Posts by Cristiane

    Hallo zusammen, hallo J. H. !


    Eine Tante von mir mit Fernmeldeausbildung war während des Krieges in Dänemark als Luftwaffenhelferin im Einsatz. Dort hat sie wohl wenig vom Krieg mitbekommen und konnte sogar große Mengen an Lebensmitteln für ihre Familie mit nach Hause bringen.

    Mein Onkel, der jüngere Bruder, der eigentlich nie mein Onkel werden konnte, fiel 1943 mit knapp 19 Jahren als Grenadier bei Kursk.


    Gruß Cristiane

    Mutter


    Ich sehe dich in deiner Kerze Licht
    im Rahmen einer dunklen Pforte stehn.
    Du spürst die Kühle von den Bergen wehn,
    du frierst ja, Mutter ... dennoch weinst du nicht.


    Du schaust mir nach, der in die Nacht enteilt,
    in dunklen Schicksals ungewisse Frist,
    mit einem Lächeln, das nur Weinen ist,
    mit einem Schmerz, den kein Vertrauen heilt.


    Ich sehe dich in deiner Liebe Licht
    im Zittern deiner weißen Haare stehn.
    Du spürst die große, dunkle Kühle wehn -


    und langsam, langsam senkt sich dein Gesicht.
    Noch immer leuchtet fern der Kerze Schein -
    du frierst ja, Mutter ... Mutter - geh hinein ...



    Albrecht Haushofer (1903 - 1945), in München geboren; war Professor an der Berliner Universität. Während der Hitlerzeit schloß er sich den Widerstandskreisen an, wurde von der Gestapo verhaftet und 1945 in einem Berliner Gefängnis durch Genickschuß hingerichtet. Sein ebenfalls verhafteter Bruder fand in den Händen des Toten das Manuskript der "Moabiter Sonette" , seiner letzten Gedichte, die er angesichts des Todes im Gefängnis geschrieben hat.


    (Quelle: Das Wort der Dichter; Ehrenwirth Verlag München)


    Hallo zusammen!


    Nein Rudolf, die Frage nach dem Verbleib des Soldbuches meines Vaters wird sich nie mehr klären lassen, so wie viele andere Fragen auch.
    Von ähnlichen Szenen wie in dem von Dir eingestellten Bericht hat mir auch "mein Veteran" berichtet. Nach Jahren der Kriegshölle kamen die Demütigungen der Sieger.


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Auf dem mir vorliegenden Entlassungsschein meines Vaters aus US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft findet sich der rechte Daumenabdruck von ihm.
    Der Entlassungsschein war als Dokument mitzuführen. Bei Auffälligkeiten musste der Inhaber dieses Dokumentes einen weiteren Daumenabdruck abgeben, welcher dann von den entsprechenden US-Military-Behörden mit der Lupe verglichen wurde. Dies war bis zum elektronischen Datenabgleich wie wir ihn heute kennen die übliche Praxis.


    Ob meinem Vater das Soldbuch während der Kriegsgefangenschaft abgenommen wurde, kann ich nicht sagen, aber in seinen Unterlagen aus der Zeit (Führerschein aus dem Jahre 1937, Verleih- und Besitzurkunden, Auszug aus dem Wehrpass von der DD 03/1945 etc.) habe ich nicht gefunden.


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Heute Nacht läuft um 0.00 Uhr im MDR der Spielfilm "Emil und die Detektive" aus dem Jahre 1931 nach dem Kinderbuch von Erich Kästner (vorher um 23.05 Uhr ein Doku-Drama über ihn).
    Warum dieser Film hier als Fernsehtipp? Von allen Kinderdarstellern haben nur zwei den Krieg überlebt!

    Gruß Cristiane

    Karsamstag

    Es hat der Schmerz seine Krone,
    der Tod hat seine Gewalt,
    das Blut rann aus dem Sohne,
    der unsere Schuld vergalt.


    Die unter dem Kreuze lehnen,
    noch quält sie der traurige Wahn.
    Erlosch auch das Auge in Tränen,
    es ist noch nicht alles getan.


    Schon ahnst du die schauernde Kühle
    des aufgehobenen Steins,
    die jungen erfrischten Gefühle
    des wiedererweckten Gebeins.


    Du merkst, wie ein zartes Beginnen
    im rauchenden Acker sich regt,
    und wie dein Herz sich von innen
    mit göttlichem Hauche beschlägt.


    Heut aber ist dein Gewissen
    in Leiden und Hoffen geteilt.
    Siehe, dein Herz ist zerrissen,
    siehe, dein Herz ist geheilt.


    Sei wie die bebende Waage,
    die Gleiches mit Gleichem verhält.
    Geh, meine Seele, und trage
    auf beiden Schultern die Welt.


    Sei wie die stille, gerechte,
    die wassertragende Magd.
    Fühl die gemarterten Nächte
    und fühle die Gnade, die tagt.


    In deines Nackens Beschwerde
    füge sich beides in Eins.
    So hast du das Gleichmaß der Erde,
    so hast du die Summe des Seins.


    Hans Egon Holthusen
    (1913 - 1997)

    Hallo zusammen!


    Früher hab' ich auch geraucht, dabei ist mir noch der Ausspruch meines Vaters "Die deutsche Frau raucht nicht" in Erinnerung. So wie er es gesagt hat, war es wohl ein Zitat aus der NS-Zeit.
    Manchmal hat er auch erzählt, dass die amerikanischen Besatzer kaum gerauchte Zigaretten auf die Straße warfen und diese dann mit den Stiefeln zertraten, bevor sie von den Deutschen aufgelesen werden konnten.


    Gruß Cristaine

    Hallo Heidy, hallo alle anderen!


    Zur Beantwortung Deiner Fragen kann ich nichts beitragen, das können hier aber viele. Es finden sich in diesem Forum ein immenses Wissen und eine sehr große Hilfsbereitschaft. Mir ging es anfangs ähnlich wie Dir, auch ich hatte Scheu, mich hier anzumelden, und oft habe ich die Fragen falsch gestellt und trotzdem Antworten bekommen.


    Auch ich vermisse meinen verstorbenen Vater sehr und bereue es schmerzlich, nicht mehr und öfters mit ihm über seine Zeit als Soldat gesprochen zu haben. Damals war ich mir über die Tragweite und die Folgen des Geschehens, gerade auch für unsere Generation, nicht bewusst.


    Dieses Forum hier ist für mich persönlich eine große Hilfe; zu wissen, das hier Leute unterwegs sind, die auch forschen, wissen wollen und die nicht denken, dass alles längst vorbei wäre und uns nichts mehr anginge.


    Ich wünsche Dir, dass Du hier im Forum einiges klären kannst!


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Bert, wo kann man Laufbahnvorschriften für Berufssoldaten der Wehrmacht finden? In Friedenszeiten war es für Berufssoldaten wohl möglich, nach einer zweijährigen Dienstzeit zum Unteroffizier befördert zu werden.


    Gruß Cristiane

    Hallo zusammen!


    Heute Abend auf 3sat, 22:25 Uhr:
    "Hitlers Angst und Görings Lederhose - Flüsterwitze im Nationalsozialismus";
    moderiert vom unvergleichlichen Alfred Dorfer (eh kloar)


    Gruß Cristiane

    Hallo Bergmann, hallo zusammen!


    Auch von mir (Artilleristentochter, mein Vater 1938 AR 53) kommt ein herzliches Dankeschön für die Bilder.
    Die Kasernengebäude dürften so um 1936 errichtet worden sein (?); die Artilleriekasernen in Ansbach (Kaserne An der Ludwigshöhe, Bleidorn-Kaserne) sehen fast genauso aus und wurden im Jahre 1936 gebaut.


    Gruß Cristiane

    Hallo Thomas, Mathias und alle anderen!


    Danke Thomas für den Link. Wieder mal eine Nazi-"Größe" mit nahtlosem Fortsetzen der Karriere nach dem Kriege, während Millionen vor dem Nichts standen.
    Dazu fällt mir das Zitat von Max Liebermann ein:
    "Ich kann nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte".


    Das Buch stammt aus dem ererbten Fundus meines Nachbarn, der übrigens alles andere als ein "Gestriger" war.


    Gruß Cristiane