Posts by DR40eghs

    Hallo,


    zum Einsatz chemischer Kampfstoffe:


    (1) Robinson, Julian Perry: Stockholm International Peace Research Institute:

    The Problem of Chemical and Biological Warfare: A study of the historical, technical, military, legal and political aspects of CBW, and possible disarmament measures, Vol. 1:

    The Rise of CB Weapons, Stockholm u. New York 1971.


    (2) Balfour, Sebastian, Deadly Embrace – Morocco and the Road to the Spanish Civil War, Oxford 2002.


    (3) Coleman, Kim: A History of Chemical Warfare, Hampshire u. New York 2005.


    Ein online Aufsatz "Giftgaseinsatz in den Kolonien", in dem obige Publikationen (mit Seitenangaben) zitiert werden:

    https://www.aventinus-online.d…iadb_pi1%5BmaxItems%5D=10


    V. Grüße, Uwe K.

    Hallo,


    aus obiger "AbschussMELDUNGsliste" (nicht "Abschüsse" ... sondern Meldungen/Ansprüche zu Abschüssen - das ist ein großer Unterschied !)

    > Fw. Gutmanns Abschuss konnte nun auch lokalisiert werden

    wurden nur die Meldungen von

    Lennhoff, Leuchs und Grüssner

    anerkannt.


    Die 4 anderen genannten (auch die von Gutmann) wurden abgelehnt oder zurückgestellt, weil nur als ASM in Mikrofilm eingetragen, oder ohne Anerkennungsnummer (der Staffel/Einheit).


    V. Grüße, Uwe K.

    Hallo Frank,


    > gab es eigentlich neben Rudel noch andere "Könner", die mit der Ju87G hohe Panzerabschusszahlen erreicht haben?

    Anbei eine Liste mit den anerkannten Panzervernichtungen von Stuka- und Schlachtpiloten (über 50 Abschüsse/Vernichtungen), die mir "zugeflogen" ist. Die Liste habe ich im Einzelnen allerdings nicht nachgeprüft (ohe Gewähr!).

    Panzervernichtungen bedeutet, dass darin natürlich auch Vernichtungen durch Bomben und anderen Kampfmitteln (z.B. Inbransetzen von mitgeführten Benzinfässern - sehr beliebt !) mit enthalten sind. Außerdem ist die Liste natürlich nicht nur auf Ju 87 oder gar die G-1/2 beschränkt.


    Auch Rudel hat nur einen gewissen Teil seiner anerkannten Panzervernichtungen mit der Ju 87 G-1/2 und der 3.7 cm Kanone erzielt. Ein Volltreffer mit SC 50 funktionierte auch.

    Oder das "Punktieren" von auf dem Panzerheck mitgeführten Benzinfässern und "anzünden" mit der Brandmunition der 2 cm Kanone, falls sich das Benzin nicht direkt am heißen Motor entzündet, nachdem es durch die Kühlschlitze in den Motorraum gedrungen war.


    Diese Zahlen - wie auch die Listen mit zuerkannten Feindflügen - stammen meist aus der Literatur über die Träger höherer Auszeichnungen der jeweiligen Teilwaffen.

    Ich selbst schaue dazu - was Stuka- und Schlachtflieger betrifft, gerne in:


    Ernst Obermaier : Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe 1939-1945. Band 2: Stuka- und Schlachtflieger. (Verlag Dieter Hoffmann, Mainz, 1976)


    V. Grüße, Uwe K.


    Panzerabsch.jpg

    Hallo,


    > Das SG 9 war mit Hs 129 ausgerüstet - das habe ich aber bisher nicht erwähnt.

    Ich muss mich da selbst zitieren und relativieren. Obiger Satz gilt für die Zeit bis Ende 1944.

    Anfang Januar wurde ja die 10.(Pz)/SG 1 in 2.(Pz)/SG 9, und die 10.(Pz)/SG 3 in 3.(Pz)/SG 9 umbenannt - nach wie vor mit Ju 87 ausgerüstet,

    Die 1. Staffel SG 9 flog die Fw 190 mit "Panzerblitz" Ausrüstung.


    Beim SG 9 wurden die Ju 87 dann noch mindestens bis März 45 (eine Verlustmeldung der 2.(Pz)/SG 9 für den 5.3.45) geflogen.


    Bei den Nachtschlachtgruppen war die Ju 87 aber noch bis Kriegsende im Einsatz, allerdings nicht in der G-Ausführung mit Kanonen.


    Mit besten Grüßen, Uwe K.

    Hallo Uwe etc.,


    Ich finde bislang keinen Hinweis darauf, dass Ju 87 G auch von anderen Panzerstaffeln geflogen wurden. Die waren in der Regel mit Hs 129 ausgestattet.


    Gruß, Thomas

    Hallo Thomas,


    gelten die "Bestands- und Bewegungsmedlungen" (Quelle: BA-MA) als Hinweis?

    Hier in der Abschrift von Michael Holm, das geht für mich am schnellsten:

    10.(Pz)/SG 1

    http://www.ww2.dk/oob/bestand/schlacht/b10sg1.html

    10.(Pz)/SG 2

    http://www.ww2.dk/oob/bestand/schlacht/b10sg2.html

    10.(Pz)/SG 3

    http://www.ww2.dk/oob/bestand/schlacht/b10sg3.html

    10./Pz)/SG 77

    http://www.ww2.dk/oob/bestand/schlacht/b10sg77.html


    Das SG 9 war mit Hs 129 ausgerüstet - das habe ich aber bisher nicht erwähnt.


    Für die 4 vorgenannten Staffeln habe ich für 1944 insgesmt 77 Verlustmeldungen (WASt), darunter genau zwei Hs 129 bei 10.(Pz)/SG 2 am 24.2.44 und 11.3.44, 2 "Störche", 1 Fw 190. Der Rest waren Ju 87.

    Für 1945 finde ich dann die Ju 87 nur noch in den Verlustmeldungen der 10.(Pz)/SG 2 und 10.(Pz)/SG 77 - bzw. beim Stäb SG 2, d.h. Rudels eigene Maschine die er als Kommodore des SG 2 bei Panzerjagdeinsätzen flog.


    Bekannt ist ja auch der Flug in Gefangenschaft des Spitzenpersonals des SG 2 am 8.5.45 vom Flugplatz Kummer (Tschechien) nach Kitzingen. Unter den mindestens 3 Ju 87 in Kitzingen war aber "nur" die von Rudel selbst geflogene G-2 mit Kommodore-Kennung ( <- + - ). Schwirblatt (T6+TU) flog eine D-5, und die dritte dokumentierte Maschine (T6+VU), von einem Oberfeldwebel geflogen, war ebenfalls eine D-5.


    Am 8.2.45 flog Rudel die 494220, am 8.5.45 kam er nach Kitzingen in der 494110.


    Thomas, was soll ich denn als "Hinweis" liefern ?


    V. Grüße, Uwe K.

    Hallo Frank,


    Rudels "Kanonenvögel" waren ja aus der Wochenschau bekannt - er wurde ja von der NS-Propaganda entsprechend "vermarktet".

    Dass es neben der 10.(Pz)/SG 2 noch Panzerstaffeln bei den SG 1, 3 und 77 gab, dürfte dem normalen Landser nicht bekannt gewesen sein. Alles was am Himmel mit den bekannten "Stangen unter den Flügeln" flog, waren für die "Fußgänger" deshalb "Rudels Männer".


    Natürlich war den Heeressoldaten auch nicht direkt bekannt, welche Staffel gerade wo eingesetzt wurde. Da hätte die Luftwaffe es auch gleich direkt den Russen funken können.

    Genausowenig war umgekehrt den normalen Fliegern bekannt, wie viele einsatzbereite Tiger-Panzer das Heer gerade noch hatte, auf welche Verbände diese verteilt waren - und wo diese eingesetzt waren. Oder wie viele U-Boote die Marine noch hatte und wo sie gerade operierten.;)


    > [...] Der damalige Führer des Granatwerfer-Zuges der 8. Kompanie/ II.Btn/ Grendierregiment Großdeutschland ...[...]

    Ob es sinnvoll ist, dass die Zugführer die militärische Lage überblickten?


    Wenn gefangene Wehrmachtssoldaten bei der Gafangenvernehmung dann den Russen erzählten, dass "da oben" gerade "Rudels Männer" herumfliegen (und sich die Einheit tatsächlich 1000 km weiter südlich befand) - dann erfüllte das durchaus seinen militärischen Zweck.


    Hauptsache war doch, dass die Luftflotten-Kommandos wussten, wo sich ihre Einheiten befanden.


    Beste Grüße, Uwe K.

    Hallo Rico,


    > Hast du vielleicht noch Namen von den Soldaten?(per PN)

    > Dann könnte ich bei der WASt nochmal Anfragen ob eine genaue Grablage angegben wurde.

    Ja, die Namen der 10 Toten sind bekannt. 2 Überlebende konnten vor dem Aufschlag noch mit dem Fallschirm abspringen, von einem der Beiden stammt die Besatzungsliste. Der zweite ist bei Kriegsende im Raum Pilsen/CZ verschollen.


    Der WASt sind die Namen selbstverständlich bekannt, auch wurde die "Geschichte" mehrfach in der Fachliteratur veröffentlicht. Generationen sehr namhafter Luftkriegshistoriker haben sich mit dem Fall der "verschwundenen Toten" bereits beschäftigt. Seit der Wende verstärkt, immer wieder neu. Die einzelnen Namen wurden von der Behörde natürlich abgeprüft.

    Die WASt hat dazu keine weiteren Informationen (außer der Besatzungsliste und natürlich die zugehörigen Personalunterlagen, aus deren militärische Vorgeschichte), beim Volksbund sind die Toten auch nicht registriert.


    Ich möchte aber der WASt nicht entgegenarbeiten, auch nicht per PN - die Mitarbeiter haben wohl ihre Gründe wieso sie den "Fall" nicht (immer wieder) neu aufrollen. Ich bitte um Verständnis, ich gerate da in einen Loyalitätskonflikt.


    Ich persönlich vermute, dass die Gräber bereits in der frühen Nachkriegszeit von der lokalen Friedhofsbehörde eingeebnet und überbettet wurden - entgegen den allgemeinen Regeln für Kriegsgräber. Tote Wehmachtssoldaten sollen ja in der SBZ und späteren DDR nicht gerade populär gewesen sein - habe ich gelesen.


    Damit ist für mich das Thema erledigt.


    Mit freundlichen Grüßen, Uwe K.

    Hallo,


    ich habe selten so viel Halbwahrheiten, gar wilde Spekulation und Fehlinformation wie in dem MAZ-Artikel gelesen.<X:cursing:

    Den Briten soll es ja nach jüngsten Meldungen nach dem "Brexit" an Klopapier mangeln ... schickt den ganzen Bestand dieser MAZ-Ausgabe dort hin.


    Dem "Zeitzeugen" mache ich da gar keinen Vorwurf - woher sollte er es auch genauer wissen?

    Der "Qualitätsjournalist" und die beteiligten Institutionen (VDK) sollten aber eigentlich wissen, wie sie an korrekte Fakten kommen.


    Positiv: zumindest Ort, Datum und Uhrzeit stimmen.


    Fakt ist:

    - es gab 14 Tote, von denen 10 namentlich bekannt sind

    - 4 weitere bis dato unbekannte Passagiere bzw. Passagierinnen waren an Bord

    - die Maschine befand sich auf dem Weg von Roggentin (Rechlin) nach Neubiberg

    - es handel sich nicht um ein "Desertieren" (dann wären sie von Rechlin aus wohl auch nach Westen geflogen - bei den Westalliierten wäre es den Insassen besser ergangen!), sondern um eine Evakuierung/Überführung in Richtung "Alpenfestung"

    - die Maschine wurde von einem Mosquito-Nachtjäger abgeschossen. Der Abschuss wurde bei der RAF hinreichend dokumentiert und anerkannt.


    Viele Grüße, Uwe K.

    Hallo,


    > Es wurden ja durch die Luftwaffe die alliierten abgestürzten Bomber fotografiert/dokumentiert - weiß jemand wie man an diese Bilder/Dokumente kommen könnte?


    Fotos und Berichte von US-Abstürzen über deutschbesetztem Gebiet (sogenannte "KU-Reports" - die teilweise auch britische Maschinen enthalten) wurden von den Amerikanern ausgewertet und den MACR-Reports (Missing Air-Crew Reports) zugeordnet. Sie wurden NICHT an Deutschland zurückgegeben und befinden sich im US-Nationalarchiv (nur in Papierform/Foto-Originale, nur dort einsehbar).


    Die entsprechenden Berichte zu RAF-Abstürzen befinden sich im Britischen Nationalarchiv und waren (sind?) bislang gesperrt, mindestens so lange bis auch die letzten direkten Nachkommen (Kinder) der Toten verstorben sind.
    Auch hiervon wurden nie Originale oder Kopien ans Bundesarchiv zurückgegeben.


    In beiden Fällen (USA und GB/Commenwealth) legten die deutschen Behörden auch niemals gesteigerten Wert auf die Rückgabe der Originalunterlagen.
    Man muss sich vor Augen halten, dass die Fotos zum Teil "wenig appetitliche" Abbildungen der abgestürzten Flieger enthalten - die Briten wollten eine Veröffentlichung aus Pietätsgründen den Verwandten und Nachkommen der Opfer nicht zumuten - was ich absolut nachvollziehen kann.


    Es gibt aber Aufnahmen, die aus propagandistischen Gründen in den NS-Medien abgedruckt wurden (Tenor: "so geht es den anglo-amerikanischen Terrorfliegern ...").


    Die bekannten Fotos von alliierten Flugzeugwracks stammen daher entweder aus privaten (normalerweise verbotenen) Aufnahmen oder Kopien der LW-Fotos, oder aus verstreuten Aktenbeständen, die den Briten und Amerikanern bei der Auswertung direkt nach Kriegsende entgangen sind.


    Viele Grüße, Uwe K.

    Hallo,


    Stab und die III./SG 2 verlegten am 28.7.44 von Mielec nach Insterburg in den Bereich der Lfl. 1, von wo ab dem 29.7. für 3 Tage lang Einsätze geflogen wurden. Am 1.8. ging es weiter nach Lötzen und am 12.8., nach Wenden (via Libau und Riga). Von Lötzen und Wenden aus jeweils Einsätze. Am 13.8. wurde weiter nach Skangali (Lettland) verlegt. Von Skangali aus bis 23.8. Einsätze im östlichen und nordöstlichen Lettland bzw. südlichen Estland gegen die aus Nordosten, Osten und Südosten vorrückende Rote Armee.

    Ab 25.8. erfolgte dann die Rückverlegung von Stab und III./SG 2 nach Rumänien (Buzau - via Krakau, Debrecen) in den Kommandobereich der Lfl. 4. Von Buzau aus dann wieder Einsätze ab dem 28.8.44.

    Grund für die hastige Rückkehr nach Rumänien war der Abfall Rumäniens von der Achse - es "brannte" in Rumänien (im Baltikum "brannte" es natürlich ebenso ... aber die Situation in Rumänien war wohl noch problematischer).

    (Quelle: ein Flugbuch der III./St.G.2, SG 2 welches hier in Kopie neben mir liegt)


    Rudel selbst wurde am 19.8. nordöstlich Ergli, Lettland (leicht) verwundet und musste notlanden. Er und Dr. Gadermann (sein Bordschütze/-funker zu dieser Zeit - und Geschwaderazt) wurden von der Notlandestelle durch eine daneben landende Ju 87 der Einheit herausgeflogen.

    Rudel wurde dann ein weiteres Mal im Raum Budapest am 17.11.44 verwundet (Oberschenkelschuss - überschweres MG). Seinen Unterschenkel verlor er dann am 8.2.45 unweit Lebus b. Frankfurt/O. an der Oderfront.


    Von Memel waren er (Rudel) und die "Immelmänner" am 11.10.44 weit enfernt.


    Im Bereich Memel waren mit Ju 87 "Panzerjägern" (G-2 mit 3.7 cm Kanone als "Panzerknacker", fast immer zusammen mit D-5 mit Splitter-/Sprengbomben zur Infanterie- und Flakbekämpfung im Verband fliegend) am 11.10.44 sowohl die 10.(Pz)/SG 1 (Schippenbeil) als auch die 10.(Pz)/SG 3 (Hüttenfelde) eingesetzt. Im gleichen Raum war noch die i. (Insterburg) und die II./SG 4 (Hüttenfelde) mit Fw 190 in der Schlachtfliegerrolle im Einsatz.

    Die 10.(Pz)/SG 3 hatte vorübergehend von Riga nach Ostpreußen verlegt um den Angriff der Sowjets auf Memel und die Nordgrenze Ostpreußens zu stoppen.

    (Quelle zum letzten Abschnitt: überwiegend rekonstruiert aus Verlustdaten der genannten Verbände, Erfolgsmeldungen, ...).


    Viele Grüße, Uwe K.


    P.S.: an Frank bzw. "Mehlsack" - hat dein Benutzername einen geographischen Bezug (Mehlsack - Ermland/Ostpreußen)? Falls ja, könnten wir uns "off-board" austauschen.

    Hallo Ottmar, Rolf,


    > Ich nehme an, solche Einsätze wurden immer mit 2 Maschinen geflogen.

    Ja, pro Auftrag eine Rotte. Gelegentlich wurden zeitgleich auch 2 Rotten losgeschickt, mit unterschiedlichen Aufträgen.

    Der Rottenführer klärt auf (Sicht- oder Bildaufklärung) und navigiert, der Rottenflieger deckt nach hinten ab und beobachtet den Luftraum.


    Ich habe gerade mal nach Flugbüchern der NAGr. 13 gesucht - habe leider im fraglichen Zeitraum (1944/45) nichts gefunden.


    V. Grüße, Uwe K.

    Hallo Ottmar,


    hast also auch hergefunden ins FdW - das freut mich aber.

    Ich kann bald meinen Wahlspruchin der Signatur ändern - die alte Gang findet wieder zusammen.8)


    Zu deinem Beitrag zum 18.11.44: Fw. Zimmermann hieß mit Vorname: Johann (Hans)

    Der Abschuss erfolgte gegen 11 Uhr, durch Capt. Futch, P-47, 313.FS/50.FG (Quelle: Olynyk).

    Für die Nicht-Franzosen: "abattu et porté disparu vers B." -> abgeschossen und vermisst gemeldet ... nahe B.


    Zimmermann gilt bis heute als vermisst, ebenso wie Uffz. Henning (18.12.44).


    V. Grüße, Uwe K.

    Hallo Michael,


    das ist eine gute Entscheidung. Ich vermute auch stark, dass du mehr am Raum Mönchengladbach - Liege - Aachen - Köln - Koblenz interessiert bist, als an den RAF-Verlusten in und um Stuttgart (dort lagen am 19./20.10.44 alle noch nicht genannten).


    Wir reden hier immerhin über mehr als 11.000 Verluste der RAF - alleine für das "Bomber Command" (Fighter Command, Coastal Command gehen extra). Davon alleine + 2.800 für 1943 und +3.300 für 1944. In jeder Maschine saßen im Schnitt 5-8 Mann.


    Für deinen Raum wäre auch der Band 1943 SEHR ergiebig. Stichwort: "Battle of the Ruhr" und genau genommen auch schon 1942 (sog. "1000-Bomer Angriff" auf Köln).


    Viele Grüße, Uwe

    Hallo,

    > Die Sache lag auf ebene der Division die musste ihren Einheiten rechtzeitig einen Funktrupp zuteilen der die entsprechenden

    > Geräte hatte um mit den Fliegern kontakt aufzunehmen.

    Ja klar - das geht aber nur bei einem (vorher) koordiniertem Schwerpunktangriff, an dem wenige Einheiten am Boden und in der Luft beiteiligt sind. Oder bei der Bekämpfung von Punktzielen (Bunker, Stellungen) bei denen die Heeresverbände explizit Luftunterstützung angefordert haben. Dafür lassen sich auch entsprechende Freuenzen vorher abstimmen.


    Ich meine aber den schnellen Blitzkrieg-Vorstoß schneller, motorisierter und gepanzerter Bodenverbände bei gleichzeitigem freien Operieren den Luftwaffen-Verbände: sog. Straßenjagd, freie Jabo-Einsätze, Bekämpfung von gegnerischen Kolonnen und Verkehrszielen im gegnerischen Hinterland - mit freier Zielauswahl, nach Gelegenheit, der Luftwaffenverbände.


    Beim Vorstoß mehrerer Panzergruppen bis weit hinter die gegnerischen Linien (mit völligem Durcheinander von eigenen EInheiten und Gegner) - oder wenn so ziemlich alle Einheiten der Luftwaffe auf Dünkirchen einfliegen - wobei jede Gruppe eine andere Frequenz zugewiesen bekommen hat - da stelle ich mir die Funk-Koordination in der Praxis ziemlich schwierig vor.

    Dafür gibt es heute AWACS und andere Mittel.


    Und die Luftwaffe wartet im Normalfall auch nicht, bis sie von der Bodentruppe ein Ziel zugewiesen bekommt und sich sozusagen "fernsteuern" lässt. Das Ganze noch unter gegnerischen Jägerangriff auf die eigenen Bomberverbände.


    Koordiniert mit Bodentruppen in der Auftaktphase eines Großangriffs (Ziele: gegnerische Stellungen, Pak, Artillerie). Die Stukas der VIII. Fl.Div. operierten zeitweise so - im Zusammenspiel mit einer einzelnen Panzerdivision, oder einem Panzerkorps. Dazu muss aber die Bodenlage hinreichend gut aufgeklärt sein. Darüber hinaus wird es schwierig, speziell bei schnellen Bewegungskrieg-Operationen.


    Zur Bekämpfung von gegnerischen Punktzielen in Sicht- oder Hörweite gibt es die Artillerie - oder Panzerkanonen. Evtl. unterstützt durch Heeresflieger und Nahaufklärer. Ein Boden-Funktrupp kann nur solche Ziele an die Luftwaffe zuweisen, die im unmittelbaren Aufklärungsbereich der Bodentruppe liegen.


    Eigentlich macht es andersherum Sinn: die Luftwaffe führt die Bodentruppe per "Fernsteuerung" (Artillerieflieger). Die Aussicht und der Überblick ist aus der Luft einfach viel besser. Besonders bei totaler Luftüberlegenheit, wenn der Angreifer keine Feindjäger befürchten muss. Siehe AWACS.


    Viele Grüße, Uwe K.

    Hallo,


    > An dem Chorly wäre ich auch interessiert.


    Nur mal so - es sind 9 Bände und insgesamt ca. 3700 Seiten.

    Da hat der gute Stefan aber viel Scan-Arbeit vor sich. :D

    Und (Schreibweise Autor, Titel der Buchreihe):

    William R. Chorley : Bomber Command Losses of the Second World War.


    Ich habe mir spaßeshalber gerade den 1944 Band aus dem Regal geholt, ich zitiere mal wörtlich von Seite 4:


    "All rights reserved. No parts of this publication may be reproduced, stored in a retrieval system, transmitted in any form or by any means, electronic, mechanical or photo copied, recorded or otherwise, without the written permission of the copyright owner."

    Zitat Ende.


    Falls notwendig: eine GUTE kostenlose (hier sehr wichtig !!!) copy/paste on-line Übersetzung Englisch-Deutsch gibt es bei:

    https://www.deepl.com/translator


    V. Grüße, Uwe K.

    Hallo,


    > "IV. Als Wichtigstes : Schaffung einer Funkverbindung zwischen Fliegerkampf und Panzerverband"


    Hört sich tivial an, war es aber mit den damaligen (1940) technischen Möglichkeiten nicht.


    Die UKW-Sprechfunkgeräte waren damals für Einsätze tageweise auf feste Frequenzen eingestellt. Dazu wurde vor Einsatzbeginn der frequenzbestimmende Kristall am Gerät getauscht. Die jeweilige, wechselnde Tagesfrequenz wurde auf dem Kommandoweg festgelegt - und war natürlich "top secret". So konnten sich auch verschiedene Lw-Gruppen (z.B. Bomberverband und Begleitjäger) nicht einfach "mal so" per Sprechfunk verständigen. Auch zwischen unterschiedlichen Panzerverbänden dürfte das nicht möglich gewesen sein. Und wenn alle auf der gleichen Frequenz senden, hört/versteht wegen "Sprechsalat" niemand mehr etwas - und der Gegner hört mit.


    Beim Einsatz in Kampfeinsitzern konnte der Pilot auch nicht mal zwischendrin in Frequenzlisten rumstöbern oder am Funkgerät herumfummeln.


    Da natürlich ein Flugzeugverband während eines Einsatzes gleich mehrere bis viele Panzer- und Infanterieverbände überfliegt - auf welche Frequenz sollten die Flugzeuge eingestellt sein? Außerdem soll der Flugfunk auch nicht ständig vom Bodenfunk zugesabbelt sein. Und: der Gegner soll nicht mithören!


    Eine sinvolle Lösung bot erst eine eindeutige Freund-Feind-Kennung, automatische Frequnezwahl und codierter "Zerhacker" - alles Dinge des Computer-Zeitalters.


    Auch Fliegertücher helfen nicht wirklich, wenn ein Sturzangriff aus 2000 m Höhe angesetzt und die Bomben bei 600 m ausgelöst werden. Ab welchem Abstand könnt ihr denn die Autobahnschilder erkennen und lesen? Und ... auch noch bei 500-600 km/h Geschwindigkeit?

    Und: mehrfache Anflüge (erst mal gucken - und beim zweiten Mal wirds ernst) gehen nicht - denn die vorgewarnte leichte Flak schießt zu gut!


    Man hätte natürlich auch die Panzer jeden Tag neu lackieren können - von 9 - 14 Uhr gelb mit roten Punkten - ab 14 Uhr gilt blau mit gelben Punkten. Das kann man (vielleicht) auch aus 1000 m Höhe erkennen - 1 Sekunde bevor die Bombe ausgelöst wird.


    Ansonsten half den Bodentruppen nur: auf alles schießen was am Himmel fliegt - Erkennungszeichen schießen - sich gut verstecken - und auf jeden Fall: beten.


    Viele Grüße, Uwe K.

    Hallo Werner,


    hättest du mir einen Link auf deine Anfrage im "englischen Flugzeugforum"?

    Bei der Teile-Identifikation gibt es auch hier im FdW einige fachkundige Mitforisten.


    Die Daten bei Chorley zum 19./20.10.44 sind relativ beschränkt, was die Absturzstellen betrifft. Chorley ist aber Prima was die Personalien betrifft.

    Außer bei den bereits von mir genannten Absturzstellen steht da nur: "Cause of loss and crash- site not established", oder "all are buried in Dürnbach War Cemetery".


    Wenn es sich bei den Funden der Jungs um Teile von RAF-Lancaster handelt, dann stammen sie vermutlich vom 15./16. März 1945 (Angriff Nürnberg). In dieser Nacht wurden in der direkten Umgebung von Rothenburg/o.T. gleich 3 Lancaster abgeschossen.


    V. Grüße, Uwe K.

    Hallo Werner,


    die RAF hatte in der Nacht 19./20.10.1944 nach Chorley insgesamt 11 "losses", davon 9 über dem "Kontinent", 2 über Großbritannien.

    Konkret: 9 Lancaster und zwei Mosquito.

    Von den 9 über dem "Kontinent" verloren gegangenen (8 Lancaster, 1 Mosquito) kamen 2 in Frankreich - eine Elsass, eine Lothringen - runter,

    Die restlichen 7 stürzten auf das Gebiet des heutigen Baden-Württemberg.

    Von den 2 mit Ziel Nürnberg verlorenen Lancaster (LM715, PB425) stürzte eine bei Freudenstadt/Schwarzwald ab, die andere südlich Stuttgart.


    Die von mir gemeinte Maschine startete relativ spät am 19.10., der Absturz nach Mitternacht ist wahrscheinlich. Deshalb schrieb ich auch 20.10.44.


    An den Tagen davor (vor dem 19.10.) und danach (nach Tagesanbruch 20.10.) hatte die RAF keine Verluste über Süddeutschland.

    Die genauen Absturzorte der restlichen Maschinen sind entweder in

    - Heinz Bardua : Stuttgart im Luftkrieg 1939-1945. Klett-Verlag, Stuttgart, 1968

    genannt, oder lassen sich durch direkte Recherche in den Unterlagen des CWGC (Commonwealth War Graves Commission) ermitteln - was ich getan habe.

    Absturzorte im Umkreis von 45 km um Rothenburg o.T. sind nicht dabei.


    Die Luftwaffe hatte im genannten Raum in der genannten Nacht keine Verluste, die Amerikaner muss ich erst noch nachsehen.


    Viele Grüße, Uwe K.

    Hallo,


    > war das eine Einheit mit Radar und Messgeräten um Jagd in diesem

    > bestimmten Raum vorzubereiten..für Nachtjäger ? Also Bodentruppen der LW \Radar ?

    Naja - im Prinzip könnte man es so ausdrücken.


    Die Einheit gehörte zur Luftnachrichtentruppe. Konkret zur 7./Ln.Rgt.213 bzw. 7./Ln.Rgt.215, je nach Zeitraum - vor bzw. nach

    RADAR nannte sich noch "Funkmeß". Und es handelte sich um integrierte Mess- und Leitstelle zur Einsatzführung von Nachtjägern.

    Bodenorganisation der Luftwaffe, ist korrekt.


    @ volker

    Falls du dich etwas ernsthafter mit der Materie beschäftigen möchtest, hier ein paar Literaturtips (es gibt auch Fernleihe!):


    Aders, Gebhard : Die Geschichte der deutschen Nachtjagd 1917-1945. Stuttgart, 1977

    Hoffmann, Karl Otto: Die Geschichte der Luftnachrichtentruppe. 2 Bde. Neckargemünd 1965, 1973

    Niehaus, Werner: Die Nachrichtentruppe 1914 bis heute. Entstehung und Einsatz. Stuttgart 1980

    Trenkle, Fritz: Die deutschen Funkmeßverfahren bis 1945. Stuttgart 1979

    Trenkle, Fritz: Die deutschen Funk-Navigations- und Funk-Führungsverfahren bis 1945. Stuttgart 1979


    @ Dieter

    .> .....wer das für eine Statement hält.....kompletter Holzweg !!!

    Hä ? Darüber musste ich erst mal nachdenken. Klingelingeling - Nein, das dachte ich keineswegs. So weit denke ich gar nicht.

    Ich dachte ausschließlich an Defizite (oder mutwillige Ignoranz) in der modernen Rechtschreibung.

    Aber wie ich sehe, unterläufst du vorsätzlich die Richtlinien des Forums - denn eine vorsätzlich falsch geschrieben Grußformel gilt (jedenfalls für mich) nicht als solche.

    Und - wer mich nicht grüßt ....

    - aber das muss ich mir noch überlegen.


    Mit freundlichen Grüßen, Uwe K.

    Hallo Dieter,

    einverstanden.

    Aber das Bild mit Kartenausschnitt mit dem Pfeil hab ich trotzdem schön gemacht, gelle?;)

    Gruß, Uwe K.


    P.S.: Dieter, ist das ein "automatisierter" Gruß am Ende des Beitrags ? Dann würde es sich lohnen, das "ss" gegen ein "ß" auszutauschen.