Posts by Kneip

    Hallo zusammen,


    vielen Dank für die bisherigen Antworten!


    Ich trage mal die bisher neuen Informationen zusammen:


    - Lothars Sekundärquelle "Militär- und Seeoperationen im Mittelmeer 1939 - 1945" schreibt die Explosion der Birmania einem Luftangriff der RAF durch von Malta gestartete Bomber
    zu.


    - In der von Gerard verlinkten Wikipedia-Liste heißt es aus dem Englischen übersetzt:


    "Das Frachtschiff explodierte und sank in Tripolis, Libyen, aufgrund der Detonation von Streubomben, die nicht ordnungsgemäß für den Versand verpackt waren. Die Explosion im vorderen Laderaum warf das Heck des Schiffes auf den Kai. Der bewaffnete Handelskreuzer Città di Bari (Regia Marina) wurde durch die Explosion ebenfalls zerstört. Verluste: 28 getötete und 38 verwundete Deutsche, 42 getötete und 50 verwundete Italiener sowie 150 getötete und viele verwundete Araber."


    - Die dritte von Gerard verlinkte und zitierte Quelle ist ein Verleihungsbericht bzgl. eines Matrosen, der wegen seines Einsatzes bei den Rettungsarbeiten mit der "Medaglia D'Argento al
    Valor Militare" (Silbermedaille für militärischen Tapferkeit) ausgezeichnet wurde - das ganze datiert auf den dritten Mai. Auch hier ist von keinem Luftangriff die Rede.


    - Das durch Lothar verlinkte "Marine Archiv" liefert noch folgende Informationen, allerdings ohne nennung der Quelle:


    "Birmania" kein Bombentreffer am 3.05.41 um 10.12 Uhr sondern beim Entladen von scharfgewordenen Streubomben explodiert.

    "Citta di Bari" ,gerade beladen mit Benzin und Bomben für Bengasi, schon 800 t an Bord, explodiert dadurch auch.

    200 Tote, eine SS-Fähre , mehrere Leichter, 25 LKW beschädigt.


    "Reichenfels" wird schwer im Vorschiff beschädigt, Kapitän tot ,2 Seemänner tot, 4 Schwerverletzte.

    Bis 19.00 Uhr noch Explosionen an Bord (Flakmunition). Feuer konnte gelöscht werden.

    Vordere Ladegeschiere ausgefallen, dadurch bei Rückgeleit am 5.05.41 noch an Bord:

    50 t Stückgut, 30 Benzinfässer und 200 Körbe 8,8 cm Munition.

    Auf 24. Seetransportstaffel hatten die "Sebastiano Venier" und "Marco Foscarini"die gleichen

    scharfgewordene Streubomben an Bord ,es gab sogar einen Befehl sie auf See zu versenken.

    Bomben wurden auf Reede von Hand entladen, um die Schiffe zu retten.



    Meine Annahmen soweit: Alle Quellen, außer dem von mir eingangs zitierten Werk, nennen den 3. Mai als Tag des Unglücks. Insbesondere der auf den 3. Mai datierte Verleihungsbericht beweist wohl, dass sich das Unglück in der Tat an diesem Tag um 10:12 Uhr ereignete. Des Weiteren decken sich die Quellen darin, dass der bewaffnete Handelskreuzer "Città di Bari" - beladen mit 800t Bomben und Betriebsstoff - als Folge der Explosion in Brand geriet und zerstört wurde. Das deutsche Frachtschiff "Reichenfels" wurde schwer beschädigt, das italienische Wasserflugzeug "Pace" brannte aus. Es bleibt die Frage, warum einige der Quellen einen Luftangriff, und nicht die Streubomben als Ursache angeben.


    Auch die anderen Eingangs gestellten Fragen stehen natürlich noch im Raum.


    Bei den anderen beiden Schiffen, die ebenfalls Streubomben geladen hatten und nach dem Unglück in Tripolis durch das Kommando unter Kapitän Reinen und Oberleutnant Krüger entladen wurden, handelte es sich um die italienischen Frachter "Sebastiano Venier" und "Marco Foscarini".


    Vielen Dank für alle bisherigen Antworten, wir sind ja schon ein ganzes Stück weiter.



    Mit freundlichen Grüßen

    Yannik

    Hallo werte Forengemeinde,


    in einem Werk über die Führungs-Nachrichten-Regimenter 40 und 601, welches ich momentan studiere, bin ich über folgenden Vorfall gestolpert:


    "Anfang Mai bereits war ein Schiffstransport nach Afrika im Hafen von Tripolis eingetroffen, bei dem sich auch das 10.000 BRT große Handelsschiff "Birmania" befand. Dieser italienische Frachter hatte Munition und Fliegerbomben geladen. Unter diesen Bomben befand sich auch eine Ladung von Splitterbomben. Diese 10-kg-Fliegerbomben besaßen an ihrem Kopfende einen Berührungsstab, der nach dem Ausklinken einer Zehnergruppe dieser Bomben, die durch ein Blech zusammengehalten wurden, scharf wurde. Dies geschah folgendermaßen:


    Auf dem Blech befand sich eine Sprengpatrone, die nach drei Sekunden Fallzeit scharf wurde, explodierte und das Blech wegriß, wodurch jede Bombe einzeln auf ihr Ziel fiel und der Berührungszünder frei wurde, so daß er bei der geringsten Berührung die Bombe zur Detonation brachte.


    Diese Bomben, die eine verteufelte Sprengkraft entwickelten und von großer Zerstörungskraft waren, sollten in Afrika das erstemal eingesetzt werden.


    Major Graf Klinckowstroem [Seetransportführer Major Graf Klinckowstroem, Leiter des Sonderstabes Neapel, Verantwortlich für die Transporte von Neapel nach Tripolis] ließ durch die Funktstelle Dammert [Wachtmeister Herbert Dammert, Funkleiter Funkstelle OKH, Neapel] einen Funkspruch an den Entladestab in Tripolis absetzen und den Seetransportchef Tripolis, Korvettenkapitän Meixner, warnen. In diesem Funkspruch wurde Meixner gebeten, nur erfahrenes Fachpersonal, am besten Pioniere, mit dem Entladen dieses Schiffes zu betreuen [sic].


    Diese Warnung kam nicht von ungefähr. Bereits beim Beladen in Neapel war es zu einem Unglücksfall gekommen, der nur deshalb nicht zur Katastrophe wurde, weil nur ein Zehnerblech detonierte.

    Dammert mußte durchtasten, daß die "Birmania" nur an einem besonderen Liegeplatz gelöscht werden sollte und daß sie nur von Feuerwerkern betreten werden dürfte, die die Ladung auf ihre Unversehrtheit untersuchen müßten.


    An diesem Tage schien die Funkerei wieder einmal zu einem Teufelsspiel zu werden. Die Gegenstelle Tripolis gab nach vielen Wiederholungen zu verstehen, daß die Funkstelle Neapel fast nicht hörbar sei.

    Kurz entschlossen gab Dammert diesen wichtigen Text chiffriert nach Rom durch. Von dort wurde er 30 Minuten später mit dem dortigen starken Sender nach Tripolis durchgetastet. Dieser Funkspruch wurde zum Vergleich von der Funkstelle Neapel mitgehört und auch mit der Quittung von Tripolis in das Betriebsbuch eingetragen.


    Am nächsten Nachmittag erst kam dieser Geleitzug mit der "Birmania" in Tripolis an, und wieder einen Tag später traf aus Tripolis die Meldung ein, das das in dem Funkspruch besonders genannte Schiff, die "Birmania", am 4. Mai beim Entladen in die Luft geflogen sei und daß es etwa 200 Tote gegeben habe.


    Was war in Tripolis geschehen? Die in Transportkisten verpackten Bomben waren in diesen Kisten nicht fest genug fixiert worden, und da die Kisten beim Beladen der Schiffe auch geworfen wurden, rutschten die jeweils zu zehn Stück in ihren Blechen hängenden Bomben in den Kisten hin und her. Auf diese Weise waren die Züner, die nur mit einem schwachen Stift gesichert waren, scharf geworden. Nun würde eine kleine Berührung der Berührungsstifte genügen, um die Explosion herbeizuführen. Diese war an Bord eines bis unter die Halskrause voll mit Munition, darunter auch größeren Fliegerbomben, beladenen Schiffe [sic] eine Katastrophe.


    Und diese Katastrophe trat auch ein. Beim Absetzen einer Kiste war eine der scharf gewordenen Bomben detoniert und hatte durch Selbstzündung aller anderen das Schicksal des Schiffes und von 200 Soldaten und Stauern besiegelt.


    Da noch zwei weitere Schiffe mit solch tödlicher Ladung unterwegs waren, ließ Reichsmarschall Göring ein Fernschreiben absetzen, in dem er befahl, diese Schiffe auf hohe See zurückzubringen, die Besatzung von Bord zu nehmen und dann die Schiffe in die Luft zu sprengen.


    Korvettenkapitän Meixner wußte nur zu genau, wie wichtig diese Bombenladung für die deutsche Luftwaffe in der Wüste war. Andererseits wußte der gelernte Jurist aber auch, was es für ihn bedeuten würde, wenn noch ein Schiff im Hafen von Tripolis in die Luft flog und Personenverluste verursachte.


    Er ließ das Schiff auf der Reede von Tripolis ankern, wobei der Anker von Hand niedergelassen wurde, um jede Erschütterung zu vermeiden. Unter der Führung von Kapitän Reinen, dessen Schiff, die "Menes", in Tripolis wegen eines auf dem Hinmarsch erhaltenen Torpedotreffers festlag, und des Oberleutnants Krüger, Adjutant des Seetransportchefs Tripolis, gingen jeweils zehn Freiwillige an die Arbeit. Es war nur ein Feuerwerker darunter, der bereits bei der vierten Kiste eine scharf gewordene Bombe fand. Während Kapitän Reinen die Bombe festhielt, löste der Feuerwerker vorsichtig das Blech und nahm die Bombe heraus. Dann zeigte er dem Kapitän, wie der Zünder abgeschraubt wurde. Danach mußten Kapitän Reinen und Oberleutnant Krüger die Sache allein machen.


    Insgesamt fünf Tage brauchten sie, bis sie alle Kisten untersucht hatten. Insgesamt 22 mal galt es, den Tod zu überlisten und von den scharf gewordenen Bomben die Zünder abzuschrauben. Dann war es geschafft. Kapitän Reinen erhielt als erster Zivilist das EK I.


    Daß dieses Vorkommnis ein gewaltiges Nachspiel haben würde, war allen Beteiligten klar, und so wunderte es die Männer der Funkstelle Neapel nicht, als die von Reichsmarschall Göring eingesetzte Sonderkommission bei ihnen eintraf, um sich zu orientieren und den gesamten Fall zu untersuchen.


    Major Graf Klinckowstroem wies auf die Funksprüche seiner Funkstelle hin. Die Kommission sah die Betriebsbücher ein und stellte die Richtigkeit des Gesagten fest. Sie erhielt aus Rom die Bestätigung und konnte schließlich auch in Tripolis in den Funkbetriebsbüchern die Bestätigung des Funkspruchs aus Rom ebenso finden wie die mitgehörte Bestätigung aus dem Betriebsbuch der Funkstelle Neapel erfahren.


    Wie sich herausstellte, hatte man in Tripolis ebenfalls alles getan. Das Schiff hatte seinen besonderen Liegeplatz erhalten, aber beim Entladen konnte kein Feuerwerker dabeisein [sic].
    So konnte das Unheil seinen Lauf nehmen."


    ______________


    Soweit die mir vorliegenden Ausführungen. Die eingeklammerten Personenbeschreibungen habe ich für den Kontext ergänzt.


    Ich bin etwas verwundert darüber, dass mir diese Tragödie im Zuge meiner Beschäftigung mit dem Kriegsschauplatz Nordafrika nie untergekommen ist, und würde den Informationsrahmen gerne - so weit wie möglich - vervollständigen.


    Auf Anhieb tun sich mir folgende Fragen auf:


    1.: Wie sah das Nachspiel dieses Vorfalls aus? Zu welchem Ergebnis kam die eingesetzte Sonderkommission? Gab es Folgen für die weiteren Munitionstransporte über das Mittelmeer?


    2.: Um welche beiden anderen Schiffe handelte es sich?


    3.: Um welches Modell von Streubomben handelte es sich? Waren es deutsche / italienische? Wurden diese aufgrund dieses Vorfalls modifiziert, eventuell sogar die Produktion ausgesetzt?


    4.: Gibt es weitere Dokumente bezüglich dieses Vorfalls? Ich denke etwa an Berichte der Sonderkommission, Einträge in den einschlägigen KTBs (etwas die KTBs der Seetransportstellen Tripolis und Neapel), Verlustmeldungen ,...


    5.: Liegen genaure Aufzeichnungen bezüglich der Menschen- und Materialverluste durch die Explosion im Hafen von Tripolis vor? Kann der Verlauf der Lösch- und Bergungsarbeiten nachvollzogen werden? Wurden andere Schiffe beschädigt?


    6.: Kann es verifiziert werden, dass Kapitän Reinen tatsächlich als erster Zivilist das Eiserne Kreuz I. Klasse erhielt?


    Weitere Fragestellungen sind natürlich gerne willkommen.


    Nun hoffe ich auf rege Beteiligung und verbleibe mit freundlichem Gruß


    Yannik

    Hallo Eileen,


    zum Panzer-Regiment 21 siehe folgenden Eintrag: Klick


    Beim Todesdatum muss ein Tippfehler vorliegen.


    Dein Großvater ist beim Volksbund gelistet, gefallen am 14.12.1941 - als Ort ist Rusa in der Oblast Moskau angegeben. Das passt zum damaligen Einsatzraum der 20. Panzer-Division, zu der das Panzer-Regiment 21 zugehörig war. Er dürfte somit im Zuge der Schlacht um Moskau gefallen sein.


    Ist bereits ein Antrag bei der ehemaligen Deutschen Dienststelle (WAST), heute Teil der Bundesarchivs, gestellt worden? Die Bearbeitung dauert zwar seine Zeit und kostet auch etwas Geld, aber könnte dir genauere Informationen zum militärischen Werdegang deines Großvaters liefern.


    Gruß

    Yannik

    Hallo Marco,


    also, der Titel des Videos "Muslimische Wehrmacht Soldaten beten" ist insofern falsch, alsdass es sich bei den auf den Aufnahmen zu sehenden Personen eindeutig um Angehörige der Waffen-SS handelt.


    Für generelle Grundlageninformationen zum Thema schau dir doch mal diesen Eintrag im Lexikon bzgl. der 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS an. Diese Division allerdings war nicht der einzige Verband, in dem Muslime Dienst taten.


    Gruß

    Yannik

    Hallo zusammen,


    geht es nur mir so, oder sieht das alles recht eigentümlich aus?


    Zumindest auf der Portraitaufnahme ist er noch kein Unteroffizier, sondern bekleidet einen Mannschaftsdienstgrad. Natürlich wissen wir nicht, wann das Foto aufgenommen wurde, und er könnte später befördert worden sein.


    Wehrmacht unter dem Foto dann Whehmacht geschrieben. Genauso Battle of Kursch. Diese Fehler legen m.E. nach nahe, dass diese Beschreibungen von einem Amerikaner mit nur wenig Deutschkenntnissen abgefasst wurden.


    Dann: Released as non-member N.S.D.A.P., aber in Klammern dahinter dann trotzdem "Nazi" ?


    In der Mitte, kontextlos, das EK II.


    Wie Thilo schon sagte, wäre es sehr hilfreich, zu wissen, wo dieser Kasten ausgestellt ist.


    Gruß

    Yannik

    Guten Abend IR,


    deine Annahme des Wehrmachtsbeamten der Luftwaffe im gehobenen Dienst kann ich bestätigen. Die Kragenspiegel waren dementsprechend in der Waffenfarbe Dunkelgrün gehalten, die Umrandung bestand aus silberner Aluminiumschnur.

    Da die Nebenfarbe, welche die jeweilige Fachlaufbahn anzeigt, kein Bestandteil der Kragenspiegel war, sondern lediglich als zweite Unterlage der Schulterstücke getragen wurde (Äußere Einfassung Dunkelgrün, innere Einfassung Nebenfarbe), dürfte eine Eingrenzung nur anhand dieses Fotos sehr schwierig werden. Dementsprechend wären auch die verschiedensten Amtsbezeichnungen denkbar.


    Mit freundlichem Gruß

    Yannik

    Guten Abend,


    Major i. G. Hellmuth Frey, Divisionsnachschubführer der 15. Panzer-Division, schreibt in seinen als Buch veröffentlichten Kriegserinnerungen an vielen Stellen von Ausflügen zu Oasen, alten Nordafrikanische Kulturstätten, verschiedenen Küstenorten usw.
    Die Freiheiten eines Generalstabsoffiziers waren natürlich andere, als die eines einfachen Landsers, aber nichtsdestotrotz empfinde ich diese Informationen als eine passende Ergänzung zu dieser Thematik.

    Falls Interesse besteht, könnte ich aus dem Buch noch Genaueres über derartige "Lustreisen" einstellen.


    Gruß

    Yannik

    Hallo "von Harzen",


    die Schwierigkeit dürfte eher daher rühren, dass die Geschwaderkennung auf dem Bild nicht zu erkennen ist. "JH" verrät lediglich, dass es sich um die Maschine "J" der 1. Staffel handelt.


    Da im Westen zu der betreffenden Zeit mehrere mit der He 111 ausgerüstete Kampfgeschwader operierten, reicht das alleine für eine Identifizierung schwerlich aus.


    Mit freundlichem Gruß

    Yannik

    Guten Abend zusammen,


    Quote

    diese Ecke wurde im Mai 1945 von amerikanischen Truppen besetzt, d. h. es könnte sich bei der "Sprengmunition eines Maschinengewehrs" um amerikanische Munition vom Kaliber .50'' handeln. Die schweren MGs, mit denen diese Munition verschossen wurde, waren Standard bei den US-Streitkräften und waren als MG auf Dreibein für den Erdkampf im Einsatz, sie waren montiert auf Jeeps, in Panzern und auch in Flugzeugen. Es gab m. W. hier zwar keine Spreng- bzw. Spreng/Brand-Munition, aber der Einsatz von panzerbrechenden Geschossen mit Brandsatz war durchaus üblich.


    Stefan, danke für die Ergänzung. Die Verwendung des Browning M2, welches du ja meinen wirst, durch die Alliierten ist mir bekannt.


    Claudio, in der Tat, Geschosse für das MG 131 / 151 wären keine "Wunderwaffe" in dem gemeinten Sinne. Ich erwähnte ja, dass ich es allerdings für recht unwahrscheinlich halte, dass es sich bei dem Fund um Gurte für diese MGs handelt, da solche normalerweise in Flugzeugen der Luftwaffe verbaut waren.


    Ich habe nochmal genauer nachgelesen, und diesen Artikel zum Sachverhalt gefunden, in dem nunmehr von einer deutschen 20mm Sprenggranate, abgefeuert durch eine Feldkanone oder Flak, gesprochen wird. Da eine Feldkanone des Kalibes 20mm ausgeschlossen werden kann, dürfte es sich wohl um Munition für die 2-cm-Flak 30 / 38 bzw. die entsprechenden KWK handeln.


    Ich stimme Reinhard ebenfalls zu, auch aufgrund dieser mangelnden Grundlagenkenntnis dürfte durch die Feder des Journalisten aus dieser 20mm Sprenggranate die Sprengmunition eines Maschinengewehrs geworden sein...


    Gruß

    Yannik

    Hallo zusammen,


    noch etwas anderes - Munitionsfund in Valley / Oberbayern.

    Und wieder einmal eine interessante Wortwahl des Journalisten: "Sprengmunition eines Maschinengewehrs". Nach der Gewehrgranate zur Fliegerabwehr wohl die nächste Entdeckung einer verschollen Wunderwaffe. Ich kann mir ebenfalls kaum vorstellen, dass es sich um Minengeschosse für die Bordwaffen Deutscher Jagdflugzeuge handelt.


    Gruß an alle

    Yannik

    Hallo Sascha,



    Aus der Wehrmachtauskunftstelle ging nach Ende des Krieges die DD-WASt hervor, diese Informationsquelle hast du durch deine ja bereits getätigte Anfrage im Grunde genommen "abgegrast".

    Die (ehem.) WASt bezieht viele ihrer Angaben bzgl. Zugehörigkeiten zu Truppenteilen aus eben diesen EM-Verzeichnissen.


    Gruß

    Yannik

    Hallo Dieter,


    die Geschwaderkennung ist auf den Bildern leider nicht zu erkennen, das wäre die Kombination aus Buchstabe und Zahl vor dem Balkenkreuz gewesen.


    JM verrät uns nur, dass es sich um die Maschine "J" der 4. Staffel (Teil der II. Gruppe) handelt.

    Auch ein Verbandsabzeichen ist leider nicht zu erkennen.


    Gruß

    Yannik

    Guten Abend zusammen,


    in Rheinbach kam bei Grabungsarbiten im Garten eines Hauses eine Gewehrgranate zutage: Artikel.


    Interessanterweise heißt es in besagtem Artikel: "Das Geschoss, das vermutlich bei der Flugabwehr eingesetzt worden war...".

    Eine Gewehrgranate zur Fliegerabwehr, das wäre mir überaus neu. Muss eine dieser sagenumwobenen Wunderwaffen gewesen sein...


    Gruß in die Runde

    Yannik

    Guten Abend Zitterdelle,


    zu deine ersten frage:


    bei einer Versetzung zu einem neuen Truppenteil behielt der betreffende Soldat seine alte Erkennungsmarke. Er wurde lediglich in der Erkennungsmarken-Liste seiner alten Einheit als abgehend ausgetragen und in der seiner neuen Einheit als zugehend eingetragen. Außerdem gingen von beiden Einheiten entsprechende Meldungen an die Wehrmachtauskunftstelle. Wenn deinem Großvater seine Erkennungsmarke also nicht abhanden kam, dann hat er diese bis zum Ende des Krieges getragen.

    Wenn einem Soldaten seine EM tatsächlich verloren ging, dann erhielt er eine neue von der Waffenmeisterei seiner momentanen Einheit. In dieser war dann der ausgebende Truppenteil vermerkt, auch die Nummer war eine neue.


    Gruß

    Yannik

    Hallo zusammen,


    OG, keine Sorge, mir ist schon klar, dass deine frage nicht in die Richtung abzielte, den Sinn der Maske anzuzweifeln. Vor allem ging es mir um das konkrete Beispiel des Gaseinsatzes (in dieser Form in Minen), nach dem ja gefragt wurde.


    Ein Ausrüstungsgegenstand, an dem man das Trageverhalten der Soldaten, auf das Karl ja bereits eingegangen ist, ebenfalls sehr schön beobachten kann, ist die Gasplane. Diese wurde entweder vor der Brust getragen oder direkt an der Gasmaskenbüchse befestigt. Im Falle eines Kampfstoffeinsatzes sollten die Soldaten, natürlich ebenfalls mit der Gasmaske auf, unter ihr Schutz finden. Die Gasplane, die samt ihrer entweder aus Segeltuch oder aus einer Art Gummi bestehenden Tasche etwa ein halbes Kilogramm wog, wurde mit zunehmender Kriegsdauer ebenfalls immer seltener getragen und ist auf zeitgenössischen Fotografien noch seltener zu sehen als die Gasmaskenbüchse.


    Interessanterweise wurde noch im Dezember 1942 Änderungren bezüglich der Trageweise der Gasplanentasche (nunmehr an der Gasmaskenbüchse) befohlen.


    Gruß

    Kneip

    Hallo Whisky,


    um eine Verwechslung muss es sich prinzipiell nicht handeln, vielmehr schließt das eine das andere nicht aus.

    Die Polizei und die SS waren im Dritten Reich stark miteinander verwoben, nicht umsonst war der Reichsführer SS zugleich auch Chef der Deutschen Polizei.


    Ist denn etwas über den weiteren militärischen Werdegang des Urgroßvaters bekannt?


    Edit: Da war der Reinhard schneller.


    Gruß

    Yannik

    Hallo zusammen,


    ich verweise mal auf diesen Thread, in dem es um einzelne Einsätze von B und C Kampfstoffen während des Krieges geht.


    Unter anderem ist der einzelne, vermutlich eigenverantwortliche Einsatz von Lostminen (Gelbkreuz) durch eine polnische Einheit erwähnt. Mit diesen wurde im September '39 eine der Brücken über die Jajola vermint bzw. zur Sprengung vorbereitet. Im Zuge der Räumarbeiten durch Pioniere detonierte wohl mindestens eine dieser Minen. Ebendiese Pioniere werden die Sinnhaftigkeit ihrer Gasmasken in der folgenden Zeit wohl eher weniger hinterfragt haben.


    Solche Vorfälle zeigen, auch wenn sich der Giftgaseinsatz im 2. Weltkrieg auf wenige, lokal begrenzte Einzelfälle bzw. Unfälle beschränkte, hatte die Gasmaske als Ausrüstungsgegenstand durchaus ihre Berechtigung. Gemäß dem Stichwort "Haben ist besser als brauchen" dürfte sie auch ein wenig dazu beigetragen haben, bei den Soldaten für soetwas wie ein Sicherheitsgefühl genenüber der Eventualität des Giftgaseinsatzes gesorgt zu haben - gemäß der Überlegung: " WENN es durch wen auch immer zu dem Einsatz vom solchen Kampfstoffen kommt, DANN ist meine persönliche Gasmaske nicht weit.".


    Gruß

    Yannik

    Hallo zusammen,


    zur Person Herbert Kunzmann: (German translation of what I already explained yesterday)


    Ursprünglich diente er lt. Meldung vom 5.3.1941 in der Luftnachrichten-Ausbildungs-Kompanie 6 in Möhringen. Zu dieser Zeit verwies seine Erkennungsmarke auf die Luftnachrichten-Kompanie Böblingen.


    Später im Krieg diente er dann im Luftwaffen-Jäger-Regiment 33, welches im Dezember 1942 als Teil der neuen 17. Luftwaffen-Felddivision aufgestellt wurde. Dieses Regiment wurde - wie die gesamte Division, die von nun an als 17. Feld-Division (L) geführt wurde - als Jäger-Regiment 33 (L) in das Heer übernommen.


    Im November 1943 ist er in der 3. Kompanie / I. Bataillon gemeldet, während er im August 1944 dem II. Bataillon zugehörig war, ohne das eine genaue Kompanie angegeben ist.

    Seine damalige Erkennungsmarke verwies ebenfals auf das Luftwaffen-Jäger-Regiment 33.


    Die Dienstgrade betreffend: Lt. Meldung vom 1. Februar 1942 war er Gefreiter, was etwa dem amerikanischen Private entspricht (erwähnt für das Verständnis des Threaderstellers). Am 16. August 1944 ist er als Obergefreiter gemeldet, das Äquivalent des amerikanischen Private First Class.


    Am 28. August 1944 geht Herbert Kunzmann in westalliierte Kriegsgefangenschaft, aus der er am 10. Oktober 1947 aus dem Depot 132 entlassen wird und in ein Arbeitsverhältnis übergeht.


    Dann folgen noch einige generelle Erklärungen bezüglich der Luftwaffen-Felddivisionen, welche ja unter anderem auch aus Angehörigen der Luftnachrichtentruppe aufgestellt wurden. Es ist wahrscheinlich, dass Herbert Kunzmann als Angehöriger der Luftnachrichtentruppe zur Neuaufstellung des Luftwaffen-Jäger-Regiments 33 als Teil der 17. Luftwaffen-Felddivision herangezogen wurde.


    Concerning Waldemar Kunzmann:


    He ist first reported (on July 23, 1944) as part of the 4th company, Fallschirmjäger-Ersatz-und-Ausbildungs-Regiment 3 (Paratrooper-Replacement-and-Training-Regiment 3), the depot unit of Fallschirmjäger-Regiment 3.


    Fittingly, on August 31 of the same year, he is reported as part of the 12th company, Fallschirmjäger-Regiment 3, which was part of the 1. Fallschirmjäger-Division (1st Paratrooper-Division). This division fought at the Italian front at that time. Shortly after that, on September 8, 1944, he is wounded in the area of Florence by an artillery shrapnel which hit his right arm. At that time, his rank was Jäger (Rifleman), the lowest rank of the enlisted men in this branch.


    On May 7, 1945, Waldemar Kunzmann is reported again as part of Fallschirmjäger-Ersatz-Bataillon 181 (Paratrooper-Replacement-Battalion 181), another depot unit. On the same day, he was captured by American troops and was a POW till his release on January 12, 1946.


    Zur Person Waldemar Kunzmann:


    Zuerst gemeldet am 23.7.1944 als Teil der 4./ Fallschirmjäger-Ersatz-und-Ausbildungs-Regiment 3, welche den Ersatz für das Fallschirmjäger-Regiment 3 stellte.


    Am 31.8.1944 dann gemeldet bei der 12./ Fallschirmjäger-Regiment 3, welches der 1. Fallschirmjäger-Division unterstand, die damalig an der Italienfront im Einsatz stand.

    Kurz darauf, am 8. September desselben Jahres wird er durch einen Artilleriesplitter am rechten Arm verwundet.

    Sein damaliger Dienstgrad war Jäger, der niedrigste Dienstgrad dieser Waffengattung.


    Am 7. Mai 1945 geht Waldemar Kunze als Angehöriger des Fallschirmjäger-Ersatz-Bataillon 181 in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 12. Januar 1946 entlassen wird.


    Concerning Günter Kunzmann:


    On August 6, 1943, he is reported as part of Stamm-Kompanie, Nachrichten-Ersatz-Abteilung 5 (Cadre company, Signals-Replacement-Section 5). Again, depot units like this one served the purpose of training new personnel for their affiliated units. They basically were transit units. Günter Kunzmann as part of the cadre company however, remained with Nachrichten-Ersatz-Abteilung 5 for a longer time, he was part of the actual (functional) personnel of this unit. His identification disc also referred to this unit ( -6038- 1. (St.) Kp. N.E.A. 5).

    At that time, Nachrichten-Ersatz-Abteilung 5 was located at Kornwestheim.


    On February 24, 1944, he is reported as part of the 1st company, Nachrichten-Abteilung 356 (Signaling-Section 356).


    His reported rank was Funker (Radioman), the lowest rank of this branch.


    Zur Person Günter Kunzmann:


    Erstmalig gemeldet am 6. August 1943 als Teil der Stamm-Kompanie, Nachrichten-Ersatz-Abteilung 5. Günther Kunzmann war augenscheinlich also Angehöriger des Kaderpersonals dieser Einheit. Seine damalige Erkennungsmarke verweist auf ebendies Einheit: -6038- 1. (St.) Kp. N.E.A. 5.


    Lt. Meldung vom 24. Februar 1944 dann Angehöriger der 1./ Nachrichen-Abteilung 356.

    Sein Damaliger Dienstgrad war Funker, der niedrigste dieser Waffengattung.


    Es folgt nun lediglich noch eine Übersetzung der Recherchehinweise auf der unteren Hälfte der Seite vier.


    At the bottom of page 4, it says summarized:


    Concerning Günther Kunzmann, there is more data in the registries of Identificaion discs. However, this data is not fully available to the electronic searching tools yet. The IT-access is being reworked at this time. There could also be more information concerning wounds, illnesses and/or military hospital stays in the documents of the Medical Records Storage (Krankenbuchlager). Since these documents are not opened up to any IT-devices, time-consuming and costly research would be necessary. It can not be jugded whether this research would actually deliver new information.


    In the digital records of west-allied war captivity, in which the american and parts of the british records are not included, our research had no success. If you have clues of an american or british captivity of your relative, more time-consuming and costly research would be possible. Again, it can not be jugded whether this research would actually deliver new information.


    If you'd like us to conduct research in the mentioned documents, you can request this in written form. In that case, please be sure to mention the reference from the top of this letter and the file reference (Aktenzeichen).

    __


    I hope I was able to help you a bit with your research.


    Greetings

    Freundlichen Gruß an alle

    Yannik