armbinde, Ausschusshelm) und LS oder andere WL-Einheit auf den beiden anderen (Feldeinheit, WL insignien ohne Hoheitszeichen). Mal schauen, was sich noch rausfinden lässt. Einen Übertritt zu anderen Einheiten abseits der WL würde ich anhand der Bilder ausschliessen.


    Vg

    THWler

    Moin (sag ich mal von Hamburger zu Hamburger) Sohn,


    1940 wurden in größeren Luftschutzorten durch die Polizei (Organisatorisch) und die Luftwaffe (Ausstattung und Fahrzeuge) sogenannte motorisierte SHD (Sicherheits- und Hilfsdienst) Abteilungen aufgestellt. Diese kasernierten SHD-Einheiten wurden von verschiedenen Organisationen personell unterstützt und durch Notdienstverpflichtete ergänzt.


    Struktur der Abteilung:

    Eine SHD-Abteilung umfasste (je nach KStN) zwischen 493 und 579 Mann mit 127 Fahrzeugen:

    • Feuerlösch- und Entgiftungsbereitschaft (FE) - Freiwillige Feuerwehren
    • Feuerlösch- und Entgiftungsbereitschaft (FE) - Freiwillige Feuerwehren
    • Instandsetzungsbereitschaft (I) - Technische Nothilfe
    • Reserve- und Ersatzstaffel
    • Sanitätsbereitschaft (San) - Deutsches Rotes Kreuz

    ab den 1. März 1942 wurden die motorisierten Einheiten in die Luftwaffe überführt und hießen jetzt Luftschutz Abteilungen, wobei meist die Nummer der SHD-Abteilung beibehalten wurde und es nur vereinzelt zu Kompaniewechseln, etc. kam. Eine LS-Abt. Bestand regulär aus etwa 600 Mann mit 169 Fahrzeugen (teilweise auch einer 4. Kp.); sofern ich das bisher nachvollzogen habe gab es in den LS-Abteilungen keine reinen San-Einheiten mehr:

    • Stab
    • Feuerlösch- und Entgiftungskompanie 1
    • Feuerlösch- und Entgiftungskompanie 2
    • Instandsetzungkompanie

    Exemplarisch am Beispiel der 2. Kompanie der LS-Abt. 11 dargestellt, bestand eine Kompanie theoretisch aus 5 Staffeln (ich vermute, dass aber oft nicht solche gemischten (F+E & I) Kompanien aufgestellt wurden):

    • Stab
    • 1. F.Zug - 1. Gruppe
    • 1. F.Zug - 2. Gruppe
    • 2. F.Zug - 1. Gruppe
    • 2. F.Zug - 2. Gruppe
    • 3. F.Zug - 1. Gruppe
    • 3. F.Zug - 2. Gruppe
    • 3. Zug - E. Gruppe
    • 4. Zug I - 1. Gruppe
    • 4. Zug I - 2. Gruppe
    • 4. Zug I - 3. Gruppe
    • Gasspürer - 1. Gruppe
    • Gasspürer - 2. Gruppe

    Auftrag waren die Sicherung, Instandsetzung und Bergung von Personen und Sachwerten an der Heimatfront, aber auch an allen anderen Kriegsschauplätzen.


    zur Abt. 30:

    Die SHD-/LS-Abt. (mot.) 30 kam ab 1940 in der Ostmark (Österreich), im Heimatgebiet und vor allem (mit vielen weiteren Abteilungen) in Rumänien zum Einsatz, wo sie die kriegswichtigen Erdölraffinerien gegen die Angriffe der Roten Armee verteidigte. Hier kam es besonders um Ploesti Ende 1944 zu heftigen Abwehrkämpfen und hohen Verlusten der Luftschutz-Männer, die mehr Retter und Helfer, als "richtige" Soldaten waren. Die LS-Abt. 30 war bis mindestens 03.04.1945 (3. Kp. FPN 52499) aktiv, der Stab wurde Ende 1944 nach den Kämpfen in Rumänien am 16.01.1945 ( FPN 51136) gestrichen. Zur 1. und 2. Kp. liegen mir aktuell noch keine Informationen vor. Aus den Vermisstenbildlisten des DRK sind einige "heiße" Einsatzorte ersichtlich: Februar 1943: Constanza, 1944 Kronstadt, August 1944: Wien, Bajkoj, Ploesti, Astrachan, Bukarest, Paulesti, Siebenbürgen, Bacau, Campina, Tiraspol, Oktober 1944 Ploesti.


    Es würde mich sehr interessieren, wie dein Vater zu dieser Einheit kam und was du noch für Detailinformationen hast. Gibt es Fotos, Briefe, Dokumente, etc.? Sicherlich kann man hier einiges eingrenzen und bestimmen. Wenn du noch Detailfragen hast, findest du hier sicher auch kompetente Forenmitglieder. Ich habe auch noch viele Infos, die hier aber den Rahmen sprengen würden; schreib mich gerne auch direkt an.


    Viele Grüße

    THWler

    Hallo Diana, hallo Dieter!


    Sobald ich noch weitere Informationen auftreiben kann, teile ich sie mit euch (der gute Freund von mir forscht parallel auch noch über offizielle und familiäre Kanäle). Möglich wäre auch, dass Kurt selbst 1941 in der 17. Kp. ausgebildet wurde und dann eine Anschlußverwendung hatte, die in den WASt-Unterlagen nicht erfasst wurde (wie Dieter ja bzgl. der Lw mitten im Kriege schon andeutete).


    Der Schritt zu einem Marschbataillon an die Ostfront ist auf jeden Fall interessant, da ich auch der Meinung bin, dass es sich um das Marsch-Btl. 36 des WK IV handelt; er also irgendwie beim Heer und im Dresdener Raum gelandet sein müsste. Leider habe ich über das Marsch-Btl. weder im LdW noch anderswo, bisher etwas gefunden.


    Dank und Gruß

    THWler

    Liebe Foren-Gemeinde,


    nachfolgend ein paar Ergebnisse der Recherchen über meinen schon verstorbenen Schwiegeropa, die ich euch chronologisch mit ein paar Bildern darstellen möchte:


    • Marine-Hitler-Jugend (1939-1942): Friedrich "Fritz" Poschkamp kam am 12.02.1925 in Ratingen zur Welt. Mit 14 Jahren trat er in die Marine-HJ ein. Hier war es üblich im ersten Jahr der Zugehörigkeit das Seesportabzeichen der Hitler-Jugend zu erwerben. Im zweiten Jahr musste die Seesportprüfung A am Ende der Sommerlager oder zu besonderen Terminen in den Gebieten oder an den Reichssee-Sportschulen der HJ abgelegt werden. Fritz legte diese 1940 in Gillenfeld Eifel (Toten Maar/Weinfelder Moor) als bester "Winker" ab.
    • Reichsarbeitsdienst (1942-1943): Mit 17 Jahren wurde Fritz zur einjährigen Dienstpflicht in den RAD einberufen. Er kam nach Arneburg bei Stendal in die RAD-Abteilung 3/131 Arneburg (nach "Burggraf Siegfried von Arneburg") der RAD-Gruppe 131 Seehausen im Arbeitsgau XIII Magdeburg-Anhalt. Die Abteilungen der Gruppe 131 wurden zu Wasserbauarbeiten am Fluss Aland, im Elbvorland und bei Drainagearbeiten eingesetzt. 1943 wurde er aus dem RAD entlassen und zum Kriegseinsatz eingezogen.
    • Kriegsmarine (1943-1944):
      • Nun volljährig wurde Fritz der 2. Unterseebootslehrdivision in Gotenhafen (Gdynia, Polen) zugeteilt. Die 2. U.L.D. wurde im Juni 1940 für die Unterseebootbesatzungsausbildung aufgestellt. 1943 war sie dem neu aufgestellten Höheren Kommando der Unterseebootausbildung (H.K.U.) in Kiel unterstellt. Die Unteroffiziere und Mannschaften wurden auf Wohnschiffen, wie z.B. der "Wilhelm Gustloff" in Gotenhafen untergebracht.
      • Nach seiner Ausbildung zum Maschinisten kam Fritz auf "U-958", ein modernes Unterseeboot vom Typ VII-C, dem Kampfboot-Typ der deutschen Unterseebootwaffe des Zweiten Weltkrieges. Das U-Boot "U-958" wurde am 14.01.1941 in Dienst gestellt und der 5. Unterseeboot-Flottille unterstellt. Nach der Bau-Endabnahme am 19.02.1943 unternahm "U-958" bis 18. März 1943 als Versuchsboot Tauchtests in der Nordsee zwischen Dänemark und Südnorwegen. Erster Kommandant war Gerhard Groth, der zuvor bereits ein halbes Jahr Kommandant auf "U-143" und davor 1WO auf "U-96" war (in Buchheim's "Das Boot" verewigt wurde).
      • Als Maschinenobergefreiter bekleidete Fritz den zweithöchsten Mannschafts-Dienstgrad. Zu seinen Aufgaben gehörten die Bedienung und Instandhaltung der Antriebs- und Hilfsmaschinen, der elektrischen Anlagen und Pumpenanlagen an Bord des Unterseebootes. Am 06.05.1944 verließ das "U-958"gemeinsam mit "U-292" und "U-719" den Stützpunkt in Kiel und lief am 8. Mai 1944 zu Besprechungen im norwegischen Kristiansand ein. Noch am selben Tag verlegte "U-958" über Farsund, entlang der norwegischen Nordseeküste, nach Stavanger. Nach einem zweiwöchigen Aufenthalt lief "U-958" als Bereitschaftsboot der U-Bootgruppe Mitte mit "U-719" und "U-1191" nach Bergen zur ersten Feindfahrt aus.
      • Nachdem am 26.05.1944 in Bergen das Seerohr gewechselt wurde operierte "U-958" vor der Küste Norwegens, um alliierte U-Boote, Minenleger und andere Schiffe in norwegischen Gewässern anzugreifen. Im Marineplanquadrat AF87 wurde das U-Boot von zwei Mehrzweck-Kampfflugzeugen vom Typ "de Havilland Mosquito Mk. VI" des No. 333 (Norwegian) Squadron der Royal Airforce (RAF) aus Leuchars in Schottland mit Raketen und Bordkanonen angegriffen. Die Mosquitos sollten den Schiffsverkehr entlang der norwegischen Küste aufklären. Durch den Tieffliegerangriff, den die Mannschaft von "U958" mit bordeigenen Flugabwehrkanonen abzuwehren versuchte, wurde das U-Boot beschädigt. Dabei wurde der Maschinenobergefreiter Herbert Frank getötet und zwei weitere Soldaten, darunter Fritz, verwundet. Die Unternehmung musste vorzeitig abgebrochen werden und "U-958" lief am wieder 27.05.1944 in Bergen ein.
      • Fritz blieb trotz Verwundung scheinbar aber an Bord. "U-958" konnte im Kriege die beiden finnischen Fischerboote "Linnea" und "Piikio" am 24. Oktober 1944 im Marineplanquadrat AO02 versenken. Das 5 Tage später versenkte sowjetische Landungsboot "SB-2" wird ebenfalls Groth zugeordnet, obwohl dieser Angriff im Bordbuch als fehlgeschlagen vermerkt wurde. Kapitänleutnant Groth lief Mitte April 1945 mit "U-958" vor die Kieler Bucht ein und war bis 25. April 1945 offiziell Kommandant. Danach hatte er noch kurz das Kommando über "U-397", wohin ihm auch ein Teil seiner "U-958" Mannschaft folgte.
      • Auch Fritz findet sich auf der Besatzungsliste von "U-397" unter Groth. Ob MaschOGfr Poschkamp noch am 5. Mai 1945 an der Selbstversenkung des U-Bootes in der Geltinger Bucht bei der Aktion "Regenbogen" teilgenommen hat, er in Kriegsgefangenschaft geriet oder vorher nach Hause entlassen wurde ist unklar. "U-397" wurde 1948 gehoben, abgewrackt und verschrottet.
    • Trivia:
      • "U-958" hatte als Maling (also Turmwappen) ein Schild mit drei Äxten.
      • "U-958" verlegte zwischen März und April nur noch einmal nach Flensburg und zurück nach Kiel und wurde am 3. Mai 1945 im Rahmen der Aktion "Regenbogen" unter Oberleutnant zur See Friedrich Stege im Marineplanquadrat AO7728 selbst versenkt, 1947 gehoben und verschrottet.
      • Bis zu seinem Tode 1999 in Ratingen litt Fritz unter den Folgen der Verwundung durch Schwerhörigkeit.

    Ich hoffe, euch hat mein kleiner biographischer Abriss gefallen. Über die Einsätze des Bootes "U-958", seine technischen Details und Historie sind einige Inhalte der Logbücher, Besatzungslisten, etc. bekannt und verfügbar. Ich bin jetzt aber nicht mehr ins Detail gegangen und wollte primär den Werdegang eines jungen deutschen Soldaten darstellen. Über Friedrich "Fritz" Poschkamp habe ich leider aber auch nicht mehr Informationen gefunden. Wenn ihr etwas speziell Einsätzen und Besatzungen ergänzen könnt, freue ich mich!


    Viele Grüße

    THWler

    Hallo Matthias,


    zusammendfassend nochmal alles, was bekannt ist mit den letzten Infos:

    - Kurt Eichhorn

    - 1941: Funker in der 17. Kp. Luftgau-Nachrichtenregiment 11 in Hannover

    - 1944: Obergefreiter im Marschbataillon IV/36 (laut WASt Marschbataillon Regiment 4/36) (vermutlich an die Ostfront)

    - Leitungsbau in Russland

    - Handdurchschuß bei einem Feuergefecht

    - Krieg überlebt

    - Keine Kriegsgefangenschaft bekannt


    Dank und Gruß

    THWler

    Hallo zusammen,


    inzwischen habe ich noch ein paar Informationen aus Familienkreisen erhalten. Unter anderen den Brief von Hptm. Koenig, Führer der Einheit 38780, der am 12. August 1943 über den Tod meines Urgroßvaters meine Urgroßmutter in Kenntnis setzt sowie die Mitteilung, dass er auf dem "Heldenfriedhof" in Gomel beigesetzt wurde. Da es sich hier um einen Unfall handelte und nicht um Kampfhandlungen, ist vielleicht etwas über den Friedhof bekannt, da es sich nicht um die späteren überbauten Grablagen in den Panzergräben handeln dürfte, von denen hier an anderer Stelle im FdW berichtet wurde.


    Seine Heimateinheit müsste in dem Dorf Gut Radenz (dem polnischen Borzecice) bei der Kreisstadt Krotoschin (ab 1943 Horleburg) untergebracht worden sein. Hier konnte ich aber nichts über einen Heimat-Kraftfahr-Park Posen finden. Vielleicht finden sich mit den Informationen ja noch ein paar Infos zu den Einsatzorten der Einheiten.


    Als Schmankerl noch ein Bild meines Uropas aus seiner Wehrmachts-Zeit und davor als Revierjäger.


    Viele Grüße

    THWler

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    Hallo Dieter, hallo Matthias,


    danke für euer mitrecherchieren. Ich bin auch sehr gespannt, was noch herauskommt. Soweit ich das bisher gesehen habe, gab es ja nur einige Unterstellungen und Kompanietausche rund um das Regiment (Heidenau, Lübeck, Appen, Dänemark) und eine Verlegung nach Belgien-Nordfrankreich (IV. Abt.). Da der Großvater des guten Freundes auch aus der Region Hannover kommt, macht einen ortsfesten Einsatz als Heimschläfer am Standort Hannover schon möglich. Näheres abseits der WASt-Auskunft ist allerdings nicht klar. Außer das es dann mit dem Marschbataillon an die Ostfront ging.


    VG
    THWler