Posts by Atlantis

    Hallo Jusserich,


    das Thema "Allg. SS" ist ziemlich komplex. Ich versuche einige - sicherlich nicht erschöpfende oder vielleicht auch schiefe - Anmerkungen:


    1) die Mitgliedschaft in der "A-SS" entsprach - salopp gesagt -der in einem "politischen" Verein, in dem man sich wöchentlich "zum Dienst" traf.

    Die meisten Tätigkeiten wurden "ehrenamtlich" bzw "nebenamtlich" ausgeübt.

    Erst ab einer bestimmten Organisationsstufe - m.W.n. ab der SS Standartenführung - wurden die Tätigkeiten "hauptamtlich" ausgeübt.

    Wahrscheinlich erhielten auch "Spezialisten" wie zB. Verwaltungsführer, Sanitätsführer oder SS Rechtsberater Gehalt oder zumindest Aufwandsentschãdigungen.


    Insoweit ist Frage 2 zum Teil beantwortet(?)


    3) Rechtsberater waren Volljuristen, die den Stãben zugeteilt waren. Sie berieten die höheren SS Führer in allen rechtlichen Fragen, die die Dienstausübung und die Dienstgeschäfte zB in der SS Gruppe, SS Abschnitte oder Oberabschnitt betrafen.

    5) Die meisten "A SS" "Angehörigen wurden im Krieg verwendet.

    Dabei war die A SS streng von der W SS getrennt!

    So galten die A SS- Dienstgrade in der W SS überhaupt nicht! (d.h. bis auf Ausnahmen). So war es üblich, dass ein " ungedienter" SS Hauptsturmführer der A SS, bei der W SS als Rekrut oder vielleicht als SS Unterscharführer eingestuft wurde. Bei Bewährung konnten diese A SS - Führer natürlich in den Rängen emporklettern.


    Die Experten werden meine simplen Ausführungen sicher noch starl ergänzen bzw auch korrigieren...


    Beste Grüsse

    atlantis

    Hallo robby,


    Dein Vater wird seine Laufbahn in der 2. Kompanie SS Nachrichten-Ersatzabteilung Nürnberg ( Kaserne in der Frankenstrasse 100) begonnen haben.

    Am 18.09.1941 kam er dann zur SS Division "Nord"(mot). -[ die SS Kampfgruppe Nord war mit Wirkung vom 17.06.1941 zur Division erweitert worden].

    Der Truppenteil war wohl die 12.(schwere) Kompanie des SS Infanterie-Regiments 7 (mot).[ ab Jan. 42= SS Gebirgsjäger Regiment 2, ab Juni 44 = SS Gebirgsjäger Regiment 12 "Michael Gaißmair"], Feldpost-Nr. 22 480.

    Die 6. SS Gebirgs-Division "Nord" marschierte im November/Dezember 1944 aus Finnland in Richtung Westen bis in den Raum Oslo.

    Ab dem 22.12.44 wurden die ersten Einheiten per Schiff nach Dänemark gebracht. Nach Weihnachten war die Division in Dänemark versammelt.


    Bereits am 24.12.44 wurde eilig eine Kampfgruppe - vor allem aus dem Regiment 12 unter Führung von SS Standartenführer Schreiber gebildet- und der 1. Armee im Raum Pirmasens in der Pfalz zum sofortigen Fronteinsatz zugeführt.


    Beste Grüsse

    atlantis

    Hallo Matthias,


    ab ca 1943 wurden für die gepanzerten und motorisierten Heeres- und SS Divisionen sog. "Divisionsbegleitkompanien" aufgestellt.

    Ursprüngliche Aufgabe war der Schutz des Divisionsstabes, da mit zunehmender Härte der Gefechte auch Divisionsgefechtsstände direkt durch Feindangriffe bedroht waren.

    Aber schnell entwickelte sich diese Kp. zur "schnellen Kampfeinheit und Divisions-z.b.V.-Reserve" in der Hand des Div.Kdrs.

    Deshalb war sie in der Kriegsgliederung nahe beim Div.-Stab angesiedelt.


    Die meisten Begl.Kp. bestanden 1944 aus:


    1. Schützenzug(mot) auf Lkw

    2. schwerer Pakzug(mot Z.) mit 3x 7,5cm Pak

    3. Flakzug ( mot oder SFL) mit 4x 2cm Flak

    4. Aufklärungszug ("Erkunderzug")(mot) auf VW Kübel oder Krädern.


    Die KpStärke betrug nach KStan 126 (1.2.1944) 3/37/179 (= 219 Soldaten).


    Beste Grüsse

    Ingo

    Hallo Eumex,


    ...Asche auf mein Haupt...||...

    Das kommt davon, wenn man schneller schreibt, als man denkt...8o:thumbsup:

    Wird sofort korrigiert...:thumbup:


    Beste Grüße

    Ingo

    Hallo zusammen,


    ausweislich des Dienstkalenders Himmlers war dieser am 14.11.1944 zuhause bei Frau und Tochter in Gmund!


    Den SS Ogruf. von dem Bach traf Himmler im November 1944 nur am


    28.11.44 um 13:30-17:00 Uhr in Forbach-Gausbach

    30.11.44 um 14:00-15:00 und 17:30-20:00 Uhr in Triberg


    Am 24.11. befand Himmler sich in der Feldkommandostelle Bergwald bei Salzburg. Ein Termin mit v.d.Bach ist an dem Tag nicht nachweisbar.


    Quelle: Uhl: Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1943-1945


    Beste Grüße

    Ingo

    Hallo zusammen,


    am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck fand vom 16.-18. 9.2021 ein dreitägiges Symposion über Wehrmachtsdeserteure statt.

    Nachfolgend Auszüge aus der Ankündigung und dem Programm:


    Das Schicksal von Wehrmachtsdeserteuren ist ein lange verdrängtes Geschichtskapitel. Die Rehabilitation von Deserteuren als Nazi-Opfer wurde erst vor wenigen Jahren vollzogen. Die Wissenschafter, die sich in Innsbruck versammeln, kommen aus Österreich, Deutschland, Norwegen, Schweden und Italien. Sie beschäftigen sich mit Fluchtrouten, mit der Versorgung und der Verfolgung von Deserteuren und stellen neueste Erkenntnisse vor.

    Programm


    Panel 1 Desertieren im alpinen Raum

    - Peter Pirker (Universität Innsbruck)

    Fahnenflucht in den Alpen

    - Aaron Salzmann (Universität Innsbruck)

    Fahnenfluchten im Spiegel der Akten des Sondergerichts Feldkirch

    - Martha Verdorfer (Bozen/Bolzano)

    Desertieren in der mehrsprachigen Grenzregion Südtirol

    - Edith Hessenberger (Ötztal Museen)

    Was blieb von den Deserteuren in der lokalen Erinnerung


    Panel 2 Soldaten vor Gerichten der Wehrmacht, der Waffen-SS und SS

    - Lars Skowronski (Gedenkstätte Roter Ochse Halle)

    Deserteure vor dem Reichskriegsgericht

    - Claudia Bade (Hamburg)

    Urteilspraxis an Gerichten des Ersatzheeres in Hamburg

    - Christopher Theel (Dresden)

    „Meine Ehre heißt Treue“? Die Behandlung von Fahnenfluchtfällen in der SS- und Polizeigerichtsbarkeit


    Panel 3 Handlungsspielräume zwischen Front und Heimat

    - Richard Germann (Universität Wien)

    Zwischen Gehorsam und Selbstermächtigung im Feld: Grenzen und Möglichkeiten im Spiegel von Militärakten „ostmärkischer“ Divisionen

    - Maria Fritsche (Norwegian University of Science and Technology Trondheim)

    Wehrmachtsdeserteure und die norwegische Zivilbevölkerung: neue Forschungen

    - Magnus Koch (Helmut-Schmidt-Stiftung Hamburg)

    Deserteure in der Stadtgesellschaft Hamburg


    Panel 4 Grenzgänge – Perspektiven der Flucht

    - Michael Kasper (Montafon Museen)

    Grenzgänger und Schleuser in die Schweiz

    - Lars Hansson (Universität Gøteborg)

    Escape to Sweden

    - Brigitte Entner (Universität Klagenfurt/Slowenisches wissenschaftliches Institut)

    Slowenische Soldaten – Organisierte Flucht innerhalb der Reichsgrenzen?


    Panel 5 Italien und Jugoslawien als Schauplatz

    - Francesco Corniani (Universität zu Köln)

    Deserteure der Wehrmacht in Italien (1943–1945): Identität, Zahlen, Motive, Reaktionen

    - Sabina Ferhadbegović (Universität Jena)

    Desertionen von einheimischen SS- und volksdeutschen Soldaten zu den jugoslawischen Partisanen

    - Kerstin von Lingen (Universität Wien)

    Kosaken und Kaukasier zwischen Kollaboration und Desertion

    - Carlo Gentile (Universität zu Köln)

    Dem Verbrechen entfliehen. Aussagen junger Wehrmachts- und SS-Deserteure in Kriegsverbrecherprozessen der Nachkriegszeit


    Panel 6 Nachkriegshandeln – Erinnerung und Integration

    - Johannes Kramer (Universität Wien/Landesarchiv Südtirol)

    Südtiroler in der Wehrmacht und Fahnenflucht. Eine Einordnung

    - Robert Parzer (Dokumentations- und Informationszentrum Torgau)

    Fritz Schmenkel – Nachgeschichte eines Deserteurs in der DDR

    - Maria Pohn-Lauggas (Universität Göttingen)

    Deserteure im Familiengedächtnis


    Panel 7 Erinnerungskulturen

    - Marco Dräger (Universität Göttingen)

    Deserteursdenkmäler in Deutschland

    - Elena Messner (Universität Klagenfurt)

    Deserteure in Literatur und Film: Jüngere Beispiele

    - Künstlerkollektiv Total Refusal

    How to Disappear: Fahnenflucht im digitalen Raum von Ego-Shooter-Spielen


    Es bleibt zu hoffen, dass zu diesem Symposion ein Tagungsband herausgegeben wird :/


    Beste Grüße

    Ingo










    Hallo Johannes Maria,


    Chappius war zuletzt "Kommandierender General" des XXXVIII.Armeekorps.

    Er erschoß sich wegen seiner - durch die in seinen Augen schimpfliche Ablösung vom Generalkommando - verletzten Ehre.

    Seine Handlung galt in Hitlers Augen sicherlich als "ehrenhaft".

    Hitler war sehr geschäftstüchtig und verteilte in grossem Maßstab seit 1935/36 Dotationen u Geldgeschenke!


    Viele Einzelheiten finden sich dazu im Buch von Ueberschär/Vogel "Dienen und Verdienen".


    Beste Grüsse

    Ingo

    Hallo Thilo,


    ich vermute mal, dass es bei der SA , wie z.B. "SA-Sanitätsführer", auch ausgewiesene "SA- Verwaltungsführer" ("V") gab.....

    Diese waren wohl die Leiter des Kassen- und Verwaltungswesen bei den Standarten-, Brigade- und Gruppenstäben oder beim OSAF/Stabschef der SA:/...


    Beste Grüsse

    Ingo

    Hallo Johann Heinrich,


    Hartung war chargierter Zahlmeister der Seewehr ( d.R.) im 1. Wk.

    Dienstantritt: April 1905 ( als Einjährig-Freiwilliger?)

    Beförderung zum Marine-Zahlmeister:14.12.1915 (nur als Charge!)

    a.D: 31.3.1919


    Dienst im 1. Wk:

    8.14: XII. MAA Wangerooge

    1.15: 3.Adj. der II. Torpedodivision

    4.15: Zentrale Versorgungsstelle Elbe

    10.15: Vorposten-Flottille Ems.


    Beste Grüsse

    Ingo

    Hallo Frank,


    es handelt sich um eine "Ausbildungskompanie Schroda".

    Diese lag in der Kreisstadt Schroda bei Posen/Westpreußen. Zu welcher Waffengattung oder Wehrmachtsteil diese Kompanie gehörte, ist mit z.Zt. noch unbekannt.

    Meines Wissens waren aber in Schroda nur Luftwaffeneinheiten und Landesschützen stationiert.


    Beste Grüße

    Ingo