Posts by Timm

    Hallo Herbert,


    danke für die zusätzlichen Informationen. Das ist natürlich bitter, wenn er nach so einer langen Zeit im Lazarett dann doch noch verstorben ist. Die Verluste des Füsilier-Regiments während der ersten Woche im Westen waren erheblich. Ausladen, Aufmarsch und Angriff am gleichen Tag ohne vorherige Erkundung, in einem unbekannten Gelände gegen eine im Angriff befindliche, erfahrene amerikanische Panzerdivision, da waren hohe Ausfälle einfach vorprogrammiert.


    War Dein Onkel eigentlich schon zuvor Angehöriger des Regiments oder kam er erst während der Neuaufstellung im August zur Division?


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo Herbert,


    kannst Du Angaben zu dem Ort machen, an dem Dein Onkel am 17.09.44 verwundet wurde? Da das I./ Füs.Rgt. 27 erst am Vortag in Jülich ausgeladen und sofort zum Angriff aus dem Raum Verlautenheide nach Süden angesetzt wurde, müsste er westlich von Stolberg verwundet worden sein.


    Gruß
    Timm

    Gemäß einer Meldung vom 14.12.44 verfügte die Brigade über
    -12 Batterien mit zusammen 72 x 15cm Werfern und
    -6 Batterien mit zusammen 36 x 21cm Werfern


    Quelle: BA-MA WF 03-4694, KTB OB West, Bd. 6, S. 72.


    Gruß
    Timm

    Hallo Sebastian,


    die eigentlichen Verlusten traten offensichtlich erst im Januar 45 ein. Hier ein paar Aussagen zum Einsatz der Abteilung im Januar:


    Der Gefechtsstand der Abteilung befand sich am 03.01.1945 in Niederwampach. Am 04.01.1945 löste Ustuf. Joachim Glade den Chef der Stabsbatterie und Nachrichtenoffizier, Ostuf. Günther Krätschmer, in Niederwampach ab. Am gleichen Tag wurde der Kommandeur, Stubaf. Besch, in Weiswampach durch einen amerikanischen Granatsplitter am Kehlkopf verletzt und durch einen Angehörigen der 2. Batterie verbunden. Stubaf. Besch wurde durch den Chef der 1. Batterie, Hstuf. Ulrich Menzel ersetzt. In der gleichen Gegend wurde der Adjutant der Abt., Ustuf. Hans Uhl, abgelöst und offensichtlich zur Infanterie strafversetzt, da er sich bei einem amerikanischen Angriff in einen Bunker verzogen hatte.


    Die Ausage von Glade findest Du in Thomas Fischers Buch: Soldiers of the Leibstandarte, das Interview mit Herrn Rosin (2. Batterie) führte Alfred Schulte in 2004.


    Hast Du noch weitere Informationen von Deinem Großvater zur Zeit September 44 bis Januar 45, z.B. zur Ausbildung, zur Ausrüstung, Namen, Orte und spezielle Begebenheiten.


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo Uwe,


    kannst Du mir die Quelle für Deine Stärkemeldungen nennen?


    Sebastian,


    die Angaben zum Einsatz der 4. Batterie im Reichswald im Zusammenhang mit der Ardennenoffensive sind irreführend. Tatsächlich fand dieser Einsatz bereits Mitte September 1944 statt. Die 2. und 4 . Batterie verlegten hierzu aus dem Auffrischungsraum Wiehl über Köln in Richtung Nimwegen. Die Einsätze der beiden Batterien erfolgten aus Feuerstellungen im Reichswald gegen alliierte Truppenansammlungen im Raum Nimwegen. Der Einsatz dauerte bis Anfang Oktober, denn die 2. Batterie verlegte von dort direkt in den neuen Auffrischungsraum Melle bei Osnabrück.


    Ob die 2. Batterie während der Ardennenoffensive tatsächlich auf Zusammanarbeit mit der Aufklärungsabteilung angewiesen war, halte ich für fragwürdig, denn die Vormarschstraße verlief nur an den ersten drei Tagen in etwa gleich, danach verblieb die Batterie nämlich zunächst im Raum Poteau - Vielsalm, während die Kampfgruppe Knittel nach Norden in Richtung Stavelot vorging.


    Hast Du ggf. Angaben zum Ort und Zeitpunkt an dem Dein Großvater verwundet wurde?


    Beste Grüße
    Timm

    Rudi,


    ich kann ebenfalls nicht nachvollziehen, was die Aussage von Alfred Bodarwé beweisen soll - etwa das Angehörige der Kampfgruppe Peiper keine Kriegsgefangenen an der Kreuzung von Baugnez erschossen haben!?


    Bodarwé's Aussagen sind zeitlich nicht ganz korrekt. Zwischen dem Eintreffen der ersten Panzer der Kampfgruppe an der Kreuzung und dem Zwischenfall am Haus von Henri Lejoly liegen mindestens eine Stunde. Der deutsche Panzerkommandant konnte eindeutig als Unterscharführer Kurt Briesemeister von der 1./ SS-Panzerregiment 1 identifiziert werden. Sein Panzer hatte bereits am 16.12.44 Probleme mit der Lenkung und blieb zunächst ab Büllingen zurück. Briesemeister musste danach in regelmäßigen Abständen Hydrauliköl nachfüllen. Er traf daher erst nach den Erschießungen alleine an der Kreuzung ein und hielt an, da er erneut Hydrauliköl nachfüllen musste. Dabei sahen Angehörige seiner Panzerbesatzung zum einen fliehende Amerikaner und zum anderen angeblich bewaffnete Zivilisten, welche man unter Feuer nahm. Während dieser Schießerei wurde auch das Haus von Lejoly mit der 7,5cm Kanone des Panthers beschossen. Lejoly fasste seinen ganzen Mut zusammen, verließ den Schutz seines Kellers und stellte Briesemeister zur Rede. Briesemeister war dieser Vorfall offensichtlich sehr peinlich, denn er stellte Lejoly einen Beleg zur späteren Schadensabwicklung aus, dass dessen Haus durch den Beschuss seines Panzers beschädigt wurde. Die Aussagen von Briesemeister und Lejoly sind diesbezüglich übereinstimmend. Darüber hinaus belegen weitere Aussagen, das Briesemeister tatsächlich ein Nachzügler war und erst nach den eigentlichen Erschießungen an der Kreuzung eintraf.


    Bodarwé's Aussage belegt eigentlich nur, dass er Augenzeuge des Eintreffens der Panzerspitze an der Kreuzung war und dass er später erneut Augenzeuge der Begegnung von Briesemeister und Lejoly war.


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo zusammen,


    leider ist über die Panzer-Abteilung 2108 nur wenig bekannt, dazu kommt mal wieder, dass die offiziellen deutschen Quellen widersprüchlich sind. Vielleicht hat ja jemand weitere Quelle oder kann ergänzende Angaben machen.


    18.09.44: Eintreffen Pz.Abt. 2108 im Raum Prüm, noch ohne 4./ 2108, deren elf Pz IV/70 (V) erst ab dem Folgetag in Zuführung waren. Die Abteilung verfügte für den ersten Einsatz gegen den Einbruch bei Wallendorf nur über 36 Panther. Nachtmarsch in den Bereitstellungsraum für den Angriff bei Hüttingen am 19.09.44, dabei fielen zehn Panther durch Fahrschäden aus.
    19.09.44: Angriff bei Hüttingen geriet zum Fiasko, 15 Panther wurden abgeschossen, zehn Totalausfälle, fünf temporäre Ausfälle, der Kommandeur, Major Kempf, der Fernmeldeoffizier und zwei Zugführer fielen, der Adjutant und zwei Kompaniechefs wurden schwer verletzt, ein Kompaniechef und vier Zugführer wurden leicht verletzt.
    20./21.09.44: Fortsetzung der Angriffe zur Beseitigung des amerikanischen Brückenkopfes im Rahmen der Panzer-Lehr-Division.
    22.09.44: Abteilung wurde zwecks neuer Verwendung an der burgundischen Pforte herausgezogen.
    23.09.44: Der Transport wurde in den Raum Goch zum II. Fallschirm-Korps umgeleitet.
    24.09.44: Eintreffen im Raum Goch und angeblich bis zum 05.10.44 Einsätze im Reichswald und südöstlich von Arnheim.
    04.10.44: Die Abteilung meldete folgende Stärken:
    Ist: 23 Panther, davon 12 einsatzbereit, 7 in kurzfristiger und 4 in langfristiger Instandsetzung
    Ist: 8 Pz IV/70 (V), davon 6 einsatzbereit und 2 in kurzfristiger Instandsetzung
    Die Abteilung hatte demnach nach dem 19. September weitere drei Panther total verloren und auch die erst nachträglich eingetroffene 4. Kompanie hatte bereits drei Fahrzeuge verloren. Wann und wo diese Verluste eintraten, ist unbekannt.
    07.10.44: Eintreffen der ersten Teile der Abteilung im Raum Aachen.
    08.10.44: Gegenangriff bei Alsdorf mit unterstellter s. Panzer-Abteilung 506. Die am linken Flügel angreifende Panzer-Abteilung 2108 erhielt flankierendes Feuer aus dem Raum Mariadorf und kam nur langsam bis zur Straßenkreuzung südwestlich Alsdorf vor. Es liegen weder Angaben zur Anzahl der einsatzbereiten Panzer vor dem Angriff, noch zu irgendwelchen Verlusten der Abteilung vor.
    09.10.44: Das verstärkte Panzer-Grenadier-Bataillon 2108 drang unterstützt von fünf Panzern am Abend aus dem Raum Euchen bis Bardenberg vor und schnitt zwei Bataillone des 119th US Inf Rgt westlich von Würselen ab. Den Amerikanern gelang es jedoch im Gegenzug, die deutschen Kräfte in Bardenberg von den rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden und einen Panther abzuschießen. Die Abteilung meldete 7 einsatzbereite Panther.
    10.10.44: Die deutschen Verteidiger von Bardenberg wurden zwar weiter zusammengedrängt, konnten aber im Wesentlichen ihre Stellungen halten. Ein Endsatzangriff von Teilen Grenadier-Regiment 404 und Panzern der Panzer-Abteilung 2108 (angeblich neun Panzer) wurde am Nachmittag von den Amerikanern abgewiesen. Für die Abteilung sollen in der Nacht sieben Panzer in Jülich eingetroffen sein. Die Abteilung meldete sechs einsatzbereite Panther und einen Totalverlust.
    11.10.44: Die Reste der Panzer-Brigade 108 wurden zusammen mit fünf Panthern der 116. Panzer-Division unterstellt. Ein weiterer Panther befand sich in langfristiger Instandsetzung. Die Gruppe Bayer der 116. Panzer-Division mit unterstellten Resten der Panzer-Brigade 108 griff gegen Mittag den Raum Würselen an, um zu den eingeschlossenen Verteidigern von Bardenberg durchzubrechen. Der Angriff erreichte den Nordteil von Würselen, blieb dann aber im Abwehrfeuer der Amerikaner liegen. Der neue Kommandeur der Panzer-Abteilung 2108, Hauptmann von Knöringen, verlor angesichts der eigenen Verlusten an diesem und dem vorherigen Tag während des Angriffs die Nerven und brach das Gefecht eigenmächtig ab. Er wurde danach unter Arrest gestellt und seines Postens enthoben. Am Abend gelang es den Amerikanern Bardenberg wieder einzunehmen. 16 SPWs und sechs Panzer sollen dabei in der Ortschaft vernichtet worden sein.
    12.-20.10.44: In dieser Zeit war die 116. Panzer-Division mit unterstellter Panzer-Brigade 108 dem I. SS-Panzer-Korps unterstellt. Für den Zeitraum existieren keine Stärkeangaben außer einem Bericht des Generals der Panzertruppen West vom 19.10.44. Demnach verfügte die Panzer-Abteilung 2108 an diesem Tag über 20 Panther, davon zwölf einsatzbereit, und je vier Panther in kurz- bzw. langfristiger Instandsetzung. Die Abteilung soll im Einsatz elf Panther verloren haben.
    Vergleicht man die beiden Meldungen vom 04. und 19.10.44, muss man zu dem Schluss kommen, dass die Abteilung in diesem Zeitraum lediglich 3 Panther verloren hat, was angesichts der Schwere der Kämpfe im Raum Alsdorf - Bardenberg mehr als unwahrscheinlich erscheint. Warum meldete die Abteilung zwischen dem 09. und 11.10.44 nie mehr als sieben Panzer? Was hat es mit den sieben ominösen Panthern zu tun, die angeblich am Abend des 10. Oktober in Jülich eintrafen? Waren dies ggf. erst später eintreffende Teile der Abteilung, die noch im alten Raum verblieben waren. Warum meldete die Abteilung den Verlust von elf Panthern, obwohl das Ist lediglich um drei Panther reduziert worden war.
    Ende Oktober wurden die Reste der drei Panther-Kompanien in das I./ Panzer-Regiment 24 eingegliedert, während die 4. Kompanie in die Panzer-Jäger-Abteilung 228 eingliedert wurde. Am 25.10.44 meldete die I./ Panzer-Regiment 24 noch ein Ist von 29 Panthern, zwei Tage später dann ein Ist von 46 Panthern, obwohl offiziell keine Panzer zugewiesen oder zugeführt wurden. Demnach wurden offensichtlich 17 Panther der Panzer-Abteilung 2108 an das I./ Panzer-Regiment 24 übergeben. Die Differenz von drei Panthern kommt wahrscheinlich dadurch zustande, dass die Fahrzeuge in langfristiger Instandsetzung nicht übergeben wurden. Verwirrend sind die Angaben auch im Bezug auf 4./ Panzer-Abteilung 2108. Hatte die Abteilung am 04.10.44 noch ein Ist von acht Pz IV/70 (V) gemeldet, wurden am 24.10.44 zehn Fahrzeuge gemeldet, davon fünf einsatzbereit, drei in kurz- und zwei in langfristiger Instandsetzung. Am 25.10.44 findet sich dann tatsächlich ein Zugang von 10 Pz IV/70 (V) bei der Panzer-Jäger-Abteilung 228. Auch hier wieder die Frage, woher kamen die neuen Fahrzeuge, offiziell wurden der Abteilung im Oktober weder Panther noch Pz IV/70 (V) zugeführt. Kamen diese Panzer möglicherweise vom Panzerstützpunkt Nord!?


    Quellen:
    Kriegstagebuch LXXXI. A.K. nebst diversen Anlagebänden
    Meldungen Heeresgruppe B
    Tätigkeitsbericht General der Panzertruppen West
    Zuweisungsakten General der Panzertruppen
    Amberg: Die schlimmsten Tage unseres Lebens
    Christoffel: Krieg am Westwall
    Guderian: 116. Panzer-Division
    Jentz: Die deutsche Panzertruppe
    Voss: Die Panzerbrigaden 1944
    Whiting/Trees: Die Amis sind da!


    Ich wäre für jede weitergehende Information natürlich sehr dankbar.


    Gruß
    Timm

    Hallo Thorsten,


    hast Du Informationen zur Stellenbesetzung der Pz.Jg.Abt. 352 in den Ardennen, insbesondere zur 2./ 352 bzw. zu den Pz.Jg.Kp. 1352a und 1352b?


    Danke und beste Grüße
    Timm

    Hallo Gogo,


    die Standardgliederung eines Grenadierregiments im Jahr 1944 sah wie folgt aus:


    Stab mit Stabskompanie
    I. Bataillon mit 1.-4. Kompanie
    II. Bataillon mit 5.-8. Kompanie
    13. Kompanie (Infanteriegeschützkompanie)
    14. Kompanie (Panzerjägerkompanie)


    Natürlich gab es hiervon einige Abweichungen, einige Regimenter hatten 1944 auch noch das III. Bataillon mit 9.-12. Kompanie, dann hatte die Division in der Regel aber nur zwei statt drei Grenadierregimenter.


    Die 4., 8. und 12. Kompanie in einem Regiment waren die so genannten schweren Kompanien. Im Fall der 326. V.G.Div. hatte die 4./ Gren.Rgt. 753 zwei Züge mit je vier s. M.G., einen Zug mit zwei le. Infanteriegeschützen und einen Zug mit vier 81mm Granatwerfern. Die 1.-3. Kompanie waren Schützenkompanien, bewaffnet mit normalen Karabinern, Sturmgewehren und einigen wenigen Maschinengewehren.


    Gruß
    Timm

    Hallo Gogo,


    hast Du Informationen über die Kompanie der Dein Großvater angehörte, wenn nicht, weißt Du wer der Kompaniechef war, der die Nachricht vom Tod Deines Großvaters unterschrieben hat? Da ich die Namen der vier Kompaniechefs habe, sollte sich die Kompanie eindeutig klären lassen. Anbei eine kurze Zusammenfassung zum Einsatz der I./ Grenadier-Regiment 753 in den Ardennen.


    Das Gren.Rgt. 753 war vor der Offensive im Ruheraum Schleiden untergebracht. In der Nacht vom 12. auf den 13.12.44 griffen die Amerikaner mehrere Ortschaften in Olef- und Kalltal mit Bombern an, getroffen wurden u.a. die Ortschaften Schleiden und Gemünd. In Gemünd traf es das I./ Grenadier-Regiment 753, die Verluste sollen beträchtlich gewesen sein.


    Am 14.12.44 drang die 78th US Inf Div in die Ortschaft Kesternich ein und warf Teile der 272. Volks-Grenadier-Division. Die 272. Volks-Grenadier-Division erhielt daher für den 15.12.44 den Befehl, den amerikanischen Einbruch bei Kesternich zu beseitigen. Da die 272. Volks-Grenadier-Division über keine Reserven mehr verfügte, wurde ihr das I./ Grenadier-Regiment 753 der 326. Volks-Grenadier-Division unterstellt. Für diesen Einsatz wurde das Bataillon durch Abgaben des II./ Grenadier-Regiment 753 wieder auf normale Stärke gebracht. Der Marsch des Bataillons erfolgte aus dem Ruheraum Schleiden über Einruhr bis in den Raum südlich von Kesternich.


    Gegen 15.30 Uhr am 15.12.44 griffen Teile der 272. Volks-Grenadier-Division und des I./ Grenadier-Regiment 753 nach kurzer Artillerievorbereitung Kesternich an und trafen das 309th US Inf Rgt der 78th US Inf Div vernichtend. Die Deutschen verzeichneten ca. 300 amerikanische Gefangene und erbeuteten reichlich Material, Verpflegung und Nachrichtenmittel. Durch das I./ Grenadier-Regiment 753 wurden u.a. 168 Gefangene gemacht, sowie ein amerikanischer Panzer vernichtet. Mit der Einnahme von Kesternich war aber auch der deutsche Angriffsschwung erschöpft.


    Aufgrund der anhaltenden schweren Kämpfe um Kesternich, konnte das I./ Grenadier-Regiment 753 nicht mehr zeitgerecht herausgezogen werden und konnte daher auch nicht am Angriff auf Monschau – Höfen am Morgen des 16.12.1944 teilnehmen. Das Bataillon wurde wahrscheinlich erst um 05.00 Uhr am 16.12.1944 in Kesternich abgelöst.


    Nach dem misslungenen Angriff der Division am 16.12.44 auf Höfen und Monschau gliederte die Division am 17.12.44 ihre Kräfte neu. Am 18.12.44 ab 02.30 Uhr stellten sich die Verbände der Division in ihren alten Stellungen zum Angriff auf Höfen bereit. Um 04.35 Uhr begann der deutsche Angriff gegen die Stellungen des 3rd Bn des 395th US Inf Rgt im Raum Höfen. Es sollte der schwerste deutsche Angriff in diesem Frontabschnitt werden, der durch schweres Artillerie- und Werferfeuer unterstützt wurde. Die verstärkten Grenadierregimenter 751 und 753 kamen jedoch durch das schwere amerikanische Sperrfeuer nicht mehr entscheidend durch. Die Amerikaner setzten zudem Salvengeschütze, ähnlich den deutschen Werfern, und ihre Luftwaffe ein. Darüber hinaus erschwerten ausgedehnte Spanndraht-Minenfelder den Angriff im Raum Höfen. Die deutschen Verluste beliefen sich auf ca. 350 Gefallene und 42 Gefangene, während das 3rd Bn des 395th US Inf Rgt lediglich sieben Gefallene, neun Verwundete und fünf Vermisste verzeichnete.


    Zwischen dem 19.12.44 und 02.01.45 ging die Division im Raum Monschau – Höfen im Wesentlichen zur Verteidigung über und ging nur am rechten Flügel langsam in Richtung Elsenborn vor, da sich die Amerikaner in diesem Raum zurückzogen. Angaben zum I./ Gren.Rgt. 753 liegen für diesen Zeitraum nicht vor.


    Beginnend mit dem 02.01.45 begann die Ablösung der Division durch die 246. Volks-Grenadier-Division. Die Division sollte nunmehr im Raum Vielsalm - Salmchateau zum neuerlichen Einsatz kommen. Während die Masse der Division zu Fuß über Schleiden - Losheimergraben bzw. Reifferscheid - Hallschlag - St. Vith in den Raum um Vielsalm marschierte, wurde ein Bataillon des Grenadier-Regiment 752 auf Lkw verlastet und dem LXVI. A.K. zugeführt. Das Bataillon wurde im Rahmen der 12. Volks-Grenadier-Division eingesetzt und am 04.01.45 im Kampf um Lierneux aufgerieben. Der Anmarsch der Division verzögerte sich derweil durch Schneeverwehungen und alliierte Tiefflieger.


    Am 06.01.45 trafen die ersten Teile der Division im Raum Vielsalm ein. Die Gruppe Felber unterstellte das zuerst eingetroffene Bataillon der schwer angeschlagenen 62. Volks-Grenadier-Division. Das Bataillon des Grenadier-Regiments 753 wurde zwischen dem Grenadier-Regiment 168 und dem Grenadier-Regiment 190 eingeschoben und sollte aus dem Raum Rencheux die Höhen nordostwärts Arbrefontaine angreifen. Dieser Angriff misslang, da dem einen Bataillon mangels Masse die Durchschlagskraft fehlte, zudem traf das zweite Bataillon des Regiments nicht mehr wie erwartet an diesem Tag ein.


    Zum 07.01.45 habe ich bereits geschrieben.


    Am 08.01.45 schloss der Gegner bei Rencheux und Salmchateau zur Salm auf und konnte südlich Grand Halleux die Salm mit schwachen Kräften überwinden. Das Grenadier-Regiment 753 konnte seine Stellungen bei Vielsalm an diesem Tag behaupten.


    Im Laufe des Vormittages des 09.01.45 traf das Grenadier-Regiment 752 im Raum Petit Thier - Vielsalm ein. Am Mittag übernahm die 326. Volks-Grenadier-Division die Führung zwischen Petit Thier und südlich Salmchateau von der 62. Volks-Grenadier-Division.


    Das Heranführen der 326. Volks-Grenadier-Division erstreckte sich also über einen Zeitraum von mehr als drei Tagen. Es war daher gängige Praxis, die zuerst eintreffenden Teile der ablösenden Division der Stellungsdivision zu unterstellen. Mit Eintreffen der gesamten ablösenden Division übernahm diese dann die Führung, wobei in der Regel Teile der abgelösten Division als Korsettstangen in Stellung blieben oder als Reserve zur Verfügung der neuen Division in Frontnähe verblieben.


    Solltest Du weitere Informationen über Deinen Großvater haben, die den Zeitraum Oktober 44 bis Januar 45 betreffen, wäre ich Dir natürlich zu Dank verpflichtet, wenn Du diese Informationen mit uns teilen würdest. Gegebenenfalls existieren ja noch Feldpostbriefe aus der Zeit der Aufstellung der Division in Ungarn, vielleicht ja auch Angaben zu den Orten, in denen die Kompanie untergebracht war. Jede Information bildet einen wichtigen Mosaikstein, der uns bei den Recherchen sehr viel weiterhelfen kann.


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo Roland,


    besten Dank für die freundliche Begrüßung. Der Beitrag über die 326. Volks-Grenadier-Division kommt nicht von ganz ungefähr. Seit Jahren forschen der Sohn eines Angehörigen der Division und ich zum Ardenneneinsatz dieses doch recht wenig beachteten Verbandes. Bevor wir hierzu etwas veröffentlichen werden, wird aber wahrscheinlich die Einsatzgeschichte der Sturmpanzer-Abteilung 217 fertig werden.


    Beste Grüße
    Timm


    PS, zu welchem Themengebiet forscht Du?

    Hallo Gogo,


    anbei einige Angaben zum Einsatz der 326. Volks-Grenadier-Division am 07.01.1945:


    Am 07.01.45 nahm die 62. V.G.Div. ihren rechten Flügel hinter die Salm zurück, um nicht den Anschluß an die 18. V.G.Div. zu verlieren, wobei die Reste des Gren.Rgt. 190 dem Gren.Rgt. 183 unterstellt wurden. Die aus Panzerjägern und Pionieren bestehende Sicherung bei Farnieres wurde nach Sprengung der Brücken über die Salm auf das Ostufer gegenüber Bécharprez zurückgenommen. Das nunmehr vollständig eingetroffene Gren.Rgt. 753 war auf dem Westrand von Rencheux zurückgenommen worden, während das Gren.Rgt. 164 die Stellungen vom Vortag hielt. Um 09.00 Uhr griff der Gegner entlang des Höhenzuges nördlich Grand Sart nach Osten an und trennte die Verbindung zwischen den Grenadierregimentern 753 und 168. Unterstützt von drei Tigern II der s. SS Pz.Abt. 501 unter dem Kommando des Kompaniechef Hstuf. Birnschein setzte das Gren.Rgt. 753 zum Gegenstoß an und konnte den Gegner werfen. Der Gegner schwenkte daraufhin nördlich Grand Sart nach Südosten ein und drückte in Richtung Comte vor. Bei diesen Kämpfen bewährten sich erneut die Divisionsartillerie und das bereits erwähnte Flakregiment. Ein für den Nachmittag geplanter Gegenangriff durch Gren.Rgt. 164 und Teile 12. V.G.Div. unterblieben, da die 12. V.G.Div. sich nicht an diesem Angriff beteiligen wollte. Mittlerweile war das Gren.Rgt. 751 eingetrof-fen und wurde ebenfalls der 62. V.G.Div. unterstellt. Das Regiment wurde auf den Höhen nördlich und westlich Provedroux eingesetzt und sollte einen feindlichen Vorstoß aus dem Raum Grand Sart - Comte auf Salmchateau auffangen und nach Süden hin die Verbindung mit der12. V.G.Div. halten, die immer weiter nach Süden abgedrängt wurde. Am Abend und in der Nacht führten I., III. und IV./ Art.Rgt. 162 den Stellungswechsel auf das Ostufer der Salm beiderseits Salmchateau durch. Die Grenadierregimenter 753 und 164 wurden ebenfalls zurückgenommen und bezogen Stellungen in den vom Pi.Btl. 162 vorbereiteten Brückenköpfen bei Rencheux und Salmchateau. Die Grenadierregimenter der 62. V.G.Div. hatten am Abend bestenfalls noch die Stärke von Schützenkompanien. Aus führungstechnischen Gründen wurden die Reste der Grenadierregimenter 183 und 190 zusammen mit der II./ Art.Rgt. 162 der 18. V.G.Div. unterstellt.


    Quellen:
    BA-MA MS B 092: Erwin Kaschner: 326. V.G.Div. in der Ardennenoffensive, S. 6,
    Kittel in „Alte Kameraden“ Nr. 2/59, S. 12,
    Kameradenhilfswerk: Die 62. V.G.Div. 1944-45, Angaben zum 07.01.45,
    Mitteilung Werner Wendt, s. SS-Pz.Abt. 501, vom 01.05.2001.


    Beste Grüße
    Timm