Posts by Kneip

    Guten Abend Steffen,


    es handelt sich auf jeden Fall um einen Säbel für Offiziere des Heeres samt dem zugehörigen Portepee.


    Hast du die Klinge bereits auf einen Herstellerstempel untersucht?


    Gruß

    Yannik

    Guten Abend JR,


    danke noch für den Hinweis zur Kontaktaufnahe.

    Die Internet-Seite des Herrn Dr. Herzfeld ist tatsächlich recht ausführlich im Bezug auf seine Veröffentlichungen - unter anderem gibt es dort bereits einige Bespielseiten aus seinen Büchern zur Ansicht.


    Gruß

    Yannik

    Hallo JR, hallo Christian,


    ich danke euch für den Literaturhinweis! Dann werde ich mir den ersten Band dieser Veröffentlichung anschaffen - einen üppigen Preis habe ich aufgrund der speziellen Thematik bereits erwartet...


    Weitere Literaturempfehlungen sind natürlich herzlich willkommen.


    Mit freundlichem Gruß

    Yannik

    Hallo liebe Forengemeinde,


    heute eine Suchanfrage meinerseits.


    Ich suche Literatur zum Thema KFZ-Stander jeglicher Art von militärischen, politischen, sonstigen oder zivilen Organisationen im III. Reich. Ich selbst habe schon feststellen müssen, dass es anscheinend nur sehr wenige Bücher speziell zu dieser Thematik gibt. Auch mittlerweile vergriffene oder englischsprachige Werke können gerne angeführt werden - ich will hier versuchen, möglichst viele Werke zu dieser Thematik zusammenzutragen.


    Bisher konnte ich mir tatsächlich aufgrund fehlender Grundlagenwerke keinen Überblick über diese Thematik verschaffen.


    Mit freundlichem Gruß

    Yannik

    Hallo Arnd,


    ich habe vor Jahren mal eine heimatkundliche Schrift gelesen, in der auch das SA-Hilfswerklager Erding bei München Erwähnung fand, daher mein Wissen um die Existenz dieser Institutionen.

    Also schlichtweg geprüft, ob es derlei Hilfswerklager auch in Hessen (da HE) gab, und auf die SA-Hilfswerklager I und II gestoßen. Um dann den Zusammenhang zum Kragenspiegel herstellen zu können, musste man kein Sherlock sein.


    P.S.: In der Annahme, dass es sich also um ein frühes Foto eines Angehörigen der SA-Gruppe Hessen handelt, dürften die Kragenspiegel im Original marineblau mit weißen Buchstaben/Nummern gewesen sein, die Farben der Schnüre/Litzen waren hellblau und hochrot.


    Mit freundlichem Gruß

    Yannik

    Hallo zusammen,


    auch ich gebe mal meinen persönlichen Senf dazu. Dass eine Sammelleidenschaft zunächst thematisch breiter gefächert beginnt, und sich erst nach und nach auf ein engeres Sammelgebiert spezialisiert, halte ich für den Normalfall.

    So begann es vor etlichen Jahren auch in meinem Falle zunächst mit einem generellen Interesse für die historische Epoche, es wurde also gelesen, gelesen und gelesen, Bücher wurden angeschafft, mit den Jahren immer mehr, und auch immer spezialisierter. So wurden auf der einen Seite langsam, aber sicher die Bücher selbst für mich zu einer Art Sammelobjekt (da können Stephan und ich uns wohl die Hand reichen) - und gleichzeitig begann ich, thematische Schwerpunkte zu setzen. In meinem Falle liegt dieser Schwerpunkt bei der Uniformkunde - insbesondere die militärischen und politischen Formationen des III. Reiches betreffend.

    Für mich heißt das durchaus nicht, dass ich ausschließlich nurnoch uniformkundliche Militaria und Fachliteratur sammle, es wird auch durchaus noch nach Lust und Laune in anderen Themenbereichen gestöbert.

    Und genau diese Gewichtung zwischen "nurnoch mein spezielles Themengebiet" und "von allem ein wenig, aber nichts so richtig" ist denke ich höchst individuell und wird bei jedem etwas anders ausfallen.


    Mit freundlichem Gruß in die Runde

    Yannik

    Hallo zusammen,


    ich bringe mal den begriff SA-Hilfswerklager ins Spiel.

    Bei diesen Einrichtungen handelte es sich um Lager, nicht selten umfunktionierte Kasernen, in denen SA-Angehörige ohne festen Arbeitsplatz beruflich, aber auch militärisch und politisch ausgebildet wurden.


    Wenn ich auf dem Kragenspiegel richtig HWL 1/ HE II lese, dann dürfte es sich um das SA-Hilfswerklager Hessen II in der Stadt Höchst handeln.

    Insgesamt also ein Angehöriger des Sturm 1 des SA-Hilfswerklagers Hessen II.


    Mit freundlichem Gruß

    Yannik

    Hallo in die Runde,


    ich würde mich beim Obergefreiten der Kriegsmarine in Tropenuniform definitiv anschließen - lediglich mit dem Kommentar, dass auch Mannschaftsdienstgrade anderer Einheiten der Kriegsmarine (als der Küstenartillerie) die Gefreitenwinkel auf der Tropenuniform trugen. Den Anker auf den Uniformknöpfen sehe ich definitiv auch.


    Mit freundlichem Gruß

    Yannik

    Guten Morgen Hannes,


    auf dem ersten Bild trägt die Person eine Uniform der Hitlerjugend samt Mitgliedsabzeichen auf der linken Brust. Was auf dem Gebietsdreieck, das sich auf dem linken Oberarm befindet, steht, kann ich leider selbst unter Vergrößerung nicht eindeutig erkennen. Ist die geographische Herkunft der Person bekannt? So könnte man dort eventuell noch weiterkommen.


    Auf dem zweiten Bild ist die Person in einer Uniform des Reichsarbeitsdienstes zu sehen, Dienstgrad Arbeitsmann.


    Gruß

    Yannik

    Hallo zusammen,


    Bernhard, Danke für deine Ergänzungen zum Thema.


    Aus der Gesamtheit der Akten wird auf jeden Fall deutlich, dass auch zu Kriegszeiten und in den besetzten Gebiten die Jagdausübung nach deutschem Standard organisiert und reglementiert wurde. So war es etwa Aufgabe der Jagdoffiziere, in ihrem Bereich für die Einhaltung des Jagdrechtes zu sorgen.


    Kordula, zu deiner Frage "Warum verloren diese Jagdscheine überhaupt ihre Gültigkeit und mußten erneuert werden?" kann ich (selbst Jäger) folgendes sagen:


    Der Umstand, dass diese Jagdscheine befristet waren, dürfte in diesem Sinne nichts mit der Wehrmacht zu tun haben. Vielmehr waren Jagdscheine in Deutschland stets befristet (heute gibt es etwa 14-tägige, Ein-, Zwei- und Dreijährige Jagdscheine) - nach Ablauf der Gültigkeit muss beim Kreis für einen Geldbetrag ein neuer Jagdschein gelöst werden.


    Ich habe im Zuge meiner Recherche im Netz noch Bilder eines Wehrmachtjagdscheines A gefunden, ich habe beim Einstellen in diesen Thread allerdings Bedenken wegen des Urheberrechtes. Daher hier der Link zur betreffenden Seite: Klick


    Man beachte die Formulierung: "Gebührenfreier Wehrmachtjagdschein A für Inhaber eines reichsdeutschen Jahresjagdscheines von 1939 oder spaeter".


    Wehrmachtjagdscheine konnten folglich nur an Personen, die bereits einen "normalen" deutschen Jagdschein gelöst hatten, ausgestellt werden.


    Bezüglich der Frage "Wer hatte denn überhaupt einen Jagdschein zu damaliger Zeit und wer einen Wehrmachtsjagdschein? (betrachtet auf die Menge an Soldaten)" habe ich zwar nachgeforscht, konnte bis jetzt aber keine Informationen auftreiben. Die älteste Statistik bezüglich der Jagdscheininhaber in Deutschland, die ich auftreiben konnte, datiert auf das Jagdjahr 1968 / 1969.


    _______


    Wenn mit dem Namen alle so einverstanden sind, könnte das OT dann ja entfernt werden, oder?


    Mit freundlichem Gruß

    Yannik

    Hallo Kordula,


    ja, die Auslagerung der Fragestellung in einem eigenen Thread halte ich für eine gute Idee. Dort könnte ich nochmal zusammenfassend die mir bereits erschlossenen Informationen präsentieren.


    Frage an unsere Admins: Wie würde das idealerweise ablaufen? Einfach ein neues Thema unter "Sonstiges" erstellen, oder würdet ihr die letzten beiden Beiträge über diesem in den neuen Thread Auslagern, damit es keine Doppelung gibt?


    Mit freundlichem Gruß

    Yannik

    Hallo Dieter,


    du dürftest die Explosion des amerik. Liberty-Frachters " John Harvey" als Folge einer Bombardierung durch die Luftwaffe im Hafen von Bari am 2. Dezember 1943 meinen. Dieses Schiff hatte Gelbkreuz-Munition geladen. Siehe auch hier (leider auf Englisch).


    Gruß in die Runde

    Yannik

    Hallo zusammen,


    Lothar, vielen Dank für diese Auflistung der deutschen Opfer!


    Bestätigt sind für den unmittelbaren Tag des Unglücks also mindestens 18 deutsche Tote. Interessant wären in der Tat noch die an den Spätfolgen im Lazarett verstorbenen.

    Entsprechende Verlustmeldungen muss es ja auch beim italienischen Verbündeten gegeben haben. Ist jemand auf diesem Gebiet bewandert?


    Ich arbeite mich momentan durch die verfügbaren NARA-Rollen des Seetransportchefs Italien, des Deutschen Marinekommandos Italien, der Seetransportstellen im Mittelmeer usw. Bisher allerdings ohne Erfolg, die meisten Akten datieren leider auf Herbst 1941 oder später.


    Gruß

    Yannik

    Hallo,


    die Auszeichnung unten im Bild habe ich vorhin wegen der Vergrößerung glatt übersehen.

    Es handelt sich um eine Stufe des allgemeinen Sturmabzeichens.

    Das wiederum deckt sich mit meiner These, dass es sich bei dem Soldaten auf dem Bild um keinen Angehörigen der Infanterie handelt.


    Siehe die Verleihungsbestimmungen: Klick


    Gruß

    Yannik

    Guten Abend Petra,


    bei dem Herren auf dem Bild handelt es sich um einen Rottenführer (entspricht dem Dienstgrad des Obergefreiten) der Waffen-SS.

    Ausgezeichnet ist er mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse sowie mit der Medaille Winterschlacht im Osten 1941/1942. Die Aufnahme ist dementsprechend nach Mai 1942 entstanden. Die Paspelierung der Schulterkappen erscheint mir eecht dunkel, die Waffengattung Infanterie würde ich also tendenziell eher ausschließen.


    Gruß

    Yannik

    Hallo zusammen,


    Thomas, danke für die Editierung und auch für deine netten Worte. Ich sehe das recht einfach - wenn ich das Thema schon starte, Andere zur Mitarbeit auffordere, dann ist es für mich selbstverständlich, dass ich die sich ergebende Diskussion auch etwas "moderiere", damit auch alle die gemachten Fortschritte verfolgen können.

    _______


    Gerard, danke für deine Ausführungen bezüglich der Streubomben.


    Aus dem von dir verlinkten Wikipedia-Artikel stammt auch die in meinem letzten Beitrag enthaltene Übersetzung. Momentan ist die italienische AR-4 die Bombe, welche m.E. der Beschreibung aus dem Eingangstext am nächsten kommt - insbesondere bei den Punkten Streubombe, extreme Empfindlichkeit des Zünders und Zerstörungswirkung. Allerdings weicht das Gewicht, wie Thilo ja bereits erwähnt hat, ab. Des Weiteren passt die AR-4 nicht zu der Beschreibung, dass sich mehrere Bomben an jeweils einem, diese zusammenhaltenden, Blech befunden haben sollen.


    Die deutsche SD 2, abgeworfen in einem Abwurfbehälter (AB), halte ich ebenfalls für eine plausible Möglichkeit. Eine SD 2 hatte zwar nur ein Gewicht von 2kg, aber folgende Ausführung des Einganstextes...


    "Auf dem Blech befand sich eine Sprengpatrone, die nach drei Sekunden Fallzeit scharf wurde, explodierte und das Blech wegriß, wodurch jede Bombe einzeln auf ihr Ziel fiel und der Berührungszünder frei wurde, so daß er bei der geringsten Berührung die Bombe zur Detonation brachte."


    ... deckt sich mit dem Funktionsprinzip der deutschen Abwurfbehälter, welche nach einer gewissen Fallzeit ebenfalls durch eine kleine Sprengladung geöffnet wurden
    und so die einzelnen Bomben freigaben. Allerdings passen auch hier die Gewichtsangaben nicht. Auch die Angabe "sollten in Afrika das erstemal eingesetzt werden." passt nicht zur

    bereits 1940 eingesetzten SD 2. Allerdings war auch bei der SD 2 der Aufschlagzünder höchst empfindlich, wie dieser Ausschnitt des Enzyklopädie-Artikels belegt:


    "Wie auch bei moderneren Streubomben wurde es nicht als praktikabel angesehen, Schmetterlingsbomben zu entschärfen, die vollständig scharf geworden, aber nicht explodiert waren. Dies lag daran, dass SD 2 Zünder absichtlich so konstruiert wurden, dass sie extrem schwierig und gefährlich zu entschärfen sind, sobald der Zünder einmal scharf ist."

    In Nordafrika eingesetzt wurden sowohl die AR-4 als auch die SD 2. Bei beiden handelt es sich um Streubomben. Beide konnten mit einem extrem berührungsempfindlichen Aufschlagzünder ausgerüstet werden. Beide wurden in metallenen Abwurfbehältern abgeworfen (kann das für die AR-4 jemand bestätigen? Bei einer Streubombe kann ja vom Abwurf in einer Art Behältnis ausgegangen werden).


    Zu deiner Aussage :


    "Aber normaleweise wurde eine Bombe erst vor dem ziel scharf gemacht, oder auf dem Boden bevor dem Abflug bei basis flugzeuge (kein Schwerr bomber). So denke ich es mal, denn es wäre ein richtiger wahnsinn gewesen, Zünder scharf auf ein Frachtschiff Legen. Bevor der Transport weg Gemacht ist."


    Die Bomben wurden nicht scharf auf die "Birmania" geladen. Vielmehr sorgte anscheinend eine Kombination aus mangelnder Sicherung der Zünder, schlechter Fixierung der Bomben in den Transportkisten und nachlässigem Umgang während der Verladung dafür, dass einige der hochempfindlichen Aufschlagzünder unbeabsichtigt scharf wurden. Beim Löschen der Ladung geschah dann die Katastrophe. Als verstärkende Faktoren kamen dann die Positionierung unmittelbar gegenüber der "Città di Bari" und das Fehlen eines Feuerwerkers (beides trotz Warnung und anders lautender Anweisung!) dazu.


    Vergleiche mit folgender Stelle aus dem Eingangstext:

    "Was war in Tripolis geschehen? Die in Transportkisten verpackten Bomben waren in diesen Kisten nicht fest genug fixiert worden, und da die Kisten beim Beladen der Schiffe auch geworfen wurden, rutschten die jeweils zu zehn Stück in ihren Blechen hängenden Bomben in den Kisten hin und her. Auf diese Weise waren die Züner, die nur mit einem schwachen Stift gesichert waren, scharf geworden. Nun würde eine kleine Berührung der Berührungsstifte genügen, um die Explosion herbeizuführen."

    ________


    Markus, danke für deine Quellenergänzungen.


    verfügst du eventuell über das KTB der Seetransportstelle Tripolis? Falls ja, wäre es dir möglich, die entsprechenden Seiten zum "Birmania"-Unglück hier als Ergänzung einzustellen?


    Die "Città di Bari" fuhr also in der tat nicht im Geleit als Teil der 23. Seetransport-Staffel über das Mittelmeer, sondern legte folgenden Weg zurück:


    - 24.4.1941, 9:35 Ankunft in Bengasi aus Italien - geladen 1150t Luftwaffennachschub


    - 28.04.1941 Abfahrt nach Tripolis mit 28t Ladung


    - Ankunft in Tripolis dann entweder ebenfalls am 28.4 oder am 29.4


    - Am 30.4.1941 dann zunächst Abfahrt nach Italien, aber Umkehr auf See und Rückfahrt nach Tripolis, um als Küstenfrachter eingesetzt zu werden.


    - Bis zur Explosion der "Birmania" dann noch Verladung von 800t Wehrmachtsgut


    ___________


    Noch eine Anmerkung:


    Aspekte, die wir bis jetzt nur wenig oder gar nicht berührt haben, sind:


    - Die durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe eingetzte Sonderkommission (eventuelle Unterlagen?)


    - Die Entladung der italienischen Frachter "Sebastiano Venier" und "Marco Foscarini" in Tripolis durch das Kommando unter Kapitän Reinen und Oberleutnant Krüger


    - Die Person des Korvettenkapitän von Meixner. Gab es für ihn als Seetransportchef Tripolis eventuell Konsequenzen, etwa aufgrund der nicht umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen?


    Hier schon einmal der Enzyklopädie Eintrag zu Korvettenkapitän Meixner: Klick

    So wie sich sein Werdegang dort liest, hat der Vorfall seine militärische "Karriere" wohl nicht beeinflusst.


    Interessant wäre in diesem Kontext, wie der Abschlussbericht der Kommission ausfiel bzw. ob überhaupt jemand für das Unglück verantwortlich gemacht wurde.


    Gruß

    Yannik

    Hallo zusammen,


    eine Zugehörigkeit zur 6. SS-Gebirgs-Division "Nord" deckt sich auch mit der auf dem Foto recht dunkel erscheinenden Paspelierung der Schulterstücke. Diese waren folglich in der Waffenfarbe Jägergrün eingefasst.


    Mit freundlichem Gruß

    Yannik

    Hallo zusammen,


    danke für die erneuten Wortmeldungen.


    wieder versuche ich, die neuen Informationen kompakt zusammenzufassen:


    - Die von Gerard verlinkte italienische Internetseite liefert uns die Positionen der Liegeplätze der "Birmania" und der "Città di Bari" samt einem Bild der beiden zerstörten Schiffe.

    Tatsächlich lagen sich die beiden Handelsschiffe am selben Anleger unmittelbar gegenüber.
    Verglichen mit diesen beiden Ausschnitten des Eingangstextes:


    "Dammert mußte durchtasten, daß die "Birmania" nur an einem besonderen Liegeplatz gelöscht werden sollte und daß sie nur von Feuerwerkern betreten werden dürfte, die die Ladung auf ihre Unversehrtheit untersuchen müßten."
      

    "Wie sich herausstellte, hatte man in Tripolis ebenfalls alles getan. Das Schiff hatte seinen besonderen Liegeplatz erhalten, aber beim Entladen konnte kein Feuerwerker dabeisein [sic]."


    zeigt sich, dass tatsächlich weder die vom Sonderstab Neapel geforderte Positionierung an einem gesonderten Anleger, noch die Entladung durch einen qualifizierten Feuerwerker tatsächlich bewerkstelligt wurde. Insbesondere durch die Positionierung unmittelbar gegenüber der "Città di Bari" wurde das Unglück so noch verheerender, als es hätte sein müssen.


    _____


    - Die nächsten drei von Gerard verlinkten Quellen liefern Hinweise zur Luftangriffshypothese. In der Mehrzahl wird geäußert, dass lediglich das italienische Torpedoboot "Canopo" am

    Abend des 3. Mai durch einen Fliegerangriff versenkt wurde.


    - Auch die erwähnte italienische Website, auf der die Positionen der beiden Schiffe zueinander beschrieben werden, verneint einen Luftangriff als Angrifssursache mit der Erklärung,

    dass der Umstand, dass der Hafen von Tripolis zur besagten Zeit häufig ein Ziel britischer Luftangriffe war, zu dieser Fehlannahme geführt haben könnte.


    - Die von Gerard verlinkte britische Quelle (Kriegstagebuch des Malta Command) erwähnt übersetzt folgendes:


    " 5. Mai: Informationen gingen ein, dass in Tripolis ein Handelsschiff in die Luft geflogen und ein Handelsschiff ausgebrannt war, während das Geschwader 830 Minen legte. Es ist

    möglich, dass eine Leuchtfackel eines Swordfish Torpedobombers auf dem Schiff landete welches gerade Benzin und Munition entlud, da keine Bomben abgeworfen wurden."


    Hier also ein tatsächlich greifbarer Beleg dafür, dass die Birmania nicht durch einen Luftangriff der RAF explodierte. Da die Britischen Stellen von dem Unfall bei der Entladung der Streubomben natürlich nichts wissen konnte, suchten sie andere Erklärungen (-> Swordfish).


    ______


    - Die übrigen Quellen liefern noch die Information, dass die Birmania als Teil der 23. Seetransportstaffel im Geleit das Mittelmeer überquerte. Weitere Schiffe dieses Geleits waren die

    ebenfalls durch das Unglück schwer beschädigte "Reichenfels", sowie die "Marburg", "Kybfels", "Rialto" und "Marco Polo".


    ______


    - Ich sebst habe im Kriegstagebuch der Seekriegsleitung gesucht und den entsprechenden Eintrag zum 3. Mai 1941 gefunden.: Hier wird bereits als wahrscheinliche Ursache die

    Explosion von geladener Bombenmunition genannt. Ein Fliegerangriff findet erwartungsgemäß nicht Erwähnung.

    Interessanterweise ist in diesem Eintrag die Reihenfolge der Ereignisse noch verfälscht, so wird beschrieben, dass eine Explosion auf der "Città di Bari" zur Vernichtung dieses Schiffes

    und der "Birmania" geführt habe. Auch die Beschädigung der "Reichenfels" wird erwähnt.


    ______


    Thilo verweist auf die Italienische Streubombe AR-4. Über diese konnte ich bis jetzt leider nicht sehr viel finden, allerdings berichtet die englische Enzyklopädie folgendes:


    "Sie [die Bombe] konnte mit einem sehr empfindlichen, bewegungsempfindlichen Zünder ausgestattet werden, der explodierte, wenn versucht wurde, ihn zu bewegen, und im Freien bis zu einer Entfernung von etwa 35 Metern tödlich sein. Aus diesem Grund wurden nicht explodierte Thermosbomben normalerweise dort zerstört, wo sie lagen, indem entweder ein langes Stück Schnur daran befestigt und dann daran gezogen oder eine kleine Sprengladung neben ihnen gezündet wurde."


    Diese Beschreibung der Gefährlichkeit deckt sich auf jeden Fall mit den Ausführungen des Eingangstextes.


    ______


    Schlussfolgerungen aus diesen Quellen:


    Die These eines Luftangriffes als Auslöser des Unglücks kann nun wohl endgültig ausgeschlossen werden.


    Das durch die Explosion von nachlässig verladenen Streubomben (eventuell des italienischen Typs AR-4) verursachte Desaster verursachte wohl mindestens folgende Verluste:



    - 28 Deutsche tot, 38 verwundet

    - 42 Italiener tot, 50 verwundet

    - 150 Araber tot, wohl noch eine größere Anzahl verwundet

    - Handelsschiff "Birmania" zerstört

    - Handelsschiff "Città di Bari" zerstört - lag direkt gegenüber der "Birmania" am gleichen Anleger

    - Handelsschiff "Reichenfels" schwer am Vorschiff beschädigt

    - Mindestens 800t Wehrmachtsgut an Bord der "Città di Bari" vernichtet

    - Eine SS-Fähre beschädigt

    - Wasserflugzeug "Pace" ausgebrannt

    - Mehrere Leichter beschädigt

    - Mindestens 25 LKW beschädigt



    Wieder ein gutes Stück weiter.


    P.S.: Wäre einer der Blausterne so freundlich, in der Themenüberschrift den 4. auf den 3. Mai zu korrigieren, um den bisherigen Erkenntnissen Rechnung zu tragen?


    Danke an alle

    Yannik

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