Posts by Timm

    Hallo Sören,


    es sind in der Tat schon wieder einige Monate vergangen, dadurch habe ich aber auch weitere Quellen einsehen können. Diese Unterlagen scheinen meine ursprünglichen Vermutung zu bestätigen.


    Das 5./ Grenadier-Regiment 352 ging im Wesentlichen zwischen dem 9.-13.10.1944 im Raum Verlautenheide-Haaren unter, insgesamt 164 Mann ergaben sich den Amerikanern, darunter auch der Kompaniechef, Lt. Schuster. Lt. Schuster und Hptm. Hössle, Kommandeur des II. Bataillons, waren beide ehemalige "Afrikaner", die bereits in Tunesien gegen die 1st US Inf Div gekämpft hatten und sich am 11. Oktober ergaben.


    Natürlich kann Dein Großvater als Versprengter der 5. Kompanie ggf. nach Norden in Richtung Weiden entkommen sein, aber während die ersten Gefangenen durch das 18th US Inf Regt gemeldet wurden, wurden die Gefangenen ab dem 12. Oktober ausschließlich durch das 26th US Inf Regt gemeldet, d.h. die Kompanie wurde eindeutig nach Südwesten abgedrängt, also ins Stadtzentrum von Aachen.


    Dies alles bestärkt mich in meiner Auffassung, dass Dein Großvater als Angehöriger der Sturmkompanie nach dem Einsatz am Haarener Steinkreuz nach Norden abgedrängt wurde und somit dem Kessel von Aachen entkam.


    Gruß
    Timm

    Hallo Roland,


    Dank Alfred habe ich jetzt doch noch einige mehr Details zu den Polizeieinheiten, die im Raum Aachen eingesetzt wurden:


    Im Stadtgebiet von Aachen das bereits bekannte Polizei-Bataillon Zimmermann, welches tatsächlich aber nur Kompaniestärke hatte.
    Im Raum Duffesheide die 1. Kompanie des Polizei-Bataillons Schamp am 7. und 8.10.1944.
    Ab dem 12.10.1944 die 4. Kompanie des Polizei-Bataillons Gliesche und die I-Bereitschaft Aachen. Erst in der Nacht vom 15./16.10.44 gelang einem Zug der Kompanie unter der Führung des Oberleutnants der Schutzpolizei Renz der Durchbruch in die Stadt.


    Mehr dann im Buch!


    Gruß
    Timm

    Hallo Wolfgang,


    ich bin im Prinzip fertig, muss nur noch acht G2-Berichte der 1st US Inf Div ins Manuskript einarbeiten. Leider kommt das National Archives mit den Kopien nicht nach. Plan ist nach wie vor bis Ende September fertig zu sein. Danach hängt das weitere Timing vom Verleger ab.


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo Wolfgang,


    das II./ Gren.Rgt. 352 ist an den ersten Tagen des amerikanischen Angriffs nahezu komplett untergegangen bzw. übergelaufen. Den amerikanischen G2-Berichten kann ich entnehmen, dass zwischen dem 8.-13.10.44 nicht weniger als 630 Angehörige des Bataillons und des Regiments in Gefangenschaft geraten sind. Hierzu ist anzumerken, dass die deutschen Gefangenen am 10. Oktober nicht nach Einheiten aufgeschlüsselt wurden und mir die G2-Berichte vom 12.10.44 noch nicht vorliegen. Die Anzahl der Gefangenen dürfte daher durchaus höher gewesen sein.


    Mit Ausnahme der Sturmkompanie des Gren.Rgt. 352 (speziell ausgesuchte Soldaten mit Kriegserfahrung) sind die Angehörigen des Regiments bei unmittelbarer Annäherung der Amerikaner übergelaufen, teilweise sogar unter Führung ihrer Unteroffiziere. Das es also kaum noch Informationen zum II./ 352 nach dem 15.10. gibt, hat schlicht und einfach damit zu tun, dass das Bataillon nicht mehr existierte.


    Bezüglich der 13./149 ist zu berücksichtigen, dass die Kompanie eine Infanteriegeschützkompanie war und wie das I./ 149 nicht zur 246. VGD gehörte, sondern zur 49. Inf.Div. Die Kompanie war auf Zusammenarbeit mit dem I./ 149 angewiesen und war prakitisch die einzige artilleristische Komponente der I. Bataillons. Wie stark die Reste der Kompanie nach der Schließung des Kessels von Aachen noch waren, lässt sich vermutlich nicht mehr nachvollziehen. Bereits am 8./9.10. waren 36 Angehörige der Kompanie in Gefangenschaft geraten. Nach dem 13.10. waren es nochmals 10 Mann. Im Vergleich dazu waren vom I./ 149 bis zum 10.10. bereits 192 Mann in Gefangenschaft geraten, nach dem 10.10. waren es nochmals 254 Mann.


    Olt. Stach, der sich nach seiner geglückten Flucht als energischer und erfolgreicher Bataillonskommandeur darstellte, hatte im Prinzip davon profitiert, dass sein Bataillon lange Zeit vom Feind nicht behelligt worden war. Bei Feindannäherung erging es ihm letztendlich wie dem Kommandeur des II./ 352.


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo Roland,


    in der Tat kann man die obligatorischen Schreibfehler in den amerikanischen Quellen nicht ausschließen.


    Zum Bataillon Zimmermann tauchen in den G2-Berichten immer wieder Aussagen von gefangenen Angehörigen auf, aber auch ein kleiner Bericht über die Gefangennahme von Major Zimmermann habe ich finden können. Da ich diese Informationen auf 22 Kapitel verteilt habe (jedes Kapitel eine eigene Datei), habe ich keine sonderliche Lust, gezielt zu suchen. Wenn ich beim Korrekturlesen diese Informationen wiederfinde, stelle ich sie an dieser Stelle ein.


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo Roland,


    leider kann ich keine weiteren Angaben zu dieser Kompanie machen, möglicherweise finde ich noch etwas in den G2-Berichten der 1st US Inf Div. Die einzige Quelle ist im Augenblick der G2 Periodic Report XIX US Corps, 18.10.1944, Annex 1.


    Zu Zimmermann und seinen Polizisten finden sch dagegen zahlreiche Informationen in den amerikanischen Vernehmungsberichten.


    Gruß
    Timm

    Hallo Peter, hallo Roland


    II./ Gren.Rgt. 984 ist identisch mit dem Gren.Ers.u.Ausb.Btl. 365, d.h. das Bataillon 365 wurde zur Auffrischung des II./984 herangezogen. II./ 984 ist zudem identisch mit der Kampfgruppe Dienelt.


    Zum Polizeibataillon Zimmermann habe ich einen Teil aus meinem zukünftigen Buch über die 2. Aachenschlacht angehängt:


    Wenig bekannt ist über den Einsatz von Polizeieinheiten in AACHEN, die als reguläre Truppe eingesetzt wurden. Es handelte sich hierbei um die Polizeikampfgruppe Zimmermann und das erst in der Endphase der Kämpfe in AACHEN eintreffende 4./ Polizei-Sicherungs-Bataillon 4. Die Polizeikampfgruppe Zimmermann, Führer Major Paul Zimmermann, war am 16.09.44 in WUPPERTAL aus AACHENER Polizisten gebildet worden, die am 12. September AACHEN verlassen hatten. Die Kampfgruppe hatte eine Stärke von 142 Mann, die sich in eine Einsatzkompanie und eine Einzeldienstgruppe mit 25-30 Mann aufteilte. Die Kampfgruppe wurde zunächst der Kampfgruppe Fuchs unterstellt. Oberst Fuchs war der Kommandeur der Polizei in DÜSSELDORF, der eine Polizeikampfgruppe mit 2 Bataillonen Polizisten gebildet hatte, die aus KÖLNER und DÜSSELDORFER Polizeibeamten sowie Polizisten aus anderen Städten des Rheinlandes bestand. Seinen Gefechtsstand hatte Oberst Fuchs in ERKELENZ. Es scheint so als hätte die Polizeikampfgruppe Zimmermann zunächst die weitere Evakuierung der Zivilbevölkerung vorangetrieben, bis ab dem 9. Oktober die Evakuierung eingestellt werden musste, da sich die Kraftfahrer weigerten, weiterhin durch das amerikanische Artilleriefeuer zu fahren. Zu dieser Zeit hätten sich laut Gefangenenaussagen noch ca. 6000 Zivilisten in der Stadt befunden. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Kampfgruppe offensichtlich noch dem Ortskommandant Major Moltmann unterstellt, der seinen Gefechtsstand im Luftschutzbunker in der Monheimsallee nahe dem Kurhaus QUELLENHOF eingerichtet hatte, während Major Zimmermann seinen Befehlsstand zunächst in Bunker Ludwigsburg eingerichtet hatte. Ab dem 10. Oktober wurden 125 Mann der Polizeikompanie Zimmermann im Abschnitt des II./ Grenadier-Regiments 352 in Gruppen zu acht Mann eingesetzt. Diese Gruppen wurden an wichtigen Kreuzungen und strategisch wichtigen Punkten zum Schutz von Pakgeschützen eingesetzt. Die Kampfkraft der Polizisten war gering, fast alle Männer waren über 50 Jahre alt, einige sogar weit über 60, kein Wunder, dass die Masse der Polizisten nur widerwillig kämpften. Über das 4./ Polizei-Sicherungs-Bataillon 4 in AACHEN ist im Prinzip nichts bekannt, außer dass es sich um eine Einheit aus KÖLN handelte, die am 17. Oktober bei ihrem Eintreffen in AACHEN mit lediglich 41 Polizisten sofort dem Kampf-kommandanten direkt unterstellt wurde.


    Gruß
    Timm

    Hallo Marten,


    die Frage hast Du praktisch selbst beantwortet, bei Gätzschmann findest Du nur die Namen von Angehörigen des Panzer-Regiments 33.


    Gruß
    Timm

    Hallo Michael,


    leider muss ich Dir eine klare Beantwortung Deiner Frage schuldig bleiben. Ich habe die Unterlagen des LXXXI. A.K. nur bis zum 21.10.44 ausgewertet. Kuppinger traf zwar vor diesem Zeitpunkt mit seinem Bataillon an der Aachenfront ein, war aber zunächst der 3. Pz.Gren.Div. unterstellt und hat erst nach dem 21.10. die Führung eines Bataillons der 246. V.G.Div. übernommen.


    Kramp ist natürlich keine Primärquelle, ich vermute, dass er die Information dem Bericht von Oberst Wilck (MS-P-174, S. 38) entnommen hat. Wilck ging aber am 21. Oktober mit den noch verbliebenen Verteidigern von Aachen in Gefangenschaft, hat Kuppinger also definitiv nicht mehr als Bataillonskommandeur erlebt. Darüber hinaus muss ich anführen, dass der Bericht von Wilck im Bezug auf Namen und Einheiten nur so vor Fehlern strotzt. Natürlich muss man ihm zu Gute halten, dass er seinen Bericht ohne Zugriff auf Originalunterlagen niedergeschrieben hat. Trotzdem stimmen die Bezeichnungen der von ihm zwischen dem 2.-21.10.44 genannten Einheiten mehrheitlich nicht.


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo Sören,


    neue Quellen, neue Erkenntnisse.


    Zwar ist es jetzt weitgehend gesichert, dass das II./ Grenadier-Regiment 352 im Oktober in Aachen untergegangen ist, ABER mehrere Vernehmungsberichte sagen übereinstimmend aus, dass sowohl das Grenadier-Regiment 352 wie auch das Grenadier-Regiment 689 Ende September Sturm- bzw. Stoßkompanien gebildet haben. Diese Kompanien hatten eine Stärke von ca. 80-100 Mann, die durch Abgaben aller Kompanien der jeweiligen Regimenter gewonnen wurden. Die Kompanien verfügten über leichte Bewaffnung und sollten im Nahkampf bzw. im Angriff geschult werden. Bevorzugt wurden erfahrene Soldaten an die Sturmkompanien abgegeben.


    Die Sturmkompanie des Grenadier-Regiments 352 befand sich bis zum 8. Oktober in Weiden und wurde am gleichen Tag gegen Teile des 18th US Inf Regt im Raum Haarener Steinkreuz eingesetzt. Die Amerikaner bescheinigten der Kompanie einen sehr hohen Kampfwert. Die Kompanie erlitt während der Kämpfe in diesem Raum hohe Verluste, wurde aber Gegensatz zum II. Bataillon in den folgenden Tagen in nördliche Richtung abgedrängt.


    Dein Großvater müsste dementsprechend Angehöriger der Sturmkompanie gewesen sein.


    Die Division reagierte offensichtlich mit der Bildung von Sturmkompanien auf den mangelnden Ausbildungsstand der Infanterie. Es darf nicht vergessen werden, dass der Division lediglich drei Wochen zwischen Aufstellung und Verlegung in den Westen zur Verfügung gestanden hatten, ein Zusammenwachsen und eine entsprechende Verbandsausbildung hatte nicht stattfinden können.


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo Yves,


    ich denke, ich habe gefunden, wonach Du suchst.


    Am 1.4.1943 wurde das Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 352 durch Zusammenlegung des Grenadier-Ersatz-Bataillons 352 und des Ausbildungs-Bataillons 352 in Luxemburg gebildet. Das Bataillon war Ersatztruppenteil der 246. Infanterie-Division. Im September wurde das Bataillon mobil gemacht und in die Kampfgruppe Krause eingegliedert. Die Vermutung liegt nahe, dass die von Dir genannten Soldaten als Rekonvaleszenten der Division zum Ersatztruppenteil versetzt wurden, ehe sie fielen.


    Gruß
    Timm

    Hallo Eislek,


    wie wäre es damit, wenn Du mal etwas konkreter werden könntest? Das Kriegstagebuch des LXXXI. Armee-Korps ist randvoll mit Informationen zur 246. Volks-Grenadier-Division.


    Gruß
    Timm

    Ich denke, es handelte sich eher um die Heeres-Artillerie-Batterie 1110, die laut eines Zustandberichtes von Anfang Dezember dem I. SS-Panzer-Korps unterstellt war. Die Batterie hatte laut Stärkemeldung vom 14.12.44 3 Mörser 30,5 cm. Der von Dir genannte Mörser soll bei Heilberg in der Eifel zurückgelassen worden sein.


    Gruß
    Timm

    Hallo Dieter,


    zunächst einmal besten Dank für Deine Antwort. Meine Angaben beziehen sich auf das KTB des LXXXI. A.K. nebst den diversen Anlagenbänden.


    Leider verlieren sich die Spuren zum Lw.Fest.Btl. VIII mit dem Herausziehen der Pz.Brig. 105 und der 9. Pz.Div. Alle im Abschnitt Stolberg eingesetzten Sicherungs- und Marschbataillone kamen damit automatisch unter das Kommando der 12. Inf.Div.


    Am 26.09.44 erließ das LXXXI. A.K. einen Korpsbefehl zur Um- und Eingliederung. In diesem Befehl wurden sowohl das Lw.Fest.Btl VIII wie auch das Gren.Ers.u.Ausb.Btl. 473 zur Eingliederung als Personalersatz in die 12. Inf.Div. genannt. Explizit verboten war dagegen die Eingliederung des ebenfalls im Bereich der Division eingesetzten Lds.Btl. III/6. Die letzte Meldung zum Lw.Fest.Btl. VIII findet sich ebenfalls im KTB des LXXXI. A.K. unter dem 3. Oktober 44, hierbei handelte es sich um eine Stärkemeldung.


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo zusammen,


    ich suche Angaben zu zwei Einheiten, die im Oktober 1944 als Ersatz in die 12. Infanterie-Division eingegliedert werden sollten/durften.


    Das Luftwaffen-Festungs-Bataillon VIII war im September 44 im Raum Stolberg im Einsatz und wurde letztmalig am 03. Oktober 1944 im Rahmen einer Stärkemeldung der 12. Infanterie-Division erwähnt. Demnach hatte das Bataillon noch eine Stärke von 7/74/131/212 Mann.


    Das Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 473 meldete am 03. Oktober 1944 eine Stärke von 7/97/471/575 Mann. Das Bataillon wurde im Westteil von Stolberg im Bereich des Füsilier-Regiments 27 eingesetzt. Gemäß einer Meldung der 12. Infanterie-Division vom 21. Oktober befand es sich auch noch nach dem Ende der 2. Aachenschlacht als selbständiges Bataillon im Bereich des Füsilier-Regiments 27 im Einsatz. Das Tagebuch des Bataillons zeigt sogar noch Einträge bis zum 15. November.


    Wer kann Angaben darüber machen, wann und in welche Truppenteile der 12. Infanterie-Division die beiden Bataillone eingegliedert wurden.


    Danke und Gruß
    Timm

    Hallo Hans-Ernst,


    herzlich willkommen im Forum.


    Hast Du noch Erinnerungen an die Zeit vor und während Ardennenoffensive, insbesondere an die Kämpfe im Raum Büllingen - Dom Bütgenbach.


    Beste Grüße
    Timm

    Hallo Uwe,


    meine Aussagen zu den Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillonen 365 und 453 basieren im Wesentlichen auf dem Kriegstagebuch des LXXXI. Armeekorps (nebst den diversen Anlagebänden) sowie G2-Berichten der 1st US Inf Div.


    Für den 08.10.44 gibt es u.a. einen G2-Bericht der Gefangene beider Bataillone am Ostrand von Aachen meldete. Im Bezug auf das Bataillon 365 wurde zudem gemeldet, dass das Bataillon erst zwei Tage zuvor in Aachen eingetroffen sein soll. In den Meldungen und Übersichten des LXXXI. A.K. finden sich im Oktober dagegen keine Hinweise auf beide Bataillone im Raum Aachen. Man muss schon in den September 44 zurückgehen, um die Geschichte rund zu bekommen.


    Am 26.09.44 gab das LXXXI. A.K. den „Korpsbefehl zur Neugliederung der Verbände“ heraus. Hiernach war im Rahmen der 246. V.G.D. das Füs.Btl. 246 u.a. durch Eingliederung des Gren.Ers.u.Ausb.Btl. 453 aufzustellen. Das Gren.Ers.u.Ausb.Btl. 365 war als Ersatz in die 275. Inf.Div. einzugliedern.


    Dort wo am 08.10.44 die Angehörigen des Bataillons 453 gefangengenommen wurden, befand sich laut deutschen Meldungen das Füsilier-Bataillon 246. Bleibt das Bataillon 365. Laut deutschen Meldungen hatte die 246. V.G.D. am 06.10.44 keine Verstärkungen erhalten, am 05.10.44 war aber das II./ Grenadier-Regiment 984 der 275. Inf.Div. in Aachen eingetroffen. Ich unterstelle daher, dass Angehörige des Bataillons 365 auf diese Art und Weise nach Aachen reingekommen sind. Für die amerikanischen Vernehmungsoffiziere waren die Eintragungen in den deutschen Soldbüchern ausschlaggebend, und die waren im September / Oktober 44 bei den meisten Soldaten im Westen nicht auf dem neusten Stand.


    Weitergehende Informationen zum Einsatz des Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Regiments 253 mit den unterstellten Bataillonen 328, 453, 464 und 473 im September 44 findest Du in der Chronik der Panzer-Brigade 105.


    Gruß
    Timm

    Hallo Taiko,


    wie Du kann auch ich nur spekulieren, da die Angaben von Jeannette doch rechts spärlich sind. Eines ist allerdings klar, Jeannettes Großvater ist nicht auf dem Transport verwundet worden. Seit Ende September war Aachen für den Durchgangstransport von Zügen nicht mehr zu gebrauchen, sämtliche Militärtransporte endeten im Raum Jülich.


    Die Aussage, dass er im Raum Bitburg in amerikansiche Gefangenschaft geraten ist und zudem noch als Gefangener nach Amerika kam, lässt darauf schließen, dass er im Februar 45 in gefangenengenommen wurde. Die 256. VGD war aber zu diesem Zeitpunkt nicht in der Eifel. Saarpfalz ist nicht Eifel!


    Gruß
    Timm

    Hallo zusammen,


    die Angaben von Jeannette machen aus meiner Sicht nur Sinn, wenn wir es bei der Einheit 256 in Aachen mit dem Grenadier-Ersatz-Regiment 253 zu tun haben. Am 8.10.1944 befanden sich folgende Einheiten in Aachen unter der Führung der 246. Volks-Grenadier-Division:
    • Fallschirmjäger-Jagd-Kommando
    • Feld-Ersatz-Bataillon 246
    • II./ Grenadier-Regiment 984
    • Festungs-Infanterie-Bataillon 1421
    • Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 365
    • II./ Grenadier-Regiment 352
    • Füsilier-Bataillon 246
    Am 8. Oktober begann der Angriff der 1st US Inf Div in Richtung Verlautenheide und Haaren zur Schließung des Kessels von Aachen. Der Angriff traf das am linken Divisionsflügel eingesetzte Füsilier-Bataillon 246 schwer. Das Füsilier-Bataillon 246 war Ende September 44 durch die Reste des Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 453 verstärkt worden, welches wiederum Mitte September im Rahmen des Grenadier-Ersatz-Regiments 253 zunächst den Westwall im Raum Aachen besetzt hatte. Hier würde ich die Verbindung zum Großvater von Jeannette sehen.
    Bliebe noch der Hinweis auf die Verwundung am Bahnhof von Aachen. Im Bereich Burtscheid - Hauptbahnhof war das Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 365 im Einsatz. Das Bataillon war erst zwei Tage zuvor, nach seinem ersten Einsatz in Holland, mit Versprengten, Luftwaffen- und Marineangehörigen aufgefrischt und nach Aachen verlegt worden. Kampfhandlungen in diesem Raum sind für den 8. Oktober nicht bekannt. Möglicherweise hat es sich bei der Ortsangabe nicht um den Hauptbahnhof gehandelt sondern um den Bahnhof Rothe Erde, der im rückwärtigen Kampfgebiet des Füsilier-Bataillons 246 lag.


    Gruß
    Timm