Posts by DR40eghs

    Guten Tag,


    wenn der Verlusttermin 2.6.40 stimmt, dann ist die Identität der Maschine klar, denn die 9./KG 54 hatte an diesem Einsatztag nur diesen einen Verlust.

    Es handelt sich um die He 111 P mit Kennung B3+DT, geflogen von Ltn. Ernst Petzold mit Angriffsziel Dünkirchen.

    Die Maschine wurde mit Besatzung durch eine Spitfire der 92. Squadron RAF abgeschossen und absolvierte nahe Oudekapelle, bei Diksmuide, eine Bauchlandung.


    Ltn. Petzold erhielt am 17.9.41 als Oberleutnant das Ritterkreuz und hat den Krieg überlebt. Er ist im April 1999 verstorben.


    MfG, Uwe K.

    N'Abend zusammen,


    ich ergänze hier noch als direktes Zitat aus den National Archives, Kew, aus AIR 81/1362 (Anm.: Copy&Paste kann auch ich !):

    "Pilot Officer T C Cundill, Pilot Officer D E Gardener, Sergeant W B Taylor and Sergeant D R Aldom: report of deaths; Hampden P4335 crashed at Gelmer Schifffahrter Damm, Munster, Germany, 12-13 August 1940".


    Falls nötig, übersetze ich gerne noch - aber ich denke, es geht ausnahmsweise mal in der Originalsprache.


    Und aus dem Chorley, Bomber Command Losses, zusätzlich noch:

    61 Squadron, Hampden I, Op: Salzbergen (RAF Hemswell), 4 rm (Anm.: = Runnymede Memorial -> vermisst)


    Ebenfalls aus dem Chorley, ergäzt durch Infos aus der CWGC zum Verlustort:

    61 Squadron, Hampden I, P4379, Op: Salzbergen (RAF Hemswell), 4 + (PO Sheldon) ; Absturzort: Kirchweyhe (südl. Bremen)

    Letztere kommt eher nicht in Frage.


    Und dann am Vormittag des 13.8.40 zusätzlich noch 11 (!) Blenheim IV der 82 Squadron beim Angriff auf Aalborg/DK.

    Viele Grüße, Uwe K.

    Moin,


    ich ergänze noch (falls nicht sowieso bekannt):

    - Mitflieger von Uffz. Lucas war am 14.10.43 der Uffz. Grütze, Johannes (* 5.2.1922, Zschautz/Großenhain) ebenfalls 4.(F)/121 und beim Absturz tödlich verletzt.

    - die Beiden verunglückten in einer He 72 (WNr. 1080) (=> dem Verbindungsflugzeug der Staffel)


    V. Grüße, Uwe K.

    Gorbatschow ist als Leutnant nach meinen Unterlagen mit der K-4 WNr. 332519 am 10.01.45 bei Speyer wegen Motorschaden tödlich abgestürzt. Die Einheit war hieß vollständig geschrieben 3./FlÜG 1(Süd).

    Moin Gerhard,


    ich habe hier eine der WASt.-Abschriften von Hans Ring vor mir.

    Er nennt für Ltn. Oleg Gorbatschow (ROA, Volksbund: * 13.9.1923, Moskau; Grablage: Paderborn, 11-131) als Verlustort Markt Eisenstein (Böhmerwald, CSR).

    Und die WNR. der K-4 ist bei ihm: 332510 .

    Als Verlust- bzw. Todesdatum: 27.12.1944.


    V. Grüße, Uwe K.

    Moin in die Runde,


    ich habe die Kopie der "Namentlichen Verlustmeldung" (NVM, WASt.) der Besatzung Drauz vor mir.


    Zum Eintrag bei "Kräcker" ein paar Richtigstellungen:

    - in der NVM ist das Todesdatum 27.12.44 angegeben. Der Einsatz erfolgte in der Nacht 27./28.12.1944.
    Die Volksbund-Gräberliste bezieht sich auf die Zeit nach Mitternacht des 27./28.12. als Todesdatum.
    Die NVM geht vom Startzeitpunkt und der möglichen Flugzeit aus, und nennt daher den 27.12.44 als Verlustdatum .

    - die NVM nennt als korrekte Werknummer die 620789

    - als Funktion an Bord ist für die beiden Mitflieger jeweils (Bf), also Bordfunker, genannt. Die Ju 88 G-6 wurde mit Bordmessfunker geflogen. Dessen Funktion bestand aus der Bedienung der Bord-Funkmessgeräte. Der eigentliche Bordfunker war für den Funkverkehr und die Positionspeilungen zuständig.

    - was der Verlustort Diepenbeek/Belgien mit Roermond/Niederlande zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Diepenbeek liegt zwischen Hasselt und Genk, hart südlich des Albert-Kanals. Roermond/NL ist rund 50 km entfernt.


    Ergänzend zum Volksbund-Eintrag:

    - vollständiger Name: Drauz, Helmut Richard

    - Geburtsort: Stuttgart

    - Nächster Verwandter: Vater Richard Drauz, Heilbronn/Neckar, Danzigerstr. 28

    - Der (Bf) Uffz. Trumpp, Friedrich Leonhard, hat keine bekannte Grablage. Er ist in der DRK-Vermisstenbildliste im Band LJ, Seite 109, aufgeführt (ohne Bild).


    Viele Grüße, Uwe K.

    Hallo Dirk,


    ich wünsche dir zunächst ein gutes neues Jahr 2022. Mögen alle deine Wünsche in Erfüllung gehen.


    Zur letzten Frage zu Otto Welsch, der Dienstgrad ist:

    - bei Volksbund und Grabkarteikarte (WASt./Ancestry), als Feldwebel (Fw.) genannt.

    - in den Gen.Qu. Verlustmeldungen "Schulen und Sonstige Verbände" (Lfd. Nr. 28 v. 16.7.44) als "Flg." (Flieger)


    Beste Grüße, Uwe K.

    Hallo lieber Uwe, mein Namensvetter,


    wenn Dipl.-Ing. Ulrich Kaiser tatsächlich Jahrgang 1921 war, dann hat er sein Ingenieurstudium nach dem Krieg absolviert.

    Zum Dipl.-Ing. war eine allgemeine Hochschulreife (Abitur) nötig, gefolgt von einem 5-jährigen Studium an einer Universität oder Technischen Hochschule (in BW: Stuttgart, Karlsruhe). Damals gab es noch den Ing.(grad.), dem ein Studium an einer stattlichen Ingenieurschule voran ging (in BW z.B.: Esslingen).


    Das verkürzte "Notabitur" wurde nach dem Krieg nicht mehr als Voraussetzung zum Studium anerkannt. Die letzte(n) Klasse(n) mussten wiederholt werden und eine reguläre Abiturprüfung abgelegt werden - der Jahrgang 1921 legte aber noch eine reguläre Prüfung ab - für Kaiser dürfte das etwa 1940 erfolgt sein.

    Das alles haut mit dem abgeschlossenem Studium bis ca. 1944 für den Geburtsjahrgang 1921 aber nicht (mehr) hin.

    Irgendwo ist da der Wurm im recherchierten Lebenslauf.


    V. Grüße und guten Rutsch, Uwe K.

    eine kleine Korrektur, die 3.(F)/Aufklärungsgruppe 122 flog m.W. nie Do 17

    Wahrscheinlicher ist eine Ju 88, siehe Anlage

    Hallo Dieter,


    das verstehe ich jetzt nicht. Auf deiner Anlage sind doch zwei Bilder mit Do 17 abgebildet ?!?

    Die 3.(F)/122 hatt laut Gen.Qu.-Verlustmeldungen Brüche und Totalverluste mit Do 17 am

    9.9.39, 16.9.39, 1.10.39, 21.11.39, 23.11.39, 23.5.40, 5.7.40, 16.7.40, 20.7.40, 26.7.40 - fini.


    Ab 10.5.40 (Westfeldzug und Einsatz Norwegen) überschnitt sich das bei dieser Staffel mit He 111 und Ju 88.


    V. Grüße, Uwe K.

    Hallo Kordula und Forenfreunde,


    eine (für mich) sehr interessante Meldung.


    Falls noch nicht allgemein bekannt: der Standort war, je nach Quelle, bis Kriegsende vor allem unter der Bezeichnung BRABAG Hydrierwerk Ruhland bekannt, gelegentlich auch Lauchhammer (Quelle: Alliierte Ziellisten). Zur Geschichte der BRABAG (Braunkohle-Benzin AG) siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/BRABAG

    Der Standort wird von der BASF heute als Chemiepark Schwarzheide betrieben.


    Ich vermute, dass der Bombenfund mit den Bauarbeiten im Zuge der Batteriefertigungs-Zulieferung (Kathoden) zu tun hat.

    Sie dazu auch: https://www.solarify.eu/2020/0…fuer-batteriekomponenten/


    Beste Grüße, Uwe K.

    Hallo zusammen,


    auf dem zweiten Blatt ist rechts unten eine Flugblatt Kennung zu erkennen, in kleinerer Schrift.

    Bei starker Vergrößerung glaube ich dort die Ziffernfolge "31/1945" lesen zu können. Also Flugblatt Nr. 31 im Jahr 1945.

    Bei den ersten beiden Ziffern bin ich mir nicht so sicher - aber die letzte "5" ist ganz gut zu erkennbar.


    Und zur Logik:

    - unter Punkt 1 auf Blatt 1 ("Verdunklung") ist von Bombenangriffen durch Tiefflieger die Rede.

    - Jaboangriffe mit Bombenwürfen gab es eigentlich erst nach dem Rückzug der Wehmacht aus Frankreich/Belgien und nachdem die taktischen Verbände der Westalliierten auf Basen in der Nähe der deutschen Grenze vorgerückt waren (u.a. Dole-Tavaux, Dijon, Metz, Florennes, St. Trond, Eindhoven usw.) - also ab beginnnend Mitte/Ende September 1944 bis ins Spätjahr. Die Verbände der ehemals 12.AF rückte auf Absprungplätze westlich der Vogesenlinie/Ardennen vor und flog von dort aus taktische Einsätze mit Bombenabwurf.ins "Reich". Die RAF bezog Plätze in Nordbelgien und Niederlande, südlich der Maas.

    - davor gab es auch vereinzelte Tiefangriffe mit Bordwaffen (meist auf Flugplätze, Verkehrsziele) der Langstrecken-Begleitjäger (P-51, P-38 - die P-47 hatte nicht die erforderliche Reichweite für tiefe Einflüge ins "Reich"). Dies bildete aber eher die Ausnahme. weil die Begleitjäger als Hauptaufgabe den Schutz der Bomber hatte. Erst nach Ablösung durch andere Begleitjäger konnten die abgelösten Verbände auf dem Rückflug nach "Gelegenheitszielen" (tragets of opportunity) Ausschau halten.

    - über die Spätherbst/Wintermonate herrschten oft schlechte Sichtflugbedingungen (unter den Wolken) - mit wenig Gelegenheit für Tiefangriffe - die gute Sichtbedingungen erforderten.

    - Die Begleitjäger führten keine Bomben mit, sondern abwerfbare Zusatztanks. Wenn man so ein Ding auf den Kopf bekam war das sicherlich auch tödlich - aber dies wird mit den Bombenabwürfen kaum gemeint sein. Weitere Zusatztanks warefn natürlich auch die eigenen Jäger mit - und warfen diese auch ab, falls nötig.

    - im Oktober bis Anfang Januar folgten dann die Unterstützungseinsätze für die alliierten Bodentruppen (Market-Garden, Hürtgenwald, Deutsche Ardennenoffensive). Dort wurden alle alliierten Jabos benötigt (bei Flugwetter !).

    - die Tiefangriffe nahmen daher erst ab Mitte Januar 45 an Heftigkeit zu. Als die Tage wieder länger wurden, die geeigneteren Hochdruck-Wetterlagen (ohne Bodennebel/Bodendunst) wieder zunahmen und ein größerer Teil der Luftwaffen-Tagjäger aus der Reichsverteidigung an die Ostfront verlegt hatten (ab 14.1.45).


    Aus allen genannten Gründen: 1945


    Viele Grüße, Uwe K.

    Hallo Burkhard,


    aus dem Kontext geht hervor, dass es sich um das JG 53 handeln muss, also das Jagdgeschwader 53 "Pik As".

    Das KG 53 (Kampfgeschwader 53) gab es ja auch, dieses war aber mit Heinkel He 111 ausgerüstet.

    Die Korrektur müsste dann auch in der Themenüberschrift durchgeführt werden.


    Schönen Sonntag, viel Grüße, Uwe K.

    Hallo Torben,


    zur Beantwortung der Frage(n) habe ich heute zu spät ins Forum geschaut. Mich hat heute die transiente Dynamik von ULTRANET zu lange beschäftigt.


    Was noch nicht gesagt wurde:

    - die beiden NJG 5 Angehörigen hinterließen jeweils eine Ehefrau.

    - Kades war mit Ehefrau Hedwig verheiratet, Tillack mit Charlotte.

    Bevor wieder die Frage nach der Quelle kommt: Kopie der Namentlichen Verlustmeldung der IV./NJG 5 (v. 13.4.44, Unterschrieben vom Gr.Kdeur. Altendorf).


    Wo genau liegt - oder lag - denn der "Jagen 105"? Das ist/war doch mal ein Waldgebiet, oder?


    Grüße, Uwe K.

    Hallo,


    ich gebe hier mal zu Bedenken, dass eine Funk-Zielmarkierung vom Gegner an beliebigen Stellen placiert werden kann, sobald die Frequenz erkannt ist.

    Außerdem müsste zunächst eine Frequenz gefunden werden, die beim Gegner nicht anderweitig bereits in Gebrauch ist - oder just im Moment des geplanten Angriffs in Gebrauch kommt. Bekanntlich wird das gesamte Spektrum durch Frequenzscanner von der Funkaufklärung ständig abgesucht und analysiert.


    Und: welche Genauigkeit ist denn angedacht? Soll ein einzelnes Ziel in Gebäudegröße angegriffen werden, ohne dass in der unmittelbaren Nachbarschaft größerer Schaden angerichtet wird (Stichwort: Minimierung von Kollateralschäden), oder handelt es sich um Ziele in Stadtgröße? Bekanntlich war eine seitliche Ablage von ein paar hundert Metern bei der Hiroshima-Bombe tolerabel. Die Auslösehöhe über Grund war für die geplante Wirkung aber entscheidend (barometrische Zündung). In der modernen Punktziel-Bombardierung mittels Drohnen und Laser-Zielmarkierung oder optischer Steuerung durch Kameras, lassen sich Punktziele (Einzelne Häuser, Bunkeranlagen, Raketen-/Radarstellungen, usw. ...) mit Kampfdrohnen oder Laser-gesteuerten Gleitbomben sehr genau treffen.


    Die Wahl einer geplanten Zielmarkierung hängt m.E. entscheidend von der Zielauswahl und der geplanten Angriffsmethode ab.

    Daraus bestimmt sich die Art der Markierung.

    Zur Zielauswahl (Art, Größe, Schadensradius) und Angriffsmethodik wurde bisher so gut wie nichts gesagt. Also ist die Fabuliererei über Markierungsmethoden voll für'n A....


    Danke.

    Und Grüße, Uwe K.

    N'Abend Bernhard,


    > ... warum wurde dann in der Anerkennung .... nicht von Wellington auf Short Stirling korrigiert

    noch mal: die überlieferten Aufstellungen der Feindverluste enthalten seitens der Luftwaffe keine Listen in denen anerkannte Luftsiege (Wrackfunde) einzelnen Flugzeugführern zugeordnet werden. Überliefert sind teilweise in Kopie einzelne Abschussbestätigungen aus den persönlichen Nachlässen der Piloten. Eine Gesamtdarstellung dieser Anerkennungen ist nicht überliefert. Falls eine solche Liste beim Personalamt der Liste geführt wurde (als Basis für Ordensverleihungen, Erfolg/Verlustrechnungen, Statistiken), so wurde diese Tabelle vor Kriegsende definitiv vernichtet, wie auch die meisten Kriegstagebücher.

    Auch um Racheaktionen der Siegermächte (oder von Privatpersonen/-organisationen) gegenüber besonders erfolgreichen Luftwaffe-Piloten vorzubeugen.


    In dieser finalien (vernichteten !) Liste war der Abschuss sicherlich auf Stirling korrigiert.


    Alle von dir zitierten Quellen (überwiegend Internet) beziehen sich auf im Ursprung auf die gleiche Quelle. Nämlich die Liste der Ansprüche (claims), übertragen aus besagter Microfilm-Liste in handschriftlicher Form. Wie bereits von mir in #2 erläutert. Diese Liste ist ist in sich ungenau (Beispiel: für den 17.8.43, Stichwort: Schweinfurt/Regensburg Angriff der 8.USAAF, sind in der Tony Woods Tabelle enthalten: 85 Luftsiege über B-17/Viermot, 12 Herausschüsse, 3 Endgültige Vernichtungen. Und dies ist schon von über 130 herunterkorrigiert (Protokoll Göring). Tatsächliche US-Verluste am 17.8.43: 60 Stück B-17, davon aber noch über 25% durch Flakbeschuss, Technische Mängel und Spritmangel). Neben den ursprünglichen Fehlern in diese Auflistung hat Tony Wood bei der Abschrift weitere Fehler durch mangelhafte Sprach- und Ortskenntnisse hinzugefügt.

    Das zahlreiche Kopieren und Umsortieren dieser Daten in diversen Internetseiten macht alles nur noch viel schlimmer.


    Was Theo Boiten und andere Autoren hier versuchen, ist der ernsthafte Versuch einer nachträglichen Zuordnung mit den heutigen Mitteln:

    - Arbeitsmittel Computer,

    - nahezu 100% vorhandene und verifizierte Verlusttabellen der Gegner (RAF, USAAF), umfangreiche Zeugenaussagen beider Seiten,

    - digitalisiertes Kartenmaterial, Versuch einer zeitlich/geographische Korrelation zwischen Verlusten und Abschussansprüchen,

    - teilweise jahrzehntelange Erfahrung im Quellstudium und historische Einordnung der sich teilweise widersprechenden Quellen

    - Aussortierung von weniger seriösen Sekundärquellen, offensichtlich schludrige Methodik (einen von dir genannten Autor/Verlag zähle ich besonders dazu!)


    Ist dir nicht klar, dass sich ALLE von dir verwendeten Quellen auf die gleiche Ursprungsliste beziehen. Und die ist grob fehlerhaft.

    In meinem Beruf würde ich alles bisher "erforschte" zur Seite legen und noch mal von vorne Beginnen.

    Die Original-Quellen in BA-MA/Freiburg, Kew/GB und im US-National Archive und USAF-Archiv sind der richtige Weg.

    Dazu kommen noch die Dokumente aus den Nachlässen der Flugzeugführer, hier die Flugbücher.


    Viele Grüße, Uwe K.


    P.S.: Wo ist eine Quelle für eine Anerkennung?

    Hallo Roland, biographisches zu Husemann habe ich ausgiebig recherchiert. Trotzdem Danke.

    Hallo Uwe, danke für die Informationen. Marianstadtfeld=Münstermaifeld war mir auch in den Sinn gekommen, und die Verwechslung Short Stirling - Wellington ist auch möglich. Es war ja Nacht. Aber dann hat Rolf Bussmann nicht genau hingeschaut. Es brannte der linke innere Motor, hat doch wahrscheinlich so viel Helligkeit erzeugt, dass die viermotorige Maschine gut zu erkennen gewesen sein muss. Der Short Stirling konnte sich nicht mehr wehren. Heck- und Turm-MG waren zerstört, die interne Kommunikation ebenfalls. Man konnte also in Ruhe dem Bomber nachsehen, wie er abstürzte. Bleibt noch die Aussage von Sgt White, dass es eine JU 88 war. Bussmann als Mitglied von 11. NJG flog wohl, wie Husemann eine BF 110, und die ist eigentlich vom hinteren Leitwerk gut von dem der JU 88 zu unterscheiden.

    Bin mal gespannt, was an weiteren Beiträgen kommt.

    Gruß, Bernhard

    Guten Tag Bernhard,


    ich habe das in meinem Beitrag (#2) nicht explizit erwähnt, aber ich schreibe den Abschuss der Stirling EF448 eindeutig Rolf Bussmann zu.


    > Aber dann hat Rolf Bussmann nicht genau hingeschaut.

    Das hat er sicherlich - konnte den Flugzeugtyp aber nicht identifizieren und meldete im "claim" dann eine Wellington. Die Abschussmeldung wurde ja zeitnah (am nächsten Tag) erstellt. Der Wrackfund und die Zuordnung zu den Ansprüchen erfolgte erst im Verlauf des Anerkennungs-Prozesses im RLM. Dieser Prozess und die Abschussbestätigung zog sich in der Regel über einen längeren Zeitraum hin. (mehrere Monate bis Jahre).

    Einer abstürzenden Maschine zu folgen ist schon bei Tag nicht einfach und bei Nacht sehr risikoreich. Nach dem Aufschlag würde der "Abschießer" dann wieder 15 Minute oder länger benötigen um auf Kampfhöhe (4000-6000 m) zu kommen und währenddessen keine weiteren Kampfhandlungen vornehmen. Wozu das Ganze.

    Als Jäger geht man ja sofort nach dem eigenen Feuerstoß auf Sicherheitsdistanz - außerhalb des Abwehrradius des Ziels, also mindestens 1 km oder mehr.

    Details der angegriffenen Maschine kann man aus dieser Entfernung eigentlich nicht mehr erkennen. Wozu auch? Es genügt ja, den Lichtpunkt der brennend abstürzenden Maschine zu verfolgen.

    Also ich war damals nicht dabei und kann das bei sehr dunkler Nacht aus eigener Erfahrung nicht beurteilen.

    Aber ich kann aus meiner eigenen Fliegerei heraus sehr wohl beurteilen, auf welche Entfernung man andere Luftfahrzeuge noch erkennen kann. Gut - einen Jumbo oder A-380 erkennt man in der Luft bei passendem Winkel und ähnlicher Höhe schon gut auf > 5 km Distanz (eigene Erfahrung). Direkt von vorne oder von hinten ist das schon sehr viel schwerer. Wie viel eigene Flugerfahrung hast Du, um das beurteilen zu können?


    > Bleibt noch die Aussage von Sgt White, dass es eine JU 88 war.

    Hier gilt das Gleiche zum Thema Flugzeugerkennung wie aus Sicht des Angreifers - in der Luft, aus einem ungünstigen Blickwinkel in tiefer Nacht, geblendet durch Mündungsfeuer und/oder Flugzeugbrand.


    Viele Grüße, Uwe K.

    Guten Tag,


    "Marianstadtfeld" ist mir nicht bekannt. Es dürfte sich um eine Verwechslung mit Münstermaifeld handeln.

    Alle genannte Abschusslisten basieren auf einer Abschrift der auf Microfilm im BA-MA Freiburg dokumentierten Meldungen (Abschussliste).

    Die Liste ist handschriftlich erstellt und der damalige "Abschreiber" (Tony Wood) war des Deutschen nicht sehr mächtig. Ihm ist aber anzurechnen, dass er die Listen in Dateien übertragen hat.


    Unser Forenmitglied und Autor Gebhard Aders hat sich eingehend mit diesen Listen beschäftigt.


    Die Vickers Wellington hatte wie die Short Stirling ein Normal-Seitenleitwerk - im Gegensatz zur Halifax und Lancaster, die beide ein Doppel-Seitenleitwerk hatten.

    Obwohl die Stirling 4-motorig war und die Wellington 2-motorig, kam es im Dunkel der Nacht seitens der Nachtjäger öfters zu Verwechslungen zwischen den beiden Typen. Die RAF flog ihre Einsätze in der dunklen Mondperiode.


    V. Grüße, Uwe K.

    Hallo Diana,


    > da haben sich die Quellen leider geirrt

    da lese ich einen Unterton heraus, der mir gar nicht gefällt.

    Wenn ich jemanden etwas frage (#8) und derjenige verwendet seine Zeit und Mühe für eine Verifikation und Antwort, dann bedanke ich mich. Das gebietet die Höflichkeit.


    Aber schön, dass die Schreibweise nun (vermeintlich) geklärt ist. Dies sollte nun ebenfalls noch bei WASt und Volksbund entprechend geändert werden (not my job!).

    Falls sich nun aber der Setzer der Druckerei geirrt hat, in der die Todesanzeige bzw. die Totenzettel gesetzt und gedruckt wurde? Dann würde in Kriegszeiten die gesamte Produktion eingestampft?


    Danke, Uwe K.