Posts by 554252

    Hallo Markus,


    einige Informationen zur Bahn Tuleblja – Demjansk sind hier enthalten:

    Gottwaldt, Alfred B.: Heeres-Feldbahnen - Bau u. Einsatz d. militär. Schmalspurbahnen in zwei Weltkriegen, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1986.

    Quelle für viele Aufnahmen im Buch ist das Bundesarchiv in Freiburg. Dort ist auch noch einiges mehr zu finden. Allerdings recherchierte ich in Freiburg mit dem Ziel, Material zum Bau und Betrieb aus Pioniersicht zu finden. Die „Reisenden“ auf der Bahn standen für mich nicht im Mittelpunkt.

    Auch von mir ein großes Dankeschön für die Bereitstellung der beiden Aufnahmen. Besitzt Du nähere Angaben dazu?


    Gruß Steffen

    Hallo Uwe,

    Danke für's "Augen-offen-halten"!

    In Freiburg habe ich schon vieles durchkämmt. Zu einigen Eisb.Pi.-Einheiten liegt dort tatsächlich viel Material, auch für den Bereich Nord. Speziell zur 105/305 bzw. 71 ist die Quellenlage aber mehr als dürftig. Bei John Calvin findet sich etwas. Dresden ist für mich noch Neuland. Ich bin gespannt ...

    Anbei noch eine kleine Ergänzung aus dem "Fundus" meines Großvaters, ebenso von der Demjansker Bahn (bei Nr.1b nicht sicher)

    Viele Grüße, Steffen

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    Hallo Uwe,

    auch wenn in meiner Foto-Auswahl nur eine HF zu sehen ist, so sollen die Aufnahmen alle 1942/43 zwischen Tuleblja und Demjansk entstanden sein. Mein Großvater hat die Feldbahnkompanie 105 (wurde später in 305 umbenannt und hieß ab Juni 1942 Eisb.Pi.Kp.71) von ihrer Gründung bis zur Auflösung "im Mannschaftsdienstgrad begleitet". Leider war ich zum intensiven Befragen zu seinen Lebzeiten zu jung, konnte aber anhand seines Nachlasses den Weg dennoch gut rekonstruieren. Zusätzliche Informationen gibt es nur zum Foto Nr.07a: Es zeigt die Ankunft eines Zuges aus Tuleblja mit dem "Neujahrssekt" im Dezember 1942 auf einem Zwischenbahnhof der Demjansker Bahn. An jeder auch noch so kleinen Informationen zu besagter Einheit bin ich interessiert! (mit Matthias hatte ich vor einigen Jahren schon Kontakt zum Thema).


    Beste Grüße, Steffen

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    Hallo,
    ja, in den von Matthias genannten Unterlagen vom März 1940 sind die Ost-West-Transportstraßen genannt, die auch Rohde aufführt. Bereits im Herbst 1939 entstand in der Abteilung Transportchef aber eine Karte "Aufmarschskizzen West ... " mit 14 Transportstraßen aus Mittel- und Norddeutschland in Ausladeräume vor der Westgrenze. Dort ist die Nebenbahn Triptis - Marxgrün als Teil der Transportstraße 12 ("Violett") bezeichnet, die von Leipzig nach Tübingen verlief (siehe Ausschnitt im Anhang). Für Triptis-Marxgrün(-Münchberg) finden sich schon seit Dezember 1933 Erweiterungsplanungen mit militärischem Hintergrund, die bis Anfang 1938 fast gänzlich umgesetzt waren. Vermutlich gab es dazu verschiedene Gründe. Ein wichtiger war wohl die Vorbereitung eines militärischen Vorgehens gegen die Tschechoslowakei. Nach Kreidler entstand während der Sudetenkrise im Juni 1938 noch zusätzlich "ein Sofortprogramm für den beschleunigten Ausbau des Eisenbahnnetzes zur Sicherung des Aufmarsches gegen die Tschechoslowakei". Die darin enthaltenen Maßnahmen sollten bis 25.September 1938 abgeschlossen sein. Eine Vielzahl von Unterlagen zu Baumaßnahmen zwischen Triptis und Münchberg gehören zu diesem Programm. Die Hast und Eile wird darin sehr deutlich (Aufschriften "Frist sofort !" und Information der örtlichen Behörden nach (!) bereits erfolgtem Baubeginn). So gab es Fälle, in denen erst vor wenigen Monaten neu verlegte Kreuzungsgleise von 550 m auf 600 m verlängert werden sollten. Tatsächlich betrieb man den enormen Aufwand, Weichen nochmals um ganze 50 m zu verschieben! Ein Schwerpunkt meines Buchs ist die Zeit zwischen 1933 und 1945 und umfasst damit auch das Thema der Nutzung und das weitere Schicksal der bis 1940 neu entstandenen Anlagen. Hierzu werden die Quellen dann aber schon erheblich dünner, versiegen aber eben doch nicht gänzlich ... Es war für mich schon ein besonderer Archivtag, als sich unerwartet Einträge fanden, die die bisher nur mündlich überlieferten Übernachtungen von "Rg.S" (Regierungssonderzügen) in einem Tunnel unserer Nebenbahn recht detailliert nachvollziehen lassen. Daneben spielte unsere Strecke vor 1938 auch in einer der sogenannten "Aufmarschübungen" eine Rolle, die keinerlei Beziehung zum Thema CSR erkennen lässt.
    Die zum Thema bisher in der Literatur (und im Netz) zu findenden Informationen sind sehr spärlich und bleiben zudem oft die Angabe von Quellen schuldig (möchte ich ändern ...)
    Viele Grüße, Steffen

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    Hallo Forum-Gemeinde,
    das Thema Transportstraßen spielte hier bisher kaum eine Rolle. Unser User THILO verwies am 30.April 2016 auf einen Beitrag im "Gießener Anzeiger" zu einer "Transportstraße 8". Horst Rohde geht in seinem Buch "Das deutsche Wehrmachttransportwesen im Zweiten Weltkrieg" (Stuttgart, 1971) u.a. auf die Problematik ein und nennt 15 Ost-West-Verbindungen, die um 1940 als Transportstraßen quer durch Mitteleuropa geplant waren. Allerdings gab es bereits vorher Planungen auch in anderen Relationen, die ebenfalls zum Teil realisiert wurden. Während der Recherche zur Historie der Eisenbahn Triptis - Marxgrün stieß ich auf Unterlagen, in denen diese Nebenbahn im Herbst 1939 als Teil einer Transportstraße "Violett" im Rahmen der Vorbereitung des Westfeldzuges genannt ist; und das, obwohl die Bahn aufgrund ihrer Topografie keinesfalls für schwere Güterzüge geeignet war. Bis zu Kriegsbeginn verbaute die Reichsbahn hier und in den südlich anschließenden Strecken bis Münchberg mehrere Millionen Reichsmark (ein Viertel des Dorpmüller-Fonds) innerhalb von fünf Jahren! ( http://hemmkoppe.net ) Beim Eisenbahnbau und -ausbau spielten militärische Belange seit den Anfängen der Eisenbahn stets eine große Rolle und behielten diese Bedeutung auf deutschem Boden noch mindestens bis 1989 (!). So nennen Peter Bley und Harald Grafe in ihren Veröffentlichungen Marsch- und Rochadestrecken im Netz der DDR-Reichsbahn, die ebenso wie die vor 1945 existierenden Transportstraßen für die Bewältigung großer Transportmengen in kürzester Zeit für militärische Zwecke dienen sollten (und glücklicherweise nie dafür genutzt wurden!). In den 1930er Jahren fanden regelmäßig "Transportkriegsspiele und Übungsreisen" in der Abteilung des Transportchefs statt, bei denen auf Grundlage unterschiedlicher militärischer Szenarien vorbereitete Meldeketten und Mengengerüste ständig optimiert werden sollten. Diese Übungen liefen meist nur an den Schreibtischen, wurden aber wohl teilweise auch mit "echten" Manövertransporten verbunden. Auch dazu liegen zum Teil Unterlagen in den Archiven. Hier ein Ausschnitt, der zeigt, welche Fragen den Transportchef auf einer dieser Reisen im August 1937 u.a. bewegten:BA02_1937-08.jpg. Soviel zu Vorbereitung und Planung ...
    Zur tatsächlichen Nutzung der Transportstraßen im Rahmen des sogenannten Höchstleistungsfahrplans, ggf. auch nur auf Teilstrecken oder in Kombination untereinander liegen nach meiner Erkenntnis allerdings kaum Unterlagen vor ? Es wäre sehr interessant, zu erfahren, ob (und wenn ja, wie !) ein sogenanntes "Tempo 72" oder gar "144" (Anzahl verkehrender Militärzüge auf einer Strecke in 24 Stunden) über mehrere Tage technologisch "durchgehalten" werden konnte (Personaleinsatz, Fahrzeugumläufe, Kohle- und Wasserreserven etc.). Vielleicht kann jemand von Euch dazu Quellen nennen ? Dass trotz strenger Geheimhaltungsvorschriften neben mündlichen Überlieferungen auch schriftliche Unterlagen bis heute erhalten sind, zeigen ja die vielen Dokumente in den Foren.
    Freundliche Grüße, S.

    Autor: Steffen Höbelt
    Verlag: Verfasser
    Sprache: Deutsch
    Preis: 29,90 € (bei Zusendung + 6,00 € Versandkosten)
    ISBN: 978-3-00-053242-9


    (erhältlich vsl. ab September 2016)


    Wie der Titel vermuten lässt zielt das Buch zwar auf Eisenbahnfreunde, aber ...


    Im August 2016 jährt sich zum 115. Mal die Inbetriebnahme des Streckenabschnitts zwischen Blankenstein und Marxgrün. Damals wurde eine Lücke zwischen Preußischer und Bayerischer Staatsbahn geschlossen und damit die Nebenbahn Triptis – Marxgrün durchgehend befahrbar! Wenn jetzt über 100 Jahre später wieder von einem Lückenschluss die Rede ist, geht es genau um diesen Abschnitt. Die deutsche Teilung führte 1945 hier zur Unterbrechung des Zugverkehrs zwischen Thüringen und Bayern. Und das bis heute! Über die Geschichte der Bahnlinie wurde bisher schon einiges geschrieben, allerdings recht wenig über die sehr turbulenten Jahre vor und während des Zweiten Weltkrieges. Dieser Zeitraum bildet einen Schwerpunkt im Buch von Steffen Höbelt: "Eisenbahn Triptis - Marxgrün / Eine Nebenbahn im Strudel der Geschichte". Höbelt versucht darin u.a. zu klären, was dran ist an den Legenden von „tagelangem starken Umleitungsverkehr“ über Triptis – Ziegenrück – Lobenstein – Marxgrün wegen Bombenschäden auf dem Saalfelder Bahnhof. Mancher Autor behauptet, Hitlers Sonderzug sei hier „regelmäßig“ zwischen Berlin und Berchtesgaden unterwegs gewesen und habe dabei in Tunneln, sicher vor Fliegerangriffen übernachtet. Trotz den damals strengen Geheimhaltungsvorschriften fand sich in den Archiven einiges zu den Sonderzügen der Reichsregierung – auch Einzelheiten bezüglich o.g. Nebenbahn! Nur wenige wissen, dass im Drebatal bei Ziegenrück und im Ottergrund bei Liebengrün zwischen 1934 und 1938 auf Anordnung des deutschen Generalstabs neue Bahnhöfe entstanden, die 600 Meter lange Militärzüge aufnehmen konnten. Mehrere Millionen Reichsmark wurden in einem „Projekt Triptis – Münchberg“ verbaut, welches in den Planungen zum „Westfeldzug“ und im Zuge der Sudetenkrise eine Rolle spielte. Auch dazu konnte der Autor den Akten viele Einzelheiten entlocken. Die 264 Seiten mit über 250 zum großen Teil erstmals veröffentlichten Abbildungen werden wohl nicht nur für Eisenbahnfreunde hochinteressanter Lesestoff sein ...


    Mehr zum Buch und seinem Inhalt ist hier zu finden:


    http://hemmkoppe.net

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