Posts by jockel55

    Hallo Bert,


    das ist nur die Meinung und Spekulation der New York Times und keine Aussage der US-Regierung. Es wurde und wird leider sehr viel Unsinn von „Experten“ in die Welt geblasen. Ich erinnere nur an den Merkel-Berater Brigadegeneral a.D. Vad, der am 2. Tag des russischen Überfalls meldete: Das Ding ist militärisch gelaufen. Es wird nur noch wenige Tage dauern.

    "Frage von Stunden oder Tagen": Ex-General: Militärisch ist die Sache bald gelaufen - n-tv.de


    Grüße

    Jockel

    Guten Tag,


    die russische Propaganda bewirkt vermutlich durch ihre maßlosen Übertreibungen das Gegenteil des von Putin Gewollten.


    Nachdem Putin den Beginn der "teilweisen Mobilisierung" Russlands angekündigt hatte, erhielten russische staatliche und regierungsfreundliche Medien Anweisungen, wie die neue Maßnahme unterstützt werden kann.


    Das Dokument betont, dass Russland vergangene Kriege nur gewonnen hat, wenn "jeder" im Land dazu beigetragen hat - und nur, wenn die Menschen geglaubt haben, dass das Land einen "Volkskrieg" führt. Daher, so die Autoren, sollte die aktuelle Aufgabe der Medien darin bestehen, die Russen von einer Hauptidee zu überzeugen: dass "das russische Volk sich gegen die NATO-Bedrohung zusammenschließen muss".


    Laut dem Kreml will die NATO Russland "zerstückeln und plündern".


    "Es ist nicht mehr akzeptabel, am Rande zu stehen und die gesamte Verantwortungslast auf Vertragssoldaten und die Milizen des Donbass-Volkes abzuwälzen. Die Frontlinie ist mehr als 1.000 Kilometer (621 Meilen) lang, und russische Soldaten und russische Menschen werden von NATO-Söldnern und Terroristen aus dem Kiewer Regime mit NATO-Waffen getötet", schreiben die Autoren des Medienführers.


    Das Dokument schlägt auch vor, die Notwendigkeit der Mobilisierung zu erklären, indem es den Beschuss der russischen Grenzgebiete und der Krim zitiert: "Sie führen bereits Krieg gegen uns auf unserem eigenen Territorium."


    "Russland kämpft keineswegs gegen die Ukraine - es kämpft gegen die NATO. Der Westen hat Kiew verboten, Verhandlungen mit Russland zu führen. NATO-Geheimdienste sammeln Daten über russisches Territorium, um der Ukraine zu befehlen, die Kämpfe nach Russland zu verlegen", schreiben die Autoren.

    (Quelle: Meduza)


    „Gegen die NATO kämpfen“ wollen Viele dann wohl doch nicht.


    Grüße

    Jockel

    Jedenfalls wird es für die Ukraine kaum möglich sein, die Krim wieder "ukrainisch zu machen". Und wenn Selensky solche Ziele im Auge hat, dann sind sie alles andere als realistisch.

    Hallo Bert,


    so unrealistisch wie der Zusammenbruch der Sowjetunion?


    So unrealistisch wie die deutsche Wiedervereinigung?


    Vorsicht mit Prognosen.


    Grüße

    Jockel

    so titelt FOCUS:


    Um nicht in einen Weltkrieg zu schlittern, muss der Westen Selensky Grenzen setzen!

    Guten Tag,


    das ist ja ein „wunderbarer“ Kommentar eines Chefredakteurs einer Wirtschaftszeitung.


    Ein ukrainischer Präsident, der einen Vertrag über die Abtretung von Gebiet an Putin unterschreiben wollte, würde in voller Übereinstimmung mit der Verfassung und den Gesetzen des Landes wegen Hochverrats vom Parlament abgesetzt und dorthin gebracht, wo er hingehörte – nämlich vor Gericht.

    Man müsste die Ukraine also zwingen, sich einem multilateralen Diktat zu unterwerfen, konkret: mit ihr so verfahren wie Nazi-Deutschland, Großbritannien und Italien im September 1938 in München mit der Tschechoslowakei: Irgendwelche „Mächte“ – wohl (neben Russland) die USA und die EU – beschließen also unter sich und ohne jede Zustimmung, ja überhaupt Teilnahme des Opfers (also der Ukraine), dass es Gebiete herzugeben hat, und zwar, um den „peace for our time“ zu sichern – wie seinerzeit der britische Premierminister Neville Chamberlain in grenzenloser Naivität gegenüber Hitler.


    Grüße

    Jockel

    1. Du schriebst: ..ich wüsste auch nicht, das Putin selbst in einem Krieg mal als Soldat im Einsatz war.

    Hallo Jostdieter,


    das obige Zitat war von Eberhard (rebelau). Ich habe keine Ahnung, wie die militärische Kompetenz von Putin einzuschätzen ist. Mehr Kompetenz als Hitler könnte er schon haben.

    Hitlers Kompaniechef im 1. Weltkrieg sagte, trotz Unteroffiziersmangel, über Hitler: „Diesen Hysteriker mache ich nicht zum Unteroffizier.“

    (Konrad Heiden:Adolf Hitler).


    Hitler war bestimmt ein guter Meldegänger, mehr aber nicht.


    Grüße

    Jockel

    Militärisch - sehe ich wenige Parallelen.

    Adolf Hitler hat den ganzen Krieg hindurch stets selbst strategische Entscheidungen getroffen, nicht nur das Personal betreffend, er stand imner im Dialog mit den wichtigen Befehlshabern, aber auch, etwa bei Ordensverleihungen, mit "einfachen" Soldaten und Offizieren, war über Details informiert und gab auch selbst Befehle dazu, nicht nur allgemeine Weisungen.

    Von Putin ist mir Derartiges nicht bekannt, ich wüßte auch nicht, dass er selbst in einem Krieg mal als Soldat im Einsatz war.

    Also nicht der "Gefreite", der jetzt die Befehle gibt...


    Guten Tag,

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat russischen Verbänden im südukrainischen Cherson verboten, die Stadt zu verlassen. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf US-Geheimdiensterkenntnisse. Kommandeure hatten demnach bei Putin um Erlaubnis gebeten, sich auf das linke Flussufer des Dnepr und damit aus der Stadt zurückzuziehen. Doch der Kremlchef habe die Bitte nach einem geordneten Rückzug abgelehnt, so die Zeitung.

    Da gab es doch schon mal einen Diktator, der nur noch „Haltebefehle“ ausgab.

    Grüße

    Jockel

    Guten Tag,


    eine weitere Beschreibung von Kannibalismus habe ich von Rudolf Höß gefunden. Er schreibt in seinen autobiographischen Aufzeichnungen vom Kannibalismus unter den sowjetischen Kriegsgefangenen in Auschwitz im Winter 41/42.


    Grüße

    Jockel

    Gibt es Kenntnis darüber, dass Hitler einmal seine Soldaten direkt an der Front besucht hat, z.B. im Osten, dort, wo die Verluste extrem hoch waren? Ähneln sich die beiden Diktatoren auch in ihrer Feigheit?

    Hallo zusammen,


    1942 und 1943 vergrub sich Hitler noch nicht in einem Hauptquartier, sondern besuchte die Kommandozentralen des Heeres an der Ostfront regelmäßig.


    Z.B. am 17. Februar 1943 flog er von der Wolfsschanze in Ostpreußen ins Hauptquartier der Armee Gruppe Süd. Damals stand die gesamte südliche Ostfront vor dem Zusammenbruch. Wenige Wochen zuvor war die 6. Armee in Stalingrad ausgelöscht worden. Eine massive russische Offensive trieb die Deutschen vor sich her. Als Charkow fiel, sah es aus, als würden die russischen Panzer den gesamten südlichen Frontabschnitt abschneiden. An der Front hatten die deutschen Verbände zu der Zeit keine Verbindung miteinander, durch diese Frontlücken konnte die Rote Armee ungehindert vorstoßen. An das Hauptquartier in Saporoschje waren die sowjetischen Panzerspitzen bedrohlich nah herangerückt. Nur 36 Kilometer trennten sie noch vom Flughafen, als Hitler landete.


    Man kann schon gewisse Parallelen zwischen Hitler und Putin benennen. Dazu gehört die Vorbereitung und Rechtfertigung des Krieges.


    Auch Hitler hat enorme Truppen aufmarschieren lassen, während gleichzeitig versichert wurde: "Der Führer will nichts anderes als den Frieden".Den Überfall auf Polen begründete Hitler mit dem Schutz der Auslandsdeutschen, die vor – frei erfundenem – "polnischem Terror" geschützt werden müssten.


    Putin stützt seinen Aggressionskrieg auf die Lüge, er müsse einem Genozid an Russen im ostukrainischen Donbass Einhalt gebieten. Ebenso wie die russischen Staatsmedien den Krieg in der Ukraine durchgängig als "militärische Spezialoperation" beschönigen, erteilte Propagandaminister Joseph Goebbels am 1. September 1939 die Anweisung, nicht das Wort "Krieg" zu verwenden, sondern immer nur von einem "Gegenschlag" auf einen polnischen Angriff zu sprechen.


    Der Historiker Heinrich August Winkler sieht "frappierende Parallelen" zwischen dem "Anschluss" Österreichs, der Angliederung des Sudetenlands und der "Zerschlagung der Rest-Tschechei" einerseits und der Annexion der Krim, der Abtrennung erheblicher Gebiete des Donbass und dem jetzigen Angriffskrieg auf die Ukraine andererseits. "Die Analogie des Vorgehens ist schlagend", schreibt Winkler in der "Zeit".


    Doch die Parallelen gehen noch sehr viel weiter. Auch als "Historiker", sprich als Geschichtspolitiker, wirkt Putin wie ein gelehriger Schüler Adolf Hitlers. So versuche auch Putin, die von ihm angestrebte Wiederherstellung eines vermeintlichen früheren Großreichs historisch zu untermauern. Winkler verweist auf Putins 2021 veröffentlichten Aufsatz "Über die historische Einheit der Russen und der Ukrainer". Ebenso wie Putin eine russische Einflusszone reklamiere, hätten sich auch Hitler und die Nazis auf ein "Interventionsverbot für raumfremde Mächte" etwa in der Tschechoslowakei berufen.


    Für den Historiker Martin Schulze Wessel ist der Vergleich zwischen Wladimir Putin und Adolf Hitler in Ordnung „Wenn es um die Analyse des Angriffskrieges geht und die Frage, wie geht die Staatengemeinschaft damit um, dann ist so ein Vergleich durchaus möglich.“


    Grüße

    Jockel

    Hallo zusammen,


    Putin erteilt persönlich seinen Generälen auf dem Schlachtfeld in der Ukraine die Befehle.


    Das sagten zwei Quellen, die mit US-amerikanischen und westlichen Geheimdienstinformationen vertraut sind, gegenüber dem Sender CNN.


    Laut den Quellen weise dies auf die nicht funktionierende Befehlsstruktur hin, die schon seit Beginn des von Russland begonnenen Krieges deutlich wurde.


    Seine Generäle spotten über sein Vorgehen. Laut CNN haben geheimdienstliche Abhörmassnahmen russische Offiziere dabei aufgenommen, wie sie sich untereinander streiten. Dann beschweren sie sich bei Freunden und Verwandten in der Heimat über die Entscheidungen aus Moskau.


    Es gebe massive Meinungsverschiedenheiten über die Strategie. Die militärische Führung könne sich nicht einigen, worauf sie ihre Bemühungen zur Verstärkung der Verteidigungslinien konzentrieren soll.


    Putin als "GröFaZ", Geschichte wiederholt sich anscheinend doch.


    Grüße

    Jockel

    Hallo zusammen,


    dies ist das erste Mal, dass Russland seit der Nazi-Invasion in die Sowjetunion 1941 mobilisiert hat. Anscheinend ein Akt der Verzweiflung.


    Eine Quelle von Meduza berichtet, dass auf dem jüngsten Gipfel der Shanghai Cooperation Organization in Samarkand die Staats- und Regierungschefs mehrerer Staaten - darunter der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Kassym-Jomart Tokayev, der Präsident Kasachstans - Putin alle deutlich gemacht haben, dass "der Krieg beendet werden muss". Putin reagierte anscheinend "sehr aggressiv".


    Das teilweise Mobilisierungsdekret wurde so vage wie möglich geschrieben:


    "Die Mobilisierung wird als teilweise bezeichnet, aber keine Parameter... weder territorial noch kategorisch - sind angegeben", betonte die russische Politikanalytikerin Yekaterina Schulmann auf Telegram.


    "In Wirklichkeit wird das russische Verteidigungsministerium entscheiden, welche Männer, wo und in welchen Mengen in den Krieg geschickt werden sollen", postete der Menschenrechtsanwalt Pavel Chikov auf Telegram.


    Lev Shlosberg, Oppositionspolitiker, zu den Gesetzesänderungen:


    "Es kann nicht ignoriert werden, dass die verabschiedeten Änderungsanträge Stalins Strafgesetzbuch fast wörtlich kopieren - einschließlich der während des Großen Vaterländischen Krieges verabschiedeten Änderungen, die die Kapitulation zu einem direkten Weg zum Gulag machten."


    Grüße

    Jockel

    Geldscheine:

    Da wäre es noch einfacher Gewesen, wurde aber auch nicht gemacht, was mich verwundert.

    Moin,


    was Herrscherporträts auf Banknoten angeht, ist Deutschland anscheinend eine Ausnahme, der Hitler sich anschloss:



    Hitler hat sich in anderen Zusammenhängen, der sehr oft überschäumenden Begeisterung für seine Person verweigert, z.B.:

    geplante Gedenkmünze des Reichsverbands für das deutsche Hundewesen mit Darstellung von Hitler mit Hund.

    (Die Rückseite des Hakenkreuzes)


    Grüße

    Jockel

    Nach Sichtung stellen sich mir ein paar Fragen dazu:


    Briefmarken:

    Darin viele Hindenburg und Hitlermarken.

    Stimmt es, dass Hitler von jeder verkauften Briefmarke mit seinem Konterfei einen kleinen Geldanteil von der Reichspost überwiesen bekam?

    Hallo ZAG,


    an den Briefmarken mit seinem Konterfei war Hitler prozentual beteiligt. Die Einnahmen summierten sich ab 1937 Jahr für Jahr zu zweistelligen Millionenbeträgen. Den Scheck überbrachte Reichspostminister Ohnesorge persönlich zu "Führers Geburtstag".

    (Volker Ullrich: Adolf Hitler)


    Grüße

    Jockel

    Guten Morgen,


    wieder wurde ein mutiger Russe in Moskau verurteilt, weil er den Krieg in der Ukraine Krieg nannte. Die siebenjährige Haftstrafe des Moskauer Gemeindeabgeordneten Alexey Gorinov wegen "Desinformation" wurde verkürzt - um einen Monat. Der Gemeindeabgeordnete soll jetzt sechs Jahre und 11 Monate in einer Strafkolonie verbringen. Während einer geschlossenen Anhörung wandte sich der 61-jährige Angeklagte an das Gericht. Hier ist seine letzte Gerichtsrede (Quelle:Meduza):


    "Sieben Jahre Gefängnis - ist das viel oder ein wenig? Es dauert acht Minuten, bis die Sonneneinstrahlung die Erde erreicht. Die Lichtwellen eines Suchscheinwerfers, das sich in Richtung Himmel dreht, werden in etwas mehr als vier Jahren den Stern erreichen, der der Sonne am nächsten liegt - zwei Drittel meiner Haftstrafe. Und es wird etwa 2.000.000 Jahre dauern, bis dieses Licht das uns am nächsten stellare System, die Andromeda-Galaxie, erreicht. Es ist unvorstellbar lang. Aber denken Sie daran, wie viele Menschen vom Krieg in der Ukraine betroffen sind. Jeder von ihnen verlor Jahre eines normalen, friedlichen Lebens. Einige verloren ihr Leben. Machen Sie die Multiplikation und versuchen Sie, das kosmische Ausmaß der Ereignisse, über die wir sprechen, zu erfassen. Dies ist das Ausmaß der Verantwortung, das auf jedem einzelnen von uns - einschließlich mir - beruht. Und das Mindeste, was ich tun kann, ist, die Dinge bei ihren richtigen Namen zu nennen.


    Werden sieben Jahre ausreichen, um mich von einem Pazifisten in einen Falken zu verwandeln? Genug, um zuzugeben, dass die "Sondermilitäroperation" kein Krieg, ein militärischer Konflikt, sondern eine friedensstiftende Anstrengung ist? Wird es genug Zeit sein, um zu lernen, die zivilen Todesfälle, einschließlich der Todesfälle von Kindern, im Rahmen dieser "Operation" zu leugnen? Um anderen aufzudrängen, diese militärischen Heldentaten nicht zu stoppen, sondern weiterzumachen? Wir werden sehen.


    Wir werden auch sehen, ob diese sieben Jahre für Russlands politische Führung ausreichen werden, um die außenpolitische, wirtschaftliche und moralische Katastrophe zu erfassen, die sie über unser Land gebracht hat.

    Zerstörung, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen wurde, wurde auf ein europäisches Land angerichtet. Zehntausende Tote und Verletzte auf beiden Seiten. Millionen von Flüchtlingen. Trotzdem hören wir täglich und stündlich, dass dieser Krieg für den Frieden ist. Wir sind darauf trainiert zu akzeptieren, dass es eine richtige und natürliche Sache ist, sich gegenseitig zu töten.


    Ein TV-Nachrichtenblock zeigt uns ekstatisch einen tödlichen Sturm von Granaten und Raketen, bei dem jeder Schuss eine Million Rubel kostet! Als nächstes sehen wir, wie humanitäre Hilfe an die Überlebenden geleistet wird, auf Gebieten, die gerade von genau diesen Menschen "befreit" sind. Und dann sind wir eingeladen, für eine weitere teure Operation mitzumachen, um ein krankes Kind zu retten.


    Nein! Das ist nicht normal. Dies kann nur in einem umgekehrten Bild der Welt normal erscheinen, das im Kopf einer Person - oder vielleicht mehrerer Menschen - existiert, die absolute Macht mit all ihren Hebeln, aber isoliert von der Zivilgesellschaft und dem Volk ist.


    Ich möchte meine Schuld anerkennen. Meine Schuld vor den leidgeprüften Menschen in der Ukraine und vor der gesamten Weltgemeinschaft. Ich bin schuldig, weil ich als Bürger meines Landes diesen anhaltenden Wahnsinn nicht verhindern konnte. Ich bitte auch um Vergebung für die Tatsache, dass ich, so scheint es, nichts tun kann, um es zu stoppen. Ich sage dies auch im Namen meiner Landsleute, die von der Angst vor Repressionen erdrückt sind und von denen ich zahlreiche Unterstützungsschreiben erhalte.


    In diesem Moment tragen die führenden Industrieländer und ihre Regierungen eine Verantwortung für das Leben auf der Erde und für den technologischen Fortschritt ohne Kriege. Russland mit seinen unzähligen menschlichen Verlusten - im Bürgerkrieg, im Wahnsinn der Kollektivierung und des Großen Terrors, in zwei Weltkriegen und in vielen kleineren - hat immer noch nicht den Test bestanden, seinen gerechten Anteil an Verantwortung zu übernehmen.


    Als sie die Gesetzlosigkeit dessen erkennen, was sie tun, verlagern die Machthaber einen Teil ihrer eigenen Verantwortungslast auf die Gerichte und schoben ihre Bürger rasend in Gefängnisse und Strafkolonien - für ein Wort, für die Äußerung einer Meinung, für Verurteilungen. Allein die Möglichkeit eines Prozesses wie meines im einundzwanzigsten Jahrhundert, dieser Art von gerichtlichen Ermittlungen, ist eine Schande für unser Land. Das alles ist schon einmal in seiner Geschichte passiert.


    Angesichts der Lehren aus unserer gemeinsamen Vergangenheit und angesichts der bevorstehenden Zukunft Russlands betrachte ich mich als freigesprochen."


    Grüße

    Jockel

    Guten Tag,


    eine Frage zu dem "Kannibalismus im KZ": Gab es bisher schon Berichte, Aussagen, Hinweise auf solche Ereignisse? Die mir bisher bekannten Berichten aus der Hölle der KZs erwähnen Kannibalismus nicht. Es ist bei den damaligen furchtbaren Bedingungen vorstellbar. Aber es ist auch verständlich, dass darüber geschwiegen wurde.


    Grüße

    Jockel


    Ergänzung zum Kannibalismus nach nochmaliger Suche aus dem Buch von Sam Pivnik: Der letzte Überlebende:


    "In diesem Zug fingen einige an, andere Männer zu essen.

    Der Krimonologe Brian Marriner hat einmal geschrieben: "In lebensbedrohlichen Situationen verlieren Menschen alle Hemmungen... Wir werden das, was wir ursprünglich waren: Tiere. Und dafür muss man sich nicht schämen."

    .....und auch im KZ Bergen-Belsen soll es wenige Wochen nach unserer Reise (Januar 1945) einige Fälle gegeben haben. Die Militärärzte, die die Leichen untersuchten, stellten fest, dass zehn Prozent von Ihnen Bissspuren an den Beinen aufwiesen. Einer von Ihnen beobachtete einen Ex-Häftling auch noch nach der Befreiung, in der relativen Sicherheit eines amerikanischen Feldlazarettts, wie er sich mit einem Messer eine Portion Fleisch von einer Leiche abschnitt und in den Mund steckte.

    Dafür muss man sich nicht schämen? Da bin ich mir nicht so sicher.

    Verzweifelte, halb erfrorene Männer ....benutzten alles, was scharfe Kanten hatte, um gefrorene Leichen aufzuschneiden, die Leber herauszutrennen und roh zu essen, um sich daran ihre frostigen Finger zu wärmen."

    Hallo zusammen,


    das KZ Stutthof entstand als Teil des "Generalplan Ost" vom Mai 1942. Für die geplante deutsche Besiedelung Polens, des Baltikums und der Krim, waren 300.000 sowjetische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter eingeplant. Da die Wehrmacht nur 30.000 Gefangene an die SS abgab und die Meisten aufgrund der Bedingungen nicht überlebten, wurden arbeitsfähige Juden als Zwangsarbeiter verschleppt.

    (Jan Erik Schulte: SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1942-1945)


    Himmlers Befehl, daß keiner der KZ-Gefangenen lebend in die Hände des Feindes fallen soll, war schwierig umzusetzen. Die Tötungseinrichtungen waren nicht mehr zu benutzen. Also sollte die Vernichtung auf und durch den Transport erfolgen.

    In der Neustädter Bucht lagen seeunklare Schiffe, die dem Gauleiter und Reichskommissar für Seeschifffahrt, Karl Kaufmann, unterstanden. Angestrebtes Ziel der SS war es, die KZ-Gefangenen mit ihren Schiffen in der Ostsee untergehen zu lassen. Durch die direkte Androhung des Standrechts zwang die SS zivile Kapitäne, KZ-Häftlinge an Bord zu nehmen.

    Am 3.5.45 in den frühen Morgenstunden strandete ein Schleppzug mit zwei Binnenschiffen (Adler und Bussard) des Transports aus dem KZ Stutthof am Strand zwischen Neustadt und Pelzerhaken. Bis in den Nachmittag kam es zu zahlreichen Tötungsdelikten an den Zwangsevakuierten, darunter viele Frauen und Kinder, durch SS und weitere bewaffnete Kräfte. Deutsche Offiziere fotografierten die Szene von den Gärten ihrer Häuser.

    (Raul Hilberg: Die Vernichtung der europäischen Juden. Ulrich Sander: Mörderisches Finale)


    Grüße

    Jockel

    Guten Tag,


    Bundeskanzler Olaf Scholz, anlässlich der Bundeswehrtagung

    „Die Bundeswehr in der Zeitenwende“

    am 16. September 2022 in Berlin:


    „Hier macht eine hochgerüstete Nuklearmacht den Versuch, Grenzen in Europa mit Gewalt neu zu ziehen. Käme Russland damit durch, unser Frieden in Europa wäre auf lange Zeit dahin.


    Daran kann nur jemand zweifeln, der nicht hört und liest, was Präsident Putin sagt und schreibt. Er will Russland in Europa als imperiale Macht etablieren – und zwar mit den Landkarten des Zarenreichs oder der Sowjetunion im Kopf.


    Für uns heißt das: Wir müssen uns darauf einstellen, dass Putins Russland sich auf absehbare Zeit in Gegnerschaft zu uns, zur NATO und zur Europäischen Union definiert, die Putin übrigens nie als maßgeblichen politischen Akteur akzeptiert und immer bekämpft hat.


    Die Klarheit über Russlands Motive – zumindest solange Putin Präsident ist – hat aber noch eine andere Konsequenz: Es gibt keinen Zweifel mehr daran, worauf wir uns einstellen müssen.


    Von Putins Russland geht – darauf stellen wir uns im Rahmen der NATO ein – derzeit die größte Bedrohung für unser Bündnis aus.“


    Die Analyse scheint klar, mal sehen welche Handlungen dem folgen.


    Grüße

    Jockel

    der Generalinspekteur wird schon Informationen haben, die ihn zu einer solchen Aussage bringen.

    Hallo Marcus,


    diese Informationen, wenn er sie denn hätte, wären aber sehr interessant. Bisher habe ich keine Unterstützung für seine Aussagen wahrgenommen.


    Der ehemalige Oberkommandierende der US-Streitkräfte in Europa, Ben Hodges, hat sich extrem kritisch über Äußerungen des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Eberhard Zorn, zu Erfolgsaussichten der Ukraine im Krieg mit Russland geäußert.


    Auf Twitter bezeichnete Hodges die Ausführungen Zorns als „atemberaubend dürftige Analyse“ der russischen Fähigkeiten, die stellvertretend für das Denken der deutschen Elite stünden – dabei setzte er Elite in Anführungszeichen.


    "Finnland allein würde die russischen Truppen schlagen. Litauen und Polen würden Kaliningrad innerhalb von einer Woche komplett einnehmen und die russische Marine versteckt sich hinter der Krim, obwohl die Ukraine nicht mal eine Marine hat."


    Der Militärexperte Gustav Gressel vom European Council on Foreign Relations zum Beispiel schrieb: »Das Vertrauen in Deutschland ist ohnehin nicht sehr groß, um es vorsichtig auszudrücken. Ich verstehe nicht, warum die Deutschen es noch schlimmer machen.«


    Der britische Kriegsforscher Rob Lee nannte die Äußerungen Zorns »wirklich bizarr« und rechnete vor, wie begrenzt die Kräfte des Kremls seien.

    »Russland hatte schon im April etwa 85 Prozent seiner Kampfeinheiten im Feld, inklusive Marine und Luftlandetruppen. Diese Einheiten haben schwere Verluste erlitten, die russische Armee ist seitdem auf Freiwillige und Reservisten angewiesen«, schrieb Lee auf Twitter.


    Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums führt die Gruppe Wagner seit mindestens Juli eine Rekrutierungskampagne unter russischen Gefangenen durch. Die russische Söldnergruppe habe den Gefangenen Geld und Strafmilderung in Aussicht gestellt, wenn sie sich bereit erklären, im Ukraine-Krieg für Russland zu kämpfen, heißt es in einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums.


    "Die Spezialoperation ist längst in einen Krieg übergegangen", sagt Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow, der mehrere seiner berüchtigten Eliteeinheiten auf russischer Seite im Einsatz in der Ukraine hat. Das Oberhaupt der russischen Teilrepublik hat alle russischen Regionen dazu aufgerufen, jeweils mindestens 1.000 Soldaten an die Front in die Ukraine zu entsenden. "Wir dürfen nicht darauf warten, dass die Regierung eine Mobilisierung ausruft", schreibt der Hardliner bei Telegram. Er hätte schon längst das Kriegsrecht ausgerufen – ein Schritt, den Russlands Präsident Wladimir Putin bislang nicht gegangen ist.


    Zudem würden die russischen Militärakademien die Ausbildungskurse für die Kadetten kürzen und Abschlusstermine vorziehen. "Dies geschieht mit ziemlicher Sicherheit, damit Kadetten eingesetzt werden können, um die Operation in der Ukraine zu unterstützen".


    Herr Zorn muß tatsächlich ganz eigene Erkenntnisse haben.


    Grüße

    Jockel

    Guten Tag,


    der Generalinspekteur der Bundeswehr ist militärischer Berater der Bundesregierung und als höchster militärischer Repräsentant der Bundeswehr Teil der Leitung des Verteidigungsministeriums.


    In einem FOCUS-Interview bekräftigte Generalinspekteur Zorn seine Befürchtung, dass Russland eine zweite Front aufmachen könnte und nannte mögliche Angriffsorte: „Kaliningrad, die Ostsee, die finnische Grenze, Georgien, Moldau… es gibt viele Möglichkeiten. Die Fähigkeiten hätte Putin. Auch wenn etwa 60 Prozent seiner Landstreitkräfte im Ukraine-Krieg gebunden sind, verfügen die Landstreitkräfte sowie vor allem die russische Marine und Luftwaffe noch über ungebundene Kapazitäten. Würde Putin eine Generalmobilmachung anordnen, hätte er auch keine Personalprobleme.“


    Aktuell sehe er in der Ukraine allenfalls „Gegenstöße, mit denen man Orte oder einzelne Frontabschnitte zurückgewinnen, aber nicht Russland auf breiter Front zurückdrängen kann“.


    Ob solche "Beratung" unseren verantwortlichen Politikern bei ihren Entscheidungen hilft?


    Grüße

    Jockel